Szeneanfang:
Inmitten eines Vogelschwarms, der etwa 50 Meter über einer fruchtbaren Landschaft dahinzieht.
Der Blick auf die Landschaft.
Erst jetzt ist zu sehen, dass eine nackte Frau mit ausgebreiteten Armen im Vogelschwarm mitfliegt.
Ein Vogel landet auf ihrem Rücken, ...
... sodass die Frau sich lachend umdreht, ...
... um nun fr?hlich auf dem Rücken weiterzufliegen.
Wieder landet der Vogel. Diesmal auf ihrem Bauch.
Lachend will die Frau den Vogel anfassen, ...
... aber ihre H?nde greifen ins Leere ...
... und das 'Tututut' des Weckers reisst Myrta Behr aus ihrem Traum. Sie ist um die dreissig, gross und von herber Sch?nheit.
Im Halbschlaf stellt sie den Wecker ab, ...
... streckt dann die Arme, ...
... nur um sich wieder unter die Decke zu kuscheln.
Mit einem offenen Auge sieht sie die Leuchtanzeige des Weckers: 7:00.
Unglücklich wirft sie die Decke von ihrem nackten K?rper, ...
... steht bel?mmert auf, ...
... nimmt mechanisch ihren Vibrator aus der Nachttischschublade ...
... und schlurft damit ins Bad.
Frisch geduscht und befriedigt, aber immer noch müde, kommt sie nackt aus dem Bad ...
... und legt den Vibrator zurück ins Nachttischchen.
Myrta hat sich angezogen und sitzt nun einsam im Küchenteil ihrer grossen, offenen Wohnung an einem Tischchen und schlürft Kaffee aus einer grossen Tasse, die sie mit beiden H?nden festh?lt.
Myrta schliesst ihre Wohnungstür ...
... und schlendert den nach aussen offenen Flur im zehnten Stock entlang.
Bei dem offenen Treppenhaus mit der breiten Treppe angelangt, ...
... dreht sie sich um, sodass ihr Rücken nach abw?rts zeigt, ...
... und beginnt, rückw?rts die Treppe hinunterzutraben.
Eine Passantin, die zuerst unter ...
... und dann oberhalb von Myrta steht, schaut Myrta verwundert nach.
Weiter unten beobachtet eine Frau Myrta missbilligend durchs Fenster und denkt: 'Diese Spinnerin!'
Weiter unten beobachtet ein ?lterer Mann Myrta durchs Fenster und denkt: 'Dieser Hintern!'
Unten, auf dem Gehsteig g?nnt sich Myrta eine kurze Pause, um ihren heftigen Atem zu beruhigen.
Locker haut sie nun mit der Faust auf den Knopf einer zierlichen Rufs?ule an der Hausseite des Gehsteigs.
Ein leeres Elektromobil h?lt ...
... und Myrta schlüpft flink hinein, wobei sie sagt: "Universit?t."
Sie lehnt sich zurück, ...
... schliesst die Augen und denkt angespannt: 'Hoffentlich geht alles gut!'
Selbst?ndig bewegt sich die Elektrokabine durch die Grossstadt.
Vor dem Universit?tsgel?nde springt Myrta aus der Elektrokabine, ...
... um mit festem Schritt auf einen langgestreckten Universit?tstrakt zuzugehen.
Myrta steuert auf einen tor?hnlichen Durchgang in dem Trakt zu, welcher von zwei Natural Guards bewacht wird.
Wie Myrta sich den Soldaten n?hert, salutieren diese.
Myrta, der diese Guards unheimlich sind, nickt leicht zum Gruss ...
... und geht in den grosszügig ausgelegten Durchgang, dessen Decke gew?lbt ist.
Nun ?ffnet sich vor ihr das Universit?tsgel?nde, welches von weiteren Geb?udetrakten umgeben ist. Drei 20 Meter hohe Sandabbauroboter stehen hintereinander. Die Bagger sind jedoch durch Arme und H?nde ersetzt worden.
DOI kommt angerannt und ruft: "Myrta, Myrta gibst du mir L?cheln! Gibst du mir L?cheln!"
Myrta muss lachen, ...
... nimmt das Kleine hoch ...
... und erl?utert l?chelnd: "Es ist nicht nett, im Befehlston L?cheln zu verlangen, DOI."
DOI protestiert: "Aber ich habe doch gefragt: Gibst du, gibst du!"
Myrta, amüsiert: "Ja, aber du sagst es im Befehlston. Und das finden die Leute nicht nett."
Jetzt ist DOI verwirrt.
DOI, verwirrt: "Befehlston, Befehlston, Befehlston ... Was soll ich denn tun?"
Myrta, l?chelnd: "Bei der Frage musst du das Stimme am Ende des Satzes leicht anheben."
DOI: "Gibst du mir L?cheln? Gibst du mir L?cheln?"
Myrta, l?chelnd: "Ja, so ist es gut."
DOI, kopfschüttelnd: "Nein, du erz?hlst Scheisse. Ich habe zuerst das Ton nicht angehoben und du hast trotzdem L?cheln gegeben."
Myrta, lachend: "Ja, aber nicht weil du so nett gefragt hast, sondern weil du so niedlich bist."
Einen Augenblick arbeitet es in DOI und er schaut vor sich hin.
DOI, Myrta voll anschauend: "Was ist niedlich?"
Myrta, l?chelnd: "Klein und hübsch ... und irgendwie süss."
DOI springt von Myrtas Arm ...
... und greift sich etwas vom Boden, ...
... um ihr dann eine Handvoll Kiesel hinzustrecken mit den Worten: "Ganz viel niedlich."
Myrta, kopfschüttelnd: "Nein, die sind weder hübsch noch süss."
DOI starrt auf die Kiesel und sagt: "Nicht hübsch, nicht süss, nicht hübsch, nicht süss ..."
DOI, Myrta anschauend: "Wann ist etwas hübsch, süss?"
Myrta legt sich eine Hand, angestrengt nachdenkend, auf den Hinterkopf.
Myrta zuckt resignierend mit den Schultern: "Tut mir Leid, DOI, aber das sind Gefühlswerte. Die kann ich dir nicht erkl?ren."
DOI, die Kiesel wegwerfend: "Ich bin ein elektronisches Bewusstsein. Ich habe keine Gefühle."
DOI, um Myrta herumhüpfend: "Du bestehst aus Nur-Gefühl. Ich bestehe aus Nicht-Gefühl."
DOI springt Myrta auf die Schulter und sagt in ihr Ohr: "Ich will Gefühl verstehen ... Hilf mir."
Myrta, ernst vor sich hin sprechend: "Wenn du 'niedlich' verstehen willst, dann mach dir ein Ged?chtnissammlung von allen Dingen, welche die Leute als niedlich bezeichnen. Dann wendest du diese Erinnerungen mit einem gewissen Unsch?rfe auf dein Wahrnehmung an. Je gr?sser dein Ged?chtnissammlung ist, desto besser wirst du eingrenzen k?nnen, was als niedlich gelten k?nnte und was nicht."
DOI zerzaust Myrtas Haare, ...
... um dann zu betrachten, was er angerichtet hat.
Dann lehnt es sich nach vorn und schaut Myrta prüfend ins Gesicht. DOI: "Bist du auch niedlich?"
Myrta, mit schwachem, etwas traurigem L?cheln: "Ich glaube nicht."
DOI springt von ihren Schultern.
W?hrend Myrta sich die Haare richtet, rennt DOI zwischen den Robotern hindurch ...
... auf Caesar zu, der ganz hinten steht und interessiert die Giganten betrachtet.
Myrta, hinter einem Roboterfuss versteckt, beobachtet Caesar und denkt ehrfürchtig und befangen: 'Das gr?sste Genie aller Zeiten ...'
Myrta sieht, wie vier gut gelaunte Natural Guard Offiziere auf Caesar zugehen. Sie h?rt das folgende Gespr?ch, ohne dass sie gesehen wird.
Natural Guard Offizier 1 zu Caesar, sp?ttisch: "Kriegen die jetzt noch Windeln?"
Caesar versteht nicht.
NGO1, sp?ttisch: "Na, Sie haben die Projektleitung für diese Kampfroboter der Ingenieurin Behr übertragen. Da muss doch irgendwo ein weibliches Element eingeflossen sein."
Die andern Offiziere lachen.
NGO2, etwas ernsthafter: "Ja, warum haben Sie eigentlich eine Frau genommen, Herr Caesar? Frauen k?nnen doch nichts."
Gespannt auf die Antwort, schauen die andern auf Caesar.
Caesar, mit undurchdringlicher Miene: "Die Frauen, die ich gekannt habe, waren fleissig, brillant und effizient."
NGOs, mit sp?ttischer Anerkennung: "H?rt, h?rt!"
NGO3, ernsthaft: "Aber warum gerade die Behr? Sie ist viel zu jung und ohne Verdienste."
Caesar, wie oben: "Frau Behr hat ein ausgepr?gtes Sinn fürs Praktische. Das ist sehr angenehm, wenn es darum geht, technische Probleme zu l?sen."
Myrta err?tet bei diesem Kompliment.
NGO4, abwinkend: "Trotzdem, ich glaube, die Dinger fallen beim Testlauf auf die Nase."
NGO2, sp?ttisch: "Oder auf den Rücken, weil die Behr vergessen hat, dass die Roboter nicht so viel Rückenlage brauchen, weil sie ja gar keinen Busen haben."
