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Band 22

  Szeneanfang:

  Es ist Nacht. Im Steinkreis ist die Silhouette von Meneor zu sehen, wie er mit Piris Kopf im Schoss auf Trage sitzt und schl?ft.

  Der andere Teil der Gruppe, bestehend aus Lara, Hisch, Wagon, Aladan, Estragon, Chromos 5, Martin, Tanja, Yon, Held, Meer, Ewald und Iris, ist durch die Siedlung gezogen und hat sich am anderen Ende, in sandigem Gebiet neben einem hügelf?rmigen Bunker zur Ruhe gelegt.

  Wie Yon die Augen ?ffnet, sieht er im harten Mondlicht den zitternden, schweissgebadeten Held.

  Sofort springt Yon auf ...

  ... und flüstert, über Held gebeugt, besorgt: "Was hast du?"

  Held, flüsternd: "Ich ... bin ... krank."

  Yon wirft einen Blick auf die friedlich schlafenden Genvilles.

  Kurz entschlossen l?dt er sich Held auf die Arme ...

  ... und tr?gt ihn auf die andere Seite des Bunkers.

  Zu seiner überraschung liegen dort bereits die kranke Tanja, von Martin betreut, und die kranke Iris, von Ewald betreut.

  Wortlos legt Yon Held neben die Frauen.

  Martin flüstert zu Yon: "Tanja und der Chief sind doch Chromos 1. Weshalb werden sie krank?"

  Yon flüstert ratlos: "Die Leute von der Siedlung sind auch Chromos 1 und trotzdem krank."

  Ewald flüstert besorgt: "Ich habe Iris hergebracht, damit die anderen weiterschlafen k?nnen ... Vielleicht w?re es klüger, die Genvilles um Hilfe zu bitten ..."

  Eine Stimme aus dem Off flüstert: "Folgt mit, wenn ihr sie retten wollt."

  Niemand hatte die Gestalt nahen geh?rt. überrascht drehen sich Yon, Ewald und Martin nach ihr um. Es ist eine junge, kranke, kahle Dorfbewohnerin, die ihnen, Schmerz gebeugt, winkt zu folgen.

  Im Bann dieser seltsamen Erscheinung nehmen die drei M?nner ihre Kranken auf die Arme ...

  ... und folgen der Dorfbewohnerin zum Eingang des Hügelbunkers.

  Durch die schmale Panzertür gelangen sie in einen grossen, von einer Notbeleuchtung schwach erhellten, kargen Raum, ...

  ... von dem, durch eine weitere Panzertür, eine Treppe hinabführt.

  In dem düsteren Licht erscheint am Fuss der Treppe die n?chste Panzertür, ...

  ... hinter der sich ein etwa fünfzehn mal fünfzehn Meter grosser Lagerraum mit einer drei Meter hohen Decke befindet. In der Notbeleuchtung sind ein paar Eisengestelle mit Konservendosen, vereinzelte Paletten und eine Werkbank auszumachen.

  Mit einem 'Wummm' schl?gt die Panzertür zu, was die drei M?nner erschrocken herumfahren l?sst.

  Erleichtert sehen sie die Dorfbewohnerin im Raum an der Tür stehen.

  Martin, unsicher zur Dorfbewohnerin: "Was sollen wir jetzt tun, Frau ..."

  Die Frau humpelt an ihnen vorbei und sagt dabei mit entrücktem Blick: "Hier ist Schutz vor dem Schicksal."

  Vor den verst?ndnislosen Blicken der M?nner humpelt die Frau in eine Ecke des Raumes, ...

  ... wo sie stehen bleibt.

  Fassungslos sehen die M?nner, wie die Frau pl?tzlich zu schweben beginnt, ...

  ... hinauf zur Decke ...

  ... und durch eine ?ffnung hindurch verschwindet.

  Yon legt Held hastig auf den Boden ...

  ... und eilt in die Ecke, wo die Frau verschwunden ist.

  Ein rostiges, kreisrundes Eisenblech von etwa einem Meter Durchmesser deckt das Loch, durch welches die Frau verschwunden ist, ab.

  Ewald und Martin haben die Frauen ebenfalls auf den Boden gelegt. Yon, zu den anderen zurückgehend, bedrückt: "Sie ist auf einem Eisenblech hochgezogen worden ... Dieses Blech verschliesst jetzt die ?ffnung."

  Ewald, schmerzliche Verlegenheit andeutend: "T?usche ich mich oder sind wir wie die gr?ssten Idioten in eine Falle getappt?"

  Martin, Stirn runzelnd, unzufrieden mit sich selbst: "Die Sorge um die Kranken hat wohl unseren Verstand vernebelt."

  Ewald geht zur Panzertür und sagt ohne überzeugung: "Ich versuch's mal bei der Tür."

  Yon, zu Martin: "Wollen wir die W?nde absuchen, Herr Eck? ... Vielleicht gibt es noch einen verborgenen Ausgang."

  Martin, mit Yon auf eine Wand zugehend, zu Ewald und Yon: "Lassen wir die F?rmlichkeiten. Ich bin der Martin."

  Ewald rüttelt vergeblich am Schliesshebel der Panzertür.

  Die drei M?nner treffen sich wieder bei den Kranken. Auf Ewalds fragenden Blick schüttelt Yon den Kopf.

  Ewald taumelt. Martin fragt besorgt: "Was ist mit dir, Ewald?"

  Ewald, schwitzend auf die Knie sinkend: "Gott, ist mir schwindlig."

  Ewald sinkt neben die zitternde Iris.

  Martin und Yon sehen sich besorgt an. Martin: "Das ist nur eine Frage der Zeit, bis es uns auch erwischt."

  Yon, mit ernstem Blick auf Iris und Ewald: "Die zwei sind nicht Chromos 1 ... Sie werden an der Krankheit sterben."

  Martin schaut Yon erschrocken an.

  Martin, hilflos: "Dann sollten wir schnell etwas tun ... aber was?"

  Yon, zu den Eisengestellen gehend: "Hilf mir, Martin ... Wir versuchen's an der schw?chsten Stelle."

  Yon wirft ein Eisengestell samt Konserven um, ...

  ... sodass es laut und Staub aufwirbelnd zu Boden f?llt.

  Martin und Yon tragen das Gestell in die Ecke, wo die Frau verschwunden ist, ...

  ... und stellen es unter dem Eisenblech auf.

  Eine Arml?nge neben dem ersten platzieren sie noch ein zweites Gestell.

  Schweissgebadet bricht Martin zusammen, ...

  ... kann sich jedoch mit Yons Hilfe wieder aufraffen ...

  ... und schleppt sich, gestützt von Yon zu Tanja, ...

  ... wo er sich zitternd hinlegt.

  Wie Yon zu den Gestellen zurückkehren will, beginnt auch er zu taumeln ...

  ... und kann sich gerade noch, schweissgebadet, hinsetzen.

  Yon denkt verzweifelt: 'Ah verdammt! ... In diesem Zustand kann ich nichts tun.'

  Szeneanfang:

  Es ist Morgen. Hisch tr?gt auf ihren Armen den kranken Doktor Meer über den Hügel in Richtung Steinkreis.

  Meer, geschw?cht: "Wenn ich nicht so krank w?re, ... würde ich es geniessen, ... in deinen Armen zu liegen, Hisch."

  Hisch, l?chelnd: "Ah, du bist also doch ein Mensch. Und ich dachte immer, du seist ein Doktor."

  Meer, mit schwachem L?cheln, unter Schmerzen: "Ja ja ... spotte ruhig."

  Hisch bringt Meer zu der Gruppe im Steinkreis, bestehend aus Antara, Flu, Tank, Trage, Hilfsorgane, Bioskop und Piri.

  Hisch, burschikos: "He, Hilfsorgane, schau mal nach, was mit unserem lieben Doktor Meer los ist."

  Weil Hilfsorgane mit Piri schon auf Trage liegt, legt Hisch Meer auf den Boden.

  Kaum hat sie ihn losgelassen, b?umt sich Meer vor Schmerzen st?hnend auf.

  Hisch, erschrocken: "Was hast du?"

  Meer, mit letzter Kraft, unter starken Schmerzen: "Ich ... sterbe ..."

