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Band 32

  Die Giftkapsel trifft den Mann ins Gesicht, ...

  ... sodass aus seinem zerfliessenden Sch?del ausser einem "Ung" kein Laut mehr kommt.

  In groteskem Kontrast zu dem verheerenden Schaden, den sie angerichtet haben, trippeln die vier Held-Ballerinen l?cherlich zwischen den Schleimlachen der Reittiere vorw?rts, ...

  ... an den seitlichen Aufg?ngen zu den oberen Stockwerken vorbei, ...

  ... bis sie auf ein massives Metalltor stossen, welches die gesamte Rückwand einnimmt.

  Sie drehen sich mit dem Rücken zum Tor, sodass sie hinter der Decke nicht zu sehen sind.

  Pferdchen: "Bleiben wir hier gemütlich stehen oder weiss jemand, wie wir das Tor ?ffnen k?nnen?"

  Endo: "In einem der oberen Stockwerke muss eine Steuerung für die Elektromotoren sein."

  Giftstrauss verl?sst den Schutz der Decke, rennt auf eine Tür in der Seitenwand zu und sagt: "Dann sollten wir jetzt die oberen Stockwerke erobern."

  Pferdchen folgt Giftstrauss und sagt: "Ja, bringen wir alle um. Das haben wir bei den Chromos 2 Kriegern auch immer so gemacht."

  Endo ist schockiert. Held eher überrascht.

  Wie die Kampforganismen oben in der Tür?ffnung verschwinden wollen, h?lt der verdatterte Endo sie stotternd zurück: "He ... wartet ... warum wollt ihr ... alle umbringen?"

  Pferdchen dreht sich um und sagt tief ernst zu Endo: "Immer wenn wir ein Chromos 2 Krieger verschont haben, hat's ?rger gegeben."

  Endo, erschüttert: "Aber das sind doch bloss Natürliche."

  Pferdchen, wie oben: "Umso schlimmer. Wenn wir ein einziges Vulkanperson am Leben lassen, werden alle Gartenleute ausgerottet."

  Endo ist geschockt.

  Giftstrauss: "Am besten bleibt ihr hier im Schutz des Decke. Wir erledigen das."

  Held packt seine Waffe mit beiden H?nden, stürmt den Kampforganismen nach und schimpft ver?rgert: "Diese Mistviecher machen wieder, was sie wollen. Pack die Decke ein! Jetzt ist Krieg!"

  Der verwirrte Endo gehorcht ...

  ... und alle vier rennen die Treppe hoch ins erste Stockwerk. Giftstrauss: "Wenn du schon mitkommen willst, mach wenigstens kein L?rm mit deinem Ding da. Wir putzen n?mlich alles weg mit einem Putzigkeitsattacke."

  Endo denkt verwirrt: 'Putzigkeitsattacke?'. Held schnaubt wütend.

  Zielstrebig rennen die Kampforganismen durch den Bürotrakt, ohne sich um geschlossene Türen zu scheren.

  Nach einigen Abzweigungen bedeutet Pferdchen den beiden M?nnern mit Handzeichen, sie sollen anhalten und leise sein.

  Aus der Tür?ffnung vor ihnen ist Stimme A zu h?ren: "In Helds Haut m?chte ich nicht sein. Wenn der Grosse ihn erwischt, zieht er ihm n?mlich die Haut in Streifen vom Leib."

  Stimme B: "Dann gibt's für uns in Menschenhaut gewickelte Karotten zu futtern."

  Stimme C: "Hauptsache wieder mal Fleisch."

  Jetzt dringt nur noch hartes Gel?chter aus der Tür?ffnung. Endo ist schockiert. Held l?chelt grimmig. Pferdchen setzt ein freundliches L?cheln auf und wirft sich in die Pose eines edlen Dressurpferdes. Auch Giftstrauss zwingt sich zum L?cheln.

  In dieser Haltung spazieren die Kampforganismen durch die Tür?ffnung hinein in die Kantine, wo ein Dutzend Bewaffnete auf den Tischen und Stühlen herumflegeln.

  Wie sie aus dem Augenwinkel die Bewegung an der Tür sieht, reisst eine Frau nerv?s ihr Gewehr hoch.

  Wie sie die Kampforganismen sieht, sagt sie l?chelnd: "Ach, das sind ja nur Helds putzige Haustierchen ..."

  Frau, sp?ttisch: "Die sind ihrem Herrchen bestimmt davon gelaufen, weil sie nichts mehr zu fressen bekommen haben."

  Allgemeines Gel?chter.

  Ein kurzes Giftkapseln-Stakkato von Giftstrauss und die grinsenden oder lachenden Gesichter beginnen zu schmelzen. Nur noch ersticktes "Ung" und "Uhm" ist zu h?ren, ...

  ... bevor die K?rper zu Boden tropfen ...

  ... und schliesslich nur noch leere Kleider und Schleimlachen an die stolze Kampftruppe erinnern.

  Endo starrt kreidebleich auf dieses Bild und denkt: 'Jetzt verstehe ich ... Scheusslich! ...'

  Wie Giftstrauss und Pferdchen noch mit ihrem L?cheln an Endo vorbei durch die Tür?ffnung trippeln, denkt Endo unbehaglich: 'Die beiden sind mir unheimlich.'

  Held betrachtet die Toten und bemerkt mit zynischem L?cheln: "Ihr werdet meine Haut nicht mehr fressen."

  Held, ernsthaft zu Endo: "Willst du dich nicht bewaffnen?"

  Endo wehrt ab: "Nein danke."

  Endo sieht Held den Kampforganismen folgen und h?rt ihn sagen: "Memme."

  Endo denkt unbehaglich: 'Die drei sind mir unheimlich.'

  Nach einer Zeit sagt Giftstrauss: "Jetzt ist niemand mehr auf diesem Stockwerk ausser beim Grossen."

  Held, mit b?sem Grinsen voranschreitend: "Dann besuchen wir ihn doch mal."

  Wie sie den Vorraum zum Büro des Grossen betreten, schaut die Sekret?rin erschrocken auf.

  Endo bettelt: "Bitte tut ihr nichts. Sie ist doch bloss eine Sekret?rin."

  W?hrend die Kampforganismen l?chelnd bei der Sekret?rin stehen bleiben, geht Held mit Endo auf die Bürotür des Grossen zu.

  Wie Helds Hand die Tür ?ffnen will, ist das Ladeger?usch "Tschaschack" einer Pistole zu h?ren.

  Held und Endo fahren erschrocken herum ...

  ... und sehen wie der auf sie gerichtete Pistolenarm der entsetzten Sekret?rin sich tropfend aufl?st.

  Die Pistole f?llt auf den Empfangstresen. Das Gift frisst sich rasend schnell zum Oberk?rper durch. Es reicht gerade noch für einen "Aaaahhh!"-Entsetzensschrei, ...

  ... dann l?sen sich Kopf und Oberk?rper der Sekret?rin auf.

  Pferdchen grinst: "Das Grosse ist nicht da. Nur das 'Sekret?rin' hat uns noch gefehlt."

  Endo steht nur da, starrt auf die Reste der Sekret?rin und schluckt leer. Held tritt mit einem wütenden "Pah" die Bürotür des Grossen auf.

  Held schaut sich suchend in dem leeren Büro um und denkt grimmig: 'War ja klar.'

  Held brüllt pl?tzlich los: "Kommt mal alle her!"

  Mit fragenden Gesichtern kommen die drei durch die Tür.

  Kaum sind sie im Büro des Grossen, brüllt Held wütend: "Ihr verdammten Monster gehorcht mir einen feuchten Dreck! Ihr macht, was ihr wollt, und behandelt mich wie einen Clown! Das wird jetzt anders! Ab sofort gehorcht ihr aufs Wort meinen Befehlen!"

  Pferdchen, ungerührt: "Wir tun doch genau, was du sagst, Chief Clown. Hast du das noch nicht begriffen?"

  Held l?uft dunkel an vor Wut und will gleich explodieren. Giftstrauss, bes?nftigend: "Warte noch mit Explodieren, Chief Clown. H?r zuerst, was Pferdchen zu sagen hat."

  Die Chuzpe der beiden raubt Held die Worte und so bleibt ihm nichts weiter, als zuzuh?ren. Pferdchen doziert: "Du bist natürliche Soldaten gewohnt, deren Angst, Hass und Dummheit du mit Disziplin ausgleichen musst. Bei Giftstrauss und mir ist das Angst nur so stark, dass es als schwaches Alarmsignal dient. Natürliche Perversionen wie Hass, Wut, Blutdurst, Lust an Grausamkeiten haben wir keine. Und da wir gut vier Mal intelligenter sind als Natürliche, kannst du uns auch nicht als dumm bezeichnen ..."

  Pferdchen, wie oben: "Ihr l?cherlichen Figuren habt doch null Kampfkraft. Wenn du uns zwingst, kleine Befehlsschritte abzuarbeiten, l?hmst du unser Intelligenz, verzichtest auf unser Erfahrung und reduzierst gewaltig unser Reaktionsverm?gen ..."

  Endo betrachtet das niedliche Pferdchen und denkt: 'Wer ist hier eine l?cherliche Figur?'

  Pferdchen, wie oben: "Wir gehorchen nicht deinen Befehlen, sondern deinen Zielen. Kannst du nicht auf das Vergnügen verzichten, uns rum zu kommandieren? Kannst du dich nicht stattdessen daran erfreuen, dass du deinen Zielen n?her kommst? Glaubst du, das Krieger h?tte mit uns paar Dutzend Kampforganismen 100.000 Chromos 2 Krieger vernichten k?nnen, wenn es jedes einzelne Handlung h?tte befehlen müssen?"

  Endo schluckt leer und denkt: '100.000 ...'

  Helds Zorn ist abgeflaut. Pferdchens Worte geben ihm zu denken und in seinem Gesicht arbeitet es entsprechend.

  Held, widerwillig: "Einverstanden ..."

  Damit er doch noch etwas zu befehlen hat, bellt Held: "Aber ihr werdet mich nicht mehr 'Chief Clown' nennen, verstanden?!"

  Pferdchen und Giftstrauss salutieren und brüllen im Chor: "Jawohl, Chief!"

  Endo muss lachen.

  Ein b?ser Blick von Held bringt Endo zum Schweigen.

  Giftstrauss, kichernd: "Kein Angst, Endo. Blicke k?nnen nicht t?ten."

  Pferdchen kichert. Held macht "Grrr".

  Pferdchen trippelt voraus mit den Worten: "Wir sollten jetzt das Torsteuerung finden."

  Sie rennen durch die G?nge des ersten Stockwerkes, ...

  ... bis sie eine Treppe finden, die nach oben führt.

  Das zweite Stockwerk besitzt einen breiten Eingang ohne Tür. Vorsichtig linst Giftstrauss tief unten um die Mauerecke. Ein unm?blierter, kühler Empfangsraum wird beherrscht von einem m?chtigen Tresen, welcher eingefasst ist in Panzerglas. Zu beiden Seiten des Tresens stehen auf Schwenkarme montierte Maschinengewehre, die bedrohlich in den Raum zielen. Hinter dem Panzerglas sitzen zwei Wachposten, die sich die Zeit mit einem Kartenspiel verkürzen.

  Giftstrauss, zu den anderen: "Da ist ein schwer bewachtes Glashaus. Ob da das Steuerung drin ist?"

  Pferdchen: "Jedenfalls müssen wir daran vorbei."

  Giftstrauss, viel sagend zu Pferdchen: "Hast du Hunger?"

  Pferdchen, mit aufmerksamem Blick zu Giftstrauss: "Immer."

  Giftstrauss, l?chelnd: "Dann lass uns ein Keks holen."

