Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen treten Piri, Iris, Meneor und Ewald in ihren neuen Kleidern aus dem Eingang eines bescheidenen Hotels auf eine Nebenstrasse.
Wie sie die Strasse entlang gehen, sind nur wenige Leute zu Fuss unterwegs. Die meisten sitzen in den Kabinenfahrzeugen. Aber auch davon hat's hier nicht viele.
Iris schnuppert und meint anerkennend: "Die Luft ist viel sauberer ..."
Iris, auf ein Kabinenfahrzeug zeigend: "Und der Individualverkehr scheint nun mit diesen Computer gesteuerten Elektrofahrzeugen stattzufinden. Das bedeutet wohl auch, dass es kaum mehr schwere Unf?lle gibt ..."
Iris, mit selbstgef?lligem L?cheln: "Und diese Fortbewegungsart der Natürlichen ist viel komfortabler als die in Monsterville, wo ich immer zu Fuss gehen musste."
Ewald seufzt nur und schweigt.
Iris steuert auf eine Passantin zu und fragt: "K?nnen Sie mir bitte erkl?ren, wie ich diese Fahrzeuge benutzen kann?"
Weil es in Natural City niemanden gibt, der sich diese Frage nicht selbst beantworten k?nnte, schaut die Passantin nur befremdet ...
... und geht wortlos weiter. Iris schaut ihr nach und schimpft: "He, was soll ...?"
Ver?rgert schnaubend sucht Iris sich ihr n?chstes Opfer, einen Passanten.
Iris spricht den Passanten forsch an: "Sagen Sie mir bitte, wie ich diese Fahrzeuge benutzen kann!"
Der Passant h?lt die Frage für einen Scherz und antwortet mit schwachem L?cheln: "Wollen Sie mich verarschen?"
Das hat Iris nicht erwartet und mit offenem Mund schaut sie dem Passanten nach. Ewald kichert sp?ttisch: "Und die Leute hier sind auch so viel freundlicher als in Monsterville."
Iris gibt Ewald eine Kopfnuss und faucht: "Hilf mir lieber, du nutzloses Haustier!"
Eine Stimme aus dem Off l?sst Iris herumfahren: "Warum greifen Sie diesen Mann an?"
Mit überlegenem L?cheln haben sich zwei Natural Guards vor Iris aufgepflanzt und warten auf eine Antwort. Ewald erschrickt. Iris, die den Ernst der Lage nicht begreift, zeigt auf Ewald und sagt ver?chtlich: "Das ist doch kein Mann. Das ist mein Hund."
Die nicht sehr hellen Guards sind verblüfft. Guard A denkt: 'Die spinnt! Das ist ein Fall für den S?uregraben.'
Guard B packt Iris am Arm und sagt f?rmlich: "Kommen Sie mit!"
Iris wehrt sich und schimpft: "He, was soll das? Erkl?ren Sie mir lieber, wie ich diese Fahrzeuge bedienen muss!"
Guard A zieht seine Waffe und richtet sie auf Iris mit den Worten: "Wenn Sie nicht ..."
Da sinken beide Guards bewusstlos zu Boden.
Flink l?sst Meneor die Bet?ubungsfl?te in seiner Kleidung verschwinden. Meneor, l?chelnd: "Gehen wir zu Fuss, bevor noch mehr Guards kommen."
Ewald und Iris rennen los. Meneor ruft ihnen nach: "Nicht rennen!"
Verblüfft sehen sie Piri und Meneor l?chelnd und Hand in Hand wie ein Liebespaar heranschlendern. Meneor, l?chelnd: "Was rennt, wird verfolgt. Zwei spazierende Liebespaare werden übersehen. Gebt euch das Hand!"
Ewald ergreift l?chelnd Iris' Hand. Iris zischt grimmig: "Aber ich muss dabei nicht glücklich aussehen oder?"
Ewald grinst: "Nein nein, es gibt ja auch Liebespaare, bei denen die Frau grad eine zickige Phase hat."
Iris macht "Grrr".
Eine Weile spazieren die beiden Paare durch Natural City, ...
... interessieren sich für die Schaufensterauslagen ...
... und n?hern sich dem Zentrum, wo auch ein grosses Warenhaus steht.
Iris zerrt Ewald an der Hand auf das Warenhaus zu mit den Worten: "Ich muss mich sch?n machen. Wenn ich aussehe wie ein wüstengeh?rteter Bauerntrampel wird Natural News mich wohl kaum als Reporterin zurückhaben wollen."
Die vier betreten das Kaufhaus.
In der Kosmetikabteilung betrachtet Iris mit leuchtenden Augen das Sortiment und sagt: "Endlich werde ich wieder sch?n sein!"
Meneor, der das noch nie gesehen hat, naiv: "Sind das alles Gen-Pr?parate?"
Iris, auf die Produkte zu steuernd, ver?chtlich: "Es ist zwecklos, einem Affen, der eben vom Baum gestiegen ist, etwas über Schminkkultur beizubringen."
Iris beginnt sogleich sich mit den Probierprodukten vor einem Spiegel zu schminken.
Piri beobachtet aufmerksam, was Iris da so treibt, ...
... was Iris aus den Augenwinkeln bemerkt und zur Frage veranlasst: "Willst du dich nicht auch schminken, Piri?"
Ewald denkt verblüfft: 'Sie redet mit ihr, als w?re Piri ihre Freundin und kein 'Genmonster' ...'
Piri, neugierig: "Ich weiss nicht, wie das geht."
Ewald denkt mit feinem L?cheln: 'Vor dem Schminkaltar sind wohl alle Frauen gleich.'
Iris gibt Piri einen Abdeckstift und sagt: "Mit diesem Abdeckstift kannst du die Unreinheiten deiner Haut übermalen."
Piri schaut prüfend neben Iris in den Spiegel und meint: "Aber ich habe keine Unreinheiten."
Iris stutzt, ...
... h?lt Piri eine Puderdose hin und sagt: "Dann trag etwas Rouge auf. Das gibt deinen Wangen ein zartes rosa."
Piri, mit prüfendem Blick in den Spiegel: "Aber meine Wangen haben doch schon ein zartes Rosa."
Iris ist irritiert, gibt Piri ein N?pfchen und sagt: "Dann gl?tte deine F?ltchen mit dieser Salbe."
Piri, mit prüfendem Blick in den Spiegel: "Welche F?ltchen?"
Jetzt reisst Iris der Geduldsfaden, was sich mit einem "Grrr" ankündigt.
Piri einen Lidschattenstift hinhaltend, ruft Iris ver?rgert: "Trag diesen Lidschatten auf, dann siehst du vielleicht aus wie eine sexy Frau und nicht mehr so vertrottelt naiv."
Iris widmet sich wieder ihrem Spiegelbild, ...
... wendet sich aber Piri zu, wie deren Stimme aus dem Off erklingt: "Gut so?"
In Erwartung eines Lobes hat Piri ihr Gesicht nahe zu Iris gebracht. Piris Augen sind so zu gemalt, dass es zum Fürchten ausschaut.
Mit einem "Aaarghh" schl?gt's Iris auf den Rücken.
W?hrend Ewald lachend Iris auf die Beine hilft, steuert Piri zielstrebig auf einen Kunden zu, ...
... den sie mit einem L?cheln anspricht: "Sehe ich jetzt aus wie ein sexy Frau und nicht mehr so vertrottelt naiv? ..."
Der Kunde denkt unangenehm berührt: 'Eine Verrückte!'
Piri, wie oben: "M?chtest du Sex haben mit mir?"
Der Kunde ist entsetzt, ...
... um mit einem gedachten "Hilfe!" zu fliehen. Aus dem Off ert?nt Ewalds Lachen.
Piri dreht sich zu Ewald um, der sich mit einem breiten Grinsen, einer Reinigungsmilch und Watterondellen n?hert.
Piri h?lt ihr Gesicht bereitwillig hin, damit Ewald ihr mit den Watterondellen die Farbe aus dem Gesicht wischen kann. Ewald, mit sanftem L?cheln: "Du brauchst kein Make-up, Piri. Deine Haut ist makellos, deine Sch?nheit vollkommen. Du lebst den Traum jeder Frau."
Ewald f?hrt mit der Reinigung von Piris Gesicht fort. Piri, neugierig: "Dann findest du mich auch ohne Farbe im Gesicht sexy?"
Ewald, lachend: "Ja doch."
Piri, l?chelnd: "M?chtest du Sex haben mit mir?"
Ewald, etwas verlegen l?chelnd: "Ja ... ?hm nein."
Piri, grübelnd: "Ja ... nein?"
Ewald, l?chelnd, ernsthaft: "Ich finde dich sehr sexy, aber ich m?chte keinen Sex haben mit dir, um Iris nicht zu verletzen."
Piri, treuherzig: "Aber Sex tut doch nicht weh!"
Iris denkt erschlagen: 'Gegen diese naive Volltrottelei nützt kein Make-up der Welt ...'
Meneor steht etwas entfernt zwischen den Regalen und betrachtet neugierig Deodorants und Parfüms für M?nner.
Mit seinem kr?ftigem K?rper und in dem Anzug wirkt Meneor wie ein betuchter, sportlich-eleganter Gesch?ftsmann. Eine attraktive Kosmetikverk?uferin n?hert sich und denkt bei diesem Anblick: 'Wow!'
Verk?uferin, mit verführerischem L?cheln: "Kann ich Ihnen helfen?"
Meneor deutet auf ein Parfüm und fragt neugierig: "Was ist das?"
Verk?uferin, strahlend: "Das ist ein Parfüm für Herren ..."
Die Verk?uferin nimmt eine Parfümflasche aus dem Regal und f?hrt fr?hlich fort: "Ich würde Ihnen dieses hier empfehlen. Es ist herb, m?nnlich, stark ... ganz wie Sie."
Meneor, treuherzig: "Aber ich bin kein Herr. Ich habe kein Herrschbedürfnis."
Verk?uferin, lachend: "Dazu brauchen Sie kein Herrschbedürfnis, ..."
Mit vielsagendem Blick ergreift sie Meneors Hand, schiebt den ?rmel des Anzugs etwas nach oben und meint leise: "... sondern nur ein bisschen freie Haut."
Die Verk?uferin giesst einen Tropfen Parfüm auf Meneors Handgelenk ...
... und beginnt es sanft zu reiben.
Meneor schnuppert und fragt ernsthaft: "Und wozu ist das gut?"
Die Verk?uferin riecht geniesserisch mit geschlossenen Augen an Meneors Handgelenk, ...
... schaut auf zu Meneor und sagt mit laszivem Blick: "Es l?sst die Frauen auf Sie fliegen."
Meneor, grübelnd: "Oh, das ist aber anstrengend. Dann muss ich sie ja immer auffangen."
Die Verk?uferin muss herzlich lachen über diesen vermeintlichen Scherz und sagt: "Sie haben einen goldigen Humor ..."
Verk?uferin, mit leicht bedrücktem L?cheln: "Das ist selten bei M?nnern, die es zu etwas gebracht haben."
Meneor, ernsthaft: "Ich habe nichts gebracht. Ich will etwas holen."
Verk?uferin, neugierig: "So, was denn?"
Meneor: "Lapsus und das Schlangenfrau Ili. Weisst du, wo ich sie finde?"