  Sofort zucken zwei Tentakel von Hilfsorgane in Brust und Bauch von Meer.

  Hilfsorgane: "Es hat Recht. Seine Zellen sterben fortlaufend ab. Ich kann es nur knapp stabilisieren."

  Hisch, protestierend: "Aber wie ist das m?glich? Es ist doch Chromos 1. Seine Zellen sterben nicht einfach so!"

  Hisch, flehend zu Antara: "Antara, tu doch was."

  Antara schliesst die Augen, um sich zu konzentrieren.

  Tank: "Warum regst du dich so auf, Hisch? Das ist doch bloss ein mit Chromos 1 Genen aufgebessertes Natürliches. Wenn das stirbt, ist nichts verloren."

  Hisch, hilflos: "Aber es hat es doch genossen, in meinen Armen zu liegen ... Ich m?chte, dass es das auch mal geniessen kann, wenn es nicht krank ist."

  Tank: "Ihr Nutzlosen denkt doch immer an Sex."

  Hisch, kl?glich: "Sex ist sch?n, ... so wie ein L?cheln ... oder Helfen ..."

  Bioskop: "Ja, helfen ist sch?n. Wir Nutzwesen haben eben ein edles Bedürfnisstruktur."

  Hisch, mit gezogenem Messer Bioskop bedrohend, wütend: "Soll ich dein edles Bedürfnisstruktur in Scheiben schneiden?"

  Tank: "Beruhige dich, Hisch, das war doch bloss Spass ... Wir werden Doktor Meer retten ... Wir sind schliesslich die Gr?ssten."

  Hisch muss unfreiwillig lachen.

  W?hrend sie das Messer wegsteckt, wischt sie sich eine Tr?ne aus dem Auge.

  Antara, Hisch anblickend: "Ich habe es nicht bemerkt, weil ich nicht darauf geachtet habe ..."

  Antara, mit einer Hand den Steinkreis umfahrend: "... Hier im Steinkreis ist ein verst?rktes Strahlung."

  Hisch geht vor Meer in die Knie, um ihn aufzunehmen, und sagt impulsiv: "Dann lasst uns Meer schnell aus dem Steinkreis bringen!"

  Hisch mit Meer auf den Armen und die restliche Gruppe bewegt sich aus dem Steinkreis.

  Ausserhalb des Steinkreises, aber immer noch in Deckung des Hügels bleibt die Gruppe stehen und Hisch legt Meer auf den Boden.

  Szeneanfang:

  Majest?tisch schwebt die riesige DARK mit drei Grossdois an ihren Tragf?den über Natural City. Die Grossdois sind etwa dreissig Meter hoch und ?hneln ziemlich dem kleinen Doi. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist auf dem einen das 'B', auf dem zweiten das 'K' und auf dem dritten das 'S'. Und vielleicht gibt es noch andere zeichnerische Tricks, die helfen, die drei auseinanderzuhalten.

  Alle drei h?ngen entspannt in den Tragf?den und schauen nach unten auf Natural City. S: "Da unten h?tte es mehr L?cheln gehabt als hier oben."

  K: "Wenn ich mir die Gesichter heran zoome, die zu uns aufschauen, dann bezweifle ich das."

  B: "Sie zweifeln, daran, dass wir gut sind."

  K: "Wenn wir viel gut sind, gibt es auch viel L?cheln."

  Die DARK f?hrt über den Platz mit dem Stadtbildschirm. Aufgeregt zeigen zahlreiche Zuschauenden mit ausgestreckten Armen auf das Luftschiff. Die Zuschauenden sind gleichzeitig auf dem Stadtbildschirm aus der Sicht der DARK zu sehen.

  Aus Myrta Behrs Sicht steht Caesar mit verschr?nkten Armen und erhobenem Kopf wie ein Eroberer am grossen, offenen Bugfenster der DARK-Kabine. Die beiden sehen nicht, was auf dem Stadtbildschirm gezeigt wird.

  Mit einem leisen L?cheln ahmt Myrta, die neben Caesar steht, dessen Haltung nach.

  Aus der Sicht von Doi, der zwischen den beiden steht, hat es nun zwei stolze Eroberungsfiguren.

  Also stellt sich auch Doi breitbeinig hin und nimmt die Eroberungshaltung an.

  Wie Myrta Dois Haltung bemerkt, l?chelt sie.

  Doi bemerkt es und zieht sich das L?cheln mit Myrta zugewandtem Gesicht rein.

  Beide schauen nun wieder wie Caesar zum Fenster hinaus.

  Myrta: "Warum haben Sie diesmal die Natural Guard Offiziere nicht eingeladen, Herr Caesar?"

  Caesar erinnert sich an die folgende Szene:

  Doi kommt zu Caesar ins Arbeitszimmer gerannt mit den Worten: "He, Caesar, Caesar, he, he!"

  Erinnerung:

  Doi: "Mein elektromagnetisches Sensor zeigt Wellen, die aus Myrtas Kleidern kommen. Wie ist das m?glich?"

  Caesar ist verblüfft, ...

  Erinnerung:

  ... denkt nach und sieht dabei Hans Harts Gesicht und Miniaturmikrofone in Myrtas Kleidern. Caesar denkt: 'Hart setzt Myrta ein, um mich zu überwachen ...'

  Erinnerung:

  Caesar denkt Stirn runzelnd: '... Aber das darf ich Doi nicht sagen, sonst verplappert es sich.'

  Erinnerung:

  Caesar, mit Unschuldsmiene: "Ich denke, es handelt sich um ein Streustrahlung seines Kommunikators."

  Erinnerung:

  Doi, aus dem Zimmer stürmend: "Ein Streusalzstrahlung, he, Caesar, he, he!"

  Gegenwart:

  Caesar, im Bewusstsein, dass Hans Hart mith?rt: "Ich denke, die Offiziere haben Besseres zu tun, als jedes unserer Tests zu verfolgen."

  Die DARK schwebt hinaus in die Wüste. Die schwarzen, über und über mit Solarzellen bestückten Grossdois gl?nzen wegen ihrer hohen Lichtabsorptionsrate kaum im Sonnenlicht. überhaupt nicht plump, vielmehr sch?n und elegant, geradezu vornehm wirken die Robots, als w?ren sie distinguierte Besuchende von einem anderen Stern.

  Myrta: "Wollen wir zuerst nur ein Grossdoi absetzen? ... Falls das Kampfpilz es überw?ltigt, ist das Verlust nicht so gross."

  Caesar nickt.

  Myrta, in ihren Kommunikator: "Sokrates, willst du zuerst dein Fuss in das Wüste setzen?"

  Grossdoi Sokrates, aus Myrtas Kommunikator: "Ist gut. Muss ich das Fuss abnehmen und runter werfen?"

  Myrta muss kichern. Caesar grinst.

  Myrtas und Caesars Blicke treffen sich kurz.

  Myrta, in den Kommunikator: "Nein, Sokrates, wir werden dich runter lassen ... Vergiss nicht, laufend ein Sicherheitskopie deines Pers?nlichkeit an das DARK zu schicken, falls etwas schiefgeht."

  Sokrates, aus Myrtas Kommunikator: "Ich soll also die Kastanien aus dem Sandkasten holen, w?hrend Beckett und Kafka zusehen."

  Kafka, aus Myrtas Kommunikator: "Wir sind offensichtlich die wertvolleren Exemplare."

  Myrta, in den Kommunikator: "Aber ihr seid doch alle baugleich ... Sokrates bekommt dafür auch ein dickes L?cheln."

  Durcheinander aus Myrtas Kommunikator: "Dann will ich gehen! ... Nein ich, lass mich, Myrta! ... Ich gehe, wie Myrta gesagt hat ..."

  Myrta schaut hilflos zu Caesar. Dieser amüsiert sich k?stlich.

  Doi, Myrta am Kleid zupfend: "Darf ich gehen, Myrta?"

  Myrtas Hilflosigkeit ist komplett. Caesar muss bei diesem Anblick lachen, ...

  ... was Myrta ein L?cheln entlockt.

  Myrta, mit gespielter Strenge in den Kommunikator: "Schluss jetzt! Sokrates geht und wenn ihr nicht augenblicklich still seid, gibt's heute kein L?cheln mehr."

