home

search

Band 24

  Szeneanfang:

  Im Sand, am Rand des Schmerzgebietes sitzen Antara und Meneor sich im Schneidersitz gegenüber. Ihre H?nde berühren sich. Die Augen sind geschlossen. Die Gesichter voller Konzentration.

  Antara, wie oben: "Auf dem Reise durch das Nacht meines Seele werde ich dich in ein Welt führen, das immer da ist. Auch wenn ich mit grossem Disziplin versuche, nicht an es zu denken, um seine schlafenden Wisperfelder nicht zu wecken."

  Antara, wie oben, wie in Trance: "Schw?che deine Sinneswahrnehmungen ab und konzentriere dich mit deinem Feldsinn voll auf mein Bewusstsein ..."

  Meneors Gesicht entspannt sich und wirkt auch wie in Trance.

  Intensives Bild, wie Antara und Meneor sich konzentrieren.

  Beide stehen in einer düsteren Aschelandschaft. Als h?tte ein Weltenbrand alles Lebendige abgefackelt, stehen sie kn?cheltief in weicher grau-weiss-schwarzer Asche. Da und dort vielleicht ein sturer Baum, der seine Kohlenarme in den Himmel reckt. Eine, zwei Hütten aus verkohlten Planken. Leichte Hügel. Asche bis an den Horizont. Ein Aschehimmel hat das Licht der Sonne getrunken und verteilt es diffus. Die düstere Kraft des Himmels scheint sich jederzeit in einem gewaltigen Gewitter entladen zu wollen. Die Asche und die Luft sind warm. Antara ist nackt und ohne Schleier. Meneor ist auch nackt und ohne Messer.

  Antara fasst Meneor bei der Hand und sie schlendern durch die Aschelandschaft.

  Meneor: "Wohin gehen wir?"

  Antara: "Zum Mitte des Finsternis."

  Meneor versteht Bahnhof.

  Aus dem Nichts taucht wenige Meter vor ihnen pl?tzlich eine schwarze Gestalt auf. Sie sieht aus wie der Tod, geformt aus schwarzem Nebel.

  W?hrend Antara unbekümmert auf die Gestalt zugeht, bleibt Meneor misstrauisch stehen.

  Am Zug von Meneors Hand merkt Antara, dass Meneor zurückbleibt, ...

  ... und sieht sich nach ihm um.

  Die Gestalt n?hert sich Antara, die Meneor fragend anschaut. Meneor ist alarmiert.

  W?hrend die schwarzen Arme der Gestalt nach Antara greifen, l?st Meneor seine Hand und rennt schützend vor Antara.

  Die schwarzen Arme tauchen ein in Meneors Brust, was diesen in einer Sekunde der Verblüffung erstarren l?sst.

  Meneor feuert einen gezielten Faustschlag gegen die Gestalt ab.

  Seine Faust versinkt jedoch wirkungslos in dem Schwarz.

  Die Arme der Gestalt verschwinden vollends in Meneors Brust ...

  ... und die Gestalt schmiegt sich an den hilflosen Meneor.

  Pl?tzlich schaut Meneor geschockt ...

  ... und ein angstvolles 'Aaahhh' entringt sich seiner Kehle.

  Obwohl die Gestalt nicht greifbar ist, versucht Meneor voller Angst mit wilden und nutzlosen Bewegungen, den schwarzen Leib wegzustossen.

  Antaras Stimme aus dem Off lenkt Meneor ab: "Entspanne dich ..."

  Meneors Kopf schiesst herum und verwirrt sieht er, wie Antara ganz ruhig dasteht, w?hrend eine zweite schwarze Gestalt die Arme in Antaras Brust taucht.

  Antara, gelassen, w?hrend die Gestalt immer mehr in sie eindringt: "Lass es geschehen ... Nimm es auf ..."

  Antara, wie oben, w?hrend die schwarzen Gestalten gleichzeitig in Meneor und Antara eintauchen: "Verschmelze mit dem Wesen des Angst."

  Meneor zittert vor Angst.

  Antara steht ruhig da. Ihr schwerer, trauriger Blick ruht auf Meneor, der vor Angst schwitzt und zittert. Die schwarzen Gestalten sind ganz in ihnen verschwunden.

  Ab hier hat Meneor w?hrend des ganzen Aufenthaltes in Antaras Geist eine starke Angst, die je nach Situation mehr oder weniger sichtbar ist.

  Antara geht zu Meneor, ...

  ... legt ihm die H?nde auf die Schultern und sagt einfühlsam: "Du hast noch nie in deinem Leben solches Angst empfunden?"

  Meneor, wie oben: "J... ja ... Ich kann das St?rke des Angst einstellen ... So kann es mich nicht l?hmen im Kampf ... Aber hier in dir ... geht das nicht."

  Meneor sinkt auf die Knie ...

  ... und legt seinen Kopf, ihren K?rper umarmend, auf Antaras Bauch.

  Antara, mit dem linken Unterarm den Kopf an sich drückend, mit der rechten Hand sein Haar streichelnd, tr?stend: "Betrachte es als ein Kampf des Seele ... Um zu siegen, brauchst du die Kr?fte des Ertragens und des Erkennens ... Lerne, sie zu gebrauchen, dann wirst du es schaffen, mein grosses Krieger."

  Antara, mit grossem dunklem Blick: "Lass uns gehen, Meneor. Bis zum Mitte des Finsternis ist es ein weites Weg."

  Antara nimmt den geschw?chten Meneor an der Hand und führt ihn wie ein Kind weiter ...

  ... durch die Aschelandschaft.

  Ihre Füsse treten auf einen Teppich, der sich farblich so wenig von der Asche unterscheidet, als w?re er aus Aschegarn gewoben.

  Meneor, dessen Aufmerksamkeit von der Angst absorbiert wird, achtet nicht auf diese Ver?nderung.

  Antara fasst Meneors Hand fester und atmet, in Erwartung dessen, was kommen wird, tief durch.

  In der Mitte des etwa fünfzig Meter langen Teppichs angelangt, sieht Antara gefasst, wie das andere Ende des Teppichs hochschnellt, ...

  ... dann herabsaust, dabei eine schulterhohe Welle erzeugend, ...

  ... die sich schnell auf Antara und Meneor zu bewegt. Auch von hinten rast eine Teppichwelle auf sie zu.

  W?hrend Meneor vor Schreck gel?hmt auf die Teppichwelle starrt, schliesst Antara ihre Augen und versucht sich zu entspannen.

  Mit Wucht treffen die Wellen von vorn und hinten auf Antara und Meneor ...

  ... und umschlingen sie, sodass ihre H?nde auseinandergerissen werden ...

  ... und schliesslich die ganzen K?rper mit Ausnahme der K?pfe im Würgegriff des Teppichs stehen.

  Meneor setzt sich voller Panik und mit aller Kraft gegen die Umschlingung zur Wehr. Antara l?sst es mit sich geschehen. Nur ihr Mund formt sich zu einem lautlosen Schmerzensschrei, w?hrend ihre Augen immer noch geschlossen sind.

  Meneor wird so stark gequetscht, dass Blut aus seinem Mund quillt und er ein gurgelndes 'Uuurgh' von sich gibt, was Antara dazu veranlasst, ihre Augen zu ?ffnen.

  Erschrocken sieht sie, wie der sich immer noch heftig wehrende Meneor allm?hlich zerquetscht zu werden droht ...

  ... und ruft: "H?r auf, dich zu wehren, Meneor! H?r auf, dich zu wehren!"

  Verwirrt von der seltsamen Anweisung h?lt Meneor inne, ...

  ... sucht Antaras Blick ...

  ... und lallt, unter Austritt von Blut: "Ich ... sterbe ..."

  Antara, mit einem Blick von hypnotischer überzeugungskraft: "Ja, du wirst sterben, ... wenn du dich wehrst."

  Wie hypnotisiert, starrt Meneor Antara an und vergisst dabei jeden Widerstand gegen den Teppich.