Gel?chter der NGOs.
Aus Ehrfurcht vor Caesar n?hert sich Myrta etwas schüchtern der M?nnergruppe.
NGO1, grinsend: "Ah, da kommt ja die Ingenieurin Behr ... Herr Caesar will am Testlauf teilnehmen. Ist das nicht etwas riskant?"
Myrta, tapfer allen Spott und alle Geringsch?tzung wegsteckend: "Ich habe ein Ger?t eingebaut, welches meldet, wann das Roboter definitiv aus dem Gleichgewicht ist und stürzt. Dann wird das Kopf als Rettungskapsel abgesprengt und mittels Fallschirm und Raketen weich gelandet."
NGO1, ernsthaft: "Warum der ganze Kopf?"
Myrta: "Wenn Sie mitten in einem Kampfpilz landen, werden Sie froh sein, das Mikrowellenkanone dabei zu haben."
NGO1, triumphierend: "Die wird nutzlos sein, weil die Energieversorgung im Roboterk?rper auch abgeschnitten ist."
Myrta: "Da das Kopf nur etwa fünfzig Meter weit fliegt, brauchen wir die Stromkabel nicht zu kappen. Das grosse Kondensator im K?rper des Roboters steht also nach wie vor als Energiequelle zur Verfügung."
NGO1, mit Genuss auf den wunden Punkt zeigend: "Und wenn das Kabel im toten Winkel der Kanone liegt, kann der Kampfpilz es zerreissen und Sie sind tot."
Myrta: "Es gibt kein totes Winkel für das Kanone, da das Kopf um 360 Grad drehbar ist."
Die NGOs schweigen beeindruckt, w?hrend Caesar still vor sich hin l?chelt.
Ein riesiger Schatten l?sst alle aufblicken.
Ein gewaltiges Luftschiff schiebt sich majest?tisch über das Unigel?nde. Es ist aus schwarzem, v?llig undurchl?ssigem Gewebe, welches die Innenluft so stark erhitzt, dass ein ausreichender Auftrieb entsteht. Auf der Hülle sind Solarzellen angebracht, welche die Kabine, die Strahltriebwerke und die Leitwerke mit Energie versorgen. Auf der Hülle steht, in nur schwach wahrnehmbaren, riesigen Lettern: DARK.
Aus einem Roboterkopf schaut ein Guard zu dem Schiff auf. Myrta schreit: "He, lasst uns einsteigen!"
Der Guard salutiert.
Der Roboter geht fast ger?uschlos auf die Knie, ...
... stützt sich mit den Armen ab ...
... und legt seinen Kopf mit dem Kinn auf den Boden.
Seitw?rts am Kopf ?ffnet sich eine Türe.
Caesar, Myrta und DOI betreten durch die ?ffnung den Kopf.
Mit einer fliessenden Bewegung steht der Roboter auf.
NGO3, etwas mulmig: "Frau hin oder her, im Kampf habe ich dieses Monster lieber auf meiner Seite."
Seine Offizierskollegen nicken schweigend.
Zum Erstaunen der Offiziere regnen pl?tzlich Myriaden von weissen F?den aus dem Luftschiff herab ...
... und 'kleben' ihre Enden überall an die drei Roboter, bis sie hinter dem Fadenvorhang nur noch umrisshaft zu sehen sind.
Die F?den verschwinden bündelweise in runden ?ffnungen der sehr langen, schlanken, am Bauch des Schiffes h?ngenden Kabine.
Nun spannen sich die F?den ...
... und vor den sprachlosen Natural Guard Offizieren werden die drei Roboter langsam hochgehoben.
Auch die vier Guard Offiziere werden, zu ihrem Schrecken, von F?den ergriffen ...
... und durch eine ?ffnung in die Kabine der Dark bef?rdert.
Majest?tisch, wie antike Statuen schweben die drei Kolosse über Natural City.
W?hrend die beiden Natural Guards die Mikrowellenkanone in Betrieb nehmen, stehen Caesar, DOI und Myrta am grosszügig bemessenen Seh- oder Schiessschlitz und schauen durch den Fadenvorhang auf die etwa zweihundert Meter unter ihnen liegende Stadt.
DOI hüpft auf die Brüstung und Myrta sagt besorgt: "Vorsicht DOI! Es w?re schade, wenn du runterfielst."
DOI: "Ich habe per Funk ein Sicherungskopie gemacht. Wenn ich runterfalle, kann Caesar mein Pers?nlichkeit in ein neues K?rper laden."
Myrta streichelt dem Kleinen über den Kopf und sagt l?chelnd: "Wie praktisch."
Myrta bemerkt, wie Caesar sie beobachtet und err?tet.
Sie beginnt leicht zu zittern ...
... und Caesar fragt leise: "Aufgeregt?"
Nun wird Myrta erst recht rot, sagt aber, tapfer l?chelnd: "Vielleicht etwas Lampenfieber."
Caesars Blick ist in die Ferne gerichtet, wie er geheimnisvoll sagt: "Egal wie es ausgeht... Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Behr."
Um sich abzulenken, schaut Myrta nach unten, wo sie das grosse, von Mauern umgebene Geviert sieht, auf dem nun B?umchen gepflanzt werden.
Myrta sagt leise: "Ich freue mich auf das Wald."
Caesar, überrascht von ihrer Bemerkung: "Ein Ingenieur, das sich auf das Wald freut?"
Ohne sich dessen gewahr zu werden, umarmt sie sich selber und sagt mit sehnsüchtigem Blick nach unten: "Wald ist Frieden."
Caesar ist etwas verwirrt von dieser Frau und runzelt die Stirn.
Wie Myrta dies bemerkt, sagt sie erschrocken: "Oh, habe ich etwas Falsches gesagt?"
Caesar, der von den Natürlichen nur erwartet, dass sie ihn umbringen wollen, starrt schweigend zum Horizont.
Myrta denkt betroffen: 'Jetzt habe ich es ver?rgert... Wir bauen Kriegsmaschinen und ich rede von Frieden ... Ich Idiot.'
Traurig über den Fehler, der ihr unterlaufen ist, schaut Myrta auch zum Horizont.
DOI schaut von Caesar zu Myrta, ...
... dann zum Horizont, ...
... reckt seinen Kopf nach vorn, um noch deutlicher zu ersp?hen, was es am Horizont zu sehen gibt, ...
... und sagt: "Aber da ist ja gar nichts."
Caesar und Myrta schauen gleichzeitig überrascht zu DOI, ...
... sehen, wohin sein Blick geht, ...
... schauen wieder zum Horizont und sagen gleichzeitig: "Nein, da ist nichts."
überrascht schauen Caesar und Myrta sich an.
Ein schwaches L?cheln stiehlt sich auf ihre Gesichter.
DOI, zu den beiden: "Warum schaut ihr auf das Horizont, wenn da nichts ist?"
Myrta, schalkhaft l?chelnd: "Wie k?nnen wir wissen, dass da nichts ist, wenn wir nicht schauen?"
DOI, auf den Horizont schauend: "Ja, das ist logisch."
Caesar und Myrta schmunzeln und ihre Blicke treffen sich hinter DOIs Kopf.
Etwa einen Kilometer ausserhalb der neu geschaffenen Mauer bleibt die Dark stehen und senkt die Roboter durch Ausfahren der Fadenbündel langsam auf den Wüstenboden ab.
Gespannt beobachten die vier Natural Guard Offiziere aus der Kabine der Dark das Geschehen.
W?hrend die Transportf?den sich von den Robotern l?sen, schnellen bereits Kampfpilztentakel aus dem Boden und umschlingen die Füsse der grossen Maschinen.
Die Dark hat sich etwas seitw?rts bewegt, sodass die Offiziere gute Sicht haben. Grimmig beobachten sie, wie die Tentakel sich über die Füsse an den Schienbeinen der Roboter hochschl?ngeln. NGO1, grimmig: "Bin gespannt, was sich Frau Ingenieurin Behr für diesen Fall ausgedacht hat."
Mit lautem 'Klack' schnellen aus den Füssen der Roboter je drei fast fusslange Klingen etwa fünfzig Zentimeter weit heraus und zertrennen die umschlingenden Tentakel.
Als w?re es nur ein Spuk gewesen, verschwinden die Messer mit ihrem 'Klack' wieder in den Füssen, w?hrend die zerschnittenen Tentakel herabfallen.
Die Offiziere sind verblüfft, ...
... beobachten aber nun, wie sich Tentakel fersenseitig am Schienbein hocharbeiten. NGO2, lippenkauend: "Jetzt haben sie ein Problem."
NGO3, erregt: "Die Kanonen! Feuert doch mit den Kanonen, verdammt!"
Noch bevor die Tentakelspitzen die Hüftgegend erreicht haben, zuckt über der Ferse, aus einem kaum sichtbaren Ringschlitz ein Kranz von Messerklingen, ...
... verschwindet im Ringschlitz, ...
... um dann, leicht kreisf?rmig weitergedreht, erneut hervorzuschiessen, sodass auch dort, wo vorher eine Lücke war, nun eine Klinge sich in die Tentakel schneidet.
Schon ist der Klingenkranz wieder verschwunden und die gekapptem Tentakel fallen von den Roboterbeinen.