  Doi schl?gt sich die H?nde vor den Mund und auch aus Myrtas Kommunikator ist kein Mucks mehr zu h?ren.

  Caesar macht ein anerkennendes Gesicht. Myrta l?chelt.

  Langsam sinkt Sokrates an seinen Kranf?den herab auf den Wüstenboden.

  Wie seine Füsse aufsetzen und die Kranf?den nach oben schiessen, geschieht ...

  ... nichts!

  Neugierig schaut Sokrates sich um und sagt: "Wo ist das Kampfpilz?"

  Sokrates geht auf die Knie und beginnt im Sand zu wühlen.

  Kafka und Beckett beobachten Sokrates von oben. Kafka: "Sei nicht leichtsinnig! Pl?tzlich hast du ein Tentakel im Gesicht."

  Sokrates: "Na und? Ich bin aus Kunststoff, das zehn Mal z?her ist als Stahl."

  Sokrates zieht einen Tentakel des Pilzwesens hervor, ...

  ... welcher sich sofort um Sokrates Arm zu schlingen beginnt.

  Mit der freien Hand quetscht Sokrates den Tentakel dicht über dem Boden so stark, ...

  ... dass es ihn mit einer schwungvollen Bewegung des vom Tentakel umschlungenen Armes abreissen kann.

  Sokrates zieht sich den abgerissenen Tentakel vom Arm ...

  ... und wirft ihn hinter sich auf den Wüstenboden, ...

  ... wo er zuckend liegen bleibt.

  Pl?tzlich schiessen weitere Tentakel aus dem Boden ...

  ... und greifen Sokrates an.

  Das Grossdoi wehrt sich tapfer durch Abquetschen der Tentakel, ...

  ... wird jedoch zunehmend von dem Pilzwesen überwuchert und in seinen Bewegungen behindert.

  Aus Kafkas Stirn zuckt ein unsichtbarer, Arm dünner Mikrowellenstrahl ...

  ... und trifft einen Tentakel dicht über dem Boden, ...

  ... sodass die getroffene Stelle zu dampfen beginnt ...

  ... und der Tentakel zuckend zu Boden f?llt.

  Auch Beckett schiesst einen Tentakel ab, begleitet von Kafkas Worten, der auf das Nachladen seiner Mikrowellenkanone warten muss: "Pass auf, dass du Sokrates nicht triffst, sonst ist es kaputt."

  Beckett: "Ja ja, kaputt, ... ist gut."

  Kafka: "Nein, kaputt ist nicht gut ... Gibt kein L?cheln."

  W?hrend Sokrates wieder von dem Pilzwesen überw?ltigt wird, sagt Beckett: "Ja, das meine ich: Es ist gut aufzupassen, dass Sokrates nicht kaputt geht."

  Wie Kafka Sokrates' bedenkliche Lage sieht, ruft es: "Myrta, lass uns runter. Bis das Mikrowellenkanone aufgeladen ist, dauert es zu lange ... Wir müssen Sokrates mit den H?nden retten."

  Myrta schaut Caesar zweifelnd an.

  Caesar nickt zustimmend.

  Myrta, in die Sprechanlage der DARK: "Lassen Sie sofort die beiden Dois runter!"

  Lautsprecher: "Jawohl."

  Stadtbildschirm:

  Eine Kamera übertr?gt aus der DARK heraus das Geschehen, welches die Menschen gebannt verfolgen. Zu sehen ist der mittlerweile fast g?nzlich vom Pilzwesen umhüllte Sokrates sowie Kafka und Beckett, die noch wenige Meter über Boden an den Kranf?den h?ngen.

  Stadtbildschirm:

  Beckett und Kafka erreichen den Boden. Die Kranf?den schnellen hoch.

  Stadtbildschirm:

  Sofort stürzen sich die beiden auf Sokrates, ...

  Stadtbildschirm:

  ... reissen ihm das Pilzwesen vom Leib ...

  Stadtbildschirm:

  ... und quetschen die Tentakel dicht über Boden ab.

  Stadtbildschirm:

  Schon schiessen überall neue Tentakel aus dem Boden und greifen nach den drei Grossdois.

  Stadtbildschirm:

  Zu dritt k?nnen sie die Tentakel viel besser abquetschen und es gibt ein fürchterliches Gemetzel.

  Vor Ort:

  Mit seinen Infrarotsensoren sieht Beckett, wie sich das Pilzwesen unterirdisch zurückzieht.

  Stadtbildschirm:

  Beckett: "Das Kampfpilz zieht sich zurück."

  Die Zuschauenden sind begeistert.

  Stadtbildschirm:

  Die Grossdois drehen sich zu dem Riesenhaufen aus abgerissenen Tentakeln um und feuern gleichzeitig ihre Mikrowellenkanonen ab, ...

  Stadtbildschirm:

  ... sodass der Haufen zu einem kochenden Schleim zusammensinkt.

  Die DARK ist so weit abgesunken, dass sich ihre Kabine auf Kopfh?he der Grossdois befindet. Auf die wenigen Meter Distanz braucht es keine Funkverbindung und Myrta sagt anerkennend zu den dreien: "Das habt ihr gut gemacht!"

  Caesar und Myrta l?cheln die Grossdois breit an.

  Beckett: "Gut gemacht."

  Kafka: "Genug gemacht."

  Sokrates: "Jetzt gibt's L?cheln."

  Doi hüpft vor Myrta und Caesar auf den Fensterrand ...

  ... und sagt: "Ich will auch L?cheln."

  Kafka: "Haben wir genug gemacht?"

  Myrta, ernsthaft: "Nein, das war bloss ein Test. Euer Aufgabe besteht nun darin, das ganze Wüste von dem Kampfpilz zu befreien."

  Sokrates: "Warum stellst du so dumme Fragen, Kafka? Jetzt hat es aufgeh?rt zu l?cheln."

  Beckett sekundiert: "Bl?des Kafka."

  Myrta und Caesar l?cheln amüsiert. Kafka: "Jetzt l?cheln sie ja wieder ... bl?des Sokrates, bl?des Beckett."

  Doi, den Grossdois zugewandt: "Bl?de Grossdois, bl?de Grossdois!"

  Stadtbildschirm:

  Grossdois, gleichzeitig: "Bl?des Kleindoi, bl?des!"

  Allgemeines Gel?chter.

  Myrta, zu Caesar, l?chelnd: "Zum Glück sind die Offiziere nicht dabei. Dieses Sandkastenstreit würde ein ungünstiges Licht auf unser Forschung werfen."

  Caesar denkt mit verwundertem Blick auf Myrta: 'Warum sagt es das? ...'

  Caesar denkt, wie oben, aber mit Blick auf Myrtas Hüften: '... Es weiss doch, dass es Mikrofone in ihrem W?sche tr?gt und das Natural Guard alles mith?rt ... Oder etwa nicht? ...'

  Myrta, die von Caesars überlegungen nichts mitbekommt, sieht nur seinen Blick auf ihre Hüften und err?tet.

  Myrta blickt schamhaft zu Boden und denkt, rot bis zur Haarwurzel: 'Ob ich ihm wohl gefalle? ...'

  Myrta stellt sich undeutlich vor, wie sich ihre nackten K?rper umschlingen und denkt: '... Ich meine nicht nur mein Gehirn, ich meine ...'

  Eine Stimme von 'draussen' reisst sie aus ihrem Traum: "Ist Ihnen nicht gut, Frau Behr?"

  Myrta sieht Caesars forschenden Blick auf sich ruhen und sie stottert verwirrt: "?hm, ich ... ja ... ich habe mich gefragt, ob wir mit oder ohne Grossdois zurückkehren sollen."

  Caesar, immer noch etwas befremdet über Myrtas Verhalten: "Ich denke, da sie unbesch?digt sind, k?nnen wir sie hier ihr Arbeit tun lassen."

  Mit eingezogenen Kranf?den schwebt die DARK über den Platz mit dem Stadtbildschirm. Die Menge tobt vor Begeisterung.

  Verwundert schauen Myrta und Caesar mit Doi aus dem Bugfenster auf die Menge hinab. Myrta: "Was haben die?"

  Caesars überraschter Blick f?llt auf den Stadtbildschirm, wo der Platz aus dem Sichtwinkel der DARK gezeigt wird.

