Szeneanfang:
Meneor schlendert nachdenklich durch das Dorf, ...
... zu den Genvilles (Chromos 5, Aladan, Estragon, Wagon, Hisch, Lara sowie Pferdchen und Giftstrauss), die immer noch neben dem Bunkerhügel beratschlagen.
Hisch ruft Meneor entgegen: "Meneor, hast du etwas über das Gebimmel herausgefunden?"
Meneor tritt zu der ihn erwartungsvoll anblickenden Gruppe ...
... und sagt unkonzentriert, weil ihn das eben Erlebte besch?ftigt: "Da war ein umgekehrtes Metallbeh?lter mit einem Knüppel drin. Am Knüppel war ein Seil. An dem hat das Mann gezogen und so Bim gemacht. Dann hat das Mann gesagt 'Das Schicksal wird uns schrecklich strafen'. Ich wollte die Leute zum Lachen bringen und habe gesagt 'Das Schrecksal wird uns schicklich strafen'. Aber sie haben Angst bekommen. Und ein Mann hat sich in das Steinkreis gelegt, um zu sterben. Hilfsorgane hat es gerettet. Aber dann hat es das Unglück komprimiert und sich in das Schacht gestürzt. Ich verstehe gar nichts mehr und jemand ruft Hilfe ..."
Das Publikum starrt ihn mit v?lliger Verst?ndnislosigkeit und unverhohlenen Zweifeln an seiner geistigen Gesundheit an.
Unbeeindruckt von dieser Reaktion, zeigt Meneor auf einen Punkt am Boden, mitten in der Gruppe und sagt: "Es kommt von da."
Mit unver?ndertem Gesichtsausdruck betrachten alle den von Meneor bezeichneten Punkt.
Mit einem Satz springt Meneor zwischen die Genvilles, was ein überraschtes Zurückweichen ausl?st.
Wie ein Hund beginnt Meneor mit seinen kr?ftigen H?nden die harte Erde aufzureissen. Die Genvilles stehen in sicherem Abstand ratlos um ihn herum.
Wagon, nüchtern: "Entweder wir helfen ihm, oder wir nehmen ein gr?sseres Sicherheitsabstand ein."
Estragon, dem der Gedanke ans Graben ?usserst unangenehm ist: "Ich bin für das Sicherheitsabstand."
Aladan, mit Unschuldsmiene seine Fingern?gel betrachtend: "Ja, wenn ich an meine sch?nen Fingern?gel denke ..."
Da gibt's auch schon zwei kr?ftige Hisch-Tritte in die Hintern von Aladan und Estragon, was die beiden in Richtung Meneor fliegen l?sst. Hisch, wütend: "Ihr faulen, verrotzten, dekadenten Oberlippenb?rte!"
Estragon, sich beim Landen neben Meneor schmerzlich den Hintern haltend und mit der andern Hand den Bereich zwischen Oberlippe und Nase abtastend, mit hilflosem Protest: "Aber wir haben doch gar kein Bartwuchs."
Aladan, schicksalsergeben hinkniend: "Ich denke, das Schrecksal hat gesprochen."
Kichernd macht sich jetzt auch Estragon daran, beim Graben zu helfen.
Ausser Pferdchen und Giftstrauss helfen jetzt alle und es gibt eine wilde Buddelei.
Pferdchen, etwas befremdet über diesen Anblick: "Soll ich nicht lieber mein Bombe zünden?"
Die Genvilles graben weiter, als h?tte Pferdchen nichts gesagt.
Giftstrauss: "Dein Vorschlag ist so bl?d, dass sie nicht einmal darüber lachen."
Pferdchen, zerknirscht: "Ja ja, schon gut."
Mittlerweile erheben sich schon ordentliche H?ufchen aus Erde und Steinen um das etwa drei Meter tiefe, kraterf?rmige Loch.
Wagon hebt die Hand und sagt: "Seid mal still."
Als w?ren sie eingefroren, halten alle in ihrer Bewegung inne. Vom Grund des Loches her t?nt es leise: "Hiiilfeee."
Meneor schreit ohne Vorwarnung: "Hallo, Martin!!!"
Mit schreckerfüllten Gesichtern und zugehaltenen Ohren flüchten die Genvilles aus dem Loch. Auch Martin, der, vor Ersch?pfung zusammengesunken, auf dem Boden der nach oben führenden R?hre sitzt, h?lt sich erschrocken die Ohren zu. Held, der sich erfolglos an der anderen Tür zu schaffen macht, schaut ziemlich bel?mmert vor Verblüffung zum R?hreneingang.
Mehrere Meter vom Loch entfernt, aus dem wieder Dreck fliegt, sind die Genvilles stehen geblieben. Hisch, wütend mit dem Fuss aufstampfend: "Du verdammtes Katastrophenalarm!"
Einige Genvilles halten sich mit scherzhaft gequ?lten Gesichtern erneut die Ohren zu.
Meneor hat den auf der Oberseite zwar rostigen, aber sonst glatten Metalldeckel der Fluchtr?hre freigelegt und greift nach einem Messer.
Die Lippen nahe am Griff, sagt Meneor: "Sirrr."
Wie durch Butter schneidet das Messer sich rings durch den Rand des Metalldeckels.
Meneor greift sich den Deckel, bevor er hinunterfallen kann, ...
... und wirft ihn mit einer Hand aus dem Loch, ...
... sodass die Aussenstehenden verblüfft dem hoch in den Himmel fliegenden Deckel nachschauen.
Seine geblendeten Augen zu einem Schlitz verengt, sieht Martin Meneor nur in Umrissen und als rettende Lichtgestalt. Martin entf?hrt ein: "Dem Himmel sei Dank!"
Meneor schaut interessiert zum Himmel, um zu sehen, was denn von dort Verdankenswertes kommt, ...
... wird aber von Martins dr?ngenden Worten aus seiner Betrachtung gerissen: "Schnell, ... Iris und Ewald ... sterben."
Ernüchtert von diesem Satz, l?sst Meneor sich in die R?hre fallen.
Vorsichtig, als w?re sie ein Neugeborenes, tr?gt Meneor die v?llig kraftlose Iris, deren Mund blutverschmiert ist vom Lecken, aus dem Loch. Hinter ihm steigen die anderen Genvilles eilig ins Loch hinab.
Szeneanfang:
Meneor und Chromos 5 stehen am Schacht im Steinkreis und schauen neugierig hinab.
Chromos 5: "Wie tief mag das sein?"
Chromos 5 macht Anstalten, in den Schacht zu steigen, da legt ihm Meneor eine Hand auf die Schulter und sagt: "Vorsicht, ..."
Chromos 5 h?lt inne und l?chelt Meneor an, ...
... um sich suchend nach einem Stein umzusehen. Chromos 5: "... übersicht, Voraussicht. Du hast Recht."
Chromos 5 hebt einen faustgrossen Stein auf und sagt: "Manchmal denke ich, ..."
Chromos 5, aufgerichtet, Meneor anl?chelnd: "... ich müsste ein ebenso tatkr?ftiges Held sein wie du ... Kurz entschlossen das Richtige tun ... Nicht zu viel nachdenken, abw?gen, z?gern ..."
Chromos 5, sich nachdenklich erinnernd: "... So wie du vorhin in das R?hre gesprungen bist, um Martin und die andern zu retten."
Meneor, ernsthaft: "Da war kein grosses Gefahr. Sonst w?re Martin schon tot gewesen."
Chromos 5, verblüfft über diese schlichte und schlagende Gefahrenanalyse: "Sagst du mir, wann es aufschl?gt?"
Chromos 5 l?sst den Stein in den Schacht fallen ...
... und beide M?nner beugen sich neugierig über den Schacht.
Meneor: "Jetzt."
Chromos 5: "Etwa dreissig Meter."
Chromos 5 zieht ein Messer ...
... und sagt 'Loder' zum Griff.
Chromos 5, das Messer mit der Fackelflamme in den Schacht fallen lassend: "Nun prüfen wir, ob uns explosive Gase, Sauerstoffmangel oder ein S?uresee erwarten."
Als erwarteten die beiden M?nner das Aufschiessen glühender Explosionsgase, treten sie gleichzeitig einen Schritt zurück, ...
... werfen sich l?chelnd einen Blick zu, ...
... um gleich darauf, am Schachtrand kniend, neugierig in den Abgrund zu starren.
Im schwachen Schein der Messerfackel sind der Leichnam des Opfers sowie etliche, verstreute menschliche Skelettteile zu sehen, die über den sichtbaren Bereich des Schachttunnels hinausgehen. Chromos 5: "Sieht so aus, als w?re dies hier ein Art Lüftungsschacht, das in ein gr?sseres Raum führt."
Meneor: "Das Decke dieses Raumes muss zwanzig Meter hoch sein ..."
Meneor, Chromos 5 fragend anschauend: "Kannst du klettern?"
Chromos 5, l?chelnd: "Lass es uns versuchen."
Mit der Beh?ndigkeit eines Affen verschwindet Meneor, die Füsse voran, in dem Schacht.
Ohne zu z?gern, folgt Chromos 5 ihm nach.
Die Schachtw?nde sind mit rissigem Beton ausgekleidet, sodass die M?nner sich den Rissen entlang nach unten arbeiten k?nnen.
Die R?hre endet am Scheitelpunkt einer riesigen, zwanzig Meter hohen Kaverne mit weissen Salzw?nden. Sich mit einem Arm in der R?hre festhaltend, h?ngt Meneor nun mit dem Rest seines K?rpers über dem Abgrund und schaut sich in der Kaverne um. Das Licht vom Schacht und der Fackel ist so schwach, dass der gr?sste Teil des Raumes im Dunkeln liegt.
Chromos 5 macht es Meneor nach und h?ngt nun ebenfalls an einem Arm neben Meneor über dem Abgrund.