  Pferdchen grinst verstehend: "O ja."

  Endo und Held tauschen einen Blick aus, der zeigt, dass sie die Kampforganismen für verrückt halten, ...

  ... und registrieren erschrocken, wie sich Giftstrauss durch die Tür?ffnung in Bewegung setzt, gefolgt von Pferdchen.

  Gleich hinter der Tür?ffnung beginnt Giftstrauss mit dem Schnabel an seinem K?rper rum zu machen, als wolle er sich putzen.

  Pferdchen legt sich neben Giftstrauss auf den Rücken, streckt die Beine von sich und rollt sich hin und her, was putzig anzuschauen ist.

  Wachmann A wird auf das Treiben aufmerksam und sagt überrascht: "Da sind Helds Haustiere."

  Wachmann B schaut auch auf und meint: "Dann ist Held nicht weit weg. Wenn wir ihn fangen, gibt's eine dicke Belohnung vom Grossen."

  Wachmann A, aufstehend: "Dann lass uns die Viecher fangen und als K?der für Held benutzen."

  Wachmann B grinst: "Wir verschnüren sie und legen sie vor das Wachhaus. Dann muss Held sich zwischen unsere Maschinengewehre stellen, wenn er sie befreien will."

  Wachmann A lacht: "Dann kann er w?hlen, ob er sich ergeben oder durchl?chern lassen will."

  Pferdchen rollt sich auf die Füsse ...

  ... und springt mit einem Satz auf den Rücken von Giftstrauss.

  Wachmann B lacht: "Hahaha, hast du das gesehen? Sie machen Kunststückchen."

  Giftstrauss trippelt arglos auf das Wachhaus zu. Wachmann A: "Sie scheinen zutraulich zu sein. Gib mir schnell einen Keks."

  Wachmann A ?ffnet die Tür des Wachh?uschens ...

  ... und geht behutsam, den Keks ausstreckend, auf Giftstrauss zu, der stehen geblieben ist und vorsichtig be?ugt, was da auf ihn zukommt.

  Giftstrauss l?sst seinen Schnabel nach vorn schnellen und den Keks packen.

  Wachmann A, triumphierend: "Es klappt! Schnell, noch einen für den Kleinen."

  Wachmann B eilt mit der Keksdose aus dem Wachh?uschen.

  Giftstrauss spuckt seinen Keks aus...

  ... und den überraschten Wachleuten je eine Giftkapsel ins Gesicht.

  Mit "Wa...?" und "Gnnn" beginnen die Gesichter zu zerfliessen, ...

  ... tropfen über die Hemden, w?hrend sich die Brustk?rbe schon aufl?sen und die steuerlosen Beine einknicken.

  Pferdchen, von Giftstrauss' Rücken springend, zur Tür?ffnung: "Ihr k?nnt kommen."

  Wie die beiden M?nner in der Tür?ffnung auftauchen, zeigt Endos Gesicht Verblüffung, w?hrend Held sich von seinem Staunen nichts anmerken lassen will. Endo, verblüfft: "Sie wollten euch tats?chlich Kekse geben?"

  Giftstrauss und Pferdchen schauen Endo ganz süss an und sagen im Chor: "M?chtest du uns putzige Tierchen nicht auch gern mit Keksen verw?hnen?"

  Endo lacht gezwungen: "Hahaha."

  Held und Endo bewegen sich, mit angeekelten Gesichtern den Kontakt mit den Schleimlachen vermeidend, auf das Wachh?uschen zu.

  Kaum ist Endo drin, ruft er: "Hier ist die Steuerung! Soll ich versuchen, das Tor zu ?ffnen?"

  Held trocken: "Wozu sind wir sonst hier?"

  Pferdchen, zu den beiden M?nnern: "Ihr k?nnt ja noch ein bisschen nett sein zu einander, w?hrend wir hier aufr?umen."

  Endo l?chelt leicht. Held schaut grimmig.

  Die Kampforganismen rennen kichernd in den n?chsten Gang.

  Endo betrachtet das Steuerpult und sagt: "Das Tor dürfte jetzt offen ..."

  Das "Peng, Peng, Peng" von Schüssen unterbricht ihn und beide M?nner schauen alarmiert in die Richtung, wo Giftstrauss und Pferdchen verschwunden sind.

  Endo, besorgt: "Ob Giftstrauss und Pferdchen verletzt sind?"

  Held l?chelt grimmig: "Na und? Diese Chromos 2 Monster sind z?h."

  Endo, vorsichtig: Du scheinst die Produkte der Gentechnik nicht sehr zu sch?tzen."

  Held starrt finster vor sich hin. Endo, beschwichtigend: "Verzeih, wenn ich ..."

  Held schaut Endo an und sagt finster: "Die Chromos 2 Krieger haben meine Leute bei lebendigem Leib aufgefressen."

  Endo, erschrocken: "Oh, das tut mir Leid ..."

  Endo, bedrückt: "Die Chromos 2 Krieger waren eine gewaltige Fehlkonstruktion. Sie wurden ohne jedes Einfühlungsverm?gen hergestellt, was sie für jede Grausamkeit v?llig stumpf machte ..."

  Endos Forscherneugier erwacht: "A... Aber wie konnten Pferdchen und Giftstrauss den Kampf gegen die Gen-Krieger überstehen?"

  Held, kühl: "Sie wurden von einem Chromos 4 Krieger angeführt."

  Endo, geschockt: "Was?! Wie verantwortungslos! Ein solcher Organismus ist fast unbesiegbar!"

  Held, s?uerlich l?chelnd, leise zu sich selbst: "Ja, das habe ich gemerkt."

  Endo, etwas verwirrt: "Wie bitte?"

  Held lenkt ab, mit bitterem L?cheln: "Nichts. Die Genville-Monster scheinen ihn gut im Griff zu haben. Es handelt sich dabei um Chromos 4 und 5 Forschende."

  Endo l?chelt gequ?lt: "Chromos 4 und 5 ... Du machst dich lustig über mich."

  Held, ernst: "Was w?re denn lustig daran, dich anzulügen?"

  Endo, erschüttert: "Aber solche Leute w?ren wie Gottheiten. Sie würden die Welt beherrschen. Niemand k?nnte sie aufhalten."

  Held spielt den Tapferen: "Ja, ich habe es versucht und bin gescheitert. Aber sie sind geschw?cht. Deshalb suche ich jetzt eine neue Streitmacht, um die Gefahr ein für allemal aus der Welt zu schaffen."

  Endo, entschlossen: "Ja, wir müssen sie besiegen, sonst droht der Welt eine Diktatur, die jede Entwicklung erstickt."

  Held denkt mit unbewegter Miene: 'Zum Glück sind Forschende so naive Idioten.'

  Mit kampfbereit nach vorn gerichtetem Gewehr rennt Held in Richtung Treppenhaus und sagt: "Los jetzt!"

  Endo deutet dorthin, wo die Kampforganismen verschwunden sind und sagt unsicher: "Aber ..."

  Endo rennt Held nach, der schon auf der Treppe ist, und sagt aufgeregt: "Aber sollten wir nicht wenigstens hinter der Decke ..."

  Held, ohne sich umzudrehen: "Pah."

  Wieder unten, rennt Held auf das nun offene Tor zu ...

  ... und bleibt sprachlos vor Staunen stehen.

  Vor ihm liegt eine etwa zehn Meter hohe und zweihundert Meter breite Kaverne, die so lang ist, dass das hintere Ende in dem schwachen Licht nicht zu sehen ist. Die H?hle ist angefüllt mit milit?rischem Material aller Art: Transport- und Kampffahrzeuge, Kampfflugzeuge, Helikopter, Kanonen, Raketenwerfer, unz?hlige Gewehre, tonnenweise Munition für all die Waffen, Kampfroboter etc.

  Endo ist neben Held getreten und sagt: "Eindrucksvoll, nicht? Aber die gef?hrlichste Waffe befindet sich weiter hinten in einem kleinen Raum."

  Held, mit auffordernder Geste: "Dann führe uns hin."

  Z?gerlich geht Endo ein paar Schritte hinein.

  Held, unzufrieden: "Warum so langsam?"

  Endo, unsicher: "Vielleicht gibt es hier noch eine Wache oder ein Scharfschütze hat uns im Visier."

  Ver?chtlich schnaubend marschiert Held mit schussbereitem Gewehr an Endo vorbei ...

  ... und hinein in die gigantische Waffenkammer. Unfroh trippelt Endo Held nach.

  Wie sie etwa bis zur Mitte der Waffenkammer vorgedrungen sind, l?sst ein "Stomp, Stomp" in ihrem Rücken ...

  ... sie herumfahren. Mitten auf dem Weg, den sie eben zurückgelegt haben, steht ein vier Meter grosser Mecha. Er besteht haupts?chlich aus zwei Beinen, die in eine Panzerglaskuppel münden. Links und rechts der Kuppel ist je eine Schnellfeuerkanone angebracht, deren Mündungen drohend auf Held und Endo gerichtet sind.

  In der Glaskuppel sitzt der Grosse, der mit triumphierendem Grinsen spricht, sodass seine Stimme aus einem Lautsprecher qu?kt: "Sieh an, der heldenhafte Herr Held mit seiner neuen Freundesbrut."

  Reaktionsschnell breitet Endo die Cham?leondecke über sich und Held, ...

  ... sodass die beiden M?nner zur Verblüffung des Grossen von der Bildfl?che zu verschwinden scheinen.

  Der Grosse betrachtet den Infrarotbildschirm auf seinem Kontrollpult und sieht die W?rmepunkte der M?nner, ...

  ... die sich nun zur Seite bewegen.

  Der Grosse spricht b?se grinsend ins Mikrofon: "Diese l?cherliche Decke kann euch nicht schützen vor meinen Infrarotaugen ..."

  Der Grosse dreht den Mecha den fliehenden M?nnern nach und f?hrt fort: "... Aber danke, dass ihr so aktiv mitmacht bei meinem Partyspass, der da heisst ..."

  Der Grosse bet?tigt den Feuerknopf am Steuerknüppel und schickt mit Ohren bet?ubendem "Taktaktaktak" eine Garbe von Explosionsgeschossen auf das Fahrzeug zu, hinter dem Held und Endo in Deckung gegangen sind.

  Mit noch lauterem "Bumm, Bumm, Bumm" explodieren die Geschosse und zerfetzen das Fahrzeug. Der Grosse brüllt: "... 'Mit Kanonen auf Ratten schiessen', hahahahaha ..."

  Wie Ratten fliehen Held und Endo aus ihrer zerfetzten Deckung hinter das n?chste Fahrzeug, ...

  ... welches sich in Sekunden unter der n?chsten Geschossgarbe in Rauch, Flammen und herumfliegende Trümmer aufl?st.

  W?hrend Endo, seine nutzlose Decke einsteckend, schon zur n?chsten Deckung hastet, reisst Held sein Gewehr hoch und feuert eine kurze Salve auf den Mecha, ...

  ... was jedoch v?llig wirkungslos bleibt.

  Held hechtet zur Seite ...

  ... und wo er eben noch gestanden hat, explodieren Geschosse.

  Verdutzt h?rt der Grosse durch seinen Innenlautsprecher eine Stimme: "He, Grosses, dein Sekret?rin hat gesagt, du habest ein Kleines, hahaha."

  Erbost schaut sich der Grosse um ...

  ... und sieht in Richtung Eingang Giftstrauss stehen, der lachend ruft: "Hier bin ich, Grosses mit dem Kleinen, hahaha."

  Der Grosse denkt wütend und verblüfft: 'Das Vieh kann sprechen!'

  Voller Wut dreht der Grosse den Mecha um ...

