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Band 31

  Leicht entrückt und melancholisch spricht Antara: "Das verst?rende Tatsache, dass da etwas ist, das sich unterscheidet vom andern, und dass ich das bin ... Dieses Vorw?rtsgehen auf dem schmalen Kante des Existenz, von dem du jedes Zeit hinunterfallen kannst in die offenen Arme des Todes ... Letztlich fehlt das fest gefügte Sinn von allem, sodass du gehen kannst, wohin du willst, und alles erscheint gleichermassen richtig oder falsch ..."

  Antara, mit grossem, aufmerksamem Blick auf Yon, leise: "Spürst du dies?"

  Yon, schlicht: "Ja."

  Antara, intensiv: "Was gibt es dann noch zu begreifen?"

  Yon, Stirn runzelnd: "Alles andere."

  Antara, wie oben: "Wenn du das Wesentliche begriffen hast, kommt es nur noch darauf an, wofür zu k?mpfen du dich entscheidest. Ob für das Eine oder das Andere, für das Freude oder das Schmerz. Denn das Liebe gedeiht am Besten, wo am selben Strang gezogen wird."

  Yon, Stirn runzelnd: "Das ist mir zu philosophisch. Liebe hat doch auch etwas mit Verstehen zu tun. Und wie k?nnt ihr jemanden lieben, der euch nicht versteht, weil ihr x-mal intelligenter seid?"

  Antara, lachend: "Ach so, jetzt verstehe ich dein Denkfehler."

  Yon ist befremdet.

  Antara, sanft: "Ein leeres Hirn ist dumm wie ein Frucht, auch wenn es noch so leistungsf?hig ist. Mein Hirn ist leer, verglichen mit deinem, wenn es um das Leben der Natürlichen geht. Dein Hirn ist leer, wenn es um Gentechnik geht. Intelligenz ist nichts weiter als das M?glichkeit, etwas Neues mit etwas Bekanntem zu verwechseln, sodass du wenigstens ein Hinweis hast, was zu tun ist. Wenn aber nichts Bekanntes in deinem Gehirn gespeichert ist, bist du dem Neuen gegenüber dumm wie ein Frucht ..."

  Antara, Yons Hand fassend und sich neben ihn stellend: "... Mein Hirn ist voll von Gentechnik und fast leer, wenn es um die R?tsel des Universums geht. Wie kannst du jemand lieben, das gegenüber den R?tseln des Universums so dumm ist wie ein Frucht?"

  Yon, verblüfft über die Wendung: "?hm ... Aber das bin ich doch auch!"

  Antara, mit tiefgründigem, melancholischem L?cheln: "Dann lass uns zusammen dumm sein und gemeinsam das Pfad des Erkenntnis beschreiten."

  Yon versinkt in diesem L?cheln, ...

  ... l?st sich davon und sagt, konzentriert vor sich hin schauend: "Intelligenz ist relativ, sagst du. Früher gab es Würmer, die in der Erde lebten. Wenn ich also auf dieser Erde stehe und verhungere, weil ich nichts zum Essen finde, bin ich dümmer als das Wurm, das sich zu ern?hren weiss."

  Antara, lachend: "Dein Begreifen ist lustig."

  Antara, versonnen: "Siehe, wie du dich gewandelt hast vom Monsterj?ger zum Retter des Welt. Viele h?tten sich in Fantasiewelten geflüchtet, wenn sie in so kurzem Zeit so viel Neuem begegnet w?ren. Würden es nicht wahrnehmen wollen, weil es sie ?ngstigt."

  Yon, unsicher: "Na ja 'Retter der Welt'? Ich bin doch hier bloss Hilfsg?rtner."

  Antara, bewundernd: "Dein Denken ist nicht dumm, sondern wunderbar, Yon. Darf ich dich herzen?"

  Yon, nichts Gutes ahnend: "Was ist 'herzen'?"

  Antara, Yon sanft von hinten an sich drückend: "Wenn die Herzen sich nahe kommen."

  Yon, err?tend: "Es gab nichts Herzliches in meinem Leben. Ich weiss nicht ..."

  Antara, sich geniesserisch an Yon schmiegend: "Kuss für Kuss wird Stück für Stück dein Scham aufl?sen, bis du frei bist, dich hinzugeben dem freien Fliessen des Behagens."

  Yon, nerv?s kichernd: "In dieser Welt kannst du nicht jedes Problem weg küssen. Das ist irreal."

  Antara, l?chelnd: "Wir bauen gerade ein neues Welt. In welchem Welt lebst du, in diesem oder in diesem?"

  Yon zuckt hilflos mit den Schultern und sagt gequ?lt l?chelnd: "Na in dieser."

  Sie schauen sich an und müssen lachen über diese unsinnige Aussage.

  Antara, mit tiefgründigem L?cheln: "Du bist unsterblich, Yon. Vertraue dem Zeit, bis ist, was sein wird."

  Antara küsst Yon z?rtlich auf den Mund, was dessen Herz fast zerspringen l?sst vor widerstreitenden Gefühlen, ...

  ... bis er sich etwas entspannt, es mit geschlossenen Augen geschehen l?sst und denkt: 'Bis ist, was sein wird.'

  Szeneanfang:

  Bei den Vulkanleuten. Um die Mittagszeit steht Held im Licht durchfluteten Büro des Grossen vor dessen Pult. Giftstrauss und Pferdchen halten sich im Hintergrund. Der Grosse sitzt hinter dem Pult und fragt mit erzwungener H?flichkeit: "Womit kann ich dienen?" und denkt: 'Seit wir Nahrung in der Wüste anbauen, gewinnt er immer mehr Einfluss bei meinen Leuten ...'

  Held sagt mit erzwungener Bescheidenheit: "Ich habe geh?rt, dass die ?ltanks bald leer sind. Und ohne Energie k?nnen wir nicht überleben ..." und denkt: 'Du kleiner Wichtigtuer hast mich lange warten lassen ...'

  Grosser, ver?chtlich grinsend: "Um mir das zu sagen, bist du hergekommen?"

  Ein Anflug von ?rger huscht über Helds Gesicht, ...

  ... den er aber sofort wegdrückt, um wie oben zu sagen: "Ich kenne eine Stadt, deren Energievorr?te noch tausend Jahre reichen ..."

  Der Grosse unterbricht mit ?tzendem Spott: "Und die werden sie uns natürlich mit Handkuss überlassen."

  Held, den Spott überh?rend, wie oben: "Natural City wird von einem üblen Typen beherrscht. Wenn wir ihn und seine Leute milit?risch besiegen, wird uns die Bev?lkerung willkommen heissen. Dann geh?rt die Stadt uns und wir k?nnen die Energievorr?te anzapfen."

  Nachdenklich schaut der Grosse Held an und denkt: 'Wenn ihm das gelingt, ist er bei meinen Leuten der Gr?sste und ich bin abges?gt. Das muss ich verhindern ...'

  Grosser, mit heimtückischer Freundlichkeit: "Und wo liegt dieses Natural City?"

  Mit der Hand eine Richtung andeutend, antwortet Held mit undurchdringlicher Miene: "Vielleicht tausend Kilometer in dieser Richtung." und denkt: 'Du willst das wohl allein durchziehen, um mich auszubooten ...'

  Grosser, unh?flich auf sein Pult blickend: "Vielen Dank für den Besuch. Ich werde sehen, was sich machen l?sst, aber jetzt habe ich noch zu tun ..."

  Held hat sich umgedreht, geht auf die Bürotür zu und denkt mit ver?chtlichem L?cheln: 'Wir werden ja sehen ...'

  Szeneanfang:

  M?rchenhaft sch?n liegt das entstehende Genville in der Abendsonne. Martin spaziert mit der bedrückten Tanja Hand in Hand und sagt, auf diesen Anblick weisend, schw?rmerisch: "Schau, Tanja, ist das neue Genville nicht m?rchenhaft sch?n?"

  Tanja, ?tzend: "Der Eingang zur H?lle besteht aus Zuckerguss."

  Martin protestiert mutlos: "Aber wenn es keinen Gott gibt, dürfte es wohl auch keine H?lle geben. Dieser 'Zuckerguss' ist Teil eines realen M?rchens und nicht der Eingang zum B?sen."

  Tanja, trotzig: "Die Stadt besteht aus lebenden Monstern, gebaut von gr?ssenwahnsinnigen Monstern und bewohnt von kaputten Monstern ... wie mir."

  Martin legt begütigend den Arm um Tanjas Schultern und versucht die Widerstrebende an sich zu ziehen.

  Tanja st?sst Martin zurück und sagt unglücklich: "Es hat keinen Wert, Martin. Du und diese Monster, ... ihr habt mein Leben zerst?rt ..."

  Tanja rennt weg und ruft unter Tr?nen: "Es w?re besser gewesen, mich sterben zu lassen."

  Hilflos und verloren schaut Martin ihr nach, wie sie zwischen den H?usern verschwindet.

  Tanja rennt auf die Baumwendeltreppe zu und denkt verzweifelt: 'Ich bin ein Fehler! Und ich muss diesen Fehler korrigieren!'

  Stumm vor Verzweiflung setzt Martin sich auf ein B?nklein oder eine andere Sitzgelegenheit.

  Eine Stimme aus dem Off l?sst Martin den Kopf heben: "Es hat wohl wirklich keinen Wert. Es sei denn ..."

  Meer n?hert sich mit ernster Miene. Martin sagt zu ihm mit wenig Hoffnung: "Es sei denn ...?"

  Meer bleibt stehen und sagt ernst: "Wir wandeln ihr Gehirn."

  Martin ruft verzweifelt: "Das haben wir doch schon! Ihre Angstfelder sind jetzt viel weniger stark. Und wenn wir jetzt noch mehr an ihr herum doktern, kann ich mir gleich einen Golem basteln und ihn mit allem abfüllen, was mir gef?llt. Aber ich will den lebenden Menschen Tanja und kein Kunstprodukt meiner Fantasie."

  Meer schweigt nachdenklich. Martin beobachtet ihn verstohlen und denkt: 'Meer wirkt irgendwie anders. Was wohl in der Wüste geschehen ist? Ambellmi hat nur von einem 'Ausflug' mit Kafka gesprochen ...'

  Meer, ernst: "Und wenn dieser Mensch nicht leben kann?"

  Martin, erschrocken: "Was soll das heissen?"

  Weinend rennt Tanja die Baumwendeltreppe hoch. Sie ist fast oben und denkt: 'Du hast Recht, Martin. Es gibt keine H?lle. Deshalb kann ich mich auch umbringen, ohne dass ich für diese Sünde in die H?lle komme.'

  Tanja erreicht die Plattform, ...

  ... rennt auf den Baumpfad hinaus und denkt weinend: 'Ich werde diesen unsterblichen Monsterleib zerschmettern, dann kann ihn niemand mehr zusammenflicken ...'

  Mit geschlossenen Augen hechtet Tanja vom Baumpfad in die Tiefe, ...

  ... f?llt etliche Meter ...

  ... und wird von einer unsichtbaren Kraft gebremst, sodass sie schwebt.

  Verwirrt ?ffnet Tanja ihre Augen, sieht die wundersch?ne Abendsonne vor sich ...

  ... und das m?rchenhafte Genville an die dreissig Meter unter sich.

  Langsam schwebt Tanja vorw?rts und sieht mit grossen Augen das unter ihr vorbeiziehende Genville.

  Meer zeigt nach oben und ruft: "Da!"

  Meer und Martin schauen zu Tanja auf, die langsam über Genville fliegt. Mit ausgestreckten Armen und geschlossenen Augen steht Antara wie ein Schutzengel auf dem Baumpfad und lenkt Tanjas Flug.

  Martin, erleichtert: "Tanja geniesst einen Rundflug über Genville in der Abendsonne. Das ist ein gutes Zeichen."

  Meer runzelt zweifelnd die Stirn, schweigt aber.

  In sanften Kreisen schwebt Tanja hinab, ...

  ... immer n?her auf Martin zu, ...

  ... der sie mit ausgestreckten Armen und einem tapferen L?cheln erwartet. Meer schleicht sich davon und denkt: 'Ich will nicht st?ren.'

  Tanjas Fuss berührt den Boden mit den Zehen und rollt behutsam ab, als sei sie eine Ballerina.

  Mit fliegenden Tr?nen stürzt sich Tanja in die Arme des überraschten Martin und sagt: "Martin, Martin ...!"

  Verwirrt über diesen pl?tzlichen Ausdruck von Zuneigung, schliesst Martin seine Arme um Tanja, die ihren Kopf an seine Brust drückt.

  Martin versucht ein L?cheln und sagt: "Ich bin so froh, dass du dir mit diesem Rundflug eine Freude geg?nnt hast. Vielleicht gestattest du dir nun eher, die Sch?nheiten und Vorteile von Genville zu sehen?"

