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Band 25

  Szeneanfang:

  Antara ist von hinten mit Meneor auf den Armen zu sehen, wie sie mit hundert Stundenkilometern auf die weiter vorne sichtbaren Essplantagen der Genvilles zurennt und ruft: "Vooortraaag!"

  Etwa zehn Meter vor dem Rand der Plantage setzt sie Meneor auf die Füsse ...

  ... und hockt sich erwartungsvoll vor ihm in den Sand.

  Von allen Seiten kommen die Kampforganismen mit Held, die Natürlichen, die Nutzwesen mit Piri und die Genvilles herbeigeeilt, ...

  ... um sich neben und hinter Antara zu sammeln. Nur Aladan und Estragon betrachten sich Meneor aus der N?he, der blicklos zum Horizont hinter den Plantagen schaut.

  Aladan, neugierig zu Meneor: "Was hast du?"

  Meneor, wie oben: "Stomps."

  Aladan, sich wie ein nachdenklicher Arzt das Kinn streichelnd: "Sind das Darmparasiten?"

  Estragon be?ugt interessiert Meneors Bauchgegend.

  Meneor, wie oben: "Ungef?hr ein Kilometer."

  Estragon, mit verblüfftem Blick auf Meneors Bauch: "Was?! Du hast ein Stomp von einem Kilometer L?nge in deinem Darm?"

  Meneor, wie oben: "Sie werden alles klein machen."

  Estragon, Meneors Blick folgend, mit aufkeimendem Unbehagen: "Ich glaube, das spricht nicht von seinem Darm."

  Mittlerweile schauen alle dorthin, wo die Stomps herkommen sollen, ohne etwas wahrzunehmen. Sie h?ren Meneors Stimme: "Ihr braucht kein Angst zu haben. Sucht einfach das Zwischenlinie."

  Iris, verwirrt: "Was denn für eine Zwischenlinie?"

  Pferdchen: "Denk dir ein Linie zwischen ihren Beinen. Bleib immer auf diesem Linie, indem du links und rechts gehst ... Dann überlebst du."

  Aladan, angeekelt: "O Abscheu, was haben denn diese Viecher für ein Linie zwischen den Beinen?"

  Doch in der allgemeinen Angespanntheit findet Aladans Scherz keine Beachtung, ausser bei Wagon, die ihm einen lachenden Blick zuwirft.

  Eine dr?hnende Staubwolke n?hert sich.

  Giftstrauss, zu dem auf ihm sitzenden Held: "Halt dich gut fest, Chief."

  Unwillkürlich krallt Held seine H?nde in das Gefieder von Giftstrauss.

  Die Erde bebt, was ziemliches Erschrecken ausl?st.

  Die vordersten Stomps werden sichtbar. Vier Meter hoch, haben sie einen flachen, kopflosen Leib, an dem seitw?rts zwei kr?ftige Beine angewachsen sind, welche in gewaltigen, gepanzerten Füssen enden, von denen jeder mindestens eine Tonne zu wiegen scheint.

  Mit fünfzig Stundenkilometern stampfen sie unter dr?hnendem 'Stomp, Stomp, Stomp' auf das verlorene H?ufchen zu, wobei die liebevoll angelegte Plantage in Grund und Boden gestampft wird.

  Meneor ruft: "VERTEILT EUCH UND SUCHT DAS ZWISCHENLINIE!"

  Das Trüppchen stiebt auseinander, nur Martin bleibt stehen und schaut hilflos auf Tanja, ...

  ... die, starr vor Angst, ihren Blick nicht von der heranrasenden Herde l?sen kann.

  Wagon packt Hisch am Arm und zeigt auf das hilflose Paar.

  Ohne zu z?gern spurten die beiden Frauen los.

  Hisch wird erneut am Arm gepackt und zurückgehalten.

  Verwirrt schaut sie sich um und sieht Lara an sich vorbei stürzen.

  Lara l?dt sich Martin auf die Arme, Wagon Tanja.

  Hisch geht ein Licht auf und mit verschmitztem L?cheln suchen ihre Augen Ewald.

  Ewald ist verblüfft, wie er pl?tzlich auf Hischs Armen liegt und sie sagen h?rt: "Es ist sch?n, dich in den Armen zu haben."

  Hisch, mit Blick auf die heranstürmenden Stomps: "Bloss schade, dass es hier so laut ist."

  Lara, l?chelnd zu dem auf ihren Armen liegenden Martin: "Es ist sch?n, dich in den Armen zu haben."

  Martin l?chelt gequ?lt.

  Wie Wagon Hisch und Lara beobachtet, ...

  ... drückt sie Estragon Tanja in die Arme ...

  ... und schnappt sich den verblüfften Yon.

  Wagon, mit l?chelndem Augenzwinkern zu Yon: "Es ist sch?n, dich in meinen Armen zu haben."

  Yon schaut drein, als habe ihn eben jemand frisch gewickelt.

  Estragon, mit klopfendem Herzen: "Ach Tanja, nun darf ich dich endlich in den Armen halten."

  Tanja, mit Angst starrem Blick auf die nun schon bedrohlich nahen Stomps: "Viele Hundilein."

  Auch Estragon begreift nun schlagartig den Ernst der Lage und sein Herz klopft jetzt aus einem anderen Grund.

  Iris, stampfend und schreiend wie ein verw?hntes G?r: "Und mich rettet niemand!"

  Dadurch achtet sie nicht auf das Stomp, das geradewegs auf sie zurast.

  Starr vor Schreck sieht Iris, wie ihr Himmel pl?tzlich von einem riesigen Fuss verdeckt ist.

  Ein Schatten huscht herbei und reisst sie von den Beinen, ...

  ... weit genug, dass der Stompfuss Zentimeter dicht neben ihren und Meneors Füssen auf den Boden donnert.

  Meneor, der die schreckensstarre Iris fest umarmt, bleibt keine Zeit zum Aufstehen, schon rast das n?chste Stomp auf die beiden zu.

  Meneor denkt sich eine Zwischenlinie zwischen den Füssen des Monsters ...

  ... und rollt sich mit Iris in Position.

  Wieder verfehlt der Fuss sie um Zentimeter.

  Aladan sieht Antara mit geschlossenen Augen dastehen, als gingen die auf sie zurasenden Stomps sie nichts an.

  Erschrocken will Aladan sie mit einem Zuruf warnen, da verschliesst eine Hand seinen Mund ...

  ... und Chromos 5 ruft ihm durch den Stompl?rm ins Ohr: "Lass es, sonst ist es tot!"

  Aladan macht grosse, verblüffte Augen.

  Chromos 5 fasst Aladan bei der Hand, fixiert eine gebogene Zwischenlinie, die zwischen dem Stomp, das eben an ihnen vorbeirast, und dem folgenden hindurch führt, und ruft, auf die gedachte Linie zeigend: "Lass uns dem Zwischenlinie folgen!"

  Vom Anblick des auf sie zurasenden Stomps v?llig von Chromos 5s Vorschlag überzeugt, rennt Aladan an der Hand von Chromos 5 die Zwischenlinie entlang.

  Prompt geraten sie vor die n?chsten Monster.

  Rasch fixiert Aladan eine Zwischenlinie auf der einen Seite des auf sie zurasenden Stomps und Chromos 5 tut dasselbe auf der anderen Seite.

  Wie sie unkoordiniert auseinander stieben, ohne ihre H?nde loszulassen, ...

  ... werden sie unsanft zurück gerissen ...

  ... und stehen nun bedeppert vor dem Stomp, welches sie gleich zertreten wird.

  In letzter Zehntelsekunde flüchten sie sich gegenseitig in die Arme, ...

  ... sodass sie nun eng umschlungen mit schicksalsergebenem Schreckblick zwischen den vorbei sausenden Beinen des Stomps stehen.

  Antara steht da mit angewinkelten Armen und nach vorn (gegen die Stomps) gerichteten Handfl?chen. Ihre Augen sind geschlossen. Ihr Gesicht und ihre Haltung strahlen v?llige Konzentration aus.

  Die Welt aus Antaras Feldsinnsicht ist ein wildes Durchdringen und überlagern von Kraftfeldern, bei dem die heranstürmenden Stomps und die Erdkruste einen energetischen Schwerpunkt bilden in einer Suppe aus Erdmagnetismus und -gravitation, Atmosph?renbestandteilen und Strahlungen aus dem All. Gleichzeitig ist der ganze Raum gleichm?ssig erfüllt von Schneller Energie, die einfach da ist wie ein ruhender Kontrapunkt zu den Verwerfungen der Langsamen Energie.

  Antara konzentriert sich auf das Energiebündel des auf sie zurasenden Stomps ...

  ... und sagt in ihren Gedanken: 'Wandle dich in Schnelles Energie!'

  Das Energiebündel des Stomps platzt auf ...

  ... und wird in einer Unendlichstelsekunde Teil der Schnellen Energie.

  Von aussen gesehen, steht Antara immer noch da wie vorher, w?hrend das n?chste Stomp auf sie zurast ...

  ... und sich, dicht vor Antara, pl?tzlich in nichts aufl?st. V?llig fasziniert beobachten Yon und Wagon das Ph?nomen ...

  ... und vergessen dadurch einen Moment, dass auch sie im Trampelweg eines Stomps stehen, ...

  ... bis Yon die Gefahr realisiert und erschrocken ruft: "Wagon!"

  Wagons Kopf zuckt in Richtung Gefahr.

  Für eine Zehntelsekunde verwandelt Wagon sich in einen Hochleistungsrechner, denkt 'Zwischenlinie' und zieht im Geiste eine Kurve zwischen den Stomps, ...

  ... um sich dann mit traumhafter Sicherheit auf dieser Kurve mit links- und Rechtssprüngen zu bewegen und der Gefahr auszuweichen.

  Die Stompherde ist von hinten zu sehen, wie sie mit ihrer grossen Staubwolke davon stürmt. Verschmutzt vom Staub, gezeichnet vom Schrecken, stehen die Genvilles und ihre Begleitung wortlos da und starren dem Ph?nomen nach. Das Witzige daran ist, dass alle noch jene Stellung einhalten, mit der sie sich gerettet haben. Als h?tte ein Dornr?schenschlaf sie gebannt. So liegt Iris noch in Meneors Armen am Boden, Aladan und Chomos 5 umarmen sich etc.

  Da sagt Aladan in die Stille, ohne eine Miene zu verziehen: "Ich liebe Stomps."

  Estragon, mit Tanja in den Armen, ebenfalls ohne Mienenspiel: "Gegrillt oder gekocht?"

  Tanja, mit Blick auf die Stomps: "Hundilein sind laut."