Verk?uferin denkt err?tend: 'Oh, jetzt duzen wir uns schon ...' ...
... und sagt hilfsbereit: "Ist das ein Film ... oder ein Buch? ... Dann vielleicht in unserer Medienabteilung."
Unwillkürlich zieht sie Meneor an der Hand und sagt: "Ich bringe dich hin."
Wie sie realisiert, dass dieses Verhalten unüblich ist, l?sst sie Meneors Hand los und entschuldigt sich err?tend: "O Verzeihung."
Meneor begreift nicht, warum sie sich entschuldigt ...
... und nimmt ganz selbstverst?ndlich ihre Hand, um sich von ihr führen zu lassen.
Mit pochendem Herzen und etwas ausser sich geht die Verk?uferin mit Meneor durch das Warenhaus und denkt: 'Oh, mein Gott! Ich gehe Hand in Hand mit dem tollsten Kerl, dem ich je begegnet bin!'
In der Medienabteilung stehen sie Hand in Hand neben der Medienverk?uferin, die sagt: "Nein, einen solchen Titel führen wir nicht." und denkt: 'Die hat sich aber was Feines angelacht.'
Verk?uferin, zur Medienverk?uferin, etwas ungehalten: "Willst du nicht nachsehen?"
Medienverk?uferin, etwas schnippisch: "Nein, will ich nicht. Dieser Titel w?re mir aufgefallen."
Medienverk?uferin, schnuppernd, sp?ttisch: "Was riecht hier so? Hast du deinen Freund etwa parfümiert?"
Meneor, zur Medienverk?uferin, ernsthaft: "Pass auf! Du darfst dieses Duft nicht einatmen."
Medienverk?uferin, erstaunt: "Warum nicht?"
Verk?uferin denkt: 'Warum duzt er diese Kuh?'
Meneor wie, oben: "Weil du sonst auf mich fliegst."
Die Medienverk?uferin lacht amüsiert. Die Verk?uferin lacht gezwungen und denkt: 'Der muss stinkreich sein, dass er hier gleich alle duzt und anbaggert ...'
Die Verk?uferin entzieht Meneor ihre Hand und denkt beleidigt: 'Für den sind Frauen nur Spielzeug ...'
Die Medienverk?uferin findet Meneor sympathisch und sagt einladend: "Wir finden schon etwas, das dir gef?llt. Worauf steht du denn so?"
Mit einem beleidigten "Hmpf" entfernt sich die Parfümverk?uferin.
Meneor sieht an sich hinunter und sagt ernsthaft: "Ich stehe auf meinen Beinen."
Die Medienverk?uferin lacht, ...
... geht suchend ins Filmregal und fragt: "Hast du gern Kampfsport oder Sex?"
Meneor folgt ihr und sagt: "Ich habe gern Sex und Kampf."
Die Medienverk?uferin h?lt Meneor eine Filmkassette hin und sagt strahlend: "Dann ist der hier richtig. Willst du mal hineinschauen?"
Meneor betrachtet die Kassette mit einem Fragezeichengesicht und sagt aufrichtig: "Ich will nicht schauen. Ich will es tun."
Die Medienverk?uferin erstarrt und denkt mit gefrorenem L?cheln: 'Ein Perverser! ...'
Die Medienverk?uferin weicht zurück, sagt mit gefrorenem L?cheln: "Moment bitte." und denkt: 'Hoffentlich wird er nicht aggressiv.'
Verwirrt schaut Meneor der Medienverk?uferin nach, die fluchtartig das Weite sucht.
Meneor schlendert zurück in Richtung Kosmetikabteilung, da kommen zwei streng blickende Herren, der Warenhausleiter und sein Stellvertreter auf ihn zu. Die Medienverk?uferin versteckt sich hinter ihren Rücken.
Die beiden M?nner bauen sich vor Meneor auf, der stehen geblieben ist und neugierig schaut, was da kommen mag. Der Leiter r?uspert sich und beginnt streng: "'R?usper' ?hm ... Sie haben unsere Verk?uferin sexuell bel?stigt. Bitte verlassen Sie unverzüglich unser Warenhaus, sonst sehen wir uns gezwungen, die Natural Guard zu rufen."
Meneor hat überhaupt nicht begriffen, was der Mann gesagt hat, und starrt die beiden M?nner verst?ndnislos an.
Den M?nnern wird unbehaglich. Leiter, unwohl: "?hm ... Haben Sie mich verstanden?"
Meneor, ehrlich: "Nein, erkl?re es mir."
Der Leiter ist verblüfft ...
... und wirkt etwas hilflos. Der Stellvertreter flüstert dem Leiter ins Ohr: "Vielleicht ist er geistig behindert."
Der Leiter schaut mit erzwungenem L?cheln Meneor an und flüstert mit verzogenem Mund zu seinem Stellvertreter: "Dann müssen wir erst recht die Natural Guard rufen."
Leiter, mit falschem L?cheln zu Meneor: "?hm ... Vielleicht ist es besser, wen wir die Guard rufen. Sie kann Ihnen dann alles erkl?ren."
Meneor, ernsthaft: "Die Guards erkl?ren nichts. Sie schiessen nur. Was heisst 'sexuell bel?stigt'?"
Der Leiter reisst sich zusammen und bemüht sich um eine anst?ndige Antwort: "Das bedeutet, dass Sie eine Frau sexuell bedr?ngen, obwohl sie dies nicht m?chte."
Meneor, aufrichtig: "Es hat mich gefragt, ob ich gern Sex habe, und ich habe ja gesagt."
Konsterniert schauen die beiden M?nner die Medienverk?uferin an, die err?tend protestiert: "Aber ich wollte doch nur wissen, welche Filme er gern mag."
Leiter, zur Medienverk?uferin, streng: "Und da fragen Sie als erstes nach Sexfilmen? Ist das der respektvolle Umgang mit der Kundschaft, wie wir ihn in den zahlreichen Personalschulungen gelernt haben?"
Die Medienverk?uferin schrumpft zu einem M?uschen und piepst kl?glich: "Nein."
Leiter, wie oben: "Sie werden sich jetzt bei diesem Herrn für Ihre sexuelle Bel?stigung entschuldigen und ihm auf Kosten des Hauses einen Film seiner Wahl schenken."
Leiter, zu Meneor, servil: "Bitte entschuldigen Sie vielmals dieses Missverst?ndnis."
Meneor begreift nicht, was das soll, ...
... und schaut den beiden davon eilenden Herren nach. Aus dem Off: "Es tut mir Leid ... Ich ..."
Meneor schaut die Medienverk?uferin an, die wie ein H?ufchen Elend vor ihm steht und nicht mehr weiter weiss, und fragt: "Warum ist Sex schauen gut und Sex haben schlecht?"
Die Medienverk?uferin ist so geschafft, dass die gar nicht bemerkt, wie seltsam Meneor spricht und antwortet ernst: "Sex haben ist nicht schlecht. Aber eine Frau m?chte nicht mit allen M?nnern Sex ... Ein Mann muss ihr schon gefallen ..."
Meneor, neugierig: "Und ich gefalle dir nicht, deshalb bist du weggegangen."
Medienverk?uferin, abwehrend: "Nein, so ist es nicht. Du gef?llst mir sehr ... Aber eine Frau m?chte nicht sofort Sex, wenn sie einem Mann begegnet. Sie braucht etwas Zeit, um ... Vertrauen zu fassen ..."
Die Medienverk?uferin schaut Meneor mit grossen Augen an: "Ohne Vertrauen ist Sex nicht sch?n ... nur Stress."
Meneor, mit treuherzigem Ernst: "Ja, das verstehe ich. Angst zerst?rt das Freude."
Medienverk?uferin, mit scheuem L?cheln: "Du bist irgendwie merkwürdig."
Die Medienverk?uferin geht in Richtung Filmregal. Meneor, ehrlich: "Ja, mir fehlen gewisse Dinge im Gehirn, um Natürliche gut zu verstehen."
Medienverk?uferin denkt: 'Der arme Kerl ist also doch geistig behindert ... Und ich Idiotin gehe ihn schlecht machen ...'
Mit einem Sexfilm in den H?nden kehrt Meneor zurück in die Kosmetikabteilung. Sofort zetert Iris los: "Schmeiss den Schmuddelkram weg! Oder glaubst du, ich spaziere mit einem Mann durch die Stadt, der einen Sexfilm unterm Arm tr?gt?"
Meneor stellt den Film auf eine Dekors?ule, betrachtet ihn und kommentiert nüchtern: "Das ist ein seltsames Ding. Für die einen ist es ein Belohnung und für die anderen ein Bedrohung."
Ewald kichert. Iris macht ver?chtlich "Pfff".
Das Quartett Meneor verl?sst das Warenhaus. Ewald: "Es ist Mittag und ich habe Hunger. Gehen wir wieder mal in ein Restaurant?"
Iris eilt schon los und sagt begeistert: "Au ja, endlich wieder etwas Leckeres in gediegenem Rahmen. Ich habe die Nase voll von diesem scheusslich gesunden Genmonsterfrass."
Die drei andern folgen Iris. Ewald, leise zu Piri und Meneor: "Für mich ist der Essgarten in Genville das h?chste der kulinarischen Gefühle, aber ich weiss halt, wie gern Iris sich in Restaurants verw?hnen l?sst."
Nach ein paar Minuten zügigen Marschierens betreten sie ein Restaurant. Ewald kommentiert: "Das ist ihr Lieblingsrestaurant."
Drinnen sieht es, wohl passend zu Iris, kühl, modern und designerhaft aus. Sie setzen sich an einen Tisch.
Ein Kellner eilt herbei und fragt servil: "Sie wünschen zu speisen?"
Iris, die es geniesst: "Ja, aber ein bisschen hopp!"
Der Kellner zieht sich zurück, verbeugt sich leicht und sagt dabei: "Sehr wohl."
Iris, strahlend: "Hach, ich liebe das Grossstadtleben!"
Die vier studieren die Speisekarte. Der Kellner steht mit dem Notizblock daneben. Iris: "Ich nehme das Kalbsfilet mit Pilzsosse und Nudeln. Dazu einen Salat."
Ewald: "Ich auch."
Piri: "Ich auch."
Meneor: "Ich auch."
Der Kellner schaut mit professionellem L?cheln Meneor an und fragt: "Vielleicht ein Glas Wein?"
Meneor, unbedarft: "Was ist das?"
Der Kellner ist befremdet.
Iris versucht mit einem gezwungenen L?cheln zu retten: "Beachten Sie ihn bloss nicht. Der ist etwas zurück geblieben."
Der Kellner erschrickt ...
... und sagt mit gequ?ltem L?cheln: "Dann sollten wir vielleicht die Natural Guard rufen. Sie k?nnte den Herrn ins Paradies ..."
Wie er Iris' giftigen Blick bemerkt, verstummt der Kellner erschrocken ...
... und entfernt sich etwas verdattert mit einem gemurmelten "Sehr wohl".
Ewald, Stirn runzelnd: "Was meint er mit 'Paradies'?"
Piri, ernst: "Wenn es etwas mit dem Natural Guard zu tun hat, ist es bestimmt nichts Gutes."
Iris würgt die Diskussion ab: "Ach was, ich lasse mir den Appetit nicht verderben durch eure Miesmacherei."