  Wie Tanja schweigt, legt Martin nach: "K?nnte dies nicht ein erster Schritt zur Vers?hnung sein?"

  Tanja denkt: 'Solange diese Hexe in mein Gehirn schaut, habe ich keine Chance ...'

  Martin versucht Tanjas Gesicht zu sehen ...

  ... und erschrickt ob ihrer verschlossenen Miene.

  Tanja entwindet sich Martins Armen ...

  ... und rennt weg. Vollends verwirrt, unf?hig sich zu bewegen, starrt Martin ihr nach.

  Halb blind vor Tr?nen und Verzweiflung stolpert Tanja durch Genville. Sie versucht Abstand zu gewinnen zu Estragons Baum und denkt: 'Bloss weg von dieser Hexe!'

  Tanja sieht Sokrates am Boden knien und mit blossen H?nden die Mulde für einen kleinen See ausbaggern.

  Die riesigen Füsse des Gross-DOIs faszinieren Tanja ...

  ... und sie lenkt ihre Schritte darauf zu, wobei sie vor ihrem geistigen Auge sieht, wie Sokrates beim Aufstehen ihren K?rper zerquetscht.

  Rasch legt sich Tanja hinter dem aufgestellten Fuss von Sokrates auf den Boden.

  Mit geschlossenen Augen erwartet sie den Tod.

  Wie nach einiger Zeit nichts geschieht, ?ffnet sie ungeduldig die Augen ...

  ... und ruft mit einer Mischung aus Ungeduld und Angst: "Sokrates, steh auf!"

  Sokrates h?lt in seiner Arbeit inne und schaut sich um, woher die Stimme wohl kommt.

  Wie er niemanden sieht, beginnt Sokrates sich aufzurichten.

  Bedrohlich senkt sich die Fussfl?che auf Tanja herab, die mit angstvoll aufgerissenen Augen daliegt.

  Kurz bevor die Fussfl?che sie erreicht, schl?gt Tanja, schlotternd vor Angst, die H?nde vors Gesicht.

  Kaum berührt die Fusssohle Tanjas K?rper, verharrt der Fuss.

  Neugierig schaut Sokrates unter seinen Fuss, wo er Tanja entdeckt.

  Sokrates kniet sich neben Tanja hin und sagt: "Fast h?tte ich dich zertreten."

  Verwirrt starrt Tanja ihn an ...

  ... und fragt weinend: "Und warum hast du nicht?"

  Sokrates: "Weil meine Drucksensoren am Fuss ein Gegenstand angezeigt haben."

  Tanja ruft weinend: "Das ist kein Grund, du bl?de Blechbüchse!"

  Sokrates: "Was h?ttest du denn gern für ein Grund?"

  Die Frage verwirrt Tanja und sie schaut Sokrates entsprechend an, ...

  ... um dann zu stottern: "Wa... warum zerstampfst du mich nicht einfach?"

  Sokrates: "Warum sollte ich ein Quelle des L?chelns zerst?ren?"

  Tanja entsinnt sich einer Szene aus ihren jüngeren Jahren, wo sie glücklich gel?chelt hat, und sagt: "Es ist lange her, seit ich das letzte Mal glücklich gel?chelt habe ... Ich bin keine Quelle des L?chelns. Du kannst mich also ruhig zertreten."

  Sokrates: "Wenn ich das Leben aus dir presse, wird Piri mich auch nicht mehr anl?cheln."

  Tanja, gefasst, leise: "Doch, wird sie. Du presst das Leben ja nur aus meinem K?rper, sodass ich ohne K?rper weiterleben kann. Meine Seele wird endlich frei sein und kann eins werden mit dem Geist des Universums ..."

  Tanja bringt tapfer ein Tr?nen glitzerndes L?cheln zustande und sagt: "Du bekommst dafür auch mein bestes L?cheln."

  Sokrates: "Aber was ist das Vorteil, wenn du auf dein K?rper verzichtest?"

  Tanja, gefasst, leise: "Mein K?rper schmerzt ... Wenn der K?rper weg ist, wird auch der Schmerz weg sein ..."

  Sokrates: "Gut, ich werde dein Schmerz beenden."

  Tanja, erschrocken, angstvoll und freudig zugleich: "Warte! ..."

  Tanja, Angst voll bittend: "Kannst du mich vorher bewusstlos schlagen, damit ich nichts spüre?"

  Sokrates l?sst seinen Zeigefinger leicht vom Daumen schnippen, sodass er Tanjas Hinterkopf berührt.

  Der Schlag ist stark genug, um Tanja bewusstlos zusammensinken zu lassen.

  Sokrates steht auf, ...

  ... hebt seinen Fuss ...

  ... und l?sst ihn mit dumpfem "Domp" auf Tanja herabsausen, sodass das Blut unter der Fusssohle hervor spritzt.

  Szeneanfang:

  Meer, der sich zurückgezogen hat, um die Begegnung von Tanja und Martin nicht zu st?ren, beobachtet Antara, die auf dem Baumpfad steht und Tanjas Flug steuert.

  Kaum hat sie Tanja abgesetzt, beginnt Antara zu taumeln ...

  ... und sinkt dann bewusstlos hin, ...

  ... sodass ein Teil ihres K?rpers gef?hrlich über den Rand des Baumpfades herabh?ngt.

  Aufgrund seiner Erfahrung mit Grausamkeiten l?sst Meer sich nicht so leicht erschrecken. Immerhin schaut er beunruhigt zu Antara hoch und denkt: 'Eine falsche Bewegung und sie stürzt hinab.'

  Meer rennt los, ...

  ... die Baumwendeltreppe hoch, ...

  ... um ausser Atem bei Antara anzulangen, ...

  ... wo er sich sofort hinkniet und seitlich am Kinn ihren Puls ertastet. Meer denkt: 'Es scheint nur eine Ohnmacht zu sein. Ob sie sich mit Tanjas Flug überanstrengt hat?'

  Meer l?dt sich Antara auf die Arme.

  Wie er sich erhoben hat, f?llt sein Blick auf die untergehende Sonne. Für einen Augenblick geniesst Meer die atemberaubende Aussicht, ...

  ... um sich dann auf den Weg nach unten zu machen.

  Wie Meer, schwer atmend, bei den Nutzwesen anlangt, empf?ngt ihn fr?hliches Stimmengewirr.

  Trage: "Huhu, Horror-Meer hat Antara erschreckt."

  Bioskop: "Huhu, das Meer hat sogar mehr Ausdauer als Antara."

  Tank: "Huhu, je Meer, desto KO."

  Hilfsorgane: "Huhu, Antara hat sich am Meer verschluckt."

  Die Nutzwesen kichern und lachen.

  Meer l?sst sich davon nicht beirren und wuchtet Antara auf Trage. Meer, kurzatmig: "Sie ist ... huff ... wahrscheinlich nur überanstrengt, aber ... huff ... schaut sie euch sicherheitshalber an."

  W?hrend Tentakel von Trage und Hilfsorgane sich mit Antaras K?rper verbinden, sagt Bioskop: "Du willst uns aber nicht glauben machen, dass dein sexuelles Potenz so enorm ist, dass Antara sich bei dir überanstrengt hat?"

  Meer, mit schmerzlich verzogenem Gesicht und nach oben gedrehten Augen: "Wer redet denn von Sex? Sie hat mit ihren Wandlerzellen Tanja einen Rundflug über Genville erm?glicht. Danach ist sie zusammengebrochen."

  Tank: "Benutz doch mal dein Schmerzmesser. Dann k?nnen wir sehen, ob Antara leidet."

  Etwas überrascht von der Idee, bringt Meer sein Handgelenk mit dem Schmerzmesser nahe an Antaras K?rper. Der Schmerzmesser zeigt nichts an. Hilfsorgane kommentiert: "Das Schmerzmesser zeigt null und ich finde auch keine Schmerzindikatoren."

  Tank: "Das w?r auch bl?d gewesen, wenn du das Schmerz nicht festgestellt h?ttest, Hilfsorgane. Dann h?tten wir dich endlich als Unnutzwesen einstampfen k?nnen und Bioskop h?tte das Chance bekommen, ein sympathisches Exemplar von dir zu entwerfen."

  Die Nutzwesen, ausser Hilfsorgane lachen und kichern. Auch Meer muss grinsen.

  Hilfsorgane: "Ihr solltet froh und dankbar sein, dass das Glanz meines Grossartigkeit euer tristes Dasein erhellt. Da k?nnt ihr auf ein paar überflüssige Sympathiepheromone ruhig verzichten."

  Bioskop: "Eine gutes Idee! ..."

  Bioskop: "Ich entwerfe ein Wolke aus Sympathiepheromonen. In das kannst du dich hüllen und dein Umgebung muss weniger leiden."

  Gel?chter und Gekicher.

  Mehr schaut auf seinen Schmerzmesser und sagt grinsend: "Wie mir scheint, leidet hier niemand. Wir brauchen also Hilfsorgane weder einzustampfen noch einzuhüllen."

  Trage: "Doch, ich leide ..."

  Trage: "... unter Neugier. Ich m?chte n?mlich wissen, ob sich das Schmerzmesser schon bew?hrt hat im Kampf gegen das Schmerz."

  Meer wird an seine unangenehme Begegnung mit Ambellmi erinnert, wo er sein sadistisches Bedürfnis opfern musste, und wird ernst.

  Meer, einsilbig: "?hm ... ja, gewiss."

  Trage: "'?hmjagewiss' klingt weder sehr begeistert noch sehr informativ."

  Meer, mit gequ?ltem L?cheln: "Nun ja ..."

  Bioskop: "'Nunja' klingt schon viel besser."

  Die Nutzwesen kichern und lachen.

  Meer reisst sich zusammen und sagt freundlich: "Beim Aufbau von Genville hatte ich noch nicht so viel Gelegenheit, auf Schmerzsuche zu gehen."

  Aus der Ferne ist ein dumpfes "Domp" zu h?ren, welches alle ablenkt. Tank: "Was war das?"

  Bioskop: "Da hat wohl eines der intelligenten Blechkr?ne etwas fallen gelassen."

  Lachen und Kichern. Auch Meer muss grinsen.

  Hilfsorgane ruft: "Antara erwacht!"

  Aller Aufmerksamkeit richtet sich auf Antara, die sich mit offenen Augen etwas verwirrt zu orientieren versucht.

  Ein Schatten legt sich über Antaras Gesicht, wie sie sagt: "Tanja wollte sich umbringen."

  überraschtes Schweigen.

  Meer, ernst: "Dann war das kein Vergnügungsrundflug. Du hast sie vor dem t?dlichen Sturz bewahrt und zurück in Martins Arme geführt."

  Antara, dunkel: "Ja, aber das wird nichts ?ndern ... Tanja ist fest entschlossen, ihr Schmerz durch das Tod zu beenden."

  Hilfsorgane: "Aber ich k?nnte ihr doch Schmerzmittel ..."

  Antara, wie oben: "Gegen ein schmerzhaftes Bild von dem Welt und von sich selber gibt es kein Chemikalie. Dagegen hilft nur Liebe und Erkenntnis."

  Meer, Stirn runzelnd: "Doch wenn sie gegen Erkenntnis immun ist und Liebe für sie Sünde bedeutet ...?"

  Hilfloses Schweigen.

  Von fern ert?nt ein "Vooortraaag".

  Antara l?sst sich von Trage gleiten, ...

  ... doch ihre Beine geben nach, ...

  ... sodass Meer sie stützen muss. Hilfsorgane: "He, du bist noch nicht gesund!"

  Gestützt auf Meer geht Antara ein paar Schritte und sagt: "Ich muss zum Vortrag."

  Trage: "Hm, wie war das mit dem Immunsein gegen Erkenntnis?"

  Niemand lacht.

  So gut es eben geht, bewegen sich Meer und Antara durch Genville.

  Vor ihnen taucht Sokrates auf, vor dessen Füssen sich ein Halbkreis gebildet hat aus den Genvilles mit Flu, Iris, Yon und Ewald.

  Wie Meer und Antara den Halbkreis erreichen, sehen sie den zermatschten Leib Tanjas, dahinter die grossen Füsse von Sokrates und davor Martin, der zusammengeklappt auf seinen Knien liegt und das Gesicht in den H?nden vergraben hat. Bleiernes Schweigen.

  Pl?tzlich stürmt Hisch nach vorn, ruft wütend: "Warum hast du Tanja zer...!", ...

  ... h?lt mit einem Seitenblick auf Martin inne, rennt aber weiter, ...

  ... springt mit einem Satz über Tanjas Reste, ...

  ... landet auf Sokrates' Fuss, wo sie wütend ruft: "Warum hast du das getan? ..."

  Ausser sich vor Wut und Verzweiflung tritt Hisch an Sokrates' Bein, was v?llig wirkungslos bleibt, und schreit: "DU BL?DES PLASTIKBECHER!!!"