  Die Schmerzen der Quetschungen sind so gross, dass Meneor den Kopf nach hinten legt und ein lautes, gequ?ltes 'Aaahhh' von sich gibt.

  An des Gequ?lten Ohr dringen Antaras beschw?rende Worte: "Ja, leide ... leide ... leide ... Lass dich treiben im Meer der Schmerzen.

  Und Meneor schliesst die Augen und l?sst sich rücklings treiben in einem fantasierten Meer von Blut.

  Das Blutmeer wird transparent, sodass sich die Bilder vom schwimmenden und auf dem Teppich liegenden Meneor überlagern, ...

  ... bis nur noch das Bild von Meneor, rücklings auf dem Teppich liegend, übrig bleibt. Sein Leib ist übers?t mit blutigen Quetschungen.

  Meneor sieht Antara sich besorgt über ihn beugen. Ihr K?rper hat nur ein paar blaue Flecken.

  Ihre Hand streichelt z?rtlich sein Gesicht und entlockt dem Leidenden ein schmerzliches L?cheln.

  Eine Ascheflocke landet auf Meneors Gesicht ...

  ... und beide schauen staunend zum Himmel hinauf, der erfüllt ist von Ascheflocken, die langsam und lautlos wie Schnee herabsinken.

  Antara l?chelt leicht und eine Zeit lang stehen beide im Bann des unwirklichen Ascheschnees.

  Bis Antara erschrocken bemerkt, wie der Teppich da und dort kleine Hügel bildet, die rasch wieder zusammenfallen, als sei er ungeduldig und warte nur darauf, sein grausames Spiel von neuem zu beginnen.

  Rasch schiebt Antara ihre Arme unter Meneor ...

  ... und steht mit ihm in den Armen auf, ...

  ... um ihn mit wenigen S?tzen aus dem Einflussbereich des unruhigen Teppichs zu tragen.

  Ohne sichtliche Anstrengung tr?gt sie den matt in ihren Armen liegenden Geschundenen durch den Ascheschnee, ...

  ... der mittlerweile schon dichter f?llt, was die in Gedanken versunkene Antara aber nicht bemerkt.

  Sie geht weiter, ...

  ... bis der Flockenfall sich zu einem Gest?ber entwickelt und Meneor besorgt den sich zunehmend verdüsternden Himmel betrachtet.

  Meneor, wie oben: "Antara, das Himmel ..."

  Diese Worte reissen Antara aus ihren Gedanken ...

  ... und sie wendet ihr Gesicht zum Himmel, ...

  ... sieht unbewegt, was geschieht, ...

  ... und sagt, zu Meneor schauend, w?hrend ein aufkommender Wind ihr Ascheflocken von vorn ins Gesicht treibt, mit seltsamem Gleichmut: "Mach dich auf etwas gefasst."

  Meneor ist verwirrt ob ihrem Gleichmut.

  Sich gegen den sch?rferen Wind lehnend, geht Antara weiter. Ihre K?rper sind verschmiert von der Asche.

  Der Wind wird zum Sturm, gegen den Antara sich mit aller Kraft stemmt, ...

  ... um schliesslich kaum noch einen Schritt vorw?rts zu kommen.

  Antara sinkt auf die Knie.

  Sie bettet Meneor so, dass er mit seinen Schultern auf ihren Oberschenkeln zu liegen kommt.

  Antara ruft Meneor ins Ohr: "Wir müssen erkennen, was es ist, ..."

  Antara hat Asche in den Hals bekommen und muss husten.

  Antara, wie oben, aber mit schützend vor den Mund gehaltener Hand: "... sonst wird uns das Aschesturm t?ten."

  Meneor ruft, ebenfalls mit schützender Hand: "Was meinst du?"

  Antara deutet mit ausgestrecktem Arm, wortlos auf ein tiefschwarzes Gew?lk vor ihnen, das sich bedrohlich von dem düsteren Grau des Himmels abhebt.

  S?mtliche Formen, die das Gew?lk annimmt, sind schwarze Schattenrisse vor dem Grau des Himmels. Es zeigt einen Kopf mit schreiend aufgerissenem Mund.

  Antara und Meneor starren gebannt auf den Kopf, ohne zu wissen, was damit gemeint ist.

  Das Gew?lk bildet einen weiteren schreienden Kopf ...

  ... und noch einen.

  Beim n?chsten Bild wird zus?tzlich der Oberk?rper einer schreienden Gestalt sichtbar. Der Lauf eines Gewehres ist der Gestalt in den Rücken gedrückt, was aber ...

  ... erst jetzt zu erkennen ist, wo die ganze Gestalt sichtbar ist, wie sie mit dem Gewehrlauf über einen Abgrund gestossen wird.

  Die schreiende Gestalt im freien Fall, mit den Armen rudernd.

  Eine weitere ...

  ... und noch eine, ...

  ... bis die letzte Gestalt durch die St?be eines vergitterten Fensters zu sehen ist.

  Meneor spürt, wie Antara zittert vor Angst.

  Er schaut zu ihr auf und sieht, wie sie aus tiefster Qual einen lautlosen Angstschrei ausst?sst.

  Meneor schaut zu dem Gew?lk, das nun riesig, schwarz und bedrohlich herankommt mit seinem Gitterfenster.

  St?hnend rappelt Meneor sich hoch.

  Mit entsetzt geweiteten Augen, hustend, versucht Antara mit einer hilflosen Geste, Meneor zurückzuhalten.

  Dieser taumelt auf das Gew?lk zu ...

  ... und breitet schützend und beschw?rend seine Arme aus.

  Wie Meneors H?nde sich an die Gitterst?be krallen, um das Gew?lk aufzuhalten, ...

  ... stürzen die Schw?rze des Gew?lks und die Gewalt des Aschesturmes auf ihn ein, als würde er wie ein schwarzes Loch sie unwiderstehlich anziehen.

  Ein gewaltiger Wasserfall aus Aschewolken und Gew?lksschw?rze ergiesst sich in Meneors Leib, der sich aufb?umt, als würden Stromst?sse seine Muskeln verkrampfen.

  Die letzten Reste von Sturm und Gew?lk verschwinden in Meneor, der grotesk verkrampft hintenüber zu fallen beginnt.

  Antara schreit verzweifelt: "Meneor!"

  Mit einem Satz ist sie bei Meneor, ...

  ... f?ngt ihn auf, bevor er den Boden erreicht, ...

  ... und vergr?bt schluchzend ihr Gesicht in seinem Bauch.

  Antara, wie oben: "Du darfst nicht sterben, Meneor ... Ich liebe dich."

  Bei unver?nderter Haltung sind die zwei aus grosser Entfernung zu sehen, verloren in der zugleich warmen und düsteren Aschelandschaft.

  Wieder nah dran. Meneors Erstarrung l?st sich allm?hlich.

  Mit bel?mmertem Blick versucht er sich zu orientieren.

  Seine Augen werden klarer. Und wie er seinen K?rper wieder spürt, ...

  ... durchzuckt ihn der Schmerz, der ihn mit verzerrtem Gesicht aufst?hnen l?sst.

  Antara, mit tr?nennassem Gesicht, verzweifelt glücklich: "Du lebst ... du lebst!"

  Unter Schmerzen legt Meneor die Arme um sie und zieht ihren Kopf tr?stend an seine Brust, w?hrend die kniende Antara ihn immer noch auf den Armen h?lt.

  Meneor, mit Mühe, weil seine Gesichts- und Sprechmuskeln verkrampft sind: "Ich habe einfach ... es einfach ertragen ... Wie du gesagt hast."

  Meneor, wie oben: "Ich habe mich ... nicht gewehrt ... Ich habe mich entspannt, ... darauf vertraut, dass ich es aushalte."

  Antara h?rt ihm aufmerksam zu.

  Antara, mit grossen Augen voller Z?rtlichkeit und Anteilnahme: "Woher hast du gewusst, dass es dich nicht t?ten würde?"