Der Kellner hat den Salat gebracht, der aus fünf Zentimeter breiten, l?nglichen Algenbl?ttern besteht. Ewald schneidet sich ein Stück ab und kaut ganz normal. Iris stochert lustlos in ihrem Teller und sagt: "Hm, der Salat besteht immer noch aus Algenbl?ttern. Haben die noch nichts Neues herausgefunden?"
Piri schaut prüfend auf ihren Teller. Meneor greift sich mit blossen H?nden ein Salatblatt ...
... und will eben hinein beissen, wie ihn Iris' Ausruf aus dem Off stoppt: "He, spinnst du?! Hier wird nicht mit den H?nden gegessen!"
Ewald zeigt Meneor l?chelnd Messer und Gabel.
Meneor hat die Gabel mit der Faust gepackt und den Salat damit aufgespiesst. Zum Messer in der anderen Hand sagt er "Sirrr", ...
... um die Schneide auf den Salat zu legen. Doch das Metallmesser schneidet nicht von selbst. Iris amüsiert sich und lacht: "Hahaha, das Messer musst du schon selber bewegen, du fauler Kerl."
Der Hauptgang steht auf dem Tisch. Iris versucht beim Fleischessen eine geniesserische Haltung einzunehmen. Piri kaut wenig begeistert auf ihrem "Kalbsfilet" herum und sagt: "Das Kalbsfilet schmeckt wie gepresstes Algenpulver."
Ewald betrachtet eine auf seine Gabel gespiesste Pilzscheibe und sagt l?chelnd: "Die Champignons schmecken wie gepresstes Algenpulver."
Meneor saugt mit seinen Lippen eine lange Nudel ein und sagt: "Ife Uden mecken i epefftef agenpufe."
Die drei lachen und prusten. Iris, eingeschnappt: "Pah, ihr fantasielosen Haustiere."
Im weiteren Verlauf des Essens amüsieren sich die drei k?stlich, w?hrend Iris schmollt.
Wie alles gegessen ist, erhebt sich Meneor und geht in die von Ewald gezeigte Richtung.
Wie sich Meneor dem Bedientresen n?hert, stehen dort der Kellner und eine Bedienhilfe. Da er Meneor für behindert h?lt, fragt der Kellner mit dreistem Grinsen: "Na, suchen Sie für kleine M?dchen?"
Die Bedienhilfe zischt leise zum Kellner: "He, das ist ein vornehmer Gast."
Meneor antwortet nüchtern: "Nein, ich suche Lapsus und das Schlangenfrau Ili."
Meneor ist aus dem Bild. Der Kellner ist verblüfft. Die Bedienhilfe lacht schadenfroh: "Hahaha, der hat es dir aber gegeben."
Der Kellner kann es nicht fassen: "Aber die Frau hat doch gesagt, er sei zurück geblieben ..."
Meneor l?sst die WC-Tür hinter sich zufallen und schaut sich suchend um.
Sein Blick f?llt auf das Lavabo.
Meneor hat seine Hose ge?ffnet und pinkelt ins Lavabo.
Die WC-Tür ?ffnet sich und ein gut gekleideter Gesch?ftsmann betritt den Raum.
Wie er Meneor beim Pinkeln entdeckt, ist er zuerst verblüfft, ...
... poltert dann aber los: "He, Sie Ferkel! Was f?llt Ihnen ein, ins Lavabo zu pinkeln?"
Meneor, l?chelnd: "Was h?tte mir denn sonst einfallen sollen?"
Der Mann geht drohend einen Schritt auf Meneor zu und ruft wütend: "Wollen Sie mich verspotten?!"
Meneor greift sich in die Jacke und sagt l?chelnd: "Ich werde dir eins blasen. Das wird dich beruhigen."
Schockiert h?lt der Mann inne, ...
... macht auf dem Absatz kehrt und verl?sst das WC, wobei er denkt: 'Das ist ungeheuerlich! Jetzt werde ich schon in noblen Restaurants von Schwulen angemacht ...'
Meneor l?sst die Bet?ubungsfl?te wieder in der Jackentasche verschwinden.
Wie die vier das Restaurant verlassen, ist Iris sichtlich entt?uscht von dem Essen. Ewald versucht sie zu tr?sten: "Nimm's nicht so tragisch, Iris! Du hast dich eben an die frischen kulinarischen Kreationen im Essgarten gew?hnt. Da kann der Industriefrass hier nicht mithalten, auch wenn er noch so nobel serviert wird."
Hand in Hand, wie zwei verliebte P?rchen, gehen sie weiter durch die Stadt. Iris, unfroh: "Wie soll ich mich auf die Grossstadt freuen, wenn mir das Essen in meinem Lieblingsrestaurant nicht mehr schmeckt?"
Ewald, mit aufkeimender Hoffnung: "Niemand zwingt uns hier zu bleiben."
Iris, trotzig: "Das k?nnte dir so passen."
Sie treffen auf eine kleine Menschentraube, die sich vor einem mehrere Meter grossen ?ffentlichen Bildschirm versammelt hat. Es handelt sich jedoch um ein wesentlich kleineres Exemplar als der Stadtbildschirm auf dem Zentralplatz. Auf dem Bildschirm verliest eine Natural News-Sprecherin die Nachrichten: "Fast alle lebensuntüchtigen Sozialhilfebezüger und Rentner sind jetzt ins Paradies eingetreten, wo sie ihr Glück gefunden haben. Wir danken allen Lebensuntüchtigen für diese freundliche Geste. Dadurch wird das Budget von Natural City enorm entlastet, was Kommandant Hans Hart erlaubt, mehr finanzielle Mittel für die Rückeroberung des Planeten einzusetzen."
Piri ruft spontan und etwas naiv: "Wo ist denn dieses Paradies?!"
Die Leute aus der Menschentraube werfen ihr befremdete Blicke zu, ...
... um sich m?glichst unauff?llig in alle Richtungen zu verdrücken. Nur eine Person macht eine versteckte Geste, mit der sie Piri die Richtung zum Paradies anzeigt.
Piri zieht Meneor an der Hand und sagt entschlossen: "Kommt!"
Iris protestiert: "Aber das Paradies gibt es doch gar nicht. Es ist bloss eine besch?nigende Bezeichnung dafür, dass die Leute gestorben sind."
Doch Piri l?sst sich nicht aufhalten und also folgen ihr die andern.
Nach einer Zeit treffen sie wieder auf eine Konsole mit dem abgeschlagenen Kopf einer Frau. Das Plakat darunter besagt: "Ich bekenne mich schuldig des Verbrechens wider die Natur. Ich habe schlecht über das Paradies geredet und damit ein unnatürliches Verhalten gezeigt. Es ist gut, dass meine naturfeindlichen Gene vom Antlitz der Erde verschwinden."
Auch dieses "Gest?ndnis" ist unterschrieben.
Erschüttert starrt Piri lange auf den Frauenkopf.
Piri, tonlos: "Wenn also jemand ein anderes Meinung hat als Kommandant Hart landet sein Kopf auf einem solchen Brett ..."
Meneor, nüchtern: "Das ist noch ?ngstlicher als Held, wenn es nicht einmal ein anderes Meinung ertragen kann."
Ewald l?chelt bitter. Iris runzelt die Stirn.
Meneor, zu Iris, ernsthaft: "Bist du sicher, dass du immer dasselbe Meinung hast wie das ?ngstliche Hart? Sonst ist es n?mlich ziemlich gef?hrlich, hier zu leben."
Iris, verunsichert: "Pah."
Piris Stimme aus dem Off sagt: "Das Paradies ist sch?n."
Wie sie sich danach umdrehen, sehen sie Piri auf das mit Paradies angeschriebene Geb?ude zugehen.
Alle vier stehen an der Glaswand und schauen hinein, wo der paradiesische Garten sich ausbreitet. Ewald: "Hier drin scheint aber niemand zu leben."
Meneor schliesst die Augen und betrachtet die Anlage mit seinem Feldsinn: "Ja, ich sehe niemand."
Eine Stimme aus dem Off ruft: "Mama, Mama!" und l?sst die vier sich danach umdrehen.
Zwei Natural Guards zerren einen jungen, offensichtlich geistig behinderten Erwachsenen zum Paradieseingang. Der Behinderte ruft: "Mama!"
Guard, ungeduldig: "Ja ja, deine Mama ist da drin."
Die Guards halten die Tür zum Paradies auf und schubsen den Behinderten hinein. Guard: "Geh weiter auf diesem Weg bis zu Mama!"
Wie die Tür sich hinter ihm geschlossen hat, bleibt der Behinderte zuerst unschlüssig stehen, ...
... setzt sich aber dann langsam in Bewegung. Seine Lippen formen ein von aussen unh?rbares "Mama".
Guard A ?fft den Behinderten nach: "Mama, Mama!"
Guard B lacht.
Guard A, angeekelt: "Ekelhaft, dieses Behindertenpack."
Guard B, grimmig l?chelnd: "Wir haben ja bald alle geschnappt. Dann ist Natural City endlich sauber."
Die beiden Guards bemerken, wie das Meneor-Quartett sie beobachtet und ihrer Unterhaltung folgt.
Guard A, aggressiv: "Was gibt es hier zu gaffen?!"
Ewald spielt den Eingeschüchterten, macht eine abwehrende Handbewegung und sagt mit gezwungenem L?cheln: "Nichts, nichts. Wir bewundern nur die Sch?nheit des Paradieses."
W?hrend die Guards weggehen, ?fft Guard A Ewald nach: "Wir bewundern nur die Sch?nheit des Paradieses."
Guard A: "Was für ein Trottel!"
Beide Guards lachen h?misch.
Gespannt beobachtet das Meneor-Quartett, wie der Behinderte in der Senke verschwindet. Iris: "Was geschieht jetzt?"
Piri: "Sein Mutter ist bestimmt nicht dort."
Meneor hat die Augen geschlossen und berichtet: "Es f?llt hin ..."
Meneor, wie oben: "Jetzt ist es tot."
Iris ist eher überrascht als erschrocken. Ewald und Piri rufen erschrocken: "Was?!"
Meneor hat die Augen ge?ffnet, ernst: "In dem Loch ist das Luft anders."
Piri, betroffen: "Du meinst, da ist ein giftiges Gas drin?"
Ewald, die Glaskuppel betrachtend, ernst: "Und diese Kuppel haben sie gebaut, damit das Gas nicht vom Wind verweht wird."
Iris, nüchtern: "Das ist ein Euthanasie-Garten. Den Lebensuntüchtigen wird hier auf sanfte Weise beim Sterben geholfen. Vielleicht gar keine so schlechte Idee. Wenn die schadhaften Gene systematisch ausgerottet werden, verbessern sich die Natürlichen automatisch, ganz ohne Gentechnik."
Piri protestiert: "Mit Hilfe von Ambellmi k?nnen wir Gene verbessern, ohne jemand zu t?ten."
Iris, ver?chtlich: "Und das Resultat sind Genmonster, die jederzeit ausrasten und die Welt vernichten k?nnen."
Ewald: "Die Genvilles rasten nicht aus und vernichten auch keine Welt."
Iris, wütend: "Sie diskutieren bloss immer wieder darüber, ob sie die Natürlichen ausrotten sollen."
Ewald, mit schmerzlichem L?cheln: "Vielleicht weil wir ausgerastet sind und die Welt vernichtet haben?"