Meneors Augen verst?rken das Restlicht und so zeigt er mit dem freien Arm dorthin, wo der staunende Chromos 5 absolut nichts sehen kann, und sagt: "Dort sind viele runde Dinger aufeinander gestellt. Sie sehen aus wie Tonne."
Meneor sucht sich einen kleinen Vorsprung in der Decke, ...
... legt seine Finger drauf und klemmt den Vorsprung ein wie eine Zange.
Nun l?sst er seinen Griff in der R?hre los und baumelt nur noch an dem Vorsprung.
Mit der freien Hand sucht er sich den n?chsten Vorsprung, den er sogleich mit seinem Zangengriff packt.
Staunend und bewundernd beobachtet Chromos 5, wie Meneor sich mit seiner Technik der Decke entlang hangelt, und denkt: 'Dieses fantastische K?rperbewusstsein!'
Z?gernd macht Chromos 5 Meneors Griff nach und denkt: 'Wenn das nur gut geht.'
Zu seiner Freude kann Chromos 5 den Griff halten und baumelt für Sekunden an einer Hand.
Beide hangeln sich der Decke entlang, ...
... immer tiefer, bis Chromos 5 nichts mehr sehen kann und unsicher fragt: "He, Meneor, bist du noch da? ... Ich sehe nichts mehr."
Meneors Stimme aus der Schw?rze: "Nimm ein Fackel zwischen die Z?hne."
Chromos 5, schwach protestierend: "Und wenn ich dabei mein sch?nes Haar versenge?"
Meneor, aus der Schw?rze: "So etwas würde Aladan sagen, aber nicht du."
Chromos 5, unbehaglich: "In diesem ungemütlichen Situation bin ich wohl etwas Aladan ..."
Chromos 5, dessen Unbehagen pl?tzlich von Neugier verdr?ngt wird: "Was würde ICH denn sagen?"
Meneor aus der Schw?rze: "Angesichts des Lichtmangels erscheint es mir angezeigt, ein zus?tzliches Lichtquelle zu erschliessen, wobei nach dem Prinzip des Ausschlusses aller nicht realisierbaren Methoden nur das Entzünden eines Fackel übrigbleibt, woraus sich aber wiederum das Abkl?rungsbedarf ergibt, ob das Messerklinge zwischen den Füssen, den Knien, den Schenkeln oder den Z?hnen gehalten werden soll, das dahingehend zu beantworten ist, dass das Mundh?he des Fackel in Konflikt mit den nach oben gerichteten Armen geraten kann und ein Schenkel- und Knieh?he zu W?rmebeeintr?chtigungen meines vergnüglichsten Organs führen k?nnte, sodass sich das Fussh?he als einzig gangbares L?sung in das Vordergrund schiebt."
Chromos 5, betroffen: "Müsst ihr von mir wirklich solches Gelaber ertragen?"
Meneor, aus der Schw?rze: "Ja."
Chromos 5, mit schmerzlichem Gesicht sich selber tr?stend: "Aber immerhin hat mein umfassendes Analyse dazu geführt, ein optimaleres als das von dir vorgeschlagene Traghaltung herauszufiltern."
Meneor, aus der Schw?rze: "Hihihi."
L?chelnd greift Chromos 5 nach einem Messer ...
... und mit der Fackel zwischen Chromos 5s Füssen wird weiter gehangelt.
Die beiden M?nner stehen dort, wo die gew?lbte Decke den Boden berührt, Chromos 5 mit der Fackel in der Hand, und schauen sich um.
Stumm deutet Meneor auf die Fackel, die sie zuerst abgeworfen haben und die immer noch mitten im Raum brennt.
Bei der Fackel angelangt, betrachten sie ratlos die verstreut herumliegenden menschlichen Knochen. Mitten drin liegt der zerschmetterte Leichnam des letzten Opfers.
Chromos 5, nachdenklich auf den Leichnam weisend: "Wenn sich alle Opfer hier heruntergestürzt haben, ..."
Chromos 5, mit einer umschreibenden Geste auf die verstreuten Knochen: "... weshalb liegen die Knochen so weit auseinander?"
Meneor, nachdenkend: "Vielleicht haben die herabfallenden K?rper die Knochen weggeschleudert."
Chromos 5 hebt seine Fackel hoch und deutet auf grosse Knochen, die eben noch am Rand des Fackelscheins zu sehen sind: "So weit und so gründlich?"
Meneor, mit langem Blick auf Chromos 5: "Dann hat jemand die K?rper gegessen."
überrascht von dieser Schlussfolgerung, schaut Chromos 5 Meneor in die Augen.
Chromos 5, mit hochgehobener Fackel vorsichtig in Richtung der im Dunkeln verborgenen F?sserstapel vorangehend: "Lass uns das Ursache des Krankheit herausfinden."
Meneor, neben Chromos 5 gehend: "So schlecht ist dieses Krankheit gar nicht. Mit dem Krankheit konnten sie wenigstens überleben. Das Pilzwesen h?tte sie get?tet."
Chromos 5, Stirn runzelnd: "überleben, sagst du? ..."
Chromos 5, mit dem Daumen über die Schulter zurück zu den Knochen deutend: "... Dort liegen zwei Drittel des ursprünglichen Bev?lkerung."
Meneor: "Ja, aber dieses Opferei ist Irrsinn. Das w?re nicht n?tig gewesen."
Chromos 5: "Das Irrsinn geh?rt zu den Natürlichen. Sie haben zu starke Angstfelder. Um diese Angstfelder zu bek?mpfen, deformieren sie ihr Geist bis in das Wahnsinn. Sie glauben jedes Unsinn, steigern sich in religi?ses Wahn oder spalten das Angst einfach ab wie Tanja."
Im Schein der Fackel taucht ein zerbrochenes betonummanteltes Eisenfass auf.
Meneor: "Wir sollten jetzt besser auch ein paar Angstfelder aufbauen."
Um das aufgebrochene Fass herum liegen etliche Gummihandschuhe und Plastiktüten.
Chromos 5 hat die Fackel hochgehoben, sodass am Rand ihres Scheins der Fuss eines riesigen F?sserstapels sichtbar ist. Chromos 5: "Das Fass muss wohl heruntergefallen sein."
Meneor, nachdenklich die verstreuten Tüten und Handschuhe betrachtend: "Warum tut jemand dieses harmlose Zeug in ein Gef?ss mit so dicken W?nden?"
Meneor will sich eben nach einem Handschuh bücken, da ruft Chromos 5 warnend: "Nicht! Berühr das nicht!"
Meneor l?sst seine Hand zurückzucken und schaut Chromos 5 erstaunt an.
Chromos 5: "Wenn sie schon so viel Aufwand getrieben haben, um das Zeug zu verpacken, dann muss doch etwas faul sein ... Vielleicht Gift."
Meneor, zweifelnd: "Wenn das Gift ist, warum werden die Leute oben krank? ..."
Meneor, mit einer ausholenden Geste die im Dunkeln liegende Fl?che vor dem F?sserstapel bezeichnend: "... Alles ist doch gut verpackt ... Nur diese paar Beh?lter da sind kaputt."
Chromos 5, der mit seinem Blick und hochgehobener Fackel vergeblich die Dunkelheit zu durchdringen versucht: "Diese paar ... wie viele?"
Meneor, leichthin: "Vielleicht hundert."
Chromos 5, erschrocken: "Mit hundert offenen Giftbeh?ltern k?nntest du ein ganzes Stadt ausrotten."
Meneor geht vorsichtig weiter auf die offenen F?sser zu und sagt: "Und warum sind wir dann nicht tot?"
Beeindruckt von Meneors Argument, schliesst Chromos 5 zu Meneor auf. Im Fackelschein tauchen weitere geborstene F?sser auf. Bei einem der F?sser ist die Betonschicht des Deckels abgesprengt. Von Rost und Kratzern arg verunstaltet, ist ein Warnzeichen für Radioaktivit?t zu sehen.
Chromos 5, mit grossen Augen das Zeichen anstarrend: "Diese 'harmlosen' Dinge in den F?ssern sind radioaktiv."
Meneor, macht ein verst?ndnisloses Gesicht.
Chromos 5: "Radioaktives Strahlung besch?digt das Zellkern, sodass das Zelle entweder stirbt oder Fehler macht. Deswegen sind die Leute so krank."
Meneor: "Aber wir haben doch auch Zellen."
Chromos 5: "Die Natürlichen sterben bei diesem Strahlung. Die Chromos 1 überleben krank, wenn das Strahlung nicht zu intensiv wird. Ab Chromos 2 aufw?rts sind die Reparaturmechanismen der Zellen so effizient, dass sie Strahlung dieses St?rke aushalten k?nnen."
Meneor, weiter durch die Kaverne gehend: "Aber wie kommt das Strahlung an das Oberfl?che."
Chromos 5, neben Meneor gehend, nach oben deutend: "Das Erdschicht über dem Kaverne muss früher dicker gewesen sein. Kriege und Erosion haben es abgetragen. Jetzt ist es zu dünn und das Strahlung dringt bis nach oben."
Vor den beiden senkt sich die Kavernendecke ab und mündet in einen schwarzen Stollen. überall liegen die aufgeplatzten F?sser. Meneor: "Aber warum haben sie kein Warnschild aufgestellt?"
Chromos 5, lachend: "Achtung, hier bitte kein Krieg führen!"
Meneor, lachend: "Ein dummes Idee."
Sie durchwandern den kurzen Stollen, ...
... hinter dem sich eine ebenso riesige Kaverne ?ffnet. Meneors Augen sehen die riesigen F?sserstapel und die zahllosen, zerbrochenen F?sser auf den freien Bereichen.
Meneor h?lt Chromos 5, der in seinem schwachen Fackelschein noch gar nichts sieht, am Arm zurück und sagt misstrauisch: "Seltsam ... Hier sind viel mehr F?sser kaputt als in dem ersten H?hle."