  Meneor bringt mit seinen verkrampfen Muskeln nur ein schwaches und schiefes L?cheln zustande: "Ich habe es nicht gewusst."

  Antaras grosser Blick besteht aus Erschrecken und Dankbarkeit zugleich.

  Meneor dreht sich von Antaras Armen runter ...

  ... und landet verkrampft und st?hnend auf allen Vieren.

  Unter grosser Anstrengung gelingt es ihm, auf die Füsse zu kommen ...

  ... und seinen steifen und gequetschten K?rper unter St?hnen zu strecken.

  Antara ist auch aufgestanden. Sie beobachtet ihn und sagt mitfühlend: "Es ist seltsam, ... dich so hilflos zu sehen."

  Meneor, mit gequ?ltem L?cheln: "Deine Feindlichen sind ziemlich hart."

  Antara, in Gedanken vor sich hin blickend, etwas traurig: "Ziemlich hart, ja."

  Meneor, mit neugierigem Blick: "Was waren das für schwarze K?rper?"

  Antara legt sich Meneors Arm um ihre Schultern und h?lt ihn am Handgelenk fest, w?hrend sie den anderen Arm um seine Taille legt.

  Langsam führt sie den humpelnden Krieger weiter durch die Aschelandschaft.

  Antara, sich düster erinnernd: "Die Natürlichen haben den genetisch optimierten Forschenden das Schuld gegeben an dem Zerst?rung des Welt. Deshalb warfen sie uns ins Gef?ngnis. Durch das vergitterte Fenster meines Zelle musste ich zusehen, wie viele Forschende in das S?uregraben gestossen wurden ..."

  Meneor, gegen Angst und Schmerzen k?mpfend, trotzdem interessiert: "Wie hast du überlebt?"

  Antara, wie oben: "Als mein Gef?ngnistür aufging, spürte ich schon, wie das S?ure mich unter entsetzlichen Schmerzen auffrass. Aber in dem Tür stand nur Doktor Meer, das mir verschw?rerisch winkte, ihm zu folgen. Ich ging mit und es schickte mich durch das Glasr?hre nach Genville ..."

  Antara schaut Meneor an und sagt, als k?nne sie es selbst nicht glauben: "Doktor Meer hat sein Leben riskiert, um uns Genvilles zu retten."

  Meneor, ungl?ubig trotz Angst und Schmerzen: "Warum hat es das getan? Es hat doch bloss Freude an Grausamkeiten."

  Antara, sinnierend: "Ja, mehr Freude bedeutet für es mehr Grausamkeit. Und weil es schmerzhaft gierig nach Grausamkeit ist, bedeutet für es Grausamsein weniger Schmerz. Dadurch wird unser Leitgedanke 'Mehr Freude, weniger Schmerz' ins Gegenteil verkehrt."

  Meneor, unter Schmerzen: "Vielleicht kannst du jedes Satz so verstehen, dass sein Gegenteil draus wird. Gute Leits?tze brauchen auch ein gutes Willen."

  Antara ist entzückt über Meneors Gedanken und, l?chelnd wie selten, schaut sie ihn an und sagt: "Und ein gutes Willen k?nnen wir herstellen mit einem guten Bedürfnisstruktur."

  Meneor, wie oben: "Aber warum hat Doktor Meer euch gerettet?"

  Antara, ratlos: "Ich weiss es nicht."

  Antara, ein unheimliches Gefühl beschleicht sie bei dem Gedanken: "Ich traue mich auch nicht, es herauszufinden ... Sein Gehirn ist ... unappetitlich ... mehr noch ... Es macht mir Angst."

  Meneor, wie oben, ganz ohne Witz: "Ja, sein Gehirn würde ich nicht essen."

  Antara weiss, dass Meneor Menschen isst und schenkt ihm ein halb wissendes, halb amüsiertes L?cheln, ...

  ... welches sich aber, durch ein reissendes Ger?usch aus dem Off, abrupt in einen Ausdruck des Entsetzens verwandelt.

  Antara und auch Meneor, obwohl behindert durch seine Schmerzen und seine Angst, schauen hinauf zum Himmel. Dort hat sich ein Riss gebildet, der aussieht, als w?re der Himmel auf Papier gemalt, welches nun aufreisst.

  Der Riss verl?ngert sich unter lauten, bedrohlichen Reissger?uschen bis zum Horizont, ...

  ... um von dort durch die Aschelandschaft auf Meneor und Antara zuzurasen.

  Antara hat sich gefasst. Sie steht da mit geschlossenen Augen, voller Konzentration. Meneor starrt, gel?hmt vor Angst, v?llig verst?ndnislos auf das sich nahende Unheil.

  Da h?rt Meneor Antaras Stimme, die beschw?rend sagt: "Finde das letzte W?rme in dir, Meneor ... Halte dich fest daran ..."

  Meneor schliesst die Augen und konzentriert sich.

  Wie beide dastehen mit geschlossenen Augen, nach innen gewandt, biegt der Riss einen Meter vor ihnen seitlich ab, ...

  ... um nach wenigen Zentimetern wieder zurückzurasen zum Horizont ...

  ... und hinauf in den Himmel, sodass sich ein spitzes Dreieck bildet, ...

  ... welches sich im Himmel schliesst.

  Das ausgerissene Stück der Aschewelt wird von einem unspürbaren Wind davon gewirbelt. Wo es fehlt, ist Schw?rze.

  Der n?chste Riss geht durch den Himmel ...

  ... und rast auf Meneor und Antara zu, ...

  ... biegt einen Meter von ihnen seitlich ab, ...

  ... und der n?chste 'Papierfetzen' der Aschewelt wirbelt davon.

  Jetzt zucken von überall her die Risse herab ...

  ... und rasen auf die beiden zu.

  Die ganze Aschewelt wirbelt als Papierfetzen ins Dunkle davon. Nur noch zwei Quadratmeter, wo Antara und Meneor stehen, bleiben übrig.

  Schliesslich stehen sie auf dem beleuchteten Ascheflecken inmitten der Schw?rze.

  Wie Meneor die Augen ?ffnet, muss er eine Panikattacke aushalten, die gleichzeitig zu einem kleinen Riss im Ascheboden führt.

  Auch Antara ?ffnet ihre Augen, bleibt aber ruhig, ...

  ... atmet tief durch, ...

  ... um dann den verwirrten und zitternden Meneor anzuschauen.

  Verst?rt schaut Meneor zu Antara.

  Diese nimmt ihn in die Arme ...

  ... und sagt tr?stend: "Fürchte dich nicht. Dies ist das Kern des Geborgenheit, an dem alles Angst vergeblich nagt. Aber kommt das Tag, wo dieses letzte Bollwerk f?llt, fliesst frei das Flut des Angst durch dein Geist. Und lautes Schreien kündet vom Untergang des Hoffnung."

  Wieder will ein kleiner Riss das letzte Stückchen Boden zerreissen.

  Antara ruft warnend: "Zweifle nicht, Meneor! Deine Zweifel zerst?ren das Kern!"

  Meneor, hilflos: "Was soll ich tun?"

  Antara, mit tiefem Ernst und magischer Eindringlichkeit: "Spüre das Kern des Geborgenheit, ... sein W?rme ... Lass das W?rme sich ausbreiten ... Gib ihm dein Kraft."

  Gebannt h?rt Meneor zu.

  Antara legt sich Meneors Hand auf ihre Brust und legt gleichzeitig ihre Hand auf Meneors Brust.

  Sie stehen da mit nach innen gewandtem Blick.

  Da beginnen die R?nder ihrer winzigen Aschewelt zu wachsen.

  Der Ascheboden w?chst hinaus bis zum Horizont, ...

  ... wo sich der Himmel anschliesst, um schnell nach oben zu wachsen, ...

  ... bis das letzte Schwarz von den düsteren, hinterleuchteten Wolken bedeckt wird.

  Antara ?ffnet die Augen und wie sie die Aschewelt sieht, l?chelt sie melancholisch.