  ... und feuert auf Giftstrauss, der jedoch flink zur Seite ausgewichen ist und ruft: "Fang mich doch, hahaha!"

  Wieder ballert der Grosse los und pulverisiert ein Fahrzeug, doch der schwerf?llige Mecha hat Mühe, dem rasenden Strauss zu folgen, ...

  ... was eine Spur der Verwüstung durch das Waffenarsenal zur Folge hat.

  Von dem grotesk ungleichen Kampf fasziniert, stehen Endo und Held da und schauen, was geschieht.

  Endo deutet schweigend in Richtung Mecha.

  Die M?nner beobachten, wie Pferdchen sich, vom Grossen unbemerkt, wieselflink dem Mecha n?hert, w?hrend die Kanonen unbeirrt Giftstrauss zu treffen versuchen.

  Kaum ist Pferdchen unter dem Mecha angelangt, brüllt es aus Leibeskr?ften: "Schliesst die Ohren!"

  Irritiert schaut sich der Grosse um, woher die neue Stimme kommen mag.

  Pferdchen wirft seinen Bombenk?rper ab ...

  ... welcher, kaum ist Pferdchen ein paar Meter weggerannt, gewaltig explodiert.

  Mit einem L?cheln und zugekniffenen Augen wird Pferdchen von der Druckwelle in Richtung von Held und Endo durch die Luft geschleudert.

  Die Explosion zerreisst den Mecha, ...

  ... bringt die Panzerglaskuppel zum Bersten ...

  ... und erreicht den entsetzten Grossen, dessen Leib zerfetzt wird.

  W?hrend Held sich vor der herannahenden Druck- und Trümmerwelle in Deckung wirft, klatscht Pferdchen Endo voll ins Gesicht ...

  ... und reisst diesen von den Beinen.

  Die Explosion fegt über die drei hinweg.

  Dann ist es still. Pferdchen erhebt sich von Endo, ...

  ... der seinen Oberk?rper aufrichtet und verblüfft sagt: "Dein K?rper ist eine Bombe?!"

  Pferdchen, grinsend: "Es hat auch noch Hirn und so."

  Den ausgestandenen Schrecken noch in den Knochen, l?chelt Endo schwach, ...

  ... und meint kritisch: "Aber du h?ttest bei der Explosion sterben k?nnen."

  Stimme aus dem Off: "Ach wo, Pferdchen ist es gewohnt, auf seinen Explosionen zu reiten. Aber ich h?tte sterben k?nnen, wenn das Grosse etwas schneller gewesen w?re."

  Endo schaut auf zum l?chelnden Giftstrauss und sagt ernst: "Ich danke euch. Das war grossartig. Ihr habt uns das Leben gerettet."

  Pferdchen, kokett: "Och, das tun wir doch dauernd."

  Pferdchen und Giftstrauss lachen. Held bleibt unbewegt. Endo muss l?cheln.

  Held, ungeduldig: "Wo ist jetzt diese Superwaffe?"

  Endo schaut sich suchend um ...

  ... und zeigt auf eine Seitenwand der Kammer, wo ein paar Türen zu sehen sind. Endo: "Vermutlich da drüben."

  Kaum haben sie die Seitenwand erreicht, geht Endo zielstrebig auf eine Türe zu.

  Endo schaut durch die ge?ffnete Tür in den Raum dahinter und sagt: "Nichts."

  Endo steuert die n?chste Tür an. Auch Pferdchen und Giftstrauss eilen zu Türen, um die R?ume dahinter zu untersuchen.

  Eine Tür offen haltend, ruft Pferdchen: "Hier sind Raketen!"

  Eine andere Tür offen haltend, ruft Giftstrauss: "Hier ist ein Tankwesen und etwas Flaches!"

  Endo eilt zu Giftstrauss und sagt aufgeregt: "Ist es am Leben?"

  Giftstrauss ruft: "He, bist du am Leben?"

  Endo, lachend: "Ein Tankwesen kann doch nicht sprechen."

  Giftstrauss: "Das Tankwesen der Genvilles kann sich aber ganz gut lustig machen über dich."

  Endo schaut Giftstrauss mit einem "?" an, ...

  ... ist jedoch zu neugierig, um nachzuhaken, und rennt in den Raum, wo ein Tankwesen am Boden steht und ein Genkombinationswesen auf einem Tisch liegt.

  Mit leuchtenden Augen betastet Endo das Genkombinationswesen und sagt: "Sie haben sich in einen Scheintod geflüchtet, um zu überleben. Sie brauchen nur etwas Nahrung und Flüssigkeit, um zu erwachen."

  Held steht in der Tür und sagt ungehalten: "Wo ist hier eine Superwaffe?"

  Endo zeigt auf die beiden Nutzwesen und bemüht sich etwas verwirrt um ein L?cheln: "Na hier, damit kann ich mehr Zerst?rung anrichten als tausend Panzer."

  Held brüllt konsterniert: "Bist du wahnsinnig?! Ich soll noch mehr von diesen Genmonstern in die Welt setzen?!"

  Szeneanfang:

  In seine melancholischen Gedanken versunken, spaziert Yon in der Abendsonne am Ufer des Genville-Weihers.

  Wie Yon aus einem Gebüsch tritt, sieht er Antara am Ufer des Weihers stehen, die Sonne anblickend.

  Erst jetzt f?llt Yon auf, dass da noch Chromos 5, Piri, Meneor und Wagon stehen, die alle erwartungsvoll auf Antara schauen.

  In dem Gefühl, bei etwas Wichtigem zu st?ren, will Yon sich abwenden.

  Wagons Stimme aus dem Off l?sst Yon z?gern: "Bleib doch, Yon."

  Yon, vor sich hin, einsam: "Ich will nicht st?ren."

  Wagon, l?chelnd: "Wenn du das Schatten nicht verscheuchst, st?rst du nicht."

  überrascht von dieser seltsamen Rede schaut Yon Wagon fragend an.

  Aber Wagon deutet nur l?chelnd auf Antara, ...

  ... sodass Yon nun auch dasteht und Antara beobachtet.

  Der Schatten eines Baumes fingert sich an Antara hoch, w?hrend zu beiden Seiten die Strahlen der Abendsonne die Teichlandschaft in ein warmes Licht tauchen.

  Kaum steht Antara ganz im Schatten, verl?sst sie das sie vor den Sonnenstrahlen schützende Schleierwesen ...

  ... und bewegt sich, nackt und wundersch?n, hinein ins Wasser des Teichs.

  Wie auf ein Signal ziehen sich die Genvilles aus und lassen sich zu beiden Seiten Antaras ins dort glitzernde Wasser gleiten.

  W?hrend Antara im Schatten des Baumes bleibt, schwimmen die anderen im ganzen Teich herum. Es ist ein friedliches, fast z?rtliches Bild.

  Antara wendet sich Yon zu und sagt mit feinem L?cheln, in dem nur noch ein Hauch von Melancholie zu spüren ist: "Komm, liebes Yon, versüsse mir dieses Augenblick des Freiheit mit deinem Gegenwart."

  Yon ist erstaunt, dass Antara ihm solche Bedeutung beimisst, ...

  ... und setzt sich ans Ufer. Yon: "Dann werde ich dir von hier aus zuschauen."

  Antara, mit grossem, ernstem Blick, der keinen Widerspruch duldet: "Nein, Yon, ich will, dass du mit mir im Teich des Friedens schwimmst."

  Yon ist hin- und hergerissen von Antaras intensivem Wunsch und der Peinlichkeit, sich vor allen ausziehen zu müssen.

  Schliesslich steht Yon entschlossen auf, ...

  ... dreht sich jedoch zum Entkleiden schamhaft um.

  Verlegen seine Scham bedeckend, l?sst Yon sich rasch ins Wasser gleiten.

  Yon schwimmt langsam auf Antara zu, ...

  ... die ihn mit tiefem Blick fragt: "Spürst du es?"

  Yon weiss nicht, was sie meint, ...

  ... aber die tiefen Augen von Antara ziehen ihn magisch an und er h?rt sie sagen: "Wie das Frieden in dein Herz fliesst ..."

  Doch Yons Schmerz ist zu stark. Er kann es nicht spüren und sagt traurig: "Nein ... es ... ich ... es tut mir Leid ..."

  Antara: "Stell dir vor, dass du in dem Zuneigung schwimmst, das wir für dich empfinden ... Auch wenn wir dein Einsamkeit nicht vertreiben k?nnen ... Du bist nicht verloren ..."

  Yon ist bekümmert, weil nichts zu helfen scheint.

  Yon schliesst die Augen, versucht sich zu entspannen und denkt: 'Auch wenn der Schmerz bleibt ... Ich werde nicht aufgeben!'

  Auf dem Theaterplatz, auf einer freien Stelle neben dem Theater lodert ein gemütliches Lagerfeuer, das aussieht wie ein kleiner, brennender Busch. Um das Feuer herum sitzen die lachenden Genvilles Lara, Hisch, Estragon und Aladan, der amüsiert l?chelnde Meer, der abwesend wirkende Martin und der rohe Steaks kauende Flu. Alle ausser Flu und Martin haben sich ein Steak auf einen Stock gesteckt, welches sie im Feuer braten. Iris steht daneben, deutet auf das Feuer und kommentiert, wobei sie von Ewald "gefilmt" wird.

  Iris kommentiert: "Hier sehen wir ein weiteres Beispiel für die grenzenlose Faulheit der Genvilles. Es handelt sich um einen sogenannten Feuerbusch. Kaum ist sein Same eingepflanzt, w?chst er rasant zu einem kleinen Busch heran, der sich sogleich selber entzündet, um dann als Karikatur eines gemütlichen Lagerfeuers Stunden lang vor sich hin zu brennen, bis er schliesslich aufh?rt nachzuwachsen und rückstandsfrei erlischt. Wo bleibt die Freude des Holzsammelns? Wo der spannende Moment, wenn mit der kleinen, schwachen Streichholzflamme der grosse Feuerbruder erweckt wird? Hier sehen Sie die Zukunft, wo es Gemütlichkeit nur noch als Billigversion im Sonderangebot gibt."

  Die Genvilles klatschen begeistert und rufen "Bravo!", "Bravo, Iris!". Iris ist etwas verblüfft. Ewald grinst.

  Lara, begeistert: "Warum lassen wir für Iris nicht da und dort trockene ?ste wachsen, die es dann einsammeln kann?"

  Hisch, grinsend: "Au ja, dann kann es uns morgen Abend zu einem 'echten' gemütlichen Feuer einladen."

  Iris, Nase rümpfend: "Pah, ich mach mir doch nicht die H?nde schmutzig für so einen Gemütlichkeitsmist."

  Allgemeine Erheiterung. Sogar Iris l?chelt s?uerlich.

  Ewald legt Iris den Arm um die Schultern und meint gut gelaunt: "Komm, Iris, wir futtern jetzt auch ein Steak. Du wirst das bisschen Gemütlichkeit schon ertragen."

  Iris schüttelt Ewalds Arm ab und sagt widerstrebend: "Na gut, aber nur wenn du mir nicht zu nahe kommst."

  Iris und Ewald setzen sich in die Runde. Lara, mitfühlend: "Armes Ewald, ich werde dich zum Dessert vernaschen."

  Ewald wird rot. Gekicher. Iris sagt vor sich hin: "Schlampe."

  Szeneanfang:

  Nach dem Bad n?hert sich Yon, der m?chtig darunter leidet, dass sein Ziehvater ein Massenm?rder ist, mit unglücklicher Miene den Nutzwesen Tank, Trage, Hilfsorgane und Bioskop.

  Trage: "Da kommt ein H?ufchen Elend angeschlichen."

  Yon quittiert die Bemerkung mit einem schiefen L?cheln.

