Szeneanfang:
Ein dynamisches Bild. Antara saust mit den Nutzwesen und Flu auf Ambellmi durch die Luft. Die Grossdois eilen mit Riesenschritten. Auf ihren H?nden tragen sie die Natürlichen sowie Pferdchen und Giftstrauss. Die Genvilles reiten mit m?chtigem Schwung das Pilzwesen. Alle geniessen das Tempo.
Vor ihnen ist eine Art Kraterberg, der aussieht, als w?re der obere Teil eines Vulkans weggerissen worden, sodass nun nur noch ein gezackter Felsenring übrig geblieben ist.
Alle stehen auf dem Felsenring und schauen hinunter in ein grosses muldenf?rmiges Tal mit sanft abfallenden H?ngen aus feinem Sand.
Piri hüpft begeistert hoch und ruft: "Oh, wie sch?n! Hier bauen wir ein Paradies!"
Allgemeine Zustimmung.
Meneor, ernst: "Ich würde das nicht tun."
Alle schauen erstaunt zu ihm
Meneor, mit seinem Arm auf den Felsenkreis zeigend: "Diese Felsen behindern das Sicht ..."
Meneor, auf den Talgrund zeigend: "Wenn wir da unten sind, sehen wir nicht, was sich n?hert. Wir sind leicht zu überfallen."
Aladan, etwas zwielichtig: "Ja, ich finde auch, dass das hier kein gutes Platz ist."
Hisch, ver?chtlich: "Schweig, du H?ngenudel! Du willst dich doch nur von dem Arbeit drücken."
Hisch, b?se grinsend, bohrend: "Oder nenne uns deine Gründe."
Aladan stottert: "?hm, ... ja ... ?hm ..."
Die Umstehenden lachen.
Estragon eilt Aladan zu Hilfe, und sagt mit professoralem Ernst: "Aber es ist doch ganz offensichtlich, was Aladan meint ..."
Erstaunen.
Estragon, wie oben: "Das Tal liegt in einem Felsenschüssel. Das Pilzwesen kann folglich unser Plantage nicht bew?ssern und sich auch nicht davon ern?hren. Wozu also das Aufwand?"
Hisch, sp?ttisch: "Unser Estragon kann neuerdings auch Gedanken lesen."
Aladan protestiert: "Aber genau das wollte ich sagen."
Allgemeines Gel?chter.
Aladan spielt den Beleidigten. Estragon l?chelt ihn an.
Chromos 5, etwas abseits, mit Blick in die Weite, ernst: "Nun, ich denke, wir haben genug Argumente geh?rt, um hier nicht unsere Kr?fte zu verschwenden. Lasst uns ein Pl?tzchen suchen, wo das sanfte Fliessen der Hügel unserem Auge schmeichelt."
Estragon, sp?ttisch: "Das grosse Schmeichler hat gesprochen."
Lara, tatendurstig, lachend: "Dann auf ins Schmeichelparadies!"
In fr?hlicher Stimmung begibt sich die Gesellschaft vom Felsenkreis hinunter, ...
... um gleich darauf wieder in voller Fahrt durch die Wüste zu jagen. Wagon ruft übermütig zu den Natürlichen, die in den H?nden der Dois reisen, hoch: "Sagt es uns, wenn ihr was Schmeichelhaftes seht!"
Beim n?chsten Halt stehen sie in einer wohlgeformten Landschaft mit Hügeln, die sich sanft erheben. Alles ist bestreut mit feinem Sand.
Piri schmiegt sich in den weichen Sand und sagt schw?rmerisch: "Wie z?rtlich das Sand hier ist."
Chromos 5, feierlich: "Dann lasst uns hier beginnen mit dem Garten, gr?sser als alle anderen, mit H?usern, sch?ner, als wir je erbaut."
Iris kommentiert fatalistisch: "Die Ausbreitung der monstr?sen Gene schreitet unaufhaltsam voran."
Meer l?chelt bei diesen Worten still vor sich hin.
Aladan, Estragon mit dem Ellbogen anstupsend, verschw?rerisch, leise: "He, Estragon ..."
Aladan, auf die Grossdois zeigend: "Wir schnappen uns diese Strombüchsen und bringen ihnen bei, wie's geht. Dann k?nnen wir uns ein sch?nes Tag machen."
Estragon wirft einen zweifelnden Blick auf die Grossdois.
Wie alle sich etwas zerstreut haben, um sich ihren Aufgaben zu widmen, n?hern sich Aladan und Estragon den drei Grossdois die unt?tig auf einem Hügel sitzen. Die Grossdois beobachten die N?her-kommenden.
Kafka, reglos die zwei kleinen Gestalten betrachtend: "Da kommen die Proteine Aladan und Estragon."
Die beiden haben Kafka geh?rt und Estragon sagt: "Merkwürdig, wenn ein Blechhaufen S?tze bildet."
Beckett zum etwas erschrockenen Estragon, der nicht damit gerechnet hat, geh?rt zu werden: "Hier ist kein Blechhaufen. Wovon sprichst du?"
Aladan, der vor den Grossdois bedeutend weniger Respekt hat, fr?hlich neckend: "Na ihr seid doch ein riesiges Ansammlung von Blech."
Beckett: "Wir sind nicht aus Metallblechen, sondern aus Kunststoffen, die viel leichter und zehn Mal st?rker sind."
Aladan, dem überraschten Estragon auf die Schulter hauend, amüsiert lachend: "Angeben k?nnen die schon fast so gut wie wir."
Aladan, schelmisch: "H?rt mal, Kinder, ist es euch nicht langweilig?"
Sokrates: "Was ist das 'langweilig'?"
Beckett: "So nennen das die Proteine, wenn das Erregungspegel ihres Bewusstseins unter ein gewisses Sollwert absinkt ..."
Beckett: "Das geschieht, wenn einiges Zeit keine interessanten, d. h. die Bedürfnisse ansprechenden Sinnes- oder Gedankenreize ins Bewusstsein gelangen."
Kafka: "Wenn ich das Erregungswert meiner Sinnes- und Gedankenreize zusammenz?hle, komme ich auf ein niedriges Wert."
Sokrates: "Dann k?nnen wir das Frage mit ja beantworten."
Aladan, begeistert: "Das ist ja hervorzüglich ..."
Estragon schmunzelt.
Aladan, wichtig tuerisch: "Es gibt da n?mlich ein interessantes M?glichkeit, euch an dem Rettung des Planeten zu beteiligen."
Sokrates: "Gibt es dafür auch Piris L?cheln?"
Aladan, überschw?nglich: "O massenhaft, ein ganzes Badewanne voll ..."
Aladan stutzt bei dem Vergleich, weil er im Geiste eine mickrige Badewanne mit den riesigen Grossdois vergleicht ...
... und verbessert sich hastig: "?hm ich meinte, ein ganzes See voll."
Sokrates: "Ich habe nicht gewusst, dass es L?cheln auch in flüssigem Form gibt."
Estragon und Aladan schauen sich verblüfft an, ...
... um dann in lautes Gel?chter auszubrechen, ...
... welches abrupt endet, wie Kafka fragt: "Warum sprecht ihr immer wieder die Silben Ha-ha-ha?"
Estragon zeigt mit dem Zeigefinger auf Aladan und sagt grinsend: "Ha ..."
Sofort macht Aladan mit und sagt, auf Estragon zeigend: "Ha ..."
Estragon doppelt nach, wie oben: "Ha ..."
Aladan, wie oben: "Ha ..."
Jetzt prusten beide los und biegen sich vor Lachen. über den drei Grossdois h?ngt je ein grosses Fragezeichen, w?hrend sie die beiden Verrückten stumm betrachten.
Kafka, mit Blick auf die Lachenden: "Ich habe gedacht, Wisperfelder h?tten gewisse Vorteile."
Sokrates, mit Blick auf die Lachenden: "Erscheint es nun nicht so, dass sie auch gewisse Nachteile haben?"
Beckett, mit Blick auf die Lachenden: "Dieses Zustand des Handlungsunf?higkeit ist befremdlich."
Szeneanfang:
Die Grossdois sind dabei, mit dem Finger ein Loch in den Sand zu bohren, um dann mit ihren riesigen H?nden zierlich wirkende Essgartengew?chse einzupflanzen. Selbstzufrieden l?chelnd stehen Aladan und Estragon mit auf dem Rücken verschr?nkten H?nden daneben und schauen zu.
Aladan, selbstzufrieden l?chelnd: "Bist du nicht auch des allseitig geachteten, vielseitig bewunderten und preiswürdigen Ansicht, dass sich durch geschicktes Beeinflussen der Kr?fte das Leben ganz gut ertragen l?sst, mein liebes Estragon?"
Estragon, l?chelnd und würdevoll: "Für dieses Mal mag ohne Widerrede mein Haupt sich neigen zum respektvollen Ja, liebes Aladan."
Eine Stimme aus dem Off l?sst die beiden nichts Gutes ahnen: "Oh seht, wie des Philosophen Schweiss sich aus dem Stirne presst ob des Gedankens Schwere."
Wie sie sich wie zwei ertappte Schuljungen umdrehen, steht Hisch da mit angewinkelten Armen und in die Seite gesteckten F?usten. Ihr L?cheln ist grimmig.
Aladan spielt den Unschuldigen: "Hallo Hisch, hast du nichts zu tun?"
Hisch, mit trügerischer Ruhe: "Doch, ich schaue nach, in welchen entlegenen Gedankengefilden sich die zwei gr?ssten Philosophen des Universums herumtreiben."
Estragon, mit schmerzlichem L?cheln: "H?re ich ein Hauch von Missbilligung oder sollte ich mein Geh?r nachjustieren lassen?"
Hisch, gef?hrlich erfreut über Estragons schnelle Auffassungsgabe: "Dein Geh?r ist brillant ..."
Hisch, drohend: "Was also macht ihr zwei?"
Aladan, sich rechtfertigend: "Nach diesem grossartigen Leistung, unsere Stromkanister zum Mitarbeit zu bewegen, haben wir doch etwas ... ?hm ... Entspannung verdient."
Hisch, mit wohlwollendem L?cheln und funkensprühendem Blick: "Habt ihr ja auch: Ihr dürft euch jetzt entspannt dem Entwurf von noch sch?neren H?usern widmen."
Aladan und Estragon, protestierend: "Aber wir sind keine Architektleute."
Hisch, sich mit einem 'Pfff' abwendend: "Dann versucht's doch einfach mit Gentechnik."
Geschlagen stehen Aladan und Estragon da. Aladan: "Das Charme dieses Frau hat doch immer wieder etwas überzeugendes, findest du nicht?"
Beide trotten geschlagen von dannen. Estragon: "Doch doch, ja ja, gewiss ..."
Szeneanfang:
Iris hat Ewald am Kragen gepackt und zerrt ihn mit sich. Iris, tatendurstig: "Komm mit, Ewald! Du musst mich filmen."
Ewald, protestierend: "Aber ich habe doch gar keine Kamera."
Iris, das Argument mit einer Handbewegung beiseite wischend: "Na und? Dann tust du eben so, als ob. Oder willst du hier verfaulen?"
Ewald ist verwirrt.