  Sie bemerkt Meneor, der immer noch mit geschlossenen Augen und voller Konzentration dasteht, ...

  ... und stupst ihn, melancholisch l?chelnd an mit den Worten: "Es ist gut, Meneor."

  Meneor ?ffnet die Augen und sieht mit einiger Verblüffung, dass die Aschewelt wieder existiert.

  Meneor schaut Antara an und sagt bewundernd: "Du brauchst viel Kraft, nur, um nicht in dem Schw?rze zu versinken."

  Antara l?chelt wundersch?n und traurig.

  Antara mustert erstaunt Meneors K?rper: "Deine Wunden sind verheilt ..."

  Antara, mit ihrem melancholischen L?cheln: "Unser kleines Meditation hat dir gut getan."

  Um zu prüfen, ob Antaras Feststellung stimmt, springt Meneor aus dem Stand zwei Meter hoch, ...

  ... um dann mit den Füssen auf Antaras Schultern zu landen, die ihn mühelos und mit einem L?cheln auff?ngt, ...

  ... um ihrerseits, mit Meneor auf den Schultern, zwei Meter hoch zu springen, ...

  ... worauf Meneor, im Zenit ihres Sprunges, sich abst?sst und noch einmal zwei Meter h?her springt, ...

  ... sodass er nun an die vier Meter hoch ist, w?hrend Antara in der stiebenden Asche landet.

  Meneor dreht sich in der Luft um 180 Grad ...

  ... und landet dicht vor der l?chelnden Antara.

  Meneor versinkt in Antaras Tiefseeblick.

  Gleichzeitig heben sich ihre Arme ...

  ... und ihre H?nde legen sich einander auf die K?rper.

  Ihre Lippen finden sich zu einem intensiven Kuss.

  Da brechen die Wolken auseinander ...

  ... und vom Himmel ergiesst sich ein Lichtfall, der die beiden in seinem Gleissen badet.

  Hand in Hand gehen sie weiter. Die Angst hat sich aus ihren Gesichtern etwas zurückgezogen.

  Antara, mit leisem L?cheln: "In meinem Welt aus Asche ist Liebe das Sonne."

  Meneor, ernsthaft: "Vor kurzem h?tte ich dich nur bl?d angeschaut bei diesem Satz ... Aber jetzt verstehe ich."

  Hundert Meter voraus steht pl?tzlich ein gesunder, kr?ftiger Baum in vollem saftigem Laub.

  Schweigend und staunend gehen sie auf den Baum zu, dessen Lebenskraft in dieser Aschewelt besonders auff?llt.

  Sie stehen vor dem Baum. Antara saugt den Anblick des Baumes mit grossen staunenden Augen voll leiser Traurigkeit in sich hinein. Auch Meneor ist beeindruckt.

  Antara, wie oben: "In dem Wirklichkeit habe ich noch nie ein solches Baum gesehen."

  Meneor, wie oben: "Ich auch nicht. Sie sind alle tot."

  Ein leichter Wind schiebt düsteres Gew?lk über die Szenerie und l?sst die Bl?tter des Baumes rauschen.

  Beunruhigt suchen Antara und Meneor im Himmel nach der Ursache des Windes.

  Da sehen sie einen Kubikmeter grossen schwarzen Meteoriten durch die Wolkendecke schiessen, ...

  ... herab zischen ...

  ... und Asche stiebend mit explosivem Knall hinter dem Baum einschlagen. Meneors und Antaras Grundangst ist pl?tzlich wieder da.

  Wie sich die Aschewolken verziehen, steht da ein merkwürdiges baumhohes Monster, welches nur aus breiten, leicht gekrümmten S?beln zu bestehen scheint.

  Eine Schrecksekunde lang geschieht gar nichts.

  Dann kippt das Monster, als w?re es tot, vornüber, ...

  ... überschl?gt sich wie bei einem Purzelbaum, ...

  ... um sich dicht hinter dem Baum in voller Gr?sse aufzurichten.

  Die vorderen S?bel dreschen wild auf den Baum ein, ...

  ... sodass nach kürzester Zeit nur noch ein Haufen Kleinholz daliegt.

  Fassungslos starren Antara und Meneor auf das riesige Monster, welches regungslos, fast in Reichweite vor ihnen steht.

  Da beginnt das Monster nach vorn zu kippen ...

  ... und von panischer Angst erfüllt, nehmen Antara und Meneor seitlich Reissaus.

  W?hrend das Monster seinen Purzelbaum dorthin macht, wo Antara und Meneor eben noch gestanden haben, ...

  ... rennen die beiden, Hand in Hand weiter nach vorn. Unter ihren rasenden Füssen stiebt die Asche betr?chtlich.

  Im Rennen dreht Meneor seinen Kopf um 180 Grad nach hinten, ...

  ... um festzustellen, dass sie bereits eine gewisse Distanz zwischen sich und das Monster gebracht haben.

  Wie Meneor seinen Kopf zurückdreht, sagt er: "Wir sind schnell genug."

  Da donnert vor ihnen ein gleicher Meteorit in den Ascheboden und bremst ihren Lauf abrupt.

  Mit angstvoller Neugier starren sie auf die Aschewolke.

  Aus der sich legenden Wolke sch?lt sich die Silhouette eines S?belmonsters, ...

  ... was Meneor und Antara zu einem Ausweichman?ver ...

  ... und erneuter Flucht nach vorn veranlasst.

  Das Monster folgt ihnen mit einem Purzelbaum.

  Meneor zieht Antara auf ein verkohltes Holzhaus zu, ...

  ... in dem sie verschwinden, ...

  ... um durch fehlende Bretter hindurch das sich Purzelbaum schlagend n?hernde S?belmonster zu beobachten.

  Antara schaut mit Angst geweiteten Augen auf das Monster. Meneor, zitternd vor Angst, das Monster ebenfalls im Blick: "Unser Versteck ist nutzlos."

  Antara zieht Meneor aus dem H?uschen, ...

  ... welches hinter ihnen unter den dreschenden S?beln des Monsters in tausend Stücke fliegt.

  W?hrend sie über eine offene Fl?che auf eine verkohlte Scheune zu rennen, donnern weit auseinander, aber überall Meteoriten herab.

  Antara und Meneor rennen in die verkohlte Scheune, ...

  ... wo sie stehen bleiben und in ratloser Angst spüren, wie der Boden unter dem Einschlag der Meteoriten zittert.

  Meneor, gew?hnt, auch in aussichtslosen Situationen zu handeln, reisst sich zusammen und zerrt Antara an der Hand weiter durch die Scheune.

  Hinter ihnen beginnt das S?belmonster die Scheune zu zerfr?sen.

  Sie rennen aus der Scheune heraus ...

  ... und finden sich in einer kleine Stadt aus verkohlten Holzgeb?uden, deren Strassen und sonstige Fl?chen von der kn?cheltiefen Asche bedeckt sind.

  Von überall her rollen jetzt die S?belmonster aus ihren Aufschlagswolken heraus auf die verkohlte Kleinstadt zu.

  Meneor und Antara sind stehen geblieben. Meneor schaut zurück und beobachtet, wie das S?belmonster die Scheune zerlegt.

  Meneor, hilflos: "Antara, was sollen wir tun? Ausser Fliehen kommt mir nichts in das Sinn."

  Antara wirkt etwas abwesend.

  Die letzten Reste der Scheune fliegen auseinander.

  Meneor zerrt an Antaras Hand ...

  ... und sie rennen einen Strassenzug hinunter, in Richtung Stadtmitte.

  Etliche S?belmonster haben den Stadtrand erreicht und beginnen von allen Seiten, die Geb?ude zu zerlegen.

  If you encounter this story on Amazon, note that it's taken without permission from the author. Report it.

  Antara h?lt Meneor zurück und zwingt ihn zum Stehen, was dieser sichtlich für unpassend h?lt.

  Antara, angstvoll und beharrlich zugleich: "Meneor, was ist dein Traum?"

  Meneor ist verblüfft.