  Hilfsorgane: "He, Nutzlosi, willst du ein Glückscocktail?"

  Yon, geringsch?tzig: "Ja, pump mich ruhig voll mit Drogen. Das ist der Anfang vom Ende."

  Hilfsorgane: "Kein Droge, du Geringschatzi! Ich würde die Botenstoffe in deinem Hirn harmonisieren, sodass dein Stresslevel sinkt und du wieder normal denken kannst. In deinem Zustand baust du doch bloss Scheisse."

  Yon denkt zerknirscht: 'Diese Dinger sind kaum ein paar Wochen alt und durchschauen mich schon bis auf die Knochen ...'

  Yon reisst sich zusammen: "Ich habe da eine Frage ..."

  Bioskop: "Das Universum ist voller Fragen."

  Yon, genervt: "Muss jedes Gespr?ch mit euch Genvilles immer gleich ausarten?!"

  Hilfsorgane: "Warum sagst du das? Findest du das Universum nicht interessant?"

  Yons Nerven liegen blank. Er schl?gt sich die H?nde vors Gesicht und ruft: "Aaahhh!"

  Bioskop: "He, Nutzlosi. So wird das nichts. Du legst dich jetzt auf Trage und l?sst dich von Hilfsorgane beruhigen. Dann lauschen wir deinem Frage und entzücken uns an ihm."

  Yon weiss nicht, ob er jetzt explodieren oder weinen soll.

  Yon schliesst die Augen und denkt: 'Ich benehme mich wie ein Idiot. Ich kann wirklich nicht mehr klar denken.'

  Schicksalsergeben legt sich Yon auf Trage, ...

  ... worauf sich zwei von Hilfsorganes Tentakeln mit Yons Kopf verbinden. Yon, mit geschlossenen Augen: "Und was kostet die Behandlung?"

  Hilfsorgane: "Du meinst, wie kostbar das Behandlung für dich sein wird?"

  Trage: "Das musst du entscheiden."

  Yon, wie oben: "Nein, wie viel Geld kostet eure Behandlung?"

  Bioskop: "Was ist 'Geld'?"

  Yons Gesicht entspannt sich und wirkt seit langem wieder einmal friedlich. Yon denkt: 'War ja klar. Aber irgendwie muss ich mich dem Thema ja n?hern.'

  Yon, wie oben: "Du verrichtest Arbeit und bekommst dafür Geld. Mit dem Geld kannst du das Ergebnis der Arbeit eines andern kaufen."

  Trage: "Klingt kompliziert."

  Bioskop: "Und wozu soll das gut sein?"

  Yon, wie oben: "Wenn jemand faul ist und nicht arbeitet, bekommt er kein Geld und kann sich nichts kaufen. Die Faulen werden so gezwungen zu arbeiten, weil sie sonst verhungern."

  Trage: "Klingt übel."

  Hilfsorgane: "Und wozu leben, wenn das Leben nur aus Schmerzen besteht?"

  Yon, wie oben: "Keine Arbeit zu haben, kann auch schmerzen. Als Security Guard hatte ich die Aufgabe, die Leute zu beschützen. Aber hier in Genville setze ich bloss Pflanzen, die andere entwickelt haben. Ich fühle mich nutzlos."

  Bioskop: "Du bist nutzlos."

  Yon, bekümmert: "Das ist nicht, was ich h?ren wollte. Ich kann hier essen, wohnen, leben, ohne einen bedeutenden Beitrag zu leisten."

  Bioskop: "Aber das ist das Zweck von Genville: Ein bedingungsloses Existenz, damit du frei bist, dem Universum zu begegnen und dein Bestimmung zu finden."

  Yon staunt, ...

  ... will sich damit aber nicht abfinden. "Verdammt, wir Natural Guards wollten euch alle umbringen. Ihr habt mich gerettet und jetzt lebe ich als Schmarotzer auf eure Kosten. Ich liege auf Trage und Hilfsorgane beruhigt meine Nerven, dass ich mich so wohl fühle wie noch nie im Leben. Ihr leistet Arbeit. Und ich nehme nur und gebe nichts."

  Trage: "Du t?uschst dich, wenn du meinst, dein Fliegengewicht zu tragen sei anstrengend ..."

  Hilfsorgane: ... oder deine Botenstoffe zu harmonisieren sei Arbeit."

  Bioskop: "Dir zu helfen ist Vergnügen."

  Yon, triumphierend: "Sehr ihr! Ich m?chte dieses Vergnügen auch haben!"

  Hilfsorgane: "Das Nutzlosi ist raffiniert ..."

  Trage: "... oder bloss so vergnügungssüchtig wie wir."

  Die Nutzwesen lachen.

  Bioskop, seufzend: "Ist es jetzt wirklich auch unser Aufgabe, für die Nutzlosen ein Sinn zu finden, damit sie sich nicht so nutzlos fühlen?"

  Trage: "Vielleicht sollten wir Früchte entwickeln, die in dem Erde wachsen, damit die Nutzlosen sie ausgraben müssen, um sie zu essen."

  Tank: "Oder Fleisch, das rum rennt. Dann müssen sie ihm nachlaufen."

  Die Nutzwesen lachen herzlich über diese absurde Idee.

  Yon nervt sich, weil er sich nicht ernst genommen fühlt: "Gibt's bei euch auch mal ein Gespr?ch ohne Gel?chter?"

  Hilfsorgane: "W?re doch schade."

  Trage: "Lachen tut gut."

  Bioskop: "Wann hast du zum letzten Mal aus vollem Herzen gelacht, Yon?"

  Yon ist verblüfft von dieser Frage ...

  ... und versucht sich zu erinnern.

  Yon, selber erstaunt: "Ich weiss es nicht ... Ich glaube, ich habe noch nie aus vollem Herzen gelacht in meinem Leben."

  Hilfsorgane: "Ein lachloses Leben! Und du willst dir mit Arbeit noch mehr Schmerzen zufügen?"

  Yon protestiert: "Nein, ich will meinem Leben mit Arbeit einen Sinn geben!"

  Bioskop: "Arbeit ohne Gedanken hat kein Sinn."

  Yon: "Wie meinst du das?"

  Bioskop: "Dein bedingungsloses Leben hier macht dir das Kopf frei, um nach dem Gedanken zu suchen, für das du dich bewegen willst."

  Yon: "Statt mich mit Arbeit von meinem Elend abzulenken, soll ich diesen Gedanken suchen ... für den ich mich bewegen will?"

  Yon, mit grossen Augen: "Aber so viel Freiheit hatte ich nie! Ich fürchte mich davor ... frei zu sein."

  Hilfsorgane: "Ja ja, auch davor kann sich ein Natürliches fürchten."

  Trage: "Natürliche finden immer ein Grund, das sie am Glücklich-Sein hindert."

  Yon, unglücklich l?chelnd: "Ein natürlicher Nutzlosi ist wohl nicht die beste Wahl, um auf die Welt zu kommen."

  Bioskop: "Warum stellst du dir nicht das Aufgabe, zum ersten Mal in deinem Leben herzlich zu lachen?"

  Yon, nachdenklich: "Ja, das macht Sinn. Aber ich fürchte, dass ist die schwierigste aller Aufgaben."

  Hilfsorgane:

  "Ohne Furcht kann ich nicht leben,

  sonst t?t Glück noch an mir kleben."

  W?hrend Yon sich ertappt an die Stirn greift, lachen die Nutzwesen fr?hlich.

  Szeneanfang:

  Am n?chsten Morgen stehen Piri und Meneor auf der Theaterbühne und rufen: "Vooortraaag!!"

  Mehr oder weniger verschlafen, finden sich die Leute ein, ...

  ... bis schliesslich Hisch, Wagon, Lara, Chromos 5, Antara, Estragon, Aladan, Flu, Martin, Meer, Iris, Ewald und Yon das Publikum bilden.

  Lara g?hnt: "Wir haben das halbe Nacht gefeiert und ihr brüllt hier in allem Frühe rum."

  Piri kichert: "Wir haben auch das halbe Nacht ge... feiert, ..."

  Piri, mit vor Begeisterung leuchtenden Augen: "... aber unser Idee ist so aufregend, dass wir hellwach sind."

  Hisch mault müde: "Na, das wird ja spannend sein, was so ein Zuckerhühnchen wie dich aus dem Bettchen kitzelt."

  Aladan, sp?ttisch: "Bestimmt will es uns vorschlagen, ein paar Meerschweinchen zu bauen, um Genville zu bev?lkern."

  Chromos 5, ernsthaft: "Ja, darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Vielleicht sollten wir ein neues Spezies erschaffen, um Genville und schliesslich das ganze Planet wieder mit Leben zu füllen. Ich habe an ein Form von Schmetterlingen gedacht, die so intelligent sind wie wir, nur etwa ein Meter lang und aussehen wie Feen. Sie k?nnen natürlich fliegen und sich so ganz selbstverst?ndlich das dritte Dimension erschliessen. Zum Selbstschutz w?chst auf ihren Flügeln Staub, das sie willkürlich aktivieren und abwerfen k?nnen und das aus einem Mix an Gensequenzen besteht, das jedes andere Organismus, das damit in Berührung ger?t, sofort zerst?ren ..."

  Aladan, mit vornehmem Spott: "Wie w?r's, wenn du ein wenig von dem Staub auf deine Worte streuen würdest, damit sie sich aufl?sen und Platz machen für Piris Vortrag?"

  Estragon, ?ngstlich zum Himmel schauend: "Dein Spezies ist mir unheimlich. Wenn ich mir das vorstelle: das Himmel voller Feen, die zwar keine Wünsche erfüllen, dich aber jederzeit mit Killerstaub einpudern k?nnen ..."

  Schaudernd blicken Yon, Iris, Ewald und die Schwestern nach oben und versuchen sich schweigend Estragons Vision vorzustellen. Ein "Schauder" liegt in der Luft.

  Chromos 5, sachlich: "Was habt ihr? Die würden uns doch nichts tun. Wir haben schliesslich auch Messer, die wir uns nicht gegenseitig in das Rücken stossen."

  Lara l?chelt unsicher: "Vielleicht sollten wir noch etwas warten mit Gottheit spielen?"

  Antara, melancholisch: "Ich glaube, Chromos 5 ist besorgt, dass die Natürlichen sich wieder ausbreiten und das Zyklus des Zerst?rung von neuem beginnen k?nnten. Die Feen würden dies vielleicht verhindern."

  Doktor Meer: "Das stimmt mich traurig, dass die neue Bev?lkerung der Erde nur dem Zweck gewidmet sein soll, die Natürlichen einzud?mmen."

  Ratloses Schweigen der Versammelten.

  Piri l?chelt unsicher: "?hm ... Eigentlich wollten wir ja nur ..."

  Meneor, breit grinsend: "... Ili und Lapsus befreien."

  Das Publikum ist etwas überrascht. Lara: "Oh, die hatte ich vergessen."

  Hisch: "Ob sie noch leben?"

  Wagon: "Es muss ihnen dreckig gehen. Tag für Tag Angst vor Entdeckung und Tod im S?uregraben."

  Yon, besorgt: "Aber ihr werdet sterben. Hans Hart hat Natural City bestimmt fest im Griff. überall Spione und Bewaffnete ..."

  Iris, zynisch: "Du machst diesem Massenm?rder nur den Mund w?ssrig. Meneor brennt doch darauf, wieder ein paar Leute abzuschlachten."

  Piri streckt eine Art Panfl?te in die Luft und ruft mit leuchtenden Augen: "Das wird nichts mit Abschlachten. Ich habe uns diese Bet?ubungsfl?ten gebaut. Sie verschiessen winzige Pfeile, die ein Bet?ubungsmittel in das Blutbahn abgeben und sich dann rückstandsfrei zersetzen."