Iris, trotzig: "Pah, die Natur weiss am besten, wie sie ihre Fehler korrigieren muss."
Ewald, standhaft: "Wenn hier willkürlich Leute umgebracht werden, die Hans Hart nicht passen, scheint mir das keine sehr natürliche 'Korrektur' zu sein."
Iris weiss nicht mehr, was sie sagen soll, und schweigt dunkel.
Iris verdr?ngt die unangenehmen Gedanken und sagt energisch: "Es gibt Wichtigeres im Leben. Ich will jetzt zu den Natural News."
Szeneanfang:
Zur gleichen Zeit stehen einige Gartenleute in ihrem Dorf auf der Strasse und starren in den Himmel. Verblüffte und aufgeregte Kommentare: "Es ist verschwunden!", "Wo ist es nur?", "Wie kann das sein?".
Vielleicht hundert Meter über dem Dorf schwebt der m?chtige Flügelwal, dessen Unterseite sich wie die Cham?leondecke dem Himmel anpasst, sodass er von unten nicht mehr gesehen werden kann. Er füllt sich selber mit Helium, was ihm den Auftrieb verschafft, und bewegt sich mit durchsichtigen Flügeln vorw?rts. Auf seinem Rücken transportiert er Held, Endo, Giftstrauss und Pferdchen. Dort stehen auch vorn drei Zielscheiben. Mit gespanntem Bogen steht Endo da wie ein japanischer Bogenschütze.
Wie Endo den Pfeil fliegen l?sst, findet der zielsicher die linke Scheibe, ...
... die den Pfeil verschluckt. Endo kommentiert: "Wenn dieser Nahrungspfeil auf die Linke Scheibe trifft, weiss der Flügelwal, dass er die Flugrichtung etwas nach links korrigieren soll ..."
Endo f?hrt fort: "Von unten sind wir nicht zu sehen, weil er sich wie die Cham?leondecke tarnen kann."
Held n?rgelt: "Aber dieser gasgefüllte Leib ist viel zu langsam."
Endo, mit leichtem L?cheln: "Er braucht seine Zeit, um Tempo zu gewinnen, aber dann schafft er hundert Stundenkilometer. Wir werden uns festhalten müssen."
Held ist überrascht.
Pferdchen: "Und wie halten wir das Ding an?"
Endo: "Zwei Pfeile kurz nacheinander in die mittlere Scheibe bedeuten "stopp". Je ein Pfeil kurz nacheinander in jede Scheibe bedeutet "landen".
Held kritisiert: "Aber wir brauchen tausend Flügelwale, um eine Armee nach Natural City zu bringen."
Giftstrauss: "Und woher nehmen wir das Armee?"
Endo l?chelt geheimnisvoll: "Wir brauchen bloss einen Flügelwal, um eine Armee von einer Milliarde zu transportieren."
Die anderen schauen Endo an, als sei der übergeschnappt.
Szeneanfang:
Wie Iris zu den Natural News losmarschiert, ruft Ewald: "Warte, Iris!"
Ewald gibt zu bedenken: "Wird das nicht merkwürdig aussehen, wenn vier gut gekleidete Gesch?ftsleute auf das Natural News Geb?ude zu marschieren, statt eines dieser Fahrzeuge zu benutzen?"
Iris, aufgebracht: "Wenn mir niemand sagen will, wie sie funktionieren ..."
Bevor Iris weiter schimpfen kann, wird ihre Aufmerksamkeit abgelenkt von Meneor, der sich an einer Rufs?ule zu schaffen macht. Iris, unfreundlich: "Was machst du da? Wir werden die Guards am Hals haben, wenn du mit deinen Wurstfingern alles kaputt machst."
Meneor, l?chelnd: "Die Leute drücken hier drauf und dann ..."
Meneor dreht sich um und sagt zu dem Kabinenfahrzeug, das vor ihnen anh?lt: "... h?lt ein solches Kasten an ..."
Die Tür des Kabinenfahrzeugs ?ffnet sich, sodass Meneor einsteigen kann. Meneor: "... und die Leute gehen hinein."
Iris' Gesicht hellt sich auf ...
... und wie sie alle einsteigen, sagt sie sp?ttisch: "Befrage ein schlichtes Gemüt und die Welt wird einfach."
Piri kuschelt sich an Meneor und sagt l?chelnd: "Ohne Meneors wohltuendes Schlichtheit w?ren wir unter dem Glaskuppel verzagt und im Bombenhagel gestorben."
Fahrzeugstimme: "Wohin darf ich Sie bringen?"
Iris: "Zu den Natural News."
Fahrzeugstimme: "Gern."
Fasziniert beobachtet Iris, wie die Kabine sanft beschleunigt und sich in den Verkehr einfügt.
Iris, begeistert: "Das ist alles Computer gesteuert. Damit dürfte das Massaker auf der Strasse wohl beendet sein. Das wird unsere erste Reportage, Ewald: "Wie viel Blutzoll fordert die neue Mobilit?tsl?sung?"..."
Piri: "Wenn Caesar es entwickelt hat, wird kaum noch jemand sterben."
Iris, irritiert: "Caesar?"
Piri erl?utert: "Es hat uns verlassen, als wir aus Natural City flüchten mussten. Bestimmt arbeitet es jetzt für Kommandant Hart. Natürliche Forschende h?tten in diesem kurzen Zeit kein solches System auf die Beine stellen k?nnen."
Iris protestiert: "Hans Hart würde niemals mit einem Genmonster zusammen arbeiten!"
Piri, ernst: "Das Herrschbedürfnis der Natürlichen kennt kein Moral. Nur Dinge, die ihm dienen oder nicht."
Iris, entsetzt: "Das w?re ja ..."
Ewald, mit schmerzlichem L?cheln: "... ein Thema für die n?chste Reportage?"
Iris starrt Ewald entsetzt an und sagt tonlos: "Bist du jetzt komplett übergeschnappt?"
Die Kabine hat angehalten, die Türen ?ffnen sich und die Fahrzeugstimme sagt: "Wir sind vor dem Natural News Geb?ude."
Iris reisst sich zusammen, steigt aus und befiehlt: "Aussteigen!"
Iris stürmt auf den Eingang zu, der von zwei Natural Guards bewacht wird.
Ewald z?gert und flüstert zu den neben ihm stehenden Piri und Meneor mit mulmigem Gefühl: "Das kann nicht gut gehen ..."
Wie Iris das Geb?ude betreten will, stellen sich ihr die beiden Guards in den Weg. Guard A, unfreundlich: "Ausweis bitte!"
Iris faucht: "Ich bin Iris von den Natural News und bekannt für meine tollkühnen Reportagen. Kennen Sie mich nicht?"
Guard A ist etwas verblüfft über Iris' dreisten Tonfall und sagt etwas dümmlich: "?hm ... nein."
Guard B, in seinen Kommunikator: "Hier ist eine Iris ohne Ausweis. Sie will unbedingt rein. Sollen wir sie erschiessen?"
Gel?hmt vor Schreck und Verblüffung, starrt Iris Guard B mit offenem Mund an. Kommunikator: "Iris lebt?! Wie ist das m?glich?! Lassen Sie sie rein!"
W?hrend das Quartett Meneor das Geb?ude betritt, spricht Guard B in den Kommunikator: "Sie hat noch drei Leute dabei ..."
Kommunikator: "Ja ja, schon gut."
Ewald murmelt Stirn runzelnd: "Wenn jemand keinen Ausweis hat, kann er sogleich erschossen werden. Ist das die neue Zeit?"
Iris schweigt, gezeichnet von dem eben ausgestandenen Schrecken.
Im Büro von Iris' Chef ist es unordentlich. Der Chef ist ein jung wirkender Vierzigj?hriger, der sich kumpelhaft gibt, aber seine Karriere über alles stellt. Der Chef empf?ngt Iris und Ewald mit gespielter überraschung: "Iris und Ewald, was für eine überraschung, dass ihr noch lebt!"
Iris, spitz: "So, es überrascht dich also nur. Und freuen tut es dich gar nicht?"
Chef, mit gespielter Freude: "Natürlich freue ich mich ... Ich muss es nur erst verdauen ... Ihr wart doch tot gemeldet ..."
Iris erl?utert: "Wir sind den Genmonstern in die Wüste gefolgt, um eine Reportage von ihrer Flucht aufzuzeichnen. Dann haben sie uns entführt, um die Reportage zu verhindern. Nach langen Wochen der Gefangenschaft konnten wir fliehen ..."
Iris, auf Meneor und Piri weisend: "Diese beiden haben uns gerettet und nach Natural City zurückgebracht."
Chef, mit geheucheltem Interesse: "Oh, wie interessant! ..."
Chef, mit Blick auf Meneor und Piri: "Und ihr seid ...?"
Meneor: "M..."
Piri: "P..."
Iris f?hrt eilig dazwischen: "Markus und Paula."
Chef, in seinen Kommunikator auf dem Pult: "Eine Runde Kaffee, bitte!"
Alle sitzen am Besprechungstisch im Büro des Chefs vor ihren dampfenden Kaffeetassen. Iris, bestimmt: "Ich will wieder für Natural News Reportagen machen."
Chef, mit gespielter Freundlichkeit: "Ja, da müssen wir schauen ..."
Iris, forsch: "Was heisst hier 'schauen'?"
Chef, dem die Situation sichtlich unangenehm ist, mit gequ?lter Freundlichkeit: "Ja, weisst du ... Die Dinge sind nicht mehr wie früher ... Die Anforderungsprofile haben sich ge?ndert ..."
Iris, bohrend: "Wie ge?ndert?"
Der Chef windet sich: "Na ja, deine Art von Journalismus, ... diese Direktheit ... Nun ..."
Iris, energisch: "Sag, was du sagen willst!"
Chef, schmerzlich l?chelnd: "Also, das ist so ... Der kritische Journalismus ist tot. Niemand würde den Tag überleben, der etwas anderes macht, als die grossartigen Taten von Kommandant Hart und der Natural Guard zu lobpreisen."
Iris starrt den Chef sprachlos an, ...
... um tonlos zu sagen: "Ihr dreht also nur noch Hans Hart Werbespots ..."
Der Chef versucht sich selbst zu belügen und meint mit falschem L?cheln: "So schlimm ist es nun auch wieder nicht ..."
Der Chef knickt ein und für einen Moment wird sein ehrliches Gefühl der Niedergeschlagenheit sichtbar. Chef, tonlos, ernst: "Ja, du hast Recht."
Iris steht auf und sagt verbittert: "Das heisst, ich kann mich gleich erschiessen lassen."
Auch der Chef erhebt sich und sagt bes?nftigend: "Nein, warte, wir werden eine L?sung finden."
Chef, in den Kommunikator: "Bringt meine G?ste bitte ins Konferenzzimmer!"
Wie das Quartett Meneor das Büro verl?sst, sagt der Chef, Zuversicht verstr?mend, zu Iris: "Gib mir eine Stunde."
Im Konferenzzimmer steht ein l?nglicher Tisch mit Stühlen. Gegenüber der Tür verdeckt ein brusthoher Aktenschrank einen Teil der Wand. Der Raum ist fensterlos und erinnert in seiner Schlichtheit an eine Gef?ngniszelle. Iris und Ewald stehen unschlüssig in der N?he der Tür. Meneor mustert den Raum. Piri betrachtet ein Bild an der Wand.
