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Band 20

  Szeneanfang:

  Antara ist gross von hinten zu sehen, wie sie vor der weissen Ambellmi-Skulptur mit beschw?rend erhobenen Armen steht. In der schwarzen Nacht wirkt sie wie eine Priesterin der Finsternis.

  Antara schaut mit grossen Augen die Ambellmi-Skulptur an und denkt: 'Wenn das Kampfpilz mein Traum lesen kann, muss es auch ein Art Feldsinn besitzen ... Ich werde also jetzt etwas mit dem Kraft eines Traumes denken ... Vielleicht kann es das auch wahrnehmen ...'

  Antara schliesst die Augen und konzentriert sich voll auf ein Bild in ihrem Bewusstsein. Das Bild besteht aus der Ambellmi-Skulptur und rechts davon aus zwei Tentakeln, die vom Boden weg ein zwei Meter grosses 'V' bilden.

  W?hrend Antara sich noch voll auf ihr Bild konzentriert, schiessen rechts der Ambellmi-Skulptur zwei Tentakel aus dem Boden ...

  ... und bilden ein zwei Meter grosses 'V'.

  Antara ?ffnet ihre Augen und betrachtet mit vor überraschung offenem Mund das 'V'.

  Antara denkt, leicht bekümmert: 'Jetzt werde ich mal sein Bewusstsein lesen ... Warum bin ich nicht früher darauf gekommen? ...'

  Antara schliesst die Augen und ihre H?nde sind beschw?rend auf den im Boden versteckten Pilz gerichtet.

  Antara steht da wie oben. In ihrem Bewusstsein aber verschmilzt ihr K?rper mit dem Kampfpilz, sodass sie nun auch spürt, was der Kampfpilz spürt.

  Antara steht da wie oben. Es ist, als h?tte sie einen K?rper so gross wie ein Kontinent und sie denkt staunend und voller Ehrfurcht: 'Das sind gar nicht viele einzelne Kampfpilze ... Das ist nur ein einziges Lebewesen ... so gross wie ein Kontinent! ...'

  Antara steht da wie oben und denkt, verschmolzen mit dem Pilz: '... Es hat keine Augen und Ohren ... nur ein Spüren ... Es spürt jedes Zittern des Kontinents ... und die Bewegungen jedes Lebewesens, wenn es das Erde berührt ...'

  Antara steht da wie oben und denkt, verschmolzen mit dem Pilz: '... Trotzdem kann es wahrnehmen, was auf dem Oberfl?che geschieht, indem es mit seinem Feldsinn die Bewusstseine der Lebewesen liest ... So kann es sehen und h?ren und riechen ...'

  Antara steht da wie oben und denkt, verschmolzen mit dem Pilz, indem sie sich intensiv das Meer vorstellt: '... Sag mir, Pilzwesen: Gibt es noch Meer? ... Oder ist alles verdunstet, das Erde verloren?'

  Durch Vermittlung des Pilzes sieht Antara mit den Augen eines unbekannten Wesens das Meer still daliegen in der Nacht und sie denkt, erfüllt von Dankbarkeit: 'O liebes unbekanntes Wesen, wie glücklich macht mich dein Blick auf das Meer. Noch sind wir nicht verloren. Noch haben wir Zeit, das Welt zu retten ...'

  Antara denkt mitfühlend: '... Aber was hast du, Pilzwesen, was ist das für ein Schmerz? ...'

  In Antaras Bewusstsein taucht mit gleissender Sonne durchflutete Wüstenei auf ...

  ... und durchschimmernde menschliche Wesen, nach denen die Tentakel des Pilzes greifen, ...

  ... aber v?llig nutzlos durch die nicht vorhandenen Wesen hindurchgehen.

  Antara sagt leise: "Das Wüste ist leer ... Du hast nichts mehr zu essen ... Du hast Hunger."

  Meneor beobachtet vom Hügel herab mit seinem Infrarotblick Antara, die leuchtet wie eine Feuers?ule, und den Kampfpilz, dessen durch den Sand ged?mpftes schwaches Leuchten aussieht wie grosse Hirnzellen, welche durch zahlreiche dicke Ausl?ufer verbunden sind. Auch die Ambellmi-Skulptur leuchtet hell.

  Meneor denkt: 'Mach kein Fehler, Antara. Ich muss mir jetzt das Wüste ansehen.'

  Mit prüfendem Blick in die Wüste dreht Meneor seinen Kopf um 180 Grad nach rechts, ...

  ... dann nach links, wo er bei etwa 90 Grad erstarrt.

  Sein Infrarotblick sieht die Wüste auf der Fl?che eines Quadratkilometers leuchten. Meneor denkt hellwach: 'Die Schleier des Nacht!'

  Meneor wirft einen Infrarotblick auf Antara, wo im Moment nichts Bedrohliches auszumachen ist, ...

  ... und rennt lautlos zu den Schlafenden.

  Meneor steht vor dem schlaftrunkenen Grüpplein, bestehend aus Chromos 5, Aladan, Estragon und den drei Schwestern und sagt leise: "Die Schleier des Nacht kommen. Wir müssen sofort handeln, sonst sind wir alle tot ... Aber leise. Antara darf nicht gest?rt werden. Es unterh?lt sich mit dem Kampfpilz."

  Sein Publikum schaut ihn mit schlaftrunkener Bel?mmertheit an. Lara jammert: "Ich will ein anderes Traum. Das hier ist mir zu absurd."

  Aladan, sich mit leicht erhobener Hand bemerkbar machend: "Auf das Gefahr hin, ein Wissenslücke zu offenbaren: Was sind diese 'Schleier des Nacht'?"

  Meneor: "Es sind Schleier, die zwei, drei Meter über Boden schweben. An ihnen h?ngen giftige F?den, die alles t?ten, was sie berühren."

  Das Publikum ist jetzt wach und angemessen erschrocken.

  Wagon schaut angestrengt ins Dunkel und sagt: "Aber ich sehe nichts."

  Meneor schaut ebenfalls, sieht die Schleier mit seinem Infrarotblick leuchten und sagt: "Sie sind noch ein paar hundert Meter entfernt."

  Lara, betroffen: "Wenn du uns nicht geweckt h?ttest, w?ren sie lautlos über uns hinweg geglitten ... und wir w?ren nie mehr aufgewacht."

  Hisch: "Aha, jetzt verstehe ich, warum du jedes Nacht wie ein Schwachkopf auf einem Anh?he herumstehst. Ich dachte, du wolltest dich damit bloss wichtig machen."

  Meneor, naiv: "Warum sollte ich mich wichtig machen?"

  Hisch: "?h ..."

  Estragon, vornehm: "Ich h?tte da noch ein anderes Frage, das zwar nicht von diesem Tragweite ist, aber doch von praktischem Natur sein dürfte ..."

  Alle schauen Estragon an. Estragon, unbehaglich: "... Wie bek?mpfen wir die Schleier des Nacht? Ich habe noch nie gegen Gespenster gefochten."

  Nun schauen alle fragend zu Meneor.

  Meneor, ratlos: "Ich weiss es nicht. Wir sind immer davongerannt."

  Beklommene Gesichter.

  Hisch, aufgeregt: "Aber wir k?nnen nicht einfach fliehen, sonst rennen wir dem Kampfpilz in die Arme."

  Aladan, schw?rmerisch: "Was für ein sch?nes Bild: dem Kampfpilz in die Arme rennen ..."

  Aladan, als würde er jemanden innigst umarmen, mit geschlossenen Augen: "... O Kampfpilz, Süsses, lass dich umarmen."

  Hisch, Aladan ver?rgert in den Hintern tretend: "He!"

  Aladan, ziemlich unbeeindruckt: "Aua."

  Estragon, mit belehrend erhobenem Zeigefinger:

  "Kommt das Scherz zum falschen Zeit,

  selbes Hisch dir nicht verzeiht."

  Hisch, wütend: "Ihr zwei Schwachk?pfe k?nnt nicht einmal angesichts des Todes auf eure Schwachstromwitze verzichten."

  Aladan, ernsthaft: "Nun, ich denke, gerade das Angesicht des Todes l?sst uns das Sinnlosigkeit des Lebens am deutlichsten spüren ..."

  Estragon, ernsthaft: "... Und ist es nicht das Tod, das alle unsere Anstrengungen ad absurdum führt, ..."

  Aladan, wie oben: "... sodass alles letztlich ein Witz ist."

  Wagon: "Na gut, aber ich m?chte noch ein Weile scherzen ..."

  Wagon, unternehmungslustig davoneilend: "... und deshalb werde ich uns jetzt ein Waffe bauen."

  Wagon h?lt vor Tank und fragt: "Tank, bist du wach?"

  Tank: "Ja, ihr g?nnt mir ja kein Minute Schlaf."

  Wagon fragt: "Ihr?"

  Tank: "Kaum habe ich dein Früchtestrauch, kommt Antara und will dringend ein Blutstrauch ..."

  Wagon, irritiert: "Aber das Wasserbusch ist doch wichtiger, sonst verdursten wir?"

  Antara kommt so lautlos heran, dass Wagon erschrickt, ...

  ... ?ffnet vor Wagons befremdetem Blick schweigend das Tankwesen, ...

  ... um ihm den Blutstrauch zu entnehmen ...

  ... und damit, genau so lautlos, wie sie gekommen ist, zu gehen.

  Wagon schaut ihr kopfschüttelnd nach.

  Tank: "Das Blutstrauch habe ich schnell gehabt. Bin ich nicht gut?"

  Wagon muss schmunzeln: "Doch, du bist grossartig ..."

  Wagon kniet hin und sagt, beschw?rend die H?nde auf Tank legend: "... Aber jetzt musst du dich übertreffen, sonst sind wir alle tot."

  Gruppe um Meneor. Aladan: "Ich weiss zwar nicht, was Wagon vorhat, aber w?re es nicht doch klüger, alle aufzuwecken und abzuhauen? Giftstrauss wird uns das Weg freischiessen."

  Meneor: "Giftstrauss hat keine Kügelchen mehr. Es muss über Nacht neue herstellen."

  Aladan, in die einzige pilzfreie Richtung zeigend: "Aber in dieses Richtung hat es doch kein Pilz ..."

  Chromos 5: "Und warum wohl?"

  Meneor weiss, was Chromos 5 meint, aber Aladan, Estragon, Hisch und Lara schauen Chromos 5 fragend an.