  Stumm deutet Caesar auf den Bildschirm, sodass Myrta auch hinschaut.

  Myrta, überrascht zu Caesar: "Sie haben unter dem DARK ein Kamera installiert ..."

  Myrta, erleichtert, mit Blick auf die tobende Menge: "Puh, zum Glück war das Test erfolgreich."

  Myrta, mit leichtem L?cheln: "Kommandant Hart muss überzeugt gewesen sein von unserem Erfolg, sonst h?tte es uns nicht dieses Kamera in das Pelz gesetzt."

  Caesar schmunzelt ...

  ... und denkt dann wieder ernsthaft: 'Entweder will es mich mit solchen Sprüchen in Sicherheit wiegen oder es weiss wirklich nichts über die Mikrofone ...'

  Stehend, neben sich einen Offizier, verfolgt Hart die Fernsehübertragung mit der begeisterten Menge.

  Offizier, bedenkliches Gesicht: "K?nnte die Popularit?t dieses Caesars uns nicht gef?hrlich werden?"

  Hart, ohne seinen Blick vom Bildschirm zu wenden, kühl: "Die Leute jubeln nicht Caesar zu. Der ist ja gar nicht sichtbar. Sondern der DARK. Und die ist ein Schiff der Natural Guard. Mit seinem Erfolg lenkt Caesar also Wasser auf unsere Mühlen."

  Offizier, wie oben: "Aber wenn bekannt wird, dass Caesar dahintersteckt, hat der Widerstand einen Helden, um den er sich scharen kann."

  Hart, wie oben, ver?chtlich: "Welcher Widerstand? ... Und wenn das Volk sich gegen uns erhebt, bringen wir es einfach um und züchten uns ein Neues."

  Ziemlich geschockt schaut der Offizier Hart an.

  Wie die DARK auf das Universit?tsgel?nde zu schwebt, sind dort zahlreiche Studierende in Caesar-Gew?ndern zu sehen.

  Noch etwa fünfzig Meter über Boden h?ren sie die skandierten 'Caesar, Caesar'-Rufe und den rauschenden Applaus.

  Caesar geniesst es sichtlich.

  Szeneanfang:

  Wagon, Lara, Meneor, Aladan, Estragon, Giftstrauss, Pferdchen und Chromos 5 sitzen etwas ratlos neben dem als Hügel getarnten Bunker.

  Wagon, betrübt: "Einfach sang- und klanglos zu verschwinden ... Das schmerzt mich schon ein bisschen."

  Lara, betrübt: "Wenigstens ein kleines Winkewinke h?tte ich schon erwartet ..."

  Aladan, bitter: "Sie haben das Bedürfnisstruktur von Natürlichen. Daran ?ndern auch die Chromos 1-Gene nichts."

  Estragon, betrübt: "Ja, für Natürliche sind wir vermutlich immer etwas be?ngstigend ... Sie haben uns wohl nie richtig gemocht."

  Meneor, unbekümmert: "Besser, wenn das ?ngstliche Mann nicht mehr da ist."

  Pferdchen, betrübt: "Nein, schade, wir hatten viel Dienvergnügen."

  Aladan, kopfschüttelnd: "Wie k?nnt ihr nur so bl?d sein und Freude haben am Dienen?"

  Pferdchen, grimmig: "Ihr Forschenden wart doch so bl?d, uns ein Dienbedürfnis einzubauen, damit wir freiwillig gehorchen."

  Aladan, zerknirscht: "Ja ja, du hast ja Recht."

  Estragon, sinnierend: "Es ist bloss ... Warum habt ihr euer früheres Anführer Meneor im Stich gelassen für so ein zwielichtiges Gestalt wie das Chief?"

  Giftstrauss: "Das Krieger war nie Anführer. Es ist unser Freund."

  Chromos 5, sinnierend: "Wir Forschenden pflanzen Bedürfnisstrukturen in neu geschaffene Wesen, ohne zu wissen, ob die Betroffenen damit zurecht kommen."

  Wagon, mit leichtem L?cheln, auf Pferdchen und Giftstrauss deutend: "Na die beiden scheinen gut zurecht zu kommen. Oder habt ihr Probleme?"

  Pferdchen, grinsend: "Probleme haben wir immer gel?st."

  Lara, mit Blick auf die Siedlung: "Vielleicht sollten wir mal die Probleme dieser Leute l?sen."

  Aladan, Stirn runzelnd: "Die haben doch gar keine Probleme. Sie opfern dem Schicksal ihr Gesundheit und dafür l?sst das Schicksal sie im Ruhe."

  Estragon, sinnierend: "Wenn wir sie gesund machen, werden sie sterben vor Angst ..."

  Chromos 5, sinnierend: "... Angst vor dem Rache des Schicksals."

  Lara, erregt: "Wir sollen also zusehen, wie die Leute 24 Stunden am Tag entsetzliche Schmerzen erleiden? ... Ihr geht mir auf das Geist."

  Chromos 5, sinnierend: "Ja, Geist ist das Stichwort ... Wir müssen sie davon überzeugen, dass das alles nur Einbildung ist."

  Szeneanfang:

  In der ganzen Szene werden die Dialoge unter Schmerzen, mit fiebrigen, schwitzenden Gesichtern gesprochen. Es werden also jeweils nur die hinzu kommenden Gefühlsregungen erw?hnt. Yon, sich mühsam auf den Ellbogen stützend, zu dem neben ihm auf dem Rücken liegenden Held: "Chief, ... Iris und Ewald sind keine Chromos 1 ... Sie werden sterben."

  Held, ungerührt: "Na und?"

  Martin, neben Yon kniend, ihm eine kleine ge?ffnete Konservendose zeigend: "Wir k?nnten ihnen wenigstens etwas zu essen anbieten. Die Konserven scheinen nicht verdorben zu sein."

  Yon, Martin die Konservendose abnehmend: "Ich mache das ... Du und der Chief k?nntet versuchen, das Loch in der Decke freizubekommen."

  Held, ver?chtlich: "Jetzt sagt das Jüngelchen schon, wo es langgeht."

  Yon, der dabei ist, sich auf allen Vieren zu Ewald und Iris zu qu?len, wirft Held einen verwirrten Blick zu. Martin, anerkennend: "Aber die Idee ist gut ..."

  Martin, zu Held: "... Oder kannst du dir selbst in einer solchen Notsituation nicht vorstellen, mit mir zusammen zu arbeiten?"

  Held, sich mühsam auf die Viere stemmend: "Spiel dich nicht auf, du windiger Politiker ... Wir brauchen doch bloss zu warten, bis die andern uns finden."

  Held und Martin kriechen neben einander zu der Ecke mit dem Lift und den zwei Gestellen. Martin: "Dann sind Ewald und Iris tot."

  Held, sp?ttisch: "Schon gut ... Ich will mir schliesslich nicht den Unmut des Jüngelchens zuziehen."

  Yon ist inzwischen mit der offenen Konservendose zwischen Iris und Ewald gekrochen. Ein prüfender Blick zeigt ihm, dass es den beiden, die mit geschlossenen Augen daliegen, ziemlich schlecht geht.

  Yon, etwas hilflos die Dose anbietend, besorgt: "Hallo, Iris ... Ewald ... Wollt ihr etwas essen?"

  Iris hebt nur die Hand und winkt schwach ab. Ewald murmelt mit geschlossenen Augen: "Bringe ... nichts runter ... ich ... sterbe ..."

  Yon ist erschüttert.

  Sein Blick f?llt auf den scharfkantigen Deckel der Konservendose.

  Yon stellt die Büchse auf den Boden, ...

  ... klemmt sich den Deckel zwischen die beiden Handfl?chen ...

  ... und presst die Handfl?chen gegeneinander, sodass der Deckel in beide Handfl?chen einschneidet, was Yon zu einem unterdrückten 'Ung' veranlasst.

  Zwischen Ewald und Iris kniend, h?lt Yon den beiden seine Blut triefenden Finger an die Lippen.

  Yon, den diese Haltung sichtlich Kraft kostet: "Piri hat mit den Enzymen in ihrem Blut krebskranke Kinder gerettet ... Vielleicht kann das mein Blut auch."

  Iris, den Kopf weg drehend: "Ich ... will ... kein ... Genmonster ..."