Iris bremst pl?tzlich ihren Lauf und murmelt zu sich selbst: "Ich weiss ja gar nicht, wo dieses Monster ist."
Stimme aus dem Off: "Soll ich dich hinführrren, Irrris?"
Iris dreht sich nach Flu um und sagt, sich vor Ekel schüttelnd: "W?h, dieses eklige Vieh!"
Flu l?chelt.
Ewald, der sich aus Iris' Griff befreit hat, vermittelnd: "Was hast du denn gegen Flu?"
Iris, angeekelt: "Ich hasse stinkende K?ter, die sprechen."
Flu l?chelt.
Ewald, gefasst, wie zu einem st?rrischen Kind: "Abgesehen davon, dass dieser 'K?ter' dir das Leben gerettet hat, besitzt er einen Intelligenzquotienten von 400 ..."
Ewald, Iris fest anschauend: "Und damit ist er uns beiden haushoch überlegen."
Iris starrt Ewald fassungslos an und sagt: "Und wozu?"
Flu: "Ich muss das Synthese von Kampfgasen begrrreifen, damit ich fürrr jedes Zweck das entsprrrechende Gas herrrstellen kann. Ich muss im Kopf berrrechen, welche Enzymkaskaden zum rrrichtigen Errrgebnis führrren. Dafürrr ist ein natürrrliches Bewusstsein zu klein."
Iris steht da wie ein begossener Pudel.
Ewald, mit schmerzlichem L?cheln: "Wir haben schon eine Ego-Krise wegen eines zu kleinen Schwanzes. Jetzt haben wir noch ein zu kleines Bewusstsein."
Flu, zu Iris, die sich mühsam zu fassen versucht, l?chelnd: "Zu welchen Monsterrrn m?chtest du, Irrris?"
Iris, ihren Ekel runterschluckend: "?hm ... zu dieser ... ?hm ... fliegenden Quarktorte."
Flu, vorangehend: "Ich zeige euch, wo Ambellmi ist."
Ewald nimmt Iris' Hand, um sie mitzuziehen, ...
... doch die zieht ihre Hand weg mit einem 'Pah', ...
... um mit vor der Brust verschr?nkten Armen und strengem Gesicht Flu zu folgen. Entt?uscht trottet Ewald hintendrein.
Nach einem kleinen Spaziergang durch das hügelige Gel?nde mit dem feinen Sand, ...
... betreten sie eine grosse, flache Senke, in deren Mitte das mindestens aufs Doppelte gewachsene Ambellmi dicht über dem Boden schwebt. Ambellmi ist allein.
Iris ruft verblüfft: "Aber das ist ja viel gr?sser!"
Auch Ewald staunt. Flu trabt fr?hlich auf Ambellmi zu.
W?hrend Iris sich vorsichtig n?hert, ist Ewald eher neugierig.
Vor Ambellmi nimmt Iris ihre professionelle Haltung ein und befiehlt Ewald: "Kamera an!"
Seufzend tut Ewald so, als würde er filmen, w?hrend Iris ihr imagin?res Mikro Ambellmi hinh?lt und sagt: "Monster Ambellmi, darf ich dir ein paar Fragen stellen?"
Ambellmi l?sst seine Gedanken in Iris', Ewalds und Flus Bewusstsein geschehen: ""Warum hast du Angst vor mir, Iris?""
Iris ist zweifach erschrocken: über die Stimme in ihrem Kopf und über die Frage.
Iris, sich zusammenreissend: "Woher willst du wissen, dass ich Angst habe?"
Ambellmis Gedankenstimme: ""Ich lese dein Bewusstsein.""
Iris, entsetzt: "Aber ich will nicht, dass du mein Bewusstsein liest!"
Ambellmi: ""Wie soll ich dich dann verstehen: ich habe kein Geh?r. Wie soll ich zu dir sprechen: ich habe kein Mund.""
Iris sucht mit prüfendem Blick Ambellmi ab und sagt mehr zu sich selbst: "Ja, da ist nichts ..."
Iris, verwirrt: "Aber dann bist du ja ein verkrüppeltes Monster ... eine katastrophale Fehlkonstruktion ..."
Iris, schimpfend: "Diese Antara ist ein rücksichtsloses Horrorweib!"
Ambellmi: ""Warum? Du h?rst doch, dass ich kein Mund brauche zum Sprechen.""
Iris stutzt.
Iris, nun pl?tzlich neugierig: "Wie geht das?"
Ambellmi: ""Ich lasse in deinem Gehirn Wisperfelder geschehen, so als w?ren sie Erinnerungen.""
Iris hat ihre Vorbehalte vergessen und ist nun ganz Reporterin: "Und warum manipulierst du nicht meine Sinnesorgane, damit ich deine Stimme auch wirklich h?ren kann?"
Ambellmi: ""Du würdest ein Stimme h?ren, wo keines ist. Du würdest Bilder sehen, wo keine sind. Du würdest Dinge spüren, ..."
Iris: "... wo keine sind."
Ambellmi: ""Dein gewohntes Wahrnehmen k?me durcheinander. Dein Bezug zum Wirklichkeit würde leiden.""
Ewald, hinter seiner imagin?ren Kamera hervor: "Hat der nicht schon gelitten?"
Iris schickt Ewald einen Pfeil b?sen Blick, ...
... ist jedoch zu sehr gefangen von dem Gespr?ch und fragt, mit dem hingestreckten, bloss gedachten Mikro weiter: "Und wie kannst du essen ohne Mund?"
Ambellmi: ""Ich habe keine Verdauungsorgane. Ich bestehe fast nur aus Gehirn ...""
Iris und Ewald sind gleichermassen verblüfft und stehen da mit offenem Mund wie zwei Kinder, denen eben ein Brontosaurier über den Weg l?uft.
Iris schaut von einem Ende Ambellmis zum andern und stammelt: "Wow, ... nur ... Gehirn ..."
Ewald stammelt schwer beeindruckt: "Eine solche Intelligenz ... hat es ... noch nie gegeben."
Iris steht noch im Bann des Geh?rten und vergisst, ihr 'Mikro' hinzuhalten: "Aber ein Gehirn braucht doch auch Nahrung."
Ambellmi: ""Antara hat eine neues Art von Zellen entwickelt. Sie wandeln direkt Schnelles Energie in das ben?tigte Langsame Energie um. Ich bestehe aus solchen Zellen und komme daher ohne Nahrung aus.""
Für einen Augenblick vergessen Ewald und Iris ihr erwachsenes Selbstbild und stehen da wie Kinder, mit h?ngenden Armen, Ambellmi mit einem langen, staunenden Blick betrachtend.
Iris, wie oben, mit tonloser Stimme: "Wie kann ein Mensch so etwas erfinden ... wider jede Physik?"
Ambellmi: ""Offensichtlich ist es nicht wider das Physik ... und die Genvilles sind sehr begabt.""
Iris befreit sich von dem Bann des Staunens und h?lt Ambellmi wieder ihr 'Mikro' hin: "Seit ich dich das letzte Mal gesehen habe, bist du ziemlich gr?sser geworden. Wann bist du ausgewachsen?"
Ewald h?lt sich hastig die 'Kamera' vors Gesicht und 'filmt'.
Ambellmi: ""Ich wachse nicht, ich vergr?ssere mich.""
Iris ist verblüfft über diese Haarspalterei: "Und wo ist da der Unterschied?"
Ambellmi: ""Wachstum ist genetisch vorgegeben. Mit etwa zehn Metern Durchmesser war ich ausgewachsen ... Jetzt aber vergr?ssere ich mich, indem ich mit Hilfe meiner Wandlerzellen Schnelles Energie zu Hirnmasse verlangsame ... Bis mein Bewusstsein gross genug ist.""
Iris, gebannt: "Gross genug wofür?"
Ambellmi: ""Ihr wollt doch zu dem Gottwesen ... Ich werde alle physikalischen St?rungen herausfiltern, sodass ihr das Gottwesen direkt wahrnehmen k?nnt.""
Ewalds Kinnlade klappt nach unten vor Verblüffung. Iris kippt nach hinten. Das ist zu viel für sie.
Ewald, fast ehrfürchtig: "Und wie gross musst du dafür werden?"
Ambellmi: ""Ich werde sehen ... vielleicht einige Kilometer.""
Genug für Ewald. Auch ihn schl?gt's hintenüber.
Szeneanfang:
Yon schlendert durch den Sand. Schwere Gedanken verdunkeln sein Gemüt, sodass sein Gesicht traurig und gequ?lt wirkt.
Wie er aufschaut, sieht er in einiger Entfernung Antara sinnierend vor einem Diamantblock der Grossdois stehen.
Wie Yon sich ihr von hinten n?hert, erschreckt ihn Antaras Stimme mit den Worten: "Was h?ltst du davon, wenn ich dieses Diamant in ein Kunstwerk einbaue, Yon?"
Yon tritt neben Antara und sagt mit gequ?ltem L?cheln: "Eine gute Idee."
Antara, mit ihren H?nden die Konturen einer S?ule nachzeichnend: "Was h?ltst du von einem Glückss?ule?"
Antara, den überraschten Yon an der Hand wegziehend: "Komm, ich zeige es dir."
Unweit des Diamantblocks stehen sie in einiger Entfernung vor einem Hügelchen. Antaras Augen sind geschlossen, ihre H?nde beschw?rend auf das Hügelchen gerichtet.
Antara murmelt konzentriert: "Ich verlangsame jetzt das Schnelle Energie zu einem S?ule."
Fasziniert von dem Schauspiel, sieht Yon auf dem Hügelchen eine etwa zehn Meter hohe S?ule aus dem Nichts entstehen.
Antara, wie oben, aber in Richtung Diamantblock: "Jetzt l?se ich die Schwerkraftwellen unter dem Diamant so weit auf, dass es schwebt ..."
Der Block schwebt.
Yon beobachtet fasziniert, wie sich der Block langsam auf die S?ule zu bewegt und h?rt dazu Antaras Kommentar: "Ich erzeuge Schwerkraftwellen, die das Block in Richtung S?ule ziehen."
Fast lautlos senkt sich der Block auf die S?ule.
Yon geht langsam auf die S?ule zu und beobachtet fasziniert, wie die Worte:
Mehr Freude.
Weniger Schmerz.
auf die eine Seite des Diamantblocks wie von Geisterhand eingraviert werden.
Yon: "Aber warum ist das eine 'Glückss?ule'?"
Antara nimmt ihn mit einem geheimnisvollen L?cheln bei der Hand und zieht ihn seitlich weg, sodass die n?chste Seite des Diamantblocks in ihr Blickfeld ger?t.
Antara steht da in ihrer Beschw?rungshaltung mit auf den Block gerichteten H?nden und murmelt: "Wenn wir zusammenhalten, k?nnen wir das Glück erschaffen. Deshalb schreibe ich ..."
Und auf dieser 'leeren' Seite des Diamantblocks graben sich die Worte ein:
"Zusammen
erschaffen wir
das Glück."
Yon, protestierend: "Zusammenhalten ist keine Garantie für Glück. Ebenso gut kannst du sagen: Zusammen zerst?ren wir diesen Planeten."