Voller Unbehagen über die Situation fragt Iris Ewald: "Was denkst du?"
Ewald denkt überrascht: 'Wenn sie mich fragt, muss sie schon stark verunsichert sein.' ...
... und antwortet ernst und ehrlich: "Es ist nicht das, was du willst."
The author's content has been appropriated; report any instances of this story on Amazon.
Iris schweigt unfroh.
Im Büro des Chefs ist seine Sekret?rin dabei, die Kaffeetassen abzur?umen. Chef: "Bring die Tassen sofort zur genetischen Untersuchung in die Universit?t. In sp?testens einer Stunde muss das Ergebnis vorliegen. L?nger kann ich sie nicht hinhalten."
Sekret?rin: "Und wozu soll das gut sein?"
Chef, viel sagend: "Sie kommen aus der Wüste. Woher wissen wir, dass es keine Genmonster sind?"
Die Sekret?rin schaut ihren Chef erschrocken an.
Szeneanfang:
Hans Hart sitzt hinter seinem Schreibtisch und studiert Stirn runzelnd das genetische Gutachten. Ein ?ngstlicher Forscher in weissem Arbeitskittel steht vor dem Pult. Neben dem Forscher hat sich ein markiger Natural Guard aufgepflanzt.
Hart schaut zu dem Forscher auf und fragt streng: "Und was bedeutet das im Klartext?"
Der Forscher zittert leicht vor Angst, wie er antwortet: "?hm ... Iris und Ewald sind eindeutig natürlich und entsprechen unseren Standards. Paula und Markus scheinen jedoch Chromos 4-Gens?tze zu haben. Das ist sehr ungew?hnlich ..."
Hart poltert: "Was heisst hier 'scheinen'?"
Der Forscher zittert st?rker vor Angst: "Wir konnten es zuerst nicht glauben, weil nur sehr wenige Chromos 4-Exemplare hergestellt wurden. Aber wir haben es mehrfach überprüft. Trotzdem bleibt es unwahrscheinlich, dass es solche Genmonster in Natural City gibt."
Hart, finster: "Nach ihren eigenen Angaben kommen sie aus der Wüste und sind unbemerkt in Natural City eingedrungen."
Forscher, erschrocken: "Aber ... aber solche Organismen stellen ein hohes Gef?hrdungspotential dar."
Hart, zum Guard, mit kalter Wut: "Die vier Individuen müssen sofort eliminiert werden. Sie sind ?usserst gef?hrlich. Macht euch also das überraschungselement zunutze!"
Guard, stramm salutierend: "Jawohl, Kommandant Hart!"
Der Forscher schaut dem davoneilenden Guard nach und murmelt vor sich hin: "Und wenn die beiden Natürlichen Gefangene der Genmonster sind?"
Hans Hart, kalt: "Und wenn die beiden Spione sind? übernehmen Sie die Verantwortung?"
Erschrocken wehrt der Forscher ab: "Nein nein, natürlich nicht."
Hart hat seinen Kopf gesenkt, weil er sich schon mit dem n?chsten Schriftstück auf seinem Pult besch?ftigt. Mit leicht ausgestrecktem Arm h?lt er dem Forscher das Gutachten hin. Hans Hart, kühl: "Guten Tag."
Der Forscher drückt das Gutachten an sich, geht rückw?rts, verbeugt sich unbeholfen und sagt leise: "Guten Tag, Kommandant Hart."
Szeneanfang:
Mit ihren Maschinenpistolen im Anschlag schleichen zwei Natural Guards durch das Natural News Geb?ude.
Guard A, leise: "Wir sollen das 'überraschungsmoment' nutzen. Dieser Depp! Wir treten die Tür ein und ballern drauflos. Wie immer."
Guard B, leise: "Vielleicht sollten wir diesmal das erste Magazin durch die Tür schiessen."
Guard A, skeptisch, leise: "Und was soll das bringen?"
Guard B, leise: "Sie haben dann nicht die geringste Chance zu reagieren."
Guard A, leise: "Na gut."
Meneor hat den Aktenschrank zur Seite geschoben und ist dabei, in der Hocke mit dem Messer ein quadratisches Stück Mauer herauszuschneiden. Piri schaut ihm interessiert zu. Iris und Ewald haben sich mit dem Gesicht zur Tür an den Konferenztisch gesetzt. Ewald, ungeduldig: "Der l?sst uns sch?n schmoren."
Iris, spitz: "Du kannst ja mit den Kindern spielen, wenn dir langweilig ist. Sie machen grad das, was sie am besten k?nnen: Dinge demolieren."
Ewald l?chelt gequ?lt.
Meneor hat das Stück Wand herausgeschnitten und stemmt es hoch, ...
... wo Piri es ihm abnimmt, ...
... um es unter dem Bild an die Wand zu lehnen, ...
... sodass sie das Bild abh?ngen und zur Tarnung vor das Wandstück auf den Boden stellen kann.
Obwohl die beiden Guards sich Mühe geben, leise zu sein, h?rt Meneor ihre Schritte auf dem Flur, ...
... zuckt herum ...
... und benutzt mit geschlossenen Augen seinen Feldsinn, um festzustellen, was draussen los ist.
Meneor sieht die Kraftfelder der Guards und ihrer Maschinenpistolen, die sie schussbereit auf die Tür gerichtet haben.
Wie sich die Zeigefinger der Guards um die Abzugshebel krümmen, ...
... katapultiert sich Meneor aus der Hocke wie eine Stahlfeder schr?g zum Konferenztisch, ...
... wo er den Tisch am Rand fasst, ...
... um ihn mit der Energie seines Fluges vor den erschrockenen Gesichtern von Iris und Ewald quer durch den Raum weg zu schleudern.
Meneors Flug ist gebremst, sodass er sich vor dem sitzenden Paar hinkauern kann, w?hrend die ersten Schüsse die Türfüllung durchschlagen.
Meneor macht mit seinen ausgestreckten Armen eine wischende Bewegung nach hinten, ...
... womit er die v?llig perplexen Iris und Ewald unsanft hinter seinem Rücken zusammenpresst.
Die Kugeln zischen links und rechts an Meneor vorbei. Etliche treffen ihn aber auch in Kopf und Oberk?rper.
Das Bewusstsein verlierend, sinkt Meneor hintenüber, Iris und Ewald unter sich begrabend.
Mit einem gewaltigen Tritt sprengt Piri die Tür aus den Angeln, ...
... sodass die beiden verblüfften Guards von der ihnen entgegenkommenden Türe ...
... quer durch den Flur an die gegenüberliegende Wand geschleudert werden, ...
... wo sie benommen liegen bleiben, ...
... bis Piri die Türe mit der einen Hand wegschleudert, ...
... um mit der Bet?ubungsfl?te in der anderen Hand je ein Bet?ubungsgeschoss in die bel?mmerten Gesichter zu blasen.
Wie Piri zurück ins Besprechungszimmer eilt, sieht sie, wie Ewald und Iris sich unter dem schweren, schlaffen K?rper von Meneor hervor qu?len.
Rasch kniet Piri vor das Mauerloch, welches Meneor gefr?st hat, ...
... und schiebt den Aktenschrank, welcher sich dahinter befindet, etwa einen Meter von der Wand weg.
Iris und Ewald haben sich erhoben und starren nun fassungslos auf den scheinbar toten Meneor. Ohne die beiden zu beachten, packt Piri Meneor unter den Armen ...
... und schleift ihn zu dem Mauerloch, ...
... wo sie ihn hindurchzieht in den anderen Raum, bei dem es sich ebenfalls um ein Konferenzzimmer handelt, das ?hnlich eingerichtet ist wie das erste.
Ohne Anstrengung legt Piri Meneor auf den Konferenztisch und ruft: "Kommt ihr?"
Ewald und Iris kriechen durch das Mauerloch ...
... und gesellen sich bleich und verdattert zu Piri an den Konferenztisch.
Piri huscht weg, ...
... um den Aktenschrank des ersten Konferenzzimmers vor das Mauerloch zu zerren.
Da sie den Schrank an seiner Rückwand nicht fassen kann, um ihn ganz vor das Loch zu ziehen, zückt sie kurzerhand zwei Messer und st?sst sie in die Rückwand, ...
... sodass sie nun zwei Griffe hat, an denen sie den Schrank vor das Mauerloch ziehen kann.
Auch den zweiten Aktenschrank platziert Piri vor das Loch, sodass ihr Fluchtweg nun perfekt getarnt ist.
Wie Piri auf den Konferenztisch zu schlendert, sagt Ewald tonlos vor Betroffenheit, mit Blick auf Meneor: "Warum opfert Meneor sein Leben für zwei wertlose Natürliche?"
Piri, l?chelnd: "Meneor bek?mpft die Feindlichen und beschützt die Freundlichen. Was erstaunt dich daran?"
Iris starrt bleich auf den vermeintlich Toten und sagt leise: "Aber warum stirbt er für mich? Ich war doch noch nie freundlich zu ihm."
Piri kichert und die andern beiden schauen sie an, als habe sie eben den Verstand verloren.
Wie vom ersten Konferenzzimmer her eilige Schritte zu h?ren sind und eine Stimme ruft: "Sie sind weg! Nehmt die beiden Idioten mit!", legt Piri den Finger zum Schweigezeichen auf die Lippen.
Sich entfernende Schritte sind zu h?ren.
Dann ist es still.
Iris wirkt mitgenommen, wie sie leise sagt: "Sie werden uns finden."
Piri schiebt den Aktenschrank wieder von der Mauer weg.
Alle sind wieder im ersten Konferenzraum. Meneor liegt am Boden. Piri ist dabei, das Mauerstück in das Loch zurückzustellen. Ewald h?ngt das Bild an seinen Platz. Iris, nerv?s: "Und was haben wir damit gewonnen? Wir sitzen in der Falle."
Piri ist dabei, den Aktenschrank vor die Wand zu schieben und sagt l?chelnd: "Wir haben das Wichtigste gewonnen: Zeit. Sie werden nicht zwei mal dieselben R?ume absuchen, bevor sie nicht das ganze Geb?ude durchgek?mmt haben."
Iris, dunkel: "Du redest schon wie der tote Krieger. Dem haben seine Sprüche auch nicht geholfen."
Ewald verliert die Nerven: "Er gibt sein Leben für dich und du trampelst bloss auf ihm rum. Was bist du bloss für eine gefühllose Kuh?!"
Iris schaut Ewald verblüfft an, ist aber zu mitgenommen, um wütend zu werden.
Iris weist auf die l?chelnd dastehende Piri, matt und hilflos: "Und diese Kuh da mit ihrem schwachsinnigen Grinsen, hat die etwa mehr Gefühl?"
Ewald ist verunsichert.
Piri, l?chelnd: "Es ist nicht tot."
Iris protestiert: "Aber er hat einen Kopfschuss!"
Piri, kichernd: "Da ist nicht viel drin."
Iris kann es nicht lassen: "Schien mir auch immer so."
Ewald ist fassungslos über den Spott der beiden Frauen: "Ihr verdammten Spottdrosseln."