  Alle fahren herum, wie Iris in voller Lautst?rke schreit: "H?r auf an mir rumzutatschen, du Sexmonster!"

  Die Spannung l?st sich auf in Gel?chter und Grinsen. Iris befreit sich zickig aus Meneors Umarmung.

  Meer kommentiert die Situation mit feinem L?cheln: "Alles wieder normal."

  Ewald, mit begütigender Geste auf die den Staub abklopfende Iris zugehend, l?chelnd: "Du solltest deinem Retter lieber danken, statt ihn zu beschimpfen."

  Iris, bissig: "Du hast dich natürlich gern an den Busen deiner Tussi gedrückt."

  Ewald, l?chelnd: "Erstens hast du gar nichts gesehen, weil du mit Meneor eine Art Paarungsrollen veranstaltet hast ..."

  Ewald, beeindruckt: "... und zweitens hat Hisch mich an ihren Busen gedrückt. Und wenn die zudrückt ... Mann, da geht der Saft raus!"

  Iris, ?tzend freundlich: "Dann solltest du dir von ihr mal deinen Kleinen drücken lassen. Vielleicht kommt da ja auch was raus ..."

  Iris, mit trügerischer Freundlichkeit, kurz vor der Explosion: "... Und was das 'Paarungsrollen' anbelangt ..."

  Iris, explodierend: "DU BIST GEFEUERT!"

  Ewald zieht ein Schicksal ergebenes, leidendes Gesicht.

  Piri betrachtet auf Trage betrübt die verwüstete Plantage.

  Ihr Gesicht hellt sich auf und sie sagt: "Lasst uns ein richtiges Siedlung bauen mit sch?nen H?usern für die Dorfleute und viel zu essen für das Pilzwesen."

  Antara, dunkel: "Die Dorfleute werden nicht zurückkommen."

  Chromos 5: "Wer kann das wissen?"

  Wagon, tatendurstig: "Wir wollen das Planet wieder bewohnbar machen. Und dazu geh?ren auch H?user, egal was sie nutzt."

  Aladan, mit schmerzlich verzogenem Gesicht: "Aber so viel Arbeit ..."

  Aladan, sich auf alle Viere niederlassend: "Ich bin lieber ein Stomp, dann muss ich nicht arbeiten."

  Die Umstehenden sind verblüfft.

  Aladan, sich wie ein Stomp vorw?rts bewegend: "Uaua, stomp, stomp! Uaua, stomp, stomp!"

  Grinsend lassen sich die Genvilles auf alle Viere nieder ...

  ... und alle machen 'Uaua, stomp, stomp!', was ziemlich irrenhausm?ssig aussieht. Iris ist indigniert. Ewald amüsiert sich k?stlich. Yon l?chelt. Meer lacht schallend. Tanja kommentiert: "Hundilein und Katzilein spielen sch?n."

  Szeneanfang:

  Die Genvilles haben mit ihren eigenen H?usern eine wundersch?ne Siedlung inmitten eines riesigen paradiesischen Essgartens geschaffen.

  Am Rande des Essgartens erprobt Piri, unter dem fr?hlichen Applaus der Genvilles, ihren neu gewachsenen K?rper mit Radschlagen und Saltos.

  Nach einem mehrfachen Salto landet Piri strahlend vor Meneor.

  Meneor, l?chelnd: "Ich habe ein Geschenk für dich."

  Grosses Erstaunen bei den Umstehenden.

  Aladan, mit sp?ttischem Erstaunen: "Woher kennt Meneor dieses Wort?"

  Iris, geringsch?tzig: "Der Krieger versucht sich als Kavalier."

  Hisch, in merkwürdigem Einklang mit Iris ebenso geringsch?tzig: "Mach dir kein Hoffnung, Iris, das wird wieder so ein oberfaules Meneor-Witz."

  Piri, l?chelnd:

  "Lass nicht von dem D?monenbrut

  dir rauben des Geschenkes Glut.

  Das Pferd des Freude lass uns reiten,

  mit Mut für unser Glück zu streiten."

  Meneor, verblüfft: "Woher hast du das gewusst?"

  Nun ist Piri auch verdutzt, w?hrend sie sich von dem immer noch verblüfften Meneor an der Hand führen l?sst.

  Von den Zuschauenden aus gesehen, stehen Piri und Meneor etwas weiter draussen in der Wüste.

  Wieder nah an den beiden. Meneor hat die Augen geschlossen, den Kopf gesenkt und konzentriert sich.

  Der Sand unter ihren Füssen f?ngt an, emporzuwachsen. Rasch ergreift Meneor Piris Hand und sagt: "Wenn ich es sage, musst du abspringen."

  Piri schaut ihn verst?ndnislos an.

  Eine Pilzwesens?ule w?chst schnell aus dem Boden und stemmt die beiden hoch. Piri ist es nicht geheuer.

  Nach fünf Metern h?rt das Wachstum auf.

  Wie eine weiche Nudel beginnt die S?ule nach hinten abzuknicken, wobei die Stehfl?che waagrecht bleibt.

  Die S?ule ist so weit gebogen, dass die Stehfl?che kaum noch einen Meter über Boden liegt.

  Schnell richtet sich die S?ule wieder auf, die Stehfl?che so weit nach vorne kippend, dass Meneor und Piri durch die Beschleunigung nicht abrutschen.

  Wie die Bewegung der S?ule in der Senkrechten angekommen ist, ruft Meneor: "Spring!"

  Piri, die nicht weiss, wie ihr geschieht, tut, wie ihr geheissen. Auch Meneor springt ...

  ... und beide werden durch die kombinierte Kraft von S?ulenkatapult und Beinmuskeln ein betr?chtliches Stück nach vorn geschleudert.

  Mit grossen, erschrockenen Augen sieht Piri die unsanfte Landung auf dem Wüstenboden auf sich zukommen.

  Eine zweite S?ule schiesst aus dem Boden, ...

  ... knickt sich Schlangen gleich nach hinten ab ...

  ... und f?ngt den Flug der beiden mit ihrer Stehfl?che ab, ...

  ... nur, um sie sogleich weiter zu katapultieren.

  Piri begreift. Und im Flug, mit wehendem Haar, beginnt ihr Gesicht zu strahlen.

  Ziemlich verblüfft verfolgen die Zuschauenden, wie die beiden im Affentempo durch die Wüste fliegen, in einem weiten Bogen, ...

  ... der sie an den Zuschauenden vorbeiführt, wobei Piri fr?hlich ruft: "Wir reiten das Pilzwesen!"

  Als habe dieser Ruf den Bann der Verblüffung gel?st, ruft Aladan: "Ich will auch!"

  Aladan und Estragon rennen hinaus, gefolgt von den übrigen Schwestern. Chromos 5 z?gert noch, ...

  ... rennt aber bald hinterher.

  Da bleibt Aladan stehen ...

  ... und alle versammeln sich erwartungsvoll um ihn.

  Aladan, ratlos: "Aber wie geht das?"

  Wagon: "Konzentriere dich darauf, was du willst damit es das Pilzwesen in deinem Hirn lesen kann."

  Estragon, mit gespielten Ernst: "Da siehst du, wie schlicht dein Gemüt ist, wenn sogar ein Pilz in dir lesen kann."

  Kichern und Lachen.

  Aladan, belehrend: "Du siehst das falsch. Mein Geist ist so faszinierend, dass sogar Pilze in ihm lesen wollen."

  Kichern und Lachen.

  Hisch, grimmig: "Wollt ihr Witzfiguren das Pilzwesen reiten oder ein Scherzkeks backen?"

  Kichern und Lachen.

  Aladan mit geschlossenen Augen, konzentriert, die Handfl?chen beschw?rend auf den Boden gerichtet. Spannung bei den Zuschauenden, ...

  ... die noch w?chst, wie eine Pilzs?ule in ihrer Mitte emporw?chst.

  Auf Hüfth?he formt sich auf der S?ule eine Schale, die sich mit Wasser füllt. Das haut die Zuschauenden von den Beinen.

  Konsterniert betrachtet Aladan sein Werk, ...

  ... um sofort in die Haltung des herablassenden Meisters zu wechseln: "Das kommt dabei heraus, wenn das Arbeit des Meisters durch ein unwürdiges Publikum gest?rt wird."

  Kichern und Lachen.

  Lara nimmt Aladan bei der Hand, zieht ihn etwas abseits und sagt l?chelnd: "Komm, liebes Aladan, lass uns das Arena des Jammers verlassen und auf jungfr?ulichem Gebiet ein Neuanfang wagen."

  Kaum beginnt Lara sich zu konzentrieren, ...

  ... werden die beiden hochgehoben ...

  ... und reiten das Pilzwesen.

  Nun sind die anderen nicht mehr zu halten. Paarweise, Wagon mit Estragon und Hisch mit Chromos 5, stieben sie auseinander, damit sie sich nicht im Weg sind.

  Vier Paar reiten jetzt das Pilzwesen, wobei noch eine gewissen ?ngstlichkeit vorherrscht, ...

  ... die aber bald in jauchzende Begeisterung umschl?gt.

  Ewald und Meer betrachten das Treiben fasziniert. Iris, kopfschüttelnd: "Was für ein Kindergarten."

  Ewald, losrennend, übermütig: "Ich will auch in den Kindergarten!"

  Meer stoppt ihn mit dem Warnruf: "Tu's nicht! Dein K?rper h?lt diese Beschleunigungskr?fte nicht aus!"

  Entt?uscht trottet Ewald zurück. Meer beobachtet ihn und sagt, sich mit sadistischem L?cheln das Kinn streichelnd: "Obwohl ... Geh ruhig ... Der Anblick deiner gesplitterten Knochen, die überall aus dem Fleisch ragen, k?nnte mich erfreuen."

  Iris betrachtet Meer mit einem angewiderten Blick und sagt: "Du bist verabscheuungswürdig."

  Meer spielt mit leidvollem, nach oben gerichtetem Blick und theatralisch an die Brust gelegten H?nden den zerknirschten: "Du hast Recht. Das Leben hat es nicht gut gemeint mit meiner Bedürfnisstruktur."

  Iris, ver?chtlich: "Damit kannst du dich nicht raus reden. Du hast keine Moral, Punkt."

  Meer spielt den Gequ?lten: "Ja, das ist der Punkt. Ich habe keine übliche Moral. Sie hat sich meiner entarteten Bedürfnisstruktur angepasst. Deshalb habe ich eine entartete Moral ... so wie du auch, Iris."

  Iris, wütend: "Was soll das heissen?"

  Meer, mit einem L?cheln, als würde er Iris dabei aufschlitzen: "Du hast ein starkes Bedürfnis nach Macht und Beachtung. Wer dir im Weg ist, den schlitzt du gnadenlos mit Worten auf und l?sst ihn blutend liegen. Und kein Gewissen, dass dich bremst. Denn deine Moral ist genau so widerlich wie meine."

