Wie eine gefühlte Ewigkeit offenbarte sich Emmanline in einer tiefen K?lte und lag leblos auf dem Bett. Eine eiskalte Dunkelheit umgab sie wie Klauen, die sie nie wieder loslassen wollte. Dazu diese Totenstille, als existierte überhaupt nichts um sie herum. Erst als ein lauter Nachklang eines Donners in ihrem Kopf dr?hnte. Es h?rte sich wie ein überlautes Gewitter von drau?en an, welches sich bedrohlich über ihr zusammengebraut hatte, aber dieses Dr?hnen kam nicht von drau?en, sondern von ihrem Herzen, das einen heftigen Schlag von sich gab. Ein m?chtiger Ruck geht durch ihre Brust. Sie k?nnen dieses Gefühl und welchen Weg nun vor ihr lag.
Emmanline riss ihre Augen weit auf und ihr K?rper b?umte sie wie ein gespannter Bogen auf. Entsetzt schnappte sie nach Luft, als sie versuchte, verzweifelt Sauerstoff in ihre Lungen zu pumpen. Immer wieder h?rte sie das laute Donnern und mit jedem Schlag ihres Herzens wurde es qualvoller. Unsagbare und unbeschreibliche Schmerzen machen sich in ihr breit, zogen sich von ihrer Brust durch ihren ganzen K?rper, als beherrschte es ihren Leib.
Hart krallte Emmanline ihre rechte Hand auf die Stelle, wo ihr Herz schlug, als sie somit ihr schmerzliches Leid lindern konnte, aber nichts konnte es vermindern. Sie krümmte sich qualvoll und rollte sich zu einer Kugel zusammen, w?hrend ihre wimmernden Laute über die Lippen kamen. Ein m?chtiges Zittern breitete sich in ihr aus und sie b?umte sich wieder auf, da sie sich vor Schmerzen auf dem Bett w?lzte und nicht wusste, wohin mit ihr. Erst nach unz?hligen Minuten rollte Emmanline sich auf ihren Bauch und da das Leiden nicht abschw?chte, krallte sie sich in die schwarzen Lacke des Bettes fest, um zu entkommen. Als sie entfliehen konnte und doch wusste, dass es keine Entrinnen gab. Zu viel Druck baut sich in ihrem K?rper auf, der sie zu zerrei?en droht. Emmanline versuchte, sich leicht aufzurichten, aber es war unm?glich. Ihr K?rper war ein einziger schmerzhafter Klumpen, worüber sie keine Funken Macht besa?. Sie spürte nur das qualvolle Ziehen ihres Herzens, das versuchte, das Leben zu erwachen. Ihr Herz wollte in ihr wieder neues Leben einhauchen und egal welche Qualen das für sie bedeutete. Irgendwann würde es vergehen, aber diese Prozedur dauerte seine Zeit. Viel zulange, denn jeder jetzige Herzschlag bereitete ihr ein unertr?gliches Elend vor. Es war wie ein fortbest?ndiger Folter.
Trotz dieser Qualen und endlosen Schmerzen, schrie und weinte Emmanline nicht. Das durfte sie nicht und hatte gelernt, dass solche Gefühle fehl am Platz waren. Emotionen würden nur noch zu mehr Leid führen, denn dies war nicht das erste Mal und würde auch nicht das letzte Mal gewesen, das sie diese Erfahrungen über sich ergehen lassen musste. Deswegen versuchte Emmanline sich zu erinnern, was geschehen war und wo sie sich genau befand. Vorsichtig versuchte sie, ihre Augen zu ?ffnen, aber schaffte es nicht richtig, weil sie sich anfühlten, als würden sie brennen. Nur ein kleiner Spalt schaffte sie zu ?ffnen, aber ihre Sicht verschwamm vor ihren Augen und die Schmerzen klangen einfach noch nicht ab.
Wann h?rte es endlich auf?
Ungeahnt, wie viel Zeit vergangen war, musste Emmanline sich dazu zwingen, ihr Umfeld wahrzunehmen. Ob sie es konnte oder nicht, sie musste. Sie konnte das, das wusste sie und weil sie es gelernt hatte in jeder Lage, einsatzbereit zu sein. Ihre Instinkte beharrten darauf und war ihr bester Lehrer. Erneut versuchte sie, sich zu erinnern, was geschehen war, und kleine Fetzen gelangten in ihrem vernebelten Verstand, der von schmerzhaften Attacken bombardiert wurden. Es dauerte eine Weile, bis sie gewisse Erinnerungen zurückbekam, aber alles rückte schlagartig in den Hintergrund. Ohne auf alles andere zu achten, riss Emmanline ihre silbernen Augen auf und starrte auf ihre ausgestreckten H?nde auf dem Bett. Sie leuchteten in einem sanften warmen wei?en Licht und sie wusste, das ihr ganzer K?rper davon betroffen war. Dieser Kontrast zu dem schwarzen Samt war enorm und strahlte umso deutlicher. L?hmend schnappte Emmanline nach Luft und hielt ihren Atem an.