Piri, l?chelnd: "Meneor lebt. Seine Organe sind vierfach ausgelegt. Sein Gehirn ist im ganzen K?rper verteilt. Es br?uchte wohl tausend Kugeln, um es zu erschiessen. Sein K?rper hat sich in ein regeneratives Bewusstlosigkeit versetzt, welches das Heilungsprozess erheblich beschleunigt, da alle Energien nun dafür zum Verfügung stehen."
Ewald und Iris starren verblüfft auf den am Boden liegenden Meneor.
überrascht bemerken Piri und Ewald, wie der Hauch eines befreiten L?chelns über Iris' Gesicht huscht, ...
... welcher sofort verschwindet, wie Iris in einem gespielten Wutanfall Meneor einen Tritt versetzt und ruft: "Du Betrüger! Du Windei! Ich mach mir ein Gewissen und dabei bist du gar nicht tot!"
Piri und Ewald lachen, auch wenn bei Ewald in ihrer Lage keine rechte Fr?hlichkeit aufkommen will.
Ewald, hilflos: "Aber wie sollen wir jetzt ohne seine Kampferfahrung entkommen? Er h?tte uns doch bloss aus der Schusslinie schubsen müssen, statt den Kugelfang zu spielen."
Piri: "Hast du nicht gesehen, mit welchem Wucht das Tisch weggeflogen ist?"
Ewald weiss nicht, worauf Piri hinauswill: "?h ... doch ... aber ..."
Piri: "Es h?tte euch mit demselben Kraft aus dem Schusslinie stossen müssen. Dabei h?ttet ihr das Genick gebrochen."
Vollen Unbehagen stellen sich Ewald und Iris die Szene vor, wie Meneor sie wegst?sst und dabei ihr Genick mit h?sslichem "Kracks" bricht."
Iris wird sich wieder bewusst, in welch ungemütlicher Lage sie stecken und sagt nerv?s: "Und was machen wir jetzt mit deiner 'gewonnenen' Zeit? Sie hier zerrinnen zu lassen ist wohl keine gute Idee."
Piri, nachdenklich: "Die Natural Guards haben das Geb?ude bestimmt umstellt. Wir k?nnen es also nur noch durch das Keller verlassen ... Und wie gelangen wir in das Keller? ... Natürlich mit dem Lift!"
Iris ruft unfreundlich: "Was für ein bescheuerter Plan! Da sitzen wir doch in der Mausefalle. Sobald die Guards uns entdecken, durchl?chern sie die Kabine und wir sind Matsch."
Piri, begeistert von ihrem Einfall: "Dann klettern wir eben aufs Kabinendach und für die Guards bleibt das Kabine leer."
Iris, Stirn runzelnd: "Und wenn der Lift ganz nach oben f?hrt, werden wir vielleicht zerquetscht, nein danke."
Ewald murmelt: "Deine Fantasie ist heute ziemlich brutal."
Iris, erregt: "Pah, jeder tumbe Guard kommt doch auf die Idee mit dem Lift. Wir versteifen uns also auf einen Fluchtweg, der h?chstwahrscheinlich zur Falle wird."
Eifrig nickend, stimmt Piri zu: "Ja, du hast recht."
Iris ist erstaunt, dass Piri ihr Argument ernst nimmt.
Piri, begeistert: "Wir bauen uns selbst ein Lift!"
Iris und Ewald zweifeln an Piris Verstand.
Strahlend zieht Piri ein langes Messer und sagt "Sirrr" zu ihm.
Piri geht in die Hocke und sticht gleichzeitig das Messer in den Boden, ...
... dreht sich herum, sodass das Messer einen Kreis in den Boden fr?st, ...
... und beginnt mit dem ausgeschnittenen Bodenstück hinabzufallen. Ewald und Iris starren v?llig verblüfft auf die verschwindende Piri.
Auf dem Bodenstück stehend, dreht Piri rasend schnell ihren Kopf, um sich einen überblick über den neuen Raum zu verschaffen. Es ist wieder ein leeres Konferenzzimmer, ...
... dessen Tisch unter dem schweren Bodenstück in Trümmer geht.
Kaum ist das Bodenstück zur Ruhe gekommen, federt sich Piri wie von einem Trampolin ab ...
... und landet elegant am Rand des Lochs. Iris und Ewald stehen immer noch da, als w?ren sie in ihrer Verblüffung eingefroren.
Piri h?lt Ewald die Hand hin, die dieser mechanisch ergreift, ...
... um dann von der am Rand knienden Piri durch das Loch hinabgelassen zu werden.
Nachdem auch Iris auf dieselbe Weise ins andere Stockwerk gelangt ist, l?sst Piri den schlaffen Meneor an ihrem ausgestreckten Arm hinab. Iris und Ewald nehmen den Bewusstlosen in Empfang.
Wie Piri dabei ist, den n?chsten Kreis aus dem Boden zu schneiden, wendet Ewald ein: "Aber es werden nicht alle R?ume leer sein."
Schon im Hinabfallen zeigt Piri l?chelnd ihre Bet?ubungsfl?te, ...
... um sich rasend schnell in dem Büroraum umzusehen, wo ihr ein Natural Guard und ein halbes Dutzend Angestellte auffallen.
Piri verschiesst ihre Bet?ubungspfeile so schnell, dass alle Leute von der Verblüffungsstarre gleich in die Bewusstlosigkeit sinken, sodass niemand dazu kommt, eine Gegenwehr vorzunehmen oder einen Alarm auszul?sen.
Auf diese Weise schaffen sie es bis in die Kellergeschosse.
Ein Natural Guard entdeckt die Bewusstlosen in einem Büroraum, ...
... bewegt sich wachsam und schussbereit vorw?rts, ...
... entdeckt Stirn runzelnd das Loch in der Decke ...
... und steht nun vor dem Loch im Boden, in das er hinab schaut und in seinen Kommunikator spricht: "Ich weiss nicht, wie das m?glich ist, aber die Genmonster haben sich wie Maden durch das Geb?ude gebohrt."
Kommunikator: "Bist du besoffen?"
Guard protestiert: "Nein, da ist ein Loch im Boden und in der Decke."
Kommunikator: "Und wo sind sie hin, nach oben oder unten?"
Guard, unschlüssig: "Keine Ahnung."
Kommunikator brüllt: "Dann geht sofort aufs Dach und in den Keller, ihr verdammten Idioten!"
Guard, verdattert: "Ja... jawohl."
In einem Kellergeschoss tr?gt Piri Meneor auf der Schulter und bewegt sich locker und leichtfüssig durch den Gang, der auf beiden Seiten von geschlossenen Türen ges?umt ist. Iris und Ewald gehen ein paar Schritte hinter Piri.
Ewald zu Iris, mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung: "Ich würde mit dem schweren K?rper einknicken. Sie aber bewegt sich leicht wie eine Elfe."
Iris, ?tzend: "Du hast ja auch nie etwas unternommen, um deinem K?rper das Aussehen einer Weisswurst auszutreiben."
Ewald seufzt und denkt mit schmerzlichem L?cheln: 'Wo sie recht hat ...'
Iris zu Piri, Stirn runzelnd: "Wieso f?llt der Trottel in Ohnmacht, wenn er verletzt ist? Damit liefert er sich doch seinen Feinden wehrlos aus."
Piri, ohne sich umzudrehen: "Es ist besser, ein Verletztes wird schnell gesund, als es bleibt wach, wenn es ohnehin von seinen Leuten getragen werden muss. Ein Krieger k?mpft selten allein."
Ewald sagt: "Klingt logisch.", w?hrend Iris' Blick schon von einer Türbeschriftung magisch angezogen wird.
Iris versucht die Tür mit dem Schild "Archiv" zu ?ffnen. Sie ist jedoch abgeschlossen.
Iris, sich erinnernd: "Hier war ich oft, wenn ich recherchiert habe. K?nntest du mir die Türe ?ffnen, Piri?"
Ewald, dem diese Verz?gerung Unbehagen bereitet: "Aber haben wir denn Zeit für Erinnerungen?"
Iris, zu Ewald, dunkel: "Meine Reportagen sind in der Hand von Leuten, die uns umbringen wollen. Macht dich das nicht misstrauisch?"
Ewald, begreifend: "Du meinst ..."
Krachend fliegt die Tür unter Piris Fusstritt aus den Angeln.
Sie haben Licht gemacht und stehen nun in einem grossen Raum mit leerger?umten Regalen und Aktenschr?nken, deren leere Schubladen teilweise noch offen stehen. Iris starrt fassungslos auf dieses trostlose Bild ...
... und brüllt dann voller Wut: "Diese Schweine haben mein Lebenswerk zerst?rt!!!"
Ewald ist betroffen vom Ausmass des Schadens und sagt tonlos: "Nicht nur deines. Hans Hart hat die kollektive Erinnerung gel?scht. Er will wohl eine neue Vergangenheit erfinden."
Tr?nen der Wut pressen sich aus ihren Augen, wie Iris Ewald stumm anstarrt. Ewald erschrickt ...
... und versucht mit bes?nftigender Geste einen hilflosen Trost: "Aber Iris, es ist ..."
Piri, nüchtern: "... doch nicht so schwer zu verstehen. Die Natürlichen haben zu starke Angstfelder und neigen deshalb dazu, alles zu vernichten, was Angst macht. Hans Hart fürchtet sich vor Martin Ecks freundlichem Demokratie und Chief Helds legend?rem Ruf als Kriegsheld. Also muss alles ausgel?scht werden, was daran erinnert."
Mit einem markerschütternden "Uwaaahhh!!!"-Schrei bricht sich die Wut Bahn aus Iris.
Verzweifelt sinkt Iris auf die Knie und schl?gt kraftlos mit der Faust auf den harten Boden.
Eine Handvoll Guards h?rt schwach den Schrei von Iris.
Der Anführer winkt seinen Leuten, ihm zu folgen.
Lautlos bewegen sie sich vorw?rts in Richtung des Schreis.
Ewald und Piri haben sich neben Iris hingekauert und versuchen sie mit sanften Berührungen zu tr?sten.
Ewald zu Iris, leise, tr?stend: "Wir haben zwar alles verloren, aber solange wir unser Leben haben, k?nnen wir etwas Neues beginnen ... Lass uns jetzt unser Leben retten."
Ewald führt die geknickte Iris aus dem Archivraum zurück in den Gang, w?hrend Piri in seinem Rücken mit dem Messer ein Loch in den Boden schneidet.
Wie Piri mit Meneor auf der Schulter den Gang betritt, sagt Ewald mit erstauntem Blick auf das Loch: "Warum tust du das?"
Sie eilen vorw?rts durch den Gang. Piri erl?utert: "Wenn sie das eingetretene Tür mit dem Loch sehen, werden sie zuerst dieses 'Fluchtweg' untersuchen ..."
Piri l?chelt Ewald an: "Und wir gewinnen Zeit."
Ewald denkt: 'Gut, dass wenigstens Piri einen kühlen Kopf beh?lt.'
Schussbereit schleichen die Guards durch den Gang, ...
... entdecken die eingetretene Tür des Archivraumes ...
... und umstehen das Loch, welches Piri in den Boden geschnitten hat. Eine Guard zündet mit der Taschenlampe ins Loch. Anführer in den Kommunikator: "Die Maden sind im Keller."
Kommunikator: "Gut, ich schicke Verst?rkung."
Der Anführer zu seinen Leuten, auf das Loch deutend: "Los, runter!"