  If you spot this story on Amazon, know that it has been stolen. Report the violation.

  Estragon, kritisch: "Und wenn die Betroffenen aufwachen, schlagen sie Alarm und hetzen euch das ganze Armee auf das Pelz."

  Meneor, grinsend: "Soll ich mir ein Pelz wachsen lassen? Dann werden sie mich verfolgen und Piri in Ruhe lassen."

  Lachen und Kichern.

  Piri, l?chelnd: "Ich habe ein Droge zugesetzt, das das Kurzzeitged?chtnis l?scht. Die Bewaffneten werden sich an nichts erinnern und denken, sie h?tten ein verbotenes Nickerchen gemacht. Und das werden sie wohl kaum ihren Vorgesetzten melden."

  Das Publikum reagiert bewundernd mit "Oh", "Raffiniert", "Genial".

  Iris ruft: "Ich komme mit!"

  Alle sind verblüfft.

  Ewald protestiert: "Aber Iris, das ist eine gef?hrliche Mission und wir werden ihnen nur ein Klotz am Bein sein."

  Iris, leichthin: "Ach was, sie haben doch diese Panfl?ten. Da wird schon nichts passieren."

  Iris, pl?tzlich zornig: "Im übrigen ist es mir v?llig egal, ob ich ein Klotz am Bein bin. Es ist meine einzige Chance, mein früheres Leben zurückzubekommen. Und das ist mir diese Monsterbande schuldig."

  Ewald protestiert: "Sie sind uns gar nichts schuldig. Wir sind freiwillig mitgegangen ..."

  Ewald, wie oben: "Und woher weisst du, dass es die Natural News noch gibt und unser Job auf uns wartet? Vielleicht sind wir l?ngst wegen Verrats zum Tod verurteilt worden und stehen auf einer Abschussliste?"

  Iris, schroff: "Das werden wir ja sehen. Dein feiges Geschw?tz bringt uns jedenfalls keine Klarheit."

  Ewald, hilflos: "Aber ..."

  Iris, h?misch: "Du kannst ja hier bei deinem Monsterball bleiben. Sie werden dir bestimmt einen Hain pflanzen, den du dann Ew?ldchen nennen kannst und in dem du dein Balzgezirpe an frisch dem Tank entstiegenen Jungfrauen ausprobieren kannst. Ewald, der Faun, hahaha."

  Ewald, geknickt: "Willst du nicht erst fragen, ob sie uns überhaupt mitnehmen?"

  Meneor, grinsend: "Ihr k?nnt mitkommen. Und wenn ihr zu schwer werdet, werfen wir euch in das S?uregraben."

  Piri kichert. Iris macht unfroh: "Ha, ha, ha."

  Szeneanfang:

  Nach dem Vortrag schlendern die vier Schwestern durch Genville. Wagon: "Vermisst ihr's nicht, dieses Gefühl? Eingesperrt zu sein in einem Glaskuppel und draussen Millionen Leute, die uns hassen?"

  Die drei anderen sind überrascht.

  Lara, stirnrunzelnd: "Warum stellst du uns dieses merkwürdige Frage? Niemand von uns m?chte doch zurück in dieses Gef?ngnis."

  Wagon: "Will Piri auf dieses Reise, weil es sich unbewusst zurücksehnt? Wir waren gefangen und geborgen zugleich in diesem kleinen Welt, das uns alles Verantwortung abnahm. Jetzt stehen wir in grenzenlosem Freiheit dem Universum gegenüber und müssen unser Schicksal selber bestimmen ..."

  Hisch: "Ich weiss, was du meinst. Dieses Freiheit ist zwar erregend, aber irgendwie gehen wir darin auch verloren. Wenn alles m?glich ist, gibt es kein Halt mehr ..."

  Lara, erregt: "Ihr habt eben das Wichtigste nicht begriffen!"

  Lara streckt ihre H?nde seitw?rts und leicht nach vorn und befiehlt: "Gebt mir die H?nde!"

  Lara ist so bestimmt, dass sie brav gehorchen.

  Lara, wie oben: "Jetzt schliesst die Augen!"

  Einen Kreis bildend, stehen die Schwestern da mit geschlossenen Augen. Lara, bestimmt: "Was spürt ihr?"

  Die drei andern, die nicht wissen, was das soll, im Chor: "?hm ... zwei H?nde."

  Lara, wie oben: "Falsch!"

  Die drei sind verblüfft, halten aber ihre Augen geschlossen.

  Hisch, stirnrunzelnd: "Dann sag uns, was wir spüren!"

  Lara, l?chelnd: "Ihr spürt das einzige Halt, das z?hlt."

  Alle ?ffnen die Augen. Lara l?chelt. Die andern fangen erstaunt an zu begreifen.

  Ohne sich loszulassen, strecken sie spontan ihre H?nde zur Kreismitte hin empor und rufen im Chor: "Auf das einzige Halt, das z?hlt!"

  Sie rücken n?her zusammen, lassen die H?nde los und legen sich die Arme um die Schultern. Sie kichern und lachen. Wagon, fr?hlich: "Wir haben wohl zu viel gearbeitet und dabei vergessen, worauf es ankommt. Dafür kriegst du ..."

  Wagon f?hrt fort: "... ein Kuss." und gibt Lara einen Kuss.

  Hisch l?sst sich davon inspirieren und küsst Piri.

  Ihre Kleider abstreifend, sinken die Schwestern zu Boden, ...

  ... wo sie sich leidenschaftlich umarmen.

  Szeneanfang:

  Am frühen Nachmittag stehen Meneor, Piri, Iris, Ewald, Martin und Meer am Rand von Genville. Meer: "Wie wollt ihr reisen? Mit Wegdoppler, Ambellmi, dem Pilzwesen oder den DOIs?"

  Piri, strahlend: "So viele M?glichkeiten! Aber Meneor hat sich schon entschieden ..."

  Meneor, l?chelnd: "Ja, das Reisen mit dem Pilzwesen hat etwas Wildes ..."

  Iris, geringsch?tzig: "... was ja ausgezeichnet zu dir passt und im übrigen eine ?usserst egozentrische Idee ist, denn wie sollen wir ..."

  Meer, stirnrunzelnd: "Ja, Ewald und Iris werden sich bei den Beschleunigungswerten die Beine brechen."

  Meneor, l?chelnd: "Piri wird Ewald tragen und ich Iris ..."

  Iris, entsetzt: "Was? Ich soll auf einem halbnackten, verschwitzten Wilden ..."

  Iris reisst sich zusammen, hochmütig: "Na gut, was spielt es schon für eine Rolle, auf welchem Pferd ich reite."

  Ewald, grinsend: "Ich reite gern auf einer halbnackten, verschwitzten Meerjungfrau."

  Iris, ?tzend: "Ach, du Schmudelkasper. Pass bloss auf, dass du ihn dir nicht wund scheuerst."

  Ewald ist verlegen. Meer, Meneor und Piri lachen oder kichern. Martin bleibt unbeteiligt.

  Piri nimmt Ewald auf den Rücken, Meneor die wenig begeisterte Iris. Meer, nachdenklich: "Meneor ist zwar ein grosser Krieger, ... aber trotzdem, ... vielleicht werdet ihr sterben. Vielleicht sehen wir uns hier und jetzt zum letzten Mal ..."

  Diese Worte scheinen Martin zu berühren, denn er schaut leicht erschrocken auf.

  Meneor, l?chelnd: "Vielleicht hat jemand anders die Feen von Chromos 5 gebaut. Und heute Abend kommen sie vorbei und werfen ihr Killerstaub über Genville ab ... Unser Leben ist immer bedroht."

  Meer: "Das Risiko eines Angriffs auf eine Millionenstadt scheint mir doch erheblich gr?sser."

  Piri schwenkt ihre Bet?ubungsfl?te: "Wir wollen uns ja nur durchschleichen, ohne Ged?chtnisspuren zu hinterlassen."

  Auch Meneor wedelt mit der Bet?ubungsfl?te, grinst dazu und wirkt so etwas clownhaft. Meer muss lachen: "Der Krieger mit der Panfl?te! Ob ihm das genügt?"

  Iris, ungeduldig: "Hüh, Pferdchen, hüh! Ihr k?nnt eure ?den Wortspielchen fortsetzen, wenn ihr zurück seid."

  Meer, mit feinem L?cheln: "Du wirst auch zurück kommen, Iris."

  Iris, stirnrunzelnd: "Warum sollte ich?"

  Meer, wie oben: "Du wirst sehen."

  Meneor und Piri schliessen die Augen, um sich zu konzentrieren, ...

  ... bis dicke Tentakel unter ihren Füssen aus dem Boden brechen und sie hochheben, ...

  ... um sich, Schwung holend, zu biegen ...

  ... und Piri und Meneor mit ihrer Last in die Wüste hinaus zu katapultieren. Vor Angst schreit Iris gellend "Iiiiiihhhhhh!!".

  Schon schnellen weit vorn die n?chsten beiden Tentakel aus dem Boden, ...

  ... um die Reisenden aufzufangen und weiter zu schleudern. Iris wieder mit "Iiiiiihhhhhh!!".

  Meer, nachdenklich: "Ob sie dieses Geschrei durchh?lt bis Natural City?"

  Martin, ernst: "Warum sollte ich hier dabei sein? Ich war doch v?llig überflüssig."

  Meer, ernst: "Ich dachte, vielleicht würde dich diese Erinnerung an Natural City aus deiner Lethargie rütteln."

  Martin, mit gequ?ltem L?cheln: "Wo doch meine Erinnerungen der Grund für meine Lethargie sind."

  Meer, z?gernd: "Nun gut... ich wollte dir etwas erz?hlen."

  Martins Aufmerksamkeit ist geweckt.

  Meer, wie oben: "Du hast meine sadistischen Neigungen bestimmt bemerkt ..."

  Meer, flüssiger, sich rechtfertigend: "Sie dienten nicht nur meinem pers?nlichen Vergnügen. Ich habe durch Folter manche Information erhalten, die der Polizei nützlich Dienste geleistet hat ..."

  Martin, angeekelt: "Widerlich."

  Meer, gekr?nkt: "Mag sein ..."

  Martin schaut Meer finster an, ...

  ... was Meer mit leichtem Erschrecken bemerkt. Hastig f?hrt Meer fort: "Aber ich wollte ein besserer Mensch werden. Deshalb habe ich Ambellmi gebeten, die sadistischen Neigungen aus meinem Gehirn zu l?schen."

  Martin ist verblüfft. Meer spürt, dass er Oberwasser bekommt, und sagt leicht selbstgef?llig: "Ja, du siehst hier den neuen, guten Doktor Meer vor dir. Er wird niemanden mehr qu?len, ob n?tig oder unn?tig ..."

  Meer, etwas leidend: "Auch wenn ich dadurch eine weniger interessante Figur im Schachspiel des Universums bin, wom?glich sogar langweilig ..."

  Martin, missbilligend: "H?r auf! Dein Selbstmitleid ist ja unertr?glich."

  Meer blickt, immer noch selbstmitleidig, vor sich hin: "Des langen Leidens kurzer Sinn ..."

  Meer schaut Martin bohrend an: "Du solltest es auch tun."

  Martin ist etwas verdattert, ...

  ... emp?rt sich: "Ich bin doch kein Sadist! Ich brauche das nicht!"

  Meer wirkt gequ?lt, weil Martin so begriffsstutzig ist ...

  ... und erl?utert geduldig: "Ambellmi k?nnte dir auch bei anderen Problemen helfen ..."

  Martin h?rt misstrauisch zu.