  W?hrend Hisch weiter auf Sokrates eintritt, sagt dieser: "Tanja hat es von mir verlangt. Es wollte sein schmerzendes K?rper los sein, um eins zu werden mit dem 'Geist des Universums'."

  Hisch hat aufgeh?rt zu treten und brüllt: "Und du hast ihm dieses Mist geglaubt, du logisches Armutszeugnis?!"

  Sokrates: "Ist es denn nicht wahr?"

  Sich ob soviel Naivit?t die Haare raufend, sinkt Hisch auf Sokrates' Fuss zusammen.

  Aladan, tief ernst: "Wir wissen nicht, was wahr ist, Sokrates. Aber niemand von uns h?tte Tanja get?tet."

  Sokrates: "Das ergibt kein Sinn. Woher weisst du, dass du es nicht t?ten sollst, wenn du nicht weisst, was wahr ist?"

  Aladan, wie oben: "Auch wenn jemand leidend lebt, besteht Aussicht auf Entwicklung, das das Schmerz bezwingt. Das Tod aber macht jedes Aussicht zunichte."

  Sokrates: "Und wenn es gar nicht tot ist? Wenn es ohne Schmerzen glücklich vereint ist mit dem 'Geist des Universums'?"

  Aladan, wie oben: "Kannst du das prüfen?"

  Sokrates: "Nein."

  Aladan, wie oben: "Ich würde nie jemanden t?ten, um es an ein Ort zu schicken, dessen Existenz ich nicht überprüfen kann."

  Sokrates: "Tanja hat gesagt, dass es dieses Ort gibt. Wenn das nicht wahr ist, hat es mich belogen."

  Chromos 5, unter leichtem Schock: "Sie hat dein logisches Naivit?t ausgenutzt, um sich umzubringen."

  Antara, dunkel: "Ja, das ist wahr. Es hat sich vorhin vom Baumpfad gestürzt. Ich konnte es noch retten, ... aber hier bin ich zu sp?t gekommen."

  Hisch, fordernd: "Merk dir doch als Faustregel, dass du von uns niemanden t?ten sollst, ohne uns vorher zu fragen."

  Wagon, zu Hisch: "Es hat ja Tanja gefragt ..."

  Hisch, trotzig: "Dann soll es halt mehrere fragen."

  Meneor, ernst: "Es gibt noch ein einfacheres Faustregel ..."

  Alle schauen zu ihm. Meneor: "Die DOIs sollen niemanden von uns t?ten."

  Verblüfft schauen sich alle an.

  Aladan, mit feinem L?cheln: "So einfach kann das Welt sein."

  Martin beginnt zu schluchzen, sodass sich alle ihm zuwenden.

  Estragon zittert leicht am ganzen Leib. Aladan, flüsternd zu Estragon: "Was hast du?"

  Estragon, flüsternd zu Aladan: "Sein Leid geht mir durch Mark und Bein."

  Gleichzeitig l?sen sich Lara und Piri aus dem Halbkreis ...

  ... und knien sich links und rechts von Martin hin. Tr?stend streicheln und umarmen sie ihn.

  Antara betrachtet die drei und sagt dunkel: "In seinen Ohren muss jedes Wort des Trostes wie Hohn klingen. Ausser tiefem Teilnahme gibt es nichts, was wir tun k?nnen."

  Aladan, leise: "H?tten wir es nicht verhindern k?nnen?"

  Antara, wie oben: "Es gab kein Ausweg mehr in seinem Kopf. Es wollte mit allem Macht sterben."

  Aladan, leise vor sich hin: "Jetzt haben wir soviel Macht und k?nnen das Lauf der Dinge doch nicht ?ndern ... Das ist frustrierend."

  Szeneanfang:

  Es ist Nacht in Genville. Bioluminiszenz-Lampen spenden ein sanftes Licht.

  Piri und Meneor spazieren Hand in Hand durch die Stadt.

  Piri, bedrückt vor sich hin: "Wird Martin sich auch umbringen?"

  Meneor, hilfsbereit naiv: "Soll ich in seinem Hirn nachsehen?"

  Piri ist etwas überrascht von dem Vorschlag ...

  ... und meint mit traurigem L?cheln: "Das kannst du nicht 'nachsehen'. Die Wisperfelder zu so einem Entschluss k?nnen sich spontan im Hirn aufbauen. Und bevor wir reagieren, ist es geschehen ..."

  Piri, bedrückt: "Wie bei Tanja."

  Meneor widerspricht: "Aber diese Felder entstehen ja nicht aus dem Nichts. Martin muss vorher schon daran herum denken. Es ist, als würde es das Boden vorbereiten, auf dem dann das Gedanke w?chst."

  Piri schaut Meneor erstaunt an ...

  ... und lenkt ein: "Ja, du hast Recht. Du k?nntest feststellen, ob seine Gedanken um Selbstmord kreisen. Dann haben wir wenigstens ein Warnzeichen."

  Meneor bleibt stehen, sodass die weitergehende Piri an der Hand zurückgehalten wird.

  Piri schaut Meneor fragend an, der an Piri vorbei nach vorn schaut, ...

  ... und folgt seinem Blick. Dort sitzt Martin in einem wundersch?nen Garten am Rand eines grossen Weihers auf einem B?nklein. Bioluminiszenz taucht den Garten in ein romantisches Licht.

  Piri flüstert Meneor ins Ohr: "Du beobachtest von hier aus sein Gehirn, w?hrend ich mit ihm rede."

  Piri küsst Meneor sanft auf den Mund, ...

  ... schenkt ihm ein L?cheln ...

  ... und spaziert, als sei sie allein unterwegs, in Richtung Martin. Meneor huscht in die Deckung eines Hauses.

  Piri, als entdecke sie ihn erst jetzt: "Oh, Martin."

  Martin starrt vor sich hin, ohne zu reagieren.

  Piri setzt sich auf der von Meneor abgewandten Seite neben Martin auf die Bank. So hat Meneor freie "Sicht" auf Martin.

  Piri sieht den starren Blick von Martin und denkt: 'Mit Worten werde ich wohl nicht zu ihm durchdringen.'

  Sanft nimmt Piri Martins Hand zwischen ihre H?nde.

  Schweigend sitzen sie da am Ufer des paradiesischen Weihers.

  Als kehre sein Geist von einer Reise zurück, nimmt Martin seine Umgebung wieder wahr. Sein Kopf wendet sich leicht in Richtung Piri, ...

  ... sodass sein Blick auf Piris H?nden ruht, welche die seine umschliessen.

  Ruhig, entspannt und geduldig sitzt Piri da und schaut auf den Weiher hinaus. Martin richtet seinen Blick ebenfalls wieder auf den Weiher ...

  ... und sagt dann leise: "Das ist nett von dir Piri ... Aber es gibt keinen Trost."

  Piri, bekümmert: "Warum denn nicht?"

  Martin, entrückt, leise: "Es ist, als w?re eine Handgranate explodiert in mir ... Alles ist zerrissen und h?ngt blutig von den W?nden ..."

  Piri protestiert: "Aber du bist jung und kerngesund. Nichts h?ngt blutig von den W?nden. Das ist nur das Schock."

  Martin, traurig, leise: "Nein, es ist der Verlust. Eine jahrzehntealte Beziehung wird buchst?blich aus deinem Leben gestanzt ... Was bleibt dann noch übrig?"

  Piri, sanft: "Ein neues Anfang? Ein neues Leben?"

  Martin, tonlos: "Wie soll das gehen?"

  Piri sch?pft Hoffnung: "Eine neues Frau? Eine neues Liebe?"

  Martin, wie oben: "Ausser tiefem Schmerz empfinde ich nichts. Es ist, als h?tte ich mein Leben gelebt, meine Gefühle verbraucht ..."

  Martin, wie oben: "Eine neue Liebe wird so schal sein wie der zweite Aufguss eines Tees ..."

  Piri schaut Martin betroffen an ...

  ... und senkt traurig den Blick: "Das verstehe ich nicht ... Warum kannst du nicht zwei Menschen gern haben? ..."

  Piri schaut Martin mit fragendem, bekümmertem Blick an: "Ein neues Menschenwesen ist doch kein zweites Aufguss."

  Neben seinem Unglück spiegelt sich Verunsicherung in Martins Gesicht.

  Martin schweigt nachdenklich.

  Piri kommt pl?tzlich eine Idee: "War nicht vielleicht dein Beziehung zu Tanja ein schales Aufguss?"

  Martin ist geschockt.

  Piri schaut Martin erschrocken an: "Ups, das ist mir so raus gerutscht. Ich wollte nicht ..."

  Martin wird wütend und zieht seine Hand zurück.

  Piri, erschrocken, bes?nftigend: "Ich meinte doch bloss, vielleicht fürchtest du dich davor, dass sich dieses Beziehung wiederholt ..."

  Martin ist so wütend, dass er Piri am liebsten eine reinhauen würde.

  Ausser sich vor Wut springt Martin auf und brüllt Piri an: "Was f?llt dir ein, so über Tanja zu sprechen?! Sie ... Sie ..."

  Piri, naiv: "Ja, das ist mir eben eingefallen."

  Martin hat den Faden verloren und starrt Piri mit einer Mischung aus Wut, Verblüffung und Trauer an.

  Piri, sanft: "Warum dieses Wut, Martin? ..."

  Piri, wie oben: "Willst du das Wahrheit nicht wahr haben? Oder tue ich deinem Beziehung zu Tanja unrecht? ..."

  Piri, wie oben: "... Und warum sagst du dann nicht ruhig und überzeugt, mir in die Augen blickend: 'Nein, Piri, du irrst. Unser Beziehung war vollkommen.'"

  Martin starrt Piri an wie oben und st?sst hervor: "Warum bist du so unendlich grausam, Piri?"

  Piri, bekümmert: "Ich will dir nicht weh tun, Martin, aber als Forschende interessiert mich das Wahrheit, auch wenn das Weg dort hin oft schmerzlich ist."

  Martin, grimmig: "Ich bin doch keine Laborratte, die du sezieren kannst."

  Piri ist aufgestanden und h?lt ihre H?nde so, als wolle sie etwas herbeizaubern. Piri, aufrichtig und unschuldig: "Ich habe noch nie ein Laborratte seziert. Wozu auch? Ich habe das genetische Alphabet im Kopf und kann jedes Wesen erschaffen, das ich will ..."

  Piri, ernst und bescheiden: "Im übrigen sind wir alle Laborratten im Labyrinth des Lebens. Und nur das Wahrheit hilft uns, das Weg zu finden. Oder glaubst du, dass es nützlich ist, sich ein Durchgang einzubilden, wo ein Mauer ist?"

  Piri geht an Martin vorbei zum Rand des Weihers, sodass sie nur eine Arml?nge von Martin entfernt ist.

  Martin schaut sie finster an und sagt: "Was bist du, eine Hexe oder eine G?ttin?"

  Piri dreht sich zu Martin und sagt wie oben: "Ich will bloss gut sein. Ob mir das gelingt, wird erst das Zukunft zeigen."

  Mit einem feinen, sanftmütigen, zerbrechlichen L?cheln legt Piri Martin die H?nde auf die Schultern und sagt: "Ich m?chte, dass du ..."

  Martin st?sst Piri heftig von sich und brüllt: "Fass mich nicht an!"

  Piri stürzt hinten über ...

  ... und landet im Weiher, ...

  ... der tief genug ist, um sie darin versinken zu lassen.

  Martins Wutgesicht ...

  ... wandelt sich zu Verwirrung.

  Martin sieht, wie Piri mit geschlossenen Augen auf dem Grund des Weihers liegt.

  Martin ist alarmiert, wie es ihm durch den Kopf schiesst: 'Sie wird ertrinken!'

  Ohne zu z?gern hechtet Martin in den Weiher, ...

  ... greift sich Piri ...

  ... und tr?gt sie an einer flachen Uferpartie auf seinen Armen aus dem Weiher.

  Martin legt Piri auf den Boden und bleibt neben ihr knien.

  überfordert und ersch?pft von dem Wechselbad der Gefühle, das Martin hinter sich hat, denkt er: 'Was soll ich jetzt tun?'

  Piri, mit geschlossenen Augen, ernst: "Du willst also nicht mein Tod."

  Martin ist zuerst verblüfft, ...

  ... sagt dann aber ver?rgert: "Du bist viel st?rker und schneller als ich. Du h?ttest ausweichen k?nnen. Was soll dieses Schauspiel?"

  Piri schaut Martin an und sagt tief ernst: "Ja, dieses Mal h?tte ich ausweichen k?nnen. Und wenn mir dein Wut beim n?chsten Mal ein Messer in das Rücken st?sst? Oder mit einem Stein das Kopf einschl?gt? Werde ich dann auch überleben?"

  Martin ist irritiert ...

  ... und sagt trotzig: "Du weisst genau, dass ich dich nicht verletzen wollte."