Antara, mit leicht traurigem L?cheln: "Ja, zusammen kannst du in jedes Richtung zielen. Aber die Natürlichen haben seit jeher nach deinem Spruch gelebt. Wollen wir nicht mal meinen ausprobieren?"
Yon muss l?cheln: "Das hat gesessen ..."
Yon, wieder traurig, wehmütig: "Ihr Genvilles seid so herrlich naiv."
Antara wirft Yon einen langen forschenden Blick zu. Yon versucht gequ?lt zu l?cheln.
Antara, mit nach innen gekehrtem Blick: "Lass dein Schmerz ins Bewusstsein fliessen, sonst kann ich es nicht sehen."
Yon fühlt sich ertappt und sagt abwehrend: "Ich ..."
Wissend, das es keinen Zweck hat, Antara etwas vorzumachen, l?sst er resigniert seine Schultern h?ngen und sagt unglücklich: "Ja, du hast Recht ..."
Yon mit leidendem Blick: "Mich qu?lt die Ungewissheit, ob mein grosses Vorbild Chief Held ein Massenm?rder ist, ... so wie Meneor es behauptet ..."
Yon, wie oben: "Ich will wissen, wer der Mann ist, dem ich alles zu verdanken habe, was ich bin ..."
Yon, unsicher: "Ich wollte dich fragen ... bitten, ... ob du nicht vielleicht ... seine Gedanken lesen k?nntest ..."
Von Yons Qual an ihren eigenen Schmerz erinnert, betrachtet Antara Yon mit einem langen, tiefen, dunklen, melancholischen Blick, ...
... geht langsam auf ihn zu, der sie unsicher n?herkommen sieht, ...
... legt ihre Arme um ihn, ...
... ihre Wange an die seine, w?hrend Yon dasteht mit hilflosem Blick, ...
... spürt mit geschlossenen Augen seinen K?rper, seine Wange, l?sst sich durchstr?men von seiner W?rme, was ein mildes L?cheln auf ihr Gesicht zaubert. Auch Yon schliesst die Augen in seinem traurigen Gesicht, l?sst es geschehen, wenn er auch die Umarmung nicht erwidert.
Sanft fasst Antara Yons Gesicht mit ihren H?nden ...
... und küsst den überraschten z?rtlich auf den Mund.
W?hrend Yon err?tet, denkt er: 'Mann, in Natural City hat mich niemand geküsst und hier werde ich jeden Tag abgeknutscht ...'
Antara, als w?re es die selbstverst?ndlichste Sache der Welt, auf einen Gedanken zu antworten: "Hast du dich denn nie danach gesehnt?"
Yon stottert ertappt: "Was? ... ?hm ... Nein ... Es ist kompliziert ..."
Yon denkt: 'Mann, ist das unheimlich, wenn jemand deine Gedanken liest ...'
Antara, nüchtern: "Unheimlich ist eher dein Situation ..."
Yon ist wieder erschrocken, obwohl er es doch wissen müsste.
Antara, wie oben: "Du fühlst dich sexuell von M?nnern angezogen, obwohl das unter Natürlichen als unnatürlich gilt. Das ist sehr kompliziert in Natural City, aber v?llig in Ordnung in Genville. Wir haben zwar m?nnliche und weibliche K?rper, aber für uns sind beide sexuell attraktiv, wie du bestimmt schon gemerkt hast."
Antara, bedauernd: "Ein bisschen traurig ist dein Neigung allerdings schon ..."
Yon denkt Stirn runzelnd: 'Jetzt kommt's!'
Antara betrachtet Yon mit ihrem melancholischen Blick, der Yon so magisch anzieht, dass er darin versinken m?chte, w?hrend ihm Antaras überirdische Sch?nheit Schauer den Rücken hinunter jagt.
Antara, wie oben: "Die Genvilles mit den weiblichen K?rpern dürfen nur sehr zurückhaltend von deinem Süsse naschen."
Yon macht ein so verdutztes Gesicht, dass Antara kichern muss.
Yon, mit schr?gem L?cheln: "Du hast mich verarscht. Das ist sonst nicht so dein Ding."
Antara, l?chelnd: "Wenn es mir gelingt, ein L?cheln auf dein Gesicht zu zaubern, ist mir jedes Mittel recht ... Dein Schmerz ist mir so wohlbekannt. Du und ich, seelenverwandt. Drum wisse, du bist nicht allein. Deine Gedanken sind auch mein."
Yon schaut Antara mit grossen Augen an, ...
... senkt den Blick und nickt zum Zeichen, dass er verstanden hat.
Sp?ter spazieren sie friedlich, Yon vielleicht noch etwas verwirrt, nebeneinander durch die hügelige Wüste. Antara: "Solange die Wisperfelder nicht aufgebaut sind, ist sein Ged?chtnis für mich nur ein Ansammlung von Molekülen. Du musst also seine Erinnerungen wach rufen. Dann kann ich sie lesen."
Yon nickt.
Yon sieht Held am Abhang eines Hügelchens sitzen und den Genvilles beim Pflanzen des Essgartens und der Siedlung zusehen.
Yon atmet tief durch ...
... und schreitet dann entschlossen von seitlich hinten auf Held zu, w?hrend Antara hinter dem Hügelchen in Deckung huscht.
Yon r?uspert sich beim N?herkommen, um Helds Aufmerksamkeit zu erwecken.
Held schaut zu dem nun fast neben ihm angekommenen Yon auf und sagt mit hartem L?cheln: "Ah, Yon, mein Junge ..."
Held, die Hand neben sich auf den Sand legend, mit Blick auf die arbeitenden Genvilles: "Komm, setz dich und schau zu, wie das Unheil seinen Lauf nimmt."
Schweigend setzt Yon sich neben Held und beide betrachten die langsam wachsende paradiesisch sch?ne Anlage der Genvilles.
Yon, wie oben: "Welches Unheil meinst du?"
Held, unfreundlich: "Frag nicht so dumm! Oder hast du die Natural Guard und ihre Ziele schon vergessen?"
Helds Unfreundlichkeit l?sst Yon traurig vor sich hin blicken, wie er sagt: "Nachdem wir diesem 'Unheil' mehrfach unser Leben verdanken, ist die Ausrottung aller Genver?nderten nicht mehr mein wichtigstes Ziel."
Held, ?tzend: "So billig l?sst du dich kaufen?"
Yon, wie oben: "Billig? ... Mein Leben ist alles, was ich habe."
Held, ver?chtlich: "Pah."
Yon, wie oben: "Nur eines werde ich ihnen nie verzeihen k?nnen ..."
Held schaut ihn gespannt an und wartet auf die Fortsetzung.
Yon, düster: "Dass sie eine halbe Million Leute in die S?ure haben stürzen lassen ..."
Held l?chelt voller Verachtung.
Yon, mit erschüttert vors Gesicht geschlagenen H?nden: "Das ... das ist ungeheuerlich."
Held erinnert sich an die Geschehnisse und wie es wirklich war, ...
... um mit gespieltem Verst?ndnis zu sagen: "Ja, ihre Hülle mag zwar nett sein, aber innen drin sind sie Monster ... Und das wird so bleiben ..."
Held, mit düsterem Prophetengesicht: "Oder noch schlimmer werden."
Yon hat die H?nde vom Gesicht genommen und schaut zu Held rüber: "Du hast doch etwas vor."
Held, den Blick nicht von der Siedlung lassend, geheimnisvoll, mit finsterem L?cheln: "Sobald wir für uns eine sichere Zuflucht gefunden haben, werde ich die Sache bereinigen."
Yon, verwirrt: "Was soll das heissen?"
Held, wie oben: "Nun, du sagst doch selber, ... das ist ungeheuerlich ... Diese Monster werden mit ihrem Massenmord an den Natürlichen nicht durchkommen."
Yon, der sich über Helds Geheimniskr?merei zu nerven beginnt: "Geht das nicht etwas genauer?"
Held dreht seinen Kopf zu Yon und sagt unwirsch: "Ich werde doch einem Monsterfreund nicht meine Pl?ne verraten."
Yon, der es allm?hlich satt hat, von Held wie ein Junge behandelt zu werden, gereizt: "Haben deine Pl?ne jemals etwas anderes als Tod und Zerst?rung hervorgebracht?!"
Held, selbstgef?llig l?chelnd: "Ja, ... dich zum Beispiel."
Yon muss daran denken, wie Held ihn gerettet und aufgezogen hat, und verstummt.
Yon, dessen Gesicht pl?tzlich wieder traurig ist, erhebt sich und sagt im Weggehen: "Bist du dir da sicher?"
Hinter dem Hügel wartet Antara mit ernstem Gesicht auf den traurigen Jüngling.
W?hrend Yon noch auf sie zu geht, sagt Antara ernst: "Du hast das sehr geschickt gemacht ..."
Mit seinem melancholischem Blick wartet Yon darauf, dass Antara fortf?hrt. Antara, wie oben: "Chief Held hat sich deutlich daran erinnert, ... wie es seinen Leuten das Befehl gegeben hat, die Tribünenverankerungen zu sprengen, um dann im Fernsehen zu sagen, wir seien es gewesen."
Yon, mit grossem erschüttertem Blick, tonlos: "Aber warum?"
Antara, ernst, aber mitfühlend mit Yon: "Das Tribüne wurde nur zu dem Zweck gebaut, alle Leute zu ermorden, die ein Funken Sympathie für die Genvilles empfinden. Held dachte, sie würden sich in stummem Protest gegen das Natural Guard auf dem Tribüne einfinden, um sich innerlich an unseren Siegen zu erfreuen ..."
Antara, mit traurig gesenktem Blick: "Und es hat Recht gehabt ... Nach dem Massenmord hatte das Natural Guard nichts mehr zu fürchten."
Yon ruft, Antara mit seinem verzweifelten Blick durchbohrend: "Aber so etwas kann sich doch nur ein krankes Hirn ausdenken!"
Antara schaut Yon mit tiefem Ernst an und sagt dunkel: "Ja, ... aber du weisst nicht, welches Hirn das Kranke ist."
Yon ist verblüfft.
Antara, wie oben: "Held sagt, die Genvilles haben es getan ... Und ich, die Genville, sage, Held habe es getan ..."
Antara, mit einem traurigen Blick, der durch Yon hindurch zum Horizont geht: "Wem willst du glauben?"
Yon, der sich nicht bewusst war, dass Antara ihn auch belügen k?nnte, starrt Antara ohnm?chtig an, als w?re er versteinert.
Szeneanfang:
Aladan steht strahlend vor einem wundersch?nen Haus, das er entworfen hat.
Stimme aus dem Off: "He, du Philosophenmonster ..."
Aladan dreht sich nach Iris um und sagt, l?chelnd auf sein Haus weisend: "Bewundere vorab mein Kreation, dann schenke ich dir mein Aufmerksamkeit."
Iris nimmt das Haus erst jetzt bewusst wahr und denkt, tief beeindruckt: 'Verdammt ist das sch?n ...!'.
Iris versucht sich nichts anmerken zu lassen und sagt betont gleichgültig: "Ja ja, ist ja ganz nett für einen Vierj?hrigen."
Aladan muss lachen über Iris' Schlagfertigkeit ...
... und sagt schmunzelnd: "Warum suchst du mein N?he? Womit kann ich dich entzücken?"