  Ewald, protestierend: "Das ist falsch. Die Opfer von Iris sind noch am Leben. Deine nicht!"

  Iris, mit gleich explodierender Wut zu Ewald: "Aha, meine 'Opfer' leben noch. Wie sch?n, dass du das so siehst ..."

  Iris, explodierend: "Ich brauche aber keine Hilfe von meinem Schuhputzer!!"

  Ewald steht da wie ein begossener Pudel.

  Meer, sich mit gespieltem Interesse Ewalds Brust besehend: "Hm, die Wunde geht tief."

  Nachdem Ewald zuerst nicht begreift, ...

  ... sagt er mit gesenktem Kopf, traurig: "Ja, die Wunde geht tief."

  Meer schenkt der schmollenden Iris ein unergründliches L?cheln.

  Szeneanfang:

  In der D?mmerung steht Meneor, den Horizont betrachtend, allein in der Wüste.

  Piri n?hert sich Meneor, ...

  ... bleibt schweigend, ebenfalls mit Blick zum Horizont, neben ihm stehen, ...

  ... bewegt sich zwei Schritte vor Meneor, ...

  ... l?sst Kleid und Messergürtel fallen, ...

  ... r?kelt sich balletthaft im Mondlicht und sagt leise: "Meneor, l?sst du mich mein K?rper spüren?"

  Meneor h?rt es erstaunt, ...

  ... bewegt sich aber dann, fliessend wie ein Raubtier, zu Piri, ...

  ... wo er sie zart am Kopf berührt, ...

  ... bewegt seine H?nde schmetterlingsflügelhaft über ihren im Mondlicht gl?nzenden K?rper, ...

  ... von oben nach unten, ...

  ... über alle Glieder.

  W?hrend Meneor mit seinen Berührungen fortf?hrt, sagt Piri voller Hingabe an die Z?rtlichkeit und gleichzeitig erschüttert von der beklemmenden Erinnerung: "Nur noch Kopf sein ... Dieses ungeheuerliche Ausgesetzt-sein dem kleinsten fremden Willen ... Jedes Ameise k?nnte dich fressen ... Dieses Eingesperrt-sein des Geistes, das zum Schweigen verurteilt ist ... Dieses haltlose Herum-fliegen in einem Sturm von Gefühlen ..."

  Piri, ihre Glieder streckend, mit überschw?nglicher Dankbarkeit: "Was für ein Geschenk, wieder ein K?rper zu haben!"

  Meneor hat aufgeh?rt mit Streicheln und betrachtet Piri aufmerksam.

  Piri, zu Meneor, bewegt: "Ich war im Gef?ngnis in Natural City eingeschlossen. Ich war im Kopf eingeschlossen ..."

  Piri, ihre Arme zum Himmel ausbreitend, bewegt: "Noch nie war mir so bewusst, wie frei ich endlich bin. Zwischen hier und dem Rand des Universums liegt ein gigantisches Sandkasten, in dem ich spielen kann ..."

  Piri, sich Meneor zu wendend, berührt: "... In dem ich mit dir spielen kann bis an das Ende unserer Tage."

  Meneor, mit gespieltem Ernst: "Vorsicht Piri, dein K?rper ist vielleicht noch nicht stark genug für so schwere Gedanken."

  Piri ist verblüfft, ...

  ... begreift den Scherz und muss lachen.

  Meneor lacht auch.

  Piri, die immer noch nackt ist, hat sich hingesetzt, klopft auf ihre Schenkel und sagt: "Du hast mir so viele Stunden in deinem Schoss Geborgenheit gespendet. Nun Ruhe du in meinem."

  Meneor bettet seinen Kopf in Piris Schoss.

  Beide schauen zum Himmel.

  Piri schliesst mit der Hand Meneors Augen ...

  ... und wacht l?chelnd über seinen Schlaf.

  Szeneanfang:

  Am n?chsten Morgen ruft Antara: "Dem Pilzwesen wird Leid angetan!"

  Die Genvilles und Meer sitzen im Halbkreis um die stehende Antara. Iris und Ewald stehen etwas abseits. Antara: "In dem N?he von Natural City gibt es drei riesenhafte Wesen ohne Wisperfelder ..."

  Lara, erstaunt: "Wie ist das m?glich?"

  Antara: "Es scheint, dass sie aus Kunststoffen bestehen."

  Meer, über seine eigene Schlussfolgerung erstaunt: "Dann sind es Robots ... Aber wer ..."

  Hisch, grimmig: "Caesar ... Das Idiot will sich wichtig machen und hilft den Natürlichen im Kampf gegen die Genmonster."

  Meneor: "Das ist schlecht. Ohne Angst vor dem Wüste werden sich die Natürlichen wieder ausbreiten."

  Aladan: "Dieses fehlgesteuerte Spezies wird das Welt ein zweites Mal zerst?ren."

  Chromos 5, mit entrücktem Blick: "Und es wird wieder endlose Kriege geben."

  Iris, emp?rt zu Ewald: "H?r mal, wie diese eingebildeten Abartigen von uns sprechen. Sie halten sich für unfehlbare G?tter."

  Chromos 5, zu Iris: "Ja, wir haben das Macht von Gottheiten. Deshalb müssen wir uns überlegen, ob die Natürlichen in dem Zukunft noch ein Platz haben sollen."

  Iris klappt das Kinn runter.

  Iris kann es nicht fassen: "Jetzt bist du v?llig gr?ssenwahnsinnig geworden."

  Wagon: "In einem halben Tag konstruieren wir ein Virus, das alle Natürlichen ausrottet. Das ist kein Wahn sondern ein Tatsache."

  Ewald, dem es mulmig ist: "Ich glaube, Iris meint nicht eure F?higkeiten ... Ihr sprecht hier über Millionen von Menschen, als w?ren sie Ungeziefer."

  Nachdenkliches Schweigen bei den Genvilles. Meer schaut dem Disput interessiert zu.

  Meneor: "Was ist das ... Ungeziefer?"

  Etwas überrascht von der Frage schauen die Genvilles Meneor an.

  Aber statt wie üblich zu lachen, nicken sie und fragen sich selbst. Piri, stellvertretend für alle zu Ewald: "Ja, was ist das eigentlich?"

  Ewald kommt ins Stottern: "Nun ... ?hm ..."

  Iris nervt sich über Ewalds Unbeholfenheit ...

  ... und sagt genervt: "Das sind l?stige und sch?dliche Insekten."

  Meer, zu den Genvilles: "Ihr Genvilles seid zu jung, um Insekten zu kennen. Damals wurde immer wieder versucht, mit Insekten biologische Angriffe durchzuführen. Deshalb wurden sie auf Geheiss der Natürlichen von den Forschenden ausgerottet."

  Chromos 5: "Die Natürlichen haben sich selbst ausgerottet, indem sie das Klima haben kippen lassen. In einigen Jahrhunderten, wenn das letzte Wasser verdampft ist, wird das Erdboden mehrere hundert Grad heiss und alles Leben wird verl?schen."

  Ewald, protestierend: "Aber mit Estragons B?umen wird der Planet doch gerettet."

  Chromos 5, mit kühler Logik: "Ja, WIR retten das Planet ... Aber müssen wir die Natürlichen auch retten? Oder sollten wir sie nicht lieber als l?stige und sch?dliche Wesen von diesem Planet entfernen?"

  Ewald, resignierend: "Du hast Recht. Wir k?nnen ohne eure Hilfe nicht überleben ... Und da wir den Planeten zerst?rt haben, gibt es für uns auch keine Gnade."

  Iris, entsetzt über Ewalds Zugest?ndnis: "Bist du verrückt?"

  Martin Eck, der offenbar aus einiger Distanz gelauscht hat, tritt neben Antara mit den Worten: "Bevor wir uns ans Ausrotten machen, h?rt euch den Kompromissvorschlag eines erfahrenen Politikers an."

  Lara, Martin anl?chelnd, gespannt: "Jetzt wird's spannend."

  Hisch, mit zweifelndem Blick auf Lara: "Daran zweifle ich."

  Estragon: "Lara hat Recht. Ich sch?tze Martins Meinung."

  Hisch, ver?chtlich: "Was erwartet ihr von einem Hirn, das sich ein Leben lang aufs Leute-verarschen spezialisiert hat?"

  Aladan muss lachen.

  Amüsiert und interessiert wartet er auf Estragons Antwort. Estragon: "Ja, aber als Stadtpr?sident ist es immerhin ein Spitzenverarscher."

  Martin l?chelt gequ?lt über dieses Kompliment. Aladan lacht.

  Hisch, mit schiefem Grinsen: "Wenigstens für ein paar Lacher wird sein Darbietung schon gut sein."

  Martin, seine Emp?rung mit einem gequ?lten L?cheln überspielend: "Wollt ihr mich nicht am Inhalt meiner Worte messen?"

  Hisch, ruft sp?ttisch: "Dann wirf deine Worthülsen unters Volk, damit wir sehen, ob etwas drin ist."

  Allgemeines Lachen und Grinsen. Martin l?chelt leidend mit.

  Martin reisst sich zusammen und tr?gt ernsthaft vor: "Die Natürlichen haben diesen Planeten zerst?rt. Mit der Zerst?rung ihrer Lebensgrundlagen haben sie auch ihr Existenzrecht verloren ..."

  Iris kommentiert entsetzt: "Der ist auch verrückt."

  Martin f?hrt unbeirrt weiter: "Nun aber bilden die überlebenden eine für diesen Planeten bedeutungslose Population. Was also spricht dagegen, sie am Leben zu lassen? ..."

  Chromos 5: "Dass sie sich wieder vermehren werden."

  Martin, der diesen Einwand erwartet hat, mit best?tigendem Nicken auf Chromos 5 zeigend: "Genau. Wenn wir aber dafür sorgen, dass sie sich nicht mehr vermehren und ausbreiten. Wenn wir sie in einem Reservat halten, in einem lebenden Museum zum Zwecke der Forschung und Mahnung. Dann w?ren die Natürlichen keine Gefahr mehr und es bestünde keine Notwendigkeit für ein Millionenmassaker."

  Schweigend und gebannt von dem Gedankenwurf schauen die Genvilles Martin an.

  Iris, erschüttert, zu sich selbst: "Der Umgang mit Genmonstern ist eindeutig nicht gut für die geistige Gesundheit."

  Ewald murmelt zu Iris: "Sei doch froh, dass Martin diesen Vorschlag gebracht hat. So haben wir wenigstens eine überlebenschance."