  Piri, sehr eindringlich: "Weiss das dein Wut auch?"

  Tr?nen beginnen Martins Trotzgesicht aufzul?sen.

  Die Tr?nen laufen ihm übers Gesicht, wie Martin sagt: "Am Anfang, als wir verliebt waren, fühlte ich mich im Siebten Himmel ... Dann aber ... Sie war so streng ... so streng ... Obwohl ich alles tat ... Ich konnte ihr nie genügen ... Ich habe es nicht geschafft, sie glücklich zu machen ... Ich habe versagt ... Ich habe versagt ... Ich habe mein Leben lang versagt ..."

  Piri, sanft, vorsichtig: "Soll ich dir mein ehrliches Meinung über Tanja sagen, Martin?"

  Martin schaut Piri nur mit grossen Tr?nenaugen an.

  Piri, wie oben: "Tanja war ein Mischung aus Angst, Dummheit und Boshaftigkeit, das niemand auf dem Welt h?tte glücklich machen k?nnen ..."

  Die Worte schockieren Martin so, dass seine Augen seltsam leer werden.

  Piri, wie oben: "Du hast nicht versagt, Martin. Du hast dir ein Aufgabe gestellt, das unm?glich zu l?sen war. Auch wir mit all unseren M?glichkeiten sind an Tanja gescheitert."

  Martin, mit leerem Blick, tonlos: "Deine Ehrlichkeit ist so grausam wie ein glühendes Eisen ... Aber vielleicht sollte ich mit dieser Glut nicht mein Leben verbrennen sondern meine Schmerzen."

  Piri, mitfühlend, bittend: "Ja, Martin ... bitte leb!"

  Piri richtet sich auf und küsst Martin auf die Wange, ...

  ... wobei sie ihm ins Ohr flüstert: "Du bist nicht allein, Martin."

  Erschüttert schaut Martin, immer noch auf Knien, der weg schlendernden Piri nach.

  Piri dreht sich noch einmal um und schenkt Martin ein bezauberndes L?cheln.

  Martin kniet da wie oben, w?hrend sich Laras Arme hinter ihm ins Bild schieben, ...

  ... um den verblüfften aufzuheben.

  Lara tr?gt Martin auf den Armen davon und sagt l?chelnd zu ihm: "Heute Nacht werde ich über dein Schlaf wachen, mein Liebstes."

  Martin, schwach protestierend: "Aber ich brauche kein Kinderm?dchen."

  Lara: "Kein Sorge, Martin, ich bin ein erwachsenes M?dchen."

  Kichernd geht Lara weiter.

  Piri geht auf Meneor zu, der l?chelnd sagt: "Du hast es gerettet. Sein Kopf war ganz finster und ohne Aussicht. Du hast ihm Licht gebracht."

  Piri, besorgt: "Wir k?nnen nicht sagen, ob es gerettet ist."

  Meneor, ernst: "Ja, ich kann nicht wissen, was in seinem Kopf geschehen wird. Es ist viel zu kompliziert."

  Piri: "Hast du Lara geholt?"

  Meneor: "Ja, ich habe in deinen Gedanken gesehen, dass Lara es behüten soll."

  Piri, l?chelnd: "So so, du liest also meine Gedanken."

  Meneor, als sei dies ganz selbstverst?ndlich: "Ja."

  Piri, neugierig: "Ist das nicht langweilig?"

  Meneor: "Es ist wie schwimmen im Licht."

  Piri, etwas erstaunt: "Aber ich bin nicht immer glücklich ..."

  Meneor: "Nein, aber immer gut."

  Sie schlendern durch Genville in seinem n?chtlichen Zauber. Piri, ernst: "Dabei fühle ich mich doch so unsicher ..."

  Meneor, neugierig: "Warum denn?"

  Piri, ernst: "Wird das neue Genville zum Leben erwachen? Werden wir dem Freiheit und dem Unsterblichkeit gewachsen sein? ..."

  Szeneanfang:

  Am Morgen stehen Held, Giftstrauss und Pferdchen nahe bei den neu entstandenen Treibh?usern am Fuss des Vulkanberges und beobachten, wie eine Kolonne aus etwa zw?lf schweren Kampfpanzern sich auf ihren Raupenketten rasselnd in die Ebene bewegt. Giftstrauss kommentiert: "Das Grosse hat gesagt, damit k?nne es alles vernichten, was sich ihm in das Weg stellt."

  Pferdchen: "Aber das Chief hat ihm doch erkl?rt, dass Natural City st?rkere Kampftruppen hat. Warum will es nicht h?ren?"

  Giftstrauss: "Vielleicht hat es Angst, dass dann alle auf das Chief h?ren, wenn es auch auf ihn h?rt."

  Pferdchen: "Und damit das nicht geschieht, rasselt es also lieber in das Tod?"

  Giftstrauss: "Vielleicht ist das Macht zu verlieren für es schlimmer als das Tod."

  Pferdchen: "Und seine Leute sterben mit ihm. Ist das klug?"

  Giftstrauss, lachend: "Sind Natürliche klug?"

  Pferdchen lacht. Held l?chelt s?uerlich.

  Held, hinterlistig l?chelnd: "Und wenn sich dem Grossen der Weg in den Weg stellt? Kann er den auch vernichten?"

  Grosses Fragezeichen bei Pferdchen und Giftstrauss.

  Held, sp?ttisch: "Na, wer ist jetzt dumm?"

  Pferdchen, lachend: "Das Wahrheit hat ihm weh getan."

  Giftstrauss lacht. Held wird sauer ...

  ... und blafft ver?rgert: "Das Pilzvieh soll die Panzer in der Mitte anheben, dann k?nnen sie sich nicht mehr bewegen!"

  Held schliesst die Augen und denkt: 'Los, du widerlicher Schleimpilz, heb die Panzer hoch!'

  Hinter dem sich konzentrierenden Held werfen sich Pferdchen und Giftstrauss einen vielsagenden Blick zu, ...

  ... um selber die Augen zu schliessen und sich zu konzentrieren.

  Unter den Kampfpanzern schiessen dicke Pilzs?ulen aus dem Boden ...

  ... und stemmen die vielen Tonnen schweren Gef?hrte hoch, als w?ren sie Spielzeug.

  Nach zwei Metern h?rt das Wachstum der Pilzs?ulen auf und die Panzerkolonne steht man?vrierunf?hig in der Wüste.

  Pferdchen, zu Held, kichernd: "Nicht zu hoch, Chief, sonst k?nnen die Leute nicht mehr aussteigen."

  Held ?ffnet die Augen und betrachtet mit einer gewissen Ehrfurcht sein vermeintliches Werk, wobei er denkt: 'Ich bin der Gr?sste!'

  Pferdchens Stimme aus dem Off: "Wow, du bist das Gr?sste!"

  Irritiert schaut sich Held nach den beiden kichernden Kampforganismen um und sagt streng: "Was gibt es da zu kichern?"

  Die Kampforganismen bemühen sich um Ernsthaftigkeit, was ihnen nur teilweise gelingt: Giftstrauss: "?hm ..."

  Pferdchen: "?hm ... Das sieht doch irgendwie lustig aus, wie diese Kampfkolosse so hilflos in dem Wüste stehen."

  Pferdchen und Giftstrauss prusten und lachen. Held schaut sie befremdet an und denkt: 'Kaputte Monster.'

  Die Luken der Panzer ?ffnen sich und Besatzungsmitglieder quellen heraus, ...

  ... verteilen sich auf den Panzern und betrachten irritiert ihre Lage.

  Held dreht sich gegen die Gew?chsh?user und sagt: "Lasst uns verschwinden!"

  Giftstrauss und Pferdchen folgen dem rasch ausschreitenden Held. Giftstrauss: "Warum?"

  Held, Stirn runzelnd: "Der Grosse ist wütend. Wenn er mich jetzt sieht, macht er mich dafür verantwortlich und l?sst mich erschiessen."

  Pferdchen: "Ja, dann muss es kein Angst mehr haben, dass du ihm das Macht weg nimmst."

  Mittlerweile haben sie wenigstens ein Gew?chshaus zwischen sich und die Panzer gebracht. Giftstrauss: "Auch wenn es nicht mehr wütend ist, wird es dich erschiessen lassen, Chief. Das Gelegenheit ist günstig."

  In Helds Gesicht arbeitet es, wie er denkt: 'Verdammt, das Monster hat recht!'

  Pferdchen: "Vielleicht sollten wir sie nicht aufhalten. Wenn das Grosse beim Angriff auf Natural City stirbt, ist das Problem gel?st."

  Held, den Kopf schüttelnd, Stirn runzelnd: "Hans Hart wird Gefangene machen. Und die werden ihm verraten, dass ich hier bin. Dann haben wir keine ruhige Minute mehr."

  Giftstrauss, in die ratlose Runde: "Dann haben wir jetzt echte Schwierigkeiten ..."

  Alle drei fahren zu der Stimme herum, die aus dem Off sagt: "Braucht ihr ein Versteck?"

  Vor ihnen steht ein junger Mann in G?rtnerkleidung, der mit einem unsicheren L?cheln versucht, freundlich zu erscheinen.

  Giftstrauss: "Es weiss zu viel. Soll ich es t?ten? ..."

  Der Mann ist entsetzt.

  Held, kühl: "Ja."

  Mit abwehrend erhobenen H?nden ruft der Mann gehetzt: "Nein, wartet, ich kann euch nützlich sein! ... Auch ich habe ein Geheimnis ..."

  Held, kühl: "Ich h?re."

  Mann, gestresst: "Ich heisse Endo und bin ein Forschender vom Typ Chromos 2. Bevor ich hier versklavt wurde, habe ich selber Kampforganismen hergestellt. Deshalb habe ich deine Leibwache auch sofort als solche erkannt ..."

  Held, Stirn runzelnd: "Und warum sollen wir dich am Leben lassen?"

  Endo, wie oben: "Erstens kann ich euch vor dem Grossen verstecken. Zweitens kann ich euch Waffen bauen, wenn ihr mir helft, an das Genkombinations- und das Tankwesen heranzukommen. Zusammen k?nnten wir uns von den Vulkanleuten befreien."

  Pferdchen: "Das Vorschlag ist gut. Die Gartenleute werden dich verehren, wenn du sie befreist, Chief. Das gibt das zuverl?ssigere Armee als die Vulkanleute. Wenn du das Grosse t?test, weisst du nie, was dich an seinem Stelle in das Rücken schiesst."

  Held blafft: "Habe ich hier überhaupt noch etwas zu sagen?"

  Giftstrauss: "Vor Kampforganismen und Forschenden brauchst du nicht das Chief zu spielen, Chief. Du kannst dein Macht behalten. Es bedeutet uns nichts."

  Held, mürrisch: "Pah."

  Ein Befehl aus dem Off erzwingt eine Entscheidung: "Bringt mir sofort Held! Den werde ich lehren, uns l?cherlich zu machen!"

  Endo wendet sich zum Gehen und winkt dem Trio Held, ihm zu folgen.

  Unter Endos Führung verschwinden sie im n?chsten Treibhaus, ...

  ... wo sie die Gemüsebeete entlang rennen. Chief Held schimpft: "Und wo sollen wir uns hier verstecken? Etwa hinter den Salatk?pfen?"

  Endo, in vollem Ernst: "Ganz wie es euch beliebt."

  Das Trio Held ist ein einziges Fragezeichen.

  Draussen haben die Vulkanleute ihre Panzer verlassen und durchk?mmen nun das Gel?nde und die Treibh?user.

  Kochend vor Wut, marschiert der Grosse mit zwei Bewaffneten auf den Eingang des Treibhauses zu, in welches das Trio Held geflüchtet ist.

  Kaum drin, marschiert der Grosse zielstrebig auf Endo zu, der weiter hinten mit gebeugtem Rücken in seine Arbeit vertieft scheint. Sonst ist niemand zu sehen.

  Wie der Grosse vor ihn tritt, arbeitet Endo, heftig atmend, weiter, ohne aufzusehen. Der Grosse herrscht Endo grimmig an: "Ist hier jemand vorbei gerannt?"

  Endo unterbricht seine Arbeit und antwortet unterwürfig: "Nein, gr?sster aller Grossen."

  Der Grosse quittiert die respektvolle Anrede mit einem leichten, verachtungsvollen Grinsen.

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  Der Grosse bemerkt pl?tzlich, wie heftig Endos Atem geht ...

  ... und fragt misstrauisch: "Warum schnaufst du so? Hast du etwas zu verbergen?"

  Endo verbirgt sein Erschrecken, indem er sich vor dem Grossen auf die Knie wirft ...

  ... und mit dem Gesicht nahe am Boden ?ngstlich sagt: "Verzeih', wenn ich mich bei der Arbeit so einsetze, dass mein Atem heftig geht."

  Der Grosse weiss nicht recht, was er von dieser Antwort halten soll, und betrachtet Stirn runzelnd Endo von oben herab.