Mit Meneor auf der Schulter rüttelt Piri am Ende eines Flurs an einer verschlossenen Tür. Piri: "Wenn wir das Tür bloss ?ffnen k?nnten, ohne es zu besch?digen, dann würden wir keine Spuren hinterlassen."
Ewald deutet auf einen grossen, sch?bigen Putzschrank, der in der Ecke, an der Wand mit der Tür steht, und meint: "Ich fand den Trick mit der Tarnung ganz gut."
Piri hat Meneor auf den Boden gelegt und bef?rdert den schweren Putzschrank schwungvoll weg von der Wand. Ewald denkt beeindruckt: 'Als M?belpackerin w?re sie unschlagbar.'
Iris scheint nichts mitzubekommen. Sie ist immer noch erschüttert von der Zerst?rung ihrer Reportagen.
Ewald hat den Lichtschalter bet?tigt, sodass sie den ger?umigen Heizungskeller mit dem eindrucksvollen ?lofen überblicken k?nnen. Piri ist noch dabei, das wieder eingesetzte Mauerstück mit einem Brett oder etwas ?hnlichem zu tarnen.
Ewald betastet den ?lofen und kommentiert: "Der ?lofen ist kalt. Dann haben sie wohl jetzt eine andere Energiequelle fürs Warmwasser ..."
Piri: "Was auch bedeutet, dass niemand mehr in dieses Raum kommt und zuf?llig unser Fluchtweg entdeckt."
Mit gezücktem Messer geht Piri energisch auf die der Tür gegenüber liegende Wand zu und sagt: "Dann lasst uns weiter ziehen ..."
Durch das n?chste Mauerloch betreten Sie einen Lagerraum, in dem mit Tüchern zugedeckte Benzinautos stehen. Piri l?sst die Mauerl?cher jetzt offen und ungetarnt. Das Licht, welches aus dem Heizungsraum einf?llt, reicht knapp aus, um sich zu orientieren.
Mit Meneor auf dem Rücken steuert Piri auf die n?chste Wand zu. Ewald kommentiert: "Merkwürdig. Warum sollte sich jemand die Mühe machen und diese Autos hier runter schaffen?"
Hinter dem n?chsten Mauerloch fehlt das Licht endgültig und es ist stockdunkel.
Piri zieht ein Messer und sagt "Loder", sodass eine Fackelflamme aus dem Griff schiesst, ...
... um es an Ewald weiterzureichen.
Piri hat sich selber eine Messerfackel angezündet und in diesem Licht betreten sie den mannshohen Servicestollen, durch den dicke und dünne Rohre laufen.
Sie folgen dem Stollen, der schr?g nach unten führt, ...
... tiefer und tiefer, ...
... bis durch ein schwaches Licht das Ende des Stollens in Sicht kommt.
Eine Stimme, die durch die ?ffnung in den Stollen dringt, l?sst sie erstarren: "Mama, Mama, ich habe eine Wurst gefangen!"
Piri hat Meneor hingelegt und schleicht zum Ausgang. Stimme der Mutter: "Das ist keine Wurst, du dummes Kind. Das ist ein Stück von dem, was hinten raus kommt."
Kinderstimme: "Aber das stinkt ja gar nicht, Mama."
Mutterstimme: "Nun wirf es schon weg, du Nervens?ge!"
Wie Piri aus dem Stollen sp?ht, sieht sie einen grossen Tunnel, der schwach von Lagerfeuern aus Abf?llen (ohne Holz) erhellt wird. Leute, an deren Kleidung abzulesen ist, dass sie mal ein besseres Leben gehabt haben, sitzen um die Feuer. Manche schlafen. Und wieder andere sitzen entlang dem Bach, der in der Mitte des Tunnels fliesst, und versuchen mit an St?cken befestigten Netzen etwas Brauchbares herauszufischen. Das kleine M?dchen hat ein kleines Fangnetz, aus dem es seine "Wurst" mit einem "Platsch" zurück ins Wasser fallen l?sst. Die Mutter sitzt daneben und versucht sich ebenfalls im Fischen.
Piri verl?sst den Stollen. Iris zischt beunruhigt: "Was tut sie?"
Ewald legt sich den Finger zum Schweigezeichen auf die Lippen.
L?chelnd geht Piri auf Mutter und Kind zu.
Wie die Mutter Piri wahrnimmt, ruft sie erschrocken: "Alaaarm!!"
Sofort kommen ein paar mit St?cken, Eisenstangen oder Messern bewaffnete Leute angerannt ...
... und umzingeln Piri drohend. Ruhig und gelassen bleibt Piri stehen ...
... und sagt l?chelnd: "Ich bin Piri und ich suche ein Versteck, wo sich mein verletztes Freund Meneor erholen kann."
Mann A, erstaunt: "Meneor?"
Mann B, verblüfft: "Meneor lebt?"
Mann C, ungl?ubig: "Aber Meneor ist doch tot!"
Frau D, Stirn runzelnd: "Das haben sie im Fernsehen behauptet. Aber es muss ja nicht wahr sein."
Frau E, hoffnungsvoll: "Wenn Meneor bei uns ist, gibt es vielleicht Hoffnung."
Mann C, zynisch: "Ja, die Hoffnung, dass uns die Guards finden und abknallen."
Frau E, entrüstet: "Aber wir müssen ihm doch helfen!"
Mann C, finster: "Gar nichts müssen wir. Jetzt wo die da oben uns vergessen haben und wir in Ruhe leben k?nnten, hetzen diese Unruhestifter uns ihre Verfolger auf den Pelz. Sie sollen uns in Ruhe lassen."
Frau D, unfroh l?chelnd: "Wir ern?hren uns von einem Abwasserkanal, sehen nie Tageslicht und haben keine medizinische Versorgung. Das nennst du Leben? Wenn nur die kleinste Chance besteht, diesen Hund Hart zu verjagen, sollten wir sie ergreifen. Und wenn wir dabei draufgehen, haben wir wenigstens unsere endgültige Ruhe."
Die Leute h?ren betroffen zu ...
... und lassen mutlos die Waffen sinken.
Die Mutter sitzt immer noch am Boden, hat das kleine M?dchen schützend in die Arme genommen und sagt: "Auch wenn dies kein Leben ist, ich m?chte nicht sterben ... Aber sie sind Flüchtlinge wie wir. Dürfen wir sie abweisen?"
Mann C wendet sich ab und sagt ver?rgert: "Ach, macht doch, was ihr wollt!"
Iris und Ewald haben sich je einen Arm von Meneor um die Schultern gelegt und schleppen ihn aus dem Stollen. Jemand ruft: "Da kommen ja noch mehr!"
Jemand ruft: "Aber das ist doch ... Wow! Das ist Iris, die Spitzenreporterin der Natural News!"
Frau D, sarkastisch: "Heute feiern wir wohl Wiederauferstehung der Tot-gemeldeten."
Iris ist überrascht, dass sie erkannt wird ...
... und zeigt sogar ein schwaches L?cheln, wie die Leute sich um sie dr?ngen. Ewald denkt erleichtert: 'Puh, zum Glück ... Das hat sie jetzt gebraucht.'
Etwas sp?ter liegt Meneor auf einer Decke neben dem Feuer am Rand des Baches. Das kleine M?dchen h?rt fasziniert zu, wie Piri ihr eine Geschichte erz?hlt. Die Mutter ist am "Fischen". Iris und Ewald sitzen am Feuer. Iris starrt blicklos in die Flammen. Ewald betrachtet sie besorgt.
Mutter, über die Schulter zum Kind: "So, Kleine, Zeit zum Schlafen."
M?dchen, mit leuchtenden Augen: "Aber Mama, Piri erz?hlt mir doch grad so eine sch?ne Geschichte von dem fliegenden Ambellmi. Ich will auch nach Genville. Dort gibt es so viele tolle Sachen."
Die Mutter nimmt das M?dchen energisch, aber gutmütig hoch ...
... und bettet es neben dem Feuer auf sein kleines Nachtlager. Mutter, l?chelnd: "Dann nimmst du jetzt all die tollen Sachen und machst dir daraus einen sch?nen Traum."
Das M?dchen blickt hinüber zum bewusstlosen Meneor, der auf der anderen Seite des Feuers liegt, ...
... schaut hoch zu Piri, die neben dem Feuer steht und l?chelnd den Blick erwidert, und sagt: "Ist das der Mann, der die Welt rettet?"
Piri betrachtet Meneor und sagt leise, mit stillem L?cheln: "Ja, das ist es."
Das M?dchen sch?lt sich aus seinen Decken ...
... und wieselt hinüber zu Meneor, ...
... wo es sich zwischen Meneors Arm und K?rper dr?ngt, ...
... um sein K?pfchen auf Meneors Arm zu legen und sich an seine Brust zu kuscheln.
Die Mutter flüstert Piri zu : "Ihr Vater ist von den Guards erschossen worden."
Wie die Mutter das M?dchen liebevoll zudeckt, kullert ihr eine Tr?ne über die Wange.
In Iris' Augen ist Leben zurückgekehrt. Ernst, mit leichtem Stirnrunzeln beobachtet sie Mutter und Kind, wo die Mutter noch mit einem letzten, langen und liebevollen Blick ihre Tochter betrachtet.
Iris erhebt sich. Dabei knurrt ihr Magen vernehmlich.
Leicht erschrocken dreht sich die Mutter zu Iris um und sagt: "Oh, Sie sind hungrig. Ich habe leider nichts vorr?tig. Ich bin eine schlechte Gastgeberin."
Iris winkt ab und bewegt sich entlang dem Abwasserkanal in Fliessrichtung des Wassers: "Schon gut, ich habe lieber Hunger, als mich aus einem Abwasserkanal zu ern?hren."
Die Mutter ist vor den Kopf gestossen. Ewald, der ebenfalls aufgestanden ist, versucht sie mit gezwungenem L?cheln und einer hilflos wirkenden Geste der Entschuldigung zu bes?nftigen.
Der Kanal verschwindet in der Dunkelheit, sodass Iris im schwachen Schein des Lagerfeuers kaum noch zu sehen ist. Ewald geht ihr nach.
Wie Ewald an Piri vorbeikommt, drückt sie ihm eine lodernde Messerfackel in die Hand.
W?hrend Piri beobachtet, wie das Fackellicht mit Iris und Ewald kleiner wird, fragt sie die Mutter: "Wohin führt dieses Kanal?"
Die Mutter ist neben Piri getreten, betrachtet ebenfalls das entschwindende Paar und erl?utert: "Das Wasser fliesst in einen unterirdischen See, in den noch viele Kan?le münden. Der See liegt in einem riesigen Betontrichter. Die Feststoffe sinken hinab und sammeln sich in der Mitte, wo sie durch eine Schleusenkammer entfernt werden. Dem See werden Kl?rbakterien zugesetzt, welche die meisten darin gel?sten Schadstoffe zersetzen. Schliesslich wird das Wasser mit Filteranlagen gereinigt und wieder der Trinkwasserversorgung zugeführt."
Piri staunt: "Sie wissen aber gut Bescheid."
Die Mutter senkt ihren Kopf und sagt traurig: "Als wir noch ein Leben hatten, war ich Ingenieurin."
Piri, mit leuchtenden Augen: "Kommen Sie doch einfach mit nach Genville."
Mutter, verwirrt: "Aber das ist doch bloss ein M?rchen, das Sie für meine Tochter erfunden haben."