  Chromos 5: "Wollt ihr blindlings in ein Gebiet rennen, in das sich nicht einmal das Kampfpilz vorwagt? An dem Gebiet, das vor uns liegt, muss etwas faul sein."

  Aladan, sp?ttisch: "Aha, du meinst, da beginnt das Reich des feuerspeienden Drachens?"

  Lara, kichernd: "Wir sollten uns zwischen den Beinen des Drachens verstecken. Es kann für uns die Schleier des Nacht verbrennen."

  Meneor grinst. Chromos 5 l?chelt. Die andern kichern.

  Hisch, in die undurchdringliche Nacht hinausschauend: "Bei all dem k?stlichen Amüsement sollten wir uns zwischendurch fragen, wie weit entfernt diese Gespenster noch sind."

  Meneor sieht das wabernde Leuchten unaufhaltsam n?herkommen: "An die hundert Meter."

  Allgemeines Erschrecken.

  Meneor, mit der einen Hand ein Messer ziehend, die andere Hand fordernd ausgestreckt: "Gebt mir alle ein Messer."

  Sofort hat Meneor, sein eigenes dazu legend, sechs Messer in der Hand.

  Er führt die Messer zum Mund und sagt: "Loder."

  Fackelflammen schiessen aus den Messern, ...

  ... die Meneor nun in Richtung der Schleier wirft, ...

  ... sodass sie zehn Meter vor den Genvilles eine Reihe bilden mit fünf Metern Abstand zwischen jeder Fackel.

  Aladan, nüchtern: "Jetzt haben wir wenigstens ein Strassenbeleuchtung."

  Estragon, unsicher: "Und wissen immer noch nicht, was tun."

  Stimme aus dem Off: "Wie w?re es damit?"

  Alle K?pfe fliegen zu Wagon, die ihnen l?chelnd einen Arm voll zwei Meter lange, fünfzackige Spiesse entgegenstreckt. Die fünf Spitzen eines Spiesses sind angeordnet wie die Eckpunkte eines Vierecks, wobei der fünfte Zacken den Mittelpunkt markiert.

  Verblüffte oder verst?ndnislose Blicke.

  W?hrend Wagon die Spiesse verteilt, erkl?rt sie: "Ich habe mit Bioskop aus Fisch- und Baumgenen dieses Spiess entworfen. Tank hat sogleich mit dem Serienproduktion angefangen."

  Aladan, verst?ndnislos auf den scheinbar nichtsnutzigen Gegenstand blickend, den er wie einen Stock zum Braten in der Hand h?lt: "Das Feuer und die Spiesse haben wir. Jetzt fehlt nur noch das Wurst."

  Wagon, begeistert von ihrer Idee: "Aber versteht ihr denn nicht? ... Es sind doch schwebende Schleier. Wir werfen ihnen diese Spiesse entgegen und nageln sie am Boden fest. Dann k?nnen sie uns nicht mehr angreifen und verhungern."

  Chromos 5: "Bei diesem Waffe scheint es wenigstens kein Piri-Effekt zu geben."

  Lara, fragend: "Piri-Effekt?"

  Chromos 5: "Ein Piri-Effekt hast du dann, wenn dein Waffe für dich fast ebenso gef?hrlich ist wie das, wogegen du es einsetzt."

  Aladan, wenig begeistert auf seinen Spiess blickend: "Dieses Waffe hat wirklich kein Piri-Effekt ... Es ist nahezu nutzlos."

  Meneor: "Ja und nein."

  Fragende Gesichter.

  Meneor: "Das Waffe ist nützlich gegen die Schleier des Nacht ... Aber wir k?nnen damit nicht gewinnen."

  Gespannte Gesichter.

  Hisch, ungeduldig: "Nun mach's nicht so spannend."

  Meneor: "Die Schleier, die hier auf uns zukommen, bedecken ein Quadratkilometer."

  Erschrockene Gesichter.

  Im schwachen Feuerschein der Messer erscheint ein drei Meter über Boden schwebendes, zwei Meter breites und fünfzig Zentimeter hohes quallenartiges Gebilde, von dem zahlreiche hauchdünne F?den bis zum Boden herabh?ngen.

  Wagon sieht den Schleier und sagt tonlos: "Ende des Diskussion."

  Wagon holt mit einem Spiess m?chtig aus ...

  ... und wirft ihn mit voller Wucht.

  Die Zacken dringen durch die Haut des Schleiers.

  Der Schleierk?rper wird zusammengequetscht wie ein Schleier eben ...

  ... und verschwindet mit dem Spiess in der Nacht.

  Links und rechts davon erscheinen bereits neue Schleier.

  Ohne lange zu überlegen werfen die Genvilles mit Spiessen, ...

  ... sodass auch diese Exemplare getroffen im Dunkeln verschwinden.

  Meneor steckt seine Spiesse in den Sand, ...

  ... rennt von Genville zu Genville und nimmt je drei Messer, ...

  ... bis er einen Armvoll hat und sagt: "Ich werde die Fackellinie verl?ngern. Ihr k?nnt dann auch sehen, ob die Schleier von hinten angreifen."

  W?hrend Meneor die Fackelreihe zu einem Viereck vervollst?ndigt, n?hert sich Tank den Genvilles.

  Tank, bei den Genvilles: "Braucht ihr Spiesse?"

  Estragon und Lara r?umen sofort die Spiesse aus Tank, w?hrend die anderen die n?chste Welle der Schleier zurückschlagen.

  Meneor rennt von dem nun kompletten Fackelviereck weg zu dem im Infrarotbereich leuchtenden Grüppchen Schlafender, bestehend aus Tanja, Martin, Meer, Ewald, Iris, Yon und Flu.

  Bei ihnen angekommen, weckt er sie durch Rütteln und die leisen Worte: "Sammelt Steine und bringt sie in das Fackelviereck."

  Schlaftrunkene Verst?ndnislosigkeit.

  Meneor drückt allen eine Messerfackel in die Hand und sagt eindringlich: "Sucht Steine und bringt sie in das Fackelviereck. Schnell, sonst sind wir alle tot."

  Das weckt die Lebensgeister ...

  ... und, gegen die Müdigkeit k?mpfend, macht sich das Grüppchen auf die Steinsuche.

  Im Fackelschein der Steinsuchenden ist Trage zu sehen. Auf ihr sitzt Hilfsorgane, welches Piris Kopf mit den geschlossenen Augen so auf Tage gebettet hat, als würde sie liegen und schlafen.

  Meneor zu Trage und Hilfsorgane: "Geht in das Fackelkreis. Hier seid ihr nicht sicher."

  Trage: "Was ist denn los? Ich will schlafen."

  Hilfsorgane: "Sei still und bring uns hin! Oder siehst du nicht, dass Meneor kein Zeit hat für Erkl?rungen."

  Die Genvilles werfen Spiesse auf die heran brandenden Schleier. Hisch zu Tank, aggressiv durch den Kampfstress: "Wo bleiben die Spiesse, du Lahmarsch?!"

  Tank: "Ein paar Minuten noch. Sie müssen zuerst wachsen."

  Hisch, Tank wütend einen Tritt versetzend: "Dann sind wir tot, du Idiot!"

  Martin und Tanja treten je mit einem Arm voll Steinen ins Fackelgeviert. Martin, der nicht versteht, warum er Steine bringen soll: "Meneor hat uns gesagt, wir sollen euch Steine bringen."

  Hisch schaut ihn an, als w?re er nicht ganz dicht, ...

  ... dann hellt sich ihre Miene auf und sie sagt: "Her damit!"

  Ausgeschossen sehen Aladan und Estragon neue Schleier auf sich zukommen.

  Aladan ruft mit grossen Augen: "Spiesse, wir brauchen Spiesse!"

  Da sausen, wie vom Maschinengewehr abgefeuert, Steine dicht an Aladan und Estragon vorbei und reissen die Schleier zurück in die Nacht.

  Aladan und Estragon schauen sich verblüfft an.

  Estragon, begreifend: "Wir brauchen gar keine Spiesse! Schleier lassen sich auch mit Steinen beschweren."

  Gleichzeitig drehen sich Aladan und Estragon um zu den eben eintreffenden Iris, Ewald, Meer und Yon ...

  ... und reissen den Verblüfften die Steine aus den Armen, ...

  ... um mit einem Steinstakkato die ausgeschossenen Wagon, Lara und Chromos 5 vor dem Schleieransturm zu retten.

  Nun, da die Neuank?mmlinge begriffen haben, worum es geht, rennen sie eifrig hin und her und schaffen Steine in das Fackelgeviert.

  Da tauchen auch Pferdchen, Giftstrauss und Held auf.

  Aladan, Steine werfend, zu Giftstrauss: "Und ... Kannst du wieder?"

  Giftstrauss: "Nein, ich kann noch nicht."

  Estragon, grinsend: "Was für ein Liebespaar!"

  Aladan flüstert Estragon grinsend ins Ohr: "Die Federn sind etwas l?stig. Die kitzeln immer so."

  Aladan und Estragon lachen, was von den Umstehenden mit verst?ndnislosen Blicken kommentiert wird.

  Tank: "Die Spiesse sind fertig."

  Wagon holt die Spiesse aus Tank heraus ...

  ... und steckt sie in der Mitte des Fackelgevierts in den Boden. Wagon: "Die bleiben hier ... als eisernes Reserve."

  Mit forschendem Blick schaut Pferdchen die Spiesse an ...

  ... und sagt dann: "Aber die sind ja gar nicht aus Eisen."

  Obwohl die Genvilles voll im Kampf sind, müssen sie lachen.

  Lara, l?chelnd: "Diese Wüstenkinder sind wohl alle so."

  Laras L?cheln erstirbt, wie sie sieht, dass Held nach Yons Pistole greift. Yon, der sich vorbeugt, um eine Ladung Steine auf den Boden zu werfen, merkt nichts.

  Mit einer Hand an einem Messer verfolgt Lara aufmerksam Helds Bewegungen. Dieser zieht die Pistole hoch ...

  ... und feuert mehrere Schüsse auf einen Schleier, der eben über die Fackelgrenze schwebt, bis es 'Klick' macht und die Pistole leer ist.

  Verblüfft über die v?llige Wirkungslosigkeit der Kugeln, starrt Held auf den sich n?hernden Schleier.

  Wagon ruft: "Mach nicht so ein L?rm! Wir sollen Antara nicht st?ren."

  Hastig entwindet Yon Held die Pistole ...