Die NGOs schweigen beeindruckt. NGO3, respektvoll: "Mann, das h?tte ich ihr nicht zugetraut."
Myrta, Caesar und DOI haben sich von der Schiess?ffnung zurückgezogen. Ringsum angebrachte Panzerglasscheiben erm?glichen eine Rundumsicht. Myrta schaut durch eine Scheibe zu den anderen Robotern und befiehlt in ihren Kommunikator: "Sondiert das Untergrund vor uns mit dem Infrarotdetektor und beschiesst die Pilze im Boden!"
Im Boden des Roboterkopfes ?ffnet sich ein Schlitz, sodass der waagrechte Schiessschlitz und der Bodenschlitz zusammen ein T ergeben.
Die Kanone richtet sich durch diesen Schlitz nach unten und feuert einen unsichtbaren Mikrowellenstrahl auf den Wüstenboden ab.
NGO1, ungeduldig: "Warum bewegen sich die Lahm?rscher nicht?"
Vor den Robotern steigen Dampfwolken aus dem Boden und NGO3 sagt zu seinen verblüfften Kollegen: "Sie haben sich offensichtlich zuerst den Weg freigeschossen."
Myrta, in den Kommunikator: "Denkt daran: nicht mehr als 50 % des Energie verbrauchen. Sonst sind wir im Notfall tot ... Nachdem wir das Pilzekochen geübt haben, verlassen wir uns nun auf die Messer ... Langsam vorw?rts, etwa zweihundert Meter!"
Mit eindrucksvoller Wucht bewegen sich die drei Roboter nach vorn.
Kaum haben sie das dampfende Gel?nde verlassen, schl?ngeln sich wieder Tentakel hoch, ...
... werden aber souver?n von den Messern zerstückelt, sodass der Gang der Roboter nicht verz?gert wird.
Mit Begeisterung registrieren die NGOs das Vorankommen der Kampfmaschinen. NGO4, begeistert: "Fantastisch, der Pilz hat keine Chance!"
NGO3, euphorisch: "Damit erobern wir die Wüste!"
Pl?tzlich versinkt der rechte Fuss von Myrtas Roboter im Treibsand.
Da sein Bein rasch bis übers Knie einsinkt, verliert der Roboter das Gleichgewicht ...
... und stürzt vorüber in den Treibsand, w?hrend sich mit einem Knall der Kopf absprengt.
W?hrend der K?rper immer mehr im Treibsand verschwindet, steigt der durch ein dickes Kabel mit dem K?rper verbundene Kopf von der Sprengladung getrieben hoch.
Gebremst von einem Fallschirm, senkt sich der Kopf fünfzig Meter weiter ab.
Wenige Meter über Boden zünden die Bremsraketen ...
... und landen den Kopf relativ sanft.
Bevor der Fallschirm über dem Kopf herabsinken kann, l?sen sich die Seilhalterungen am Kopf und eine an einem der Seile befestigte Rakete startet aus dem Kopf ...
... und reisst den Fallschirm einige dutzend Meter in die Wüste hinaus.
Das Triumphgefühl der NGOs hat sich so pl?tzlich in Entt?uschung verwandelt, dass sie ziemlich betroffen und sprachlos auf die Szene herabblicken. Nur NGO3 sagt tonlos: "Eine Rettung wie aus dem Lehrbuch."
Caesar hilft der vom Absprengandruck zu Boden gegangenen und etwas verwirrten Myrta hoch. Auch die zwei Natural Guards rappeln sich hoch. DOI hüpft verwirrt herum und ruft: "Peng, peng, peng, peng, peng, peng ...!"
Myrtas Blick f?llt auf den Wüstenboden, welcher durch die Schiessschlitze im Boden und der Wand zu sehen ist, ...
... und zeigt blankes Entsetzen, wie sie begreift, dass jeden Augenblick ein t?dlicher Tentakel auftauchen kann.
Reaktionsschnell springt sie hinter die Mikrowellenkanone, ...
... knallt mit der Faust auf den Knopf, der den Bodenschlitz schliesst, ...
... l?sst den Kopf rotieren, bis das dicke Stromkabel durch den Wandschlitz zu sehen ist, ...
... nimmt die Tentakel aufs Korn, welche sich bereits auf Kabel und Kopf zu bewegen, ...
... und feuert die Kanone ab, sodass sich die Tentakel in dampfende Fleischklumpen verwandeln.
Die Guards stehen verlegen herum, weil Myrta ihren Job macht. Caesar beobachtet Myrta, die hellwach die Umgebung beobachtet, mit einen leisen, anerkennenden L?cheln.
Wieder tauchen, sichtbar durchs Panzerglas, neben dem Kopf Tentakel auf.
Rasch l?sst Myrta den Kopf rotieren.
W?hrend Myrta feuert, hüpft DOI 'Peng, peng' rufend, vor die Kanone und wird voll von der Strahlung erfasst.
W?hrend hinter ihm die Tentakel dampfen, f?llt DOI wie eine leblose Pupe zu Boden.
Von Myrtas Roboter ragen nur noch etwas Arm und Rücken aus dem Treibsand. Intakter Roboter A beugt sich nach vorn ...
... und packt den halbverschütteten Arm.
Roboter A gelingt es, den K?rper etwas aus dem Sand zu ziehen, ...
... da gibt der Boden unter seinen Füssen nach ...
... und A beginnt das Gleichgewicht zu verlieren.
Roboter B packt As Arm, um ihn zu stabilisieren.
A jedoch reisst B mit ...
... und beide stürzen, w?hrend sich ihre K?pfe absprengen, in Richtung Treibsand.
Beide K?pfe landen auf sicherem Grund, w?hrend die drei Roboterk?rper übereinander im Treibsand liegen.
Nach einem Moment der Ruhe, ...
... werden beide K?pfe von Tentakeln angegriffen.
Kopf A kann sich erfolgreich wehren, doch B l?sst sich widerstandslos von den Tentakeln angreifen.
NGO3, entsetzt: "Warum verteidigen die sich nicht."
NGO3, gestresst in seinen Kommunikator: "An die Bordkanone der Dark. Schiessen Sie auf den Kampfpilz!"
Die Bordmikrowellenkanone der Dark feuert dicht neben Kopf B auf den mutmasslichen Sitz des Kampfpilzes.
Sofort erschlaffen die Tentakel ...
... und geben Kopf B frei. Dampf steigt aus dem Wüstenboden.
Caesar blickt mit ausdruckslosem Gesicht auf das leblose DOI herab. Myrta fragt bestürzt: "Was ist mit ihm?"
Caesar, wie oben: "Das Mikrowellenstrahlung hat sein Elektronik zerst?rt."
Myrta, betroffen: "Das tut mir Leid. Es war nicht mein Absicht ... Ich ..."
NGO3, in den Kommunikator: "Sammeln Sie die K?pfe ein! Dann kehren Sie zurück! Die übung ist abgebrochen."
Die gewaltige Dark tr?gt die drei, an den weissen F?den h?ngenden Roboterk?pfe über Natural City ...
... und stellt sie auf dem Universit?tsgel?nde ab.
Mit unbehaglichem Gesichtsausdruck h?ngen die vier Natural Guard Offiziere ebenfalls an F?den ...
... und werden zur Erde heruntergelassen.
Schweigend und ernst nimmt Caesar den leblosen DOI vom Boden auf ...
... und schreitet mit ihm zu einem Universit?tsgeb?ude. Myrta schaut ihm bekümmert nach und denkt: 'Als trüge es sein totes Kind ... Nicht nur, dass ich die Roboter in das Sand gesetzt habe ... Ich habe auch DOI zerst?rt ... Ich bin erledigt ...'
Geschlagen wendet Myrta sich zum Gehen.
Auf halbem Weg zum Ausgangstor wird sie von einer Stimme aus dem Off aus ihren Gedanken gerissen: "Ah, da kommt ja unsere Treibsandexpertin!"
Myrta dreht den Kopf und sieht die vier NGOs, die triefen vor Hohn, Spott und ?rger.
Kurz entschlossen, geht Myrta auf sie zu ...
... und sagt, sie fest in den Blick nehmend: "Ich weiss nicht, wo ihr Problem liegt, meine Herren. Wir wollten heute das Funktionstüchtigkeit des Rettungssystems testen und haben deshalb die Roboter in das Treibsand gelenkt ... Aber aus Ihrem Reaktion entnehme ich, dass Sie das Testzweck nicht begriffen haben, sonst h?tten Sie n?mlich gemerkt, dass das Aktion ein volles Erfolg gewesen ist."
Verkniffen grinsend, ver?rgert oder leicht erstaunt h?ren die NGOs zu.
Ohne ihre Reaktion abzuwarten, geht Myrta zielstrebig auf das Tor zu, welches sie vor dem Test schon durchschritten hat.
NGO3, verunsichert: "Wenn das wahr ist, hat diese Frau betr?chtlichen Mut gezeigt. ... Sich absichtlich wegsprengen zu lassen, um dann auf einem Kampfpilz zu landen ..."
NGO1, h?hnisch: "Lass dich von der nicht um den Finger wickeln. Sie hat Mist gebaut und will uns jetzt Sand in die Augen streuen."
NGO2, sp?ttisch: "Na, davon dürfte sie jetzt wohl selbst genug in den Augen haben."
Gel?chter.
Den Tr?nen nahe ?ffnet Myrta die Tür zu ihrer Wohnung.