Iris, triumphierend: "Ich weiss jetzt, was faul ist an deinem 'Mehr Freude. Weniger Schmerz.'"
Aladan: "Ich staun', dass Weisheit du begehrst
und Freude mir damit bescherst."
Iris, Nase rümpfend: "Dir Freude zu bescheren ist nun nicht gerade der Sinn meines Lebens."
Aladan, lachend: "Was w?re Iris ohne Biss?
Es würd' ihm fehlen was gewiss."
Iris, mit schr?gem L?cheln: "Ich weiss, ich kann dich nicht verletzen. Du bist wie ein Judok?mpfer. Aber statt den Gegner mit seiner Angriffsenergie zu Boden zu werfen, machst du aus ihr einen Witz."
Aladan, l?chelnd: "Nun, das ist auch einfach. Verglichen mit dem Durchmesser des Universums ist alles ein Witz."
Iris ist beeindruckt von Aladans Worten ...
... und sagt dann mehr zu sich selbst: "Er ist der geilste Bock, den ich kenne, und trotzdem ekle ich mich nicht vor ihm ... Ich verstehe das nicht ... Warum ist dieses Scheusal so ... faszinierend?"
Iris schl?gt sich, erschrocken über ihr Gest?ndnis, die H?nde vor den Mund und wird puterrot.
Iris, wütend: "Hast du hier eine Pflanze, die psychedelisches Zeug verstr?mt?! Ich würde doch sonst nie so einen Unsinn ..."
Aladan unterbricht sie bes?nftigend: "Hey, hey, hey, Iris ... Warum fürchtest du dich vor deinen Gedanken? Du bist nicht in Natural City. Lass ihnen freies Lauf, als w?ren sie wilde Pferde."
Iris schaut mit grossen Augen, als würden ihr gleich die Tr?nen kommen: "Aber wenn ich dich faszinierend finde, laufen sie in die falsche Richtung, die total falsche Richtung. Sie wird mich den Kopf kosten."
Aladan, tief ernst: "Wenn du dein Kopf nicht nach Natural City tr?gst, kann es auch niemand abschlagen."
Iris, hilflos: "Ausgerechnet bei Genmonstern, die schon so viele K?pfe abgeschlagen haben, soll mein Kopf sicher sein?"
Aladan: "Warum g?nnt ihr Natürlichen euch nie ein freies Sicht auf das Wahrheit? Du kannst dem Wahrheit ins Gesicht schauen oder ihm das Hintern zeigen. Nur musst du dich dann nicht wundern, wenn du vom ihm ein Tritt erh?ltst."
Iris ist verwirrt: "Ich verstehe nicht ..."
Aladan: "Du weisst genau, dass wir nur jene get?tet haben, die uns t?ten wollten. Du weisst genau, dass dich hier niemand bedroht. Du weisst genau, dass dich niemand zwingen wird, nach Natural City zurückzukehren. Was also ist so schwierig, dieses Wahrheit zu akzeptieren und dich in Genville sicher zu fühlen?"
Iris stottert: "Wo ist m... meine Aufgabe ... meine K... Karriere ... mein Auto ... meine Wohnung ... mein G... Geld ..."
Iris, mit grossen Augen Aladan anschauend: "... Mein Leben?"
Zu Iris' überraschung kniet Aladan vor ihr nieder, ...
... legt seine Hand unterhalb ihrer Brüste auf ihren K?rper und sagt: "Es ist hier ... Schliesse die Augen und spüre es."
Iris ist von der Situation so gefangen, dass sie einfach gehorcht. Aladan: "Jetzt atme tief ein und aus ..."
Aladan: "... Vergleiche dein Existenz mit dem Durchmesser des Universums ..."
Aladan: "... Spüre dein Bedeutungslosigkeit ..."
Aladan: "... Spüre dein Verlorenheit ..."
Aladan: "... Spüre mein W?rme."
Immer noch mit geschlossenen Augen legt Iris unwillkürlich beide H?nde auf Aladans Hand.
In dieser Haltung ?ffnet Iris ihre Augen und schaut auf den knienden Aladan mit einem Ausdruck, als k?nne sie nicht begreifen, wie ihr eben geschieht.
Iris, mit fast schmerzlichem L?cheln Aladan seine Hand "zurückgebend": "Also gut, du faszinierendes Monster ... Eigentlich wollte ich dich mit meinen Gedanken in die Enge treiben ..."
Aladan, auf Knien, mit geschlossenen Augen, schw?rmerisch: "Von dir in das Enge getrieben ... Was für ein sch?nes Traum!"
Kopfschüttelnd muss Iris lachen.
Aladan hat sich hingesetzt und l?dt Iris mit einer Handbewegung ein, sich neben ihn zu setzen. Aladan: "Nun, dann treibe mich! Dein seltsames Geist ist ein Quell des überraschung. Du faszinierst mich auch."
Mit einem fast schüchternen L?cheln quittiert sie Aladans Kompliment und setzt sich neben ihn. Iris: "Ich führe 'Mehr Freude. Weniger Schmerz.' ad absurdum."
Aladan, begeistert: "Gern!"
Iris: "Erschaffe eine unsterbliche, sch?ne Blume. Erschaffe ein unsterbliches Wesen, das ohne Unterlass vor dieser Blume sitzt und grosse Freude bei ihrem Anblick empfindet. Damit erzeugst du pausenlos Freude. Aber was ist das für ein Leben? Es ist ... traurig? ... erschreckend?"
Aladan legt seine Stirn in Falten und denkt nach.
Aladan, l?chelnd: "Du meinst, wie ich jetzt auch neben einem sch?nen Blume sitze, es betrachte und Freude empfinde?"
Iris, leicht err?tend, abwehrend: "Halt, halt! Jetzt nicht ablenken!"
Aladan, ernst, mit offenem Blick: "Ja, du hast Recht. Wenn im Universum nur solche Wesen existierten, g?be es sehr viel Freude und keine Schmerzen."
Iris, nicht gerade glücklich über ihre Schlussfolgerung: "Deine Aufgabe bestünde also darin, solche Wesen zu erschaffen und alle anderen umzubringen."
Aladan, ehrlich: "Ja, das ist das letzte Konsequenz. Du hast mich in das Enge getrieben."
Iris, überrascht: "Dass du so schnell aufgibst?"
Aladan: "Das Ringkampf findet statt zwischen wahr und falsch. Nicht zwischen mir und dir."
Iris, l?chelnd: "'Das Wahrheit' hat gesiegt? Und jetzt?"
Aladan: "Jetzt betrachten wir, was wichtig ist."
Iris, nicht verstehend: "Aha."
Aladan: "Das Physik des Bedürfnisstrukturs. Unser Bedürfnisstruktur sagt uns, dass das Leben eines solchen Blumenbetrachtungswesens von erschreckendem Eint?nigkeit und Aussichtslosigkeit sein würde, auch wenn es pausenlos vom Lust vibrierte. Es mangelt uns beiden massiv an Lust, zu den Nutzwesen zu gehen, um es zu erschaffen. Wobei wir unser geh?riges Erschrecken vor dem absurden zweiten Schritt, alle andern Lebewesen wegen ihres geringeren Freudenertrages auszurotten, noch gar nicht haben wirken lassen ..."
Iris folgt mit grossen Augen gebannt den Ausführungen und murmelt vor sich hin: "Haben wir nicht."
Aladan: "... Hieraus ergibt sich mit freundlichem Anschaulichkeit das Erkenntnis, dass es Unsinn ist, Handeln von Gesetzen abzuleiten ..."
Iris, verblüfft: "H??! Willst du echt einen gesetzlosen Zustand?"
Aladan, unbeeindruckt: "... 'Mehr Freude. Weniger Schmerz.' ist ein Beschreibung des Essenz unseres Bedürfnisstrukturs. Dein Denkfehler besteht darin, es als Gesetz zu betrachten, um daraus Handeln abzuleiten. Gesetze bestehen aus Worten, denen jedes auch noch so destruktive Bedürfnisstruktur seine eigenen Bedeutungen beimessen kann. So empfinden Natürliche mehr Freude, wenn sie andere beherrschen, obwohl sie damit ein Vielfaches an Schmerz erzeugen, was so ziemlich das Gegenteil ist von dem, was es für uns bedeutet. Das einzige Gesetz, das z?hlt, ist das Gesetz des Physik, welches in unserem Bedürfnisstruktur festgelegt ist. Wollen wir etwas verbessern, müssen wir das Bedürfnisstruktur ?ndern und nicht die Worte."
Erschlagen von der Wucht der Worte, blickt Iris eine Zeit lang schweigend vor sich hin.
Aladan betrachtet sie aufmerksam mit seinem Genville-Blick.
Iris, kleinlaut, mit schr?gem L?cheln: "Puh, ich bin noch nie so vernichtet worden."
Aladan wie oben.
Iris, nach innen blickend, entspannt: "Aber ich fühle mich gut. Nicht besiegt. Nicht gedemütigt. Das habe ich noch nie erlebt. Ich musste immer gewinnen, sonst war ich verloren ..."
Iris, Kopf schüttelnd, kichernd, weil es so widersprüchlich ist: "... Aber hier gewinne ich auch, wenn ich verliere."
Aladan wie oben.
Iris, Aladan anschauend, mit feuchten Augen: "Du musst jetzt aufh?ren mit deinem Genville-Blick, sonst muss ich weinen."
Aladan küsst mit geschlossenen Augen Iris' Hand.
Iris legt ihre Stirn an Aladans Schulter und l?sst die Tr?nen kullern.
Szeneanfang:
Es ist Nacht. Yon sitzt grübelnd im Mondlicht auf einem Hügel. Entfernt ist ein Fackelfeuer zu sehen mit den Umrissen eines Schlafenden.
Eine Gestalt n?hert sich Yon lautlos von hinten.
Mit einem Klaps auf Yons Schulterblatt sagt Chromos 5 l?chelnd: "Na, mein grüblerisches Freund?"
Yon erschrickt zutiefst."
Yon, ver?rgert: "Ah, mein Herz! Musst du dich so anschleichen?!"
Chromos 5, sich neben Yon setzend, l?chelnd: "Kein Angst, deinem Herzen geschieht nichts. Du bist unsterblich."
Yon, finster: "Darauf pfeife ich."
Chromos 5 ist erstaunt.
Chromos 5, begütigend: "Willst du mir nicht dein geistiges Krampf zeigen? Vielleicht kann ich das Knoten l?sen."
Yon starrt finster vor sich hin.
Yon, wie oben: "Dass ich noch lebe, verdanke ich entweder einem natürlichen Monster oder einem Genmonster. Ich kann es mir aussuchen."
Chromos 5, einfühlsam: "Ja, Antara hat es mir gesagt ... Und du würdest dein Leben lieber wegwerfen, als es einem Monster zu verdanken?"
Yon, wie oben: "Pah, dein intelligentes Gefasel hilft nichts."
Chromos 5, l?chelnd: "Ja, manchmal ist Intelligenz nicht hilfreich ... Aber wenn es darum geht, ein Denkfehler aufzul?sen ..."
Yon, mit einem ver?chtlich-neugierigen Blick zu Chromos 5: "Denkfehler?"
