?Da etwas stimmt nicht. Das kann nicht sein. Sie sollte hier sein und auf mich warten“, meinte Lucien mehr zu sich selbst, als das er es zu seiner Schwester sagte. Aber das konnte überhaupt nicht sein. Keinen Herzschlag und nur ein minimaler Duft dieser Elfe, der wie ein Nachhall in der Luft lag. Würde Lucien ihren Geruch nicht kennen, h?tte er ihn auch nicht mehr wahrnehmen k?nnen. Das konnte nur eines bedeuten... War sie ihm etwa schon wieder entkommen?
?Sie?“, fragte Ruby irritiert nach.
?Verflucht, wie stellt sie das nur an?“, knurrte Lucien frustriert und stürmte in seine dunkle H?hle, ohne sich zu scheren, dass er seine Schwester stehen lie?, oder das er nackt durch die Gegend lief. Wie oft war er jetzt eigentlich wie ein Wahnsinniger durch deine H?hle gestürmt? Viel zu oft, wenn jemand seine Meinung fragt. Diese Frau trieb ihn in den Wahnsinn und sollte Lucien sie erwischen und einfangen, würde er sie ordentlich bestrafen.
?Hey, was ist denn los, Lucien? Bleib doch mal stehen“, folgte Ruby ihm im schnellen Tempo. Wie ein Sturm braute Lucien durch seine G?nge und fand den Weg schlafend durch sein Labyrinth, als er in seinem Schlafbereich ankam. Was er dann sah, entsetzte ihn zutiefst. Ruckartig blieb er stehen und erstarrte. Seine goldenen Augen waren weitaufgerissen, die sich vor Schock in seine r?tliche F?rbung zurück verwandelten. Sein Drache zog sich wimmernd zurück, bei diesem Bild, was sich ihm bot. Die Elfe war nicht abgehauen, sondern sie lag noch immer auf seinem riesigen Bett angekettet. Sie war noch genauso, wie er sie zurückgelassen hatte. Lucien konnte seinen Blick nicht von diesem erschreckenden Bild abwenden. Ruby konnte offensichtlich ihr Tempo nicht mehr drosseln und rannte mit voller Wucht in seinen Rücken rein, aber Lucien war wie ein Fels in der Brandung, was sie auf ihren nackten Hinterteil bef?rderte. Kein Scham besa?, wie sie ihre intimsten Stellen pr?sentierte. ?Aua, wieso bleibst du pl?tzlich stehen?“, jammerte seine Schwester kl?glich auf. ?Was ist denn da?“, die Neugierde siegt über den Schmerz, stand sie vom steinigen Boden auf und schielte um ihn herum. Anscheinend hielt Ruby ebenfalls ihre Luft an, als sie die Elfe erblickte.
Keine Sekunde verschwendete Lucien mehr und ging mit gro?en Schritten auf sein Bett zu, w?hrend er Unmengen an Flüche ausstie?. Je mehr er sein Geh?r verst?rkte, umso mehr nahm er seinen eigenen donnernden Herzschlag wahr, als der ihren. Wieso nicht? Sie sollten hier liegen und lebend vorfinden. Auch seine Augen konnten keine Bewegung ihres Brustkorbes wahrnehmen.
Sie ist... tot?
?Wie konnte das nur passieren?“, schrie Lucien verzweifelt auf und sein Drache brüllte innerlich klagend, als würde er trauern. Er rüttelte an ihren Schultern und befahl ihr, sie solle mit dem Unsinn aufh?ren. Sie sollten ihre Augen ?ffnen, aber nichts geschah.
Lucien setzte sich auf sein Bett und zog die Elfe behutsam auf seinen Scho?. Die eisernen klirrenden Ketten waren lang genug, sodass er genug Spielraum hatte. Sanft legte er ihren Kopf in ihren Nacken und streichelte ihr schneewei?es Haar aus ihrem zarten Gesicht. Dabei berührte er eine ihrer spitzen Ohren. Er realisierte es einfach nicht und ein fremdartiges Gefühl stieg in ihm auf, je l?nger Lucien auf sie hinabschaute. Wie schlaff sie in seinen Armen lag, zerrte an seinem Inneren. Leicht fing sein K?rper an zu zittern und das sicher nicht, weil er fror. Er war ein verdammter Feuerdrache. Aber es war auch nicht seine Wut, die ihn sonst übermannte. Was passierte hier gerade? War hier jemand gewesen und hatte sie angegriffen? Nein, er konnte keine fremdartigen Gerüche wahrnehmen und sie wirkte unverletzt. Oder hatte sie sich selbst umgebracht, weil er sie derma?en erniedrigt und eingepfercht hatte?