  ... und wirft sie dem bedrohlich nahen Schleier entgegen.

  Yon, verstimmt zu Held: "Da du die Pistole hast leerschiessen müssen, ist sie nur noch als Wurfgeschoss tauglich."

  Helds Augen lodern vor Wut, aber er schweigt.

  Antara, die neben der Ambellmi-Skulptur beim Einpflanzen des Blutstrauchs ist, hat, aufgeschreckt von den Schüssen, ihren Kopf lauschend erhoben.

  Meneor, der Antara mit seinem Infrarotblick sieht, rennt vom Hügel herab auf sie zu und denkt: 'Wenn Antara durch die Schüsse etwas Falsches denkt, wird das Kampfpilz es vielleicht t?ten ...'

  Meneor denkt beim Rennen: '... Aber wenn ich auf Antara zu renne und daran denke, das Pilz zu zerstückeln, ...'

  Meneor denkt, seinen Lauf abrupt bremsend: '... l?sen vielleicht meine Gedanken ein Angriff aus!'

  Meneor beobachtet Antara mit einem für ihn unüblichen unschlüssigen Gesicht und denkt: 'Ich kann nichts tun ... Ich bin hilflos ... Was für ein seltsames Gefühl ... Ich muss dir einfach vertrauen, Antara ... vertrauen, dass du nicht stirbst ...'

  Meneor schliesst die Augen und konzentriert seinen Feldsinn auf Antara.

  Meneor, wie oben, denkt, erstaunt: Es hat kein Angst und ist nicht traurig wie sonst ... Antara freut sich! ...'

  Meneor, irritiert, denkt: 'Aber was ist das?! ... Die Schleier!'

  Meneor rennt zurück auf den Hügel ...

  ... und sieht mit seinem Infrarotblick, wie die gewaltige Flut der Schleier das Fackelgeviert in einer Zangenbewegung zu umfassen beginnt. Meneor denkt: 'Wenn die Schleier die Fackeln umzingelt haben, k?nnen Yon und die andern keine Steine mehr holen ... Dann sind alle tot!'

  Meneor rennt los zum Fackelgeviert.

  Pferdchen zupft den Steine werfenden Chromos 5 am Mantel ...

  ... und sagt, wie Chromos 5 zu ihm schaut: "Wie weit kannst du fünfzig Kilogramm werfen?"

  Ohne von dieser Frage sonderlich erstaunt zu sein, referiert Chromos 5: "Ich sch?tze so an die fünfzig Meter. Aber gemessen habe ich es noch nie. Und da sind auch noch andere Einflüsse, wie das Windgeschwindigkeit, das pers?nliche Tagesform ..."

  Das Pferdchen hebt abwehrend seine H?ndchen, um Chromos 5s Redestrom einzud?mmen: "Das genügt, das genügt. Ich will's ja nicht auf das Millimeter genau wissen ..."

  Pferdchen: "... Ich werde jetzt mein Hinterleib abtrennen und die Zündungsenzyme auf 10 Sekunden einstellen ..."

  Pferdchen ruft, von seinem abgetrennten Hinterleib wegrennend: "Wirf mein Leib, so weit du kannst, in die Schleier!"

  Grosse Verblüffung bei den Umstehenden über Pferdchens Kunststück. Auch Chromos 5 ist überrascht, ...

  ... reagiert aber dann mit seiner unheimlichen Schnelligkeit und wirft den Leib mit aller Kraft schr?g nach oben in Richtung der Schleier.

  Mit gewaltigem Krachen detoniert die Bombe und ihr Explosionsblitz erleuchtet das gespensterhafte, schier endlose Heer der Schleier der Nacht.

  Die Explosion hat auch den Kampfpilz verletzt und Antara, die durch ihren Feldsinn mit dem Kampfpilz verbunden ist, spürt dessen Schmerzen und schreit: "Ahhh!".

  Aladan, der immer noch gebannt auf den Explosionsherd starrt, bemerkt nicht den Schleier, der sich ihm von hinten n?hert.

  Meneor, der beim Heranrennen die Bedrohung für Aladan sieht, ruft: "Die Schleier greifen auch von hinten an !"

  Meneor zieht ein Messer, ..

  ... sagt 'Zisch' zum Griff ...

  ... und st?sst sich zum Hechtsprung vom Boden ab.

  Wagon sieht ebenfalls erschrocken die Bedrohung für Aladan, ...

  ... greift nach einem der in den Sand gesteckten Spiesse ...

  ... und wirft ihn mit aller Kraft dicht an Aladan vorbei in Richtung Schleier.

  Meneor verbrennt noch im Hechtsprung mit dem Raketenstrahl seines Messers den Schleier, ger?t aber dadurch in die Flugbahn des Spiesses ...

  ... und die fünf Zacken des Spiesses bohren sich bis zum Anschlag in Meneors Rücken, sodass sie aus seiner Brust herausragen.

  Entsetzt schreit Wagon: "Meneor!!!"

  Sofort eilt sie zu dem reglos am Boden liegenden Meneor ...

  ... und zieht ihn in die Mitte des Fackelgevierts zu Trage.

  Iris rennt ins Geviert und schreit in Panik: "Hilfeee, hier sind überall Viecher!!"

  Ihr folgen Martin, Tanja, Yon, Ewald und Meer.

  Wagon hat den Spiess rausgezogen und Meneor auf Trage gelegt, sodass Piris Kopf jetzt zwischen Meneors Beinen liegt. Ein Tentakel von Hilfsorgane ist dabei, sich in Meneors K?rper zu bohren.

  Chromos 5, mit grossen Augen: "Wir sind umzingelt."

  Iris schreit hysterisch: "Ich will nicht sterben! Ewald, tu doch was!"

  Ewald schaut ziemlich hilflos und Iris schimpft verzweifelt: "Mann, was bist du doch für eine Memme!"

  Da l?sst pl?tzlich ein 'Flufluflu' die K?pfe herum schiessen.

  Flu steht, grinsend und 'Flufluflu' machend, mitten im Fackelgeviert. Aladan ruft theatralisch: "Flu, musst du uns das in dem Stunde unseres Todes antun?!"

  Chromos 5, Wagon, Lara und Estragon schauen entsetzt auf Flu. Die andern verstehen nicht.

  Chromos 5 ruft, w?hrend er sich zu Boden wirft: "Hinlegen! Jetzt sind wir zweimal tot!"

  Die Genvilles gehorchen sofort, die andern auch, sind aber verwirrt.

  Flus Fürze, die er pausenlos rausl?sst, füllen schon das ganze Fackelgeviert. Alle kriegen entsetzte weisse Gesichter, halten sich die Nase zu oder ein Stück Kleidung vors Gesicht und rufen 'Uah', Eks' oder so ?hnlich.

  Wie die Furzwolke die Schleier erreicht, verlieren diese augenblicklich ihre Farbe ...

  ... und sinken ohne einen Laut tot zu Boden.

  Die Leute sind aber so mit sich selber besch?ftigt, dass sie das Ph?nomen nicht bemerken. Iris übergibt sich.

  Ein allgemeines Kotzen und Würgen beginnt.

  Langsam breitet sich die Furzwolke aus und veranstaltet unter den Schleiern ein Massaker.

  Hilfsorgane zu Trage, Tank und Bioskop: "Zum Glück haben wir nicht so empfindliche Geruchsorgane wie diese funktionslosen Lebewesen."

  W?hrend die Morgend?mmerung anbricht, geht das 'Flufluflu' und das Kotzen und Würgen weiter, ...

  ... bis alle, v?llig ausgekotzt und halbtot im Sand liegen. Da h?rt Flu auf ...

  ... und im schwachen Licht ist zu sehen, wie rings um das Fackelgeviert der Boden bedeckt ist mit hunderttausenden toten Schleiern. Die überlebende H?lfte der Schleier ist dabei, mit majest?tischer Langsamkeit weiterzuziehen.

  Doktor Meer liegt auf dem Rücken und schaut zum Himmel, wie er sagt: "So elend habe ich mich noch nie gefühlt."

  Stimme aus dem Off: "Ein kleines Prrreis fürrr das Rrrest deines Lebens."

  Meer dreht den Kopf zur Seite und sieht den grinsenden Flu neben sich. Meer, gequ?lt l?chelnd: "Kommt drauf an, wie gross dieser Rest ist."

  Flu, grinsend: "Hunderrrttausende Schleierrr sind tot. Die übrrrigen fliehen. Du kannst also noch lange leben."

  Meer h?rt ungl?ubig zu, ...

  ... um dann mit schmerzlichem Gesichtsausdruck seinen Oberk?rper aufzurichten.

  Gestützt auf seine Arme betrachtet Meer mit offenem Mund das Ergebnis des Massakers, ...

  ... um dann mit fast ehrfürchtiger Anerkennung zu sagen: "Flu, du bist der gr?sste Krieger des Universums. Wer sonst k?nnte eine Armee mit seinen Fürzen erledigen."

  Meer streichelt Flu über den Kopf und dieser h?lt geniesserisch still.

  Noch ganz im Banne ihrer Begegnung mit dem Kampfpilz schreitet Antara, seltsam entrückt, auf das Fackelgeviert zu.

  In ihrer Entrücktheit betritt Antara das Fackelgeviert und sagt zu den scheinbar Schlafenden: "Das Früchtebusch wird bald tragen. Dann k?nnen wir etwas essen."

  Hisch, halb aufgerichtet, angeekelt: "Wir haben uns eben die D?rme ausgekotzt und du redest von Essen."

  Aladan, auf dem Rücken liegend, als würde er mit letzter Kraft reden: "Durst ... Ich ... habe ... Durst ..."

  Antara ist verwirrt.

  Erst jetzt nimmt sie die toten Schleier wahr und die ersch?pften, bleichen Gesichter.

  Antara, unsicher: "Es sieht aus, als h?ttet ihr Besuch gehabt."

  Erschlagen ob so viel Naivit?t, l?sst Hisch sich zurück in den Sand fallen.

  Ohne sich davon beeindrucken zu lassen, geht Antara zu Tank und sagt freundlich: "Würdest du mir noch etwa zwanzig Blutstr?ucher herstellen, Tank?"

  Chromos 5, Aladan, Estragon, Wagon, Hisch, Lara, mit aufgerichtetem Oberk?rper, wie aus einem Mund, erstaunt: "Zwanzig Blutstr?ucher?"

  Tank: "Gern, Antara, sobald ich etwas gegessen habe. Ich habe mein ganzes Energie verbraucht für das Herstellung von Spiessen."