Wie die Tür hinter ihr ins Schloss f?llt, l?sst sie ihren Tr?nen freien Lauf.
Sie schlendert in den Küchenteil, ...
... nimmt ein Glas Wasser, ...
... setzt sich damit an den Tisch ...
... und starrt ins Leere, w?hrend die Tr?nen nur so herabperlen.
Ohne recht zu wissen, was sie tut, trinkt sie einen Schluck, ...
... um dann den Kopf auf die Arme zu legen und bitterlich zu schluchzen.
Szeneanfang:
Mit vor Aufregung klopfendem Herzen steht Myrta vor einer Tür in der Universit?t.
Myrta z?gert und denkt: 'Jetzt werde ich geschlachtet ...'
Myrta denkt mit schmerzlichem L?cheln: '... Zum Glück habe ich keine Tr?nen mehr ... Vielleicht ist es ja nicht so schlimm und ich darf noch die Versuchsreihen abstauben in den Labors ...'
Vor ihrem geistigen Auge sieht sie sich Roboterbauteile auf Labortischen abstauben.
Myrta schliesst die Augen, atmet tief durch ...
... und klopft an die Tür.
Die Tür ?ffnet sich ...
... und DOI hüpft Myrta auf die Arme, ...
... bringt sein Gesicht nahe an das ihre und sagt: "Myrta, L?cheln, L?cheln, Myrta."
Unwillkürlich muss Myrta l?cheln.
DOI hüpft zu Boden ...
... und sagt, an Myrtas Hand zerrend: "Komm, Superweib, komm, komm!"
Myrta, verwirrt l?chelnd, sich in den Raum zerren lassend: "Aber DOI, ich bin doch kein Superweib!"
Mit einer Hand an Myrta zerrend, zeigt DOI mit der anderen auf Caesar, der am Fenster, neben einem Schreibtisch steht und die beiden beobachtet. DOI: "Erz?hl kein Scheisse! Caesar hat gesagt, für ein Natürliches bist du ein Superweib."
Myrta wird tiefrot. Caesar sagt mit unbewegtem Gesicht: "DOI, würdest du bitte nebenan gehen und etwas lernen."
DOI, vor Caesar auf und ab hüpfend: "Gib L?cheln, Ca-esar, Ca-esar!"
Caesar l?chelt gezwungen ...
... und DOI verschwindet im Nebenraum, ohne die Türe zu schliessen.
Immer noch tiefrot, versucht Myrta, ihre Verlegenheit mit einem Wortschwall zu überspielen: "Ich weiss, dass ich grosses Mist gebaut habe und es tut mir schrecklich Leid und ich weiss nicht, wie es dazu gekommen ist und ich weiss natürlich, dass Sie mich von meinem Posten entbinden müssen und ich hoffe, dass ich wenigstens noch abstauben darf in den Labors ... ?hm ..."
Caesar, verwirrt: "Wovon sprechen Sie, Frau Behr? ..."
Myrta schaut Caesar bl?d an.
Caesar, besorgt: "Stehen Sie unter Drogeneinfluss?"
Myrta versteht die Welt nicht mehr.
Caesar ruft: "DOI, bringst du ein Glas Wasser, Frau Behr fühlt sich nicht gut!"
DOI trippelt mit einem Glas Wasser herein, ...
... reicht es artig Myrta, ...
... rennt hinaus und sagt dabei: "Superweib, Superweib."
Besorgt nimmt Caesar Myrta am Arm ...
... und geleitet sie zum Sofa einer Polstergruppe, die in einer Ecke steht und für entspannte Besprechungen gedacht ist.
Auf dem Sofa sitzend, nippt Myrta am Glas und schaut Caesar dabei mit grossen Augen an.
Caesar hat sich Myrta gegenüber auf einen Sessel gesetzt und sagt: "Ich bin sehr zufrieden mit dem gestrigen Testergebnis. Es hat deutlich gezeigt, was geschieht, wenn Sandabbaumaschinen zu Kampfrobotern umgebaut werden."
Myrta wie oben.
Caesar: "Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir Ihre Erfahrungen zum Verfügung stellen wollen für das Bau etwas gr?sserer DOIs. Nur ein elektronisches Bewusstsein wird in dem Lage sein, ein kompliziertes Roboterger?t angemessen zu steuern. Ich biete Ihnen das Projektleitung für das Wüsten-DOI an."
Myrta wie oben.
Caesar schaut sie schweigend an und Myrta merkt, dass es wohl an der Zeit ist, etwas zu sagen.
Myrta stottert: "Aber ... ?hm ... ja."
Caesar, erfreut und erleichtert: "Ich habe schon befürchtet, die gestrigen Erfahrungen h?tten Sie abgeschreckt, sich weiterhin mit Roboterger?ten zu befassen."
Myrta trinkt einen Schluck.
Caesar, aufstehend: "Ich habe Ihnen 500 Leute zugeteilt, damit das Arbeit gut vorankommt ..."
Myrta, mit vollem Mund, fassungslos: "ünfunechrt?!"
Caesar, auf die Tür?ffnung zugehend, in der DOI verschwunden ist: "DOI, bringst du Frau Behr in seine neuen Labors?"
Myrta beeilt sich, aufzustehen und Caesar zu folgen.
DOI spurtet aus der Tür?ffnung, ...
... zerrt Myrta an der Hand zur Bürotür und sagt: "Komm, Superweib, komm!"
Myrta, die Welt nicht mehr begreifend: "?hm ... ja."
W?hrend die Bürotür hinter DOI und Myrta ins Schloss f?llt, denkt Myrta verwirrt: 'Für ein Natürliches bist du ein Superweib ... Was für ein seltsames Formulierung ...'
Auf dem Gang steht Kommandant Hart und schaut durch ein Fenster. Myrta erschrickt und denkt: 'Kommandant Hart!'
Wie Myrta und DOI n?herkommen, dreht sich Hart ihnen zu und sagt mit gezwungenem L?cheln: "Ah, die Lieblingsingenieurin unseres Genies."
Myrta bleibt stehen und sagt beklommen: "Guten Tag, Kommandant Hart."
Hart, steinern: "Was hat er gesagt zu den gestrigen Vorf?llen?"
Myrta, eingeschüchtert: "Das Experiment sei erfolgreich verlaufen, weil es bewiesen habe, dass Sandabbaumaschinen sich nicht zum K?mpfen eigneten."
Hart schweigt steinern zum Fenster hinaus, ...
... und sagt dann, den Kopf Myrta zuwendend und sie musternd: "Hat er Sie eingeweiht?"
Myrta, verwirrt: "Ich verstehe nicht?"
Hart, wie oben: "Haben Sie die Roboter absichtlich in den Treibsand gesteuert?"
Myrta, erschrocken: "Nein, ich habe doch ein solches Schreck gekriegt und mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht an das Treibsand gedacht habe."
Hart denkt: 'Jetzt redet die auch schon so komisch." ...
... und sagt: "Den Offizieren haben Sie aber etwas anderes gesagt."
Myrta, sich schmerzlich an den Spott der NGOs erinnernd: "Denen habe ich ein B?ren aufgebunden, weil sie mich mit ihrem Spott wütend gemacht haben."
Hart, sich Myrta nun voll zuwendend und sie eindringlich musternd: "Ich glaube, Caesar hat diesen Reinfall organisiert, um zu beweisen, dass mein Vorschlag, die Sandabbauroboter umzubauen, eine Schnapsidee war."
Myrta rutscht es heraus: "Das war wohl auch ein Schnapsidee."
Myrta h?lt sich die Hand vor den Mund und schaut Hart erschrocken an.
Hart, grimmig l?chelnd: "Ich weiss Ihre Ehrlichkeit zu sch?tzen."
DOI zu Myrta: "Ist jedes Person mit einem tiefen Stimme ein Mann?"
Myrta, froh um die Ablenkung: "Ich glaube nicht."
Bevor Hart begreift, was geschieht, hat DOI ihm den Hosenschlitz ge?ffnet. DOI: "Dann muss ich nachschauen."
DOI greift durch den Hosenschlitz an Harts Weichteile und sagt: "Es ist ein Mann."
Hart ist starr vor überraschung. Myrta muss mit vorgehaltener Hand kichern.
Wütend zieht Hart DOIs Hand aus seinem Hosenschlitz und schimpft: "K?nntest du deine Forschungen nicht auf ein anderes Gebiet verlagern?!"
W?hrend DOI die kichernde Myrta weiterzerrt, schliesst Hart seinen Schlitz und denkt wütend: 'Wie ich dieses Ding hasse! Und jetzt will er davon noch Riesenexemplare bauen!'
Wie DOI und Myrta ausser Sicht sind, sagt Hart in seinen Kommunikator: "Ich ordne eine vollst?ndige überwachung der Ingenieurin Behr an."
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Hart, mit auf dem Rücken verschr?nkten H?nden weggehend, denkt: 'Wie ich vermutet habe, ist die Behr Caesars Typ. Früher oder sp?ter wird er ihr genug vertrauen, dass ich durch sie alles über seine Pl?ne erfahre ...'
Hart denkt, selbstgef?llig l?chelnd: '... Gut, dass ich die beiden zusammengebracht habe.'
Szeneanfang:
Es ist Tag. Iris sieht Estragon und Lara vor Estragons Baum im Sand sitzen und denkt: 'Aha, wieder so ein 'romantisches' Date.'