Piri, wie oben: "Aber nein, Genville existiert ... Viel Sonne, viel Essen, viel Lachen ..."
Die Mutter l?chelt wehmütig. Sie kann Piri nicht glauben.
Piri erl?utert: "Wir wollen Lapsus und Ili rausholen, die sich auch vor den Guards verstecken müssen. Auf dem Rückweg kommen wir hier vorbei und nehmen Sie mit."
Die Mutter beugt sich, um sich schlafen zu legen, und sagt traurig und ohne Hoffnung: "Ja, gewiss."
Piri versteht nicht, warum die Frau ihr nicht glaubt und macht ein betroffenes Fragezeichengesicht.
Iris und Ewald sind dem Abwasserkanal bis zu seiner Mündung gefolgt und stehen nun am Rand des Sees. Ewald hat die Messerfackel an der Klinge gepackt und streckt sie hoch über seinen Kopf, um m?glichst viel zu erleuchten. Aber der Schein zeigt nur das finstere Wasser des Sees.
Szeneanfang:
Alle schlafen und nur noch leise Glut erinnert an das Feuer vom Vorabend.
Die Mutter wacht als erste auf und wirft von dem aus dem Kanal gefischten und getrockneten Müll auf die Glut, ...
... um mit Blasen das Feuer anzufachen, was aber vorerst misslingt.
Meneor ?ffnet seine Augen, h?rt das Blasger?usch und sieht das schlummernde Kind in seinen Armen.
Um das Kind nicht zu st?ren, h?lt Meneor seinen K?rper ruhig, w?hrend er den Kopf wie eine Eule in Richtung Feuer dreht, wo sich die Mutter immer noch vergeblich abmüht.
Meneor bl?st lang und kr?ftig in die Glut, sodass die Flammen hoch züngeln und die Mutter Meneor überrascht anschaut.
Die Mutter flüstert l?chelnd: "Sie haben sich erholt."
Meneor flüstert: "Warum liegt das Kind bei mir?"
Mutter, wie oben: "Frau Piri hat ihr erkl?rt, Sie würden die Welt retten. Darauf stehen junge Damen."
Meneor flüstert l?chelnd: "Alte nicht?"
Mutter flüstert etwas betupft: "Na, so alt bin ich nun auch wieder nicht ..."
Mutter flüstert ernst: "Helden sind nicht so mein Fall. Bevor ein Held geboren wird, geht er über viele Leichen."
Meneor flüstert ernst: "Aber Held ist über viele Leichen gegangen, nachdem es geboren wurde."
Mutter, wie oben: "Sie meinen Chief Held?"
Meneor, wie oben: "Ja, es hat die Tribünen gesprengt. Dann sind 500.000 Leute in das S?uregraben gefallen."
Die Mutter starrt Meneor entsetzt an, vergisst das Flüstern und ruft: "Ist das wahr?!"
Von dem Ruf erwachen Piri, Ewald und Iris und versuchen sich schlaftrunken im schwachen Licht des Feuers zu orientieren.
Piri bemerkt, dass Meneor sie l?chelnd anschaut, und jubelt: "Juhuuu, Meneor ist wieder da!"
Iris, griesgr?mig, weil aus dem Schlaf gerissen: "Toll."
Ewald gibt Iris einen tadelnden Rippenstoss, was diese mit einem ver?rgerten "He!" quittiert, ...
... und sagt ernst zu Meneor: "Ich danke dir, Meneor, dass du dich geopfert hat, um uns zu retten. Das war, wie Iris schon sagt, ganz toll ... Nein, es war einfach grossartig!"
Meneor begreift Ewalds überschwang nicht und murmelt: "Ich habe doch bloss die Kugeln aufgefangen. Was ist daran grossartig?"
Piri kichert, ...
... hechtet auf Meneor, ...
... umarmt die inzwischen aufgewachte, schlaftrunkene Kleine und Meneor und ruft lachend: "Du bist immer grossartig, auch wenn du nur rum liegst und einem kleinen M?dchen Geborgenheit schenkst!"
Die Kleine ist auch wach, realisiert, dass Meneor wieder unter den Lebenden ist und jubelt: "Juhuuu, jetzt wird die Welt gerettet!"
Meneor, Piri und das M?dchen umklammern sich, drehen sich wie ein Rad vom Feuer weg und lachen übermütig.
Noch unter Schock sitzt die Mutter blicklos am Feuer. Ewald fragt besorgt: "Was haben Sie?"
Mutter, tonlos: "Ist es wahr, dass Chief Held die Tribünen hat sprengen lassen?"
Iris, ernst: "Ja, das ist wahr."
Erschlagen von der Wahrheit, sinkt die Mutter in sich zusammen. Aus dem Off ist das Lachen von Piri, Meneor und dem Kind zu h?ren, die immer noch rum bl?deln.
Ewald erhebt sich mit besorgtem Blick auf die Mutter, ...
... setzt sich neben sie und fragt sanft: "Haben Sie damals jemanden verloren?"
Die Mutter hebt leicht den Kopf und sagt tonlos ins Feuer: "Das ist es nicht ... Wenn wir der Rest der Menschheit sind ... und unser Schicksal in die H?nde kranker Typen wie Held und Hart legen ... wo bleibt da die Hoffnung auf Zukunft?"
Ewald betrachtet durch das Feuer hindurch das rum albernde Trio Piri und sagt sanft: "Seit ich Genville gesehen habe, kann ich es besser verkraften, dass wir Natürlichen ein Auslaufmodell sind."
So sanft sie auch gesprochen sind, die Bedeutung der Worte ist ziemlich hart, weshalb die Mutter Ewald mit leisem Erschrecken anschaut. Auch Iris ist überrascht und betroffen und wirft Ewald einen entsprechenden Blick zu.
Mutter, zaghaft, neugierig: "Sie sprechen von diesem Genville, als sei es das Paradies."
Ewald, ernst: "Das Paradies ist ein Endzustand ohne jede Perspektive. Genville hingegen entsteht fortw?hrend neu aus einer Geisteshaltung von Forschung, Frieden und Freude."
Mutter, mit schwachem L?cheln: "Klingt wie das Paradies für eine Ingenieurin."
Iris, Stirn runzelnd: "Und wie der Albtraum für eine Reporterin. Wer will denn noch Frieden-Freude-Eierkuchen-Berichte sehen?"
Mutter, zu Iris, nachdenklich: "Kann ein Bericht über die R?tsel des Universums denn nicht genauso spannend sein wie eine Reportage über das Abschlachten von Menschen?"
Iris, ernst und überzeugt: "Nein, die meisten Leute finden es wesentlich spannender, wenn es um Sex, Gewalt und Reichtum geht."
Ewald, mit schwachem, vielsagendem L?cheln: "Die meisten Natürlichen."
Die beiden Frauen schauen Ewald an, die Mutter beklommen, Iris eher finster, weil sie weiss, dass Ewald recht hat.
Ewald, vers?hnlich: "Vielleicht sollten wir uns mit Fischen etwas ablenken?"
Die Mutter erhebt sich pflichtbewusst und sagt: "Ja genau."
Iris, absch?tzig: "Pah."
Etwas sp?ter sitzen alle ausser Iris am Kanal und grapschen mit einem Stock, an dem ein Netz h?ngt, nach Verwertbarem. Das M?dchen sitzt zuoberst, sodass es die angespülten Sachen zuerst sieht.
Meneor mustert das Gew?sser. Da kaum Licht in den Kanal gelangt und das verschmutzte Wasser trüb ist, haben normale Augen keine Chance, die schw?rzliche Oberfl?che zu durchdringen. Das "Fischen" beschr?nkt sich auf ein hilfloses Rum-Stochern im Trüben.
Meneor schliesst die Augen und setzt seinen Feldsinn ein. Das Gew?sser wird zu einem dreidimensionalen Raum, in dem sich die Gegenst?nde in Feldformen und Farben unterscheiden.
Meneor st?sst sein Fangnetz gezielt ins Wasser ...
... und holt in kurzer Folge Algenbrotreste, Stofflappen, Papier, eine Schnur und einen flachen, halb gegessenen Algenburger heraus.
Staunend beobachtet die Mutter den "blinden" Meneor und denkt: 'Wie kann er mit geschlossenen Augen so gut sehen? ...'
Gedanken verloren blickt die Mutter vor sich hin und denkt: 'Vielleicht gibt es in Genville noch mehr solcher 'Wunder' ... Vielleicht sollte ich Frau Piris Angebot annehmen ...'
Ein angebissener Apfel n?hert sich dem Netz des M?dchens, ...
... welches sofort voller Jagdeifer sein Netz in Position bringt, ...
... den Apfel unbeholfen raus fischt, ...
... um ihn Piri unter die Nase zu halten und fr?hlich zu qu?ken: "Ist das auch einer, der hinten rauskommt?"
Piri, lachend: "Nein, das ist ein Apfel. Den kannst du oben rein tun. Der schmeckt guuut."
Die Mutter ist aufgestanden, bestaunt den Fang und sagt ungl?ubig: "Ein Apfel? Wie ist das m?glich?"
Piri erkl?rt: "Als wir nach Natural City kamen, war da ein Obstgarten. Bestimmt ist es dort gewachsen."
Die Mutter hebt den Apfel hoch und ruft: "Ein Apfel! Es gibt wieder Früchte!"
Die andern Flüchtlinge umstehen die Mutter und bestaunen ungl?ubig den Apfel. Geraune: "Ein Apfel?", "Unm?glich!", "Bestimmt aus Kunststoff.".
Piri schnappt sich den Apfel, zückt ein Messer ...
... und schneidet eine faulige Stelle weg mit den Worten: "Das hier ist faul ..."
Piri h?lt dem M?dchen den Apfel hin und sagt l?chelnd: "Das Rest kannst du essen."
Fr?hlich haut das M?dchen seine Z?hne in den Apfel ...
... und isst mit genüsslichem Schmatzen. Den umstehenden Flüchtlingen l?uft das Wasser im Mund zusammen und mit gierigen Blicken beobachten sie das M?dchen.
Ein Flüchtling rennt Kanal aufw?rts weg und ruft: "Ich will auch einen Apfel!"
Der Bann ist gebrochen. Alle Flüchtlinge rennen kanalaufw?rts und rufen: "Ich auch! Ich auch!"
Die Mutter schaut auf das M?dchen, welches niedlich wie ein Eichh?rnchen an seinem Apfel nagt, und sagt traurig: "Das war wohl der Erste und Letzte."
Piri, erstaunt: "Warum denn?"
Mutter, Kanal aufw?rts auf die anderen Flüchtlinge weisend: "Wir sind hier ganz unten am Kanal. Wir bekommen nur ab, was die anderen nicht erwischen. Und die werden jetzt ganz genau aufpassen, dass ihnen kein Apfel durch die Lappen geht."
Piri, fr?hlich zum M?dchen: "Ach wo, in Genville baue ich dir ein Apfelbaum, an dem hundert Sorten wachsen. Dann kannst du jedes Tag ein anderes Geschmack ausprobieren."
M?dchen, begeistert: "Au ja, Mama, wann gehen wir nach Genville?"
Die Mutter, die immer noch nicht so recht an Genville glauben mag, betrachtet ihr Kind mit einem melancholischen L?cheln und seufzt.