  Antara: "Aha, ihr habt also etwas gebraten. Ihr h?ttet nicht so viel essen sollen, dann h?ttet ihr euch auch nicht übergeben müssen ..."

  Antara, sich zum Gehen wendend: "... Und warum habt ihr Tank nichts gegeben?"

  Erschlagen von so viel Ignoranz kippen die Genvilles zurück in den Sand.

  Antara, in Richtung der Ambellmi-Skulptur weggehend: "Folgt mir und h?rt mein Vortrag, wenn ihr Durst habt."

  Wagon, sich mühsam hochrappelnd: "Gib nicht so an. Du hast gar kein Wasser. Tank musste anstelle eines Wasserbusches dein bl?des Blutstrauch herstellen."

  Antara geht, ohne sich umzudrehen, weiter und sagt kichernd: "Was braucht schon ein Wasserbusch."

  Nun rappeln sich alle Genvilles gequ?lt hoch.

  Estragon hilft Martin hoch ...

  ... und nimmt dann sanft die schlafende Tanja auf die Arme. Martin wirft ihm einen dankbaren Blick zu.

  Hisch nimmt den geschw?chten Ewald auf die Arme ...

  ... und sagt, wie dieser etwas ?ngstlich guckt: "Kein Angst, Ewald, ich werde dir nicht an die Geschlechtsorgane fassen. In diesem Zustand habe ich absolut kein Lust auf Sex."

  Aladan will Iris aufheben, ...

  ... doch die wehrt ihn mit den Worten ab: "Lass mich in Ruhe, du gruseliger Zombie. Ich kann allein gehen. Schliesslich bin ich nicht so ein Weichei wie dieser Wehwald."

  Mit einer eleganten, fliessenden Bewegung l?dt Chromos 5 sich den friedlich schlafenden Yon auf die Arme.

  Mit düster-b?sem Gesicht stemmt sich Held vom Boden ...

  ... und wehrt ungehalten Pferdchen ab, das ihm aufhelfen will und das ohne Hinterleib noch niedlicher aussieht.

  Giftstrauss hat sich neben Held hingekniet und der Chief besteigt ihn unter Anstrengung.

  Antara steht mit abgekl?rtem Gesicht neben dem von ihr gepflanzten Blutstrauch, in der N?he der Ambellmi-Skulptur und wartet auf den sich n?hernden traurigen Haufen.

  Antara zeigt mit ausgestrecktem Arm auf eine von ihr in den Sand gezeichnete Linie und sagt: "Kommt nicht über dieses Linie. Dort beginnt das Pilzwesen."

  Entsetzte oder verst?ndnislose Gesichter, weil Antara selber in der Gefahrenzone steht.

  Antara ignoriert die Reaktion ihres Publikums und wendet sich dem über und über mit Steaks behangenen Blutstrauch zu. Antara: "Wir werden jetzt versuchen, dem Pilzwesen das Essen von einem Blutstrauch beizubringen, ohne dass dabei das Blutstrauch zerst?rt wird."

  Das Publikum zeigt deutlich, dass es am Verstand von Antara zweifelt.

  Antara schliesst ihre Augen und breitet die Arme beschw?rend gegen unten aus.

  Ihre H?nde bewegen sich aufeinander zu ...

  ... und bilden eine Form, als umfassten sie eine unsichtbare R?hre.

  Zum Entsetzen des Publikums schl?ngelt sich ein Pilztentakel aus dem Boden in Richtung von Antaras H?nden.

  V?llig fasziniert von dem Anblick, sagt Chromos 5, den Blick nicht von Antara wendend: "Das Pilzwesen liest Antaras Gedanken mit einem Feldsinn. Wir dürfen jetzt auf kein Fall aggressive Gedanken haben, sonst gef?hrden wir Antaras Leben."

  Beklommen setzt das Publikum ein gezwungenes L?cheln auf, was ziemlich oberdoof aussieht.

  Der Tentakel befindet sich nun zwischen Antaras H?nden.

  Vorsichtig biegt Antara die Tentakelspitze hin zu einem Steak, ...

  ... um sie dann drum herum zu legen wie eine Schlange.

  Antara zieht den Tentakel leicht nach unten, sodass sich das umfasste Steak vom Strauch l?st.

  Schnell verschwindet der Tentakel mit dem Steak im Boden.

  Wagon sagt ton- und fassungslos: "Mich müssen die F?den der Schleier gestreift haben, denn ihr Gift l?sst mich halluzinieren, dass Antara einem Kampfpilz das Essen beibringt."

  Der neben ihr stehende Aladan in etwa derselben Verfassung: "Uns haben wohl dieselben F?den gestreift, denn ich sehe auch, was du siehst."

  Pl?tzlich schiesst, zum Entsetzen des Publikums, ein ganzes Bündel dünner Tentakel aus dem Boden ...

  ... und pflückt sich, vorsichtig, um den Blutstrauch nicht zu besch?digen, alle Steaks.

  Chromos 5, mit vor Begeisterung leuchtenden Augen: "Du fütterst das Pilzwesen ... und es l?sst uns dafür in Ruhe ... einfach genial!"

  W?hrend die Genvilles, Martin und Meer begeistert klatschen und 'Bravo' rufen, l?chelt Yon unsicher, macht Held ein ver?chtlich-düsteres Gesicht und haben Iris und Ewald Mühe, sich überhaupt auf den Beinen zu halten. Antara verbeugt sich voller Eleganz.

  Tanja sagt mit ihren wahnhaft geweiteten Augen: "Katzilein gibt Hundilein Fresschen."

  Martin legt Tanja den Arm um die Schultern und sagt warmherzig: "Ja, Tanja, ja genau."

  Lara, mit gerunzelter Stirn: "Mal ein bl?des Frage ... Wie unterh?ltst du dich mit ihm? ... Kann es irgendwie sprechen?"

  Antara, ernsthaft: "Das Pilzwesen hat kein Sprache. Weil es aber auch ein Feldsinn hat, k?nnen wir uns gegenseitig Bilder und Gefühle zeigen. Ich glaube, dadurch gibt es weniger Missverst?ndnisse als mit W?rtern."

  Aladan, h?nderingend, auf den Knien: "O gr?sstes Pilzdompteuse aller Zeiten ... bitte ... Wasser."

  Kichern.

  Antara, mit leichtem L?cheln: "Komm her, Aladan."

  Aladan, nicht sehr begeistert: "Aber ist das nicht gef?hrlich ... Ich meine, ich habe schon einmal ein Leckerbissen gespendet."

  Wagon, kichernd: "Ob das Bissen lecker war?"

  Lara und Hisch kichern. Aladan spielt den Beleidigten.

  ?ngstlich den Boden fixierend, trippelt Aladan über die von Antara gezeichnete Linie im Sand.

  Hisch, kommentiert sp?ttisch: "Heldenhaft überschreitet Ritter Aladan das Grenze zum Land der Feindlichen."

  Kichern.

  ?ngstlich steht Aladan vor der leicht l?chelnden Antara und sagt: "Antara, k?nntest du mit deinen Wandlerzellen nicht Hisch in ein Fass voll S?ure verwandeln, damit sein ?usseres übereinstimmt mit seinem ?tzenden Innern?"

  Antara, l?chelnd: "Sp?ter ... Zuerst das Wasser."

  Antara, ernsthaft und eindringlich: "Schliess deine Augen, Aladan ..."

  Aladan, beeindruckt von ihrem Ernst, gehorcht sofort.

  Antara, wie oben: "... Jetzt stell dir ein beindickes Tentakel vor, das zu deinen Füssen aus dem Boden w?chst ... bis auf das H?he deiner Hüften, ..."

  Aladan ist voller Konzentration ...

  ... und tats?chlich w?chst der Tentakel vor seinen Füssen empor.

  Antara, wie oben: "... um sich oben zu verbreitern und das Form eines Schale anzunehmen, ..."

  Es geschieht.

  Antara, wie oben: "... welches allm?hlich sich mit Wasser füllt."

  Aladan ?ffnet neugierig die Augen ...

  ... und zuckt zurück, wie er den Trinkbrunnen so dicht vor sich sieht, ...

  ... um gleich darauf sich neugierig vorzubeugen und in die Schale zu sp?hen, ...

  ... welche sich tats?chlich mit Wasser angefüllt hat.

  Antaras Stimme aus dem Off: "Trink, Aladan."

  Vorsichtig taucht Aladan seine H?nde in das Nass, ...

  ... um es in seinen zur Schale geformten H?nden zum Mund zu führen und zu trinken.

  Starr vor Spannung wartet das Publikum auf Aladans Urteil, ...

  ... der nun aufblickt und anerkennend sagt: "Etwas warm, aber sonst k?stlich."

  Da l?st sich die Spannung und ein allgemeines Klatschen und Bravorufen hebt an.

  Hisch, erschrocken über ihren eigenen Gedanken: "Was, wenn das nur ein Trick des Kampfpilzes ist, um uns zu vergiften?"

  Aladan zieht ein Gesicht, als h?tte er Galle geschluckt.

  Hilfsorgane ruft: "Komm her, Aladan. Ich werde das untersuchen."

  Mit der Miene eines t?dlich Vergifteten rennt Aladan zu Hilfsorgane, das immer noch auf Trage sitzt und Piri und Meneor versorgt.

  Aladan zu Hilfsorgane: "Warum hast du nicht gleich das Wasser untersucht, statt mich als Testfigur vorzuschicken?"

  Hilfsorgane: "Bei dir haben wir mehr zu lachen und ich habe hier immerhin zwei Leute am Leben zu halten."

  Hisch: "Gib nicht so an. Meneor braucht dein Hilfe gar nicht. Die paar Piekser kann das Holzklotz doch alleine wegstecken."

  Hilfsorgane: "Ja schon, aber es ist besser, wenn ich auf es aufpasse. Ihr wollt es doch nicht verlieren, oder?"

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  Aladan, ungeduldig: "Jaja, schon gut. Du hast dich jetzt genug wichtig gemacht. Untersuch jetzt endlich, ob ich vergiftet bin."

  Von Hilfsorgane schl?ngelt sich ein Tentakel auf Aladans Bauch zu.

  Wie der Tentakel in Aladans Bauch eindringt, sagt dieser, unfreiwillig lachend: "Hahaha, das kitzelt."

  Gespannt warten nun Aladan und die Umstehenden auf das Urteil.