Iris schleicht sich unbemerkt hinter einen Felsen oder eine Pflanze und denkt: 'Warum ziehen mich diese kitschigen Begegnungen so magisch an? Wo bleibt die kühle Reporterin? ...'
Lara, kichernd: "Ich habe noch nie einem Baum beim Wachsen zugeschaut."
Estragon l?chelt.
Lara: "Es ist beruhigend zu beobachten, wie das Planet wieder bewohnbar wird. Oder ist das ein l?cherliches Hoffen?"
Estragon: "Im Vergleich zum Durchmesser des Universums ist alles l?cherlich, was wir tun."
Lara, lachend: "Du Philo-Sophie. Ruf dein Geist zurück aus dem Universum und beantworte mein Frage!"
Estragon, l?chelnd: "Du kennst das Antwort: Wir wissen es nicht. Soll ich falsches Gewissheit vort?uschen, um das Feuerchen deines Hoffens zu n?hren?"
Lara, bestimmt: "Ja, das sollst du! Ein Fantasie kann nur wirklich werden, wenn das Glaube daran stark genug ist. Schw?chelt dieses Glaube, bleibt jedes Fantasie nur ein Traum."
Estragon, würdevoll:
"Dann verkünde ich mit allem Kraft,
dass dieses Baum das Wunder schafft."
Lara küsst Estragon auf die Wange.
Estragon geniesst es mit geschlossenen Augen und sagt: "Das war das Lüge wert."
Lara, das Gesicht mit geschlossenen Augen dem Baum zugewandt: "Lass uns das Baum mit geschlossenen Augen betrachten."
Beide "betrachten" den Baum mit geschlossenen Augen.
Beide wie oben.
Lara: "Stellen wir uns die unz?hligen B?ume vor, die es braucht, um das Wunder zu vollbringen."
Lara: "Spürst du das Beglückende? Als w?r's ein Gedicht, dessen Sch?nheit uns zu Tr?nen rührt."
Estragon betrachtet mit liebevollem L?cheln Lara, deren Augen noch geschlossen sind.
Estragon, sich hinlegend und Lara mit ziehend: "Lass mich dein Gesicht betrachten, dieses Gedicht ohne Worte, dessen Sch?nheit mich zu Tr?nen rührt."
Sie liegen neben einander und schauen sich l?chelnd an.
Lara: "Was für ein sch?nes Idee, liebstes Estragon. Ohne dich würde meinem Herzen ein Stück fehlen."
Estragon, den Entt?uschten mimend: "Nur ein Stück?"
Lara, lachend: "Ein grosses Stück!"
Estragon lacht.
Beide liegen still und schauen sich an.
Stimme aus dem Off: "Vor Kurzem habt ihr noch fünfhundert Leute abgeschlachtet. Und jetzt zelebriert ihr hier ein Liebesges?usel. Wie passt das zusammen?"
Beide schauen erstaunt auf die grimmig drein blickend Iris.
Estragon, nachdenklich: "Was ist dein Grund zum Leben, Iris?"
überrascht runzelt Iris die Stirn ...
... und reagiert überfragt: "Na, jedenfalls nicht Massenmorden."
Estragon: "Ein Grund für uns zu leben ist das 'Liebesges?usel'."
Lara: "Iris ist wohl befremdet darüber, dass blutrünstige Bestien wie wir überhaupt Liebesgefühle empfinden k?nnen. Es denkt wohl, dass wir hier bloss Theater machen, bis wir uns wieder lustvoll ins Schlachten stürzen k?nnen."
Iris, kr?ftig nickend: "Ja genau!"
Lara, l?chelnd: "Das Gegenteil ist das Fall. Wir schlachten, um Verh?ltnisse zu schaffen, wo 'Liebesgeflüster' stattfinden kann."
Iris versucht zu begreifen ...
... und sagt mit bedrücktem Kopfschütteln: "Aber wie kannst du jemandem den Kopf abschneiden und dann so tun, als w?re nichts gewesen? Ich h?tte Albtr?ume und Depressionen."
Lara, dunkel: "Estragon kann kaum ein Kopf abschneiden, weil sein Mitgefühl sonst zu schmerzhaft wird. Auch für mich ist Schlachten schrecklich. Aber in meinem Kopf ist ein Welt ohne Grausamkeit. Und ich kenne das Weg dort hin. Und ich werde dieses Weg gehen. Alle Heerscharen, die mich daran hindern wollen, werde ich niederringen. Nur das Tod kann mich aufhalten. Und ich werde alle Unertr?glichkeiten ertragen, ohne dass mein freundliches Wesen sich trübt. ..."
Lara, mit grossem Blick zu Iris: "... Warum sonst wurde ich erschaffen?"
Auch Iris macht grosse Augen, Laras Worte verdauend, und sagt: "Grosse Worte für ein kleines M?dchen, das umzingelt ist von einer Heerschar von Kampfpilzen."
Estragon: "Setz dich zu uns, Iris. Lass uns die grossen Worte verdauen. Schenk uns dein Sch?nheit und trink das unsere. G?nne dir ein bisschen Glück."
Iris, davon gehend, etwas erschüttert von dem Gespr?ch: "Ich bin kein Geschenk. Schenkt euch selbst."
Lara und Estragon schauen Iris nach.
Lara: "Ob Iris jemals glücklich war?"
Estragon, sinnierend: "Hm."
Szeneanfang:
Angestrengt nachdenkend steht Chief Held da. Yon, auf einem Stein sitzend, beobachtet den Chief mit seinem melancholischen Blick.
Yon, traurig: "Willst du dein Leben immer noch wegwerfen für eine sinnlose Rache an Hans Hart?"
Ihre Augen begegnen sich in einem langen, spannungsreichen Blick.
Held, ver?chtlich: "Hans Hart ist ein Nichts. Es lohnt sich nicht, sich mit ihm zu befassen."
Yon, erstaunt: "Woher dieser pl?tzliche Sinneswandel?"
Held, mürrisch: "Ich kann meinen Sinn wandeln, so oft ich will."
Durch Helds Unfreundlichkeit vor den Kopf gestossen, schweigt Yon und schaut dunkel vor sich hin.
Giftstrauss und Pferdchen kommen angerannt, ...
... bauen sich vor Held auf und sagen im Chor: "Hast du dich entschieden?"
Held, unbewegt: "Ich bin einverstanden."
Erstaunter Blick von Yon.
Giftstrauss: "Wir gehen bald. Willst du auf mir sitzen?"
Nach kurzem Z?gern schwingt Held sich auf den Rücken des Giftstrausses.
V?llig verblüfft, schaut Yon auf das Bild, das sich ihm bietet.
Pferdchen kommt auf Yon zugetrabt und fragt: "Willst du auf mir sitzen?"
Yon, der immer noch versucht zu begreifen, was in Held vorgeht, abwesend: "Danke für das Angebot. Aber meine Beine sind wohl etwas zu lang."
Pferdchen, fr?hlich: "Frag das Krieger. Das wird sie dir schon abschneiden."
Yon guckt etwas doof aus der W?sche. Pferdchen und Giftstrauss lachen.
Yon seufzt, aber gleichzeitig stiehlt sich ein schwaches L?cheln auf sein Gesicht.
Held, hoch zu Strauss: "Also gut, gehen wir zu den andern."
Giftstrauss und Pferdchen traben locker den Siedlungsrand entlang. Yon folgt ihnen, trabend, zu Fuss.
Sie treffen auf die anderen, die sich um Estragons Baum versammelt haben. Der Baum ist bereits etwa vier Meter dick und über fünfzig Meter hoch. Er hat noch keinerlei Bl?tter oder ?ste. In seinem Stamm ist eine Kerbe, die sich spiralf?rmig nach oben windet. In der Kerbe befinden sich die sechs Zentimeter breiten Stufen einer zierlichen Wendeltreppe. Die Wendeltreppe mündet in einen waagrechten Umgang, der auf halber H?he den Stamm umkreist. Unterkant von diesem Umgang zeigen vier auff?llige Ausbuchtungen in alle Himmelsrichtungen.
Estragon steht, geheimnisvoll l?chelnd neben seinem Baum. Wagon, ungeduldig: "Nun mach's nicht so spannend, Estragon!"
Hisch, ungeduldig: "Ja, worauf warten wir eigentlich?"
Estragon, wie oben:
"Nun übet euch doch in Geduld.
Bald schwimme ich in eurem Huld.
Bald werdet ihr die Arme schwenken
und stehend mir das Beifall schenken,
denn bald erblicket ihr ein Wunder,
das eurem Freud beschert viel Zunder."
Aladan, sp?ttisch: "Bei so viel 'Bald' bist du ja ein richtiges Bald-uin."
Kichern.
Estragon, freundlich l?chelnd: "Ja, Baladan."
Aladan, mit gespieltem Schrecken auf den Boden starrend: "Ah, mein edles Name, im Schmutz!"
Gel?chter und Kichern. Iris schüttelt humorlos den Kopf. Held verzieht keine Miene. Yon l?chelt schwach.
Antara zieht Meneor ein Messer aus dem Gürtel ...
... und schreitet auf den Baum zu.
Wortlos beginnt sie breite Kerben in die seltsam glatte Oberfl?che des Stammes zu schneiden.