  Ewald leckt das Blut. Yon, dr?ngend: "Meine Enzyme ver?ndern nicht deine Gene, Iris ... Du bleibst natürlich ... Trink!"

  Ewald, w?hrend das Blut auf seine Lippen tropft, kraftlos: "Trink, Iris! ... Du ... darfst nicht ... sterben."

  Mit Ekel im Gesicht leckt nun auch Iris Yons Blut.

  Held und Martin schleppen auf allen Vieren dicke Bretter zu den beiden Gestellen in der Ecke.

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  Vor den beiden Gestellen, die sich in etwa einem Meter Abstand gegenüber stehen, sinkt Martin vor dem einen und Held vor dem anderen Gestell ersch?pft zusammen.

  Da sie die Bretter zusammen getragen haben, liegen die Brettenden nun vor ihren Gesichtern.

  Keiner will sich vor dem andern eine Bl?sse geben und so stemmen sie sich grimmig hoch, ...

  ... fassen gleichzeitig nach einem Brettende, wobei es sich um zwei verschiedene Bretter handelt.

  Beide wuchten das Brettende hoch auf das unterste Tablar 'ihres' Gestelles, welches sich etwa 40 Zentimeter über Boden befindet.

  Da beide Bretter noch in Schr?glage sind und ein flaches 'X' bilden, schauen sich Martin und Held gleichzeitig das 'X' an.

  Held, unfreundlich: "Du hast das falsche Brett genommen ... Politiker sind für nichts zu gebrauchen."

  Martin, eher sp?ttisch: "Du hast auch das falsche Brett genommen ... Milit?rs sind wohl auch für nichts zu gebrauchen."

  Humorlos zieht Held Martins Brett vom Tablar.

  Friedfertig hievt Martin Helds Brett hoch aufs Tablar, sodass nun die erste Treppenstufe fertig ist.

  Sich auf der ersten Stufe abstützend, wuchten sie nun mühsam das zweite Brett auf das zweite Tablar, gegenüber dem ersten Brett leicht zurückversetzt, sodass der Anfang einer steilen Treppe zu erkennen ist.

  Die beiden wuchten das letzte Brett aufs oberste Tablar ...

  ... und bleiben keuchend und ziemlich geschafft neben einander auf der Treppe liegen.

  Held: "Wir brauchen noch mehr Bretter."

  Martin: "Ich kann nicht mehr."

  Held, ver?chtlich, obwohl auch er am Ende seiner Kr?fte ist: "Weicheiiger Filzpolitiker."

  Martin, kraftlos: "Pulverhirniger Handgranatensch?del."

  Yon, den es gr?sste Anstrengung kostet, seinen Oberk?rper aufrecht zu halten, spürt einen Blick.

  Yon wendet seinen Kopf und sieht die liegende Tanja, die ihn mit grossen Augen anschaut.

  Tanja: "Warum trinken Hundilein und Katzilein dein Blut?"

  Yon, mit sichtlicher Mühe: "Damit sie ... nicht ... sterben."

  Tanja bringt sich mühsam auf alle Viere, ...

  ... kriecht vor Yon, ...

  ... wo sie sich auf Knien aufrichtet und sich einen Streifen aus ihrem Kleid reisst, ...

  ... nimmt Yons Hand von Ewalds Mund weg ...

  ... und umwickelt sie mit dem Streifen. Yon, verwirrt: "Was tust du, Tanja?"

  Tanja, Yon ihre Ewald seitige Hand hinhaltend: "Ich gebe Hundilein mein Blut ... Du gibst Katzilein dein Blut, ... sonst wirst du sterben."

  Yon, gerührt und besorgt zugleich: "Aber das tut weh."

  Tanja, ihm ihre Hand energischer hinstreckend: "Ja, tu mir weh!"

  Yon macht ein zweifelndes Gesicht, fasst aber Tanjas Handrücken mit der blutenden Hand und nimmt gleichzeitig mit der verbundenen die Konservendose auf.

  Entschlossen schneidet Yon mit dem Deckel in Tanjas Handfl?che. Tanja macht 'Aua'.

  Sofort zuckt Martins Kopf nach Tanja herum.

  Martin, erschrocken: "Was tust du da, ... Yon ... Lass Tanja ... in Ruhe."

  Es ist zu sehen, wie Martin und Held dabei sind, eine Arbeitsfl?che aus Brettern auf das oberste Tablar zu legen. Held, mürrisch: "Sie hilft Yon beim Blutspenden ... Das verschafft uns Zeit ... Deine Alte hat mehr Format als du."

  Martin, grimmig: "Das sagt einer, ... der Ewald und Iris ... hat sterben lassen wollen."

  Held, selbstgerecht: "Sie haben mir ... mit ihrer Berichterstattung ... geschadet."

  Martin, vorwurfsvoll: "Na und? ... Wie viel hast du ... den Genvilles geschadet ... Haben sie dir deswegen ... ein Haar gekrümmt? ..."

  Martin, düster vor sich hin: "... Rachsucht ist eben ... eine widerliche Eigenschaft ... von uns Natürlichen."

  Held schaut Martin irritiert an, weiss aber nichts darauf zu sagen.

  Tanja h?lt ihre blutende Hand an Ewalds Lippen, der die Tropfen leckt.

  Tanja, die Yon gegenüber mit aufgerichtetem Oberk?rper kniet, wird blass und wankt.

  Yon, besorgt ihr Gesicht musternd: "Ist es nicht zu anstrengend?"

  Tanja l?sst ihren Kopf auf Yons Schulter sinken, sodass ihre Wangen sich berühren.

  Mit grosser Anstrengung versucht Yon Haltung zu bewahren, ...

  ... l?sst schliesslich seinen Kopf auf Tanjas Schulter sinken.

  So stützen sie sich gegenseitig im Kampf um die Sterbenden. Ein Bild der Solidarit?t im Angesicht des Todes.

  Held, h?hnisch: "Deine Alte geht fremd."

  Martin, sich gar nicht darauf einlassend, mit langem, nachdenklichem Blick auf das Bild der Vier: "Dein Ziehsohn ... hat auch mehr Format ... als du."

  Das Wort 'Ziehsohn' weckt in Held eine Erinnerung, wie er mit dem kleinen Yon, nachdem er ihn gerettet hat, Hand in Hand durch die Wüste irrt.

  Held, steinern: "Wir brauchen Werkzeug."

  Szeneanfang:

  W?hrend die Genvilles neben dem Bunkerhügel weiterhin beratschlagen, steht Meneor auf demselben und beobachtet wachsam die Umgebung.

  Ein leises 'Bim Bim Bim' dringt an sein feines Geh?r ...

  ... und l?sst ihn in Richtung des Ger?usches herumfahren.

  Ausser kahlen, steinigen Hügeln ist jedoch nichts zu sehen.

  Schnell und lautlos huscht Meneor auf den n?chsten Hügel zu, ...

  ... sp?ht von seiner Kuppe herab und sieht nichts.

  Wieder erklingt dieses 'Bim Bim Bim'.

  Voller Konzentration huscht Meneor zum n?chsten Hügel, ...

  ... auf dessen Kuppe liegend, er nun die Ruine eines uralten Kapellchens entdeckt. Die Kapelle steht auf einem Felsen, auf halber H?he des n?chsten Hügels und besteht nur noch aus einem Türmchen und ein paar Mauerresten. Ein mickriges Gl?cklein im Türmchen macht 'Bim Bim Bim'. Zwischen den Mauerresten haben sich die Dorfleute versammelt.

  Die Dorfleute beobachten den Mann, der mit letzter Kraft am Glockenseil zieht ...

  ... und nun ersch?pft zusammensinkt, was zwei bereit stehende Personen veranlasst, ihn bei den Armen zu fassen und zu stützen.

  Die beiden führen den Mann vor die Versammlung der Dorfleute, ...

  ... wo er mit gesenktem Kopf eine Weile braucht, um sich zu erholen. W?hrend dieser Zeit wird im Publikum gehustet und manche müssen sich setzen.

  Nun hebt der Gl?ckner seinen Kopf und l?st damit gespannte Erwartung aus.