Vorsichtig und wachsam führt Meneor Chromos 5 an der Hand durch die zerbrochenen F?sser. Chromos 5 studiert dabei den herumliegenden Atommüll, bestehend aus Putzlumpen, leeren Reinigungsflüssigkeitsbeh?ltern, Sicherheitsanzügen, Werkzeugen, eben dem ganzen Krimskrams, der beim Betrieb eines Kernkraftwerkes so verstrahlt wird.
Chromos 5, nachdenklich: "Hier liegt zu wenig Müll herum."
Meneor, erstaunt: "Mir genügt es."
Chromos 5, l?chelnd: "Ich meine, wenn so viele F?sser aufgebrochen sind, müsste mehr Müll herumliegen."
Meneor, sofort wachsamer die Kaverne absuchend: "Jemand ist hier und nimmt davon?"
Chromos 5, auf den abgebrochenen Rand einer Betonhülle weisend: "Dieses Stelle sieht aus, als h?tte jemand mit Spitzeisen und Hammer so lange auf das Beton eingehauen, bis das Hülle aufgeplatzt ist."
Hand in Hand durchqueren die beiden M?nner die Kaverne.
Ausserhalb des Fackelscheins sieht Chromos 5 nichts als eine schwarze Wand. Zielstrebig und vorsichtig zugleich zieht Meneor ihn mit.
Die Salzw?nde verengen sich zu einem schr?g nach unten führenden Stollen.
Mitten im Stollen erscheint im Fackellicht ein zertrümmerter Menschensch?del.
Die beiden M?nner halten inne.
Und wie ein Nerven zers?gendes 'Kritz Kritz Kritz' ert?nt, erstarren sie für eine Sekunde.
Meneor starrt mit grossem, konzentriertem Blick ins Dunkel des Tunnels, ...
... dreht sich, gleichzeitig vor dem verwirrten Chromos 5 in die Knie gehend, um ...
... und rennt mit Chromos 5 auf den Schultern aus dem Stollen. Chromos 5, nicht ganz einverstanden mit dieser Behandlung: "He, ich bin doch kein Kind."
Meneor, mühelos den Berg aus Betonf?ssern erklimmend: "Gegen das, was da kommt, sind wir beide Kinder."
Meneor stellt Chromos 5 auf die Füsse, ...
... packt ein Betonfass, ...
... um es hoch über seinen Kopf zu stemmen ...
... und mit ganzer Kraft hinab ins Dunkel zu schmeissen.
Chromos 5 steht hilflos da im Schein seiner Fackel und h?rt vom Fuss des Fasshügels das Nerven zers?gende 'Kritz Kritz Kritz' und das dumpfe 'Bomm' vom Aufschlag des Fasses.
Chromos 5 beobachtet Meneor, der verblüfft hinab starrt. Chromos 5, beunruhigt: "Was ist?"
Meneor, wie oben: "Ich habe es voll getroffen ... Es geht einfach weiter."
Meneor huscht ein paar Meter weiter auf dem Hügelkamm, gefolgt von dem hilflosen Chromos 5.
Wieder schmeisst Meneor ein Fass in Richtung des 'Kritz Kritz Kritz'.
Meneor: "Wirf auch."
Rasch steckt Chromos 5 das brennende Messer in die Ritze zwischen zwei F?ssern, ...
... um es dem wild Fass werfenden Meneor nachzutun.
Nachdem sie etwa vierzig F?sser geworfen haben, h?lt Meneor inne und sagt, tief atmend, nach unten schauend: "Jetzt ist es zugedeckt."
Chromos 5, ratlos ins Dunkle schauend, tief atmend: "Dann sind wir sicher?"
Dort, wo die beiden M?nner hinstarren, ert?nt wieder ein 'Kritz Kritz Kritz' ...
... und sie werfen sich einen überraschten Blick zu.
Meneors Blick bleibt scheinbar an Chromos 5 h?ngen.
Meneor zieht ein Messer, sagt 'Zisch Bumm' zum Schaft ...
... und wirft das Messer so, dass es zentimeterdicht an dem erschrockenen Chromos 5 vorbei raketelt. Meneor ruft: "Ohren zu!"
W?hrend beide M?nner ihre Ohren zuhalten, explodiert das Messer etliche Meter hinter Chromos 5. Im Blitzlicht der Explosion ist die Angst einfl?ssende Silhouette einer mannshohen Krebsspinne zu sehen, deren Gliedmassen aus spitzen Dreiecken aufgebaut sind.
Chromos 5, etwas gestresst zu Meneor: "Und?"
Meneor, ernst: "Es kommt auf uns zu, als w?re nichts gewesen."
Chromos 5 packt sein Fackelmesser und sagt: "Dann ist es wohl besser zu fliehen."
Hand in Hand wollen die M?nner davonrennen.
Unter Chromos 5s Fuss br?ckelt der Betonmantel eines angeschlagenen Fasses, ...
... sodass Chromos 5 das Gleichgewicht verliert ...
... und, Meneor mitreissend, den Fasshügel hinunterf?llt.
Ihr Sturz endet in v?lliger Finsternis, da Chromos 5 seine Fackel verloren hat. Chromos 5, schmerzlich: "Uhhh."
Im Licht einer von Chromos 5 neu entzündeten Messerfackel sitzen die M?nner zerschrammt und zerbeult vor dem Haufen F?sser, die sie vorhin runtergeworfen haben. Chromos 5 sind die Schmerzen deutlich anzusehen. Meneor hingegen überhaupt nicht, viel mehr schaut er lauernd und wachsam um sich.
Ein Nerven zers?gendes 'Kritz Kritz Kritz' aus n?chster N?he l?sst die M?nner in Richtung Haufen herumfahren.
Das spitze Ende eines aus Dreiecken zusammengesetzten Krebsspinnenbeines donnert im Fackellicht mit der Kraft eines Presslufthammers in den Betonmantel eines der F?sser, mit dem die M?nner die erste Krebsspinne zugedeckt haben.
Die Krebsspinne ist nun im Fackellicht deutlich zu sehen und ihr schrecklich sch?ner Anblick l?sst Chromos 5s Blut gefrieren, sodass er gebannt auf das Ungeheuer starrt.
Noch bevor die Krebsspinne ihr Bein zu einem zweiten Schlag heben kann, sagt Meneor 'Sirrr' zu einem Messer ...
... und haut ihr die Klinge ins Bein.
Doch sehr zu Meneors Verblüffung wird das Bein nicht durchgeschnitten, sondern das Messer bleibt in dem Bein stecken ...
... und scheint sich sogar mit dem Bein zu verbinden, denn vergeblich versucht Meneor, das Messer rauszuziehen.
Mittlerweile hat sich Chromos 5s Erstarrung gel?st und er rammt das Fackelmesser in den Boden.
W?hrend das Bein der Krebsspinne erneut mit Wucht in das Fass donnert und es zum Aufplatzen bringt, fliehen die M?nner Hand in Hand.
Noch im Rennen hat Chromos 5 die n?chste Fackel angezündet. Die ganze Kaverne ist erfüllt von 'Kritz Kritz Kritz'.
Abrupt bleibt Meneor stehen, ...
... sodass Chromos 5 in ihn hineinrennt und beide fast stürzen.
Meneor, nüchtern: "Sie sind schon am Tunnel. Wir k?nnen nicht mehr fliehen."
Chromos 5s Gesicht zeigt deutliches Unbehagen.
Meneor, gefasst: "Warum hast du das Fackel zurückgelassen?"
Chromos 5, unbehaglich: "Ich will sehen, was geschieht. Warum hat das Wesen auf das Fass eingeschlagen und nicht auf uns?"
Meneor: "Es hat uns verfehlt."
Chromos 5, auf die Krebsspinne zeigend, welche eben auf das n?chste Fass schl?gt: "Und weshalb ist es uns nicht gefolgt? ... Mir scheint, es will das verschüttete Wesen befreien."
Meneor, erstaunt: "Ja, du hast Recht."
Pl?tzlich rotiert Meneors Kopf um 180 Grad zuerst auf die eine Seite, ...
... dann auf die andere.
Meneor, eindringlich zu Chromos 5: "Sie kommen von allen Seiten auf uns zu."
Chromos 5, gestresst: "Soll ich das Fackel ausmachen?"
Meneor: "Das bringt nichts. Die leben ja im Dunkeln. Da finden sie uns auch ohne Fackel ..."
Meneor, ins Dunkle sinnierend: "... Aber sie haben ein grosses Schw?che ..."
Meneor, Chromos 5 bei der Hand fassend: "Spring!"
Nicht wissend, was das soll, gehorcht Chromos 5 und die M?nner springen ins Dunkle, ...
... um auf dem Rücken einer Krebsspinne zu landen.
Chromos 5, erschrocken: "Bist du verrückt?! Und wenn da Giftstacheln oder ein giftiges Schleimhaut gewesen w?re?!"
Meneor, beruhigend l?chelnd: "Ich habe nichts davon gesehen oder gerochen."
Chromos 5 gibt nicht auf: "Dann halt ein Art Mund ... oder ein Stachel, das mit dem Schwanz auf das Rücken schl?gt ..."
Meneor, breit grinsend: "Kein Kampf ohne Risiko."
Chromos 5 gibt sich geschlagen: "Schon gut ... Wie war das mit dem Schw?che?"
Meneor, ernsthafter: "Sie sind schwer und langsam."
Kaum hat Meneor das gesagt, rast die Krebsspinne in Richtung Stollen davon, so schnell, dass die beiden verblüfften M?nner fast runter gefallen w?ren.
Die Krebsspinne rast durch den Stollen, der in die erste Kaverne führt. Die M?nner liegen auf Knien und halten sich am Rücken ihres Reitwesens fest. Chromos 5, dem vor Schreck keinerlei Spott gelingen will: "Soviel zum Thema 'schwer und langsam'."
Verblüfft registriert Chromos 5 das breite Grinsen Meneors. Chromos 5 denkt: 'Das Kerl geniesst das ...'
Chromos 5, sich ins Schicksal fügend: 'Als Freund eines Verrückten wird sich mein Lebenserwartung wohl drastisch verkürzen.'