  Hilfsorgane, w?hrend es seinen Tentakel zurückzieht: "Das Wasser ist geniessbar."

  Aladan, mit gerunzelter Stirn seinen Bauch musternd: "He, warum fühlt sich mein Bauch pl?tzlich so leer an?"

  Hilfsorgane: "Ich habe dein Magen ausgetrunken. Ich brauche schliesslich auch Wasser."

  Bei diesen Worten wird Iris ganz grün im Gesicht ...

  ... und muss sich auf Knien übergeben.

  Aladan geht in Richtung Trinkbrunnen und schimpft: "Jetzt muss ich noch Mal in das Gefahrenzone."

  Estragon, zu Hilfsorgane, mit Blick auf die elende Iris, nüchtern: "Dein Art zu trinken ist wohl etwas gew?hnungsbedürftig."

  Nun aber ist der Bann gebrochen und das Publikums str?mt über die Sandlinie, um Antara für ihre Arbeit zu beglückwünschen und aus dem Brunnen zu trinken.

  Chromos 5, fasziniert den stets gleichbleibenden Wasserspiegel des Brunnens betrachtend: "Aber woher kommt dieses Wasser?"

  Antara: "Es handelt sich hier nicht um eines von vielen, sondern um ein einziges Pilzwesen, welches so gross ist wie ein Kontinent. Es reicht bis ans Meer ..."

  Martin Eck, mit grosser Erleichterung: "Dann gibt es also noch ein Meer?!"

  Antara, l?chelnd: "Ja, wir k?nnen dieses Planet noch retten."

  Lara, mit entrücktem Blick: "Ein einziges Wesen, so gross wie ein Kontinent ..."

  Erst jetzt begreifen alle, was Antara gesagt hat, und es herrscht ein Augenblick ehrfürchtiges Schweigen.

  Antara, ernst: "Das Pilzwesen hat alle Nahrungsquellen ausgesch?pft und würde jetzt in diesem Wüste verhungern ..."

  Aladan: "Wie praktisch. Dann brauchen wir nur abzuwarten."

  Antara, ernst: "... Ich habe mit dem Pilzwesen vereinbart, dass es sich als gigantisches Bew?sserungssystem zum Verfügung stellt. Es bringt das Wasser des Meeres zu unseren Riesenb?umen und unseren anderen Pflanzen. Im Gegenzug werden wir jetzt überall Blutstr?ucher setzen, sodass es sich ern?hren kann."

  Das Publikum ist sprachlos.

  Aladan, dem kein sp?ttischer Ton gelingen mag, bewundernd: "Deine diplomatischen F?higkeiten übertreffen alles, was es bisher gegeben hat ... Aus einem Todeswüste wird fruchtbares Land."

  Chromos 5, sorgenvoll: "Aber wir haben dem Pilzwesen so viel Leid zugefügt ... Kann es das einfach vergessen?"

  Betroffene Gesichter.

  Antara, beruhigend: "Das Pilzwesen empfindet zwar Schmerz, aber keinerlei Hass. Es freut sich, mit uns zusammenzuarbeiten."

  Hisch, grinsend: "Das rate ich ihm dringend. Von unseren kleinen K?rpern würde es n?mlich nicht lange satt werden."

  Kichern.

  Yon, mit dem Arm in die Wüste hinaus einen Halbkreis beschreibend: "Dann sollten wir jetzt hier eine grosse Blutstrauchplantage pflanzen, um den Pakt zu besiegeln."

  Held ruft h?hnisch: "Monster Guard Yon hilft den Monstern beim Monster-züchten!"

  Yon, mit melancholischem Blick zu Held: "Ich habe mich entschlossen, jenen zu helfen, die Monster wie dich bek?mpfen."

  Held, voller Grimm: "Das wird dich zerst?ren."

  Yon, mit grossem Blick durch Held hindurch sehend: "Ich bin schon zerst?rt. Aber vielleicht werde ich wieder geboren."

  Wagon, mit hilflosem L?cheln: "Wenn mir nicht so übel w?re, würde ich dich für diese Worte küssen, Yon."

  Meer zu Antara, den pilzfreien Bereich mit einer Geste bezeichnend: "Hast du es gefragt, warum es nicht hierher kommt?"

  Antara, ernst: "Dieses Gebiet bedeutet Schmerz."

  Iris hat sich aufgerappelt und ruft nun misslaunig: "Die Weltmeister im Verdr?ngen klopfen sich gegenseitig auf die Schultern. Wie wunderbar!"

  Estragon: "Kl?r uns auf, holdes Maid, was unserm Geist entgangen."

  Iris, auf Meneor zeigend, anklagend: "Piri hat behauptet, Meneor sei der gef?hrlichste Kampforganismus, der je auf diesem Planeten gelebt habe. Nun aber hat dieser Superheld kaum etwas zu unserer Verteidigung beigetragen. Viel mehr hat er sich wegen ein paar Pieksern schlafen gelegt, als wir kurz vor der Vernichtung standen ..."

  Iris, pl?tzlich die Stirn runzelnd, selbstkritisch: "... Ich habe geglaubt, wenn ein so starkes Wesen mich beschützt, müsste ich in dieser gef?hrlichen Landschaft nicht um mein Leben fürchten. Piri hat mich verarscht. Und ich dummes Huhn bin darauf reingefallen. Ich spüre schon, wie der Sensenmann mich umarmt. Es ist ein gruseliges Gefühl."

  Lara, zu Iris, tr?stend: "Du hast das falsch verstanden, Iris. Das Gef?hrliche an Meneor ist nicht sein Kampfkraft, sondern sein Geist. Es hat von Anfang an gesagt, es k?nne nicht allein gewinnen. Wir haben zusammen gek?mpft und gewonnen, so wie Meneor es gewollt hat. Sein Geist hat gesiegt, nicht sein Arm."

  Stimme aus dem Off: "Meneorrr hat mirrr gesagt, was das Schwachstelle derrr Schleierrr des Nacht ist. So konnte ich mein Kampfgas entsprrrechend anpassen. Sein Geist hat uns schon vorrr dem Angrrriff gerrrettet."

  Hisch, zu Flu, wütend: "Aber warum hast du uns erst gerettet, als es fast zu sp?t war, du Psychogeburt?"

  Zur Verblüffung der Umstehenden erhebt sich Meneor geheilt von Trage und sagt: "Ihr habt zum ersten Mal als Gruppe gek?mpft. Ihr habt zum ersten Mal erlebt, wie es ist, wenn jedes sich auf das andere verlassen kann. ..."

  Hirsch rast auf Meneor zu und schreit wütend: "Du verdammtes Monster h?ttest uns für dein Gruppentherapie krepieren lassen! Ich habe mir fast ins Kleid gemacht!"

  Meneor, grinsend: "Da h?tte sich dein Kleid doch gefreut."

  Hisch wirft Meneor auf den Rücken, ...

  ... hüpft auf seinem Brustkorb auf und ab und ruft wütend: "Ich werde dich zerquetschen!"

  Meneor, lachend: "Das kitzelt."

  Entgeistert schauen die Natürlichen auf die absurde Szene, w?hrend die Genvilles anfangen zu kichern und zu lachen.

  Hisch l?sst sich mit Tr?nen überstr?mtem Gesicht auf Meneors Brustkorb sinken ...

  ... und sagt, ihr Gesicht dem seinen n?hernd: "Du hinterlistiges Monster."

  Meneor l?chelt.

  Hisch, Meneor auf den Mund küssend: "Ich liebe dich."

  Unf?hig, Hischs Wandlung nachzuvollziehen, starren die Natürlichen auf die Szene.

  Lara ruft lachend: "Hisch pur!"

  Die Genvilles lachen.

  Iris, mit starrem Blick auf Hisch, tonlos: "Was bedeutet 'Hisch pur!'?"

  Antara: "Ich kann das gut beobachten: Hisch fackelt das aufkeimende Wut ab, bis nur noch Asche übrig ist, das zerf?llt. Dann ist es wieder frei zu lieben."

  Iris, ungl?ubig: "Und das funktioniert?"

  Antara, nickend: "Ja, wenn dein Wut spontan ist und nicht so tief in ?ngsten und anderen sch?dlichen Gefühlen wurzelt wie bei Chief Held, ..."

  Iris, begreifend: "... wo die Wut immer von Neuem gen?hrt wird."

  Antara, davon gehend: "Hab Vertrauen, Iris. Dein Sehnsucht nach Wahrheit wird dich eines Tages von deinen ?ngsten befreien."

  Iris, etwas verwirrt von dem Themenwechsel, denkt: 'Meine 'Sehnsucht nach Wahrheit'?'

  Szeneanfang:

  Gegen Abend. Ewald n?hert sich Iris.

  Ewald: "Hast du dich eigentlich schon bei Flu bedankt?"

  Iris, verst?ndnislos: "Spinnst du? Wieso soll ich einem Hund danken?"

  Ewald: "Vielleicht weil er dich vor den 'Schleiern des Nacht' gerettet hat?"

  Iris runzelt verunsichert die Stirn.

  Iris, schwach protestierend: "Dieses Vieh weiss doch meinen Dank gar nicht zu sch?tzen."

  Ewald: "Dieses 'Vieh' ist vermutlich genauso intelligent wie wir. Bloss weil es aussieht wie ein Hund, ist das noch kein Grund, es gering zu sch?tzen."

  Iris, sp?ttisch: "Der Umgang mit diesen Genmonstern verschiebt deine Wertmassst?be. Jetzt bedankst du dich schon bei Hunden."

  Ewald, Iris seinen Hintern hinhaltend, grinsend: "Gib mir einen Tritt, dann hast du deine t?gliche Dosis Geringsch?tzung gehabt."

  Iris gibt Ewald einen Tritt in den Hintern, ...

  ... nur um sich besch?mt an die Stirn zu fassen und zu rufen: "Arg, du bist schon genauso ein Kindskopf wie die Monster und ich Idiotin mache auch noch mit!"

  Ewald lacht fr?hlich ...

  ... und nimmt Iris bei der Hand: "Komm, Iris, wir gehen jetzt zu Flu."

  überrascht, weil Ewald sie noch nie bei der Hand genommen hat, l?sst sich Iris ein paar Schritte mitziehen und denkt: 'Bin ich jetzt ein kleines M?dchen, dem man Manieren beibringen muss.'

  Iris entreisst Ewald unwirsch die Hand, ...