Ohne es zu ahnen, strich Lucien mit seinen Fingerrücken hauchzart über ihre Wangen, als k?nnte er sie weiter zerbrechen und starrte die Elfe weiter entsetzt an, weil sein Verstand es nicht begreifen konnte. Oder viel mehr fühlte er sich gehetzt und hilflos. Sein Drache verhielt sich auch unnatürlich und nicht wie sonst. Er musste zu klarem Verstand kommen und richtig nachdenken. Was gab es noch für M?glichkeiten? Er akzeptierte nicht, dass sie leblos in seinen Armen lag. Die Elfe war verdammt bleich. Kreidebleich und ihre dünnen blauen Adern zeichneten sich unter ihrer dünnen hellen Haut ab. Sie war auch kalt. Eiskalt, als steckte kein Fünkchen W?rme mehr in ihr. Wie lange lag sie hier schon in diesem Zustand? War es seine Schuld gewesen?
Ich begreife es ehrlich gesagt nicht.
?Was hast du mit ihr gemacht?“, h?rte Lucien in weiter Ferne die anklagende Stimme seiner Schwester, als Ruby an sein Bett herangetreten war.
?Halte kurz den Mund, ich denke nach“, knurrte Lucien sie mahnend an. Was konnte er noch in solch einer Situation tun? Wie ein Blitz schoss es durch seinen Kopf und langsam kl?rte sich sein Verstand. Ihm fiel etwas ein und vorsichtig legte er sie wieder auf seine Schlafst?tte zurück. Danach rannte er erneut wie ein Irrer durch seine H?hle und direkt in seine Schatzkammer, wo er Unz?hlige seiner Sch?tze gehortet hatte. ?Wo verdammt nochmal war es?“, fluchte Lucien und dann fand er das, was er verzweifelt gesucht hatte. Es war ein handgro?er Stein und bekannt unter den Namen Adulareszenz.
Adulareszenz war vielleicht kein Wort, was sich jemand leicht merken konnte, aber zumindest war der Effekt leicht zu erkennen. Ihr fast neblig bl?ulich schimmerndes Licht, das ihre Oberfl?che umhüllte, machte ihn zu einen magischen Mondstein. Diese Edelsteine verwendeten die Elfen, weil sie in diesen klaren Steinen ihre Lebensmagie speichern konnten. Besonders in N?chten, w?hrend der Vollmond aktiv war, war ihre heilende und lebensspendende Kraft am st?rksten. Daher trug jede Elfe eine dieser Mondsteine, der ihnen mehr Macht und Lebendigkeit verlieh.
Also dann war das doch kein Problem, es bei dieser Frau zu versuchen, oder? Schlie?lich war sie zum Teil eine Elfe und es musste dann wirken. Lucien war nun wieder voller Zuversicht und begab sich zurück in sein Schlafbereich, wo Ruby ebenfalls auf ihn gewartet hatte. Lucien setzte sich wieder an seinem Bett nieder und hielt den Mondstein in seiner Hand.
?Ist das ein Adulareszenz? Wo hast du den denn her? Ich habe schon viele Geschichte über diese Mondsteine geh?rt, aber noch nie einen zu Gesicht bekommen. Die Elfen haben sie stets gut verborgen gehalten. Der ist wundersch?n“, sprach der Drache aus Ruby und konnte der Sch?nheit nicht widerstehen. Ihre Augen wurden immer gr??er vor Sehnsucht, weil sie selbst diesen Stein besitzen wollte, und da kam die Gier ihrer Bestie hervor.