  Das S?belmonster zerfetzt die eine Seite ihres Strassenzuges und kommt unaufhaltsam auf sie zu.

  Angsterfüllt will Meneor Antara vor der herannahenden Gefahr wegziehen, ...

  ... aber dank ihrer enormen K?rperkraft steht sie da wie ein Fels und Meneors Zerren bleibt v?llig wirkungslos.

  Meneor zeigt mit Angst geweiteten Augen auf das sich n?hernde Monster und schreit: "Antara, wir haben jetzt kein Zeit für Tr?ume!"

  Antara h?lt sich, von der Lautst?rke gequ?lt, die Ohren zu, ...

  ... dreht sich aber jetzt um und erschrickt über die N?he des Monsters.

  Ohne sich die H?nde zu halten, rennen sie weiter zur Stadtmitte.

  Am Ende von abzweigenden Strassenzügen sind ebenfalls herumfliegende verkohlte Holzteile zu sehen von den sich zur Stadtmitte hin durchschlagenden Monstern.

  Antara, im Laufen, ?ngstlich und beharrlich: "Meneor, was ist dein Traum?"

  Meneor, im Laufen, nicht verstehend: "Meinst du den vom letzten Nacht?"

  Antara, wie oben: "Dein Traum vom Leben. Was ist dein innigstes Wunsch?"

  Meneor, etwas befremdet von der Vorstellung, er k?nne etwas ertr?umen: "Mein Leben ist gut so. Ich habe kein Traum."

  Antara, im Laufen, beharrlich: "Früher wolltest du k?mpfen und siegen. Du hast schnell und rücksichtslos get?tet. Aber mir scheint, du hast dich ver?ndert ... Dein Ziel, dein Traum hat sich ver?ndert."

  Meneor, im Laufen, ernsthaft: "Chromos 5 hat gesagt, das Sieg bestehe in mehr Freude und weniger Schmerz. Dieses Kampf ist viel spannender, als nur mit dem Faust dreinzuschlagen. Aber K?mpfen und Siegen sind geblieben."

  Antara, im Laufen, die Gefahr vergessend: "Ja, du bist anders geworden. Früher h?ttest du Chief Held oder den Dorfleuten das Sch?del eingeschlagen. Heute setzt du auch deine geistigen F?uste ein, um ein Problem zu l?sen."

  Sie erreichen die Mitte des St?dtchens und bleiben auf einem grossen Platz stehen.

  Sie sind umzingelt von S?belmonstern, die sich schon zu einem Drittel durch die Stadt ges?belt haben.

  Antara, als ginge sie die Bedrohung nichts an, gefangen im Gespr?ch: "Dann sag mir, wie du dich am Wohlsten fühlst."

  Meneor, der zwar seine Grundangst immer spürt, aber auch gefangen im Gespr?ch: "Nach gutem Sex auf einem Hügel zu stehen und mein Kraft zu spüren ist das Sch?nste."

  Antara, w?hrend hinter ihr die zers?belten Bretter hoch in die Luft fliegen: "Da sie von ausserhalb in unser Aschewelt eindringen, sind diese S?belmonster wohl Angstfelder, die etwas mit draussen zu tun haben."

  Meneor, wie oben, hinter ihm ebenfalls ein Himmel voller Brettersalat: "Gefahren, die dein K?rper bedrohen?"

  Antara nickt.

  Antara, erstaunlich gefasst, Brettersalat: "Wenn sie uns erreichen, werden unsere eigenen Angsthormone uns t?ten."

  Meneor, dr?ngend, Brettersalat: "Aber wie k?nnen wir sie aufhalten?"

  Antara, wie oben, Brettersalat: "Wir müssen mit unserem liebsten Vorstellung gegen sie k?mpfen."

  Meneor, an ihren Lippen h?ngend, Brettersalat: "Was ist dein liebstes Vorstellung, Antara?"

  Antara, mit einem leichten L?cheln, entrückt, Brettersalat: "Ich habe es noch nie erlebt ... Ich m?chte das Band aus Angst, das mein Brust umschnürt, sprengen und frei atmen ... frei atmen."

  Antara atmet mit geschlossenen Augen tief ein.

  Wie sie ausatmet, verwandelt sich ihre Atemluft in fünf Millimeter grosse Glitterpl?ttchen aus Silber funkelndem Metall, scharf und dünn wie winzige Rasierklingen. Im Hintergrund kommen die letzten H?user dran.

  Antara atmet erneut tief ein ...

  ... und Glitterpl?ttchen aus.

  Antara ?ffnet die Augen und sieht die kleine Wolke aus Glitterpl?ttchen vor sich schweben.

  Antara, wie in Trance: "Gib meinem Atem Kraft."

  Meneor schaut verwirrt.

  Die letzten Fassaden bersten unter den Hieben der S?belmonster auseinander.

  Antara atmet weitere Glitterpl?ttchen aus ...

  ... und sagt wie oben zu Meneor: "Erwecke dein liebstes Vorstellung und lass dein Kraft in mein Atem str?men."

  Meneor begreift, traut der Sache aber nicht ganz.

  W?hrend die Monster über den Platz auf die beiden zu purzeln, konzentriert sich Meneor ganz darauf, auf einem Hügel zu stehen und seine Kraft zu spüren. Antara atmet weiter Glitter aus.

  Ein warmes, weiches Licht geht kugelf?rmig von Meneor aus. Antara atmet Glitter aus.

  Die Glitterwolke beginnt die Lichtkugel zu umhüllen, welche nun Antara und Meneor in ihrem Inneren birgt. Antara atmet weiteren Glitter aus.

  Die ersten Monster erreichen die nun komplette Glitterkugel, in der schemenhaft Antara und Meneor zu sehen sind, und holen mit ihren m?chtigen S?beln zum Schlag aus.

  Wie die S?bel auf die Glitterwolke eindreschen, werden sie von den Diamant scharfen Glitterpl?ttchen zerfr?st ...

  ... und stieben als Metallpulver davon.

  Die Monster dreschen mit all ihren S?beln auf die Kugel ein. Und da sie nur aus S?beln mit Halterungen bestehen, ...

  ... werden ihre ganzen K?rper zu Metallstaub.

  Dieses Schauspiel wiederholt sich so lange, bis die ganze S?belmonsterhorde zerfr?st ...

  ... und zerstoben ist.

  Antara und Meneor entspannen sich, sodass das Licht erl?scht und der Glitter zu Boden regnet.

  Antara steht da und betrachtet Meneor, erfüllt von grossem Frieden, mit leichtem L?cheln und meerestiefem Blick.

  Meneor, der nicht recht verstanden hat, was geschehen ist, wirkt etwas verwirrt.

  Antara, wie oben: "Nun kennst du das Kraft des Hoffnung... das Kraft der Leidenden."

  Ergriffen von ihren Worten, schaut Meneor Antara mit grossen Augen an.

  Geschw?cht von der st?ndigen Grundangst und dem eben erlebten Horror, beginnt Meneor zu zittern.

  Er l?sst sich mit gesenktem Kopf auf die Knie sinken.

  Eine tiefe Trauer bem?chtigt sich seiner Gesichtszüge ...

  ... und Tr?nen perlen über seine Asche best?ubten Wangen.

  Antara, besorgt: "Was hast du, Meneor?"

  Meneor, ihr sein tr?nennasses Gesicht zuwendend: "Ich habe nicht gewusst, was dieses Wort bedeutet ... leiden."

  Meneor, wie oben: "Mein Kraft ist nichts im Vergleich mit dem Kraft eines Leidenden."

  Antara geht zu Meneor und zieht seinen Kopf tr?stend an ihren Bauch. Antara, mit leichtem L?cheln, tr?stend: "Wie kann das sein, wo ich doch nur noch lebe dank dir."

  Meneor h?lt sich an ihr fest. Aus einiger Entfernung sehen sie aus, als w?re dieser Augenblick in Marmor verewigt.

  Antara und Meneor gehen Hand in Hand durch die klein gehackte verkohlte Stadt.