Wie sie fertig ist und zurücktritt, stehen da die Worte:
"MEHR FREUDE.
WENIGER SCHMERZ."
Antara, mit hochgestreckten Armen und zurückgelegtem Kopf die zukünftige H?he des Baumes anzeigend: "Wenn das Baum sein volles H?he von einem Kilometer erreicht hat, wird das Sinn dieses Siedlung, das Sinn unseres Lebens schon von weitem lesbar sein."
Antara steckt das Messer zurück in Meneors Gürtel und küsst ihn dabei z?rtlich auf den Mund.
Das Aufplatzen der Baumhaut l?sst alle Blicke nach oben schnellen.
Eine der Ausbuchtungen ist aufgeplatzt und ein schmales Gespinst, so fein wie ein Spinnennetz, quillt heraus ...
... und schwebt, als würde es von einer endlosen Rolle abgewickelt, hinweg über die K?pfe des erstaunten Publikums.
Wie ein im Wind flatterndes Halstuch schl?ngelt es sich zielstrebig in gerader Linie weg vom Baumstamm, dabei immer die H?he von etwa fünfundzwanzig Metern haltend.
Die übrigen drei Ausbuchtungen platzen auf ...
... und das Schauspiel wiederholt sich, sodass jetzt in alle vier Himmelsrichtungen je ein 'Halstuch' flattert.
Estragon erl?utert dem staunenden Publikum: "Das Gespinst enth?lt kleine Luftkammern, die vom Baum so stark erhitzt werden, dass es wie ein Heissluftballon schweben kann."
Wagon, nicht begreifend: "Aber wozu?"
Aladan, geringsch?tzig l?chelnd: "Das will sich doch mit diesem Effekthascherei nur wichtig machen."
Estragon, geheimnisvoll l?chelnd: "Es ist das Himmelsweg. Ich werde euch jedoch nicht alles verraten, nur soviel ... Das Himmelsweg ist so hoch oben, dass es von den Kampfpilzen nicht gepackt werden kann. Sein Zweck ist, in zwei Kilometern Abstand sich in das Erde abzusenken und ein neues Baum zu pflanzen. Dieses neue Baum wird in fünf Tagen in die verbleibenden Richtungen drei neue Himmelswege aussenden. Innert kurzem Zeit wird so das ganze Land von B?umen überzogen, die gigantische Mengen an Kohlenstoff binden und das Klima stabilisieren werden."
Doktor Meer, begeistert klatschend: "Bravo, Bravo, ein Hoch auf Estragon, den Retter der Erde!"
Die Genvilles machen mit, klatschen und lachen.
Der geschmeichelte Estragon verbeugt sich elegant und würdevoll.
Estragon hat sich aufgerichtet und d?mpft mit seinen Handfl?chen den Begeisterungssturm: "Lass uns jetzt aufbrechen und dieses Gottheit suchen, damit wir Tanja heilen k?nnen."
Hisch ruft aggressiv: "Halt, ich will vorher wissen, warum Meneor uns zu diesen Kampforganismen 'gebracht' hat, bevor wir wieder irgendwo hin 'gebracht' werden!"
Pferdchen, ernst: "Das Krieger sollte Forschende bringen, die ein Waffe gegen die Kampfpilze bauen k?nnen ... Aber von hundert sind nur noch wir zwei übrig ... Ihr seid zu sp?t gekommen."
Hisch, die diese Antwort nicht erwartet hat, ist betroffen.
Giftstrauss: "Ihr müsst auf jedes Fall ein Waffe gegen die Kampfpilze finden. Sonst ist ein Leben auf diesem Erde nicht mehr m?glich."
Grosses Schweigen.
Antara: "Das ist nicht so einfach. Wenn wir etwas konstruieren, das m?chtiger ist als die Kampfpilze ... Wird es sich nicht pl?tzlich gegen uns wenden? ... Und haben wir dann nicht ein noch gr?sseres Problem? ..."
Die Worte machen Eindruck ...
... und Antara f?hrt fort: "... Jetzt, wo wir das Problem kennen, sollten wir uns Zeit nehmen, es zu l?sen ... auf ein Weise, das wir nie werden bereuen müssen ... Lasst uns die Pilze studieren, ... bis wir das Weg sehen."
Hisch, kritisch: "Dann wird das aber nichts mit Aufbrechen. Es gibt scheinbar kaum noch Lücken zwischen den Pilzen, sodass wir erst weiterkommen, wenn wir sie bek?mpfen k?nnen."
Meneor, l?chelnd: "Wir k?nnen gehen."
Hisch, erstaunt: "Und wie ..."
Meneor, l?chelnd: "Mit Singen."
Hisch fühlt sich verarscht: "Spinnst du jetzt v?llig?!"
Meneor streckt Tanja die Hand hin und sagt freundlich: "Kommen Sie, Frau Stadtpr?sident. Wir singen."
Mit starrem Blick und verkrampftem L?cheln reicht Tanja ihm die Hand.
Hand in Hand, als bef?nden sie sich auf einem gemütlichen Sonntagsspaziergang, schlendert Meneor mit Tanja in die Wüste.
Nun beginnen beide zu singen ...
... und Tanjas Gesicht entspannt sich dabei.
Da schiessen schon, nicht all zu weit vor ihnen die Tentakel aus dem Boden ...
... und wiegen sich in der Musik.
Giftstrauss, zu dem auf seinem Rücken sitzenden Held: "Wollen wir, Chief?"
Held, ernst und würdevoll: "Ja."
Pferdchen und Giftstrauss folgen Meneor in leichtem Trab, w?hrend Pferdchen begeistert 'Jahuuu' ruft.
Giftstrauss und Pferdchen stellen sich vor die Singenden ...
... und Giftstrauss ballert seine Enzymkügelchen auf die Tentakel, ...
... sodass sich diese schnell in harmlosen Schleim verwanden.
W?hrend sich die Karawane, inkl. Bioskop, Tank, Trage und Hilfsorgane in Bewegung setzt, turnt Piri, übermütig radschlagend nach vorn, ...
... um neben Meneor auf den Füssen zu landen.
Sie strahlt Meneor an, ...
... nimmt seine freie Hand ...
... und stimmt ein in den Gesang.
Wagon, die einige Meter hinter Martin geht, f?llt auf, dass Martin unverwandt auf Meneor starrt.
Wagon flüstert zu Hisch: "Martin starrt immerzu auf Meneor. Was es wohl denkt?"
Hisch, verschw?rerisch l?chelnd: "Lass uns Antara fragen."
Von hinten ist zu sehen, wie Wagon und Hisch mit Antara tuscheln.
Antara, flüsternd: " 'Das Kerl hat gleich zwei Frauen und ich keine.' "
Hisch und Wagon werfen sich einen l?chelnden Blick zu.
Wagon, flüsternd: "Das k?nnen wir ?ndern."
Erstaunt bemerkt Martin, wie Hisch und Wagon je eine seiner H?nde ergreifen ...
... und mit Unschuldsmine neben ihm gehen.
Martin, etwas verwirrt: "Warum ..."
Hisch:
"Tut Lust in unsern Schenkeln spriessen,
so woll'n sie frisches Fleisch geniessen."
Martin, verlegen: "Aber ich war nie ein sch?ner Mann. Und jetzt bin ich ein alter Knacker."
Wagon, lachend: "Wann hast du das letzte Mal in das Spiegel gesehen? Du bist jetzt jung und knusprig."
Hisch, grinsend: "Zum Anbeissen."
Martin, wie oben: "Aber ..."
Hisch: "Du kannst bei uns jedes Zeit einkehren."
Wagon: "Unsere Schenkel stehen dir offen."
Martin, err?tet: "Ihr seid so schockierend schamlos."
Hisch: "Und wozu dient Scham?"
Wagon:
"Du musst dich immer nur verstecken,
damit du nirgends tust anecken."
Martin, Stirn runzelnd: "Macht ihr es euch nicht zu einfach? Sollen all die h?sslichen, runzligen, aus der Form geratenen, stinkenden Knacker schamlos auf die hübschen M?dchen los gehen, die dann schamlos die Schenkel spreizen, um sich danach vor Ekel zu übergeben?"
Hisch lacht anerkennend: "Oh Martin, was für ein Bildkraft!"
Auch Wagon lacht.
Hisch: "Du darfst nicht ein einzelnes Eigenschaft der Genvilles auf die Natürlichen übertragen."
Wagon: "Wenn du einem das rechte Bein verl?ngerst, damit es schneller laufen kann, wird es nur noch hinken."
Hisch: "Und wenn du das zweite Bein auch verl?ngerst, kann es zwar schneller laufen, aber wird an Herzversagen sterben, weil die neuen Muskeln für das kleine Herz zu gross waren."
Martin, bekümmert: "Aber ich bin natürlich und kann nicht so tun, als w?re ich ein Genville."
Hisch, sinniert: "Wir arbeiten daran, das Bedürfnisstruktur von Lebenden zu wandeln."
Martin, kritisch: "So so, dann werde ich einfach 'gewandelt' und zwischen eure Schenkel geschoben."
Wagon, lachend: "Das Ausüben von Macht über andere liegt nicht in unseren Genen. Wir werden nur Lebende wandeln, die es wollen."
Martin, bekümmert: "Gibt es keinen andern Weg?"
Hisch: "Sag Martin, wer von den Natürlichen, die uns begleiten, ist glücklich?"