  Ver?chtlich schnaubend, marschiert der Grosse weiter, indem er einen Fuss auf Endos Rücken setzt.

  Der Grosse verl?sst mit seinen Bewaffneten das Treibhaus.

  Flink folgt Endo ihnen zum Ausgang, ...

  ... prüft, ob die Luft rein ist, ...

  ... und eilt zu einem Beet mit Kopfsalat. Endo, leise: "Ihr k?nnt die Cham?leondecke jetzt ablegen."

  Das Kopfsalatbeet wird wie eine Decke zurückgeschlagen und zum Vorschein kommt das Trio Held, welches sich zwischen echten Salatk?pfen m?glichst flach auf den Boden gelegt hat.

  Held blickt auf die Decke, die über seinem Unterarm h?ngt und sagt anerkennend: "Ein raffiniertes Ding, diese Cham?leondecke."

  Wie Held sie Endo zurückgeben will, sagt, Endo abwehrend: "Nein, behalt sie! Ihr seid im Moment in gr?sserer Gefahr."

  Held, zweifelnd die Decke betrachtend: "Aber sie ist etwas gross zum Mitschleppen."

  Endo, l?chelnd: "Gib ihr etwas Zeit. Sie wird sich wieder auf Taschentuchgr?sse verkleinern, wenn sie nicht mehr gebraucht wird."

  Die Decke beginnt sich zu verkleinern. Giftstrauss: "Und wie machen wir es wieder gross?"

  Endo, l?chelnd: "Einfach daran ziehen, bis sie gross genug ist."

  Pferdchen, anerkennend: "Toll! Hast du das gebaut, Endo?"

  Endo, mit dem abwesenden Blick des sich Erinnernden: "Ja, sie war nützlicher als alle Waffen. Dank ihr habe ich den Krieg überlebt."

  Pferdchen: "Du tust ja so, als w?re das Krieg zu Ende."

  Endo, erstaunt: "Ist er das nicht?"

  Pferdchen, kichernd: "Bei den Natürlichen ist das Krieg nie zu Ende. Da gibt es nur Pausen."

  Giftstrauss kichert. Endo l?chelt schwach.

  Held, im Weggehen, ver?rgert: "Wenn ihr Zeit habt für Scherze, ich nicht!"

  Pferdchen, Giftstrauss und Endo folgen Held. Pferdchen ruft sp?ttisch: "Auf, auf! Das n?chste Krieg ruft!"

  Giftstrauss kichert. Endo versucht ein L?cheln.

  Szeneanfang:

  Es ist Nacht ohne Mond. Iris liegt in einem gewachsenen Lehnstuhl. Die Szenerie wird dezent von Bioluminiszenzlampen erhellt.

  Piri n?hert sich und sagt begeistert: "Iris, die Nutzwesen haben uns ein Geschenk gemacht. Darf ich es dir zeigen?"

  Iris erhebt sich aus der Liege und sagt launisch: "Wenn's sein muss. Mir ist sowieso langweilig."

  Piri schnippt mit den Fingern und "knipst" damit die Bioluminiszenzlampen aus, ...

  ... sodass es stockdunkel wird. Iris protestiert: "He, was soll das?"

  Piri: "Wegen des Effekts."

  Iris: "?"

  Piri ergreift Iris' Hand, ...

  ... die Iris sofort zurückzieht mit der harschen Bemerkung: "He, ich bin keine Lesbe!"

  Piri kichert: "Ich wollte dich nicht belesben, nur führen, damit du im Dunkeln nicht stolperst."

  Da Iris wie vor einer schwarzen Wand steht, denkt sie: 'Verdammt!' und sagt: "Wie kannst du da etwas sehen?"

  Piri: "Och, nicht so gut wie Meneor, aber ein bisschen nachtsichtig bin ich auch."

  Widerwillig ergreift Iris Piris Hand und sagt: "Na sch?n."

  Iris, misstrauisch: "Ist das ein Ritual? Werde ich jetzt dem Gott der Monster geopfert?"

  Piri kichert: "Ja, wir hacken dich in kleine H?ppchen und braten dich auf dem Heizk?fer."

  Iris, unbehaglich: "Du machst dich lustig?"

  Piri: "Denkst du wirklich, dass wir an ein Gottheit glauben würden, das von uns verlangt, dich in Stücke zu schneiden und aufzuessen?"

  Iris, unsicher: "Ich erlebe hier jeden Tag eine neue überraschung. Ihr seid für mich unberechenbar."

  Piri: "Du lebst auf diesem Planet wie auf einem Schiff, das auf ein Abgrund zutreibt. Wir versuchen das Steuer herumzureissen. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Vielleicht scheitern wir. Aber wir haben bestimmt kein Zeit für Rituale, die den unglücklichen Gehirnen der Natürlichen entspringen."

  Iris denkt beklommen: 'Uff, dieses naive Ding kann ja pl?tzlich Tod ernst werden.'

  Piri führt Iris sicher durchs dunkle Genville.

  Iris: "Was ist das für ein Geschenk? Wieder so ein Beitrag zum Monsterball?"

  Piri kichert: "Nein nein, kein Ball. Es sind Elfen."

  Iris denkt erstaunt: 'Jetzt kichert sie schon wieder. Habe ich sie nicht eben muffig gemacht?' ...

  ... und sagt erschüttert: "Jetzt gehen wir also ins M?rchenland. Das kann ja heiter werden."

  Piri: "Ja, das wird es."

  Piri, erstaunt: "Aber woher weisst du das?"

  Iris: "H??"

  Die beiden stehen am Ufer des Weihers, an dem Piri schon mit Martin war. Dank Piris Nachtsicht ist davon eine Ahnung zu sehen.

  Piri flüstert Iris ins Ohr: "Jetzt sag laut 'Es werde Licht!'."

  Iris: "Es werde Licht!"

  Winzige Leuchtwesen, welche die beiden Frauen umschweben, entzünden ihr Licht und bewegen ihre n?chsten, es ihnen gleich zu tun, sodass sich das Licht ausbreitet wie eine Woge und innert Sekunden den Weiher in ein m?rchenhaftes Licht taucht, welches sich im Wasser spiegelt, als würden auf und in ihm tausend Elfen tanzen.

  Iris starrt mit offenem Mund auf das Ph?nomen ...

  ... und denkt, erschauernd ob dem zauberhaften Anblick, mit einer Tr?ne im Auge: 'Verdammt, ist das sch?n!'

  Wie Iris sich zu Piri wendet, wird sie nochmal geblendet von Piris strahlendem L?cheln.

  Leer schluckend schaut Iris zu Boden und denkt: 'Ich darf mich nicht so gehen lassen!'

  Iris, sich zusammen reissend: "Willst du mich anbaggern?"

  Piri, erstaunt: "Wie kommst du darauf?"

  Iris, mit schiefem L?cheln: "Wenn mich jemand so anstrahlt wie du, dann will er mich in der Regel ..."

  Piri, freudig: "... küssen?"

  Piri reicht ihr Gesicht mit geschlossenen Augen zum Küssen dar und in dem m?rchenhaften Licht ist der Anblick so atemberaubend, dass Iris unwillkürlich sagt: "Wenn ich auch nur einen Funken Lust verspürte, würden mir bei deinem Anblick alle Sicherungen durch brennen."

  Erschrocken über ihr entglittenes Gest?ndnis schl?gt Iris die Hand vor den Mund.

  Piri, neugierig: "Warum brauchst du Sicherungen?"

  Iris, froh, ablenken zu k?nnen: "Wenn wir Menschen unseren Impulsen freien Lauf lassen, führt dies zu Gewalt und wir landen im Gef?ngnis. Deshalb müssen wir unsere Impulse unterdrücken."

  Piri, neugierig: "Tut das nicht weh?"

  Iris, Stirn runzelnd: "Tu nicht so scheinheilig. Als ob du keine Impulse unterdrücken müsstest."

  Piri, nachdenkend: "Welche denn?"

  Iris: "Wenn dir jemand wehtut und du ihn dafür hasst, musst du dich dann nicht beherrschen, damit du ihn nicht t?test?"

  Piri: "Ich kann kein Hass empfinden. Ich warte, bis das Schmerz vorbei ist. Dann bin ich wieder glücklich."

  Iris, entschlossen, Piri in die Enge zu treiben: "Und wenn du mich begehrst. Ich aber nicht will. M?chtest du mich dann nicht mit Gewalt nehmen? Ich h?tte ja keine Chance bei deiner monstr?sen Kraft."

  Piri, treuherzig: "Dich mit Gewalt zu nehmen ist nicht m?glich. Wenn ich dadurch Schmerz erzeuge, wird dein Schmerz zu meinem Schmerz. Dann erlischt das Lust auf dein sch?nes K?rper und ich brauche nichts zu unterdrücken."

  Iris starrt Piri ungl?ubig an.

  Iris, mit gesenktem Blick, unfroh: "Warum fühle ich mich immer so beschissen, wenn ich mit einem von euch geredet habe?"

  Iris, misstrauisch: "Ist das vielleicht eine Verschw?rung? Ihr textet mich mit eurem salbungsvollen Geschwafel so lange zu, bis ich glaube, dass ihr Heilige seid. Dann schmeisst ihr mich in den Teich. Ich sitze da wie ein begossener Pudel und ihr lacht euch einen Schranz im Chor?"

  Piri kichert.

  Iris, triumphierend: "Siehst du, du lachst schon!"

  Piri, kichernd: "Ich erfreue mich an deinen lustigen Bildern. Du bist ein begabtes Reporter."

  Iris, düster: "Nein, bin ich nicht. Ich bin nur eine nutzlose Schmarotzerin in eurem Lustgarten."

  Piri schenkt Iris ihr strahlendes L?cheln: "Ich weiss, dass du das denkst. Deshalb wollte ich mit dir ein sch?nes Augenblick verbringen. Damit du heute einschl?fst mit Licht im Herzen."

  Iris, mit schiefem L?cheln: "Wenn mir das eine Arbeitskollegin sagen würde, liesse ich sie in die Psychiatrie bringen."

  Piri, traurig: "Führt das natürliche Bedürfnisstruktur wirklich immer zu Unglück?"

  Iris ist überrascht von Piris Betroffenheit.

  Iris fasst Piri an die Schulter und versucht sie zu tr?sten: "Hey, ich wollte dich nicht kr?nken."

  Piri, traurig: "Ich bin nicht krank. Ich bin traurig, weil du leidest."

  Iris denkt mit grossen Augen: 'Jetzt werde ich schon von einer Vierj?hrigen bemitleidet. Es sind Kinder! Ich muss mir immer wieder sagen: Es sind Kinder! ... Sonst werde ich noch wahnsinnig.'

  Szeneanfang:

  In Genville ist es gegen Mittag. Auf einem Platz steht ein lebendes griechisches Theater, welches an die hundert Leute fassen kann. Auf der Bühne stehen Aladan und Estragon sowie die vier Schwestern und brüllen aus Leibeskr?ften mit offensichtlicher Lust: "Vooortraaag!!! Vooortraaag!!! ..."

  Aus verschiedenen Richtungen betreten Yon, Antara, Chromos 5, Meneor, Flu, Martin, Meer, Iris und Ewald das Theater ...

  ... und setzen sich nahe der Bühne hin. Die vier Schwestern hüpfen kichernd von der Bühne. Wagon, kichernd: "Ihr zuerst. Wir setzen uns solange ins Publikum. Dann gibt's mehr Applaus."

  Aladan, in vollem Bewusstsein seiner überragenden Pers?nlichkeit: "Das erscheint auch angemessen ... So h?ret denn ..."

  Aladan, mit grosser Geste: "Estragon, das Würze des Universums, und mein Unerreichbarkeit pr?sentieren euch unser neustes Entwicklung, dessen Tragweite unser Vorstellungskraft zu diesem Zeitpunkt schlichtweg sprengt ..."

  Iris, kritisch: "Das heisst also, wieder so ein riskantes Ding, das ganz nebenbei die Welt vernichten kann."

  Aladan hat den Faden verloren. Estragon übernimmt mit feinem L?cheln: "Dieses Mal nicht, liebes Iris. Es kann nur uns selbst vernichten, wenn es schlecht drauf ist."

  Iris, sp?ttisch: "Welch ein Trost!"

  Ewald: "Jetzt bin ich aber neugierig."

  Aladan, vornehm betupft: "Nachdem nun das allgemeine Bereitschaft zum Begeistern durch schn?des Kritik erheblich gelitten hat, ..."