  Iris, die Situation v?llig verkennend, selbstbewusst: "Ich lasse mir doch von diesem Kindergarten nicht die Menschheit ausrotten."

  Ewald, mit tiefem, ernstem Blick in Iris Augen: "Auch wenn sie sich über alles lustig machen. Ich würde nicht an ihrer Ernsthaftigkeit zweifeln."

  Iris schaut Ewald mit stummem Erschrecken an.

  Iris merkt, dass alle Blicke auf sie gerichtet sind, was sie irritiert.

  Iris, verwirrt und trotzig: "Was gafft ihr? Wollt ihr euer Killervirus etwa an mir testen?"

  Hisch, grimmig zu Iris: "Sag uns doch mal etwas Intelligentes."

  Iris verschl?gt's die Sprache.

  Estragon, zu Iris: "Zum Beispiel ein einziges Grund, warum das Menschheit überleben soll."

  Iris holt tief Luft ...

  ... stottert: "Nun ja ... ?hm ... die Menschen haben Fehler gemacht, aber sie k?nnen ja nichts dafür, dass sie so geschaffen wurden ... und es sind ja nicht alle Menschen schlecht ... Ihr lebt ja auch nur noch, weil euch ein Mensch gerettet hat, sonst w?rt ihr bei dem Massaker an den Forschenden umgekommen ..."

  Iris kommt in Fahrt: "Ihr wurdet von den Menschen geschaffen und von Menschen gerettet. Vielleicht wurdet ihr geboren, um die Menschheit zu retten."

  Chromos 5: "Das Menschheit ist ein Prinzip, das sich selber zerst?rt. So etwas kann nicht gerettet werden. Das ist ein Widerspruch in sich selbst."

  Antara: "Alle haben auf ihr Weise Recht. Wenn das Menschheit dem Untergang geweiht ist, wird es sich auch ohne unser Zutun selber zerst?ren. Aber wir dürfen auch nicht zulassen, dass es das Planet mit in das Abgrund reisst. Also sollen sie in Natural City bleiben. Ich werde dem Pilzwesen sagen, dass es die Menschen angreifen soll, wenn sie ihr Stadt verlassen. Und wir werden die Robots unsch?dlich machen, die das Pilzwesen zerst?ren."

  Meneor, aufspringend: "Das machen Piri und ich."

  Piri mit sich reissend, düst Meneor ab in die Wüste.

  Die anderen schauen ihnen erstaunt nach. Estragon, mit offenem Mund: "Es will zu zweit drei riesenhafte Robots zerst?ren!"

  Aladan kommentiert trocken: "Fürwahr ein Mann des Tat."

  Szeneanfang:

  Meneor und Piri reiten in einer dynamischen Bildsequenz mit sichtlichem Vergnügen das Pilzwesen.

  Meneor deutet mit dem Arm seitw?rts.

  Wie Piri schaut, sieht sie in der Ferne zwischen hundert und zweihundert Meter hohe, bl?tterlose B?ume, die im Abstand von zwei Kilometern stehen und auf einer H?he von etwa dreissig Meter durch je vier B?nder verbunden sind. Diese h?heren B?ume haben Bandverbindung zu Niedrigeren und diese Niedrigeren wiederum zu noch Niedrigeren, bis die letzten und kleinsten B?ume nur noch an einem Band h?ngen.

  Piri schaut Meneor an und sagt mit strahlendem L?cheln: "Estragons B?ume."

  Szeneanfang:

  Kafka, Sokrates und Beckett sind mitten in der Wüste dabei, das Pilzwesen zu j?ten, indem sie es mit ihren riesigen H?nden ausgraben und Teile herausreissen.

  Die abgerissenen Pilzteile werfen sie auf einen grossen Haufen.

  Schweigend versammeln sie sich um den Haufen mit den weissen Pilzteilen.

  Mit ihren leicht gesenkten K?pfen erscheint es, als verharrten sie in stiller Andacht.

  Da schiesst je ein unsichtbarer Mikrowellenstrahl aus ihren K?pfen auf den Pilzhaufen zu.

  Nach einer Zeit beginnt der Haufen gewaltig zu dampfen.

  Wie alles Wasser verdampft ist, bleibt ein zusammengesunkenes, schwarzes Etwas zurück, das aussieht wie eine verkohlte Pizza.

  Die drei Grossdois sind immer noch in der Bestrahlungshaltung. Kafka: "Ich muss mal ..."

  Sokrates, ihm den Kopf zuwendend: "Was?"

  Kafka, sich in kniender Stellung wie zum Kacken hin hockend: "... meinen Kohlenstoffspeicher leeren."

  Beckett: "Ja, das ist gut."

  Alle drei in Kackhaltung.

  An ihren Hintern geht eine Schiebetür auf ...

  ... und ein perfekter Diamantwürfel von einem Meter fünfzig Kantenl?nge plumpst in den Sand.

  Wie sie wieder aufgestanden sind, sagt Sokrates mit Blick auf den Diamantenwürfel: "K?nnen wir damit das Welt retten?"

  Beckett, in die Wüste schauend: "Was willst du hier noch retten?"

  Kafka: "Wir bewegen uns für ein L?cheln, nicht für das Rettung des Welt."

  Szeneanfang:

  Iris beobachtet Aladan, wie er junge Nutzpflanzen verteilt, die ihre Wurzeln sogleich in den Boden bohren.

  Iris, Stirn runzelnd: "Warum kriege ich hier alles umsonst? Warum muss ich nicht arbeiten? Was ist hier faul? Werde ich geschont, weil ich demn?chst für irgendein teuflisches Ritual geopfert werde?"

  Aladan, sp?ttisch: "Das Teufel würde das Nase rümpfen, wenn wir ihm ein Natürliches opfern würden."

  Iris, beleidigt: "Du als Gewinner des Faulen Sack Preises solltest mich doch zur Arbeit zwingen, damit du weiterhin auf deinem Felsen genmonsterln kannst."

  Aladan, geniesserisch: "Ich liebe dein Zorn. Es gebiert Sprachblüten, die mich entzücken ..."

  Iris blickt s?uerlich.

  Aladan: "... Aber um deine Fragen zu beantworten: Du bist auf einem Studienreise, um dein Horizont zu erweitern. Das ist zum Teil hartes Arbeit ..."

  Iris horcht auf.

  Aladan: "... Mehr Freude. Weniger Schmerz. Weisst du noch, wie Antara dies in Estragons Baum geschnitzt hat? Zwingen ist Schmerz. Warum sollte ich dir Schmerz zufügen?"

  Iris, grimmig: "Damit du mehr Freude am Nichtstun und weniger Schmerz beim Arbeiten hast. Damit ist deine Weisheit doch perfekt erfüllt."

  Aladan, gütig: "Dieses Weisheit bezieht sich nicht auf mich, sondern auf das Universum: Es geht darum, das Summe der Schmerzfelder im Universum zu verringern und das Summe der Freudenfelder zu erh?hen. Wenn ich deine Schmerzfelder steigere, um mehr Freudenfelder zu gewinnen, ist das ein Nullsummenspiel. Das Weisheit ist nicht erfüllt."

  Iris schaut Aladan mit grossen Augen an.

  Aladan, l?chelnd: "Im übrigen w?re es stinklangweilig, immer nur zu 'genmonsterln'. Ich spiele nur das faule Sack, um die andern zu amüsieren. Und um Hisch wütend zu machen, damit es mir ein genussvolles Tritt in das Hintern gibt."

  Iris l?chelt schr?g.

  Aladan schaut Iris mit einem sonnigen L?cheln an, was diese aus dem Konzept bringt.

  Iris, unsicher: "Was schaust du so?"

  Aladan, entwaffnend: "Du gef?llst mir."

  Iris, gestresst: "Was soll das? Willst du mich jetzt ... als Droge?"

  Iris, heftig: "Ich kann das nicht! Ich bin asexuell!"

  Aladan, ernst: "Liebe ist asexuell. Das Geborgenheit im Geist des andern braucht keine Geschlechtsorgane."

  Iris, verunsichert: "Willst du damit sagen, das du ... mich liebst?"

  Aladan, sanft: "Ja."

  Iris protestiert: "Aber das ist unm?glich! Du bist zwar ein abscheuliches Monster, aber mir in jeder Beziehung haushoch überlegen. Wie kannst du ein in deinen Augen so minderwertiges Gesch?pf wie mich lieben?"

  Aladan, ernst: "Ich habe grosses Respekt vor deinem forschenden Geist. Du bist so zerbrechlich und riskierst trotzdem dein Leben, um den Dingen auf das Grund zu gehen. Du k?nntest ein sattes Leben führen in Natural City als Star-Reporter, das Geschichte um Geschichte der Natürlichen aufdeckt, die immer und immer wieder nur in ein Sackgasse führen."

  Iris, ver?chtlich: "Sackgassengeschichten ..."

  Aladan, aufrichtig: "Ich bewundere dich, Iris."

  Iris schaut mit grossen Augen, ...

  ... schüttelt ungl?ubig den Kopf ...

  ... und ruft: "Sobald ich dir das glaube, springen hier alle aus den Büschen, klopfen sich lachend auf die Schenkel und rufen 'Hahaha, die bl?de Iris hat's geglaubt, hohohoooo!'!"

  Aladan, überrascht: "Das Reaktion eines Natürlichen ist unvorhersehbar ..."

  Iris gibt Aladan einen Tritt in den Hintern, den er, ohne sich einen Millimeter zu bewegen, geniesst. Iris, verwirrt und wütend: "Ihr verdammten Monster schickt mich dauernd auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle!"

  Aladan, geniesserisch dem Tritt hinterher fühlend: "Wie zart!"

  Iris fasst sich an den Kopf und ruft: "Wie zart! Wie zart! Wie zart! Ich bin in einem Irrenhaus!"

  Aladan, sanft: "Das ist kein sch?nes Titel für dein Mission. Ich würde es 'Auf dem Suche nach dem Wahrheit' nennen."

  Das Gesicht in den H?nden vergraben, sinkt Iris auf die Knie: "Die Wahrheit schmerzt! Sie schmerzt!"

  Aladan kauert sich neben Iris: "Wenn du das Geborgenheit des Lüge verl?sst, ist es einsam und kalt. Leg dich in das H?ngematte meines Geistes, das ich dir aus Liebe flechte, und entspanne dich."

  You might be reading a stolen copy. Visit Royal Road for the authentic version.

  Aladan, sanft: "Darf ich dein Haar berühren?"

  Iris macht hinter ihren H?nden grosse Augen, ...

  ... nickt aber dann.

  Aladan streicht Iris z?rtlich übers Haar.

  Iris neigt sich gegen Aladan.

  Aladan legt die Arme um Iris.