Wagon: "Und gibt es viele in Natural City, die glücklich sind?"
Martin, nachdenklich: "So gefragt, ... ich glaube nicht. Als Politiker konnte ich nicht das Glück verwalten, sondern musste t?glich Wogen der Unzufriedenheit gl?tten, bis dieser Tsunami der Wut mich weggefegt hat:"
Hisch, einfühlsam: "Und findest du es so verwerflich, wenn wir ein Weg suchen, diese Wogen des Unzufriedenheit gar nicht erst entstehen zu lassen?"
Martin, wie oben: "Nein, wenn der Gedanke, am Menschen herumzufummeln, nur nicht so unheimlich w?re. K?nnt ihr mir garantieren, dass ihr nicht willf?hrige Menschen produziert, die perfekt gehorchen wie in einem Ameisenstaat?"
Hisch: "Wir sind beileibe nicht perfekt, ich am allerwenigsten. Aber hast du das Gefühl, wir Genvilles seien Ameisen?"
Martin, etwas überrascht von der Frage: "?hm ... nein ..."
Martin, mit feinem L?cheln: "... Ihr seid schon sehr ... individuell."
Wagon, nachdenklich: "Aber ich muss dir recht geben, Martin: Das Vorstellung eines menschlichen Ameisenstaats ist nicht nur unheimlich, sondern gruselig."
Wagon, l?chelnd: "Nun, Martin, vielleicht kann auch ein Natürliches sein Hang zum Schwarz-sehen überwinden, indem es nur sein Betrachten der Dinge wandelt."
Hisch, grinsend: "Zum üben kannst du die beiden Dinge an deinen H?nden mit Genuss betrachten, ohne finstere Gedanken zu wecken."
Wagon, l?chelnd:
"Du fragst, was heut' dein Glück bedingt?
Nun, sieh', ohn' üben nichts gelingt."
Martin l?chelt schr?g, ...
... fasst die H?nde von Wagon und Hisch fester ...
... und versucht im Weiter-gehen ein entspanntes L?cheln.
Gegen Abend wird die Landschaft leicht hügelig.
Martin Eck zu Doktor Meer: "Was geschieht, wenn Giftstrauss keine Munition mehr hat?"
Doktor Meer, mit grimmigem L?cheln: "Dann sprechen wir unser letztes Gebet."
Martin, der diese Antwort erwartet hat, nickt ernst ...
... und sagt lakonisch: "Sehr tr?stlich."
Meneor beobachtet die Wüste vor ihm.
Seine Augen sehen auf Wunsch auch den Infrarotbereich, sodass die unterirdischen Kampfpilze sich als hellere Stellen auf der Oberfl?che verraten.
Vor Giftstrauss und Pferdchen, die sich einige Meter vor Meneor befinden, hat es keine hellen Flecken mehr.
Meneor zu Piri: "Vor uns hat es keine Kampfpilze mehr."
Erfreut h?rt Piri die Nachricht, ...
... l?sst Meneors Hand los ...
... und rennt, 'Juhuuu' rufend, nach vorn.
Noch bevor sie Giftstrauss erreicht, sinkt ihr Fuss etwas ein im Sand und ein Enzymkügelchen rollt auf die Haut ihres Fusses.
Sofort beginnt Piris Bein sich von unten nach oben in Schleim zu verwandeln, sodass die Knochen sichtbar werden.
Lara schreit voller Entsetzen: "Piriii!!!"
Piri schaut l?chelnd zurück, w?hrend sich ihre Hüften und das andere Bein in Schleim aufl?sen und das Skelett preisgeben.
Meneor springt, ein Messer ziehend, aus dem Stand ab wie eine Stahlfeder.
Gel?hmt vom Schock, sehen die drei Schwestern, wie sich auch der Oberk?rper der l?chelnden Piri in Schleim aufl?st.
Irritiert sieht Piri Meneors Messerarm in gewaltigem Schwung auf sich zurasen.
Bevor Piris Hals sich aufl?sen kann, durchtrennt Meneor ihn, ...
... packt den Kopf an den Haaren ...
... und wirft ihn wie einen Ball dem verblüfften Aladan zu.
Meneor schreit: "Hilfsorgane!"
Aladan zuckt unter der Donnerstimme zusammen, reagiert aber blitzartig, ...
... indem er den Kopf auff?ngt ...
... und ihn sofort dem neben ihm befindlichen Hilfsorgane hinh?lt.
Sofort zucken Hilfsorganes Tentakel zu Piris Hals ...
... und schliessen die Wunde.
Als Kopf eines Schlangenbündels schwebt die v?llig verwirrte Piri nun über Hilfsorgane.
Wagon, tonlos vor Entsetzen: "Auf so ein brutales Rettungsmethode kann auch nur ein Krieger kommen."
Lara, mit Tr?nen in den Augen: "Wie ich dieses brutale Mann liebe!"
Hisch sinkt bloss vor Entsetzen auf die Knie.
Hisch, w?hrend ihr die Tr?nen übers Gesicht laufen: "Wir haben unser Schwester sterben sehen."
Besorgt nimmt Wagon sie in die Arme und flüstert: "Hab kein Angst, liebes Schwesterchen, es wird leben."
Meer: "Was ist geschehen?"
Giftstrauss: "Sie muss eines meiner Enzymkügelchen berührt haben ... Ich habe es wohl daneben geschossen."
Held, der immer noch auf Giftstrauss reitet, zeigt keine Regung.
Martin, betroffen: "Was für eine schreckliche Waffe."
Chromos 5, betroffen: "Antara hat ja gesagt, dass ein Waffe gegen das Pilz noch schrecklicher sein k?nnte als das Pilz selbst."
Nachdenkliches Schweigen.
Meneor kniet neben Hilfsorgane und mustert Piris Kopf, dessen Augen nun geschlossen sind. Meneor, ernst: "Was sagst du, Hilfsorgane?"
Hilfsorgane: "Soweit ich es spüre, hat ihr Gehirn kein Schaden. Ich habe es ruhiggestellt ... das Schock und die Schmerzen."
Meneor nickt ernst, ...
... nimmt Piris Kopf in beide H?nde ...
... und küsst sie z?rtlich auf ein Auge.
Wie Meneor sich erhebt, stehen die drei Schwestern nahe um ihn herum ...
... und fassen ihn ernst und schweigend an.
Lara umarmt ihn und küsst ihn sanft.
Wagon umarmt und küsst ihn sanft.
Hisch umarmt und küsst ihn sanft.
Meneor h?lt seine H?nde, mit den Handfl?chen nach oben, locker vor sich hin.
Die drei Schwestern legen ihre H?nde in die Seinen.
Ein leichtes L?cheln auf den Lippen stehen sie da, als schl?ssen sie schweigend einen Bund.
Held ruft ungeduldig von seinem hohen Strauss herab: "Geht's jetzt weiter oder spielen wir noch eine Runde 'Froh und dankbar'?"
Meneor, auf den folgenden, etwas gr?sseren Hügel zeigend: "Wir sollten auf diesem Hügel übernachten. Dort kann ich gut sehen, ob das Pilz oder etwas anderes sich n?hert."
Chief Held, ver?chtlich: "Rasten ist für Memmen."
Aladan, sp?ttisch: "... sprach jenes, das das ganze Tag auf dem Rücken eines Wesens sich ausgeruht, zu jenen, die das ganze Tag das Widerstand des Wüste mit ihren eigenen Füssen bezwungen."
Gel?chter.
Estragon, den von Meneor bezeichneten Hügel anhimmelnd:"
"O Hügel, g?nn uns dein Busen für dieses Nacht.
O Hügel, sieh doch, was das Tag für Schrecken uns gebracht.
O Hügel, lass bald gleiten uns mit diesem schw?rend Kummer,
o Hügel, tief hinein in ein See voll süsses Schlummer."
Klatschen, Lachen, Bravorufe. Chief Held wird rot vor Wut ...
... und reitet grollend, gefolgt von Pferdchen, den besagten Hügel hoch.
Wie alle sich auf dem Hügel niedergelassen haben, ...
... geht Wagon zu Tank und sagt: "He Tank, wie w?re es mit einem m?glichst ausgewachsenen Wasserbusch und einem Früchtestrauch. Dann k?nnten wir morgen unsere Vorr?te erg?nzen."
Tank: "Das Idee ist blendend, aber es geht nicht."
Wagon, erstaunt: "Warum nicht, willst du uns verhungern lassen?"
Tank: "Ich habe nur ein langsam wachsendes Version gespeichert. Du musst mit Bioskop zuerst die Gens?tze für schnell wachsende Versionen herstellen. Estragon hat ja gezeigt, wie so was geht."
Wagon, sich Schulter zuckend Bioskop zuwendend: "Wenn's nur das ist."
Yon n?hert sich dem etwas abseits im Sand sitzenden, von Pferdchen und Giftstrauss umgebenen, immer noch schmollenden Held. Yon will ihn aufheitern und sagt mit etwas unsicherer Fr?hlichkeit: "Komm, Chief, sei nicht sauer. Du kannst hier nicht rumbefehlen. Wenn du etwas erreichen willst, musst du sie überzeugen."
Held, mit grimmiger Wut: "Ich h?tte dem Strauss befehlen sollen, sie alle umzubringen."
Yon erschrickt ...