This tale has been unlawfully lifted without the author's consent. Report any appearances on Amazon.
Nein, nein, nein, das darf nicht... sein, ergriff Panik ihr Innerstes und zitterte unkontrolliert am ganzen K?rper, w?hrend sie in Gedanken sprach. Entsetzen spiegelte sich auf ihren Gesichtszügen wider und für einen Augenblick verga? sie den qualvollen Schmerz, der sie peinigte. Emmanline musste das Leuchten um sie herum zum Ersticken bringen, bevor es jemand sah. Niemand durfte es sehen. Niemand durfte ihr Geheimnis, welches sie in sich verbarg, erfahren. Niemand durfte es sehen. Einfach niemand darf mich in diesem Zustand sehen, winselte sie in Gedanken und wiederholte es wie ein endloses Mantra. Niemand darf erfahren, wer sie in Wirklichkeit war, denn sonst würde es ihr Schicksal endgültig besiegeln. Das durfte einfach nicht passieren. Emmanline hatte es ihrer Mutter schw?ren müssen, dass keiner von ihrem Geheimnis erfuhr, weil sie sonst schutzlos war. Schlichtweg alles musste sie von sich verbergen und ihre Mutter hatte alles in ihrer Machtstehende versucht, um sie zu beschützen, weil sie wusste, welches Leben sie eines Tages erwarten würde. Letzten Endes mochte sie es nicht geschafft haben und bü?te ihr Leben ein, aber Emmanline k?mpfte darum, weil dieses Opfer und Gel?bnis nicht umsonst gewesen sein sollte.
Ich habe es bindend versprochen. Mama...
Ganz tief in ihrem Inneren grabend, suchte Emmanline nach ihrem T?uschungszauber, den sie um sich legen konnte. Dies sollte ihr Leuchten im Keim ersticken, der ein Teil ihrer selbst war. Diese Irreführung sollte ihr helfen und ihr Geheimnis vor allen anderen verbergen. Normalerweise schaltete sich dieser Zauber nicht von alleine aus und war eigentlich tief mit ihrem K?rper verankert. Wieso setzte er nach ihrem erneuten Tod einfach seine Funktion aus? Das kam noch nie vor. Selbst nicht nach ihrer Erweckung ins Leben. Emmanline mochte bisher Glück gehabt haben, das keiner sie dabei erwischte, aber dieses Glück würde sie nicht immer behalten. Eines Tages k?nnte sie es nicht mehr verbergen, sollte das ?fters passieren. Sie musste noch besser aufpassen und darauf achten, was in ihrem Inneren passierte. Es einfach besser kontrollieren, sodass das nie wieder geschah.
Endlich verschwand ihr warmes Leuchten, was Emmanline erleichtert aufseufzen lie?. Sie verankerte den Tarnungszauber solide, ohne das er sich wieder l?sen konnte. Doch sobald sie die Erleichterung spürte, kehrte ihr eigentliches Problem zurück und der leidvolle Schmerz rückte wieder in den Vordergrund, der sich wie erbarmungslose Klauen in sie bohrte. Wieder einmal wurde ihr K?rper mit heftigen Attacken von Leid erschüttert. Schwarze Punkte tauchten vor ihrem Sichtfeld auf. Ohne Laute über ihre Lippen zu bekommen, weil ihr alles im Halse stecken geblieben war, w?lzte sie sich auf dem Bett und kam der Bettkante immer n?her. Unbemerkt rollte sie über die Kante und landete hart auf dem steinigen Boden auf. Dieser Schmerz war nicht vergleichbar, mit dem sie zu k?mpfen hatte.
Bitte, es soll endlich... aufh?ren...
Leise wimmerte Emmanline, schloss ihre Augen und formte ihre K?rper wieder zu einer Kugel. Nur noch ein wenig musste sie aushalten, dann h?tte sie es geschafft. Wenn sie wüsste, würde sie gegen irgendeinen Gott beten und erh?ren, würde sie es tun, aber aus Erfahrung hatte sie gelernt. Keiner erh?rte sie und keiner nahm ihr diese Qual ab. Daher betete sie schon nicht mehr und hatte diese Hoffnung aufgegeben, weil sie für sich alleine war und k?mpfte. Emmanline konnte und durfte sich auf niemanden verlassen oder vertrauen, nur auf sich selbst.
Ihr K?rper zerrte stets mehr von ihrer Energie und verlangte nach einer Pause sowie Erholung. Ihr Verstand hielt es auch nicht viel l?nger aus und würde sich ausschalten, als w?re ein Selbstschutzmechanismus in ihr verankert. Es würde sie vor einem geistigen und k?rperlichen Schaden schützen. Von ganz alleine würde er sich das holen, was er brauchte. N?mlich Ruhe und danach würde erst alles vorbei sein.
Danach sehnte sich Emmanline sehnsuchtsvoll und konnte es kaum abwarten, dass sie in diesem Zustand fiel, was einer Ohnmacht gleichkam.