  Mahnend hebt sich seine zitternde Rechte, wie er leise sagt: "Der Zorn des Schicksals ... w?chst mit jeder Stunde, ... in der die Fremden ihre Gesundheit zur Schau stellen."

  Das Publikum st?hnt 'O weh!', 'O weh!'. Eine Frau ruft verzweifelt: "Aber wir sind zu schwach, um sie zu verjagen!"

  Eine andere Frau, unsicher: "Wir sollten sie einfach bitten zu gehen."

  Ein Murmeln und Raunen.

  Ein Mann: "Aber wir dürfen sie nicht einfach in die Wüste schicken ... Dort sind sie dem Verderben ausgeliefert ... Hier bei uns k?nnen sie wenigstens ... Geborgenheit finden im Schmerz."

  Ein anderer Mann: "Wir k?nnen sie nicht retten, ... wenn sie die Geborgenheit des Schmerzes ablehnen."

  Eine Frau, vor sich hin blickend, betrübt: "Ich verstehe nicht, weshalb sie nicht gerettet werden wollen."

  Eine andere Frau: "Vielleicht wollen sie lieber sterben ... als Schmerzen zu haben."

  Eine andere Frau: "Aber sie sind doch so gesund ... Sie werden nicht sterben."

  Gl?ckner, beschw?rend: "O doch! ... Sie werden sterben ... auf grausamste Weise, ... weil sie dem Schicksal ... ihr Opfer verweigern ..."

  Gl?ckner, wie oben: "... Je l?nger sie das Schicksal mit ihrer Gesundheit provozieren, ... desto grausamer wird ihr Tod sein."

  Ein Mann: "Aber was hat das mit uns zu tun? ... Das Schicksal wird sie treffen nicht uns."

  Gl?ckner, wie oben: "Wir machen uns schuldig, ... wenn wir sie in unserer Mitte dulden ..."

  Gl?ckner, die Arme hebend, beschw?rend: "Das Schicksal wird uns schrecklich strafen ..."

  Meneor, die Ruine betretend, breit grinsend: "Das Schrecksal wird uns schicklich strafen."

  Gel?hmt vor Entsetzen, starren ihn die Dorfleute an.

  Meneor, grinsend: "Wenn ihr so viel Angst habt, macht das Leben gar kein Spass."

  Gl?ckner, mit erhobenen H?nden, wehklagend: "Unsere Ohren haben die Worte des L?sterers vernommen ... Wir sind verloren! ... O Schicksal, sei uns gn?dig!"

  Eine Frau, verzweifelt: "Wir müssen ein Opfer bringen."

  Die Umstehenden schauen erschrocken.

  Die Dorfleute werfen sich ratlose und ?ngstlich Blicke zu.

  Ein Mann, kleinlaut und voller Unbehagen: "Aber wir haben doch eben erst die Kleine geopfert ..."

  Zustimmung der Umstehenden.

  Gl?ckner, mit tiefem Ernst und fanatischem Blick: "Nur ein Opfer kann uns retten."

  Das Publikum ist beklommen.

  Verdeckt von den Stehenden, ruft jemand von hinten: "Ich werde gehen ..."

  Die Leute treten zur Seite, sodass der Rufer sichtbar wird, ein Mann, so krank, dass er sich hat hinsetzen müssen. Opfer, ins Schicksal ergeben: "... Ich ... ich bin so krank, ... dass ich kaum mehr leben kann ... Ich werde ... mich opfern."

  Betroffene und beklommene Gesichter.

  Gl?ckner, wie oben: "Das Schicksal wird deine Seele ins Licht führen."

  Meneor, mit ungl?ubigem Grinsen: "Ihr werdet doch nicht dieses Mann t?ten, weil ich ein dummes Spruch gemacht habe?"

  Gl?ckner, würdevoll: "Wir t?ten niemanden ... Wir überlassen es dem Schicksal, ... ob es das Opfer annimmt ..."

  Meneor, protestierend: "Aber ich habe doch bloss ein Witz gemacht ... Witze sind zum Lachen, nicht zum Sterben."

  Gl?ckner, wie oben: "Das Schicksal versteht keinen Spass."

  Der Gl?ckner wendet sich zum Gehen.

  Wie eine Prozession von Auss?tzigen schleppen sich die Dorfleute mühselig, einander stützend aus der Kapelle, den Hügel entlang, in Richtung Steinkreis.

  Meneor steht hilflos da, wie ein begossener Pudel und schaut der Prozession unschlüssig nach.

  Mit demselben Gesicht setzt Meneor sich in Bewegung und folgt der Prozession in gebührendem Abstand.

  Die Prozession wandert den Hügel hinab, in die Senke mit dem Steinkreis. Sicherheitshalber hat sich Antara mit den Nutzwesen, Piri, Flu, Hisch und Meer zurückgezogen, sodass die Senke leer ist.

  Die Dorfleute gehen abwechslungsweise links und rechts um den Steinkreis herum, ...

  ... bis sie in regelm?ssigen Abst?nden den Steinkreis umschliessen. Auch Meneor nimmt einen Platz in diesem Kreis ein.

  W?hrend das Opfer beginnt, auf allen Vieren in den Kreis hineinzukriechen, sinken die anderen auf die Knie.

  Meneor beobachtet das Schauspiel neugierig ...

  ... und l?sst sich auch auf die Knie fallen.

  Das Opfer kriecht auf den Schacht in der Kreismitte zu. Die Dorfleute heben ihre Arme und rufen: "O Schicksal, sei uns gn?dig!"

  Meneor hebt auch die Arme und ruft: "O Schrecksal, sei uns gn?dig!"

  Ohne Meneor zu beachten, mit abgesenkten Armen und wie in Trance beobachten die Dorfleute, wie das Opfer sich st?hnend und mit letzter Kraft zum Schacht vorarbeitet ...

  ... und sich unmittelbar neben dem Schacht auf den Rücken fallen l?sst.

  Die Dorfleute erheben sich ...

  ... und gehen in stummer Prozession den Hügel hinauf, ...

  ... hinter dem sie verschwinden, aufmerksam beobachtet von dem immer noch knienden Meneor.

  Kaum ist die letzte Person hinter der Hügelkuppe verschwunden, springt Meneor auf, ...

  ... rennt zu dem Opfer, ...

  ... l?dt sich den Mann auf die Arme ...

  ... und rennt mit ihm aus dem Kreis hinaus, ...

  ... über den n?chsten Hügel, ...

  ... hinter dem sich Antara mit Anhang versteckt.

  Der Mann in Meneors Armen sagt mit letzter Kraft: "Was tust du?"

  W?hrend Meneor die letzten paar Meter auf Antaras Gruppe zu trabt, sagt er nüchtern zu dem Mann: "Ich rette dich."

  Piri ist bis knapp unter die Brüste wieder hergestellt. Ein Tentakel von Hilfsorgane führt in die Bauchgegend von Meer, der, an ein Bein von Trage gelehnt, auf dem Boden sitzt und einen gesunden Eindruck macht.

  Das Opfer b?umt sich in Meneors Armen auf und st?hnt: "Neiiin."

  Dann sinkt sein Kopf bewusstlos herab.

  Schnell legt Meneor den Mann neben Trage auf den Boden und sagt: "Schnell, Hilfsorgane, der Mann ist fast tot."

  Wie Peitschen schnellen drei Tentakel herab und verbinden sich mit Bauch, Brust und Hals des Mannes.

  Gespannt beobachtet Meneor das Schauspiel, ...

  ... um dann neugierig zu fragen: "Und?"

  Hilfsorgane: "Warum tust du so ungeduldig? Du hast dir auch Zeit genommen. Das Mann w?re mir fast weg gefault. Willst du herausfinden, wo meine Grenzen sind?"

  Meneor, breit grinsend: "N?chstes Mal bringe ich dir ein Skelett."

  Bioskop: "Kriegerhumor ist wirklich das Lustigste, was uns so im Universum begegnet."

  Trage: "Sei froh, dass wir das Krieger Humor bei uns haben, sonst kriegen wir gar kein Humor."

  Hilfsorgane, singt: "Hahaaa Haha Haaa Haaa Haaa Hahahahahahaaaaaaaaa Ha!"

  Antara, verwundert: "Was soll denn dieses Gesang bedeuten?"

  Hilfsorgane: "Das ist ein Lachgesang. Damit puste ich das F?ulnisgeruch eures Humors weg."