... und protestiert: "Aber Chief, du kannst doch nicht alle umbringen, bloss wegen einer Meinungsverschiedenheit."
Held, b?se l?chelnd: "Es w?re ja nicht das erste Mal oder?"
Yon hilflos: "Aber Chief ..."
Held, unwirsch: "Ach, geh doch zu deinen Freunden und lass mich in Ruhe!"
Yon wendet sich verwirrt ab und denkt: 'Er ist der Mensch, den ich am meisten liebe ...'
Traurig schlendert Yon davon und denkt: '... Aber ich habe keinen Zugang mehr zu ihm ... Er kommt mir vor wie ein Fremder ...'
Yon, wie oben, denkt: '... Was ist bloss geschehen?'
Pl?tzlich legen sich zwei Arme um Yons Hals und Chromos 5s l?chelndes Gesicht taucht vor ihm auf.
überrascht bleibt Yon stehen und Chromos 5 sagt l?chelnd: "Du schaust so traurig, Yon, was hast du?"
Yon err?tet und sein Herz schl?gt heftiger.
Da st?sst Yon Chromos 5 impulsiv weg ...
... und sagt, verwirrt und traurig wegstolpernd: "Lass mich in Ruhe! ... Du kannst ja Antara fragen. Die kann Gedanken lesen."
Chromos 5s wacher, neugieriger Blick folgt Yon, der sich weiter weg in den Sand kauert.
Antara betrachtet stehend den Sonnenuntergang, ...
... wie Chromos 5s Arme sich um ihre Hüften legen und Chromos 5 ihr ins Ohr flüstert: "Antara, k?nntest du Yons Gedanken für mich lesen?"
Antara schliesst ihre Augen und sagt: "Ja Liebstes."
W?hrend Antara sich konzentriert, wandern Chromos 5s H?nde Antaras Bauch empor zu ihren Brüsten, ...
... an den Seiten hinunter zu den Hüften, ...
... über den Hintern ...
... nach vorn zwischen die Schenkel.
Antara, mit geschlossenen Augen, leicht zitternd, schwach l?chelnd, protestierend: "Wie soll ich mich konzentrieren, wenn deine H?nde mich erzittern lassen?"
Chromos 5, auf den Knien, ihren Schenkel streichelnd, l?chelnd: "Das macht doch nichts ... Wenn du dich schlecht konzentrieren kannst, dauert es einfach etwas l?nger."
Antara, geniesserisch: "Ja, ... etwas l?nger ... Das ist gut ..."
Antara, auf den Knien, ihren Hintern Chromos 5 hinstreckend: "Gib mir dein Samen. Amen."
Chromos 5, seinen Mantel herabgleiten lassend, l?chelnd: "Was für ein sch?nes Gebet."
W?hrend Chromos 5 sie von hinten nimmt, stammelt Antara: "Yon ist ... verwirrt, ... weil Held ... es zurückst?sst ... Held ist ... für es fremd geworden ... Yon fragt sich... warum ... es fühlt sich ... einsam und verstossen."
Antara schreit in der Haltung einer heulenden W?lfin ein lustvolles 'Aiiihhh' in den Abendhimmel, ...
... sodass Meneor mit gezogenem Messer aufspringt.
Der neben ihm am Boden liegende Aladan klopft Meneor beruhigend auf die Wade und sagt: "Komm runter, Meneor ... Das ist nur wieder ein Frau, das Chromos 5 zum Explodieren gebracht hat."
Meneor schaut etwas bel?mmert und die drei Schwestern kichern.
Meneor, sich setzend: "Aber so hat es bei mir noch nie geschrien."
W?hrend Wagon und Hisch kichern, sagt Lara tr?stend: "Weisst du, Meneor, ein Wesen ist nicht immer gleich drauf. Antara hat heute Dinge erlebt, die seine Nerven bis zum ?ussersten angespannt haben. Das macht es vielleicht besonders anf?llig für ein 'Explosion'."
Meneor, scharfsinnig zu den Schwestern: "Aber ihr habt das doch auch erlebt."
Estragon, der neben Aladan liegt: "Du meinst, wir sollten uns auch explodieren lassen?"
W?hrend Estragon, Aladan und Meneor sich in schweigendem Einverst?ndnis anschauen, halten die Schwestern ihnen kichernd den Po hin und rufen: "Her mit den Lunten!"
Die drei M?nner springen auf die Schwestern zu. Meneor, im Sprung: "Auf sie!"
Estragon und Aladan, im Sprung: "Unter sie!"
W?hrend Meneor auf Lara landet, landet Aladan unter Hisch und Estragon unter Wagon.
Hisch gibt dem verdutzten Aladan eine Ohrfeige und schimpft: "Wie wollt ihr uns wohl zum Explosion bringen, wenn ihr Kerle zu faul sein, euer Hintern zu bewegen?!"
W?hrend Estragon und Aladan sich unter Hischs hitzigem Blick aufrappeln, lachen Wagon, Lara und Meneor.
Mit stillem L?cheln wandelt Chromos 5 auf den immer noch im Sand kauernden Yon zu, ...
...bleibt neben ihm stehen und sagt: "Ich habe Antara gefragt."
Yon schaut, nicht verstehend, zu Chromos 5 auf.
Chromos 5, l?chelnd: "Es hat deine Gedanken gelesen und sagt, du seist verwirrt und einsam, weil du kein Zugang mehr hast zu Chief Held."
Yon, finster und traurig: "Ich wollte natürlich nicht, dass du Antara fragst. Hast du das nicht an meinem Tonfall gemerkt?"
Chromos 5 setzt sich zu Yon, ...
... strahlt ihn an und sagt: "Nein. Du warst ver?rgert, aber dein Vorschlag war gut."
Yon schliesst ersch?pft die Augen.
Chromos 5, wie oben: "Es ist doch gut, wenn jemand deine Gedanken liest. Dann bist du nicht einsam."
Yon, ver?chtlich: "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ein solcher Lesevorgang die Einsamkeit verscheucht ..."
Yon, melancholisch: "... Dazu geh?rt mehr ..."
Chromos 5 beugt sich neugierig vor: "Was denn?"
Yon, wie oben: "... verstanden und geliebt werden ..."
Chromos 5, wie oben: "Hat Chief Held dich verstanden und geliebt?"
Yon, mit unsicherem Blick zu Chromos 5: "Diese Frage macht mir Angst ..."
Chromos 5s Augen scheinen Yons Worte aufzusaugen ...
... und lassen ihn unwillkürlich weitersprechen, wie oben: "... Ich habe pl?tzlich begriffen, dass ich mich nie wohl gefühlt habe in seiner N?he ... Ich habe es verdr?ngt, um mir ein bisschen Geborgenheit zu schaffen ... Aber jetzt zerf?llt sie, diese Illusion von Liebe ... Es ist, als h?tte ich mein Lebensgeb?ude aus Asche über einer schwarzen Schlucht errichtet ..."
Yon, vor sich hinstarrend, als blicke er in eine ferne Welt: "... Ein Windstoss bl?st alles weg ... Zurück bleibt eine ungeheuerliche Nacktheit ..."
Yon, Chromos 5 anschauend, verbittert: "... Dieser Mann kann gar nicht lieben!"
Aus den traurigen, hilflosen Augen Yons stiehlt sich eine Tr?ne.
Chromos 5s Hand legt sich auf Yons Wange und wischt die Tr?ne mit dem Daumen weg. Yon ist überrascht ...
... und ergreift Chromos 5s Handgelenk, um die Hand wegzuziehen.
Chromos 5 l?sst die Hand wegschieben und sagt mit seinem unergründlichen, freundlichen L?cheln: "Du wirst jetzt dein Nacktheit in mein Schoss legen und dich tr?sten lassen, bis du dich wieder angezogen fühlst."
Yon ist verwirrt ...
... und l?sst in seiner Verwirrung widerstandslos geschehen, dass Chromos 5 seinen Kopf in den Schoss bettet.
Mit dem Kopf in Chromos 5s Schoss schaut Yon zum Himmel, w?hrend Chromos 5s Hand z?rtlich seine Haare streichelt.
Aus Yons auf den Himmel gerichteten Augen fliessen Tr?nen.
Szeneanfang:
Mitten in der Nacht wacht Antara auf. Durch ihren Schleier sieht sie, hundert Meter entfernt, am Rand der pilzfreien Zone, ein grosses, weisses Gebilde, bestehend aus einer Fl?che und einer halbkugelf?rmigen Kuppel darüber. Antara denkt erstaunt: 'Ambellmi ... Das ist Ambellmi!'
Als würde sie von einer magischen Kraft angezogen, erhebt sich Antara und geht auf das Gebilde zu.
Meneor, der Wache steht, beobachtet Antara, ...
... um dann mit seinem Infrarotblick den Wüstenboden vor Antara abzusuchen. Die dunkle, pilzfreie Zone hebt sich deutlich ab von der Pilzzone, wo überall helle Flecken zu sehen sind, die mit zahlreichen Armen untereinander vernetzt sind. Insbesondere das weisse Gebilde leuchtet hell. Viele Pilzarme laufen unterirdisch darauf zu.
Antara schreitet auf das Gebilde zu und denkt: 'Ambellmi ist ein freundliches Traum ... Was, wenn das Kampfpilzwesen mich gar nicht t?ten, sondern mir etwas sagen will? ...'