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Lucien knurrte besitzergreifend, aber sein Blick blieb auf die tote Elfe gerichtet. Wieso reagierte er derma?en gereizt? War es wegen dieses Mondsteins oder war es doch etwas anderes? ?Verschwinde, Ruby“, murrte Lucien und dachte darüber nach, wie er den Stein nun anwenden sollte. Elfen hatten diesen immer um ihren Hals, damit er sich nahe an ihrem Herzen befand. Logisch, wenn er bedachte, woher diese Lebensenergie in diesem Stein herkam. Daher legte Lucien den Mondstein auf ihren Oberk?rper zwischen ihren Brüsten. Es musste funktionieren und ihm blieb nichts anderes übrig, als zu warten. Noch geschah nichts und seine Stirn runzelte sich leicht. Musste er doch etwas tun und irgendeinen Spruch sagen, damit es wirkte? Kurze Zeit sp?ter fing der Mondstein in einem funkelnden Licht zu leuchten an. Es erhellte sich weiter, als würde nun das Mondlicht seine H?hle jetzt erleuchten. Ein magischer Anblick, was ihn und seine Schwester in einen hypnotischen Bann zog. Es funktioniert, dachte Lucien sich erfreut, aber dann geschah etwas Unerwartetes und er wusste sofort, hier stimmte eindeutig irgendwas nicht. Von einem hellen glei?enden Licht verf?rbte sich der Mondstein blutrot. Keine Sekunde sp?ter zersprang der Edelstein in tausende von Splittern.
?Nein...“, brüllte Lucien verzweifelt seine H?hle lautstark zusammen und alles erzitterte von seiner Macht, was kleine Steine und Staub nieder rieseln lie?. Seine unb?ndige Wut und die Frustration der Hilflosigkeit hatte ihn gepackt. Noch nie hatte er davon geh?rt, dass jemand solch einen m?chtigen Mondstein zerst?ren konnte. Am liebsten würde er alles zertrümmern und bebend stand er vor Zorn auf.
?Vielleicht war der Adulareszenz ein F?lschung“, meinte Ruby neben ihm, weil sie irritiert neben ihm stand. Sie hielt Abstand und es w?re jetzt wirklich unklug ihn weiter zu reizen.
?Erz?hle keinen Unsinn, Ruby. Solche Mondsteine kann keiner f?lschen, weil es durch die Lebenskraft der Elfe unm?glich macht“, wandte Lucien sich mit glühend goldenen Augen an sie. Sein Drache stand kurz vor einem Ausbruch, weil er alles und jeden, der ihm über den Weg lief, vernichten wollte. ?Nun verschwinde. Du st?rst mich hier“, brüllte Lucien und sandte ihr einen drohenden Blick auf seine Schwester mit ihren feuerroten Haaren. Er brauchte jetzt seine Ruhe, ansonsten würde er etwas tun, was er sich niemals verzeihen k?nnte.
Ruby knurrte. ?Brüll mich nicht an“, brüllte sie voller Erwiderung zurück und ihr Drache zeigte sich. ?Was kann ich dafür, wenn diese Elfe in deiner Obhut verendet?“, zeigte sie auf die Frau in seinem Bett und dann auf ihn, als w?re es eine Anklage, die ihn treffen sollte.
?Wage es ja nicht, Ruby. überspanne nicht deinen Bogen. Verschwinde einfach, bevor ich mich tats?chlich vergesse“, kam Lucien einen unheildrohenden Schritt n?her, w?hrend sie einen zurücktrat. Lucien wusste, es war unfair gegenüber seiner Schwester und das sie dafür nichts konnte, aber sein Drache benebelte seine Vernunft.
Ihre Augen glühten ihn mit glühenden blutroten Augen an und keiner interessierte sich, wie entbl??t sie voreinander standen. Sie verdeckte nicht ihre Brüste oder ihre intimste Stelle zwischen ihren Beinen. Auch Lucien interessierte es nicht, wenn sein Schwanz vor anderen pr?sentiert wurde. Sie wurde so aufgezogen, dass sie keine Scham dabei empfanden. ?Sch?n, ich werde verschwinden und du kommst wieder runter. Aber melde dich nicht eher, bis du wieder klar bei Verstand bist“, fauchte Ruby ihn an und brauste in Sekunden von Bruchteilen davon, was ihn alleine zurücklie?.
Lucien stand eine ganze Weile wie eine Statue an Ort und Stelle, w?hrend er seine Gedanken ordnete. Er versuchte, seinen unermesslichen Zorn unter Kontrolle zubringen und es klappte zu einem gewissen Grad. Fahrig k?mmte er mit seinen Fingern durch sein schwarzes schulterlanges Haar. Sein Herz schlug schwer in seiner Brust, als sich sein Blick auf die Elfe richtete, die noch immer ohne jeglichen Funken Leben im Leib dalag. Wenn es wirklich seine Schuld war, dann war es mit Sicherheit nicht seine Absicht gewesen. Verflucht, nein. Lucien wollte mit ihr spielen und ihr noch vieles mehr entlocken. Er wollte ihr tiefes Geheimnis entlocken und herausfinden, was ihn magisch zu ihr hinzog und reizte. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, verspürte er eine gewisse Vorfreude, wenn er an die Elfe gedacht hatte und sobald er sie wieder sah. Alles in ihm hatte angefangen zu kribbeln.