  Antara, ernst: "Willst du etwa sagen, dass ich auch kein Humor habe?"

  Bioskop: "Pass jetzt gut auf, was du sagst. Wenn du es unglücklich machst, besch?ftigt es das. Und wenn es zu viel an dich denkt, verwandelst du dich pl?tzlich in ein schwarzes Loch."

  Hilfsorgane: "Antara ist das witzigste Frau des Universums."

  Antara, die Unglückliche mimend: "Das klingt ja, als w?re ich ein Witzfigur."

  Hilfsorgane: "Antara ist das sch?nste, intelligenteste und humorvollste Frau des Universums."

  Antara, huldvoll l?chelnd: "Ah, das Wahrheit ist manchmal das reine Glück."

  Meneor schaut Antara breit l?chelnd an.

  Da zieht ein St?hnen des Opfers Meneors Aufmerksamkeit auf sich.

  Der Mann ?ffnet die Augen, ...

  ... sieht Trage und die drei Tentakel, die über den Rand von Trage herabfliessen. Eventuell aus der Sicht des Mannes gezeichnet.

  Sein Blick folgt den Tentakeln. (Sicht des Mannes)

  Wie er sieht, dass die Tentakel in seinem K?rper enden (Sicht des Mannes, damit der Horror besser nachvollziehbar ist), ...

  ... (Sicht Meneor) zeigt sein Gesicht Panik und ein schw?chliches 'Aaahhh' kommt aus seinem Mund.

  Mit beiden H?nden packt der Mann den Tentakel, der zu seinem Hals führt, und versucht ihn wegzureissen. Angesichts von Hilfsorganes enormer Kraft zeigt dieser Versuch jedoch keinerlei Wirkung.

  Hilfsorgane, protestierend: "He, wie soll ich mich auf drei Leute konzentrieren, wenn du da so an mir rummachst?!"

  Diese Worte und die Wirkungslosigkeit seines Tuns steigern die Panik des Mannes, ...

  ... sodass Meneor sich schliesslich zu dem Mann kniet, seine H?nde fasst und beruhigend l?chelnd sagt: "Hab kein Angst. Hilfsorgane hat dich vor dem Tod gerettet und macht dich jetzt gesund."

  Der Mann l?sst den Tentakel los und seine H?nde ruhen in denen Meneors, wie er verst?rt sagt: "Ich darf nicht gesund werden ... Der Zorn des Schicksals ... Ich darf nicht gesund werden ... Ich darf nicht gesund werden ..."

  Der Blick des Mannes wird schl?frig ...

  ... und ihm fallen die Augen zu.

  Hilfsorgane: "Ich habe die Angststoffe aus seinem Blut gefiltert und ihm etwas zur Beruhigung gegeben. Das h?tte sich sonst noch vergiftet mit seinem Panik."

  Szeneanfang:

  Tanja ist mit gespreizten Knien auf den Schoss des ebenfalls noch knienden Yon gerutscht, sodass sich nun, neben ihren aneinander gelegten K?pfen, auch ihre Oberk?rper berühren. Mit dem jeweils freien Arm umklammern sie sich, Halt suchend, gegenseitig. Sie zittern, bleich und ausgezehrt vom Blutverlust. Und es scheint, dass sie dabei sind, ihre letzten Kraftreserven aufzubrauchen.

  Held und Martin haben auf den obersten Tablaren der Gestelle Bretter zu einem kleinen Boden zusammengeschoben. Zwischen dem letzten Brett der Treppe und dem Bretterboden ist eine genügend grosse Lücke, um auf- und absteigen zu k?nnen. Die beiden liegen rücklings, Schulter an Schulter auf dem Bretterboden und drücken mit allen vier H?nden ein Brecheisen nach oben, welches sie zwischen die Betondecke und den rostigen Eisenboden des Liftes gezw?ngt haben. Ersch?pfung und Verbissenheit k?mpfen auf ihren schweissnassen Gesichtern.

  Durch diese Anstrengungen geraten die Gestelle bedrohlich ins Wanken.

  Dessen ungeachtet, gelingt es den M?nnern, das Brecheisen nach oben zu drücken.

  Rasch zieht Held die Knie an, um mit ihrer Hilfe dem Druck des Brecheisens allein standzuhalten. Held, gepresst: "Jetzt, schnell!"

  Martin nimmt einen Holzkeil ...

  ... und schiebt ihn neben der gekrümmten Spitze des Brecheisens in die Spalte zwischen Decke und Liftboden.

  Martin sinkt ersch?pft auf einen Ellenbogen und sagt, schwer atmend: "Gut ... du kannst ... loslassen."

  Auch Held l?sst sich schwer atmend zurücksinken. Das Brecheisen liegt in lockerem Griff auf seiner Brust.

  Martin wirft einen Blick auf Tanja, ...

  ... sieht ihren zarten, zitternden K?rper und denkt: 'Tanja ... ich liebe dich ...'

  Martin, mit entschlossener Miene nach einem Hammer greifend, denkt: '... und ich werde dich retten!'

  Mit aller, in seinem geschw?chten Zustand ihm zur Verfügung stehenden Kraft schl?gt Martin mit dem Hammer auf den Keil, ...

  ... der dadurch weiter eindringt und die Spalte zwischen Decke und Liftboden so weit vergr?ssert, dass der Ansatz einer der vier nicht allzu dicken Ketten, die den Liftboden halten, deutlich zum Vorschein kommt.

  Martin versetzt dem Keil noch einen Schlag, wodurch sich die Spalte um einen Zentimeter verbreitert.

  Die Kette wird von einem rostigen, vier Millimeter dicken U-f?rmigen Eisen gehalten, welches an den Enden auf den Liftboden geschweisst ist. Martin besieht sich diese Aufh?ngung, ...

  ... greift nach einem Meissel ...

  ... und setzt diesen dicht über der Schweissnaht des U-Eisens an.

  Mit aller Disziplin gegen seine Schw?che k?mpfend, schl?gt Martin mit dem Hammer auf den Meissel ...

  ... und wieder ...

  ... und wieder.

  Ersch?pft und schwer atmend, muss er sich zurücklehnen. Dabei bemerkt er, wie ihn Held mit einer Mischung aus Erstaunen und unfreiwilliger Anerkennung anschaut.

  Wortlos nimmt Held Martin Hammer und Meissel ab ...

  ... und beginnt seinerseits mit aller Kraft auf das U-Eisen einzuschlagen.

  Der zweite Schlag durchtrennt die eine Seite des U-Eisens, ...

  ... sodass Held es mit dem Meissel etwas aufhebeln kann.

  Held nimmt das Brecheisen ...

  ... und mit diesem Hebel gelingt es ihm, das U-Eisen so weit aufzubiegen, ...

  ... dass die Kette, welche durch den Druck des Keils auf den Liftboden unter Spannung steht, nach oben schnellt, ...

  ... um gleich darauf, sich leicht hin- und herbewegend, wieder aufzutauchen.

  Ersch?pft und schwer atmend sinkt Held zurück, ...

  ... was für Martin das Signal ist, sich sofort aufzuraffen, nach Hammer und Meissel zu greifen ...

  ... und auf das zweite der vier U-Eisen einzuschlagen.

  W?hrend im Hintergrund das H?mmern zu h?ren ist, sagt Yon mit halb ge?ffneten Augen, entkr?ftet: "Tanja, ... lebst du noch?"

  Tanja, wie Yon: "Ja ... Alles tut weh."

  Yon, wie oben: "Ja ... Alles tut weh."

  Yon, wie oben: "Iris?"

  Iris, mit geschlossenen Augen und von Schmerzen gezeichnetem Gesicht: "Wir ... sind ... in der ... H?lle."

  Widerwillig leckt Iris das Blut von Yons Fingern.

  Ewald, wie Iris: "In der ... H?lle."

  Das etwa fünf Millimeter dicke, rostige Eisenblech des Liftbodens baumelt harmlos an der letzten Kette in der runden Beton?ffnung.

  Durch Schmerzen, Schweiss und Ersch?pfung schimmert auf Martins Gesicht ein L?cheln.