  Iris nimmt die H?nde vom Gesicht und entspannt sich in Aladans Armen.

  Iris, mit Tr?nen in den Augen: "Ich hasse dich, du verdammter Verführer."

  Aladan l?chelt still.

  Szeneanfang:

  Antara steht vor Bioskop und h?lt die Hand über die Analysefl?che. Antara: "Kannst du mir die Gensequenzen bestimmen, die meine Wandlerzellen und mein Feldsinn haben wachsen lassen."

  Aus der Analysefl?che w?chst ein dünnes Tentakelchen empor, ...

  ... verschmilzt an der Spitze kurz mit Antaras Handfl?che, ...

  ... um dann wieder in der Analysefl?che zu verschwinden.

  Bioskop: "Gib mir ein paar Minuten."

  Antara reicht Bioskop auf der offenen Handfl?che etwas Unsichtbares und sagt l?chelnd: "Hier."

  Bioskop: "Gut, ich werde sie in mein pers?nliches Zeitschlaufe einfügen."

  Beide lachen.

  Bioskop: "Was willst du mit den Genen?"

  Antara, geheimnisvoll: "Wir werden zusammen Ambellmi bauen."

  Bioskop: "Und was ist Ambellmi?"

  Antara, mit in sich gekehrtem L?cheln: "Das m?chtigste Wesen des Welt."

  Szeneanfang:

  Chromos 5 steht neben einem Strauch und isst eine Frucht, wie Yon hinzutritt.

  Yon, Stirn runzelnd: "Es geht mir nicht aus dem Kopf."

  Chromos 5: "Was denn?"

  Yon: "Wie du gesagt hast, du wollest Tanja heilen, indem du ihre Gottheit besuchst, um sie davon zu überzeugen, dass sie Tanja von ihren Schuldgefühlen befreit. Bei euch weiss ich nie: War das ein Scherz?"

  Chromos 5 wirft Yon eine Frucht zu: "Versuch mal dieses Geschmack, das ich neu mit Bioskop entworfen habe."

  Chromos 5 beobachtet Yon, wie er in die Frucht beisst ...

  ... und Chromos 5 einen erstaunten Blick zuwirft, ...

  ... um anerkennend zu sagen: "So etwas K?stliches habe ich noch nie gegessen."

  Chromos 5, ernst: "Nein, es war kein Scherz."

  Yon, Stirn runzelnd: "Aber das ist unm?glich! Bei allem Respekt, bist du jetzt gr?ssenwahnsinnig geworden?"

  Chromos 5, l?chelnd: "Wenn es dieses Gottheit gibt, ist es Teil des Physik. Wenn es Teil des Physik ist, k?nnen Feldsinnzellen es 'sehen'. Wenn wir es 'sehen' k?nnen, werden wir es befragen."

  Yon: "Aber wenn dem so w?re, h?tten Antara oder Meneor sie schon 'sehen' müssen, oder nicht?"

  Chromos 5: "Ihr Feldsinn ist zu schwach. Wir brauchen ein Wesen, das um ein Vielfaches st?rker ist."

  Yon, Stirn runzelnd: "Du willst eine Gottheit erschaffen, um eine Gottheit zu entdecken?

  Chromos 5, l?chelnd: "Gut ausgedrückt."

  Yon, alarmiert: "Aber dieses Wesen k?nnte uns alle vernichten!"

  Chromos 5: "Nicht, wenn sein Bedürfnisstruktur rein ist."

  Yon: "Was heisst 'rein'?"

  Chromos 5: "Kein Angst, kein Hass, kein Wut, kein Aggression, nichts, was irgendwie dazu führen k?nnte, etwas vernichten zu wollen. Und genug Mitgefühl, dass das Anblick von Leid es nicht gleichgültig l?sst."

  Yon, zweifelnd: "Und wenn dir ein Fehler unterl?uft?"

  Chromos 5, ernst: "Antara ist dabei, das Wesen mit Bioskop und Tank zu bauen. Ich vertraue ihnen, dass sie kein Fehler machen."

  Yon beharrt: "Aber wenn doch ..."

  Chromos 5: "Ohne Abenteuer ist das Leben langweilig. Das gr?sste Abenteuer ist das Erforschen des Universums. Dafür brauchen wir Ambellmis Kraft. Sonst w?ren wir das Rest unseres Lebens gezwungen, auf dem Rücken liegend, das Sternenmeer zu betrachten und endlos zu r?tseln, welche Erkenntnisse und Erlebnisse uns auf ewig verschlossen bleiben. Sollten wir bei dem Erforschen des Universums sterben, dann ..."

  Yon, mit grossen Augen: "... war es das wert?"

  Chromos 5 fasst Yon bei den Schultern und schaut ihm tief in die Augen, was dessen Atem stocken l?sst: "Ist es das wert?"

  Yon stottert: "Ich ... Ich habe noch nie so weit gedacht. Ich bin doch nur ein kleiner Natürlicher mit seiner beschissenen Bedürfnisstruktur. Da ist ein mickriger Triumph über einen Konkurrenten wichtiger als das Universum. Bei euch ist immer alles so ... so ... absolut."

  Chromos 5, l?chelnd: "Ich finde dich absolut ..."

  Chromos 5 küsst den verdutzten Yon auf den Mund: "... zum Anbeissen."

  Szeneanfang:

  Piri und Meneor liegen b?uchlings hinter der Kuppe eines kleinen Hügels und beobachten die drei Grossdois beim 'J?ten'.

  Piri, fragend zu Meneor: "Was siehst du?"

  Meneor hat mit seinem Vergr?sserungsblick die j?tenden Grossdois ziemlich nah herangeholt ...

  ... und sieht nun, wie eines von ihnen direkt zu Meneor und Piri rüber schaut.

  Meneor zuckt sofort hinter der Hügelkuppe in Deckung.

  Alarmiert tut Piri es ihm nach.

  Meneor: "Wie gut kann dieses Ding sehen?"

  Piri, abw?gend: "Caesar hat ihnen sicher ein gutes Optik eingebaut, mit dem sie jedes Sandkorn auf diesem Hügel unterscheiden k?nnen."

  Meneor: "Dann haben sie uns auch unterschieden."

  Piri versteht nicht, ...

  ... sieht Meneor wieder nach oben robben ...

  ... und liegt jetzt ebenfalls wieder neben ihm.

  Die Grossdois halten schon in vollem Lauf auf Meneor und Piri zu. Piri erschrickt. Meneor bleibt gelassen.

  Verwirrt über Meneors Unt?tigkeit, schüttelt sie seinen Arm und sagt dr?ngend: "Wir müssen fliehen."

  Meneor, grinsend: "Nein, wir benutzen ihr Gr?sse."

  Piri starrt ihn, an seinem Verstand zweifelnd, an.

  Meneor zieht sich von der Hügelkuppe zurück und sagt, an Piri zupfend: "Komm."

  Beide kauern am Fuss des Hügelchens. Meneor erkl?rt Piri seine Taktik. Piri h?rt aufmerksam zu.

  Meneor schaut mit geschlossenen Augen durch den Hügel hindurch.

  Sein Feldsinn zeigt ihm durch das Energiefeld des Hügelchens hindurch die Umrisse der heran stampfenden Grossdois.

  Bevor die beiden für die Grossdois sichtbar sind, sagt Meneor: "Jetzt."

  Piri auf der einen, Meneor auf der anderen Seite, rennen sie um das Hügelchen herum auf die Grossdois zu, ...

  ... die zwar die beiden Genvilles sehen, aber aufgrund ihrer grossen Tr?gheit weiter rennen müssen.

  W?hrend die Grossdois ihren Lauf bremsen, springt Piri Beckett und Meneor Sokrates mit zwei gezückten Messern von hinten an.

  Die sirrenden Messer bohren sich, Schneide nach oben, weil sie sonst die Aussenschicht aufschlitzen würden, in die Waden der Grossdois ...

  ... und mit einer Verachtung für die Schwerkraft, wie sie Eichh?rnchen eigen ist, hangeln sich die beiden, indem sie jeweils das untere Messer herausziehen und über dem anderen Messer wieder einstechen, nach oben, ...

  ... über den Rücken, ...

  ... bis in den Nacken.

  Die Grossdois sind stehen geblieben und schauen sich ratlos an. Kafka: "Wo sind sie?"

  Gleichzeitig ziehen Meneor und Piri ihr l?ngstes Messer ...

  ... und überlegen, wie sie den dicken Hals ihres Dois wohl am besten durch s?beln k?nnten.

  Sokrates: "Warum haben wir sie eigentlich angegriffen?"

  Diese seltsame Frage l?sst Piri und Meneor aufhorchen.

  Kafka: "Sie erschienen uns als Bedrohung."

  Beckett: "Und jetzt sind sie weg."

  Kafka: "Ein Bedrohung ist nicht weg, weil wir es nicht wahrnehmen."

  Sokrates: "Das Frage ist doch: Warum sind sie ein Bedrohung?"

  Kafka: "Sie haben sich versteckt."

  Sokrates: "Würdest du dich nicht auch verstecken, wenn du ein 30 Meter grosses Ding s?hest, dass sich bewegt?"

  Kafka: "Ich würde mich auch verstecken, wenn es nicht zehn mal gr?sser w?re als ich."

  Beckett: "Wir sind das Bedrohung. Wir zerst?ren das ganze Tag Leben."

  Sokrates: "Wie k?nnen sie wissen, ob wir sie nicht auch zerst?ren wollen?"

  Beckett: "Wir k?nnten es ihnen sagen."

  Kafka: "Sie sind verschwunden."

  Beckett: "Dann sagen wir es den Verschwundenen."

  Kafka: "Ihr Verschwundenen, wir wollen euch nicht zerst?ren."

  Zu Piris Erschrecken taucht Meneor hinter Sokrates' Hals auf und sagt mit breitem Grinsen: "Das ist gut ..."

  W?hrend Meneor sich auf Sokrates' Schulter setzt, f?hrt er grinsend fort: "... Dann brauchen wir euch auch nicht zu zerst?ren."

  Sokrates: "Wir sind st?rker als das Pilzwesen. Wie will dann ein so kleines Stück verdünntes Eiweiss wie du uns zerst?ren?"

  Meneor zeigt sein langes Messer, grinsend: "Ich schneide euch damit in das Hals. Da wird schon etwas kaputt gehen."

  Sokrates hat den Kopf in Richtung Meneor gedreht, sodass sein riesiges Gesicht auf den Krieger herabschaut.

  Beckett: "Das Protein hat Recht. Das k?nnte uns besch?digen."

  Kafka: "Ein so kleines Protein kann ein so grosses Lebensform wie uns besch?digen."