  Die letzten Trümmer bleiben zurück.

  Nur noch Aschelandschaft.

  Auch die Hügel bleiben zurück und sie betreten eine Ebene, die so flach ist wie die Oberfl?che eines stillen Sees.

  Im Weitergehen mustert Meneor aufmerksam den Boden und sagt: "Das Boden ist h?rter geworden."

  Nach einigen weiteren Schritten l?sst Meneor sich auf ein Knie nieder ...

  ... und wischt mit der Hand die Asche zur Seite, sodass eine blanke, leicht spiegelnde Fl?che zum Vorschein kommt.

  Meneor, mit der Hand die Fl?che abtastend, erstaunt: "Es ist kalt ... Was ist das?"

  Antara, mit entrücktem Blick zum messerscharf gezogenen Horizont: "Das Eis des Einsamkeit."

  Meneor, aufstehend, interessiert: "Was ist Eis?"

  Antara, mit einem leeren Blick, der Meneor erschreckt: "Eis ist gefrorenes Wasser, ... so kalt wie das Tod."

  Antara geht weiter und l?sst dabei Meneors Hand los.

  Meneor schaut ihr verwirrt nach, ...

  ... um ihr dann zu folgen.

  Wieder gehen sie, ohne sich die Hand zu geben, nebeneinander. Die Aschedecke wird dünner, ...

  ... bis sie schliesslich ganz weicht und einer spiegelnden Eisfl?che Platz macht.

  Antara wirkt seltsam abgerückt, ihre Angst ist jedoch unverkennbar. Meneor versteht nicht, was in Antara vorgeht.

  Mit fragender Miene will Meneor etwas sagen, ...

  ... aber es kommt kein Ton aus seinem Mund und Meneor denkt verblüfft: 'Ich kann nicht sprechen!'

  Meneor nimmt sich zusammen und versucht noch einmal, etwas zu sagen.

  Zwar bewegen sich seine Lippen, aber kein Ton ist zu h?ren.

  Betroffen denkt Meneor: 'Wir k?nnen nicht mehr sprechen ... Dann k?nnen wir uns auch nicht mehr helfen.'

  Meneor hat eine Idee und denkt: 'Doch wir k?nnen, ... indem wir uns berühren.'

  Meneor steuert auf Antara zu und streckt die Hand nach der ihren aus, wobei er denkt: 'Berühren ist auch Reden.'

  Bevor er Antaras Hand erreicht, entweicht ein stummes 'Aua' seinem Mund. Sein Arm zuckt zurück ...

  ... und mit beiden H?nden h?lt er sich den blutenden Fuss, mit dem er in eine handtellergrosse Ansammlung kleiner Eisnadeln getreten ist, die nun teils abgebrochen herumliegen, teils blutverschmiert aufragen.

  Da Antara unbekümmert weiter gegangen ist, reisst Meneor sich zusammen und eilt ihr nach, eine blutige Fussspur hinter sich lassend.

  Wie Meneor zu Antara aufgeschlossen ist, versucht er wieder, ihre Hand zu ergreifen. Dabei be?ugt er misstrauisch den Boden, ob da wieder Eiskristalle auf seine Füsse warten.

  Da zeigt sich ein starker Schmerz auf seinem Gesicht ...

  ... und v?llig schmerzverblüfft sieht er, wie seine nach Antara ausgestreckte Hand von einem schlanken, vom Boden empor gewachsenen hüfthohen Eiszapfen durchbohrt ist. Antara ist schon weiter gegangen.

  Unter Schmerzen zieht Meneor seine Hand von dem Eiszapfen ab ...

  ... und folgt Blut tropfend Antara.

  Meneor schreit: 'Antara!' Aber der Schrei bleibt in seinen Gedanken und kein Laut kommt über seine Lippen.

  Sichtlich erschüttert und verunsichert, trottet Meneor neben der unnahbaren Antara her.

  Meneor denkt: 'Warum reagiert es nicht? ... Warum tut es so, als w?re ich nicht mehr da?'

  Meneor mustert Antaras Gesicht und sieht eine bleiche Gefasstheit, durchdrungen von einer grossen, dunklen Angst.

  Ziemlich beeindruckt denkt Meneor: 'Dieses Ausdruck! ... Da kommt nichts Gutes ...'

  Als habe irgend etwas nur auf diesen Gedanken gewartet, geschieht eine Bewegung, die Meneor aus dem Augenwinkel wahrnimmt.

  Sein Kopf schiesst herum und er sieht in etlicher Entfernung m?chtige Eiszapfen v?llig lautlos den Eisspiegel durchbrechen ...

  ... und zwanzig, dreissig Meter emporwachsen, ...

  ... sodass in kurzer Zeit auf drei Seiten unüberwindliche W?nde entstanden sind und nur noch der Weg nach vorn offen zu sein scheint.

  Antara ist unbeirrt weitergegangen.

  Meneor eilt ihr nach und ruft stumm: 'Antara, wir werden eingekreist!'

  Wie sie nichts h?rt und nicht reagiert, streckt er unwillkürlich die Hand nach ihr aus, ...

  ... was ihm seine durchstochene Handfl?che ins Blickfeld bringt, ...

  ... worauf er seine Hand zurück zucken l?sst ...

  ... und Antara einen hilflos-flehenden Blick zuwirft mit dem Gedanken: 'Antara, warum reagierst du nicht?'

  Im Gehen beobachtet Meneor, wie vor der ersten Reihe weitere Eiszapfen aus dem Boden schiessen, wobei die neuen etwas kleiner sind als die ?lteren.

  Immer weitere kleinere Reihen bilden sich, ...

  ... sodass sich von drei Seiten (hinten, links und rechts) je ein Abhang aus Eiszapfen bildet, ...

  ... deren letzte Ausl?ufer mit Nadeln von wenigen Zentimetern H?he bis auf einen halben Meter an Meneors und Antaras Füsse heranreichen.

  Dies gilt auch für den hinteren Abhang, scheint doch dieser, indem er sich dauernd neu gestaltet, Antara und Meneor zu folgen, sodass ihnen nur dieser schmale Pfad nach vorne bleibt und jedes Verweilen einem Aufenthalt auf einem Nagelbrett gleich k?me.

  Der Pfad und die eisigen Abh?nge verlieren sich hundert Meter vor ihnen im Dunkeln. Das Dunkle zieht sich, entsprechend ihrer Gehgeschwindigkeit, zurück, sodass die Eisabh?nge ohne erkennbares Ende aus dem Dunkeln zu fliessen scheinen.

  Besorgt schaut Meneor sich um, aber die Eisnadeln spriessen immer noch, ebenfalls im Gehtempo, aus dem Boden, um dann in Abhangform weiter zu wachsen, sodass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als auf dem schmalen Eisspiegelpfad weiter zu gehen.

  Da hellt sich das Dunkel vor ihnen auf ...

  ... und ein vierter Eisabhang nadelt sich ihnen entgegen, ...

  ... sodass sie nun in einem m?chtigen 'Eisstadion' gefangen sind, ...

  ... dessen winzige Eispfadfl?che von vorn und von hinten zugenadelt wird, ...

  ... bis die von vorn kommenden Eisnadeln sie zum Stehen zwingen, was Meneor mit grossem Schrecken erfüllt. Aus Antaras Augen fliesst dunkle Panik.

  Die Eisnadeln durchstossen die letzten Quadratzentimeter Eisfl?che um ihre Füsse herum ...

  ... und bohren sich schliesslich durch beider Fusssohlen. Antara und Meneor schreien stimmlos vor Schmerzen.

  W?hrend die Abh?nge nun unver?ndert bleiben, beginnen die in den Fusssohlen steckenden Eisnadeln empor zu wachsen, ...

  ... hoch ...

  ... und h?her und dicker, sodass das stumm schreiende Paar nun auf einer hohen Eiss?ule inmitten des 'Stadions' steht und taumelt.

  Beide strecken gleichzeitig eine Hand aus, um sich aneinander festzuhalten.