  Meer weist mit dem Zeigefinger auf Martin und t?nt voller überzeugung: "Du k?nntest alle Erinnerungen an Tanja aus deinem Ged?chtnis l?schen lassen. Dann h?ttest du keine Depressionen mehr."

  Martin ist geschockt ...

  ... und ruft emp?rt: "Ist Doktor Weltfremd verrückt geworden?! Ich soll mein Leben mit Tanja ausl?schen? Was bleibt mir dann noch? Wer bin ich dann noch? Soll ich mit einem Hirn, schlaff und leer wie ein durchl?cherter Weinschlauch, durch die Gegend wanken?"

  Meer, gekr?nkt: "Immer noch besser als wie ein geprügelter Hund durch die Gegend zu schleichen."

  Martin, ruhiger: "Es ist nicht nur die Trag?die mit Tanja, die mir zu schaffen macht ..."

  Meer vergisst seine Gekr?nktheit und h?rt aufmerksam zu. Martin, mit traurigem Blick: "In diesem Genie-Camp hier habe ich keine Aufgabe. Genville braucht keinen Politiker."

  Meer, erregt: "Was für eine Fehleinsch?tzung! Bemerkst du denn nicht, wie dieser anarchische Haufen bei seinen Versammlungen jeweils ins Chaos abdriftet? Sp?testens wenn hundert Leute auf der Tribüne sitzen, werden keine Entscheidungen mehr zustande kommen. Genville wird unregierbar. Es braucht eine Gesch?ftsordnung, die dem Chaos Zügel anlegt. Diese zu entwerfen und weiter zu entwickeln ist deine Aufgabe als Politiker."

  Martin l?sst sich von Meers Erregung anstecken: "Was für eine Fehleinsch?tzung! Bemerkst du denn nicht, wie dieser 'anarchische Haufen' bei seinen Versammlungen jeweils rasch auf den Punkt kommt und eine klare, sachliche Entscheidung f?llt? Das ist faszinierend für mich, der ich Jahrzehnte lang an Sitzungen teilgenommen habe, wo es vor allem darum ging, die Eitelkeit der Teilnehmenden zu verwalten. Da eine Betupftheit mit einem Lob bes?nftigen, dort ein Machtverlüstchen mit einem Zückerchen versüssen. Immer ging es um Macht und Eitelkeit, nie um die Sache. Politik kam kaum vom Fleck und hat nur selten etwas Gutes bewirkt."

  Meer, mit unfrohem L?cheln: "Da hat es Diktator Hans Hart besser. Der l?sst jeden Widerspruch einfach ausknipsen."

  Martin, angeekelt: "Diktatur ist die widerlichste Form der Eitelkeit."

  In ihre Gedanken versunken, schweigen die M?nner einen Augenblick.

  Martin, ernst: "Die Genvilles brauchen keine Gesch?ftsordnung. Ihre Bedürfnisstruktur l?sst sie um das Problem und seine L?sung kreisen wie ein Meteoritenschwarm, der von dem Schwerkraftfeld eines Planeten eingefangen wird. Ich will diesem faszinierenden System keine politischen Fesseln anlegen, die es tr?ge und ineffizient machen ..."

  Martin, geknickt: "Ein Politiker hat hier nichts verloren ..."

  Szeneanfang:

  Zur gleichen Zeit beim Dorf der Gartenleute. Held, mit Gewehr, Pferdchen und Giftstrauss stehen bei Endo in einem grossen Treibhaus. Die Bombe ist bei Pferdchen noch kaum nachgewachsen, sodass es in dieser Szene auf Giftstrauss reiten kann. Endo hat das Tank- und das Genkombinationswesen in einem Winkel des Treibhauses aufgestellt und ist nun damit besch?ftigt, Gencodes einzutippen. Held wirkt skeptisch ...

  ... und verl?sst schweigend das Treibhaus. Pferdchen, mit prüfendem Blick auf Held: "Bist du nicht zufrieden?"

  Held, stirnrunzelnd: "Ich verspreche mir nichts davon, mit einem halben Dutzend Genmonster Natural City anzugreifen. Wir werden tot sein, bevor wir überhaupt in der Stadt sind."

  Giftstrauss: "Endo ist ?ngstlich und vorsichtig. Es wird etwas bauen, das mit wenig Risiko verbunden ist."

  Kaum sind sie ein paar Schritte in Richtung Dorf gegangen, ert?nt das h?ssliche "taktaktaktak" eines Maschinengewehrs. Alarmiert zucken alle drei K?pfe herum, um die Quelle des Ger?usches auszumachen.

  Hoch oben in der Felswand, hinter der sich die Gew?lbe der Vulkanleute befinden, h?ngt ein kaum sichtbarer Felsvorsprung, zu dem eine getarnte Türe führt. Zwei M?nner haben auf dem Vorsprung ein schweres Maschinengewehr in Stellung gebracht, mit dem sie auf das Dorf der Gartenleute ballern.

  Etliche Gartenleute rennen in Panik durchs Dorf. Eine Frau wird t?dlich getroffen.

  Ein H?uflein Gartenleute sucht Schutz in einem Haus, ...

  ... doch die schweren Geschosse durchsieben das Dach, ...

  ... sodass drinnen ein Mann zerfetzt wird ...

  ... und die anderen mit Panikschreien wieder aus dem Haus flüchten.

  Kaum im Freien wird eine weitere Person von der n?chsten Geschossgarbe zerfetzt.

  Das Gewehr schussbereit in den H?nden, starrt Held mit ohnm?chtiger Wut auf das Maschinengewehrnest und sagt: "Wir sind zu weit weg! Ich kann sie nicht abknallen!"

  Pferdchen rennt zum Treibhaus und ruft: "Ich hole das Cham?leondecke!"

  Wie Pferdchen mit der Decke zurückkommt, ruft es: "Wir reiten auf Giftstrauss, Chief. Halt uns das Decke vor!"

  Held h?rt mit seinem grimmigen Wutgesicht zu, ...

  ... reagiert aber schnell, indem er mit umgeh?ngtem Gewehr auf Giftstrauss aufspringt. Auch Pferdchen bringt sich mit einem Satz hinter Held auf Giftstrauss.

  W?hrend das Maschinengewehr unentwegt auf das Dorf schiesst, reitet das Trio Held gegen die Felswand. Held h?lt die Decke mit beiden H?nden vor Giftstrauss, sodass die Landschaft vor ihnen nur mit halber Transparenz zu sehen ist. Pferdchen ruft: "Nicht zu schnell, sonst kann das Decke sich nicht schnell genug anpassen!"

  Vor ihnen liegt ein etwa ein Meter fünfzig hoher Felsblock. Held befiehlt: "Geh zu dem Felsen! Dort haben wir Deckung."

  Hinter dem Felsblock kauern sie sich in Deckung und Held bringt sein Gewehr in Anschlag.

  Da sie nun n?her an der Felswand sind, ist der Felsvorsprung nicht mehr so gut einsehbar. Held kann nur einen der beiden M?nner ins Visier nehmen. Der andere ist vom Vorsprung verdeckt. Held schimpft: "Wir sind zu nah. Ich kann nur den einen sehen."

  Pferdchen: "Erschiess es, dann wird sich das andere schon zeigen."

  Held, stirnrunzelnd: "Und uns mit Feuer eindecken."

  Pferdchen: "Erschiess es, dann gib mir kurz das Gewehr!"

  Held schnaubt "Pah" und legt an.

  Helds Geschoss durchbohrt den Sch?del des einen Mannes.

  Verblüfft sieht der zweite Mann, wie sein Kollege tot zur Seite kippt, ...

  ... reisst wütend das Maschinengewehr herum ...

  ... und zielt hinab auf den Felsen, wo sich das Trio Held versteckt. Dort sieht er zu seiner Verblüffung Pferdchen mit dem Gewehr in seinen kleinen H?nden.

  Der Finger des Mannes krümmt sich um den Abzug und grimmig jagt er eine Salve auf den Platz, wo eben noch Pferdchen gestanden hat.

  Wie er nicht trifft, beginnt er wütend auf den Deckungsfelsen zu ballern, ...

  ... der sich Stück für Stück in Staub und Splitter aufl?st. Held ruft grimmig durch den Geschossl?rm: "Was sollte das?! Gleich ist der Felsen Pulver! Dann sind wir dran!"

  Pferdchen brüllt zurück: "Es denkt jetzt, ich sei es gewesen, und wird auf mich schiessen! Dann knallst du es ab!"

  Pferdchen rennt aus der Deckung des Felsens. Held ruft: "Bist du wahnsinnig?!"

  Das Feuer h?rt auf. Giftstrauss sagt kichernd: "Hast du schon mal versucht, ein fliehendes Pferdchen zu treffen?"

  Held starrt irritiert auf Giftstrauss und denkt: 'Jetzt ist der auch übergeschnappt.'

  Der Mann sieht Pferdchen davonrennen und folgt ihm mit dem Maschinengewehr.

  Wie er abdrückt, ist Pferdchen mit einem Hasenhaken zur Seite gehüpft und die Geschosse treffen ins Leere.

  Wie ein wild gewordener Hase, nur viel schneller, zuckt Pferdchen hin und her, sodass alle Geschossgarben ihr Ziel verfehlen. Held starrt verblüfft auf das Schauspiel, ...

  ... da tippt ihn Giftstrauss an und sagt: "Schiessen nicht staunen."

  Mit grimmigem L?cheln legt Held professionell an ...

  ... und trifft den vor Wut sch?umenden Mann in die Stirn, ...

  ... sodass er tot über dem vor Hitze und Pulverdampf glühenden und rauchenden Maschinengewehr zusammenbricht.

  Nebeneinander schlendern sie zum Dorf zurück. Held wirkt etwas mitgenommen, die Kampforganismen eher fr?hlich. Giftstrauss: "Das war stark, Pferdchen."

  Pferdchen grinst: "Hehe."

  Wie sie durch das Dorf spazieren, liegen überall schlimm zugerichtete Tote und verzweifelte überlebende weinen und klagen, manche starren blicklos vor sich hin.

  Giftstrauss: "Mit diesem 'Armee' kannst du Natural City jedenfalls nicht angreifen."

  Held bleibt ernst und schweigt.

  Szeneanfang:

  In der Abendd?mmerung halten Piri und Meneor, mit Ewald und Iris auf dem Rücken, ihre Fahrt auf dem Pilzwesen an. In der Ferne ist Natural City zu sehen. Die Dunstglocke aus verschmutzter Luft ist dank Hans Harts drakonischen Umweltschutzmassnahmen verschwunden. Einzig das Geviert aus schwarzen Quarzmauern ragt in die Wüste.

  Iris h?mmert auf Meneors Schultern ein und schimpft: "Lass mich runter! Du hast mich genug angefasst."

  Meneor l?sst Iris runter und sagt l?chelnd: "Es war sch?n, dich zu spüren."

  Iris schüttelt sich vor Ekel mit einem "Urgs".

  Piri, zu Ewald, l?chelnd: "M?chtest du auch absteigen?"

  Ewald tut so, als denke er nach: "?hm ... nein."

  Piri l?sst ihn trotzdem absteigen. Piri, Meneor und Ewald lachen. Iris, ver?chtlich: "Lustmolch."

  Ewald, freundlich: "Warum machst du nicht eine kurze Reportage, Iris? Die Leute von Natural City haben ihre Stadt bestimmt schon lange nicht mehr aus dieser Perspektive gesehen."

  Iris, harsch: "Schwachkopf, was nutzt mir dein Augenzauber? Wenn wir für die Natural News arbeiten, brauchen wir eine richtige Kamera."

  Piri, begeistert: "Wir k?nnten Natural City ein Bibliothekswesen schenken, dann k?nnten alle Ewalds 'Augenzauber' sehen."

