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Band 29

  Szeneanfang:

  Ein Sandwich-Automat in der Universit?t von Natural City. Zwei Studenten stehen davor. Der eine ist dabei, Geld einzuwerfen.

  Wie das Sandwich in den Auffangbereich kollert und der Student sich danach bückt, ...

  ... sieht er eine flinke, zierliche Hand das Sandwich ergreifen.

  Verblüfft schaut er dem wie ein Gnom davonhüpfenden Doi nach, ...

  ... um dann erbost loszuwettern: "Du verdammter ..."

  Da f?llt ihm sein Kollege ins Wort: "Pssst ..."

  Der Kollege erkl?rt dem wütenden und fragenden Gesicht: "Willst du dich unglücklich machen. Das ist doch der Liebling des Lieblings."

  Der erste schluckt seinen ?rger runter und kramt nach einer weiteren Münze.

  In einem andern Gang schlendern Caesar und Myrta nebeneinander, beobachtet von zwei missgünstig blickenden Professoren.

  Professor A leise zu B, giftig: "Seiner Bumsnudel Behr stehen die Labors und Assistenten zur Verfügung. Wir werden links liegen gelassen."

  Professor B, den Blick auf Caesar und Myrta, leise und ausdruckslos: "Was denkst du, geht so viel Intelligenz mit rechten Dingen zu?"

  Professor A ist etwas überrascht.

  A, begreifend, leicht erschrocken: "Du meinst ..."

  B, mit fiesem L?cheln die Verfolgung von Caesar und Myrta aufnehmend: "Vielleicht sollten wir das überprüfen."

  A und B verfolgen nun gemeinsam Caesar und Myrta und beobachten, wie Doi herbeihüpft und Caesar das stibitzte Sandwich übergibt.

  Caesar h?lt das Sandwich so, dass er es entzwei reissen k?nnte und fragt Myrta: "Wollen Sie auch?"

  Myrta, l?chelnd auf ihren straffen Bauch klopfend: "Nein danke, ich muss auf mein Linie achten."

  Caesar, mit gerunzelter Stirn ihren Bauch musternd: "Wie unpraktisch."

  Myrta, kichernd: "Tun Sie nicht so scheinheilig. Sie achten doch auch darauf. Ihr K?rper hat kein Gramm Fett zu viel."

  Caesar denkt l?chelnd: 'Aber ich kann essen, so viel ich will. Meine Chromos 4 Gene halten mich schlank.'

  Doi, der zwischen ihnen geht: "Kann ich auch ein Sandwich geb?ren?"

  Die v?llige Verblüffung von Myrta und Caesar ist ihm gewiss.

  Ihr Blick trifft sich und beide müssen grinsen. Myrta: "Wie kommst du bloss auf so was, Doi?"

  Doi: "Auf so was kommt Wasser, Doi kommt drauf, was draus kommt aus dem Automaten, das hat es geboren das Sandwich, will auch geb?ren, will auch."

  Myrta kniet zu Doi hin und sagt, freundlich l?chelnd: "Das Sandwich haben Menschen gemacht und in das Automat getan."

  Doi umarmt Myrta und sagt: "Du gibst mir L?cheln auch ohne Geb?ren?"

  Myrta, Doi an sich drückend, z?rtlich: "Ja, Doi, ja."

  Myrta hat Doi an sich gedrückt. Sie gehen weiter. Caesar kaut an seinem Sandwich und denkt: ' Das Essgarten war ein einziges Fest ...'

  Caesar, mit missmutigem Blick auf das Sandwich: 'Das hier schmeckt wie ein altes Socke.'

  Ein rascher, gezielter Wurf und die verbleibende H?lfte landet in einem Abfalleimer.

  Professor A und B stehen mit Verschw?rerblick bei dem Mülleimer, in dem Caesars Sandwich liegt.

  Rasch bückt sich B nach dem Sandwichrest ...

  ... und l?sst ihn in der Plastiktüte verschwinden, die ihm A offen h?lt.

  Unauff?llig tuend, schlendern die beiden davon.

  Szeneanfang:

  Professor B wird in Harts Büro vorgelassen. B hat ein Kartonm?ppchen bei sich.

  Stumm und steinern, mit einer fragend hoch gezogenen Augenbraue schaut Hart den Professor an.

  Professor B, eingeschüchtert: "Verzeihen Sie die St?rung, Kommandant Hart, ... Aber ich habe eine schreckliche Entdeckung gemacht ..."