  Aladan verweist auf ein merkwürdiges Wesen am Rande des Theaterplatzes. Es besteht aus zwei runden "Pavillons" von vielleicht drei Metern Durchmesser, die etwa zehn Meter voneinander entfernt gewachsen sind. Zwischen den Pavillons, in der Mitte, befindet sich eine etwa sechs Meter durchmessende, kreisf?rmige Plattform. Plattform und Pavillons sind jeweils durch eine dünne Fl?che verbunden, die sich vom Boden abhebt, sodass die Pavillons dicht über dem Boden in der Luft stehen. Aladan, stolz: "... bewundert das Wegdopplerwesen, in welchem wir die rudiment?ren Wedoppelf?higkeiten von Ambellmi zum Vollkommenheit gebracht haben."

  Aladan sieht sich Beifall heischend nach dem Publikum um. Doch dieses starrt mit einem grossen Fragezeichen auf das Wegdopplerwesen. Doktor Meer: "Will heissen?"

  Aladan betrachtet Stirn runzelnd das nichts begreifende Publikum, w?hrend Estragon l?chelnd erl?utert: "Das Betriebsblindheit des Genies. Unser geliebtes und geniales Aladan kann sich nicht vorstellen, dass nicht alle wissen, was die letzten Tage in seinem Kopf vorgegangen ist ..."

  Kichern und Gel?chter im Publikum.

  Mit gequ?ltem Gesicht schaut Aladan seufzend zum Himmel. Estragon: "Das Wegdopplerwesen ist das schnellste Reisegelegenheit des Universums. Ihr stellt euch auf das Kreis in dem Mitte und gebt das Reiseziel bekannt. Dann wird je ein halb so grosses Duplikat von euch in die beiden 'Pavillons' bef?rdert, w?hrend ihr in dem Mitte aufgel?st werdet. Die beiden Duplikate werden als Wellenmuster in Schnelles Energie umgewandelt. Dort, wo sich die beiden Wellenmuster treffen, was hoffentlich das Zielort ist, wandeln sich die Wellenmuster zurück in Langsames Energie, welches hoffentlich dem Gestalt eures K?rpers entspricht. Da das Schnelle Energie kein Zeit kennt, findet das Transport in Nullzeit statt."

  Iris, sp?ttisch: "Etwas viel 'hoffentlich' bei dieser Reisemethode. Was ist, wenn sich mein Wellenmuster mit dem von Flu trifft? Habe ich dann ein Fell und mache 'Wauwau'?"

  Flu, grinsend: "Das w?rrre nurrr von Vorrrteil, Irrris. Dann w?rrrst du n?mlich hundert Prrrozent intelligenterrr."

  Lachen und Kichern im Publikum. Iris schnaubt wütend.

  Estragon: "Wir haben noch zu wenig Erfahrung, um alle Fragen beantworten zu k?nnen. Sein K?rper zu bewegen ist immer mit gewissen Risiken verbunden ..."

  Piri springt auf in Richtung Wegdoppler und ruft fr?hlich: "Ich versuch's!"

  Die anderen sind überrascht, ...

  ... beobachten aber dann interessiert, wie Piri auf den grossen Kreis des Wegdopplers zu hüpft.

  Piri landet mit einem Satz mitten im grossen Kreis und ruft, auf den Baumpfad zeigend: "Ich m?chte dort auf das Baumpfad!"

  Der Wegdoppler dreht sich, sodass seine Achse (von Pavillon zu Pavillon) im Neunzig-Grad-Winkel zum Zielort liegt.

  Ohne physikalische Effekthascherei verschwindet Piri ger?uschlos aus dem grossen Kreis, ...

  ... um als zwei halb so grosse, identische Piris in je einem Pavillon aufzutauchen ...

  ... und gleich darauf zu verschwinden.

  Sprachlos und wie gel?hmt starrt das Publikum auf den Wegdoppler, ...

  ... bis der leise Ruf aus dem Off: "Hallo, hier bin ich ..." alle die K?pfe in Richtung Baumpfad herumreissen l?sst.

  Eine wegen der Distanz winzige Piri hüpft auf dem Baumpfad auf und ab und winkt. Wagon, kritisch: "Das ist aber klein."

  Hisch, kichernd: "Klar aus dem Distanz."

  Wagon, zweifelnd: "Bist du sicher?"

  Hisch schweigt verunsichert. Auch die anderen sind etwas beklommen bei dem Gedanken, Piri k?nnte nur noch halb so gross sein.

  Ein gewaltiges "IST ALLES IN ORDNUNG?!!!" von Meneor fegt alle von den Beinen ...

  ... ausser Meneor, der neugierig auf die Antwort wartet. Schwach ist das "Ja-a." von Piri zu h?ren. Sich die angeschlagenen Stellen reibend, rappeln sich die anderen hoch.

  Mit breitem L?cheln rennt Meneor zum Wegdoppler, ...

  ... landet mit einem Satz mitten im grossen Kreis und ruft: "Ich will zu Piri."

  Sofort finden sich zwei kleine Meneors in den Pavillons ...

  ... und sind gleich darauf verschwunden.

  Aus der Ferne des Baumpfads ist Meneors Donnerstimme gut zu h?ren: "WIR SIND NICHT KLEINER!!!".

  Piri schl?gt's auf den Rücken.

  Jetzt ist der Damm gebrochen. Aufgeregt str?mt das Publikum zum Wegdoppler. Nur Iris bleibt skeptisch zurück. Belustigt verfolgen Aladan und Estragon von der Bühne aus das Treiben.

  Die drei verbliebenen Schwestern stellen sich zusammen auf den grossen Kreis und sagen aufgeregt im Chor: "Wir wollen zu Piri!"

  Aladan, mit leichtem Grinsen: "Irgendwie ist uns das Publikum abhanden gekommen."

  Estragon, l?chelnd: "Wenn sie unser Sch?pfung lieber ausprobieren als uns zuh?ren ... Fassen wir es als Kompliment auf."

  Iris, angriffig: "Und wenn eure 'Sch?pfung' einen Fehler hat? Dann kommt euch das Publikum noch ganz abhanden ..."

  Iris, mit Blick zum Wegdoppler, besorgt: "... samt meinem bl?den Ewald."

  Estragon, mit freundlichem L?cheln zu Iris: "H?re ich in deinem Stimme das Zipfel eines Z?rtlichkeit?"

  Iris fühlt sich ertappt und will aggressiv ablenken: "Stopf dir deinen Zipfel sonst wohin!"

  Estragon l?sst sich nicht beirren, wie oben: "Wenn in deinem Seele z?rtliche Gefühle keimen, dann lass sie spriessen, denn sie sind ein Hauch des Glücks."

  Iris, grantig: "Du laberst schon wie Antara."

  Aladan legt Estragon den Arm um die Schultern und sagt l?chelnd: "Auch in Estragon wohnt ein Seele, flatterzart, das W?rme braucht zum Fliegen, um mit seinem Flügelstaub zu erglitzern das Nacht des Lebens."

  Estragon legt seinen Arm um Aladans Taille.

  Wie Aladan und Estragon l?chelnd dastehen, nimmt Iris' Gesicht einen angewiderten Ausdruck an ...

  ... und sie sagt angewidert: "Ihr seid ein widerliches Paar."

  Das haben sie nicht erwartet. Aladan und Estragon schauen ziemlich bl?d aus der W?sche.

  Mit fr?hlichem Lachen und "Juhuuu" kommt das Publikum angeflogen. Ambellmi l?sst alle um sich herum schweben und fliegen, ...

  ... um sie schliesslich sanft auf der Tribüne abzusetzen.

  Ausser Iris klatschen alle begeistert und rufen "Bravooo!", "Aladan und Estragon sind die Gr?ssten!". Noch etwas mitgenommen von Iris' ?tzender Bemerkung stehen Aladan und Estragon auf der Bühne und versuchen ein L?cheln.

  Der Applaus h?lt an. Aladan sagt schmerzlich zu Estragon: "Iris hat uns kr?ftig in das Applaussuppe gespuckt."

  Estragon, tapfer l?chelnd: "Lass uns trotzdem im Strom des Anerkennung schwimmen. Wir haben hart dafür gearbeitet."

  Der Applaus ist abgeklungen und Meer fragt: "Ich verstehe nicht ganz, wieso es genügt, dem Wegdopplerwesen so vage Angaben wie 'Ich will auf den Baumpfad.' zu machen. Braucht es keine genauen Koordinaten?"

  Aladan, sachlich: "Es handelt sich um ein Nutzwesen mit Intelligenz und einem Feldsinn. Damit kann es in deinem Gehirn nachschauen, welches Zielort dir genau vorschwebt. So ist es praktisch und bequem. Sonst müssten wir uns n?mlich immer zuerst die Koordination des Zieles beschaffen."

  Hisch, sp?ttisch: "Wo bleibt dein Selbstgef?lligkeit, Aladan? Du wirkst ja geradezu bescheiden."

  Wagon, neugierig: "Ja, ihr steht da, als h?tte jemand ein Eimer ?tzschleim über euch gegossen."

  Aladan und Estragon stehen immer noch da in ihrer Umarmung. Aladan schweigt ernst.

  Estragon, schmerzlich l?chelnd: "Ach, Iris hat bloss gesagt, wir seien ein widerliches Paar."

  überrascht, neugierig, oder befremdet richten sich aller Augen auf Iris. Iris, trotzig: "Was schaut ihr so bl?d? Seht euch lieber diese beiden Homos an. Ist ja widerlich."

  Meer, mit dem Blick des neugierigen Forschers, denkt: 'Jetzt bin ich aber gespannt.'

  Spontan und wortlos springen die Genvilles aus dem Stand in einem Satz auf die Bühne, ...

  ... wo Chromos 5 sich an Meneor schmiegt, Lara und Piri, Hisch und Wagon sich umarmen, w?hrend Antara die beiden Schwesterpaare an sich drückt, ...

  ... um schliesslich für einen Augenblick zu einer Skulptur der Z?rtlichkeit zu erstarren.

  Iris ist sprachlos. Ewald eher amüsiert. Martin durch seine Trauer eher in sich gekehrt. Yon wirkt verlegen. Meer lacht schallend: "Hahaha, das ist mal eine gute Antwort auf ein schn?des Urteil!"

  Iris, geringsch?tzig: "Das die ganze Brut pervers ist, war ja klar."

  Antara, zu Iris, sanft: "Wenn Sexualit?t kein Fortpflanzungsfunktion erfüllt, spielt es da ein Rolle, wie es sich austobt, solange niemand zu Schaden kommt?"

  Iris, hart: "Wenn du es genau wissen willst: Monster erfüllen generell keine Funktion. Also spielt bei ihnen nichts eine Rolle."

  Ewald, vers?hnlich: "Nehmt es ihr nicht übel. Iris ist bloss schlecht gelaunt, weil sie in Genville keine Funktion hat. Ihr fehlt die Aufgabe als Reporterin."

  Iris wirft Ewald einen giftigen Blick zu.

  Meer: "Iris k?nnte auf einen DOI steigen und sich nach Natural City tragen lassen. Dort wartet ihr Job bei den Natural News auf sie."

  Iris, nüchtern: "Der Untergang der Welt wird hier vorbereitet. Dagegen sind News aus Natural City bloss Nasenwasser."

  Die Genvilles haben ihre "Skulptur" aufgel?st und stehen auf der Bühne herum. Wagon, sinnierend: "Ich ahne, wie ein Nachrichtenteam in Genville funktionieren k?nnte ..."

  Wagon, die Genvilles ausser den Schwestern von der Bühne scheuchend: "Aber lasst uns zuerst unser Sch?pfung vorstellen."

  Wagon weist auf ein Lebewesen am Rand des Theaterplatzes und ruft strahlend: "Das Bibliothekswesen!"

  Auf einem kurzen, kr?ftigen Baumstamm befindet sich ein etwa einen Meter durchmessendes Kugelgebilde. Es ist umgeben von ein paar Kind hohen Bildschirmwesen, die ihre flachen Bildschirme auf dünnen Beinen tragen.

  Das Publikum starrt genauso ratlos wie beim Wegdoppler auf dieses merkwürdige Gebilde. Hisch, nüchtern: "Das Begeisterung h?lt sich in engen Grenzen."

  Lara, lachend: "Sie wissen ja auch noch nicht, wozu es taugt ... Es handelt sich n?mlich um ein Superhirn, welches wir daraufhin optimiert haben, dass es sich Daten schnell, pr?zis und dauerhaft merken kann. Es wird unser gesamtes Wissen aufnehmen und bewahren. Die Bildschirmwesen, die ihr daneben seht, sind sozusagen seine Sinnesorgane. Es kann damit Bilder, Kl?nge, andere Sinnesreize und Felder wahrnehmen und sie uns über Bildschirm und Stimme bzw. Wandlerzellen wieder zug?nglich machen ..."

  Piri, begeistert: "Das ist noch nicht alles. Was etwas lernen will, kann es sich von einem Bildschirmwesen beibringen lassen. Es speichert innerhalb von Sekunden das gewünschte Wissen mit Hilfe seiner Wandlerzellen im Ged?chtnis ab. So braucht Lernen kein Zeit mehr."