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Chromos 5, dozierend: "Wenn du dich schlecht fühlst, weil dein Leben von schlechten Gestalten gerettet wurde, ist das ein Denkfehler ... Schlecht musst du n?mlich schon selbst sein ..."
Chromos 5, mit fragendem Blick: "Und ... bist du schlecht?"
Yon, etwas lebhafter, zu Chromos 5: "Darum geht es doch gar nicht ..."
Yon f?llt es schwer, über seine Gefühle zu sprechen, vor sich hin blickend, leise: "Wenn dir jemand etwas bedeutet, denkst du, er sei gut und liebenswert. Und wenn dieser Jemand sich pl?tzlich als Massenm?rder entpuppt, hast du deine Gefühle einem Phantom geschenkt, einer Person, die es nie wirklich gegeben hat ..."
Yon, wie oben, erschüttert: "Es ist, als würde dir ein Stück Fleisch aus der Brust gerissen ..."
Chromos 5, einfühlsam, leise: "Dann glaubst du Antara?"
Yon, ein vor sich hin blickendes H?ufchen Elend: "Ihr diskutiert so freizügig über die Ausrottung der Natürlichen. Warum solltet ihr einen Massenmord mir gegenüber leugnen? ... Dumm und schwach wie ich bin ... ein Nichts."
Chromos 5 legt sanft seinen Arm um Yons Schultern und sagt tr?stend zu dem Geknickten: "Du hast es geschafft, dein Geist für die wichtigen Fragen des Lebens zu ?ffnen ..."
Chromos 5, zum Himmel deutend: "Sieh in das Unendlichkeit und spüre das Schauder des zerbrechlichen Existenz ..."
Yon schaut hoch.
Chromos 5, wie oben: "Im Angesicht unseres Verlorenheit ist das W?rme eines verstehenden Wesens das h?chste Gut ..."
Yon schaut unverwandt zum Nachthimmel.
Chromos 5 legt seinen Kopf auf Yons Schulter und sagt mit tiefem Ernst: "Dass du mir nichts über Gentechnik beibringen kannst, ist v?llig bedeutungslos ... Hingegen ist dein Gegenwart ein Stück meines Glücks."
Yon schluckt und schaut mit grossen Augen weiter zum Himmel.
Langsam legt Yon seinen Arm um Chromos 5, ohne seine übrige Haltung zu ver?ndern.
Für einen Augenblick ist es ein Bild der Harmonie, welches Chromos 5 mit stillem L?cheln geniesst.
Yons Hand umschliesst den Griff eines Messers aus Chromos 5s Messergürtel ...
... und zieht das Messer so vorsichtig heraus, dass Chromos 5 nichts merkt.
Einen Moment lang scheint es so, als wolle Yon Chromos 5 das Messer in den Rücken stossen.
Dann aber reicht Yon das Messer hinter seinem eigenen Rücken weiter in die andere Hand.
W?hrend die leere Hand sich scheinbar harmlos im Sand abstützt, l?sst die andere Hand das Messer in Yons Kleidung verschwinden.
Nun wechselt die Kamera, und die beiden sind schr?g vom Himmel herab zu sehen, sodass Yons etwas unheimlicher, immer noch zum Himmel gerichteter Blick direkt in die Kamera f?llt, w?hrend Chromos 5 wie oben seinen Kopf auf Yons Schulter liegen hat.
Szeneanfang:
Etwas sp?ter. Immer noch Nacht. Yon n?hert sich dem Messerfackelfeuer, welches am Anfang der letzten Szene zu sehen war. Die schlafende Gestalt neben dem Feuer ist Held. Sonst ist niemand zu sehen.
Yon bleibt am Fussende von Held stehen. Verzweiflung und Hass k?mpfen um Yons Gesicht. Im flackernden Feuerschein wirkt Yon etwas d?monisch.
Yons Gesicht wie oben. Als sei er von einer fremden Macht gesteuert, bewegt sich seine Hand in seine Kleidung ...
... und zieht Chromos 5s Messer hervor.
Zwei Schritte bringen ihn neben Held, ...
... wo er sich auf die Knie sinken l?sst.
W?hrend der Kampf zwischen Wut und Zuneigung in Yons Innerem tobt und sich gespenstisch auf seinem Gesicht spiegelt, hebt er, mit beiden H?nden den Griff umklammernd, das Messer über seinen Kopf hoch.
Yon verharrt in dieser Pose. Tr?nen pressen sich aus seinen Augen. Er denkt: 'Ich will nicht, ... aber ich muss ...'
Yon l?sst das Messer heruntersausen und denkt dabei: 'Du bist zu weit gegangen, Chief!'
Kurz bevor das Messer Helds Brust durchstossen kann, zuckt ein kr?ftiger Arm unter Yons Ellenbogen hindurch und stoppt die Bewegung.
Fassungslos starrt Yon auf den für ihn wie aus dem Nichts erscheinenden Arm, der seine Absichten durchkreuzt.
Dann sieht er Meneors grinsendes Gesicht ...
... und rastet aus. Yon schreit Meneor an: "Was mischst du dich ein?!"
Yon hat das Messer sinken gelassen. Meneor hat seinen Arm zurückgezogen und sagt, neben Yon kniend, grinsend: "Piri hat gesagt, ich solle mir ein Grund ausdenken, bevor ich t?te. Welches Grund hast du dir ausgedacht?"
Schlaftrunken versucht der aufgewachte Held zu verstehen, was los ist.
Yon, voll Bitterkeit, Leidenschaft und Schmerz, zu Meneor: "Der Chief hat eine halbe Million Menschen umgebracht! Das hast du selbst gesagt! ... Ist das etwa nicht genug Grund, ihn umzubringen?!"
Meneors Gesicht wird ernst und die Frage scheint ihn etwas zu überfordern.
Meneor, nachdenkend: "Ich weiss es nicht."
Stimme aus dem Off: "Was ist das für ein L?rm?"
Wagon tritt schlaftrunken in den Lichtkreis des Fackelfeuers.
Von allen Seiten n?hern sich nun schlaftrunkene Natürliche und Genvilles, ...
... bis alle, malerisch an Steine gelehnt oder auf ihnen sitzend, am Boden hockend oder stehend, um das Feuer herum versammelt sind.
Meneor: "Yon will das ?ngstliche Mann t?ten, weil es ein halbes Million Menschen get?tet hat."
Held starrt den geknickten Yon überrascht an.
Hisch, mit hartem L?cheln: "Dann glaubst du es jetzt endlich."
Meneor: "Ich habe es daran gehindert. Ich weiss nicht, ob das ein Grund ist, jemanden zu t?ten. Jetzt ist das ?ngstliche Mann ja harmlos."
Aladan, sp?ttisch: "Oh, unser Krieger macht sich Gedanken."
Chromos 5 tritt auf Yon zu mit den Worten: "Das Frage, das Meneor aufwirft, ..."
Yon wirft Chromos 5 einen leicht erschrockenen, mit schlechtem Gewissen vermischten Blick zu, weil er das Messer geklaut hat.
Doch Chromos 5 beugt sich l?chelnd zu Yon hinunter, nach dem Messer greifend, und f?hrt fort: "... ist nicht leicht zu beantworten ..."
Chromos 5, neben Yon stehend, das Messer einsteckend, mit fragendem Blick in die Runde: "Oder weiss hier jemand ein überzeugendes Antwort?"
Iris, die bisher geglaubt hat, die Genvilles h?tten den Massenmord begangen, starrt Chief Held an mit kaltem Entsetzen und fragt tonlos: "Ist es wahr, Chief ... Hast du das getan?"
Chief Held, nun neben dem Feuer sitzend, kann nicht verstehen, warum sich die Leute wegen einer solchen Kleinigkeit derart aufregen und knurrt unwirsch: "Ja, ich habe es angeordnet, verdammt noch mal, na und?"
Iris, die nun, zur Verblüffung von Ewald, am ganzen K?rper zittert: "Warum ..."
Held, ver?rgert: "Warum, warum ... Das liegt doch auf der Hand."
Estragon, mit prüfendem Blick auf seine Handfl?che, ernst: "Auf meinem jedenfalls nicht."
Niemand lacht.
Held, ungehalten schnaufend, sich zu einer Begründung bequemend: "Damit habe ich alle natürlichen Sympathisanten der Genmonster auf einen Schlag erledigt ..."
Held, mit Beifall heischendem Blick zu Iris: "War das etwa nicht genial?"
Iris zittert und ist sprachlos vor Entsetzen.
Held erschrickt, wie er Yons Augen sieht, die vor Wut und Schmerz lodern.
Held, fast ?ngstlich, sich verteidigend: "Was schaust du mich so an, Yon? Hast du vergessen, dass wir die Menschheit retten wollten?"
Yon, wie oben, tonlos: "Warum darf ein solches Monster wie du noch leben?"
Aladan, sich nachdenklich das Kinn haltend, mit Blick auf Yon und Held: "Das m?chte ich auch gern wissen."
Lara, protestierend: "Was spüre ich da? Braut sich hier ein Mord zusammen?"
Meer, mit leichtem, geringsch?tzigem L?cheln: "Vielleicht sollten wir eher von einer gerechten Bestrafung sprechen."
Held, aufbrausend zu Meer: "Du hast es gerade n?tig! Wie viele Gefangene hast du lebendig aufgeschlitzt für deine 'wissenschaftlichen' Versuche?"
Alle schauen schweigend auf Meer. Dieser schweigt beklommen.
Martin, in der Haltung des weisen Staatsmannes: "Ich denke, hier geht es um die Gerechtigkeit."
Meneor: "Was ist das?"
Martin, etwas irritiert von der naiven Frage: "Das Bemühen, eine Untat angemessen zu bestrafen."
Meneor, mit kindlichem Interesse: "Was ist 'bestrafen'? Und ist ein Un-Tat nicht ein Tat, das nie getan wurde?"
Allgemeines Kichern.
Martin, geknickt von so viel Ahnungslosigkeit: "Eine Untat ist, wenn du etwas B?ses tust ..."
Meneor, wie oben: "Was ist 'B?ses'?"
Martin sinkt H?nde ringend zu Boden: "Helft mir!"
Kichern.
Ewald versucht zu helfen: "Wenn du jemandem Schmerz zufügst, ist das b?se."
Meneor, nachdenklich: "Dann bin ich auch b?se. Ich habe vielen Schmerz zugefügt."
Piri ruft: "Das ist nicht dasselbe! Du hast doch für das Gute gek?mpft."
Meneor, mit entwaffnender Logik: "Das ?ngstliche Mann hat auch für sein Gutes gek?mpft: für das Rettung des Menschheit."
Allgemeine Verblüffung.
Martin, erschüttert: "Deine Logik macht mir Angst ... Wenn alle ihre Untaten mit guten Absichten ein?len, findet die Hand der Gerechtigkeit keinen Halt mehr ..."
Estragon, nachdenklich: "K?nnte es nicht sein, dass das Hand des Gerechtigkeit nichts Brauchbares ist?"
Martin, etwas verwirrt von dem Satz: "Wie meinst du das?"