  In unterwürfiger Haltung legt B Hart das ge?ffnete M?ppchen auf den Schreibtisch mit den Worten: "Das hier ist eine genetische Speichelanalyse von unserem verehrten Universit?tsleiter Herrn Caesar ... Es besteht leider kein Zweifel ..."

  B, mit geheuchelter Erschüttertheit und heimlichem Triumph: "Herr Caesar ist ein Chromos 4 Genmonster."

  Professor B schaut in Harts Augen, deren Ausdruck eine Mischung ist aus Stahl, Eis und Tod.

  B ist verwirrt. Hart ruft: "Wache!"

  Hart, ohne Bewegung, zu den zwei hereinstürmenden Natural Guards: "Fesselt und knebelt diesen Mann und bringt ihn ins Gef?ngnis!"

  Szeneanfang:

  Im Gef?ngnislabor von Doktor Meer. Professor B liegt in Narkose auf einem Operationstisch. Ihm fehlen beide Beine und ein Arm. Zwei Chirurgen sind eben dabei, den zweiten Arm chirurgisch sauber mit einer Handknochens?ge abzutrennen.

  W?hrend der eine Chirurg den Arm zu den bereits abgetrennten Gliedmassen legt, zieht der andere Professor Bs Zunge mit einem Greifer so weit aus dem Mund, wie er kann, ...

  ... um sie dann mit einer Art Geflügelzange abzuschneiden.

  Szeneanfang:

  Im Innenhof der Universit?t ist Professor B mit zwei Ledergurten an einen dicken, mannshohen Holzpfosten gebunden. Mit seinen Beinstummeln 'steht' er auf einer in halber H?he des Pfostens angebrachten Konsole. Er st?hnt vor Schmerzen. Ein Schild des Gest?ndnisschriftstellers gibt Auskunft über seine 'Untaten':

  "Ich bekenne mich schuldig des Verbrechens wider die Natur. Ich habe gegen Caesar, den gr?ssten natürlichen Wissenschafter aller Zeiten, eine Intrige angezettelt. Es ist gut, dass meine naturfeindlichen Gene vom Antlitz der Erde verschwinden."

  Eine Studentin geht mit krampfhaft geradeaus gerichtetem Blick an Professor B vorbei. Professor B ruft: "?a ... omo ... ie!"

  Caesar und Myrta werden druch den Ruf aufmerksam ...

  ... und n?hern sich dem Pfosten von hinten. B: "?a ... omo ... ie!"

  Wie sie um den Pfosten herumgegangen sind und Myrta das volle Ausmass des Schreckens sieht, muss sie sich übergeben. Caesar liest mit undurchdringlicher Miene das Schild, ...

  ... geht dicht zu B heran und flüstert: "Ja, ich bin Chromos 4. Warum wolltest du mich vernichten? Ich habe dir nichts getan."

  Ein Blick voll abgrundtiefen Hasses ist Bs Antwort.

  Verwirrt denkt Caesar: 'Dieses Hass!?'

  Betroffen geht Caesar weiter.

  Myrta holt ihn kreidebleich ein und sagt: "Verzeihen Sie ..."

  Caesar, im Weitergehen: "Was soll ich verzeihen? ... Ihre Gene ... das Wetter ... das Tod?"

  Myrta ist verwirrt.

  Zwei Studenten stehen schaudernd vor Professor B. Der eine flüstert: "Das ist ja wie im Mittelalter."

  Der andere flüstert: "Nein schlimmer. Im Mittelalter w?re er schon verblutet und müsste nicht mehr leiden."

  Szeneanfang:

  Die Grossdois, die Nutzwesen, die Natürlichen, die Genvilles, alle stehen in der Mitte auf dem erdrückend grossen Ambellmi.

  Antara ruft: "Ambellmi, nimm etwas Abstand zu dem Planeten. Wir wollen unser 'Raumschiff' nicht gef?hrden."

  Ambellmi steigt die Atmosph?re hoch ...

  ... und sobald diese dünn wird, zeichnet sich eine Halbkugel aus Luft über Ambellmi ab.

  Sie erreichen die Schw?rze des Alls, wo die Lufthalbkugel im Sonnenlicht schimmert.