  Sokrates: "Sind wir denn ein Lebensform?"

  Beckett: "Wohl nicht. Wir haben keine Wisperfelder."

  Sokrates: "Sind wie dann nicht ein Funktionsform?"

  Kafka: "Ja, wir funktionieren. Aber zu welchem Zweck?"

  Beckett: "Zum Zweck des L?chelns."

  Meneor ist etwas verwirrt.

  Meneor, verwirrt: "Was soll das bedeuten?"

  Sokrates: "Ja, was soll irgend etwas bedeuten?"

  Beckett: "Nichts bedeutet irgend etwas."

  Kafka: "Das L?cheln ist das Ziel. Also bedeutet das L?cheln etwas."

  Sokrates: "Was bedeutet schon ein Ziel?"

  Beckett: "Ein undeutliches Gew?lk am Ende des Vorstellungskraft."

  Kafka: "Das Ziel ist das Grund unseres Anstrengung, das Ursache unserer Bewegungen."

  Sokrates: "Aber was ist das Sinn des Bewegung?"

  Beckett: "Die Luftmoleküle herumzuwirbeln."

  Kafka: "Wir funktionieren auch ohne Sinn. Aber nicht ohne L?cheln."

  Beckett, zu Meneor: "Hast du ein L?cheln für uns, Protein?"

  Meneor, grinsend: "Ich heisse Meneor, ..."

  Sokrates: "Ich heisse Sokrates." Kafka: "Kafka." Beckett: "Beckett."

  Meneor, auf Becketts Hals zeigend: "... aber wenn ihr das strahlendste L?cheln des Universums wollt, müsst ihr Piri fragen."

  Piri schaut erschrocken hinter Becketts Hals hervor.

  Wie sie pl?tzlich die Gesichter aller Grossdois auf sich gerichtet sieht, l?chelt Piri unbehaglich, als w?re sie bei einem Streich ertappt worden.

  Tapfer, unter dem Grinsen von Meneor und den Blicken der Grossdois, setzt sie sich auf Becketts Schulter.

  Kafka: "Und wo ist dieses 'strahlendste L?cheln des Universums'?"

  Meneor: "Ihr seid gross und bedrohlich. Ihr erschreckt es."

  Kafka: "Was k?nnen wir tun?"

  Meneor: "Ihr müsst sein Vertrauen gewinnen."

  Kafka will nach Piri greifen: "Wir müssen es also auspressen."

  Meneor wehrt überrascht ab: "Nein, halt! ..."

  Meneor: "Vertrauen ist kein Flüssigkeit, sondern ein Wisperfeld. Ihr müsst dieses Kraftfeld in Piri aufbauen."

  Beckett: "Wir haben keine Ger?te, um Wisperfelder aufzubauen."

  Meneor: "Doch, das Vertrauenspumpe."

  Piri schaut Meneor an, als w?re er nicht ganz dicht.

  Beckett, zu den anderen Grossdois: "Habt ihr ein Vertrauenspumpe?"

  Sokrates und Kafka: "Nein."

  Meneor, ernsthaft: "Das Vertrauenspumpe ist kein Ger?t, sondern ein Bewegung."

  Beckett: "Ja, Bewegungen k?nnen Kraftfelder erzeugen."

  Sokrates: "Aber welches Bewegung?"

  Meneor, ernsthaft: "Ihr müsst zuerst Piri auf das Kuppe des Hügels stellen."

  Er zeigt dabei auf das Hügelchen, hinter dem sie sich versteckt hatten.

  Beckett will mit seiner Hand nach Piri greifen. Meneor, besorgt: "Nein nicht, Beckett!"

  Meneor: "Halte das Rücken deines Hand hin."

  Beckett tut, wie ihm geheissen ...

  ... und Piri besteigt voller Unbehagen den Handrücken.

  Auch Meneor wird auf dieselbe Weise von Sokrates abgesetzt. Beide springen von den Handrücken auf die Hügelkuppe.

  Meneor: "Ihr müsst euch jetzt um das Hügel herum, mit etwas Abstand, aufstellen."

  Gehorsam umstellen die Grossdois den Hügel.

  Meneor: "Jetzt müsst ihr auf die Knie."

  Die Grossdois sinken auf die Knie. Piri ist verwirrt.

  Meneor, die Arme hochhaltend, als würde er sich ergeben: "Haltet die H?nde hoch."

  Die Grossdois halten die H?nde hoch. Piris Verwirrung wird gr?sser.

  Meneor: "Beugt euch nach vorn, bis Stirn und Handfl?chen gleichzeitig das Boden berühren."

  Die Dois verbeugen sich. Piri ist verblüfft.

  Meneor: "Wiederholt dieses Bewegung so lange, bis das Vertrauensfeld aufgepumpt ist."

  Die Grossdois verbeugen sich. Piri muss l?cheln.

  Die Grossdois verbeugen sich. Da perlt Piris silberhelles Lachen hinauf zum Himmel.

  Piri, mit ihrem strahlendsten L?cheln zu dem grinsenden Meneor: "Du bist das verrückteste Kerl des Universums."

  Die Grossdois haben aufgeh?rt, sich zu verbeugen, und ihre grossen Gesichter starren von drei Seiten auf die strahlende Piri, die ihnen nun ihr L?cheln schenkt.

  Beckett: "Das Pumpen hat gewirkt."

  Kafka: "Das Vertrauensfeld ist aufgebaut."

  Sokrates: "Welch seltsames Ph?nomen."

  Kafka: "Welch vollkommenes L?cheln."

  Beckett: "Piri ist das Quelle."

  Sokrates: "Piri ist das Ziel."

  Szeneanfang:

  In Caesars Arbeitszimmer h?ngt ein grosser, neuer, flacher Fernseher an der Wand. Darauf ist das Schlussbild der letzten Szene zu sehen aus der Perspektive eines der Grossdois. Deshalb stehen der grinsende Meneor und die strahlende Piri gross im Zentrum und seitlich sind die Gesichter der beiden anderen Grossdois zu sehen. In einem Polstersessel sitzt Caesar und lacht schallend. Doi sitzt wie ein ?ffchen auf der Lehne des Sessels und betrachtet interessiert den Bildschirm.

  Caesar, heiter: "Auch wenn ich dieses Krieger nicht leiden kann, sein Dreistigkeit ist unübertrefflich."

  Doi: "Unübertrefflich ist trefflich gesagt, treffliches Caesar ... Aber was geschieht jetzt?"

  Caesar, aufger?umt: "Lass uns schauen, liebes Doi."

  Bildschirm aus der Sicht des jeweils geeigneten Grossois: Kafka, zu Piri: "Dürfen wir bei dir bleiben? Für dein L?cheln tun wir alles."

  Piri ist von der Frage überrascht.

  Piri, unschlüssig zu Meneor: "Was denkst du?"

  Meneor, grinsend: "Wenn wir sie mitnehmen, ist das Problem gel?st."

  Sokrates: "Was ist das Problem?"

  Piri: "Ihr t?tet das Pilzwesen und gef?hrdet damit das Rettung des Erde."

  Kafka: "Aber das Pilzwesen t?tet die Menschen."

  Piri: "Wir haben ein Abkommen mit dem Pilzwesen. Es versorgt uns und unsere Pflanzungen mit Wasser. Wir geben ihm zu essen."

  Caesar, überrascht: "Was?!"

  Sokrates: "Und wo wird da das Erde gerettet?"

  Piri: "Mit Estragons B?umen. Sie sind so riesig, dass sie genug Kohlenstoff binden, um das Klima in ein lebensfreundliches Bereich zu lenken. Das Pilzwesen versorgt auch sie mit Wasser."

  Caesar denkt: 'Das ist gut. Dann l?st sich dieses Problem von selbst.'

  Kafka: "Dann werden wir aufh?ren, das Pilzwesen zu zerst?ren."

  Beckett: "Was k?nnen wir für dich tun, Piri?"

  Piri, begeistert: "Lasst mich auf euren Schultern nach Hause reiten."

  Meneor und Piri sitzen neben einander auf der einen Schulter von Sokrates, der etwas vor den anderen durch die Wüste, dem Sonnenuntergang entgegen stapft.

  Caesar: "Du kannst das übertragung abbrechen, Doi."

  Der Bildschirm erlischt. Caesar, eindringlich: "Du darfst niemandem sagen, dass wir Informationen von den Grossdois bekommen, auch Myrta nicht."

  Caesar f?hrt fort: "Die Natürlichen brauchen nicht zu wissen, was die Genvilles tun ... Aber wir werden es wissen."

  Doi, mit der flachen Hand auf seiner Brust: "Doi werden schweigen, grosses Doi-Ehrenwort."

  Caesar, l?chelnd: "Hast du wieder eines dieser bl?den Indianerfilme angeschaut."

  Doi rennt im Kreis, die Hand vor den Mund schlagend, und st?sst ein 'Uwauwauhh Uwauwauhh'-Indianergeheul aus.

  Caesar betrachtet ihn amüsiert und denkt: 'Ich wusste, dass die Grossdois Piris L?cheln nicht widerstehen k?nnen ... Es ist das vollkommenste des Welt.'

  Szeneanfang:

  Stadtbildschirm. Nachrichtensprecherin der Natural News: "Wie uns eben mitgeteilt wurde, haben die drei Grossdois ihren Arbeitsplatz in der Wüste verlassen und sind spurlos verschwunden. Jeder Kontakt zu ihnen ist abgebrochen. Damit hat unsere Hoffnung auf die Eroberung der Wüste einen schweren Rückschlag erlitten. Aus Kreisen der Natural Guard werden gegenüber der Universit?t schwere Vorwürfe erhoben. Mit dem nun endgültig fehlgeschlagenen Riesenroboter-Projekt seien grosse Summen buchst?blich in den Sand gesetzt worden ..."

  Szeneanfang:

  Caesar und Myrta halten je eine Hand von Doi und spazieren nachdenklich durch den riesigen Innenhof der Universit?t.

  Myrta bemerkt, dass keine Studierenden mehr einen Caesar-Mantel tragen. Betont schauen die Studierenden weg oder strafen die drei mit einem verachtungsvollen Blick. Myrta denkt: 'Niemand tr?gt mehr ein Caesar-Mantel ...'

  Myrta wirft einen vorsichtig forschenden Blick auf Caesars Gesicht und denkt: '... Ob es wohl darunter leidet?'

  Aus Caesars unergründlicher Miene ist jedoch nichts zu lesen.

  Caesar betrachtet aus den Augenwinkeln Myrta, die nun wieder geradeaus blickt und denkt: 'Jetzt habe ich es schon zum zweiten Mal für das Herstellung eines Reinfalls benutzt. Ob es mich auch verachtet ...'