  Aladan, n?rgelig: "Pah, ich will nichts lernen."

  Hisch, giftig: "Fauliges Sack."

  Grinsen und Kichern im Publikum.

  Meer, interessiert: "Aber wenn nun das Bibliothekswesen bei einem überfall get?tet wird, ist dann all unser Wissen verloren?"

  Wagon: "Wenn Genville w?chst und wir mehr Bibliothekswesen brauchen, k?nnen sich diese gegenseitig auf dem neuesten Stand des Wissens halten, weil sie ein Feldsinn besitzen. Das Feldsinn erlaubt ihnen, neues Wissen von anderen Bibliothekswesen 'abzusaugen'. Dadurch entsteht ein Netz von Wissenszellen, das robust gegen Zerst?rung ist."

  Ewald: "Und warum haben diese Bildschirmwesen Beine?"

  Iris, streng: "Was für eine bl?de Frage."

  Die anderen kichern.

  Lara: "Die Bildschirmwesen werden überall in Genville herumspazieren, sodass wir jedes Zeit Zugang zum Bibliothek haben. Sie besitzen übrigens auch ein Feldsinn, um mit dem Bibliothek kommunizieren zu k?nnen."

  Das Publikum schweigt. Nach dem Ausflug mit dem Wegdoppler scheint sich niemand so recht für diese vergleichsweise nüchterne Sch?pfung begeistern zu k?nnen. Die Schwestern sind etwas irritiert.

  Meer erhebt sich und sagt anerkennend: "Vielleicht ist die Bibliothek nicht so sensationell wie der Wegdoppler. Trotzdem ist die Bewahrung des Wissens eine ebensolche Grosstat, wie es die Vernichtung der Distanz darstellt ..."

  Meer klatscht und ruft: "Bravooo!"

  Der Rest des Publikums l?sst sich anstecken, ausser Iris, erhebt sich, klatscht und ruft "Bravooo!". Die Schwestern freuen sich. Hisch, mit grimmigem L?cheln: "Wurde auch Zeit."

  Wagon springt mit einem Salto von der Bühne, ...

  ... um vor Ewalds Füssen zu landen. Wagon, l?chelnd: "Und jetzt, liebstes Ewald ..."

  Wagon hat Ewald an der Hand gepackt und rast mit dem verblüfften, waagrecht in der Luft h?ngenden aus dem Theater. Wagon, entschlossen: "... werden wir euer Funktion als Nachrichtenteam wieder herstellen."

  Wagon rennt auf die Bibliothek zu, wo noch ein paar Bildschirmwesen herumstehen.

  Wagon stoppt ihren Lauf abrupt, sodass Ewald an ihr vorbei nach vorn "fliegt", ...

  ... reisst Ewald an der Hand zurück, was dieser mit einem schmerzlichen "Aua" kommentiert, ...

  ... und presst sich den Gequ?lten an die Brust, ...

  ... um den vollends verblüfften Ewald sanft auf den Mund zu küssen.

  Wagon l?st ihre Umarmung und betrachtet den verwirrten Ewald l?chelnd.

  Bildschirmwesen: "Soll ich das Aufnahme dieses Kusses speichern und für das Ewigkeit festhalten?"

  Leicht überrascht von der Ansprache schaut Ewald auf das Bildschirmwesen. Wagon antwortet dem Bildschirmwesen l?chelnd: "Das war eines jener z?rtlichen Augenblicke, die wir immer wieder von neuem erschaffen müssen, weil sie sich nicht festhalten lassen."

  Bildschirmwesen: "Ich kann alle Wahrnehmungen festhalten."

  Wagon, l?chelnd: "Ich meinte nicht die Bilder und Kl?nge, sondern das flüchtige Süsse eines Augenblicks."

  Bildschirmwesen: "Ich kann auch geschmackliche Wahrnehmungen wie Süsse festhalten."

  Wagon, mit gespielter Verzweiflung zu Ewald: "Ewald, hilf mir!"

  Ewald, zum Bildschirmwesen, ernst: "Die Z?rtlichkeit eines Kusses ist der sanfte Druck der Lippen, sogleich vom Winde verweht. Seine Süsse liegt in seiner Flüchtigkeit, denn h?ltst du den Augenblick fest und dehnst ihn aus, auf zehn Stunden vielleicht, dann wird daraus bald ein Schmerz, eine Folter."

  Wagon, bewundernd: "Wie sch?n!"

  Bildschirmwesen: "Aber es weht ja gar kein Wind."

  Ewald und Wagon schl?gt's auf den Rücken.

  Wagon und Ewald liegen mit schmerzlichen Gesichtern am Boden und h?ren das Bildschirmwesen sagen: "Auch wenn ich sie nicht verstehe, werde ich deine Worte festhalten und wenn sich jemand für flüchtige oder süsse Augenblicke interessiert, werde ich dein Lehre vorführen."

  Wagon und Ewald stehen wieder. Wagon kratzt sich am Kopf und sagt mit schmerzlichem L?cheln: "Ja gut. Aber jetzt h?tte ich noch etwas anderes ..."

  Wagon zum Bildschirmwesen, auf Ewald zeigend, ernst: "Ewald ist Kameramann bei einem Nachrichtenteam, hat aber leider sein ..."

  Bildschirmwesen: "Was ist ein Kameramann und ein Nachrichtenteam?"

  Wagon, zu Ewald, entschuldigend: "Es ist noch jung. Es muss noch viel lernen."

  Ewald kratzt sich am Kopf, mit schmerzlichem L?cheln: "Ich sehe."

  Wagon, zum Bildschirmwesen, ernst: "Sagen wir's so: Ewald m?chte Wissen aufnehmen. K?nntest du es nicht als eines deiner Bildschirmwesen betrachten und s?mtliche Wahrnehmungen von ihm festhalten?"

  Ewald wehrt erschrocken ab: "He ...!"

  Ewald, aufgeregt auf das Bibliothekswesen zeigend: "Ich will doch nicht, dass alles, was ich erlebe, in diesem Ding landet. Wo bleibt da meine Privatsph?re?"

  Etwas erstaunt, weil sie nicht daran gedacht hat, h?rt Wagon zu ...

  ... und sagt sachlich: "Gut, dann beobachtet Bibliothek dein Gehirn passiv. Sobald du "Kamera start!" denkst, beginnt es mit dem Festhalten deiner Wahrnehmungen. Wenn du "Kamera stopp!" denkst, wird das Festhalten beendet. Kannst du das machen, Bibliothek?"

  Bildschirmwesen: "Ob es ein Bildschirmwesen oder ein Ewald ist. Das geht bei beiden gleich gut."

  Ewald, verwirrt und wenig glücklich: "Aber was soll das bringen?"

  Wagon, erstaunt, dass Ewald es noch nicht begriffen hat: "Aber Ewald! Du kannst jetzt mit deinen Augen filmen!"

  Ewald sieht nicht gerade intelligent aus mit seinem vor Verblüffung offenen Mund.

  Ewald kann es immer noch nicht fassen und stammelt: "Aber das ... das ... w?re ja fantastisch!"

  Wagon, l?chelnd: "Ist, Ewald ... ist."

  Mit Tr?nen der Rührung sagt Ewald dankbar zu Wagon: "Du weisst nicht, was es mir bedeutet, wieder filmen zu k?nnen."

  Wagon reckt ihr Gesicht zu Ewald, mit geschürzten Lippen und geschlossenen Augen: "Doch, es bedeutet, dass du mir jetzt freiwillig ein Kuss gibst."

  Ewald wird verlegen, ...

  ... küsst aber Wagon schliesslich schüchtern auf die Wange.

  Auf dem Bildschirmwesen ist Ewald zu sehen und zu h?ren, wie er referiert: "Die Z?rtlichkeit des Kusses ist der sanfte Druck der Lippen ..."

  Irritiert drehen sich Wagon und Ewald nach dem Bildschirmwesen um.

  Wagon nimmt Ewald bei der Hand und zieht ihn lachend weg: "Nutzwesen k?nnen manchmal ganz sch?n nerven."

  Ewald l?sst sich l?chelnd mitziehen.

  Wagon zieht Ewald flüchtend zurück zum Theater. Das Bildschirmwesen trippelt ihnen nach und spielt Ewald ab: "... dann wird daraus bald ein Schmerz, eine Folter."

  Wie sie beim Theater anlangen, sagt das Bildschirmwesen: "Habt ihr das verstanden? Oder soll ich es noch einmal zeigen?"

  Wagon dreht die Augen zum Himmel und sagt Schicksals ergeben: "Schon gut, liebes Bibliothek, wir haben alles begriffen."

  Ewald l?st sich aus Wagons Hand. Seine Aufmerksamkeit gilt dem Publikum, welches im Off sitzt.

  Nur Iris hockt noch da und schaut missmutig zu den dreien rüber.

  Ewald eilt auf die Bühne ...

  ... und sagt freudig erregt: "Mach eine Reportage, Iris. Ich werde dich filmen."

  Iris, gar nicht in Stimmung: "Jetzt nicht, Ewald. Ich habe keine Lust auf ein nutzloses Theater."

  Ewald, strahlend: "Ich werde dich wirklich filmen, Iris, ganz echt und für die Ewigkeit."

  Iris, kritisch: "Der Umgang mit diesen Irren tut dir nicht gut, Ewald. Du redest Unsinn in gestelzten Worten."

  Ewald, geduldig: "Wie oft habe ich dich schon verarscht?"

  Iris denkt nach: "Hm, ich kann mich nicht erinnern. Dafür fehlt dir wohl die Fantasie."

  Ewald, strahlend: "Eben. Also hopp, hopp! Wo bleibt meine Profireporterin? Wir arbeiten jetzt für die Genville News."

  Iris lacht unfroh: "Haha, guter Witz."

  Iris erhebt sich mechanisch und denkt bedrückt: 'Ja, verdammt, wo bleibt die Profireporterin?'

  Ewald denkt: 'Kamera start!'

  Iris h?lt sich ein imagin?res Mikrofon vor den Mund und beginnt mit professionellem Gesichtsausdruck: "Iris von den Genville News, haha. Was wir hier sehen, ist eines von drei neuen Monstern, welche seit kurzem das Antlitz von Mutter Erde beleidigen ..."

  Iris stutzt und schimpft: "Wenn ich hier so tue, als ob, dann k?nntest du wenigstens auch so tun, als ob du filmen würdest, du müde Rübe!"

  Ewald, l?chelnd: "Ich filme ja ... mit meinen Augen."

  Iris, traurig: "Wie schade. Bisher warst du der einzige Mensch, mit dem ich einigermassen vernünftig reden konnte. Jetzt habe ich wohl auch das verloren ..."

  Ewald denkt: 'Kamera stopp!' und sagt zu dem Bildschirmwesen: "Bibliothek, k?nntest du Iris den letzten Satz zeigen, den du aufgenommen hast?"

  Das Bildschirmwesen trippelt auf seinen dünnen Beinchen neben Ewald ...

  ... und zeigt auf seinem Bildschirm Iris mit den Worten: "... Jetzt habe ich wohl auch das verloren ..."

  V?llig verblüfft starrt Iris mit offenem Mund auf das Bildschirmwesen. Ewald, l?chelnd: "Ich finde es sch?n, dass du trauerst, wenn du mich verloren glaubst."

  Iris ist ganz aus dem H?uschen, richtet sich Kleidung und Haare gleichzeitig und ruft: "Bist du wahnsinnig! Sag doch gleich, dass du mich filmst. Ich sehe aus wie eine Schlampe. Wie das rüber kommt. Ist ja katastrophal!"

  Ewald, schmerzlich l?chelnd: "?hm ..."

  Iris schimpft: "Und warum sagst du mir nicht, dass ich gar kein Mikro mehr brauche?! Du willst mich wohl als Nachrichtenwitz verewigen."

  Ewald, etwas überrascht, dass er daran nicht gedacht hat: "?hm ... nein."

  Iris' Lebensgeister sind voll erwacht. Perfekt steht sie da, setzt ein feines, professionelles L?cheln auf und zischt zwischen den Z?hnen hervor: "Kann's losgehen?"

  Ewald denkt: 'Kamera start!' und sagt: "Kamera l?uft."

  Auch er wirkt jetzt konzentriert und professionell.

  Iris: "Iris von den Genville News. Die Genvilles haben drei neue Monster geschaffen, um etwas mehr Risiko in unser offenbar allzu langweiliges Leben zu bringen. Fangen wir an mit diesem Theaterwesen, das eine Bühne besitzt und etwa hundert Leuten Platz bietet. Hoffen wir, dass es nie w?hrend einer Vorstellung einen Schluckauf bekommt und dabei das ganze Publikum verschluckt, hahaha ..."