  ... folgt ihm aber zu Flu, der unter einem Schatten spendenden Busch d?st.

  Ewald: "Flu, schl?fst du?"

  Flu ?ffnet die Augen, grinsend:

  "Liebes Flu,

  rrruhest du? W?rrre doch viel poetischerrr."

  Iris bedeckt mit einer Hand ihre Augen und denkt: 'Oh Gott, ein dichtender Hund ...'

  Ewald, l?chelnd: "Iris m?chte dir etwas sagen."

  Voller Unbehagen steht Iris vor Flu und druckst herum.

  Flu: "Warrrum schwitzt du? Bist du unangenehm?"

  Ewald: "Ja weisst du, Iris hat grosse Vorbehalte gegen Genmonster. Sie stressen sie ..."

  Iris gibt Ewald wieder einen Tritt in den Hintern und ruft: "Verdammt nochmal, was ist das hier für ein beschissener Film?! H?r endlich auf, mich wie ein dummes Ding zu behandeln!"

  Ewald steht etwas seitlich, blickt Flu an und bedeutet ihm mit auf die Lippen gelegtem Finger und begütigend flacher Hand, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen.

  Flu blickt Iris mit seinem treuesten Hundeblick erwartungsvoll an.

  Iris stottert: "?hm, ja ... also ... danke."

  Flus warmer Hundeblick zieht Iris in den Bann und verwirrt sie. Iris denkt: 'Dieser Blick ... Als k?nnte dieses Vieh auf den Grund meiner Seele schauen ... unheimlich ... Diese Monster sind so unberechenbar ... Es k?nnte mich mit einem einzigen Biss t?ten ...'

  Iris, leicht zitternd, sich zusammen reissend: "Du hast die Schleier der Nacht vernichtet und mein Leben gerettet. Dafür bin ich dir dankbar."

  Flu, l?chelnd: "Strrreicheln?"

  Iris schaut Flu mit grossen Augen an, w?hrend es eine Weile dauert, bis sie begreift, was Flu will.

  Flu, sanft: "Willst du dich zu mirrr setzen?"

  Wie ferngesteuert setzt sich Iris auf den Boden, ...

  ... wo sie mit ausgestreckten Beinen sitzt, w?hrend Flu aufsteht ...

  ... und sich, mit seinem Kopf in Iris' Schoss wieder hinlegt. Iris atmet tief durch, um ihren Fluchtreflex zu b?ndigen.

  Iris' zitternde Hand n?hert sich Flus Kopf, dessen Augen genüsslich geschlossen sind ...

  ... und beginnt vorsichtig Flus Kopf zu streicheln.

  Erstaunt und fasziniert beobachtet Ewald die Szene, sich hütend, auch nur einen Mucks zu machen.

  Flu, geniesserisch: "Du brrrauchst nicht mehrrr zu schwitzen. Es ist Harrrmonie."

  Iris beruhigt sich allm?hlich und l?sst ihre Hand auch über Flus K?rper gleiten.

  Dabei denkt sie Stirn runzelnd: 'Es hat keinen Penis ... Und keine Zitzen?'

  Iris: "Bist du ein Weibchen?"

  Flu: "Nein."

  Iris: "Ein M?nnchen?"

  Flu: "Nein."

  Iris: "Aber ..."

  Flu: "Ich bin asexuell."

  Iris, verwirrt: "Aber ist das gerecht?"

  Flu: "Was ist gerrrecht?"

  Iris: "Na ja, die sind doch alle so bockig und vergnügen sich dauernd und du darfst nicht mitmachen?"

  Flu, geniesserisch: "Die müssen sich immerrr anstrrrengen. Ich habe Verrrgnügen beim Strrreicheln. Das ist viel bequemerrr."

  Ewald, lachend: "Ihr seid Geschwister im Geiste!"

  Iris schaut Ewald mit einem langen Blick an, ...

  ... was diesen verblüfft ausrufen l?sst: "He, du wirst ja gar nicht wütend!"

  Iris, sinnierend vor sich hin, immer Flu streichelnd: "Vielleicht weil du ausnahmsweise Recht hast. Für die Natürlichen bin ich doch auch eine Art Monster."

  Ewald kniet sich zu Iris und sagt sanft:"Vielleicht ist Streicheln ja auch dein Vergnügen, Iris ... Ich würde dich gerne streicheln ..."

  Iris schaut Ewald unsicher an ...

  ... und eine Tr?ne stiehlt sich in ihre Augen.

  Szeneanfang:

  In einem grossen Labor der Universit?t arbeiten Dutzende von Leuten an den Bestandteilen eines dreissig Meter grossen Dois. Die Teile bestehen aus einem Kunststoff, der viel leichter und trotzdem wesentlich widerstandsf?higer als Stahl ist. Der grosse Doi wird, ?hnlich dem Kleinen, kein schwerf?lliges Monster, sondern ein eleganter Gigant.

  Myrta Behr steht an einem Arbeitstisch und studiert Konstruktionspl?ne.

  Zwei Assistentinnen in Laborkitteln schielen durch Gestelle verstohlen zu Myrta hinüber.

  Assistentin 1, missgünstig: "Sieh mal, wie sie sich wichtig macht, die Frau Projektleiterin Behr."

  Assistentin 2, ver?chtlich: "Die hat eben das Richtige getan."

  Assistentin 1, fragend: "Was denn?"

  Assistentin 2, ver?chtlich: "Die ist bestimmt mit Caesar ins Bett gestiegen, sonst h?tte sie diesen Posten nie bekommen."

  Assistentin 1 schaut missbilligend zu Myrta.

  Die beiden sehen Doi in den Raum trippeln.

  Assistentin 1, unbehaglich: "Da kommt wieder dieser unheimliche Gnom ... Mir l?uft's kalt den Rücken runter."

  Assistentin 2, grimmig: "Vielleicht sollten wir der Natural Guard einen Tipp geben. Dieses Ding ist doch definitiv unnatürlich."

  Doi hüpft zu Myrta auf den langgestreckten Arbeitstisch ...

  ... und fragt: "Gibst du mir L?cheln?"

  Myrta, mit gespieltem Ernst: "Ausser dass du auf meinen Pl?nen rumtrampelst, hast du nichts getan für ein L?cheln."

  Grübelnd setzt sich Doi hin.

  Dann schaut es Myrta an und fragt unvermittelt: "Myrta, was ist ein hydraulisches Effekt?"

  Myrta: "Wenn du Flüssigkeiten unter Druck setzt, um damit Dinge zu bewegen."

  Myrta, neugierig: "Seit wann interessierst du dich für Hydraulik? Willst du mir assistieren?"

  Doi: "Caesar hat gesagt, dein K?rper erzeuge ein gewisses hydraulisches Effekt, als es dich nackt gesehen hat."

  Myrta, erstaunt: "Caesar hat mich nackt gesehen? Aber ich habe mich doch gar nicht ausgezogen."

  Doi: "Das brauchst du nicht. "Das nicht du brauchst. Brauchst nicht das du. Nicht brauchst ..."

  Myrta, mit feinem L?cheln abwehrend: "Nun lass mal das Kombinatorik, Doi, und erz?hl ..."

  Doi: "Es war einmal ein Mann, das setzte sich auf ein Bank mitten in dem Wüste ..."

  Myrta, beschw?rend: "Doi, wenn du mir jetzt sagst, wann Caesar mich nackt gesehen hat, kriegst du ein dickes L?cheln."

  Doi setzt sich mit dem Rücken vor Myrta, ...

  ... greift sich an den Hinterkopf und ?ffnet ein Schiebetürchen, ...

  ... welches einen kleinen Bildschirm freigibt.

  Auf dem Bildschirmchen ist Myrta zu sehen, wie sie, anl?sslich ihrer Besprechung mit Caesar, angezogen auf dem Sofa sitzt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Doi die Szene aus dem Nebenraum aufgenommen hat.

  Die Szene muss also ablaufen wie damals mit dem Unterschied, dass Myrta, nachdem sie vom Sofa aufgestanden ist, pl?tzlich nackt ist.

  Verblüfft schaut Myrta auf den Bildschirm ...

  ... und sieht sprachlos, wie der Rest der Szene mit ihr als Nacktdarstellerin abl?uft.

  Myrta, verwirrt: "Warum bin ich pl?tzlich nackt?"

  Doi dreht sich zu Myrta um und sagt: "Ich habe die Bilder rekutschiert, damit Caesar erforschen kann, ob dein K?rper ein hydraulisches Effekt erzeugt."

  Jetzt muss Myrta l?cheln und sie sagt: "Ihr seid zwei echte Forschnaturen, hm?"

  Doi, zu sich selbst: "Ein Froschnatur?"

  Da kommt Myrta eine Idee ...

  ... und sie sagt mit schelmischem L?cheln: "Ich m?chte an euren Forschungen teilhaben. K?nntest du für mich Caesar 'rekutschieren'"?

  Doi setzt sich mit dem Rücken vor Myrta, sodass sie auf seinen Bildschirm blicken kann. Beim folgenden Dialog ist der Bildschirm nicht zu sehen. Doi: "Ich brauche Caesar nicht zu rekutschieren. Du kannst ihm beim Duschen zusehen."

  Myrta schaut mit grossen Augen auf den Bildschirm.

  Doi: "Ist das jetzt das hydraulische Effekt, wenn das Flüssigkeit in das Zylinder fliesst und das Druck das Zylinder aufrichtet?"

  Myrta, gefangen von dem, was sie sieht, mit grossen Augen: "Ja."

  Fasziniert entf?hrt es Myrta: "Dagegen ist mein Massagestab bloss ein Kugelschreiber."

  Erschrocken, dass sie sich verplappert hat, schl?gt sich Myrta die Hand vor den Mund.

  Unerbittlich kommt Dois Frage: "Was ist ein Massagestab?"

  Myrta, peinlich berührt: "?hm ... ein Trainingsger?t."

  Doi: "Und was trainiert es?"

  Myrta, wie oben: "?hm ... die Vaginalmuskulatur ..."

  Myrta, vom Thema ablenkend: "... Du sollst jetzt nicht ablenken, sonst gef?hrdest du unsere hydraulischen Studien."

  Doi: "Warum reibt Caesar jetzt das hydraulische Zylinder?"

  Myrta, wieder gebannt auf den Bildschirm starrend: "Ich glaube, das erh?ht den Druck."