Estragon, zu Martin: "Solange wir nicht wissen, welche Gewalttaten 'gut' und welche 'schlecht' sind, gibt es auch kein 'gerechtes' Strafe."
Piri, neugierig zu Martin: "Martin, kannst du mir erkl?ren, wozu Strafen gut ist?"
Martin unterdrückt seine Verwirrtheit und doziert: "Strafe ist einerseits Sühne für Schuld und anderseits soll sie die Leute abschrecken, Untaten zu begehen. Ohne Strafe würde sich jede gesellschaftliche Ordnung in Anarchie aufl?sen."
Piri: "Aber wir Genvilles kennen kein Strafe und haben uns trotzdem nicht in Anarchie aufgel?st."
Martin, etwas überrascht von dem Einwand: "Ihr ... seid anders."
Yon, mit loderndem Blick, auf Held weisend, ruft: "Was redet ihr hier herum ... Dieser Mann ist ein Massenm?rder und wenn wir ihn am Leben lassen, werden noch viele Leute sterben!"
Chromos 5, zu Yon: "Und wie ist es mit dir, Yon? ... Du hast doch das Natural Guard unterstützt und damit Held das Macht gegeben, so viele Leute zu t?ten."
Held, schadenfroh und ver?chtlich lachend, zu Yon: "Ja, du undankbarer Kerl ... Du willst nur von deiner Mitschuld ablenken."
Yon ist betroffen.
Chromos 5: "Es gibt kein Schuld, nur das logische Konsequenz eines Bedürfnisstruktur."
Meer, mit leichtem, triumphierendem L?cheln: "Seht ihr, ich kann nichts dafür, dass ich gern Leute qu?le."
Wie ein Blitz ist Hisch bei Meer und sagt, ihm eine Messerklinge an den Hals haltend, b?se l?chelnd: "Versuch das nicht bei mir, sonst wirst du nicht alt."
Wagon: "Wie wollt ihr bei diesem Chaos herausfinden, ob Yon den Chief t?ten soll oder nicht?"
Lara jammert: "Ich will kein Blut sehen."
Iris, bleich, mit starrem Blick auf Held, tonlos: "Wir sollten es einfach hinter uns bringen."
Meneor, auf Held zugehend, grinsend: "Es hat die Leute nicht umgebracht ... Seine Natural Guards habe es getan. Schaut euch dieses ?ngstliche M?nnlein an. Es kann doch kaum etwas selbst tun."
Chief Held kocht vor Wut, ...
... verliert die Beherrschung und l?sst seine Faust auf Meneors Gesicht zurasen, der sie grinsend erwartet.
W?hrend sich Meneors grinsendes Gesicht kaum verformt, wird Helds Hand von der Wucht seines Schlages zusammengestaucht und die splitternden Knochen machen ein h?ssliches 'Kracks'.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht h?lt sich Held die verletzte Hand.
Besorgt eilt Piri herbei, ...
... nimmt den verdutzten Held auf die Arme ...
... und sagt im Weg-eilen: "Komm, wir flicken das ... Yon kann dich dann immer noch t?ten."
überrascht von dieser Wendung, wirft das Publikum Piri entsprechende Blicke nach.
Wie Piri sich mit Held vom Feuer entfernt, wird es dunkel und von Trage und Hilfsorgane, das auf Trage liegt, ist nur die Silhouette zu sehen.
Piri stellt Held vor Trage auf die Füsse und sagt: "Hilfsorgane, kannst du Held die Schmerzen nehmen."
Piri zieht ein Messer und murmelt zum Griff 'Loder'.
Aus dem Griff lodernd, f?llt das Messer zu Boden und bleibt mit der Klinge stecken.
Im tanzenden Feuerschein greift sich Piri vorsichtig Helds Hand. Dieser schaut mit sichtlichem Ekel auf den Tentakel, der sich mit seinem Arm verbindet.
Piri ultraschallt mit geschlossenen Augen und offenem Mund die Hand ...
... und sagt mit mitfühlendem Blick auf die Hand: "Was für ein Splittersalat."
Piri, ihre Hand beruhigend auf Helds Schulter, l?chelnd: "Aber kein Sorge, Trage ist das beste Chirurgiewesen des Welt."
Held versteht nicht.
Piri, fürsorglich: "Hast du noch Schmerzen?"
Held, überrascht, dass alle Schmerzen weg sind: "?h ... nein."
Piri legt Helds Hand auf Trage und sagt: "Kannst du das flicken, Trage?"
Held erschrickt, wie pl?tzlich rings um seine Hand kleine Tentakel aus Trage spriessen, davon ein dicker, der sich übers Handgelenk legt, um es zu fixieren.
An manchen Tentakelenden bilden sich Bioluminiszenzl?mpchen, an anderen Augen und Greifer. Ein Ultraschalltentakel inspiziert den Schaden.
W?hrend die Greifer die Finger festhalten, 'schneiden' fünf Tentakel mit Enzymen die Haut auf.
Die Fingerh?ute werden von Greifern aufgeklappt und die zerbrochenen weissen Knochen werden sichtbar. Held schaut entsetzt zu.
Piri bemerkt Helds Entsetzen und ergreift mit beiden H?nden beruhigend seine gesunde Hand.
überrascht dreht Held seinen Kopf zu Piri und sieht ihr warmes L?cheln.
Held ist verwirrt, weil Piri einen Massenm?rder anl?chelt.
Held kaut finster an seiner Lippe, starrt blicklos auf seine blanken Handknochen und denkt: 'Jetzt muss ich mir schon von Genmonstern helfen lassen ... Ich bin am Ende ...'
Da dringt das Bild von den Greifern, die seine Knochen richten, den Tentakeln, die mit Enzymen die Bruchstellen schliessen, den Augen- und Leuchttentakeln in sein Bewusstsein ...
... und mit grimmiger Faszination beobachtet er die Reparatur seiner Hand.
Aus dem Off dringt Piris Stimme an sein Ohr: "Findest du nicht auch, dass Trage grossartig ist?"
Das Wort 'grossartig' dreht sich wie eine grosse Leuchtreklame durch die Schwerelosigkeit seines Bewusstsein. Dazu das Bild, wie die Hautlappen über die geflickten Knochen zurückgeklappt werden.
Naht- und narbenlos werden die Hautlappen enzymatisch 'verschweisst'. Held kann seinen Blick nicht von dem Wunder l?sen und auch das Wort 'grossartig' verfolgt ihn.
Der Tentakel, der sein Handgelenk fixiert hat, verschwindet in Trage, ...
... sodass Held seine Hand zurückziehen und prüfend betrachten kann.
Vorsichtig ballt Held die Finger zur Faust und h?rt dazu Trage sagen: "Belaste das Hand nicht zu stark in den n?chsten Tagen, damit auch alles gut zusammenw?chst ..."
Trage: "Du hast Piris Frage nicht beantwortet."
Held versteht nicht.
Trage: "Bin ich nicht grossartig?"
Hilfsorgane, seinen Tentakel aus Helds Arm zurückziehend: "Was ist hier grossartig? Ohne mein Hilfe h?tte es vor Schmerzen so gezappelt, dass du überhaupt nichts h?ttest tun k?nnen."
W?hrend Held langsam davongeht, versucht Piri l?chelnd zu vermitteln: "Aber ihr seid doch beide grossartig."
Im Weitergehen betrachtet Held seine eben noch schwer verletzte Hand, ?ffnet und schliesst sie. Sein Gesicht zeigt seine Aufgewühltheit.
Er vernimmt Piris Stimme, deren Worte ihn ins Mark treffen: "Chief Held, wie lange würde das natürliche Evolution brauchen, um ein solches Wunder zu vollbringen?"
Bioskop taucht bei der Gruppe um Piri auf und mischt sich ein: "Wunder? Was ausser mir vollbringt hier Wunder?"
Piri muss lachen.
Mittlerweile allein in der Nacht sinkt Held auf die Knie, ...
... umklammert mit der anderen Hand das Handgelenk der Geflickten, die er anstarrt, als w?re sie ein Fremdk?rper.
W?hrend sich Tr?nen aus seinen Augen stehlen, denkt Held voller Ingrimm: 'Verdammt! Verdammt! Verdammt! ... Sie hat Recht!'
Gebrochen kniet Yon vor dem Feuer. Seine Gedanken kreisen um Chromos 5s Satz: 'Du hast doch das Natural Guard unterstützt und damit Held das Macht gegeben, so viele Leute zu t?ten.'
Chromos 5, stehend, beobachtet ihn übers Feuer hinweg. Die anderen sind gegangen.
Yon, tonlos: "Was du gesagt hast ... über meine Mitschuld ..."
Chromos 5, ernst und ruhig: "Warum redet ihr Natürlichen immer von Schuld?"
Mit Verzweiflung bricht es aus Yon heraus: "Wenn du etwas tust, tr?gst du dafür die Verantwortung! Und wenn du Mist baust, machst du dich schuldig!"
Chromos 5, wie oben: "Das ist ganz einfach nicht wahr ..."
Yon schaut ihn mit einem grossen, verlorenen Blick an.
Chromos 5 f?hrt fort: "Handeln ist das Ergebnis von Wisperfeldern, die sich gegenseitig abschw?chen, überlagern oder verst?rken. Die Wisperfelder entstehen aufgrund deines Gehirn- und Bedürfnisstruktur. Schuld ist nur m?glich, wenn es ein freies Wille gibt, ein freies Entscheiden, dieses oder jenes zu tun. Die Kr?fte deiner Wisperfelder werden aber auf physikalischem Wege miteinander verrechnet. Dazwischen gibt es kein Willensinstanz. Das Ergebnis, das Handeln ist vorausbestimmt ..."
Yons Augen sind ein Abgrund, w?hrend er, wie von fern, Chromos 5s Stimme h?rt: "Chief Held kann nichts dafür, dass es ein monstr?ses Massenm?rder ist ... Und du kannst nichts dafür, dass du ihm geholfen hast ..."
Yon, wie oben, tonlos: "Es ... gibt ... keinen freien Willen?"
Chromos 5, wie oben: "Nein, wir sind Marionetten unseres Bedürfnisstruktur."
Yon, fast flehend: "Aber wie kannst du so leben?"
Jetzt muss Chromos 5 l?cheln: "Oh, sehr gut ... Bescheiden schaue ich mir zu, wie ich in jedem Sekunde geschehe ... Und wenn Freude geschieht, ist es sch?n. Und wenn Schmerz geschieht, ist es bitter ..."
Yon, als würde er auf einen Schlag das Universum begreifen: "Mehr Freude. Weniger Schmerz."
Chromos 5 schenkt ihm ein warmes L?cheln.
Szeneanfang:
Die Quarzglasmauer in der Wüste vor Natural City ist inzwischen fertiggestellt. Das grosse von ihr umschlossene Geviert ist wieder aufgefüllt, oben eine Schicht Humus. Im ganzen Geviert w?chst ein frisches W?ldchen aus etwa drei Meter hohen Laubb?umchen. Gleich nach der Brücke steht Caesar und betrachtet mit sichtlichem Stolz sein Werk. Myrta steht neben Caesar. Doi rennt auf die ersten B?umchen zu. Hart sagt hoch erfreut: "Das ist ja phantastisch! Endlich wieder ein Wald. Wie haben Sie das bloss geschafft?"