  Antara erl?utert: "Ambellmi wird jetzt das Langsame und das Schnelle Energie für unsere Sinne wegfiltern, sodass wir wahrnehmen k?nnen, was sich jenseits davon abspielt. Vielleicht versteckt sich das Gottwesen über oder hinter diesen Energien, die unser Sein bestimmen."

  Antara nimmt Tanja bei der Hand und sagt: "Komm Tanja, wir werden jetzt das Gottwesen fragen, ob du Unrecht getan hast."

  Iris ist entsetzt: "Der Gr?ssenwahn dieser Monster kennt wohl keine Grenzen."

  Iris, angstvoll: "Ich will weg hier!"

  Ewald legt den Arm um Iris und sagt beruhigend: "Iris, du bist die erste Reporterin, die Gott interviewt."

  Iris haut Ewald den Ellbogen in die Magengrube und schreit den schmerzhaft Geknickten an: "Du verdammter selbstgef?lliger Selbstm?rder! Du bist schon genau so wahnsinnig wie diese Horrorgestalten!"

  Doktor Meer, mit feinem L?cheln: "Was haben wir schon zu verlieren, Iris?"

  Iris schreit: "Mein Leben! Mein Leben!"

  Meer, freundlich wie zu einem Kind: "Und was ist dein Leben wert ohne Antworten?"

  Iris ist überrascht von dieser Frage.

  Meer f?hrt fort: "Eine Antwort auf die Frage: Was ist Gott?"

  Iris, trotzig stampfend, mit Tr?nen: "Ich brauche euren Scheissgott nicht!"

  Meer, l?chelnd: "Willst du ihm das nicht selber sagen?"

  Tief verunsichert schaut Iris Meer an.

  Antara ruft: "Jetzt, Ambellmi, zieh das Vorhang weg!"

  Die m?chtig neben ihnen schwebende Erde wird durchschimmernd, ...

  ... um dann ganz zu verschwinden.

  Die Sterne verl?schen, als würde sie jemand ausknipsen.

  Wie die letzten Sterne verl?schen, h?ngt das hundert Kilometer durchmessende Ambellmi majest?tisch verloren in der Schw?rze.

  Mit wachem, aufmerksamem Blick, mit offenem Mund, zitternd vor Spannung, alle haben ihren eigenen Ausdruck in dieser letzten Sekunde vor der Begegnung mit dem Gottwesen.

  Doppelseite: Das pechschwarze Nichts ist erfüllt von irrem Lachen: 'Hahaha, 'Hohoho', 'Hihihi' in allen Formen und Gr?ssen.

  Auf den Gesichtern spiegelt sich die totale Verblüffung wider. Alles h?tten sie erwartet, aber nicht das.

  Verwirrte, suchende Blicke: Wo ist das Gottwesen?

  Tanja, die ohnehin nicht recht zu begreifen scheint, was vor sich geht, l?sst sich von dem Lachen anstecken und kichert.

  Antara ruft unsicher: "Gottwesen, wo bist du?! Tanja will mit dir sprechen!"

  Keine Antwort ausser Lachen.

  Chromos 5 ruft: "Ambellmi, woher kommt dieses Lachen?!"

  Ambellmi: ""Das Lachen entsteht aus dem Nichts.""

  Chromos 5, grübelnd: "Wie kann das Nichts lachen?"

  Meer, amüsiert: "Dass es nichts geben soll, ist wohl so absurd, dass das Nichts eines Tages einfach angefangen hat zu lachen."

  Chromos 5 stimmt zu: "Ja, warum nicht."

  Meer, verblüfft: "Aber das sollte bloss ein Scherz sein."

  Chromos 5 mit klarem aufmerksamem Blick zu Meer: "Gibt es ein besseres Erkl?rung?"

  Allgemeines Grübeln.

  Chromos 5: "Ambellmi, was geschieht mit dem Lachen?"

  Verblüffung über die Frage.

  Ambellmi: ""Es verwandelt sich in Schnelles Energie.""

  Chromos 5, schwer beeindruckt: "Dann ist dieses Lachen das Quelle des Energie ..."

  Chromos 5, zum Publikum: "... und damit das Ursprung allen Seins."

  Jetzt ist auch das Publikum beeindruckt.

  Martin Eck protestiert: "Wenn das Lachen des Nichts der Ursprung des Seins ist, wo ist dann der Sinn des Lebens?"

  Chromos 5: "Hast du ein Gottwesen erwartet, das unserem Leben ein moralisches Massstab setzt?"

  Martin, etwas verloren: "Ja, irgendwie schon."