  Doi: "Du erz?hlst Scheisse. Ich brauche auch nicht an meinen Zylindern zu reiben, um das Druck zu erh?hen. Ich kann einfach mehr pumpen."

  Jetzt muss Myrta lachen und Doi dreht sich zu ihr um, um das Lachen einzufangen.

  Myrta, lachend: "Ach Doi, du bist so ein süsses Kerlchen!"

  Doi, auf dem Arbeitstisch herumtanzend: "Ich bin ein süsses Kerlchen. Ich bin ein süsses Kerlchen ..."

  Pl?tzlich springt Doi auf Myrta zu, ...

  ... die ihn lachend auff?ngt ...

  ... und ihn umarmt.

  Doi, seinen Kopf an Myrta schmiegend: "Hast du mich gern?"

  Myrta, leise in Dois Geh?r: "Ja, ich habe dich gern."

  Doi: "Ich kann dich nicht gern haben. Ich habe keine Gefühle."

  Aus Myrtas Auge schleicht sich eine Tr?ne der Rührung, wie sie sagt, Doi noch fester an sich pressend: "Ach Doi ..."

  Doi schaut Myrta ins Gesicht, ...

  ... um dann ihr Haar zu zerzausen, sodass sie l?cheln muss.

  Doi: "Caesar fragt, ob du mitkommst zum neuen Wald."

  Myrta freut sich: "Ja gern."

  Doi: "Du hast das neue Wald gern?"

  W?hrend Doi zu Boden hüpft, um Myrta an der Hand zu zerren, sagt sie: "Ja."

  Doi zerrt sie Richtung Ausgang und fragt: "Wirst du deine Arme auch um das Wald legen, weil du es gern hast?"

  Lachend folgt Myrta Doi zum Ausgang.

  Szeneanfang:

  Das Elektromobil f?hrt an den salutierenden NG-Wachen vorbei über die S?uregrabenbrücke ...

  ... und h?lt jenseits des Grabens neben dem Mikrowellenkanonenturm.

  Myrta, Caesar und Doi steigen aus ...

  ... und gehen zielstrebig zu dem neu gepflanzten Wald, ...

  ... der sich beim N?herkommen als eine Ansammlung drei Meter hoher, verdorrter St?mmchen darbietet.

  Myrta schaut mit grossen Augen, Caesar ernst, w?hrend Doi unbefangen auf die St?mmchen zu hüpft, ...

  ... sich am ersten hochhangelt, ...

  ... welches, kaum ist Doi im oberen Drittel des St?mmchens angelangt, abbricht ...

  ... und Doi, mit dem abgebrochenen Stück in den H?nden, unsanft auf dem Rücken aufschlagen l?sst.

  Quirlig springt Doi auf die Füsse ...

  ... und rennt, den Stock wie eine Troph?e schwingend, auf Caesar zu.

  Vor Caesar bleibt Doi stehen, streckt ihm den Stock hin und sagt: "Myrta trainiert ihr Vaginalmuskulatur mit einem Massagestab."

  Myrtas Gesicht wird vor Peinlichkeit so dunkelrot wie eine Blutsuppe bei Neumond.

  Da Caesar bezüglich Sex keine peinlichen Gefühle kennt, sagt er geistesabwesend, weil seine Aufmerksamkeit dem Stock gilt, den er in die Hand nimmt: "Ja, das soll gesund sein."

  Immer noch tiefrot betrachtet Myrta forschend Caesars Gesicht. Dieser be?ugt Stirn runzelnd den Stock.

  Myrta denkt: 'Jedes Mann würde jetzt h?misch grinsen ...'

  Zu der ihn mit grossen Augen anschauenden, nun schon deutlich weniger roten Myrta sagt Caesar, ihr den Stock hinhaltend: "Das Holz ist dürr. Keine Anzeichen von Parasiten."

  Myrta reisst sich zusammen und nimmt den Stock, ...

  ... um ihn locker über ihrem Knie zu zerbrechen.

  Myrta legt die beiden Bruchstellen aneinander und sagt, sie prüfend betrachtend: "Ja, da sind keine Parasiten zu sehen."

  Caesar steht neben dem abgebrochenen B?umchen und reisst es, ohne sichtliche Anstrengung, mit einer Hand samt Wurzelwerk aus dem Boden. Myrta ist verblüfft über so viel Kraft.

  Caesar greift ins Wurzelwerk und sagt: "Die Wurzeln sind gesund und feucht."

  Myrta, mit den Armen in die Wüste weisend: "Ich verstehe nichts von Biologie, aber ist es nicht dieses Hitze. Solche B?ume k?nnen doch in diesem Klima gar nicht gedeihen."

  Caesar, dorthin schauend, wo Myrtas Arme hingewiesen haben: "Sie meinen, wir müssen zuerst das Klima ?ndern, bevor wir ein Wald pflanzen k?nnen?"

  Myrta ist verblüfft über diese Schlussfolgerung und stottert: "?h ... ja."

  Caesar wirft Myrta einen langen, nachdenklichen Blick zu, den sie mit einem schüchternen L?cheln beantwortet. Leicht err?tet denkt sie: 'Jetzt stellt es sich bestimmt vor, was ich mit meinem Massagestab anstelle.'

  Als h?tte er Myrtas Gedanken gelesen, l?chelt Caesar und sagt: "Was halten Sie von einem Kohlendioxidzersetzer, Frau Behr?"

  Myrta, verwirrt von ihrer Fehleinsch?tzung: "?h ... ja ... ?h ... wie und wo?"

  Caesar: "über das Wie mache ich mir noch Gedanken ... Einbauen k?nnen wir die Kohlendioxidzersetzer in die Grossdois."

  Doi, auf und ab hüpfend: "Ich will auch ein Wohlendioxidbenetzer."

  Caesar l?chelt und Myrta sagt kichernd: "Jaja, du kriegst auch eines."

  Doi rennt zurück zum Elektromobil und ruft dabei: "Ich kriege ein Sohlenvolomidverwetzer, ein Holkensolotonperverser, ein Glockentonverwerter ..."

  Caesar und Myrta schauen dem Kleinen lachend nach.

  Dann treffen sich ihre lachenden Blicke.

  Schweigend, mit leichtem L?cheln, gehen sie nebeneinander auf das Elektromobil zu.

  Dabei streift Myrtas Hand Caesars Mantel ...

  ... und erstaunt denkt sie: 'Wie seltsam ... So hat sich noch kein Stoff angefühlt.'

  Wie alle drei im Elektromobil sitzen und zurückfahren, f?llt ihnen ein etwa A0 grosses Plakat an einer Hauswand auf. über dem Plakat ist eine Konsole angebracht worden. Auf dieser liegt der abgeschlagene Kopf eines Menschen.

  W?hrend Caesar nur leicht die Augenbrauen hebt, ist Myrta entsetzt.

  Caesar, Myrta und Doi stehen vor dem Plakat und lesen den Text. Das Elektromobil f?hrt weiter. Handgeschriebener Plakattext: "Ich bekenne mich schuldig des Verbrechens wider die Natur. Ich habe die Natural Guard, diese edle Hüterin der Natur, der unverh?ltnism?ssigen Gewaltanwendung bezichtigt. Es ist gut, dass meine naturfeindlichen Gene vom Antlitz der Erde verschwinden."

  Darunter steht eine, entsprechend dem Text vergr?sserte, zittrige und unleserliche Unterschrift.

  Entsetzt entf?hrt es Myrta: "Welches kranke Hirn ..."

  Da schl?gt sie sich die Hand vor den Mund und schaut Caesar erschrocken an. Myrta denkt: 'Jetzt bin ich tot.'

  Doi, den abgeschlagenen Kopf musternd: "Warum schl?ft das Mann auf diesem Brett?"

  Caesar, ernst: "Dieses Mann schl?ft nicht. Es ist tot."

  Doi: "Tot? ... Was ist tot?"

  Szeneanfang:

  Ein grosser Raum im Gef?ngniskomplex, hoch und fensterlos. An einem für diesen Zweck aufgestellten, schlichten Tisch sitzt ein sich ungeheuer wichtig vorkommender Vierzigj?hriger in Zivilkleidung. Er h?lt einen Filzschreiber in der Hand und vor ihm liegen leere Bl?tter. Weiter hinten, in seinem Rücken steht ein betonierter Würfel von drei Metern Kantenl?nge. Rechts davon steht ein Tank auf einem Betonsockel. Dicht über dem Boden des Tanks führt ein armdickes Rohr weg, welches auf halber H?he in den Betonwürfel mündet. Mitten im Rohr ist ein Ventil angebracht, welches sich mit einem Handrad bedienen l?sst. Erwartungsvoll schaut der Vierzigj?hrige auf die noch nicht sichtbaren Eintretenden.

  Zwei Natural Guards führen einen Mann herein, dessen H?nde vor seinem K?rper mit Handschellen gefesselt sind. Der Gefangene schaut missmutig. Die Behandlung gef?llt ihm überhaupt nicht.

  Die drei Personen bleiben vor dem Tisch stehen und der Vierzigj?hrige mustert aufmerksam die Gesichtszüge des Gefangenen.

  Gefangener, ungehalten: "Die haben mir gesagt, ich komme jetzt vor Gericht. Sind Sie der Richter? ..."

  Gefangener, sich suchend umblickend: "... Und wo ist mein Anwalt? ..."

  Vierzigj?hriger, grinsend: "Der war vor Ihnen hier."

  W?hrend die Guards lachen, sagt der Vierzigj?hrige selbstgef?llig schmunzelnd: "Guter Witz, hm?"

  Vierzigj?hriger, seine gesamte Wichtigkeit in diese Worte legend: "Ich bin Schriftsteller."

  Gefangener ruft entnervt: "Ja bin ich denn hier im Irrenhaus?!"

  Schriftsteller, selbstgef?llig: "Wer kann das sagen? Ist nicht die ganze Welt manchmal ein Irrenhaus? ..."

  Der Gefangene schaut, als w?re der Schriftsteller nicht ganz dicht.

  Schriftsteller, selbstgef?llig: "Guter Spruch, hm?"

  Schriftsteller, von der Wichtigkeit seiner Person und seiner Aufgabe erfüllt: "Aber um Ihre Verwirrung zu beenden, kann ich Ihnen sagen, dass ich im Dienste der Natur stehe als Gest?ndnisschriftsteller ..."

  Schriftsteller, seinen Filzschreiber ergreifend, mit einem zus?tzlichen Hauch von Gesch?ftsm?ssigkeit: "... Ich werde also jetzt Ihr Gest?ndnis verfassen ..."