  Doch noch bevor sie sich berühren, werden beide Handfl?chen von empor schiessenden Eiszapfen durchbohrt.

  Aus der Eiss?ule zucken rings um die beiden Eiszapfen hervor, ...

  ... aus denen seitliche Ableger wachsen, ...

  ... aus denen wieder Ableger wachsen, ...

  ... die nun anfangen, die Leiber von Antara und Meneor überall zu durchbohren, sodass Blut spritzt und blutige Eiszapfen überall aus dem K?rper ragen.

  Unter ihrem hilflosen und lautlosen Schreien dauert das Schauspiel fort, ...

  ... bis sie schliesslich v?llig bewegungsunf?hig in einer bizarren, aber schaurig-sch?nen Eisskulptur gefangen sind. Auch ihre Gesichter sind im lautlosen Schreien erstarrt.

  Meneor denkt: 'Das Schmerz ist weg ... Nur noch das 'Eis des Einsamkeit' durchbohrt mich ... Ich verstehe dieses Wort nicht: Einsamkeit ... Nur das K?lte spüre ich ... dieses schreckliche K?lte ... Ist das das Einsamkeit, ... dieses K?lte, ... das mich l?hmt, sodass ich tot bin ... und doch am Leben? ... Wie kann Antara so leben, ... so nah am kalten Tod? ... Ich werde es w?rmen, ... wenn ich mich wieder bewegen kann.'

  Meneor schreit in Gedanken: 'ICH WILL MICH BEWEGEN!!!'

  Doch nichts geschieht. Meneor bleibt gefangen in der Eisskulptur, mit dem Gesicht zum Himmel.

  Da sieht Meneor, wie die düstere Wolkendecke zu leuchten beginnt, als verberge sich eine Sonne dahinter.

  Wie die Quelle des Lichts die Wolkendecke durchst?sst, entpuppt sie sich als gleissende Gestalt, zusammengesetzt aus Flammen.

  Die Gestalt schwebt herab ...

  ... und wie sie wenige Meter über der Eisskulptur schwebt, erkennt Meneor Piri, die als flammende Lichtgestalt mit ihrem strahlenden L?cheln herabsieht auf die beiden Gefangenen.

  Unter dem Ansturm der Flammenhitze beginnt die Eisskulptur zu schmelzen.

  Ohne etwas zu sagen, ohne Bewegung h?ngt Piri einfach da und flammt.

  Ein Eisspeer nach dem andern zieht sich schmelzend aus Antaras und Meneors K?rper zurück, klaffende Fleischwunden zurücklassend.

  Auch die S?ule, auf der sie stehen, schmilzt langsam gegen den Boden. Und kaum kann Meneor seinen Kopf wieder bewegen, schaut er sich um ...

  ... und sieht, dass Piris flammender Leib auch das 'Eisstadion' hinschmelzen l?sst.

  Nach einer Zeit ist alles Eis geschmolzen ...

  ... und Piri l?st sich auf in einzelne verl?schende Flammen.

  Als w?re nichts geschehen, stehen Antara und Meneor verloren in der Aschelandschaft. Nur noch die klaffenden Wunden zeugen von dem eben Erlebten.

  Antara schaut Meneor an mit einem kaum wahrnehmbaren L?cheln und einem weit entrücktem Blick und sagt: "Wenn das Einsamkeit mein Herz gefrieren l?sst, klinke ich mich mit meinem Feldsinn ein in Piris Gefühle ..."

  Meneor, mit tiefem Ernst: "Du hast einmal gesagt, Piri sei wie ein Sonne ... Ich verstehe jetzt, was du meinst."

  Antara, Meneor anfassend, sehr sanft, mit nahem Blick: "Lass uns die Wunden des Einsamkeit lecken."

  Meneor ist verwirrt ...

  ... und beobachtet verblüfft, wie Antara beginnt, seine Wunden zu lecken.

  Und wie er erst sieht, dass sich die eine Wunde unter ihrer Zunge schliesst, versteht er zwar die Welt nicht mehr, ...

  ... beginnt aber nun seinerseits, Antaras Wunden zu lecken.

  In einem sehr sinnlichen Bild lecken sie sich gegenseitig die Wunden, ...

  ... bis ihre K?rper wieder heil sind und sie, Hand in Hand, weitergehen durch die Aschelandschaft.

  Nach einer Zeit liegt vor ihnen ein kleiner Gegenstand in der Asche.

  Beim N?herkommen entpuppt er sich als abgehackte weibliche Hand.

  Obwohl auch Meneor deutlich seine Grundangst spürt, beobachtet er doch mit Erstaunen, wie Antara zu zittern beginnt und ihr Blick sich leert, als wolle sie sich aus den Gem?chern des Sehens zurückziehen in einen finsteren Keller der Wahrnehmungslosigkeit.

  Meneor, tr?stend: "Aber Antara, das ist doch bloss ein Hand in deinen Gedanken."

  Antara, im Weitergehen: "Ja, aber was für ein Hand ... und was für ein Gedanke."

  Meneor versteht nichts.

  Stumm gehen sie weiter, ...

  ... vorbei an einem m?nnlichen Oberschenkel, der Antaras Zittern noch verst?rkt.

  Es folgen weitere K?rperteile, nun geh?uft, die alle den Eindruck machen, als seien sie brutal abgerissen worden.

  Nun erreichen sie eine Stelle, wo alles übers?t ist mit Leichenteilen und Meneor erkennt erschrocken Laras Kopf.

  Unweit davon liegt Aladans Kopf ...

  ... und Meneor entdeckt auch die K?pfe von Chromos 5 und Wagon, ...

  ... Piri und Estragon, ...

  ... von Hisch ...

  ... und auch sein eigener liegt da, mit ausgefranstem Hals, aufgerissenen, gebrochenen Augen und Schreck verzerrtem Gesicht, was Meneor nun doch ein bisschen schockiert.

  Erst jetzt bemerkt er, dass Antara seine Hand losgelassen hat und mit vors Gesicht geschlagenen H?nden am Boden kniet, zitternd vor Angst.

  Meneor kniet sich zu ihr hin, ...

  ... nimmt ihr die H?nde vom Gesicht und sagt dr?ngend: "Antara, was hat das zu bedeuten?"

  Antaras Gesicht ist tr?nennass und ihr Mund versucht zu sprechen, bringt jedoch, Angst gel?hmt, keinen Ton heraus.

  Meneor, mit Blick auf ihren verzweifelt sich bemühenden Mund, dr?ngend: "Sag es!"

  Doch so sehr Antara k?mpft, kein Laut entringt dem gel?hmten Mund.

  Meneor legt ihr von hinten seine Arme um den Hals und flüstert ihr beschw?rend ins Ohr: "Antara, spüre mein Kraft und sage mir dein Angst ... Auch wenn es zu viel ist für ein Mensch, zu zweit werden wir es ertragen."

  Antaras Hinterkopf: "Wir sind gar keine Menschen ... Wir sind Monster."

  Meneor, ungerührt: "Auch wenn es zu viel ist für ein Monster, zwei Monster werden es ertragen."

  Antara, unfreiwillig kichernd, mit tr?nennassem Gesicht: "Was bist du doch für ein komisches Kerl."

  Sie l?st sich aus seiner Umarmung und sagt, ihm ihr verzweifeltes Gesicht zuwendend: "Bring mich weg hier. Ich ertrage es nicht."

  Als w?re Antara eine Feder, nimmt Meneor sie auf die Arme ...

  ... und rennt mit ihr aus dem Leichenfeld.

  Wie die letzten Leichenteile aus dem Blickfeld verschwunden sind, verlangsamt Meneor auf Gehtempo und schaut Antara auffordernd an.

  Antara, mit unendlich traurigem L?cheln: "Das Gedanke, dass ihr alle sterben k?nntet, ... dass ich dann ganz allein w?re ... Dieses Angst werde ich nie ertragen ..."

  Antara, mit Augen wie Seen aus Trauer: "Es wird mich immer bis ins Innerste erschüttern."