  Caesar, mit Blick auf die Studierenden: '... wie dieses bedeutungslose Gesindel.'

  Doi l?st seine H?nde und trollt sich nach vorn, ...

  ... wo es sich umdreht und sagt: "Ihr gebt kein L?cheln heute. Das ist nicht gut für Doi."

  Caesar und Myrta gleichzeitig: "Weisst du ..."

  Leicht l?chelnd schauen sie sich an und halten inne.

  Mit einer galanten Bewegung l?sst Caesar Myrta den Vortritt.

  Myrta, bekümmert zu Doi: "Uns ist nicht zum Lachen. Unser ganzes Arbeit an den Grossdois ist zerst?rt."

  Doi: "Aber das war doch klar. Piri hat das sch?nste L?cheln des Universums ..."

  Caesar legt mit mahnendem Blick den Zeigefinger auf seine Lippen, was Doi sofort mit auf den Mund geschlagenen H?nden zum Schweigen bringt.

  Myrta beobachtet die Geste Caesars und denkt Stirn runzelnd: 'Was geht hier vor?'

  Wie Caesar zu Myrta schaut, sieht er in ein misstrauisches Gesicht und weiss, dass sie ihn ertappt hat.

  Wie Myrta anf?ngt mit: "Was ...", ...

  ... bringt Caesar sie mit dem Zeigefinger auf den Lippen zum Schweigen. Myrta ist verwirrt.

  Caesar zieht ein Notizbl?cklein aus einer Tasche und schreibt etwas auf, ...

  ... dass er Myrta zum Lesen hinh?lt. Myrta liest schweigend: "Ich kann nicht sprechen. Hart belauscht Sie mit Wanzen."

  Myrta denkt, tiefrot vor Scham: 'Dann h?ren die mich also jedes Morgen st?hnen!'

  Caesar ist v?llig überrascht von Myrtas Reaktion.

  Myrta reisst sich zusammen und schreibt auf den Notizblock: "K?nnen Sie die Wanzen nicht entfernen?"

  Caesar schreibt: "Doch, aber dann weiss ich immer noch nicht, ob ich Ihnen vertrauen kann."

  Myrta schaut Caesar lange und mit tiefem Ernst an, ...

  ... um dann zu schreiben: "Kann ich IHNEN trauen? Ein Restrisiko bleibt immer."

  Wie Caesar das liest, muss er lachen und entlockt Myrta damit ein L?cheln.

  Caesar h?lt Doi einen Text hin: "Doi, zerst?re s?mtliche Wanzen bei Myrta."

  Doi konzentriert sich auf Myrta.

  An zwei Stellen von Myrtas Kleidung tritt ein Rauchw?lkchen aus. Myrta ist verblüfft.

  Caesar erkl?rt: "Ich habe Doi ein kleines Mikrowellenkanone eingebaut. Damit kann es jedes Elektronik zerst?ren."

  Myrta schaut Caesar ernst an und sagt: "Wie war das mit Piris L?cheln?"

  Caesar, der wieder unergründlich wirkt: "Nun, Piri geh?rt zu den Genvilles. Sein L?cheln hat den Grossdois so gefallen, dass sie ihm gefolgt sind. Und genau das war mein Absicht."

  Myrta, verwirrt: "Aber ..."

  Caesar, unbeirrt: "Die Grossdois übermitteln unserem Doi ihre Wahrnehmungen, sodass ich weiss, was die Genvilles tun und vorhaben. Diese Informationen dürfen nicht in die falschen H?nde geraten. Deshalb gelten die Grossdois offiziell als verschollen."

  Myrta, mit grossen Augen: "Die 'falschen H?nde' ... Ist damit das Natural Guard gemeint?"

  Caesar: "Ja."

  Caesar: "Diese Leute sind deformiert. Sie haben kein Ahnung von dem wahren und erfreulichen Herrschaft.

  Myrta, fragend: "Erfreuliches Herrschaft?"

  Caesar, entrückt, leicht theatralisch: "Ja, wenn das Volk sich vor den Herrschenden verbeugt, denen es sein Glück zu verdanken hat."

  Myrta schaut zweifelnd.

  Myrta bleibt auf dem Boden der Tatsachen und sagt nüchtern: "Das ist Hochverrat und kann uns das Leben kosten."

  Caesar, mit feinem L?cheln: "Ein Restrisiko bleibt immer."

  Schweigend gehen sie weiter.

  Myrta wirft einen verstohlenen Blick auf Doi und sagt: "Doi ...?"

  Doi springt Myrta auf die Schulter, beugt sich vor und h?lt Myrta seinen waagrecht gelegten Kopf dicht vors Gesicht. Doi: "Ja, Superweib Myrta?"

  Myrta, verlegen kichernd: "Würdest du heute Abend in mein Wohnung kommen und alle Wanzen zerst?ren?"

  Caesar, der von natürlichen Frauen nichts versteht, denkt mit verwundertem Blick auf Myrta: 'Was gibt es da zu kichern?'

  Szeneanfang:

  Iris kreischt: "Dieser beschr?nkte Lustmolch ist gescheitert! Jetzt sind wir dran!"

  Erstaunt bis ?ngstlich herumgerissene K?pfe.

  Iris zeigt in die Wüste.

  Am Horizont sind die drei Grossdois zu sehen.

  Chromos 5 betrachtet das Bild und sagt ruhig: "Für ein Angriff ist ihr Schritt aber ziemlich gemütlich."

  Aladan, besorgt: "Aber was, wenn Iris Recht hat?"

  Chromos 5, unverwandt auf die Grossdois blickend: "Wenn Meneor gescheitert ist, werden unsere Waffen wohl nicht viel nützen ... Vielleicht kann Antara uns retten."

  Hisch, verbittert: "Aber Antara ist ja gar nicht da."

  Jetzt ist auch Chromos 5 beunruhigt und schaut sich suchend nach Antara um.

  Estragon, nachdenklich: "Es ist schon seit einem Weile weg."

  Lara, sich selber Mut machend: "Meneor ist nicht gescheitert ..."

  Fragende Gesichter.

  Lara, auf die Grossdois weisend: "Wie sollten diese Dinger sonst wissen, wo wir sind, wenn nicht Meneor und Piri sie führen?"

  Aladan, schicksalsergeben auf die Grossdois blickend: "Dann bleiben wir also stehen und legen unser Leben in Laras Gedankenhand."

  Iris, ver?chtlich zu Ewald: "Immer dieses erhabene Gelaber. Eines Tages werden sie noch an ihrer eigenen Klugscheisse ersticken."

  Ewald l?chelt unglücklich ...

  ... und sagt: "Ich glaube, die meinen das nicht so ernst."

  Doktor Meer, zustimmend: "Das sind Sprachspiele. Sie sollen uns unterhalten."

  Iris, giftig: "Bei Genmonstern, die uns ausrotten wollen, verstehe ich keinen Spass."

  Der Boden zittert leicht unter den nahenden Grossdois, was die Aufmerksamkeit von Iris, Ewald und Meer auf die nahende Gefahr zurück lenkt.

  Sch?n und gewaltig stehen die drei Grossdois vor den Versammelten. Von der Schulter von Sokrates herab winkt Piri: "Juhuuu!"

  W?hrend Sokrates Meneor und Piri sorgsam auf seiner Handfl?che wie mit einer Hebebühne absenkt, stellt Meneor mit einer hinweisenden Geste die Grossdois vor: "Das sind unsere neuen Freundlichen: "Sokrates, Kafka, Beckett."

  Verblüffung bei den Versammelten.

  Aladan erholt sich zuerst und sagt, mit sp?ttischer Herzlichkeit die Arme ausbreitend: "Ihr Dichter und Denker, seid umschlungen!"

  Iris, angesichts der Szene, wie Aladan die Giganten willkommen heisst, fassungslos: "Ich glaube, ich spinne."

  Beckett, den winzigen Aladan aus seiner H?he herab betrachtend: "Wie will dieses Protein mit seinen kurzen Ausl?ufern uns umschlingen?"

  Kafka, aus der gleichen Perspektive: "Vielleicht kann es seine Ausl?ufer verl?ngern."

  Sokrates, aus der gleichen Perspektive: "Ist es nicht so, dass es seine F?higkeiten bei weitem übersch?tzt?"

  Einen Augenblick lang sind die Genvilles verblüfft über den Dialog der Grossdois.

  Dann l?st sich die Spannung auf in Gel?chter. Hisch frotzelt lachend: "Die haben dich schon in den ersten zwei Sekunden durchschaut, Aladan."

  Iris, erschlagen von der Absurdit?t der Szene: "Die Truppe ist eben um ein Stück Wahnsinn bereichert worden."

  Szeneanfang:

  Caesar, Myrta und Doi schlendern durch die Strassen von Natural City. Caesar: "Das Lage hat sich ver?ndert."

  Myrta schaut ihn fragend an.

  Caesar: "Die Genvilles haben das Pilzwesen dazu überredet, durch sein K?rper Wasser heranzuschaffen, sodass überall in dem Wüste etwas wachsen kann."

  Myrta schaut Caesar, an seinem Verstand zweifelnd, an.

  Myrta, tapfer sich auf den Irrsinn einlassend: "Aber wie kann ein Pilzwesen überredet werden? Und woher nimmt es soviel Wasser?"

  Caesar, mit leichtem L?cheln: "Auf das erste Frage weiss ich auch kein Antwort. Ich weiss nur, dass es ein schweres Fehler w?re, die Genvilles zu untersch?tzen."

  Myrta mustert aufmerksam Caesars Gesicht und denkt: 'T?usche ich mich oder h?re ich da tiefes Respekt heraus?'

  Caesar, sinnierend: "Zum zweiten Frage würde ich meinen, dass das Pilzwesen entweder Zugang hat zu gewaltigen unterirdischen Wasservorkommen oder aber so gross ist, dass es das Meer anzapfen kann."

  Myrta, fassungslos: "Aber das w?re ja gigantisch!"

  Caesar, sinnierend: "Es w?re das gr?sste Lebewesen, das je auf diesem Planeten gelebt hat."

  Myrta, unglücklich: "Sollen wir uns jetzt freuen oder fürchten?"

  Caesar, mit hintergründigem L?cheln: "Wir werden sehen, ob das Pilzwesen auch gegenüber den Natürlichen friedlich ist."

  Myrta, befremdet: 'Warum sagt es 'Natürliche' und nicht 'Menschen'?'

  Sie stehen vor der Kirche, in der Piri und Meneor die Krebskinder geheilt haben.

  Caesar betrachtet das Geb?ude interessiert und sagt: "Ein merkwürdiges Geb?ude."