  Martin, nach einem Zeichen von Genugtuung forschend, schaut zu Held. Doch auf dessen Gesicht, ebenfalls gezeichnet von Schmerzen, Schweiss und Ersch?pfung, spiegelt sich nur grimmige Selbstdisziplin. Und ohne Martins Blick zu erwidern, ...

  ... kriecht Held auf allen Vieren über den Bretterboden zum Loch in der Decke, ...

  ... wo er sich aufrichtet, sodass er bis zur Brust in der ?ffnung verschwindet.

  Kraftlos stützt Held sich an den R?ndern des Loches mit den Armen auf und versucht in dem schwachen Licht, das von unten kommt, etwas zu erkennen.

  Held ist hochgestiegen und zieht jetzt die Beine aus dem Loch, um mehr Licht durchzulassen, ...

  ... da streckt Martin schon neugierig seinen Kopf aus dem Loch und fragt: "Und?"

  Held, neben dem Loch kniend, unfreundlich: "Idiot ... verschwinde aus ... dem Licht!"

  Martin ist beleidigt, l?sst sich jedoch nicht beirren und steigt ebenfalls aus dem Loch.

  Nun knien beide schwer atmend neben dem Loch und schauen sich in dem immer noch arg dunklen Raum um.

  Wie sich die Augen der M?nner an die schlechten Lichtverh?ltnisse angepasst haben, sch?len sich zahlreiche, ordentlich gestapelte Kartons aus dem Dunkel, von denen einige aufgerissen sind, sodass Konservendosen sichtbar sind. Der Raum ist nur etwa zwei Meter hoch.

  Held bemerkt eine normale, rechteckige Eisentür. Martin sieht auf seiner Seite eine runde, einen Meter durchmessende Panzertür mit einem Handrad. Beide: "Da ist eine Tür!"

  Jeder für sich beginnt, auf 'seine' Tür hinzukriechen.

  Held zieht an der Türfalle der Eisentür, ...

  ... doch die ist verschlossen, was Held als pers?nliche Niederlage empfindet.

  Martin, auf Knien, h?ngt sich mit seinem Gewicht an das Handrad, ...

  ... welches sich quietschend drehen l?sst. Martin, triumphierend: "Meine l?sst sich ?ffnen!"

  Mit verdriesslichem Gesicht kriecht Held zu Martin.

  Held beobachtet Martins schw?chlichen und vergeblichen Versuch, die Tür aufzuziehen. Held, ver?chtlich: "Das ist bloss ... ein Fluchtstollen ... Der Ausgang ist ... zugeschüttet."

  Martin, unbeeindruckt, kraftlos an der Tür ziehend: "Hilf mir!"

  Widerwillig greift Held auch ans Handrad.

  Schulter an Schulter stemmen sie sich gegen die Wand.

  Und tats?chlich, unter schrecklichem Knarzen und Quietschen geht die Panzertür auf und gibt den Blick frei auf eine dunkle R?hre.

  V?llig ausser Atem liegen sie neben einander auf dem Rücken.

  Martin denkt mit grossen Augen: 'Tanja ...' ...

  ... und rafft sich mit aller Entschlossenheit hoch auf den Hintern.

  Martin kriecht zu einem Seil, ...

  ... bindet es sich um ein Fussgelenk ...

  ... und drückt das Ende es Seils Held in die Hand mit den Worten: "Für den Fall, ... dass ich stecken bleibe."

  Martin kriecht in die dunkle R?hre.

  Kaum die Hand vor den Augen sehend, kriecht Martin, ?ngstlich und doch entschlossen, voran, ...

  ... bis er das Ende der R?hre ertastet und die erste Sprosse einer eingemauerten Eisenleiter. Martin sagt: "Eine Leiter!"

  Martin zieht sich an der Leiter hoch, ...

  ... bis er steht.

  über seinem Kopf herum tastend, findet er ein Handrad.

  Mit letzter Kraft versucht er, das Rad zu drehen, ...

  ... gibt jedoch ersch?pft auf.

  Martin, leise vor Ersch?pfung: "Hier ist eine Tür ... Hilf mir."

  Gestützt von der Wand der R?hre, stehen die M?nner fast Brust an Brust und versuchen mit dem Mut der Verzweiflung an dem Rad zu drehen.

  W?hrend Held den Fluchtstollen zurückkriecht, h?rt er Martin rufen: "Hiilfeee!"

  Held denkt voller Verachtung: 'Was für ein Idiot!'

  Szeneanfang:

  Das Opfer ist wieder aufgewacht. Seine H?nde umklammern den Tentakel der zu seinem Hals führt. Opfer, mit ?ngstlich geweitetem Blick: "Bitte, nehmt das weg. Ich habe Angst."

  Meneor, l?chelnd: "Sei doch froh, dass du keine Schmerzen mehr hast."

  Opfer, mit aufkeimender Panik: "Bitte ..."

  Doktor Meer, dessen Gesundheit immer noch von Hilfsorgane mit einem Tentakel aufrecht erhalten werden muss, mit feinem L?cheln: "Ich finde, seine Schmerzen stehen ihm gut."

  Hilfsorgane, die Tentakel aus dem Mann ziehend, protestierend: "Aber so kann ich es nicht heilen."

  Opfer, erleichtert: "Ich brauche meine Schmerzen."

  Antara, zu Meer: "Piri will wissen, weshalb du dem Mann hilfst beim Leiden."

  Meer, sinnierend: "Wenn ich das Leiden meiner Opfer sehe, ihre Ohnmacht ...

  Mit offenem Blick zu Piri, ohne jede Hemmung: "... dann bin ich Gott ... und ich erschauere vor Vergnügen."

  Piri, mit grossem, traurigem Blick, aus Antaras Mund: "Dann ist mein Anblick für dich ein Vergnügen?"

  Meer, abwinkend: "Nein, nicht so richtig, ..."

  Meer, mit feinem L?cheln auf Meneor blickend: "... denn du bist ja Meneors Werk."

  Piri, Meneor mit ihrem grossen, traurigen Blick anschauend, aus Antaras Mund: "Empfindest du Vergnügen bei meinem Anblick?"

  Meneor, l?chelnd: "Ja, ..."

  Piri ist verwirrt und traurig.

  Meneor, l?chelnd: "... weil du lebst."

  Mit offenem Mund, überrascht und glücklich zugleich, schaut Piri Meneor an.

  Meneor l?chelt still zurück. Meer kommentiert ironisch: "Ach, diese Jugend ... wie süss!"

  Mit einem Blick, der hinter Meneors Rücken zeigt, ruft Antara warnend: "Meneor ..."

  Meneors Kopf zuckt 180 Grad herum. Meer kommentiert beeindruckt: "Wow, was für ein Trick!"

  Das Opfer, dem es dank Hilfsorganes Behandlung etwas besser geht, macht sich leicht gebeugt, aber zügigen Schritts in Richtung Steinkreis aus dem Staub.

  Meneor hat seinen Leib nachgedreht und ist mit wenigen S?tzen neben dem Opfer. Meneor, neugierig: "Was hast du jetzt vor?"

  Opfer, unbeirrt weitergehend: "Ich werde das Schicksal milde stimmen."

  Meneor ist verwirrt.

  Ratlos geht Meneor neben dem Opfer her, ...

  ... welches nun in den Steinkreis eintritt.

  Meneor, ratlos: "Warum hat dein Tod ein Wirkung auf das Schicksal der andern?"

  In der N?he des Schachtes bleibt das Opfer stehen, schaut Meneor an und sagt ernsthaft: "Das Schicksal teilt dem Dorf eine bestimmte Menge Unglück zu ..."

  Opfer, mit seinen Armen eine weit ausholende Geste machend, als sammle es etwas ein: "... Ich sammle das Unglück ein und komprimiere es, was meinen Tod zur Folge hat ..."

  Opfer, seine Arme wie erl?st weit ausbreitend: "... Die andern aber werden von dem Unglück erl?st, das ich mit meinem Tod vernichte."

  Meneor ist sprachlos. Und sprachlos beobachtet er, wie sich das Opfer dem Schacht n?hert.

  Wie sich das Opfer kopfüber in den Schacht stürzt, ...

  ... zuckt Meneors Arm in einer hilflosen Geste nach vorn, als wolle er, über mehrere Meter hinweg, das Opfer zurückhalten.

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