  Iris, ver?chtlich: "Pah, die Natural Guard würde das Ungeheuer in Sekunden pulverisieren."

  Piri, entt?uscht: "Ach ja."

  Meneor, die Quarzmauern betrachtend: "Warum bauen sie dieses Mauer? Genügt ihnen das S?uregraben nicht mehr zum Schutz?"

  Iris schaut ebenfalls auf die Quarzmauern, sachlich: "Die Mauern sollen wohl eher das Tentakelscheusal zurückdr?ngen, damit die Stadt sich in die Wüste ausbreiten kann ..."

  Iris, mit schwachem Triumphl?cheln: "Die Natürlichen holen sich den Planeten zurück."

  Ewald, sarkastisch: "Ein grosser Gewinn für alle."

  Iris wirft ihm einen b?sen Blick zu.

  Meneor zeigt auf die Mauer: "Wenn Iris recht hat, gibt es dort ein Brücke über das S?uregraben. Wir müssen also über das Mauer klettern."

  Iris, sp?ttisch: "Was bestimmt ganz einfach ist, denn die Türme sind wohl bloss Verzierung."

  Meneor, ernsthaft: "Was ist ein Verzierung?"

  Iris schaut verblüfft. Piri erkl?rt: "Wenn du etwas hinzufügst, damit es sch?ner aussieht."

  Meneor, mit Blick auf die Türme, ernsthaft: "Die Türme sehen aber nicht sch?n aus."

  Iris schl?gt's auf den Rücken, was Piri zum Kichern bringt.

  Ewald, l?chelnd: "Ich denke, das sind Wachtürme und wenn wir auf sie zu marschieren, werden wir erschossen."

  Piri, kichernd: "Ich frage mal das 'Tentakelscheusal'. Vielleicht weiss es mehr über die Türme."

  Piri schliesst die Augen und versinkt in Konzentration, ...

  ... um ein bisschen wie in Trance weiterzufahren: "Da ist ein Tentakel vor dem Mauer ... Es wird warm ... und spritzt auseinander ... Viel Dampf ..."

  Ewald, überrascht und unbehaglich: "Sind das Granaten, die im K?rper explodieren?"

  Piri, wie oben: "Nein, nichts Festes ... Das Feldsinn des Pilzwesens sieht Strahlen von dem Turmspitze ... Sie kommen herab und nach kurzem Zeit explodieren die K?rper der Menschen und die Tentakel ..."

  Ewald, begreifend: "Die DOIs haben doch Mikrowellenkanonen, damit ihnen nie die Munition ausgeht. Ob sie solche Dinger auch in die Türme eingebaut haben?"

  Iris, ernsthaft: "Dann ist es sicherer, weit weg von den Türmen über den S?uregraben zu gehen, als sich hier einen heissen Kopf zu holen."

  Meneor, grinsend: "Wir greifen die Mauern an. Das ist spannender und bequemer."

  Iris, entsetzt: "Du gr?ssenwahnsinniger Selbstm?rder!"

  Inzwischen ist es dunkel geworden, sodass nur noch fahles Mondlicht die Ebene erhellt. Unheimlicher und drohender ragen die Türme in die Nacht.

  Meneor greift sich die überraschte Iris.

  Wieder auf Meneors Rücken h?mmert sie auf ihn ein und schimpft: "Lass mich runter! Ich will nicht mit dir sterben!"

  Meneor, nüchtern: "Ich kann die Strahlen sehen und ihnen ausweichen. Aber wenn du mich haust, kann ich mich nicht konzentrieren."

  Widerwillig h?lt Iris mitten im Schlag inne.

  Meneor zu Piri, die sich schon Ewald aufgeladen hat: "Bleib dicht hinter mir!"

  Piri, strahlend: "Ja, grosses Krieger."

  Iris denkt fassungslos: 'Diese Kuh ist diesem Irren h?rig.'

  Gefolgt von Piri, f?llt Meneor in leichten Trab Richtung Mauer. Iris bekommt es mit der Angst: "Und jetzt rennst du wie ein debiles Würstchen auf die Mauer zu und l?sst uns kochen?"

  Piri, kichernd: "Meneor ist kein debiles, sondern ein saftiges Würstchen."

  Ewald l?chelt tapfer. Auch ihm ist unbehaglich. Meneor beginnt grinsend zu singen.

  Iris denkt entsetzt: 'Die Kuh kalauert und die Wurst singt ...'

  Iris ger?t in Panik und ruft sich str?ubend: "Hilfee, ich will hier runter!"

  Der Schock über die vor Meneor aus dem Boden brechenden Tentakel des Pilzwesens bringt Iris zum Verstummen.

  Immer singend, umkurvt Meneor die Tentakel, die nicht angreifen, sondern sich im Tanz zu Meneors Gesang wiegen wie Halme im Wind. Iris starrt mit offenem Mund auf das Ph?nomen, welches sie zwar auch schon gesehen, aber wohl vergessen hat.

  In einem der Wachtürme. Die beiden Wachpersonen der Natural Guard haben sich neben der Mikrowellenkanone hingesetzt und lehnen d?send an der Turmwand.

  Wie Meneors Gesang an ihr Ohr dringt, runzelt Wachperson A misstrauisch die Stirn.

  Wachperson A, wach und alarmiert: "Hey, h?rst du das?"

  Wachperson B, unwillig sich st?ren zu lassen: "Ach, das ist doch bloss ein Besoffener, der rum gr?lt."

  Misstrauisch stemmt sich Wachperson A hoch ...

  ... und starrt erschrocken hinab in die Wüste, ...

  ... wo ein unheimlich anmutender Wald von an die zehn Meter hohen Tentakeln langsam auf die Mauer zuw?chst. In dem Gewimmel sind Meneor und die andern nicht zu sehen. Stimme von Wachperson A aus dem Off: "Schau dir das an!"

  Unwillig gesellt sich Wachperson B zu A, wo sie ebenso erschrickt.

  Unsicher starren beide hinab in die Ebene. Wachperson B: "Ob wir Alarm schlagen müssen?"

  Wachperson A: "Die Tentakelmonster k?nnen nicht über die Mauer. Und wenn sie da draussen herumtanzen, kann uns das ja egal sein."

  A geht zur Mikrowellenkanone und sagt mit b?sem L?cheln: "Aber wir k?nnen etwas Spass haben. Das Herumsitzen hier geht mir n?mlich auf den Zahn."

  A richtet die Kanone auf die vordersten Tentakel ...

  ... und drückt den Ausl?seknopf.

  Ein unsichtbarer Mikrowellenstrahl rast hinab, ...

  ... bringt einen Tentakel nach Sekunden zum Kochen ...

  ... und schliesslich zum Zerplatzen, wobei sich eine Dampfwolke ausbreitet.

  Noch ist Meneors Quartett etwa hundert Meter von der schwarzen Quarzmauer entfernt. Meneor, immer singend, bewegt sich im Schritttempo und bleibt vorsichtig in Deckung der vorderen Tentakelreihen.

  Meneor betrachtet die Welt mit seinem Feldsinn, was alle Dinge und Energien als Kraftfelder erscheinen l?sst, ...

  ... und sieht den n?chsten Mikrowellenstrahl herabrasen ...

  ... und den Tentakel unmittelbar vor ihm treffen.

  Rasch bewegt sich Meneor zur Seite. Piri folgt ihm wie ein Schatten.

  Trotzdem werden sie eingehüllt von Dampfwolken und gekochte Tentakelstücke fliegen ihnen um die Ohren. Iris, angeekelt: "Iiihhh, ich will keinen Tentakeleintopf!"

  Eine zweite Turmbesatzung ist auf das Gemetzel aufmerksam geworden, denn nun n?hert sich vom benachbarten Turm ein Mikrowellenstrahl.

  Der explodierende Tentakel jagt das Meneorquartett seitlich zurück in Richtung des ersten Wachturms, ...

  ... von dem auch schon wieder ein Strahl herabsaust.

  Eingeklemmt zwischen Tentakelexplosionen, bedroht von heissen Pilzstücken, aber wenigstens im Schutze der Dampfwolken, arbeiten sich Meneor und Piri langsam vor. Iris klammert sich an Meneor und vergr?bt ihr Gesicht in seinem Nacken. Iris denkt: 'Aua, aua, ist das heiss! Wir werden gekocht! Wir werden lebendigen Leibes gekocht!'

  Meneor hat aufgeh?rt zu singen. Es sind nur noch ein paar Meter bis zum Fuss der Mauer, ...

  ... die sie im Spurt zurücklegen.

  Meneor nimmt Iris von seinem Rücken und legt sich mit ihr, eng aneinander, an den Fuss der Mauer, ...

  ... wo er beide bis zum Hals rasend schnell mit Sand zudeckt. Piri beobachtet ihn dabei ...

  ... und macht es ihm mit Ewald nach.

  Iris protestiert: "He, ich will hier nicht ..."

  Meneor legt ihr seine Hand auf den Mund und bringt sie so zum Schweigen. Noch zischen und platzen Tentakel um sie herum.

  Doch so geisterhaft, wie sie aufgetaucht sind, verschwinden pl?tzlich alle Tentakel im Boden, weil Meneor aufgeh?rt hat zu singen.

  Nur noch vereinzelte Dampfschwaden, die sich rasch aufl?sen, und weisse Tentakelklumpen erinnern an das Massaker. Es ist wieder still.

  Leicht hinaus lehnend schaut Wachposten B prüfend hinab zum Mauerfuss und sagt: "Sie sind weg."

  Wachposten A grinst: "Haha, das war ein Spass!"

  Meneor flüstert: "Die Wachen haben kein Verst?rkung gerufen. Es war nur Spass für sie."

  Iris flüstert: "Die sind genauso pervers wie ihr ..."

  Piri flüstert: "Warum?"

  Iris flüstert: "Ihr lasst das Tentakelscheusal von denen abschlachten, obwohl es euer Freund ist."

  Meneor flüstert: "Das Pilzwesen empfindet nur schwache Schmerzen. Das hier hat ihm nicht viel ausgemacht."

  Iris flüstert ungehalten: "Und wie lange willst du mich noch in diesem Sandschlafsack begrapschen?"

  Meneor flüstert mit breitem L?cheln: "Solange du m?chtest."

  Mit einem unwilligem "Argh" erhebt sich Iris, sodass der Sand von ihr abf?llt.

  Iris betrachtet die aus glatten, schwarzen Quarzquadern aufgeschichtete Mauer und flüstert sarkastisch: "Welche Treppe nehmen wir?"

  Meneor zieht ein Messer, führt es an die Lippen und sagt "Sirrr".

  Vor der verblüfften Iris vollzieht Meneor rasend schnell einen horizontalen Schnitt von zwanzig Zentimetern, links und rechts davon zwei kürzere vertikale und schliesslich noch einen horizontalen, der im 45-Grad-Winkel schr?g nach unten zurück zum ersten führt, ...

  ... sodass er ein Stückchen Mauer herausnehmen kann. Zurück bleibt ein Loch, welches gross genug ist, um einen Fuss hineinzusetzen.

  Meneor gibt Piri das Mauerstück und flüstert: "Verteile die Brocken in dem Wüste, damit sie nicht auffallen."

  Piri nickt eifrig. Iris denkt stirnrunzelnd: 'Wozu dieses ganze Dampftheater, wenn sie jetzt sowieso wieder durch das offene Feld rennt?'

  W?hrend Meneor in geeignetem Abstand die n?chste Stufe "heraus schnitzt", fasst Piri den Brocken mit beiden H?nden und beginnt sich wie eine Hammerwerferin um sich selbst zu drehen, ...

  ... bis sie durch die Drehgeschwindigkeit verschwimmt.