Flankiert von anderen Krebsspinnen, die im Fackellicht eben noch zu erkennen sind, rast die Krebsspinne durch die erste Kaverne, ...
... bis zu dem Ort, wo der Leichnam des letzten Opfers liegt.
Unter dem Leib jeder Krebsspinne kommt ein dünner, gepanzerter Arm mit einer Schere hervor.
Die Scheren zerschnippeln die Leiche ...
... und packen je ein Leichenteil, ...
... um es auf den Rücken der Krebsspinnen zu werfen.
Meneor und Chromos 5 k?nnen sich eben noch rechtzeitig auseinander bewegen, um dem heran fliegenden Stück Bein auszuweichen, ...
... welches zwischen ihnen auf dem Rücken der Krebsspinne landet, ...
... worauf sich der Rücken spaltet und das Stück Bein verschlingt.
Chromos 5 ruft entsetzt: "Wir haben auf seinem Mund gestanden!"
Meneor, besorgt: "Nicht so laut, sonst wacht es noch auf."
Chromos 5, verwirrt: "Aber es ist doch schon wach."
Meneor, breit grinsend: "Das war ein Witz."
Chromos 5 macht ein so d?mliches Gesicht, dass Meneor laut lachen muss.
Chromos 5, mit hilflosem Protest: "Das hier ist ein Leichenschmaus und wir sind vielleicht die n?chsten. Wie kannst du da lachen?"
Meneor, grinsend: "Wenn wir die n?chsten sind, ist es h?chstes Zeit, noch einmal zu lachen."
Erschüttert fasst sich Chromos 5 an den Kopf.
Da spuckt der Mund der Krebsspinne die Knochenreste des Beines kr?ftig aus, was die beiden M?nner zu erh?hter Wachsamkeit bewegt.
Chromos 5 leuchtet mit der Fackel nach unten, um den Scherenarm besser im Auge zu haben, und sagt: "Mit diesen Scherenh?nden k?nnen sie uns erreichen und zerschnippeln."
Wie der Scherenarm etwas nach oben ausschl?gt, ruft Meneor, in eine Richtung weisend: "Spring!"
Gleichzeitig katapultieren sich die M?nner vom Rücken der Krebsspinne, ...
... um etliche Meter weiter in der nur vom Fackelschein zurückgedr?ngten Dunkelheit zu landen.
Verfolgt von dem andauernden 'Kritz Kritz Kritz' setzen sie ihre Flucht zum Rand der Kaverne fort.
Chromos 5 will schon die Decke hoch hangeln, w?hrend Meneor einen langen, forschenden Blick ins Dunkel wirft und sagt: "Sie folgen uns nicht."
Chromos 5, gespielt irritiert: "Sind wir ihnen etwa nicht gut genug?"
Meneor, breit grinsend: "Du machst ja ein Witz."
Chromos 5, leicht am ganzen K?rper zitternd: "Mir ist überhaupt nicht darum. Aber ich muss verhindern, dass ich ein Anfall bekomme."
Dieser Gedanke scheint Meneor mehr zu erschrecken als die Krebsspinnen.
Meneor, besorgt den Arm auf Chromos 5s Schulter legend: "Beruhige dich. Diese Krebsspinnen kommen nicht n?her. Und wenn doch, flüchten wir einfach über das Decke."
Chromos 5, leicht zitternd, etwas entt?uscht: "Ich bin kein Held."
Meneor, lachend: "Was ist schon heldenhaft?"
Chromos 5, zitternd, schwach l?chelnd: "Lachend auf dem Rücken eines Krebsspinne zu reiten?"
Meneor, mit tiefem, freundlichem Blick: "Weisst du, was mir an dir gef?llt?"
Chromos 5 ist etwas verblüfft von der Frage.
Meneor, wie oben: "Wie du mit dem scharfen Schwert deines Geistes das Unbekannte eroberst ... DAS ist heldenhaft."
Chromos 5 wirft Meneor einen langen Blick zu. Dabei h?rt er auf zu zittern.
Chromos 5, erstaunt seine H?nde betrachtend: "Ich habe mich beruhigt ..."
Chromos 5, l?chelnd zu Meneor: "... Ich bin ein Held!"
Meneor l?chelt.
In der Dunkelheit ert?nt nun neben dem 'Kritz Kritz Kritz' ein 'Kracks'.
Chromos 5, ins Dunkel starrend: "Was tun sie?"
Mit Meneors Restlichtverst?rkerblick sind die Krebsspinnen zu sehen, wie sie die Innereien der aufgeplatzten F?sser essen oder ihre spitzen Beine mit 'Kracks' auf noch intakte F?sser sausen lassen, um sie aufzubrechen. Meneor: "Sie knacken die Beh?lter und essen das Inhalt."
Meneor schliesst die Augen und konzentriert sich.
Chromos 5 beobachtet ihn neugierig und fragt: "Was tust du?"
Meneor, wie oben: "Ich versuche mit meinem Feldsinn herauszufinden, was sie vorhaben."
Chromos 5, aufgeregt: "Was?! Das machst du erst jetzt?!"
Meneor, wie oben: "H?tte ich die Augen schliessen und mich konzentrieren sollen, w?hrend ein Krebsspinne auf uns zukommt?"
Chromos 5 macht grosse Augen ...
... und murmelt dann vor sich hin: "W?re wohl nicht gut gewesen ..."
Chromos 5 ist verwirrt, wie er Meneor aus dem Off sagen h?rt: "Uns gibt es gar nicht."
Wie Meneor Chromos 5s ungl?ubigen Blick sieht, erl?utert er l?chelnd: "Die Krebsspinnen nehmen vor allem radioaktives Strahlung wahr ..."
Chromos 5, begreifend: "Wir absorbieren das Strahlung und machen es unsch?dlich. Deshalb k?nnen sie uns nicht 'sehen'. Die Leichen hingegen sind verstrahlt und dadurch 'sichtbar'."
Chromos 5, impulsiv nach seinen Messern greifend: "Ich will endlich etwas sehen."
Er führt eine Handvoll Messergriffe an den Mund und sagt 'Loder'.
Seine Arme verschwimmen und die Messer jagen von ihm weg.
Hand in Hand wandeln die beiden Philosophen in der nun von etlichen tanzenden Fackelflammen erhellten Kaverne zwischen den 'weidenden' Krebsspinnen.
Chromos 5: "Wenn sie uns nicht wahrnehmen, hat das Kampf also nur in unseren K?pfen stattgefunden."
Die M?nner werfen sich einen amüsierten Blick zu, ...
... um dann laut heraus zu lachen.
Chromos 5, l?chelnd: "Wir sind sch?n bl?d."
Meneor l?chelt zustimmend.
Kaum einen Meter vor einer Krebsspinne bleiben sie stehen.
Chromos 5 zieht ein Messer ...
... und vollführt damit Kampfgeb?rden in der Luft gegen die Krebsspinne.
Die Krebsspinne rennt pl?tzlich auf die M?nner zu, ...
... die erschrecken und sich eben noch mit einem zwei Meter hohen Sprung aus dem Stand heraus retten k?nnen.
Hinter der davoneilenden Krebsspinne landen die beiden, immer noch Hand in Hand.
Chromos 5 steckt sein Messer weg und sagt kleinlaut: "Das war wohl ein deutliches Fingerzeig, dass ich nicht das Respekt verlieren darf."
Sie spazieren weiter und betrachten nun aus sicherem Abstand die essenden und F?sser spaltenden Krebsspinnen.
Meneor: "Was die wohl gemacht hat?"
Chromos 5: "Kampforganismen sind es jedenfalls nicht. Dafür sind ihre Sinnesorgane nicht ausreichend."
Meneor: "Das ist kein Antwort."
Chromos 5: "Wenn du das Zweck der Organismen kennst, hast du ein Hinweis darauf, was sie gemacht haben k?nnte."
Meneor: "Vielleicht sollen die Krebsspinnen diese strahlenden Sachen aufessen."
Chromos 5, kopfschüttelnd: "Das bringt doch nichts. Das Strahlung wird dadurch nicht vernichtet. Die Krebsspinnen müssen wie verrückt strahlen. So wird aus station?rem Müll wanderndes Müll, das erst noch überall radioaktive Ausscheidungen fallen l?sst."
Meneor, sinnierend: "Gute Kampforganismen sind sie auch nicht."
Chromos 5, lachend: "Sie müssten die Feindlichen zuerst anpinkeln, um sie überhaupt wahrzunehmen."
Meneor lacht.
Da trifft ein Flüssigkeitsstrahl die lachenden M?nner ...
... und als w?re die Zeit stehen geblieben und h?tte ihr ersterbendes Lachen auf den Gesichtern eingefroren, starren sie sich eine Unendlichstelsekunde an.
Aus den Augenwinkeln sehen sie, wie die Krebsspinnen heranrasen.
Hand in Hand in riesigen S?tzen, als sei eine Armee der H?lle hinter ihnen her, fliehen die M?nner zum Rand der Kaverne, gefolgt von den Krebsspinnen, deren hervor zuckende Scherenarme den Fliehenden bedrohlich nahe kommen.
Ein Sprung von mehreren Metern in die H?he ...
... und die M?nner halten sich mit bis zum Bauch angezogenen Knien an der Decke fest.
Unter marterndem 'Kritz Kritz Kritz' und hartem 'Clap Clap' der nur um Zentimeter zu kurz greifenden Scheren vollbringen die M?nner die Freeclimbing-Partie ihres Lebens, die Decke hoch ...
... und hoch die R?hre.
Meneor hilft dem wieder deutlich zitternden Chromos 5 aus dem Schacht.
Chromos 5 legt sich neben dem Schacht auf den Rücken ...
... und Meneor mustert besorgt dessen zuckenden K?rper.
Spontan legt sich Meneor, Brust an Brust, auf Chromos 5.