  Chromos 5: "Wenn das irre Lachen des Nichts das Basis unseres Existenz ist, dann gibt es nichts, das uns Regeln setzt, dann geniessen wir das absolute Freiheit."

  Martin ist gar nicht begeistert: "Das befürchte ich ja. Jetzt k?nnen alle, die ein Verbrechen begehen wollen, sagen: Was kritisierst du mich? Ich benutze nur meine absolute Freiheit."

  Chromos 5: "Dieses Freiheit existiert nicht wirklich, Martin. Letztlich gehorchen wir den Regeln unseres Bedürfnisstruktur. Aber wir wissen jetzt, dass uns bei dem Gestaltung von Bedürfnisstrukturen niemand reinredet ... Wir sind die Gottwesen."

  Martin, voller Zweifel: "Das mag ja erfreulich sein, Chromos 5. Aber Tanja wird es nicht helfen."

  Tanja steht da, Antaras Hand haltend, und kichert vor sich hin. Ringsum das Lachen des Nichts.

  Antara: "H?r auf mit Filtern, Ambellmi. Dieses Lachen ist nicht von dem Art, das das Herz erfreut."

  Das Universum ist wieder da.

  Piri: "K?nnten wir Tanja das Begegnung mit dem Gottwesen nicht doch verschaffen?"

  Erstaunte Blicke.

  Lara: "Wie denn, wenn es nicht zu Hause ist?"

  Piri: "Ambellmi k?nnte doch aus Tanjas Vorstellung des Gottwesens ein 3-D-Projektion erstellen, das zu ihm spricht."

  Meer, anerkennend: "Das ist genial."

  Ambellmi: ""Ich kann das Projektion erschaffen, aber ich weiss nicht, wie ein Gottwesen spricht.""

  Wagon: "Martin kann doch das Text soufflieren. Das kennt Tanja und sein Beziehung zu dem Gottwesen am besten."

  Martin ist nicht eben begeistert.

  Martin, sich zusammenreissend: "Na sch?n. Ich weiss zwar nicht, ob das gut geht. Aber dann haben wir wenigstens nichts unversucht gelassen."

  Alle schauen gespannt auf den schwarzen Raum vor Tanja.

  W?hrend Martin sich von Tanja wegbewegt, damit sie ihn nicht h?ren kann beim Soufflieren, beginnt sich aus dem Nichts ein Gesicht zu formen, ...

  ... dessen Züge, entgegen den üblichen, b?rtigen Gottesvorstellungen, sich zu einem sch?nen, androgynen Antlitz verdichten.

  Martin, der das Gesicht noch nicht bemerkt, weil er erst jetzt stehenbleibt, r?uspert sich ...

  ... und f?hrt erschrocken herum, wie sich das Gottwesen synchron, aber mit gewaltiger Stimmkraft ebenfalls r?uspert. Das Publikum kichert.

  Doch Martin fasst sich schnell und flüstert vor sich hin: "Hallo, Tanja, ich bin dein Gott."

  Gottwesen, mit m?chtiger Stimme: "Hallo Tanja, ich bin dein Gott."

  Tanja h?rt auf zu kichern und starrt mit grossen Augen auf das riesige Gesicht, welches vor ihr im All zu schweben scheint.

  Gottwesen: "?ffne dein Herz, Tanja, und zeige mir dein Leiden."

  Tanja starrt wie gel?hmt, ...

  ... bis eine Tr?ne über ihre Wange kullert. Auch jetzt ver?ndert sich der starre Ausdruck nicht auf ihrem Gesicht.

  Gottwesen: "Hab keine Angst, Tanja. Es ist mein Wille, dass du Chromos 1 bist. So wurdest du errettet."

  Ohne dass ihr Gesicht sich entspannt, kehrt Tanjas Blick sich nach innen.

  Gottwesen: "Ich schaue mit Wohlgefallen auf dich und wünsche, dass du erl?st wirst von deinem Leiden."

  Tanja, mit ihrem abgekapseltem Blick, beginnt 'lalala' zu singen.

  Gottwesen: "Tanja, sei frei von Furcht und Frieden m?ge in dein Herz str?men."

  Achtlos wendet sich Tanja von dem Gottwesen ab, ...

  ... setzt sich hin und singt, v?llig in sich gekehrt und starr vor Angst, 'lalala'. Das Publikum ist befremdet.