Caesar, stolz: "Wir haben die jeweils st?rksten B?ume weitergezüchtet, sodass wir schliesslich Sorten erhielten, die diesem harten Klima widerstehen."
Caesar denkt: 'Von dem kr?ftigen Gen-Nachbesserung sage ich lieber nichts.'
W?hrend Doi wie ein Affe durchs Ge?st turnt, spazieren die drei durch das W?ldchen. Hart zieht geniesserisch den Duft der Pflanzen in die Nase. Hart: "Es geht nichts über einen natürlichen Wald."
Caesar schaut unschuldig in die Luft.
Am Ende des Gevierts führt eine Treppe auf die Mauer hinaus, welche die vier beschreiten. Links und rechts sind die Ecken der Mauer mit Wachtürmen ausgerüstet, die mit Mikrowellenkanonen bewaffnet sind.
W?hrend sie auf der breiten Mauer auf einen der Türme zu gehen, bellt Hart: "Treppe ausfahren!"
Wie eine Zugbrücke senkt sich quietschend eine Stahltreppe von der Turmwand herab in den Wüstensand, sodass sie von der Mauer aus begehbar ist.
Hart dreht sich um mit den Worten: "Nehmt ihnen die Fesseln ab!"
Erst jetzt werden die etwa zehn Gefangenen sichtbar, die von einigen NGs bewacht werden. Zwei der Guards sind dabei, ihnen die Fesseln abzunehmen.
Hart, zu den Gefangenen, mit steinerner Miene: "Eigentlich solltet ihr hier erschossen werden ..."
Hart, auf die in die Wüste herabführende Eisentreppe weisend: "Aber ich gebe euch noch eine Chance. Wenn ihr in der Wüste überlebt, seid ihr frei."
Die ohnehin schon ver?ngstigten Gefangenen schauen teils unsicher, teils erschrocken in die Wüste.
Auf ein Handzeichen Harts hin legen die Guards ihre Gewehre auf die Gefangenen in Anschlag.
Hart, steinern: "Erschiessen oder Wüste?"
Einer der Gefangenen stammelt kreidebleich: "Ich geh da nicht raus."
Hart macht mit seiner, zur Pistole geformten Hand ein Zeichen auf den Gefangenen.
Ein Projektil durchschl?gt von hinten die Brust des Gefangenen, ...
... sodass sein K?rper zusammensinkt ...
... und über die Mauerkante nach unten in die Wüste stürzt.
Erschrocken rennen die restlichen neun Gefangenen die Stahltreppe hinunter ...
... in die Wüste hinaus.
Hart, verachtungsvoll die Flucht der Gefangenen verfolgend: "Nun werden wir gleich sehen, ob Ihre Theorie stimmt."
Aus dem Wüstenboden zucken Tentakel des Pilzwesens ...
... und beginnen, die vorderen sechs der Fliehenden zu umschlingen. Entsetzt stoppen die drei Hinteren ihren Lauf.
Auf der Mauer sind die 'Aaaahhh'-Schreie der Opfer zu h?ren, welche nun ganz umschlungen sind und zerquetscht werden. Die Hinteren haben kehrt gemacht und fliehen. Hart ruft: "Hoch die Treppe!"
W?hrend die Treppe sich hoch quietscht, rennen die überlebenden Panik erfüllt auf die Mauer zu.
Hart, steinern: "Erschiesst sie!"
W?hrend die Guards die Fliehenden mit Schüssen durchsieben, murmelt Hart: "Sonst müssen wir dieses widerliche Geschrei noch einmal ertragen."
Hart, mit sp?ttischem L?cheln zu Caesar: "Das Pilzmonster als friedliches Bew?sserungssystem? ... Da ist wohl die Fantasie mit Ihnen durchgegangen, Herr Caesar."
Hart, mit seinen Leuten davon marschierend: "Beschleunigen Sie den Mauerbau! Wir holen uns die Wüste mit Gewalt zurück."
Hart und die Guards sind mitten im W?ldchen. Myrta, mit langem Blick auf die entschwindenden Guards: "Sind wir Menschen so?"
Auch Caesar schaut den Guards nach und schweigt.
Szeneanfang:
Martin und Chromos 5 spazieren durch den paradiesischen Essgarten und pflücken sich ab und zu eine Beere oder etwas Exotisches. Da und dort zuckt ein Tentakel des Pilzwesens aus dem Boden und schnappt sich etwas zum Essen. Chromos 5 geniesst den Spaziergang. Martin scheint über etwas nach zu grübeln. W?hrend des folgenden Gespr?chs gehen sie immer weiter.
Martin, die Stirn runzelnd: "Ich verstehe nicht, warum du Held leben l?sst ..."
Martin, sich erregend beim Gedanken, wie gef?hrlich Held ist: "Dieser Mann ist eine Gefahr!"
Chromos 5, entspannt philosophierend: "Alle Natürlichen sind ein Gefahr ..."
Erregt f?hrt ihm Martin dazwischen: "Komm mir nicht mit solchen Sprüchen! Es gibt Unterschiede."
Chromos 5, wie oben: "Ihr Natürlichen habt mehr oder weniger dasselbe Bedürfnisstruktur. Ihr k?nntet alle in extremen Situationen zu Massenmordenden werden ... In euch schlummert ein Zeitbombe."
Martin protestiert: "Das ist nicht wahr! Ich bin nicht so!"
Chromos 5, pl?tzlich ernst, leicht entrückt, mit einem Hauch Melancholie: "Wenn du mit ansehen müsstest, wie das Natural Guard Tanja auf grausamste Art zu Tode foltert ..."
Chromos 5, wie oben, Martin voll anschauend: "Würdest du dann, wenn die Machtverh?ltnisse sich ge?ndert haben, nicht befehlen, alle Natural Guards in das S?uregraben zu werfen?"
Martin, voller Ingrimm ob dieser Vorstellung: "Und ob!"
Nur um gleich darauf Chromos 5 erschrocken anzuschauen. Chromos 5 erwidert schweigend seinen Blick.
Martin, gebrochen: "Aber wenn du ansehen müsstest, wie Antara ..."
Chromos 5, mit traurigem L?cheln: "Oh, mein Herz würde in unendlich viele Stücke zerrissen und sich im ganzen Universum verteilen. Jedes Stück würde sich in ein Tr?ne verwandeln, sodass an jedem Ort des Universums das Trauer auf mich warten würde."
Martin, ziemlich beeindruckt: "Gab es je eine sch?nere Liebeserkl?rung."
Chromos 5 l?chelt.
Martin, gefasst und nachdenklich: "Aber würde deine Wut sich nicht zur Sonne verdichten, um alle Feindlichen zu verglühen?"
Chromos 5, mit leichtem L?cheln: "Ich kann kein Wut und kein Hass empfinden. Ich kann gar nicht im Zorn t?ten."
Martin, mit gerunzelter Stirn: "Aber du k?nntest uns Natürliche aus Vernunftgründen t?ten."
Chromos 5, fast fr?hlich lachend: "Es gibt kein Vernunft ... nur das Gefühl von Richtigkeit ..."
Martin ist verwirrt.
Chromos 5, l?chelnd: "Bisher haben wir nur unsere eigenen Fehlkonstruktionen und Angreifende get?tet. Wenn wir jetzt anfangen, Lebewesen aufgrund ihres Bedürfnisstruktur auszurotten, sind wir dann besser als die Natürlichen? ... Irgendwie habe ich da kein Gefühl von Richtigkeit."
Martin, lachend, als fiele ihm ein Stein vom Herzen: "Irgendwie tr?stlich."
Szeneanfang:
Antara steht wie eine G?ttin auf Ambellmi, das mittlerweile auf über hundert Meter angewachsen ist.
Antara, auf einen Hügel zeigend: "Liebes Ambellmi, versuche dieses Hügel zu verschieben."
Als habe jemand den Hügel mit einem scharfen Messer vom Boden getrennt, hebt er sich zwei Meter in die Luft ...
... und bewegt sich, ohne dass auch nur ein Sandkorn herabrieselt, langsam zur Seite, ...
... wo er ger?uschlos auf dem Boden aufsetzt.
Antara applaudiert begeistert.
Hand in Hand spazieren Aladan und Hisch auf den Fuss eines Hügels zu. Hisch: "Lass uns sehen, was Antara mit Ambellmi treibt."
Antara zeigt auf einen anderen Hügel und sagt: "Versuch jetzt, dieses Hügel weg zu filtern, sodass ich hindurch sehen kann."
Hisch und Aladan erklimmen den Hügel, den Antara bezeichnet hat, sind aber für Antara nicht zu sehen.
Erwartungsvoll beobachtet Antara den Hügel, ...
... der pl?tzlich verschwindet.
Antara will schon frohlocken, ...
... da stellt sie verwirrt fest, dass links und rechts des Hügels, im Abstand von etwa 100 Meter, je eine halb so grosse Kopie des Hügels auftaucht ...
... und sogleich verschwindet.
Antara, verwirrt: "?hm ... jetzt kannst du das Hügel wieder sichtbar machen."
Ambellmi, direkt in Antaras Hirn: ""Das geht nicht.""
Antara, wie oben: "Warum?"
Ambellmi: ""Das Hügel hat sich zweigeteilt und ist dann verschwunden.""
Antara, grübelnd: "Hast du es in Schnelles Energie aufgel?st?"
Ambellmi: ""Ja und nein.""
Antara, verblüfft: "Was soll das nun wieder heissen?"
Ambellmi: ""Das Langsame Energie der Teilhügel hat sich in ein Wellenmuster des Schnellen Energie verwandelt. Diese beiden Muster haben sich in Nullzeit fortbewegt und müssen sich weit weg wieder getroffen haben. Vielleicht ist das Hügel am Treffpunkt neu entstanden.""
Antara, angestrengt nachdenkend: "Du h?ttest ihn also hier aufgel?st und dort ein Doppel entstehen lassen ... Du hast ihn sozusagen 'weg gedoppelt'."
Ambellmi: ""Ich weiss es nicht. Das ist nur ein Theorie.""
Antara, gedankenverloren: "Ja, ... lass uns nun mit den Filterübungen fortfahren."
Szeneanfang:
Hisch und Aladan ersteigen weiter den Hügel, als sei nichts geschehen, ...
... stutzen, weil sie in den Augenwinkeln bemerken, dass etwas nicht stimmt, ...
... und schauen voller Verblüffung die v?llig andere Umgebung an, in der sich der Hügel nun befindet.
Seltsame 'Pflanzen' umgeben sie, mit dicken Stielen und einer 'Blüte' in Farbe und Material des Stiels, die aussieht wie ein flach gepresstes Ohr. Die Pflanzen sind mehrere Meter hoch und bilden ein kleines Feld, in dessen Mitte der Hügel 'gelandet' ist.
Unwillkürlich zucken Aladans und Hischs freie H?nde an einen Messergriff, w?hrend sie sich mit den anderen H?nden fester fassen. Aladan, noch immer perplex: "Sag mal, liebes Hisch ..."
Hisch, etwa in derselben Verfassung wie Aladan: "Was m?chtest du denn wissen, liebes Aladan?"