Wange an Wange, seine Lippen an Chromos 5s Ohr, flüstert Meneor beruhigend: "Bleib ganz ruhig. Es ist vorbei. Entspanne dich. Denk an das Sch?nheit Antaras, das L?cheln Piris, das lustige Zorn Hischs, das Freundschaft von Wagon und das St?nderblick von Lara ..."
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Chromos 5, nerv?s lachend, leicht zuckend: "Laras St?nderblick, das ist gut."
Meneor, wie oben: "Atme tief ... Atme ruhig ... Atme friedlich."
Mit geschlossenen Augen legt der leicht zuckende Chromos 5 seine Arme um Meneor ...
... und atmet tief und ruhig, wie Meneor ihn geheissen.
Meneor betrachtet nachdenklich das gequ?lte Gesicht des zitternden Chromos 5...
... und küsst ihn auf den Mund, ...
... lange und innig.
Und, als würden Meneors Lippen das Zittern aus seinem K?rper saugen, beginnt Chromos 5 sich allm?hlich zu beruhigen.
Meneor hat seinen Kopf auf Chromos 5s Brust gebettet und lauscht dessen Herzschlag. Meneor: "Dein Herz schl?gt ruhig und friedlich."
Chromos 5, noch gezeichnet von dem Beinaheanfall: "Ja, du hast mich gerettet."
Meneor: "Lass uns jetzt die Dorfleute retten."
Chromos 5 steht vorgebeugt über dem Schacht und pfeift.
Seine verschwimmenden H?nde greifen sich die aus dem Schacht sausenden Messer.
Meneor und Chromos 5 spazieren aus dem Steinkreis in Richtung Dorf.
Wie sie vom Hügel hinabsteigen, ist niemand im Dorf zu sehen.
Meneor bildet mit seinen H?nden einen Trichter um seinen Mund. Chromos 5 wirft ihm einen alarmierten Blick zu.
W?hrend Chromos 5 sich die Ohren zuh?lt, brüllt Meneor: "Kommt raus und h?rt, was Chromos 5 euch zu sagen hat!!!"
Aus den sich überall ?ffnenden Türschlitzen starren, misstrauisch oder verst?rt, die Gesichter der Dorfleute.
Meneor brüllt: "Kommt her, ihr braucht kein Angst mehr zu haben vor dem Schrecksal!!!"
Z?gerlich wagen sich die Dorfleute hervor ...
... und versammeln sich mit misstrauischen und feindseligen Mienen vor den beiden.
Chromos 5 l?chelt aufmunternd: "Wir haben das Ursache eures Krankheit herausgefunden. Ihr lebt auf einem Lager mit radioaktiven Abf?llen. Es ist das radioaktive Strahlung, das euch krank macht. Ihr müsst nur wegziehen. Dann werdet ihr gesund."
Gl?ckner: "Wenn wir wegziehen, um den Prüfungen des Schicksals auszuweichen, wird es uns vernichten."
Chromos 5 regt sich auf über diese Sturheit: "Aber nein! Das Pilzwesen ist jetzt freundlich. Es wird euch beschützen, und wir geben euch zu essen."
Pl?tzlich sinken die Dorfbewohner auf die Knie und verbeugen sich tief, sehr zur Verblüffung von Chromos 5, der leise zu Meneor sagt: "Ich habe die richtigen Worte gefunden."
Meneor, l?chelnd mit dem Daumen über die Schulter deutend: "Das hat ein anderes Grund."
Gleichzeitig drehen sich die M?nner um.
Beide sind beeindruckt von dem Anblick: Piri ist mittlerweile bis unterhalb der Brüste nachgewachsen und schwebt, gehalten von mehreren Tentakeln, in der Luft und l?chelt mit madonnenhaft ausgebreiteten Armen. Hilfsorgane liegt auf Trage. Von Hilfsorgane gehen je ein Tentakel in die Bauchgegend von Ewald, Iris, Yon, Held, Martin, Tanja und Meer, welche links und rechts von Trage stehen wie Auferstandene. Hinter Piri, durch die Steilheit des Abhangs erh?ht, steht Antara mit entrücktem Gesicht und weit ausgebreiteten Armen wie eine Botin des Himmels.
Antara, wie in Trance: "Ich bin das Stimme des Schicksals. H?rt das Verkündigung des Schicksals, das da lautet: Ihr sollt dieses Ort des Busse verlassen, auf dass eure K?rper gereinigt werden von den Geschwüren. Denn ihr habt genug gelitten und eure Seelen sind jetzt rein."
Gl?ckner, sich nicht trauend aufzuschauen: "Aber wohin sollen wir gehen. Hier haben wir zu essen. In der Wüste werden wir sterben."
Antara, wie oben: "Folgt dem Mann, das sie Chromos 5 nennen. Es wird euch führen dorthin, wo es euch an nichts mangelt.
Auf der Hügelkuppe liegen Aladan, Estragon und die drei übrigen Schwestern versteckt und sp?hen hinunter.
Nichts mehr geschieht.
Wagon: "Worauf wartet es?"
Hisch zischt den Hang hinunter: "Nun mach schon!"
Chromos 5 schaut gross und überrascht, ...
... reisst sich aber zusammen und verkündet mit dem Gehabe eines Propheten: "Ich bin das Mann, das sie Chromos 5 nennen ..."
Chromos 5 und Meneor gehen an den Knienden vorbei.
Wie sie im Rücken der Dorfleute sind, sagt Chromos 5: "Folgt mir, wie euch das Stimme des Schicksals geheissen."
Demütig und wie eine Herde Schafe humpeln die Dorfleute Chromos 5 nach. Meneor geht neben Chromos 5.
Chromos 5 flüstert zu Meneor: "Ich soll das Prophet spielen und habe kein Ahnung, wo das Schmerzgebiet aufh?rt."
Meneor l?chelt schelmisch und flüstert: "Das ist doch ganz einfach ... Dort, wo das Pilzwesen anf?ngt."
Chromos 5, schmerzlich l?chelnd, flüsternd: "Du bist ein grosses Hilfe."
Meneor kichert.
Chromos 5, Meneor und die Dorfleute gehen einige Zeit und Kilometer über den harten, knochentrockenen Boden. Es ist Sp?tnachmittag. Die Sonne steht noch über dem Horizont.
Wie sie im Sinken begriffen ist, erreichen sie sandiges Gebiet und Meneor flüstert: "Wo das Sand beginnt, endet das Schmerz."
Chromos 5 flüstert anerkennend: "Mit solchen Sprüchen eignest du dich auch zum Propheten."
Etwas sp?ter h?lt Chromos 5 inne und wartet, bis die Dorfleute aufgerückt sind.
Chromos 5 schliesst die Augen, streckt seine Arme gegen die Dorfbewohner aus und konzentriert sich. Diese schauen ehrfürchtig und gespannt.
Wie vor ihnen drei weisse S?ulen aus dem Boden hochschiessen, weichen sie erschrocken zurück.
Auf den hüfthohen S?ulen bilden sich Wasserschalen aus. Chromos 5, mit einer einladenden Geste: "Trinkt."
W?hrend die Dorfleute sich misstrauisch und z?gernd den Wasserschalen n?hern, hat Chromos 5 sich umgedreht, mit geschlossenen Augen und beschw?rend erhobenen Armen.
Aus dem Boden quillt Pilzgewebe, ...
... welches sich zu einem Haus formt.
Wie Chromos 5 fertig ist, stehen im letzten Sonnenlicht etwa sieben H?uschen.
Chromos 5, ganz Prophet, mit einer einladenden Geste zu der kleinen Siedlung: "Jetzt schlaft. Morgen werdet ihr in einem Garten aufwachen."
Mit ehrfürchtigen Blicken auf Chromos 5, manche ?ngstlich oder ungl?ubig staunend, n?hern sich die Leute den H?uschen.
Aus einiger Entfernung betrachten Chromos 5 und Meneor die Siedlung. Sie liegt friedlich da im D?mmerlicht. Von den Dorfleuten ist nichts mehr zu sehen.
Eine Stimme aus dem Off: "Prophet Chromos 5, offenbare uns das Zukunft."
Wie Chromos 5 und Meneor sich umdrehen, sind alle da: die Genvilles, die Nutzwesen, die Natürlichen, die Kampforganismen. Als einzige ist Piri noch an Hilfsorgane angeschlossen. Am n?chsten zu Chromos 5 steht Aladan, der mit sp?ttischem Grinsen auf eine Antwort wartet.
Chromos 5, mit leichtem L?cheln: "Ich habe den Leuten versprochen, dass sie in einem Garten aufwachen."
Aladan, antreiberisch in die H?nde klatschend: "Ihr habt es geh?rt. Ans Werk, meine Sch?fchen, ans Werk!"
Hisch, fauchend zu Aladan: "Und du als Schafskopf überwachst wohl unser Arbeit, wie?"
Aladan, mit gespielter Beleidigtheit über diese ungerechte Behandlung: "Aber jemand muss doch das Bauleitung übernehmen."
Hisch versetzt Aladan einen Tritt in den Hintern, der ihn mehrere Meter weit bef?rdert und ruft: "Ich leite dich jetzt zum Bau!"
Kichern.
Szeneanfang:
Zum Erstaunen Ewalds sitzt Iris gegen Mitternacht im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf einem Stein, umgeben von Nutz- und Zierpflanzen, beleuchtet vom Mond.
Ewald: "Was machst du, Iris? So habe ich dich noch nie gesehen."
Iris, mit geschlossenen Augen: "St?re meine Kreise nicht!"
Ewald setzt sich schweigend auf den Boden ...
... und schaut Iris unverwandt an.
Iris ?ffnet die Augen und seufzt: "Wie soll ich genmonsterln, wenn du mich mit deinem Hundeblick l?cherst?"
Ewald: "Genmonsterln?"
Iris: "Ja, so wie dieser merkwürdige Aladan. Ich will wissen, wie es sich anfühlt, reglos wie ein Kaktus auf einem Stein zu sitzen."