  Gefangener, vom Irrsinn seines Gespr?chspartners überzeugt, unfroh lachend: "Ich habe in einem Kaufhaus eine billige Uhr geklaut. Das k?nnen Sie doch einfach hinschreiben. Da gibt's nichts zu 'verfassen'."

  Schriftsteller, sein Gesicht in nachdenkliche Falten legend, den Gefangenen musternd: "Das ist nicht so einfach ... Mir scheint, Sie sehen aus, wie einer, der's mit Kindern treibt."

  Gefangener, fassungslos: "Wa..."

  Der Schriftsteller schreibt im Bewusstsein seines Genies und spricht dazu: "Ich bekenne mich schuldig ... des Verbrechens wider die Natur ... Ich habe Kinder sexuell missbraucht ... und damit ein unnatürliches Verhalten gezeigt ... Es ist gut, ... dass meine naturfeindlichen Gene ... vom Antlitz der Erde verschwinden."

  Gefangener, rot vor Wut, schreit: "Das ist doch absurd! Ich verlange einen fairen Prozess!"

  Schriftsteller, mit finsterem Blick und lauter Stimme: "Sie verstehen Ihre Lage wohl immer noch nicht. Ein Ladendieb ist ein Feind der Natur, der eliminiert werden muss. Aber weil Ladendiebstahl bei den Leuten als Kavaliersdelikt gilt, braucht es die Gest?ndnispoesie, welche allen die Tragweite Ihres Verbrechens klarmacht ..."

  Schriftsteller, dem Gefangenen den Filzschreiber hinhaltend, im Befehlston: "... Unterschreiben Sie!"

  Der Gefangene schreit wütend zurück: "Niemals!"

  Der Schriftsteller sagt voller Verachtung: "Er braucht wohl ein kleines Bad."

  Die Guards lachen ...

  ... und zerren den sich Wehrenden zu dem Betonwürfel, ...

  ... wo der eine Guard nach der herabh?ngenden Fernbedienung eines Deckenkrans greift.

  Der Kranhaken senkt sich herab ...

  ... und die beiden Guards wuchten die Handschellen des sich Wehrenden über den Kranhaken, ...

  ... sodass das Sicherungspl?ttchen 'Klick' macht.

  Sofort bewegt ein Guard den Haken mit der Fernsteuerung nach oben, ...

  ... sodass der Gefangene nun an den Handschellen in der Luft h?ngt und ruft: "Aua, das tut weh!"

  Der eine Guard steigt mit der Fernsteuerung eine kleine Metalltreppe an der Seite des Betonwürfels hoch und krant den Gefangenen über den Betonwürfel. Der andere Guard schaut zum Gefangenen hoch und sagt grinsend: "Du kannst bald wieder stehen."

  Der kranende Guard steht am oberen Ende der Treppe auf einer kleinen Metallplattform und schaut hinunter in den hohlen Betonwürfel, dessen Innenw?nde mit einer Glasschicht ausgekleidet sind.

  Der Kranguard senkt den Gefangenen hinab in diese Glaswanne.

  Der andere Guard dreht am Handrad der R?hre, die zum Würfel führt.

  Die Schuhe des Gefangenen berühren den Wannenboden. Sofort zieht er seine Handschellen aus dem Haken. Gleichzeitig fliesst aus einer ?ffnung auf halber Wannenh?he eine Flüssigkeit hinein.

  Mit gerunzelter Stirn beobachtet der Gefangene, wie sich die Flüssigkeit seinen Schuhen n?hert.

  Vor seinen entsetzten Augen l?sen sich die Schuhe zischend in der Flüssigkeit auf.

  In Panik springt er vor der Flüssigkeit weg ...

  ... und versucht verzweifelt und vergeblich, die Glaswand zu erklimmen.

  Da erreicht die S?ure seine Füsse mit den kl?glichen Schuhresten ...

  ... und zischend beginnt sich das Fleisch seiner Füsse aufzul?sen, was ein markerschütterndes 'Aaahhh!!!' zur Folge hat.

  Der Schriftsteller stülpt sich Ohrenschützer über den Kopf und denkt gequ?lt: 'Der Nachteil bei meiner Form der Poesie sind diese l?rmigen Begleitumst?nde.'

  Im Hintergrund sind die schrecklichen Schreie zu h?ren.

  Im Gesichtsfeld des Gefangenen erscheint der Kranhaken, ...

  ... den er nun schreiend umklammert, ...

  ... um sich daran so weit hochzuziehen, dass die halb aufgel?sten Füsse nicht mehr in der S?ure stehen.

  Grinsend krant der Guard den Schreienden hoch, bis dessen Kopf über die Glaswanne hinausragt.

  Kranguard, grinsend: "Wirst du jetzt unterschreiben oder m?chtest du dich bis zu den Knien aufl?sen ... oder vielleicht bis zu den Hüften?"

  Der Gefangene schreit: "Ja, ich unterschreibe! Aber gebt mir ein Schmerzmittel! Ich halte es nicht mehr aus!"

  Der Kranguard man?vriert den wimmernden Gefangenen aus dem Würfel heraus, ...

  ... herab auf einen Rollstuhl, den der andere Guard bereith?lt.

  Wimmernd und zitternd, l?sst sich der Gefangene zum Schriftsteller schieben, der die Ohrenschützer abgenommen hat und kopfschüttelnd sagt: "Warum wollt ihr sturen Kriminellen immer diese unappetitliche Gewaltanwendung, wo wir doch alles in freundschaftlicher Atmosph?re erledigen k?nnten?"

  Vor dem Tisch angekommen, wimmert der Gefangene: "Ich will ein Schmerzmittel, ich will ein Schmerzmittel ..."

  Der Schriftsteller schiebt mit der einen Hand das Blatt mit dem Gest?ndnis vor den Gefangenen und h?lt ihm mit der anderen den Filzschreiber hin. Schriftsteller, gütig: "Nun unterschreiben Sie erst mal, dann bekommen Sie Ihr Schmerzmittel."

  Zitternd krakelt der Gefangene seine Unterschrift unter das Gest?ndnis.

  Sogleich wird er von den Guards mit dem Rollstuhl abgedreht und in einen anderen, durch Sichtschutzw?nde abgetrennten Teil des Raumes geschoben, w?hrend der Schriftsteller sich wieder die Ohrenschützer aufsetzt.

  Der wimmernde Gefangene wird auf eine grosse Metallblechschneidemaschine mit einem etwa drei Meter langen Messer zugeschoben.

  Befremdet schaut der Gefangene auf, ...

  ... sieht aus dem Augenwinkel, wie einer der Guards nach seiner Pistole greift, ...

  ... schaut in das grinsende Gesicht des Guards und h?rt ihn, die Pistole auf sich gerichtet, sagen: "Dein Schmerzmittel."

  Voller Panik springt der Gefangene aus dem Rollstuhl auf und schreit 'Aaahhh!', wie er auf seine verwüsteten Füsse tritt.

  Die Kugel trifft ihn ins Genick ...

  ... und l?sst ihn vor der Blechschneidemaschine tot zusammensacken.

  Der Schriftsteller entfernt die Ohrenschützer und denkt mit schmerzlich verzogenem Gesicht: 'Diese Schiessereien sind für meine zarte Poetenseele schlichtweg unertr?glich.'

  Die beiden Guards packen den Leichnam an den Armen und wuchten ihn auf den Tisch der Blechschere.

  Der eine Guard schl?gt mit der Faust auf einen grossen Knopf, worauf sich das drei Meter lange Messer in den seitlichen Halterungen nach oben bewegt.

  Nun schieben die Guards den Leichnam so weit vor, dass der Hals unter das Messer zu liegen kommt.

  Mit beiden Handfl?chen gleichzeitig bet?tigt nun ein Guard zwei etwa einen Meter auseinander liegende Kn?pfe, ...

  ... worauf sich das Messer langsam absenkt ...

  ... und den Kopf abtrennt.

  Gemeinsam schleifen die Guards den kopflosen Leichnam zu einer auf Hüfth?he beginnenden, einen Meter durchmessenden runden ?ffnung in der Wand, deren runde Stahltür offen steht. Durch die ?ffnung ist eine schr?g nach unten führende R?hre zu sehen.

  Die Guards schmeissen den Leichnam durch die ?ffnung.

  Das andere Ende der R?hre befindet sich in der ?usseren Felswand des inneren S?uregrabens, sodass der Leichnam nun im Bogenflug aus der ?ffnung heraus in den S?uregraben stürzt.

  Die beiden Guards packen den Kopf in einen durchsichtigen Plastiksack, ...

  ... den der eine Guard nun zu dem mit dem Gest?ndnis in der Hand wartenden Schriftsteller bringt.

  Angeekelt mustert der Schriftsteller den Kopf und denkt dabei: 'Der Kopf eines Kriminellen ist wohl das Ekelhafteste, das es gibt im Universum.'

  Gefolgt von dem Guard geht der Schriftsteller zu einer Tür, wobei er denkt: 'Ach, warum fallen mir immer so tolle S?tze ein? ... Ist es das Genie? ...'

  Hinter der Tür befindet sich ein Büroraum mit Computern, Scannern, Grossformatdruckern, Laminatoren und Zuschneidemaschinen und natürlich mit Leuten, die arbeiten.

  Wichtigtuerisch sagt der Schriftsteller zu zwei Leuten, die von ihren Arbeitspl?tzen aufblicken, wobei er ihnen das Gest?ndnis hinh?lt: "Einscannen und auf Plakatgr?sse ausdrucken."

  Wie der Guard den Kopf auf einen Tisch legt, f?hrt der Schriftsteller wie oben fort: "Und passt ja auf, dass ihr die K?pfe nicht mit den falschen Plakaten ausliefert. Ich habe mir viel Mühe gegeben, dass die Gest?ndnisse auch den K?pfen entsprechen."

  Wie sich die Tür hinter dem Schriftsteller und dem Guard geschlossen hat, sagt Bürolist 1 zu Bürolist 2, sichtlich ver?rgert: "Jedes Mal sagt dieser Wichtigtuer dasselbe. H?lt der uns für bescheuert?"

  Bürolist 2, unbehaglich: "Sag das nicht zu laut, sonst k?nnen wir bald unsere eigenen 'Gest?ndnisse' vergr?ssern."

  Bürolist 1, geh?ssig: "Mann, bist du witzig heute."

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