  Myrta ist erstaunt, dass er die Kirche nicht als solche erkennt ...

  ... und sagt mit ironischem L?cheln: "Hier wohnt Gott."

  Zu Myrtas Verblüffung sagt Caesar, zielstrebig auf den Eingang zusteuernd, in vollem Ernst: "Das will ich sehen."

  In der Kirche sehen sie das M?dchen, welches Piri im letzten Augenblick gerettet hat, auf Knien den Boden schrubben.

  Caesar, sich suchend umschauend: "Wo ist Gott?"

  Eine Stimme aus dem Off: "Er ist im Herzen."

  W?hrend Doi auf den B?nken herumrennt, schauen sich Myrta und Caesar um nach dem M?dchen, welches die Worte gesprochen hat und das nun aufsieht zu ihnen.

  Caesar geht auf das M?dchen zu und sagt sp?ttisch: "Dann muss ich wohl dein Herz aufschneiden, um es zu sehen."

  Die grossen Augen des M?dchens schauen stumm und erschrocken. Myrta denkt missbilligend: 'Caesar hat das Taktgefühl eines Presslufthammers.'

  Myrta versucht das Kind abzulenken und zu beruhigen, l?chelnd: "Hab kein Angst. Das war nur ein Scherz ... Solltest du nicht in dem Schule sein um dieses Zeit?"

  M?dchen, naiv und verloren: "Die Schwester hat gesagt, weil der Engel mich gerettet hat, müsse ich mein ganzes Leben lang Gottes Haus putzen."

  Myrta, neugierig: "Ein Engel hat dich gerettet?"

  M?dchen, wie oben, aber mit leuchtenden Augen: "Ich hatte Krebs und war schon fast tot. Da kam der Engel ... Sein L?cheln war wundersch?n. Er gab mir sein Blut zu trinken und ich wurde gesund."

  Caesar denkt: 'Das klingt ganz nach Piri.'

  Caesar, tadelnd: "Aber das war doch kein Engel, sondern Piri. Es ist ein Chromos 4 Genville und hat dich mit den Enzymen in ihrem Blut gerettet."

  M?dchen, trotzig: "Nein, es war ein Engel."

  Myrta, etwas verwirrt: "Hatte das Engel denn Flügel?"

  M?dchen, den Tr?nen nahe: "Nein, aber er hat so gestrahlt, wie nur ein Engel strahlen kann."

  Caesar, nüchtern: "Siehst du ... ohne Flügel kein Engel."

  M?dchen, weinend: "Doch, es war ein Engel! Es war ein Engel! Es war ein Engel!"

  Mit einer Berührung am Arm mahnt Myrta Caesar zur M?ssigung.

  Caesar, einlenkend, l?chelnd: "Also gut, wenn Gott dich gerettet hat, dann k?nntest du doch auch mein Haus putzen ..."

  Das M?dchen schaut Caesar verweint und verwirrt an.

  Caesar, sich selbstgef?llig in Pose werfend: "Ich bin n?mlich auch ein Gott."

  Das wirft Myrta von den Beinen.

  M?dchen, tapfer dem grossen Mann widersprechend: "Sie dürfen nicht Gott l?stern. Er wird sie sonst bestrafen."

  Caesar zeigt mit dem Finger auf das M?dchen und sagt mit gespieltem Ernst: "Wenn du es siehst, richte ihm aus, das soll es mir gef?lligst selber sagen."

  Das M?dchen ist sprachlos. Im Hintergrund turnt Doi an einem mit Kerzen bestückten Leuchter herum.

  Als w?re sein Weltbild noch nicht genug verrückt worden, h?lt Doi dem M?dchen eine Kerze hin und sagt: "Kannst du das essen?"

  Mit sanftem Nachdruck zieht Myrta sowohl Doi als auch Caesar am Arm in Richtung Ausgang. Das M?dchen blickt ihnen fassungslos nach.

  Draussen sagt Caesar Stirn runzelnd: "Es war Piri, das das M?dchen gerettet hat und dieses Schwester l?sst es dafür das Rest seines Lebens schuften."

  Caesar, wie oben, zu Myrta: "Warum wollte das Kind nicht h?ren? Es w?re doch jetzt frei."

  Myrta, ernst und nachdenklich: "Den Menschen ist oft ein seelisches Halt wichtiger als das Wahrheit."

  Caesar schaut sie an ...

  ... und sagt streng: "Das ist aber ziemlich unpraktisch."

  Caesar betrachtet sinnierend die Kirche und sagt: "Vielleicht sollten wir dieses Haus einreissen. Dann g?be es nichts mehr zu putzen und das Kind w?re frei."

  Myrta schl?gt sich die Hand an die Stirn.

  Im Weitergehen schaut Myrta, verstohlen und verwirrt zugleich, auf Caesar und denkt: 'Auf dem einen Seite ein Genie, wie es noch keines gab. Auf dem anderen Seite dumm wie ein Fussabtreter. Wie kann das sein?'

  Myrta, mit forschendem Blick: "Sie erw?gen das doch nicht wirklich?"

  Caesar, sich nachdenkend das Kinn reibend: "Wir müssten die Leute zuerst rausschaffen ... und dann ... Bummm!"

  Myrta, fast flehend, weil sie ihm das wirklich zutraut: "Aber Sie k?nnen doch kein Haus Gottes in das Luft jagen."

  Caesar, mit kindlicher Logik: "Ich habe Gott nicht gesehen. Ich glaube nicht, dass es in diesem Haus lebt."

  Myrta, vorsichtig protestierend: "Ja, aber es gibt Leute, die das glauben. Und aus Respekt vor ihrem Glauben, darf dieses Haus nicht gesprengt werden."

  Caesar weist auf einen abgeschlagenen Kopf, der auf einer Konsole auf einer Hauswand liegt und sagt: "Müssen wir vor allem Respekt haben, was die Leute glauben?"

  Aus einiger Entfernung lesen sie das darunter h?ngende Plakat: "Ich bekenne mich schuldig des Verbrechens wider die Natur. Ich habe mich einer Gentherapie unterzogen. Es ist gut, dass meine naturfeindlichen Gene vom Antlitz der Erde verschwinden."

  Zwischen ihnen und der Hauswand geht eine Mutter mit ihrem kleinen Jungen an der Hand vorbei. Junge, auf den abgeschlagenen Kopf zeigend, ?ngstlich: "Mama, ich habe Angst."

  Mutter, beruhigend, tadelnd: "Du dummer Junge, du brauchst doch keine Angst zu haben. Das ist nur ein Genmonster."

  Junge, neugierig: "Was ist ein Genmonster?"

  Mutter: "Die Genmonster haben uns alles kaputt gemacht. Aber jetzt beschützt uns ja die Natural Guard vor den b?sen Monstern."

  Junge, bittend: "Ich will auch gegen Monster k?mpfen. Kann ich auch ein Natural Guard sein, Mama?"

  Mutter, zufrieden l?chelnd den Kopf des Jungen t?tschelnd: "Ja, wenn du gross und stark bist."

  W?hrend Mutter und Kind weiter gehen, sagt Myrta leise zu sich selbst: "Wie einfach kann das Welt sein."

  Caesar, etwas überrascht: "Sind Sie etwa nicht dieses Meinung, Frau Behr?"

  Myrta, sich ein Herz fassend: "Wenn wir schon dabei sind, Hochverrat zu begehen, kann ich es ruhig zugeben: Nein, ich bin nicht dieses Meinung."

  Caesar, interessiert: "Warum nicht?"

  Myrta, schlicht: "Das Gentechnik ist für mich bloss ein Technik. Miese Leute machen damit Monster. Gute Leute Engel."

  Caesar, mit unergründlichem L?cheln: "Und wenn das Engel ein Fehler hat?"

  Myrta versteht nicht.

  Caesar, vom Thema ablenkend: "Lassen Sie uns noch ein bisschen fernsehen. Ich bin gespannt, was die Genvilles so treiben."

  Myrta blickt dem voran gehenden Caesar nach und denkt: 'Und wenn das Engel ein Fehler hat ...'

  Szeneanfang:

  Diese Szene beginnt dort, wo die letzte Genville-Szene aufgeh?rt hat.

  Ein Ruf aus dem Off: "Vooortraaag!"

  ... l?sst die K?pfe der Anwesenden herumfahren. Auch die Grossdois lenken ihre Aufmerksamkeit auf die seltsame Erscheinung, die sich da n?hert. Es handelt sich um eine etwa 50 Zentimeter dicke und 10 Meter durchmessende fliegende Scheibe, die mehrere Meter über Boden angeschwebt kommt. Bizarr geformte Gel?nder gehen ringsum. Antara, die Nutzwesen und Flu stehen auf der Scheibe.

  Im 45-Grad Winkel saust die Scheibe nach oben, auf Kopfh?he der Grossdois. Antara ruft, ihre Arme theatralisch ausbreitend: "Willkommen, ihr Titanen! Darf ich euch in mein Herz schliessen?"

  Beckett: "Ist es da nicht etwas eng für uns?"

  W?hrend einige Umstehende lachen, kommentiert Aladan, mit weit zurückgelegtem Kopf die Begegnung verfolgend, trocken: "Das Welt der Wisperfelder begegnet dem Welt der Maschinen."

  Estragon, in der selben Haltung, ebenso trocken: "Wie Feuer und Wasser ... Antara l?sst es zischen."

  Sokrates: "Was ist das für ein Scheibe, auf dem du fliegst, Protein?"

  Antara, fr?hlich: "Ich heisse Antara."

  Wie ein Ritual stellen sich die Grossdois mit ihrem Namen vor: "Sokrates", "Kafka", "Beckett".

  Antara, entzückt: "Oh welch Entzücken. An euren Namen schon erkenne ich, dass ihr Gesch?pfe Caesars seid. Leiten doch diese grossen Sterne am Firmament von Geist und Poesie das Fluss unserer Gedanken auf das Gute hin. Lasst uns also Freundschaft schliessen, auf dass das Gute, nun verst?rkt durch euer grosses Kraft, viel eher noch das neue Welt erschafft."

  Sokrates: "Ob das das Antwort auf mein Frage war?"

  Kafka: "Antara will ein neues Welt erschaffen mit dem Guten."

  Beckett: "Was das wohl ist ... das Gute?"

  Antara schwebt mit der Scheibe etwas tiefer, sodass alle sie nun gut sehen und h?ren k?nnen ...

  ... und beginnt mit zufriedenem L?cheln ihren Vortrag: "Das, was ihr hier seht, ist Ambellmi, unser neues Freundliches. Es ist das m?chtigste Wesen des Welt ..."

  Antara, geheimnisvoll: "... Und es wird uns helfen, das Gottwesen zu finden."

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