Ewald, sinnierend: "Seit du Blut geleckt hast, bist du irgendwie anders."
Iris ist verblüfft über Ewalds Schlussfolgerung ...
... und sagt nachdenklich: "Wir w?ren fast gestorben. So nahe waren wir noch nie am Tod ..."
Ewald denkt staunend: 'Sie sagt nicht 'Ich'. Sie sagt 'Wir' ...'
Ewald, neugierig: "Und ... Zu welcher Erkenntnis ist Philosophin Iris gekommen?"
Iris, milde l?chelnd: "Ja ja, spotte nur ...
Ewald protestiert: "Nein nein, ich will es wissen!"
Iris ist etwas überrascht von Ewalds Ungestüm.
Iris, in die Ferne blickend: "Nun, bis jetzt habe ich mich jeden Tag gegr?mt, dass die Natural News uns so schn?de h?ngen lassen: Kein Helikopter, um uns abzuholen. Niemand sucht uns. Wir sind wohl schon tot für sie. Meine Position nimmt eine andere ein. Es ist, als h?tte das beste News-Team nie existiert ..."
Ewald denkt: 'Sie spricht von 'Team' ...'
Iris, wie oben: "... Dem Tod ins Auge zu blicken war schon ... Pl?tzlich war da nichts mehr von Bedeutung. Als h?tte eine Flutwelle alles weggespült, was mir vorher wichtig war. Und nachdem mich dieser scheussliche Oktopus wieder aufgep?ppelt hat, blieb ich weit genug von mir entrückt, um zu vergleichen ..."
Ewald, gespannt an ihren Lippen h?ngend: "Vergleichen?"
Iris, erstaunt über Ewalds Interesse, denkt: 'Echt jetzt? Interessiert sich dieser Heuchler wirklich dafür, was ich sage?'
Iris, Ewald fest im Blick: "Dieser elende Kampf, nicht mehr Dienstm?dchen sein zu müssen. Um dann, oben angelangt, feststellen zu müssen, immer noch Dienstm?dchen zu sein vom Boss des Senders ..."
Iris l?sst den Blick über den Pflanzgarten schweifen: "Wenn ich hier am Morgen erwache, gehe ich in diesen Gemüsegarten und schnappe mir etwas so K?stliches, dass alles, was ich in Natural City jemals gegessen habe, nur als Schlangenfrass zu bezeichnen ist ..."
Iris, erschüttert: "... Und dann ... Ich verstehe das nicht ... Ich muss nichts tun. Ich darf einfach existieren. Ich muss nichts bezahlen. Aber das ist doch gar nicht m?glich. Wir müssen immer bezahlen. Nichts ist kostenlos ..."
Ewald, nachdenklich: "Jetzt, wo du es sagst ... Es ist wie ein Traum."
Iris schaut Ewald an: "Und wann erwachen wir?"
Iris und Ewald sind von einem Gebüsch verdeckt. Meneor stopft sich schmatzend ein blutiges Steak vom Blutstrauch in den Mund.
Chromos 5 n?hert sich l?chelnd: "Das letzte Mal, als du mich geküsst hast, war es aus rein therapeutischem Zweck. Wollen wir das Vergnügen, das uns entgangen ist, nachholen?"
Nebeneinander kniend schauen Ewald und Iris neugierig durch eine Lücke im Gebüsch und beobachten, wie Meneor mit seinem blutverschmierten Mund Chromos 5 leidenschaftlich küsst.
W?hrend Chromos 5 und Meneor sich nackt am Boden umschlingen, flüstert Iris sp?ttisch: "Na, Ewald, willst du nicht mitmachen?"
Ewald flüstert: "Bei dem Gedanken wird mir übel."
Iris flüstert interessiert: "Warum? Die knackigen Hintern dieser beiden unterscheiden sich doch kaum von denen der Muskelmonsterfrauen."
Ewald, gequ?lt l?chelnd: "Meine Bedürfnisstruktur ist wohl nicht ganz so flexibel."
Ewald, neugierig, flüsternd: "Und du? Wie wirkt es auf dich?"
Iris betrachtet lange schweigend die beiden M?nner.
Iris, von sich selber überrascht, flüsternd: "Es ist ... sch?n."
Ewald, flüsternd: "H?h?"
Iris, flüsternd: "Wenn zwei griechische Statuen sich umschlingen, dann ist doch eigentlich jede m?gliche Position ... ?sthetik pur."
Ewald schaut Iris ungl?ubig an, ...
... wendet dann seinen Blick auf die beiden M?nner, die in einer solchen "Position" umschlungen sind, ...
... und flüstert, von sich selber erstaunt: "So betrachtet ..."
Iris und Ewald k?nnen den Blick nicht von den beiden lassen und warten schweigend, bis sie fertig sind.
Wie Meneor und Chromos 5 entspannt, Arm in Arm, an einer dafür geeigneten Pflanze lehnen, tritt Iris hinter dem Gebüsch hervor.
Meneor, l?chelnd: "Warum habt ihr nur geschaut statt euch zu vergnügen?"
Ewald fühlt sich entdeckt ...
... und tritt auch hervor.
Iris: "In den Beziehungen der Natürlichen führt Sex zu vielf?ltigen Verletzungen, manchmal zu Mord und Totschlag. Ich verstehe immer noch nicht, warum das bei euch anders ist."
Ewald denkt: 'Wieder ganz die Reporterin.'
Chromos 5, l?chelnd: "Sex ist ein Droge, das Vergnügen spendet. Liebe ist das Geborgenheit im Geist des andern. Wenn du das sauber trennst, ..."
Iris: "Dann seid ihr also Drogen füreinander?"
Chromos 5, mit entwaffnender Offenheit: "Ja."
Ewald, in Erwartung eines Fusstritts: "Iris, willst du meine Droge sein?"
Iris gibt Ewald einen Tritt in den Hintern, was dieser mit einem gespielten "Aua" quittiert. Meneor und Chromos 5 lachen herzlich.
Iris, s?uerlich: "Ich mache mich hier immer mehr zum Affen."
Iris, ernst zu Meneor: "Ich wollte noch etwas sagen ..."
Iris, wie oben, sich überwindend: "Danke ... Danke, dass du uns gerettet hast. Wenn du Martins Hilferuf nicht geh?rt h?ttest, w?ren wir jetzt tot."
Meneor: "Was ist 'Danke'?"
Ewald: "Iris hat gute Gefühle für dich, weil du ihr etwas Gutes getan hast. Das bedeutet "Danke"."
Iris wirft Ewald einen missbilligenden Blick zu.
Meneor, erstaunt: "Iris hat gute Gefühle für mich?"
Meneor schliesst die Augen, um sich zu konzentrieren: "Das will ich sehen."
Iris, abwehrend: "He, h?r sofort auf, in meiner Privatkugel rum zu stochern!"
Meneor, mit offenen Augen, unbekümmert: "Iris hat gute Gefühle und Angst."
Chromos 5 doziert: "Manchmal hast du zwei Gefühle, die sich widersprechen, gleichzeitig."
Meneor, Stirn runzelnd: "Das ist kein klares Ordnung und hindert am Handeln."
Chromos 5: "Ja, Iris hat sich auch überwinden müssen, um dir zu danken, weil es gleichzeitig Angst hat vor dir."
Iris ruft emp?rt: "Bin ich hier beim Psychiater?!"
Chromos 5 schl?gt mit seinem hellen, wachen Blick Iris in seinen Bann: "Meneor kann deine Gefühle sehen. Es versteht, was in dir vorgeht wie nur wenige andere Wesen auf diesem Planet."
Iris schaut Meneor an, erschauernd: "Ich bin nackter als nackt vor einem Wesen, dass schon tausende von Leben vernichtet hat und soll mich nicht fürchten?"
Meneor, tief und ernst: "Ich t?te dich, wenn du mich angreifst. Die Natürlichen t?ten dich, wenn du etwas Falsches sagst. Vor wem musst du dich also mehr fürchten?"
Iris h?lt sich mit beiden H?nden den Kopf, sinkt auf die Knie und ruft schmerzlich: "Meine Welt zerbricht! Es ist, als würde meine Pers?nlichkeit auseinandergenommen und neu zusammengesetzt! Das ..."
Meneor erg?nzt: "... tut weh!"
Iris schaut Meneor mit grossen Augen an: "... und macht mich wütend."
Meneor steht auf und h?lt Iris seinen nackten Hintern hin: "Willst du mich treten?"
Iris, halb lachend, halb weinend: "Würdest du das überhaupt spüren?"
Meneor, l?chelnd: "Ein bisschen."
Iris versetzt Meneor einen Tritt, was dieser mit einem grinsenden "Aua" quittiert.
Iris rennt davon: "Ich mache mich hier noch komplett zum Affen."
Meneor und Chromos 5 schauen ihr l?chelnd nach, Ewald eher verwirrt.
Szeneanfang:
Die ersten Strahlen der Morgensonne tasten sich an die weissen H?uschen der Siedlung heran. Neben der Siedlung w?chst ein hübscher Essgarten mit einer Waschblume.
Scheu blickt Dorfbewohnerin A aus dem Eingang eines H?uschens.
Gegenüber sieht A die Dorfbewohnerin B aus einem Hauseingang sp?hen ...
... und winkt ihr zu, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Die beiden Frauen gehen nebeneinander, ohne zu hinken, in Richtung Essgarten.
A, B musternd: "Du hinkst ja gar nicht. Geht es dir besser?"
B: "Ja, die Schmerzen haben nachgelassen."
A: "Bei mir auch."
Vor der Waschblume bleiben sie staunend stehen.
Wie A n?her tritt, ?ffnet sich die Waschblume und B sagt erschrocken: "Pass auf!"
A, erfüllt von Glauben: "Diese Pflanze ist ein Geschenk des Schicksals ..."
A betritt die Waschblume und sagt: "... Hier bin ich Schicksal. Sei mir gn?dig."