  Iris springt federnd an der l?chelnden Wagon vorbei und pr?sentiert das Bibliothekswesen: "Das Ende der Privatsph?re finden wir hier in Form eines Bibliothekswesens. Es kann alles aufzeichnen, was wir tun und denken und es für die Ewigkeit speichern. Passt also auf, ihr Kriminellen da draussen! Jeder Ladendiebstahl wird in Zukunft festgehalten, was vor Gericht gegen euch verwendet werden kann. Passt auf, ihr Liebenden da draussen! Jeder Geschlechtsakt ohne Kondom wird aufgezeichnet, sodass die Krankenversicherung nicht mehr bezahlen muss, wenn ihr euch mit etwas Ekligem angesteckt habt ..."

  Iris eilt weiter und pr?sentiert den Wegdoppler: "Und zu guter Letzt haben wir hier das Wegdopplermonster, mit dem ihr etwas verschwinden und an einem beliebigen Ort wieder auftauchen lassen k?nnt. Das ist sehr praktisch, k?nnt ihr doch den Kuchen mit einer Grussbotschaft einfach hier drauf stellen und auf Omas Tisch auftauchen lassen. Dann müsst ihr nicht pers?nlich vorbeigehen und Oma kann den ganzen Tisch voll sabbern, ohne jemanden zu st?ren. Und wenn ihr jemanden nicht m?gt, lasst ihr eine Handgranate unter seinen Stuhl wegdoppeln und explodieren. Wir haben jetzt also die grenzenlose Freiheit, allen alles anzutun. Aber passt sch?n auf: das Bibliotheksmonster wird es wissen!"

  Ewald denkt: 'Kamera stopp!'

  Das Bildschirmwesen trippelt vor Iris und fragt brav: "Was ist ein 'Monster'?"

  Iris, sp?ttisch: "Nimm eine viereckige Pizza ohne Belag, stelle sie senkrecht und befestige ein paar dünne Beinchen daran und lass sie in der Gegend herum laufen. Dann hast du ein kleines Monster in Form einer Lachnummer."

  Das Bildschirmwesen geht n?her zu Iris und sagt: "Was ist ein 'Lachnummer'?"

  Iris weicht angeekelt zurück und sagt streng: "Komm mir nicht zu nahe!"

  Das Bildschirmwesen n?hert sich noch mehr: "Was ist ein 'Belag'?

  Iris flüchtet.

  Das Bildschirmwesen verfolgt die flüchtende Iris und ruft: "Was ist ein 'Pizza'?

  Iris schreit wütend und ?ngstlich: "Uwaaahhh!"

  Bildschirmwesen, wie oben: "Was ist 'Uwaaahhh!'"

  Iris flüchtet mit zugehaltenen Ohren.

  Ewald beobachtet die Szene l?chelnd. Wagon beobachtet Ewald und fragt neugierig: "Obwohl Iris gerade ein Wutanfall bekommt, l?chelst du?"

  Ewald, wie oben: "Sie wird zwar genauso zynisch sein wie immer. Aber als Reporterin blüht sie auf. Und ich freue mich, wenn es einem geliebten Menschen besser geht."

  Wagon küsst Ewald auf die Wange und sagt l?chelnd: "Ich freue mich auch, wenn es dir besser geht, Ewald."

  Ewald ist etwas erstaunt ...

  ... und schaut der davon schlendernden Wagon leicht verwirrt nach.

  Szeneanfang:

  Am sp?ten Nachmittag in der Schlucht, die zu den Vulkanleuten führt. Die Cham?leondecke ist gross wie ein Leintuch und wird von Endo auf der einen und von Held auf der anderen Seite gehalten, und zwar so, dass beide sich hinter der Decke verstecken k?nnen. Pferdchen und Giftstrauss befinden sich zwischen den beiden. Langsam bewegt sich das Quartett durch die Schlucht auf die riesige Stahltür zu, die noch gut hundert Meter entfernt ist. Die Cham?leondecke ist ,von "innen" gesehen, leicht transparent, sodass der Weg vor ihnen sichtbar bleibt.

  Held steuert auf eine wannenf?rmig ausgewaschene Stelle in der Schluchtwand zu, ...

  ... in die sich das Quartett im Schutz der Cham?leondecke hinein drückt.

  Pferdchen wehrt sich und protestiert flüsternd: "Musst du dich so an mich drücken, du Straussenvieh? Ich bekomme kaum Luft."

  Endo mahnt flüsternd: "Bitte bewegt euch langsam, sonst kann sich die Cham?leondecke nicht schnell genug anpassen. Und wenn die Wachposten uns sehen, werden sie uns durchsieben."

  Giftstrauss flüstert: "Stell dir einfach vor, du h?ttest ein Paarungsbedürfnis wie die Natürlichen. Dann bereitet dir das Berührung meines K?rpers Vergnügen."

  Pferdchen flüstert angeekelt: "Was für ein ekliges Vorstellung, sich jedes Tag an einem Stinker wie dir reiben zu müssen."

  Giftstrauss flüstert kichernd: "Wir k?nnten uns waschen."

  Pferdchen kichert ebenfalls.

  Endo flüstert ?ngstlich: "Bitte seid leise. Sie werden uns h?ren."

  Held flüstert ver?chtlich: "Diesen Monstern sind dumme Scherze wichtiger als unser Leben."

  Pferdchen flüstert: "Die Wachposten reden darüber, an wem sie sich heute Nacht reiben werden ..."

  Giftstrauss flüstert: "... und was von ihnen wohl mehr Ausdauer hat."

  Endo flüstert verblüfft: "Das k?nnt ihr h?ren?"

  Pferdchen flüstert: "Was glaubst du, wie wir bis jetzt überlebt haben? Wir sind Kampforganismen."

  Endo flüstert unsicher: "Bitte verzeiht, aber Kampforganismen sind sonst nicht so ..."

  Pferdchen flüstert: "Geistvoll?"

  Endo l?chelt verlegen, weil das nicht genau das war, was er gemeint hat, und stottert: "?hm ..."

  Pferdchen und Giftstrauss kichern.

  Held flüstert: "Still jetzt! Sie kommen. Wenn sie uns bemerken, werden sie Fehler machen."

  Eine Handvoll Gartenleute plagt sich damit, einen Karren, der randvoll ist mit appetitlich aussehenden Früchten und Gemüsen, die Schlucht hochzuschieben.

  Wie sie an der Cham?leondecke vorbeiziehen, bemerken die Gartenleute nichts von den Getarnten. Frau, ?ngstlich: "Hoffentlich erschiessen sie uns nicht."

  Mann, gestresst, flüsternd: "Psst, du bringst sie sonst noch auf Ideen."

  Ver?ngstigt und schwitzend schieben die Gartenleute den Karren auf das riesige Tor zu. Ein Mann ruft: "Bitte ?ffnet das Tor. Wir bringen Esswaren."

  Giftstrauss flüstert alarmiert: "Die beiden Wachposten laden durch."

  Endo flüstert befremdet: "Aber wozu, die Leute sind harmlos."

  Held flüstert: "Seit dem überfall sind sie vorsichtig. Eine kleine Nervosit?t und die Gartenleute sind tot."

  Giftstrauss flüstert erregt: "Wir müssen schnell n?her ran, sonst kann ich es nicht verhindern."

  Held flüstert Stirn runzelnd: "Wir k?nnen jetzt nicht rennen."

  Pferdchen dr?ngt sich nach vorn, die Decke ausbeulend, und flüstert entschlossen: "Doch, wir k?nnen."

  Endo hat Angst um seine Decke und flüstert abwehrend: "He ..."

  Unbeirrt dr?ngeln die beiden Kampforganismen im Eilschritt in Richtung Tor und zwingen die M?nner mitzukommen. Held kocht vor Wut. Endo flüstert besorgt: "Nicht zu schnell!"

  W?hrend das gewaltige Tor sich langsam ?ffnet, gelangt das Quartett Held rennend bis auf fünfzig Meter heran.

  Wie die beiden mit Schnellfeuergewehren bewaffneten Wachposten sichtbar werden, verlangsamen die Kampforganismen abrupt ihr Tempo. Auch Endo und Held passen sich an. Endo schwitzt vor Stress. Held wirkt düster und zornig.

  Misstrauisch be?ugt von den Wachposten, schieben die Gartenleute ihren Karren über die Schwelle des Tores.

  Wachposten A, misstrauisch: "Ihr seid eine Stunde früher als sonst."

  Wachposten B, alarmiert: "Da ist bestimmt was faul."

  Mann, der auf der Seite von Wachposten A steht: "Unser Gemüse ist nicht faul."

  Wachposten A, ver?chtlich grinsend: "Aha, da will jemand witzig sein. Haben wir eine Bombe im Karren, dass wir so frech sind heute?"

  Wachposten B, gestresst: "Erschiess ihn, dann vergeht den anderen der Spass."

  Wachposten A hebt das Gewehr und sagt mit sadistischem L?cheln: "Gute Idee."

  Aus dem Off ruft's: "Hallo, hier ist das schwebende Straussenkopf!"

  Die K?pfe der beiden Wachposten schnellen herum. Auch die Gartenleute drehen sich um.

  Tats?chlich scheint der l?chelnde Kopf von Giftstrauss in der Luft zu schweben, weil der Rest des K?rpers von der Cham?leondecke verborgen wird. Die Wachposten, aber auch die Gartenleute sind v?llig verblüfft.

  Nerv?s reissen die Wachposten ihre Gewehre hoch. Giftstrauss spuckt in schneller Folge zwei Giftkapseln aus, ...

  ... welche die Wachposten ins Gesicht treffen.

  Innert Sekunden l?sen sich zuerst die verblüfften Gesichter, ...

  ... dann der Rest ihrer K?rper auf in eine schleimige Masse, ...

  ... bis nur noch die Uniformen und die Gewehre von der Existenz der Wachposten zeugen. Gel?hmt vor Schreck starren die Gartenleute entweder auf Giftstrauss oder auf die überreste der Wachposten.

  Giftstrauss: "Geht zurück! Gleich gibt es hier ein Schlacht."

  Die Gartenleute schauen sich verwirrt und ver?ngstigt an: "Ein Schlacht?", "Weg hier!"

  Wie die Gartenleute wegrennen wollen, h?lt Giftstrauss' Stimme sie auf: "Nehmt das Karren mit, sonst denken die Vulkanleute, ihr h?ttet angegriffen!"

  Hastig packen die Gartenleute ihren Karren und schieben ihn, so schnell es geht, die Schlucht hinunter.

  Dabei starren die Gartenleute verblüfft auf die Stelle, wo eben noch der Kopf von Giftstrauss geschwebt hat und nun nichts mehr zu sehen ist. Mann: "Wo ist ...?"

  Frau, angstvoll am Karren zerrend: "Egal, kommt jetzt!"

  Helds Quartett hat sich unter der Cham?leondecke an die Schluchtwand gepresst, um die Gartenleute vorbeizulassen. Wie der Karren ausser H?rweite ist, sagt Endo: "Je weniger von der Cham?leondecke wissen, desto besser."

  Held, mit der Decke zum Tor dr?ngend: "Wir bleiben hinter der Decke. Vielleicht erwartet uns in der H?hle ein Heckenschütze."

  Es sieht komisch aus, wie sich die vier mit kleinen, schnellen Schritten wie Ballerinen hinter der Decke durchs Tor in die H?hle bewegen.

  Held bückt sich nach dem Gewehr eines Wachpostens. Pferdchen: "Lass es liegen! Du machst damit nur L?rm und alarmierst das ganze Berg."

  Held schliesst mit dem Gewehr zu den anderen auf, die weiter in die H?hle trippeln, und sagt mit grimmigem L?cheln: "Der grosse Weise hat ausgedient. Ich will nicht mehr nackt sein."

  Giftstrauss, kichernd: "Dann bedeck deine Geschlechtsorgane damit und mach ja kein L?rm!"

  Pferdchen kichert. Endo grinst unfreiwillig. Held macht wütend "Grrr".

  In ihrer l?cherlichen Fortbewegungsart wuseln sie die Rampe hoch ...

  ... und erreichen den Platz, wo die Reittiere stehen. Eine Frau ist dabei, die Tiere zu füttern und zu pflegen.

  Ohne zu z?gern, spuckt Giftstrauss ihr eine Kapsel in den Nacken.

  Die Frau beginnt sich in Schleim zu verwandeln, was die benachbarten Tiere beunruhigt und zu merkwürdigen "Pfiii", "Pfiii" Warnrufen veranlasst, ...

  ... was sogleich auf die anderen Tiere übergreift. Immer mehr machen "Pfiii", "Pfiii".

  Giftstrauss spuckt ein Stakkato von Kapseln aus, ...

  ... sodass jedes der Tiere wie Wachs zu zerfliessen beginnt.

  Held zischt giftig: "Wer macht jetzt L?rm, du unf?higes Monster?!"

  Ein Bewaffneter taucht aus einer ?ffnung auf und ruft: "Was ist hier los?!"

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