  Im richtigen Augenblick l?sst Piri den Brocken los, der wie eine Kanonenkugel abgeht und im Steilflug im Nachthimmel verschwindet. Mit vor Verblüffung offenem Mund starrt Iris dem Geschoss nach.

  Ewald flüstert l?chelnd zu Iris: "Wir haben eben den Hammerwurfrekord aller Zeiten und Klassen miterlebt."

  Iris merkt, dass ihr Staunen beobachtet wurde, und versucht es schnell mit einem geringsch?tzigen "Pah" zu überdecken, was ihr aber misslingt.

  Meneor arbeitet sich zügig die hohe Mauer empor, wirft Piri die ausgestochenen Brocken zu, die sie, wie beschrieben, in der Wüste verteilt.

  Oben angekommen, sp?ht Meneor vorsichtig über die Brüstung der Mauer, wo aber niemand zu sehen ist.

  Meneor steigt auf die Mauer und winkt den andern, ihm zu folgen.

  Piri setzt ihren Fuss in die erste Stufe, da flüstert Iris: "Und wenn ich ausrutsche und falle?"

  Piri ist von der Treppe zurückgetreten und flüstert mit einer Geste, die Iris den Vortritt l?sst, l?chelnd: "Geht ihr vor. Wenn ihr fallt, werde ich euch auffangen."

  Iris z?gert mit einem geringsch?tzigen Blick auf die zierliche Piri. Ewald flüstert l?chelnd: "Vertrau ihr, Iris. Denk an den Hammerwurf."

  Seufzend macht sich Iris an den Aufstieg.

  Meneor hilft Iris über die Brüstung.

  Bald schleichen die vier über die Mauerkrone zu einer Treppe, ...

  ... die hinabführt zu einer Plantage aus Obstb?umen, welche alle mit diesem Bew?sserungskegel von Myrta Behr ausgestattet sind.

  Um im schwachen Mondlicht von den Wachtürmen herab nicht gesehen zu werden, huschen sie im Schutz der Baumkronen von Stamm zu Stamm.

  Meneor bleibt hinter einem Stamm stehen und winkt die andern in seinen Rücken, wobei er nach vorn schaut.

  Meneor hat sich zu den andern umgedreht und flüstert: "Wachen."

  Schon schaut Meneor wieder wachsam nach vorn und zieht gewohnheitsm?ssig ein Messer.

  Piri tippt Meneor auf die Schulter ...

  ... und zeigt dann dem sich umblickenden l?chelnd die Bet?ubungsfl?te. Meneor, erstaunt: "Oh."

  Schnell l?sst Meneor das Messer verschwinden und zieht mit der anderen Hand seine Bet?ubungsfl?te hervor.

  Meneor huscht zum n?chsten Stamm, ...

  ... wo er zwei mal kurz und kr?ftig in die Fl?te pustet ...

  ... und damit zwei winzige Pfeile auf den Weg schickt, ...

  ... die sich in die H?lse der beiden Natural Guards bohren, die an der Brücke, die über den S?uregraben nach Natural City führt, Wache stehen.

  Das Eindringen der Pfeile ist kaum zu spüren und so sinken die Wachen ohne weitere Reaktion bet?ubt zusammen.

  Meneor winkt den andern, ihm zu folgen, und flüstert: "Kommt!"

  Piri zieht den schlaffen K?rper einer Wache zu einem Baum und flüstert: "Lasst sie uns so hinlegen, als w?ren sie aus Faulheit eingeschlafen. Dann denken sie, sie h?tten ihr Pflicht vers?umt und werden schweigen."

  Von der Brücke aus betrachten die vier die "schlafenden" Wachen. Piri kichert "Hihihi".

  Wie sie über die Brücke gehen, fragt Ewald: "Was amüsiert dich so, Piri?"

  Piri, l?chelnd: "Stell dir vor, sie l?gen in ihrem Blut. So sind sie doch viel niedlicher."

  Ewald l?chelt gequ?lt: "Ich bin mir nicht sicher, ob Natural Guards je niedlich sein k?nnen."

  Wie sie die Brücke verlassen und Natural City betreten, sagt Iris: "Ich bin gespannt, wie sich Natural City unter Hans Hart ver?ndert hat."

  Das schwach von Lampen erleuchtete Industrieareal, das sie durchschreiten, macht einen sauberen Eindruck. Iris, leicht triumphierend: "Hier sieht's jedenfalls schon mal sauberer aus als zu Martin Ecks Zeiten."

  Selbstsicher setzt sich Iris an die Spitze und marschiert aus dem Industriegel?nde hinaus ...

  ... auf eine unbelebte Seitenstrasse, ...

  ... wo sie stehen bleibt und grübelnd meint: "Hm, wir brauchen andere Kleider, sonst fallen wir zu sehr auf ..."

  Iris geht zielstrebig die Strasse entlang und sagt: "Lasst uns in eine Boutique einbrechen."

  Ewald folgt seufzend. Piri und Meneor machen ein Fragezeichengesicht.

  Sie biegen in eine breitere und mit ersten Verkaufsl?den st?dtischer wirkende Strasse ein.

  Nach einigen Metern begegnen sie dem abgeschlagenen Kopf eines attraktiven, jungen Mannes auf einer an der Wand befestigten Konsole. Auf dem Plakat darunter steht folgendes "Gest?ndnis": "Ich bekenne mich schuldig des Verbrechens wider die Natur. Ich habe alte Frauen vergewaltigt und damit ein unnatürliches Verhalten gezeigt. Es ist gut, dass meine naturfeindlichen Gene vom Antlitz der Erde verschwinden."

  Das "Gest?ndnis" ist mit einer krakeligen Unterschrift versehen.

  Ewald, bitter: "Hier sieht's auch anders aus als zu Martin Ecks Zeiten."

  Iris, heftig: "Was willst du? Hans Hart greift eben hart durch!"

  Ewald schaut den Kopf an, tief ernst: "Diesem hübschen, jungen Kerl sind die Frauen bestimmt nachgelaufen. Warum h?tte er alte Frauen vergewaltigen sollen?"

  Iris verliert die Kontrolle und ruft emotional: "Weil er ein perverses Schwein ist! Der hat es nicht anders verdient!"

  Das leise Surren eines sich n?hernden Kabinenfahrzeuges l?sst Meneors Hand zu seinen Messern zucken.

  Reaktionsschnell zuckt Piris Hand auf Meneors Arm, um den Krieger zu bes?nftigen.

  Starr vor Spannung beobachtet das Quartett die vorbeifahrende Kabine. Eine ?ltere Frau starrt mit bleichem Gesicht aus dem Fahrzeug heraus. Es ist nicht klar, ob sie die vier überhaupt sieht oder nur den Kopf.

  Iris, gestresst: "Ob sie uns verr?t?"

  Meneor, nüchtern: "Ich habe in seine Gedanken geschaut. Es hat uns gar nicht wahrgenommen. Es hat nur das Kopf gesehen. Es ist sein Sohn. Es hat keine Frauen vergewaltigt, sondern Papiere verteilt gegen Hans Hart."

  Fassungslos starrt Iris Meneor mit offenem Mund an. Ewald murmelt grimmig vor sich hin: "Ich k?nnte kotzen."

  Piri streichelt dem Kopf übers Haar und sagt voller Mitleid: "Armes Sohn. Ich kann dich nicht mehr lebendig machen."

  Iris schreitet weiter und sagt trotzig: "Was soll's? M?nner sind immer Schweine. Wenn nicht in ihren Taten, dann in ihrer Fantasie."

  Ewald denkt irritiert: 'Was hat sie bloss?'

  Sie folgen Iris noch etliche Meter die Strasse hinunter, ...

  ... bis Iris vor einem Kleiderladen stehen bleibt und sagt: "Das Sortiment ist ziemlich hausbacken, aber wir werden nicht auffallen."

  Iris, mit einer auffordernden Geste zur Eingangstür: "Bitte Tür ?ffnen, aber ohne L?rm und mit wenig sichtbaren Spuren."

  Meneor betrachtet die Tür mit seinem Feldsinn und sieht die verschiedenen Riegel, welche die Türe blockieren.

  Meneor zieht ein Messer, sagt, es am Mund vorbeiführend, "Sirrr" ...

  ... und durchtrennt mit einem sauberen Schnitt am Türrahmen entlang alle Riegel.

  Mit sanftem Druck seiner Fingerspitzen l?sst Meneor die Tür aufschwingen.

  Iris tritt ein und befiehlt: "Ewald, sorg dafür, dass du und der Wilde aussehen wie ordentliche Gesch?ftsleute mit Anzug und Krawatte ..."

  Iris, Piri mit dem Zeigefinger an Piris Kleid ziehend: "Und wir suchen uns etwas, das die Fantasie der M?nner anregt."

  Die Frauen sind in der Abteilung für Damenunterw?sche. Iris zeigt Piri einen sexy Slip und fragt: "Was meinst du, ist der scharf genug?"

  Piri, die von solchen Dingen keine Ahnung hat, macht naiv: "?hm ..."

  Stimme aus dem Off: "Wozu erotische Dessous, wenn sie ohnehin kein Mann zu Gesicht bekommt?"

  Die K?pfe der Frauen drehen sich in Richtung Stimme.

  Da stehen Ewald und Meneor in eleganten, dunklen Gesch?ftsanzügen. Piri muss lachen. Iris mustert die M?nner kritisch ...

  ... und sagt, zufrieden nickend: "Das ist gut so. Darin sieht auch ein Wilder fast zivilisiert aus."

  Iris wendet sich wieder ihren Dessous zu und sagt schnippisch: "Warum denkst du, dass niemand diese Scharfmacher zu Gesicht bekommt?"

  Ewald, etwas verwirrt: "Na ja du ... du willst doch nichts von M?nnern ..."

  Iris, ver?chtlich l?chelnd: "Doch, ich will Karriere. Und mein Hintern ist immer noch der beste Karrierebeschleuniger. Sonst würde ich wohl immer noch die Nachrichtenbl?tter heften und ablegen."

  Ewald protestiert: "Und warum sagst du mir, du k?nnest keinen Sex haben?"

  Iris, heftig: "Glaubst du, ich würde bei den Betatschungen dieser widerlichen S?ue auch nur eine Zehntelsekunde Vergnügen empfinden?!"

  Ewald denkt konsterniert: 'Verachtet sie die M?nner so, dass sie keine Liebe mehr empfinden kann?'

  Meneor ist neben Piri getreten und fragt leise: "Wovon reden die?"

  Piri, unsicher: "Ich weiss nicht."

  Iris, ver?chtlich l?chelnd zu Ewald: "H?ttest du deinem schwulen Chef den Hintern hingehalten, w?rst du schon l?ngst Regisseur und k?nntest Filme drehen ..."

  Iris, mitleidig l?chelnd: "Aber so bist du nur mein Hund."

  Ewald schaut Iris lang und ernst an ...

  ... und sagt ernst und ehrlich: "Es genügt mir, dein Hund zu sein, Iris."

  Für einen Moment ist Iris verwirrt. Im Hintergrund flüstert Piri Meneor l?chelnd ins Ohr: "Ich hab's gewusst. Ewald ist lieb, fast ein Genville."

  Iris, gezwungen hart lachend: "Hahaha, du naiver Trottel. Und jetzt verschwindet, ihr geilen B?cke, wir müssen uns umziehen!"

  Unbemerkt treten sie etwas sp?ter in ihrem neuen Outfit aus dem Kleiderladen auf die Strasse. Iris fragt Ewald: "Hast du das Geld aus der Kasse?"

  Ewald nickt: "Nicht viel, aber es reicht."

  Iris, zielstrebig voran gehend: "Dann suchen wir uns jetzt ein Hotel und morgen früh erobern wie die Stadt."

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