Den Arm zu einer hilflosen Geste des Zurückhaltens ausgestreckt, steht B mit einem Anflug von Verzweiflung da.
Wie die Blume sich schliesst, sinkt B betend auf die Knie.
Wie die Blume sich nicht mehr ?ffnet, hebt B, zitternd vor Angst, ihr Gesicht zur Blume und sagt: "Schicksal, sei ihr gn?dig."
Da ?ffnet sich die Waschblume und A steht da, nackt, den K?rper mit Geschwüren übers?t, aber sauber und l?chelnd.
B, h?nderingend auf Knien, mit Tr?nen der Dankbarkeit: "Hab Dank, o Schicksal."
A, l?chelnd aus der Blume steigend: "Die Pflanze hat mich gewaschen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal gewaschen habe."
B, erleichtert: "Sie hat deine Kleider auch weg gewaschen."
Erstaunt sieht A ihren nackten K?rper.
Err?tend, mit einem 'Oh' verbirgt A mit H?nden und Armen ihre Geschlechtsorgane.
A hat eine Eingebung und h?lt inne, als lausche sie einer inneren Stimme.
A, sich entbl?ssend, tapfer ihre Scham unterdrückend: "Ich brauche mich nicht zu sch?men. Schliesslich hat das Schicksal mich gereinigt."
A, mit festem Blick auf B: "Jetzt du."
B erschrickt.
A schiebt B auf die Blume zu. B protestiert ?ngstlich: "Nein, ich will nicht. Ich habe Angst."
A, mit strengem Blick: "Willst du dich der Reinigung durch das Schicksal entziehen?"
A schubst B in die Waschblume.
W?hrend die Blume sich schliesst, stammelt B verwirrt und ?ngstlich: "Aber ..."
Abgelenkt von der Waschblume, hat A den Essgarten noch gar nicht richtig wahrgenommen. Erst jetzt f?llt ihr Blick auf die zahlreichen Str?ucher und B?umchen mit ihrer üppigen Nahrungsfracht ...
... und ihre Augen werden gross und staunend ...
... und wie sie einen Schritt auf den Garten zu geht, sagt sie ehrfürchtig: "Wie ist das m?glich?"
Wie A das Ger?usch der sich ?ffnenden Waschblume h?rt, dreht sie sich um ...
... und sieht B nackt in der Blume stehen, einen Schimmer von Glück auf dem von unendlichem Leiden gepr?gten Gesicht.
B, aus der Blume steigend, wie oben: "Ich fühle mich sauber."
Für einen Augenblick treffen sich die glücklichen Blicke der Frauen.
A. mustert Bs von Geschwüren entstellten K?rper und ihr Gesicht wird so traurig, ...
... dass B besorgt fragt: "Was hast du?"
A, traurig: "Schau nur, wie h?sslich wir aussehen ... Kein Wunder, dass die M?nner sich vor uns ekeln."
Diese Worte betrüben auch B und beide Frauen schauen traurig gegenseitig ihre entstellten K?rper an.
A, mit wehmütigem L?cheln: "Bevor ich sterbe, ..."
Mit einem kleinen Erschrecken h?ngt B ihren Blick an As Lippen.
A, wie oben: "... m?chte ich noch einmal sch?n sein."
B l?chelt erleichtert.
Da ergreift A spontan Bs Hand und sagt fast fr?hlich: "Komm mit ins Paradies."
B ist etwas verwirrt, ...
... aber wie sie nun endlich auch den Essgarten wahrnimmt, den A ihr mit einer ausholenden Armgeste pr?sentiert, beginnen ihre Augen zu leuchten.
Wie Kinder spazieren sie Hand in Hand durch den Essgarten, staunend, ...
... naschen da von einer Frucht ...
... und dort, ...
... setzen sich schmatzend ans Ufer eines Weihers.
A, schmatzend: "Wie k?stlich! ... Wann hast du deine letzte Frucht gegessen?"
Bs Augen werden leer, wie sie versucht, die Vergangenheit heraufzubeschw?ren.
B, wie oben, tonlos: "Damals auf dem Apfelbaum ..."
Rückblende: Eine kleine Obstplantage mit verdorrten B?umen auf dürrem Gras. Ein Apfelbaum lebt noch und tr?gt sp?rlich Früchte. Vater B und Mutter B schleppen sich mit der jungen B in ihrer Mitte auf den Apfelbaum zu.
Vater hievt B auf den untersten Ast mit den Worten: "Klettere hinauf und wirf uns die ?pfel herunter."
B klettert im Baum hoch, ...
... doch wie sie nach dem ersten Apfel greifen will, h?rt sie ein wütendes Geschrei: "Ihr verdammten Diebe!"
B sieht den zornigen Bauern das Gewehr anlegen.
Die für das Kind B überlauten Schüsse treffen Vater und Mutter, ...
... die tot unter dem Apfelbaum zusammensinken.
Fassungslos ihre toten Eltern betrachtend, h?rt B den Bauern schreien: "Was wollt ihr hier?! Das ist mein Besitz!"
B beobachtet, geschützt durch das Blattwerk des Baumes, wie eine Handvoll Chromos 2 Krieger den Bauern überw?ltigen.
Einer der Krieger schultert den sich vergeblich wehrenden, w?hrend zwei der Krieger auf den Apfelbaum zugehen, ...
... wo sie die toten Eltern auflesen.
Mit dem sich windenden Bauern und den toten Eltern auf den Schultern verschwinden die Krieger hinter einem Hügel.
Leicht zitternd, gel?hmt vor Angst sitzt B auf dem Baum.
B h?rt kreidebleich die entsetzlichen 'Aaaahhhh!!!' Schreie des Bauern, der lebendig aufgegessen wird, ...
... und h?lt sich verzweifelt die Ohren zu, w?hrend die Tr?nen aus ihren zugepressten Augen str?men.
Es ist Nacht und der Mond scheint auf ein Gesicht im Apfelbaum, das noch bleicher ist als er. Keine Tr?ne findet mehr ihren Weg aus dem gefrorenen Meer der Trauer in Bs weit ge?ffneten Augen. Die ausgetrockneten Tr?nenflüsse haben ihr Bett hinterlassen in der Staubschicht des Gesichts.
Am Morgen, B ist eingeschlafen und schl?gt nun die Augen auf.
Ein Apfel h?ngt vor ihren Augen.
Ohne nachzudenken, greift sie danach ...
... und beisst hinein.
Gegenwart: A hat aufgeh?rt zu essen. Nur langsam l?st sich der Bann von Bs Geschichte.
B sitzt immer noch da mit leeren Blick, entrückt in die Vergangenheit.
Eine Stimme aus dem Off reisst die Frauen in die Gegenwart: "Wie gef?llt es euch im Reich des Schicksals?"
Die beiden Frauen sehen Antara, in deren Schleier sich die goldenen Strahlen der Morgensonne brechen, als w?re sie selber eine G?ttin, deren Mund l?chelt und deren Augen erfüllt sind von einer tiefgründigen Trauer.
Sofort gehen die Frauen auf die Knie und senken ihr Haupt auf den Boden.
Antara, etwas hilflos über die Demut der Frauen: "Das Schicksal bietet euch neue Kleider an. Wollt ihr sie annehmen?"
Beide Frauen, wie oben: "Ja, o Mund des Schicksals."
Antara, sich zum Gehen wendend: "Dann folgt mir."
Mit gesenkten K?pfen und gefalteten H?nden folgen die Frauen Antara.
Auf einer Lichtung des Essgartens warten Tank und Bioskop.
Antara, zu Bioskop: "Bioskop, k?nntest du mit den Frauen neue Kleider entwerfen?"
Wie die Frauen demütig etwa drei Meter vor Bioskop stehen, sagt dieses mit dem Charme einer Axt: "Ihr wollt Kleider, um eure Geschwüre zu bedecken?"
Rot vor Scham versuchen die Frauen vergeblich, mit H?nden und Armen ihre Geschwüre zu verbergen.
Antara, tr?stend zu den Frauen, die ihr mit grossen Augen zuh?ren: "Darauf braucht ihr nicht zu achten. Ihr werdet bald gesund sein."
Bioskop: "Dann los, mit vollem Fantasie!"
Schüchtern und neugierig zugleich recken die Frauen die H?lse, um zu sehen, was Bioskop da auf seinem Bildschirm zeigt.
Tank: "Nun kommt doch schon n?her, sonst werden eure H?lse zwei Meter lang."
Die Frauen erschrecken, weil nun auch noch dieses merkwürdige Ding zu ihnen spricht, ...
... gehorchen aber dann und trippeln vorsichtig n?her zu Bioskop.
Fasziniert betrachten die Frauen den Bildschirm, auf dem verschiedene Kleidermodelle dargestellt sind.
A traut sich zu sagen: "Aber ich will kein Kleid, das wie ein Dreieck aussieht."
B, mit dem Finger auf den Bildschirm tippend: "Das da ist an der Hüfte viel zu breit."
Der Damm ist gebrochen. Die beiden Frauen, auf den Bildschirm tippend, alles andere vergessend: "Der Kragen ist h?sslich ... Die ?rmel zu lang ... Die Kapuze ist doof ... Die Taschen zu gross ... Der Saum zu breit ... Das Muster igitt ... Puh, die Farbe ... zu gelb ... zu gross ... zu klein ... zu schmal ... zu ..."
Bei diesem Anblick muss Antara kichern.
Die Frauen tragen nun ihre neuen Kleider, verbeugen sich tief vor Antara und sagen: "Hab Dank, o Mund des Schicksals."
In dieser Haltung rückw?rts gehend, verschwinden sie im Essgarten.
Bioskop: "Ich fühle mich wie nach dem Angriff eines Horde von Kampforganismen."
Antara legt, sanft l?chelnd, ihre Hand auf Bioskop und sagt: "Du hast das Schlacht gewonnen."
Antara küsst Bioskop auf den Bildschirm.
Tank protestiert: "He, und ich?!"