Aladan, wie oben: "Sind wir im selben Traum?"
Hisch, tapfer: "Ja, aber mach dir keine Sorgen. Das ist bestimmt nur ein Spass, das sich Antara mit Hilfe von Ambellmi macht."
Aladan, voller Zweifel: "Gewiss, so muss es sein."
Wie sie auf dem Hügelchen stehen, überblicken sie das Feld der Ohrenpflanzen.
Voller Konzentration gehen sie den Hügel runter, ...
... zwischen die Ohrenpflanzen.
Pl?tzlich drückt Hisch warnend Aladans Hand ...
... und zeigt mit vor Spannung und Staunen offenem Mund auf ein 'Ohr', welches sich ?ffnet.
In der ?ffnung erscheint das Gesicht einer fetten Made, ...
... welche sich, 50 Zentimeter dick und 2 Meter lang, langsam aus dem 'Ohr', den St?ngel herunter fliessen l?sst.
Mit offenem Mund starren Hisch und Aladan auf das Ph?nomen, nicht bemerkend, dass in ihrem Rücken ebenfalls eine Raupe den St?ngel runter kriecht.
Die H?rchen der Raupe streifen Hischs nackte Waden.
Vor Schreck macht Hisch einen Satz nach vorn und reisst dabei den verblüfften Aladan von den Füssen.
Mit gezückten Messern liegen Aladan und Hisch neben einander im Sand, umzingelt von Raupen.
Aladan, sich Mut machend: "Beim Gedanken, diese fetten Dinger zu zers?beln, dreht sich mir das Magen."
Hisch, ?ngstlich und angeekelt zugleich: "Wir werden vollgespritzt mit Raupenschleim, von oben bis unten."
Aladan, sich mit der Hand den Mund verschliessend: "H?r auf!"
Doch zu ihrem Erstaunen machen die Raupen keine Anstalten, sie anzugreifen. Vielmehr kriechen sie alle in eine Richtung, weg vom Hügel, aus dem Ohrenpflanzengebiet hinaus.
Hisch rappelt sich hoch, ...
... um dann gedankenverloren, mit Blick auf die Raupen, Aladan mit der Hand hochzuziehen.
Wie sie merkt, was sie da tut, schnauzt sie: "Was tue ich da? Du Raupenschleimi kannst selbst aufstehen."
Aladan, treuherzig: "Aber es ist doch so sch?n, von dir aufgezogen zu werden."
Hisch macht 'Pfff'.
Aladan, tatendurstig: "Komm, wir folgen den Raupen."
Hisch h?lt ihn zurück: "Vorsicht, übersicht, Voraussicht ... Bisher haben wir Meneors Faustregel missachtet und sind nur rum gestolpert."
Aladan, geringsch?tzig: "Wer h?rt denn schon auf dieses Krieger?"
Hisch, aufgebracht: "Wenn diese Raupen Giftstacheln h?tten und aggressiv w?ren, w?ren wir jetzt tot."
Aladan ist die Vorstellung sichtlich ungemütlich.
Der Raupenzug verschwindet zwischen grossen Felsen, welche die Sicht verdecken. Hisch folgt ihnen im Schleichgang. Aladan geht seufzend mit.
Hisch erklettert einen Felsen, um sich übersicht zu verschaffen.
W?hrend Hisch vorsichtig über den Felsen hinweg sp?ht, steht Aladan unbekümmert unten und fragt leicht sp?ttisch: "Und? Was sagt das übersicht?"
Hisch hat etwas entdeckt und sagt, ohne den Blick davon zu l?sen, voller Verblüffung: "Das gibt's doch nicht!"
Aladan, pl?tzlich aufgeregt und neugierig: "Was? Was?"
Flink wie ein Wiesel erklimmt er den Stein ...
... und starrt in dieselbe Richtung wie Hisch, auf deren Gesicht sich mittlerweile der Ansatz eines sp?ttischen L?chelns zeigt.
Erst jetzt ist zu sehen, das es nichts zu sehen gibt, weil der Zug der Raupen unspektakul?r hinter weiteren Felsen verschwindet.
Aladan guckt doof aus der W?sche und sagt: "Aber da ist ja gar nichts."
Bei diesem Anblick muss Hisch kichern und sie sagt: "Ein bisschen Bewegung und übersicht tun dir ganz gut, du faules Wurmloch."
Aladan, verdrossen zu Hisch: "Denkst du wirklich, du k?nntest mich mit deinen erzieherischen Massnahmen ?ndern? ..."
Aladan, mit erhobenem Finger dozierend: "Das Faulheit ist schliesslich Teil meines Lebensphilosophie."
Hisch, l?chelnd: "Ich weiss, Aladan, ich weiss ..."
Hisch, kichernd: "Aber es ist so sch?n, dir in das Hintern zu treten."
Aladan, als h?tte er ein Kompliment erhalten, geschmeichelt und selbstverliebt: "Ja, mein Hintern ist wirklich ein Delikatesse."
Hisch, seufzend: "So habe ich das nicht gemeint."
Aladan lacht Hisch mit lautem 'Hahaha' aus, ...
... um sich sofort erschrocken die Hand auf den Mund zu legen.
Hisch und Aladan schauen erschrocken über den Felsen hinweg zu den Raupen. Nichts Bedrohliches ist zu sehen.
Hisch steht vorsichtig auf und winkt Aladan, ihr zu folgen.
Kr?ftig st?sst sie sich vom Felsen ab ...
... und landet auf dem n?chsten. Aladan landet neben ihr.
Weiter von Fels zu Fels, ...
... bis sie verblüfft stehen bleiben, ...
... um sich sogleich vorsichtig zu ducken.
Aus ihrer Perspektive ist ein von Felsen umgebener Teich zu sehen. Der Teich ist gefüllt mit einem undurchsichtigen dünnen Brei. Am entfernten Ende des Teichs ist eine seltsame schlanke Pflanze zu sehen, die sich, mehrere Meter hoch, wie ein Wasserspeier über den Teich neigt. Zielstrebig gleiten die Raupen in den Teich, wo sie versinken.
Hisch starrt gebannt und verwirrt zugleich auf diese bizarre Szenerie und murmelt: "Was sagst du dazu?"
Aladan, in der gleichen Haltung wie Hisch: "Baba, baba ..."
Hisch, mit gerunzelter Stirn zu Aladan: "Aha, baba ..."
Aladan, so als sei nichts, weiter auf den Teich starrend: "Jaja, baba ..."
Hisch, aufbrausend: "Was soll das, du komprimiertes Raupenfurz?! ... Ich will wissen ..."
Aladan springt mit einem Satz vom Felsen hinunter und sagt dabei: "Dann lass uns nachsehen."
Hisch versucht vergeblich, ihn zurückzuhalten und ruft: "Voraussicht!"
Aladan, in der N?he des Teiches landend: "Ich sichte ja vor. Und du bleibst oben und beschützt mich."
Hisch, neben Aladan landend, seufzend: "Ich bleibe besser neben dir, sonst f?llst du noch in das Teich."
Eine Stimme in ihrem Rücken l?sst die beiden vor Schreck und Verblüffung gefrieren: "Guten Tag, ihr lustigen Leute."
Vorsichtig, als h?tte sie jemand am Nacken gepackt, drehen sich Hisch und Aladan um.
Da steht ein kleines, niedliches M?dchen, vielleicht acht Jahre alt. Aus seinem Kopf w?chst eine grosse, sch?ne Blume. Es tr?gt ein kurzes R?ckchen. M?dchen, mit strahlendem L?cheln: "Ich bin Flirit und wer seid ihr?"
Hisch, erleichtert: "Hisch."
Flirit, besorgt zu Hisch: "Ist dir heiss?"
Hisch, verwirrt: "?h, nein ... Wie kommst du darauf?"
Flirit, Luft ausstossend: "Weil du 'Hsch' gemacht hast."
W?hrend Aladan amüsiert kichert, korrigiert Hisch streng: "Das ist mein Name: Hi-sch."
Flirit, gelehrig: "Aha, Hi-sch..."
Hisch greift sich geplagt an den Kopf."
Flirit, zu Aladan: "Und du?"
Aladan, in der Haltung eines selbstgef?lligen orientalischen Fürsten: "Mein Name ist Aladan."
Flirit, mit unsicher forschendem Blick: "Bist du auch ein Herr?"
Aladan, die Arme ausbreitend, voller Selbstgefallen: "Natürlich bin ich ein Herr. Sieh doch, wie wunderbar und vollkommen ich bin."
Flirit, lachend: "Nein, du bist kein Herr. Das spüre ich ... Du bist lustig."
Aladan ist eingeknickt. Hisch kichert.
Aladan: "Sag, Flirit, was machst du hier?"
Flirit: "Ich schaue gern den Reitv?geln zu."
Aladan, nichts begreifend: "Aha."
Flirit, l?chelnd: "Wollt ihr mit mir schauen?"
Aladan und Hisch: "?h ... ja."
Flirit fasst die beiden an der Hand ...
... und zieht sie in Richtung Teichende, zu der Wasserspeierpflanze.
Wie sie neben der Pflanze stehen, l?st sich aus der über dem Teich h?ngenden ?ffnung ein grosser, trüber, z?hflüssiger Tropfen ...
... klatscht in den Teich.
Hisch, neugierig: "Was tropft da?"
Flirit: "Armonk sagt, das ist Magensaft. Er verdaut die Raupen ..."
Flirit, die beiden anl?chelnd: "Sonst k?nnen die Reitv?gel nicht essen. Sie haben n?mlich keine Z?hne."
Aladan und Hisch, verwirrt: "Aha."
Pl?tzlich ist die Luft 'Flap Flap Flap' erfüllt von kr?ftigem Flügelschlagen. Hisch und Aladan fahren herum.
Mit offenen Mündern sehen sie einen Schwarm V?gel den Himmel verdunkeln. Ihre Flügelspannweite betr?gt 12 Meter.
Die V?gel stürzen sich bedrohlich herab zu dem Ufer des Teichs, ...
... wo sie sich hinhocken. Jetzt erst ist zu sehen, dass auf ihrem Rücken ein kn?cherner Sessel gewachsen ist.
Gierig tauchen die V?gel ihre riesigen Schn?bel in den Schleim des Teiches.
W?hrend Flirit vor Begeisterung strahlt, betrachten Hisch und Aladan mit offenen Mündern das seltsame Bankett.
Noch bevor sich ihr Staunen legen kann, wird es hektisch zwischen den Felsbrocken. Gnomhafte Wesen in der Gr?sse Flirits wuseln mit affenartiger Beh?ndigkeit auf die Reitv?gel zu. Auf ihren K?pfen w?chst ein überdimensionaler Zylinder, und zwar waagrecht und in Blickrichtung. Vorne am Zylinder sind etliche kleine ?ffnungen zu sehen.
Ohne die drei Beobachtenden zu beachten, springen die Gnome auf die kn?chernen S?ttel der Reitv?gel, ...
... die sich sofort mit wildem Flügelschlagen in die Luft schwingen.
überrascht spürt Aladan, wie Flirit seine Hand ergreift.
Wie Aladans Blick in Flirits Gesicht f?llt, sieht er blanke Panik.