  Von ganz weit her ist zu sehen, wie Antara und Meneor Hand in Hand durch die Aschelandschaft gehen.

  Als würde die Kamera im Steilflug herabstürzen, kommen die beiden verlorenen Gestalten n?her.

  Und es ist deutlich zu sehen, wie ihre Gesichter gezeichnet sind von der Grundangst.

  Wie Meneor weit nach vorn schaut, gesellt sich zu der Angst ein Erstaunen.

  Mit einem prüfenden Blick auf Antara stellt er fest, dass sie es auch sieht. Sie wirkt jedoch nicht erstaunt, sondern eher so, als h?tte jemand einen dunklen Schleier der Hoffnungslosigkeit über ihr Gesicht gelegt.

  Wie sie n?herkommen, ist da ein kreisrunder, schwarzer See in der Aschelandschaft.

  Die Ausl?ufer von kleinen, schwarz gl?nzenden ?lwogen lecken am Ascheufer und berühren fast Meneors und Antaras Füsse.

  Antara l?st ihre Hand aus der von Meneor, ...

  ... tritt etwas, sich Meneor zuwendend, zur Seite ...

  ... und sagt, als w?re sie eine eben erst aus Marmor erwachte, weissagende G?ttin: "Geh hinaus auf das See ... Das Mitte des Finsternis wartet."

  Meneor mustert mit ?usserst ungutem Gefühl den See und denkt: 'Es meint wohl schwimmen, nicht gehen.'

  Er gibt sich einen Ruck und tut voller Unbehagen einen Schritt, sodass nun die ?lige Flüssigkeit seinen Fuss umspielt.

  Auch beim n?chsten Schritt taucht sein Fuss nur gerade einen Zentimeter ein.

  Wieder ein Schritt. Und nun sollte der Fuss schon deutlich in der Flüssigkeit versinken, bleibt aber oben.

  Meneor denkt im Weitergehen: 'Aha, das ist gar kein See. Das ist nur ein bisschen nass hier.'

  Er l?sst seinen Fuss leicht seitw?rts auftreten ...

  ... und versinkt überrascht bis zum Knie in der ?lbrühe, bevor er sich auf sein Standbein zurückschwingen kann.

  Vorsichtig ertastet Meneor den n?chsten Tritt, ...

  ... bevor er sich drauf stellt.

  Im Weitergehen denkt Meneor: 'Dann ist es also doch ein See, und ich gehe auf einem Balken.'

  Wie Meneor zurückschaut, steht Antara da wie eine tote Hülle. Ihre leeren Augen schauen durch ihn hindurch und erschrecken ihn tief.

  Tapfer, aber mit ziemlichem Herzklopfen geht Meneor weiter.

  Verwundert entdeckt er, dass das ?l unter seinen Füssen schwarzem Rauch gewichen ist.

  Wie er mit dem Fuss wedelt, gibt der Rauch den Blick frei auf den Pfad, den er geht. Er besteht aus hellen Steinquadern.

  Und wie Meneors Blick den Quadern folgt bis dorthin, wo sie aus dem ?lsee austreten, sieht er eine ins Bodenlose abfallende Wand aus schw?rzlichen, organ?hnlichen Verklumpungen. Das Bodenlose ist erfüllt vom schwarzen Gewaber des Rauchs.

  Noch kann er, durch dünnliche Schwaden hindurch, Antaras beklemmende Gestalt am Ufer erkennen.

  Meneor schaut wieder nach vorn, auf seinen Pfad, der ohne jede Stütze über das Bodenlose führt, hinein ins Rauchgewaber.

  Um sich Mut zu machen, denkt Meneor mit gequ?ltem L?cheln: 'Für das 'Mitte des Finsternis' ist es hier aber noch ziemlich hell.'

  Entschlossen und ?ngstlich zugleich geht Meneor weiter.

  Aus einiger Entfernung ist zu sehen, wie er immer tiefer in das schwarze Gewaber ger?t.

  Wieder aus Meneors Sicht verabschiedet sich langsam das Licht ...

  ... und nur noch der helle Pfad ist zu sehen.

  Im Weitergehen und w?hrend es zunehmend dunkler wird, h?rt Meneor Antaras Stimme: "Das ist das Mitte des Finsternis, ..."

  "... dass ich nicht lieben kann, ..."

  "... weil das Angst alles zerst?rt!"

  Kaum ist das letzte Wort verklungen, beginnt der Steinquader unter Meneors Füssen zu br?ckeln, ...

  Erschrocken schaut Meneor nach unten ...

  ... und sieht, wie sich sein letzter Halt in Staub aufl?st ...

  ... und er zu fallen beginnt mit Entsetzten auf dem Gesicht.

  Blitzschnell dreht er sich um ...

  ... und kann den vorigen Quader des Pfades mit seinen H?nden packen.

  Meneor, wie er über dem Bodenlosen h?ngt.

  Da zerbr?ckelt auch dieser Quader und Meneor wird ganz weiss im Gesicht vor Panik.

  Seine H?nde greifen durch den Steinstaub ins Leere ...

  ... und wie er unaufhaltsam zu fallen beginnt, entringt sich seiner Brust ein 'Aaahhh', ...

  ... welches sich zu einem gewaltigen Schreien aus reiner Angst entwickelt, w?hrend Meneor ins Bodenlose stürzt.

  Wie Meneor die Augen aufschl?gt, liegt er mit einer Kopfseite in Antaras Schoss und sieht ihre flach am Boden liegenden Beine von seinem Gesicht wegführen.

  Meneor h?rt Antara sagen: "Du warst bewusstlos. Dein Geist hat sich selber geschützt vor dem Zerst?rung durch die Kraftfelder des Angst."

  Meneor dreht sich um in ihrem Schoss, sodass er nun ihr l?chelndes Gesicht mit den ewig traurigen Augen sieht, welches auf ihn herabblickt. Antara: "Nicht nur dein K?rper ist ?usserst robust, sondern auch dein Geist."

  Meneor, ernst: "Du bist st?rker. Du h?ltst das jedes Tag aus. Und du wirst nicht bewusstlos."

  Antara, wie oben: "Doch manchmal m?chte ich schlafen, ... um nie mehr aufzuwachen."

  Meneor stützt sich auf einen Arm und schaut Antara eindringlich an: "Soll dein Tod als schwarzes Trauer durch unsere Adern fliessen und uns das Kraft rauben für das Schaffung eines neuen Welt?"

  Antara schenkt ihm einen langen, tiefen Blick voller Dankbarkeit.

  Antara, ihr Gesicht nahe an Meneors Ohr bringend, l?chelnd: "Aber Meneor, wie sprichst du ... Solch ein Satz voll Poesie, das tief im Innern mich berührt ... Das ist sonst gar nicht dein Art."

  Meneor schaut etwas doof drein und Antara muss lachen, ...

  ... um ihn schliesslich herzlich auf den Mund zu küssen.

  Antara umarmt Meneor, ...

  ... immer leidenschaftlicher, ...

  ... zieht ihm sein Kleid vom Leib, ...

  ... umklammert ihn, auf dem Rücken liegend, mit ihren Schenkeln, ...

  ... und flüstert in sein Ohr: "Sex ist ein Augenblick des Erl?sung ... von dem Angst."

  Hand in Hand schlendern Antara und Meneor durch die Wüste. Antara wirkt gel?st. Meneor l?chelt still.

  Pl?tzlich bleibt Meneor stehen und lauscht gespannt. Antara wirft ihm einen fragenden Blick zu.

  Meneor, ganz Tatmensch: "Antara, schnell, wir müssen die anderen warnen!"

  Meneor spurtet, Staub aufwirbelnd davon. Antara h?lt, nichts begreifend, Schritt, ...

  ... l?dt sich Meneor auf die Arme ...

  ... und erkl?rt dem Verblüfften, w?hrend sie wie der Teufel losrennt: "Ich bin schneller."

Recommended Popular Novels