Bioskop: "Schweig, du Erfüllungsfunktion meines Genies!"
Antara, die zwischen ihnen steht, lacht ...
... und küsst auch Tank.
Antara, weggehend: "Kommt. Wir müssen noch ein ordentliches Blutstrauchplantage pflanzen. Oder wollt ihr, dass das Pilzwesen vor Hunger unsere Dorfleute verspeist?"
Tank: "Immer diese übertreibungen."
Tank und Bioskop folgen Antara. Bioskop: "Halt dein L?stermaul. Eben hast du doch auch unberechtigterweise ein Kuss bekommen."
Tank: "Ja ja."
Szeneanfang:
Tage sp?ter haben die Genvilles neben der Siedlung eine einrucksvolle mehrere Hektar grosse Blutstrauchplantage gepflanzt. Ab und zu schiesst ein Pilztentakel aus dem Boden, um sich ein saftiges Fleischstück zu pflücken.
Piri sitzt, mit den Armen nach hinten abgestützt, auf Trage. Sie ist schon bis zu den Oberschenkeln nachgewachsen. Ihre Aufmerksamkeit gilt Lara, die sich über das ge?ffnete Tankwesen beugt, um ihm etwas zu entnehmen.
Mit einem Pfl?nzchen auf der Handfl?che richtet Lara sich auf. Piri, neugierig: "Und, hat's geklappt?"
Mit zufriedenem L?cheln hüpft Lara zu Piri ...
... und streckt ihr das Pfl?nzchen vors Gesicht. Es besteht aus einem St?ngelchen, aus dem oben ein rundes Bl?ttchen entspringt.
Beim Betrachten des Bl?ttchens sieht Piri staunend die Zeichnung: Deutlich ist das Zeichen für radioaktive Strahlung zu erkennen. Piri macht: "Oh, wie sch?n!"
Hisch, die auch neugierig draufblickt: "Dieses Zeichen des Schmerzes findest du sch?n?"
Piri, abwehrend: "Nicht das Bedeutung ist sch?n, sondern das Zeichnung ..."
Wagon, l?chelnd: "Spiel dich doch nicht so auf, Schwesterchen. Du weisst genau, wie Piri das gemeint hat."
Hisch, schmollend: "Ich jedenfalls finde dieses Symbol bedrohlich. Egal wie sch?n es gezeichnet ist."
Lara, in der Haltung eines blasierten Malers: "Wenn ihr euer kleinkariertes Streit beendet habt. Wie w?re es mit etwas Applaus für das Genie, das dieses Zeichnung geschaffen hat?"
Kichernd spenden die drei Schwestern Lara Applaus, die sich dankend verbeugt.
Stimme aus dem Off: "Was gibt's denn da zu feiern?"
Meneor n?hert sich mit Antara, die auf seinen Schultern sitzt. Die Schwestern kichern und lachen. Antara und Meneor verstehen nicht.
Lara, anzüglich: "Na wie fühlst du dich mit dem Kopf zwischen den warmen Schenkeln des Schicksals?"
Meneor, ratlos: "?h ..."
Antara l?chelt.
Meneor, treuherzig: "Ich muss Antara zu den Dorfleuten bringen. Es meint, so erh?ht wird es noch mehr Eindruck machen."
Diese Begründung l?st nur neues Kichern und Lachen aus. Hisch, ?tzend: "Was für ein Unsinn."
Lara, bestimmend: "Ihr werdet zum Abwechslung mal etwas Nützliches tun und dieses zarte Pfl?nzchen sorgf?ltig im Schmerzgebiet setzen. Es wird wachsen und sich ausbreiten über das ganze Schmerzgebiet. Und seine Bl?tter werden alle warnen."
Wagon: "Aber wenn nun kein Radioaktivit?t mehr da ist, wird es weiter warnen bis in alles Ewigkeit."
Lara, Antara das Pfl?nzchen in die Hand legend: "Nein, das Pflanze braucht starkes Strahlung, um zu gedeihen. Ist das Strahlung so schwach wie hier, wird es absterben."
W?hrend Meneor schon dabei ist, mit Antara auf den Schultern loszutraben, ruft Lara ihnen noch nach: "Ihr müsst euch also beeilen!"
Die Schwestern schauen dem nun noch schneller rennenden Meneor mit Antara nach. Lara, l?chelnd: "Das muss wohl wirklich ein sch?nes Gefühl sein, wenn Meneor bereit ist, Antara zu tragen."
Hisch, grimmig: "Ja, dieses faule Sack."
Kichern.
Wo der Sand wieder übergeht in harten, rissigen Boden, h?lt Meneor ...
... und geht in die Knie, damit Antara, welche das Pfl?nzchen schützend in H?nden h?lt, absteigen kann.
Sie gehen ein paar Schritte auf dem harten Boden.
Meneor, konzentriert, mit geschlossenen Augen: "Ob es hier genug Strahlung hat?"
Antara, Meneor anschauend: "Lass uns das Pfl?nzlein fragen."
Meneor ist überrascht.
W?hrend Antara ihre H?nde mit dem Pfl?nzchen etwas ausstreckt, konzentrieren sich beide mit gesenkten K?pfen und geschlossenen Augen auf das Pfl?nzchen.
Ein Bild mit der energetischen Struktur der Pflanze und den in ihr erzeugten Wisperfeldern, welche Harmonie ausdrücken.
Antara, mit offenen Augen zu Meneor: "Ich spüre, das es hier zufrieden ist."
Meneor, mit grossem Blick zu Antara: "Ja."
Meneor sinkt auf die Knie ...
... und gr?bt mit Hilfe eines Messers ein kleines Loch in die harte Erde.
Auch Antara kniet hin, um das Pfl?nzchen vorsichtig ins Loch zu betten.
Meneor schüttet die Erde um das Pfl?nzchen herum wieder zu.
Antara und Meneors Blicke treffen sich.
Sie l?cheln sich an.
Meneor steht auf und bietet Antara die Hand.
Hand in Hand gehen sie bis dahin, wo der Sand beginnt.
Antara, Meneor anblickend, mit klopfendem Herzen und vor Erregung zitternder Stimme: "Lass uns am Rand des Schmerzes Lust empfinden. Dein starkes Nacken hat mich erregt."
Meneor l?sst seine Kleider fallen.
Mit dem Messergürtel in der einen Hand, den anderen Arm um Antara legend, küsst er sie.
Wie sie hinsinken ...
... und sich im Sand umarmen, l?sst Meneor den Messergürtel in Griffweite liegen.
Ihre Umarmungen und Küsse werden so heftig, dass sie alles um sich herum vergessen, ...
... sich um- und umdrehen, ...
... bis eine Stimme aus dem Off den Bann der Leidenschaft zerst?rt: "Seht ihr den angeblichen 'Mund des Schicksals' sich der Fleischeslust hingeben? ..."
überrascht schauen Meneor und Antara zum Gl?ckner, der mit s?mtlichen Dorfleuten am Rand des Schmerzgebietes steht. Meneor tastet reflexartig, aber vergeblich nach dem Messergürtel. Der Gl?ckner f?hrt mit beschw?renden Gesten fort: "... Das ist der Beweis, dass dieses künstliche Paradies in der Wüste nur eine Versuchung des Satans ist ..."
Gl?ckner, mit zum Himmel gereckten Armen, laut: "Lasst uns Busse tun dafür, dass wir der Versuchung erlegen sind!"
Mit gesenkten H?uptern wandert die Prozession der Dorfleute hinein ins Schmerzgebiet. Alle Dorfleute im Chor: "Lasst uns Busse tun. Lasst uns Busse tun ..."
Die beiden Frauen A und B werfen Antara einen unglücklichen Blick zu.
Antara ist fassungslos.
Erfüllt von tiefer Trauer, senkt die im Sand sitzende Antara ihren Blick zu Boden.
Meneor hat sich angezogen und ist dabei, den Messergürtel umzulegen, wie er mit besorgtem Blick auf Antara sagt: "Was hast du?"
Antara, wie oben, tonlos: "All die Mühen um ihr Rettung waren vergebens."
Meneor setzt sich gegenüber Antara, aber ganz nah zu ihr in den Sand.
Meneor, ernst und eindringlich: "Wir haben ihnen ein Weg angeboten. Wir k?nnen sie nicht zwingen, es zu gehen."
Antara, verzweifelt: "Aber diese armen Natürlichen hatten gar kein Chance, dieses Weg zu gehen. Es war von Anfang an blockiert mit überstarken Angstfeldern."
Antara, unter Tr?nen: "Und weisst du, was das Schlimmste ist? ..."
Meneor schaut sie gross und fragend an.
Antara, wie oben: "Ich habe zwei Frauen lebende Kleider geschenkt. Das heilende Wirkung der Kleider wird sie sp?ter als die andern erkranken lassen. Nach dem Logik ihres Anführers werden sie also nicht genug büssen und müssen sich daher opfern ..."
Antara, schluchzend, mit grossen, traurigen Augen: "Mein Geschenk ist ihr Tod."
Meneor, tr?stend Antaras H?nde umfassend: "Aber wir wissen doch, dass das Bedürfnisstruktur der Natürlichen fehlerhaft ist."
Antara versucht, tapfer zu l?cheln: "Weisst du, Meneor, etwas zu wissen und es zu erleben ist nicht dasselbe."
Antara, tief traurig: "Mein Gehirn ist ja auch fehlerhaft, sonst würde ich nicht so verzweifeln."
Meneor, ernst: "Ja, ich weiss, aber ich habe es noch nie so richtig erlebt, wie es in dir aussieht."
Antara schaut Meneor an mit einem Blick wie ein dunkles Meer.
Antara, wie oben, seltsam feierlich: "Grosses Krieger Meneor, ... willst du ein Reise wagen durch das Nacht meines Seele?"
Meneor ist etwas überrascht von diesem Angebot, ...
... sagt aber dann spontan, wie es so seine Art ist, und mit einem feinen L?cheln: "Ja, ich will."