Am Bett zurückgekehrt, setzte er sich wieder auf die Bettkante und konnte seinen Augen nicht von ihr abwenden. Erneut musst Lucien sie berühren und fuhr z?rtlich mit seinen Fingern über ihre Wange. Je l?nger er sie betrachtete, umso mehr bewunderte er ihre Sch?nheit. Sie wirkte zerbrechlich und ein unglaublicher Beschützerinstinkt dr?ngte sich in ihm empor. Doch dafür war es zu sp?t und genau das war auch ein Punkt, was ihn so empfindlich wütend machte. Ihr wei?es Haar lag wie frisch gefallener Schnee auf seinem schwarzen bezogenen Bett. Er k?nnte glauben, würde er es stets berühren, würde es in seinen Fingern anfangen zu schmelzen, aber die Weichheit lie? seinen Drachen nur schnurren, weil es ihm gefiel. Nein, sein Drache liebte es.
Seine gr??te Trauer lag aber darin, weil Lucien nicht mehr in ihre einzigartigen silbrigen Augen blicken durfte. Sie waren wie das Silber in einer n?chtlichen Nacht, w?hrend sich das Mondlicht auf dem Wasser spiegelte. Entt?uschung und ein tiefer Verlust machte sich in ihm breit, was sich schwer in seiner Brust verbreitete.
Doch ich komme zu sp?t, um all das richtig zu sehen.
Also brachte es ihm überhaupt nichts, darüber nachzudenken, was er unglaublich gerne mit ihr angestellt h?tte. Wie er sie berührte, und sie zu betrachten. Dinge von ihr herauszufinden, was sie lieben k?nnte. Oder von ihr Ger?usche zu entlocken, w?hrend er sie an sich zog und in ihr ein sehnsuchtsvolles Verlangen schürte. Ihr K?rper passte sich seinem K?rper perfekt an und selbst wenn Lucien Küsse von ihr raubte, sodass sie atemlos von ihm war. Es hatte ihn verrückt gemacht und er hatte sich magnetisch zu ihr hingezogen gefühlt, wie zuvor noch zu keiner anderen Frau. Sein Drache hatte auch nach dieser N?he gebrüllt und wollte sein Verlangen zu dieser Elfe stillen. Es tobte immer noch in ihm, wie ein lodernder Vulkan der Lust und Intensit?t.
?Verflucht, h?r auf damit, das ist idiotisch...“, knurrte Lucien ermahnend zu sich selbst, weil es an seinen eigenen Verstand gerichtet war. Gerade noch eben tadelte er zu sich selbst, es brachte nichts, weiter darüber nachzudenken. Es machte keinen Sinn mehr. Er musste lernen, das zu akzeptieren und das diese Elfe für ihn unerreichbar geworden war. Sie war fort. Es war zu sp?t und seine Dummheit und Leichtsinn war die Strafe dafür.
Also Schluss damit.
Lucien wollte sich gerade wieder erheben, als er aus seinem Augenwinkel die Fesseln an ihren Handgelenken bemerkte. Noch immer trug sie diese aus Eisen und er beschloss sie zu l?sen, denn sie waren nicht mehr von N?ten. An das Wort Abhauen brauchte Lucien nicht mehr zu denken. Rein logisch unm?glich.
Abermals flammte sein inneres Feuer vor Wut auf und schoss wie pures Geschenk durch seine Adern. Wutentbrannt l?ste Lucien die Eisenfesseln und schleuderte mit solcher Gewalt gegen die n?chste Felswand, die mit einem überlauten klirrenden Aufprall aufkam. Das Donnern hallte durch den stillen Raum und sein schnaufender Atem spiegelte seinen Groll wider, wie er darüber empfand. Eigentlich sollte es ihm eine Genugtuung geben, aber es befriedigte ihn überhaupt nicht. Erst ab da ging Lucien, weil er nicht l?nger in diesem Raum verweilen konnte. Nicht jetzt und nicht mehr bei diesem Anblick dieser Frau, wie sie leblos in seinem Bett lag. Er muss auf die Jagd und sein Drache braucht es für seine Aggression. Er war voller Aufruhr und er musste sich jetzt an den Rand seiner Grenzen bringen, damit sich seine Wut und sein Frust im Inneren aufl?ste.