  Iris schreit los: "H?rt endlich auf mit diesem Theater! Das ist ja unertr?glich! Ihr gr?ssenwahnsinnigen Monster habt alles nur noch schlimmer gemacht! ..."

  Iris, auf die singende Tanja weisend, schreit: "Seht ihr nicht, dass ihr sie noch mehr ?ngstigt?! Jetzt hat sie sich v?llig von der Aussenwelt abgekapselt! Ihr seid ein verantwortungsloses Pack!"

  Das Publikum ist betroffen. Das Gottwesen im Hintergrund l?st sich auf.

  Ewald versucht Iris zu beruhigen: "Sie haben es doch nur gut gemeint und wollten Tanja eine Zwiesprache mit ihrem Gottwesen erm?glichen. Was k?nnen denn die Genvilles dafür, dass es nicht existiert?"

  Iris, aufstampfend, wütend: "Du h?ltst dich da raus! Du bist doch nur scharf auf diese Monster-Weiber!"

  Lara, mit feinem L?cheln: "Wenn das ein Argument sein soll ... Dann dürften wir Genvilles nichts mehr sagen, denn wir sind alle scharf auf einander."

  Iris, wütend: "Du Schlampe! ..."

  Martin, ernst: "Aber meine Damen, wird denn dieser l?cherliche Streit Tanjas Leiden wirklich gerecht? ..."

  W?hrend alle auf die singende Tanja schauen, f?hrt Martin fort: "Zugegeben, die Methoden der Genvilles sind ... ?hm ... etwas ausgefallen. Aber als Ehemann von Tanja weiss ich ihre Anteilnahme und ihre Bemühungen zu sch?tzen und m?chte ihnen meinen herzlichen Dank dafür aussprechen ... Mein Weltbild wurde heute stark erschüttert und ich werde lange Zeit brauchen, das Erlebte zu verdauen. Ich bitte euch, nicht nachzulassen in eurem Forschungseifer. Nur eine gesunde Neugier wird uns von den Fesseln der Dummheit befreien. Auch wenn der Weg der Erkenntnis bisweilen sehr schmerzhaft ist, so wollen wir ihn weiter beschreiten und hoffen ... hoffen, dass einer seiner Meilensteine Tanja Heilung bringt."

  Piri, ergriffen: "Ein sch?nes Rede."

  Da beginnt das Publikum zu applaudieren. Iris, ver?chtlich: "Pah, der hat doch immer noch Wahlkampf."

  Lara, unbehaglich: "Etwas gruselig ist dieses Lachen schon."

  Iris, an dem Erlebten kauend: "Was haben wir erwartet? Eine fettbusige Urmutter, die uns mit ihren erdrückenden Umarmungen wohlige Geb?rmutterschauer bereitet?"

  Aladan, ironisch: "Dann doch lieber das Lachen."

  Nachdenkliches Schweigen.

  Mit kleinem, heimtückischem L?cheln steht Doktor Meer da, ...

  ... um dann mit Ernst und Pathos und grosser Geste auszurufen: "Jetzt, da Antara mit Ambellmi das m?chtigste Wesen erschaffen hat, bleibt uns nur eines ..."

  Meer, pomp?s: "Wir kr?nen Antara zur Herrscherin des Universums!"

  Das Publikum zeigt Befremden, Verblüffung, Verst?ndnislosigkeit. Iris ist geschockt.

  Antara steht da mit nach innen gekehrtem Blick und einem feinen L?cheln. Alle sind gespannt auf ihre Reaktion.

  Antaras Augen werden wach und richten sich auf das Publikum, das den Atem anh?lt.

  Mit grosser Ausdruckskraft beginnt Antara zu deklamieren:

  "Was herrschen will, das ist allein.

  Will lieber euer Freundlich sein.

  Ambell lass schrumpfen dumpfes Macht,

  zu pflegen goldnes Freundschaftspracht.

  Wir wollen sanft mit unserm L?cheln

  das Herzensglut zu Feuer f?cheln,

  denn niemand kann das Liebe stehlen,

  noch es mit barschem Wort befehlen.

  Das Macht, das ist ein übles Trank.

  Nach kurzem Flug macht es dich krank.

  Kannst keinem Brust dich anvertrauen.

  Musst immer ?ngstlich um dich schauen.

  Das Missgunst sitzt an deinem Tafel

  und Lug ist alles Lobgeschwafel.

  Es wetzen alle blankes Stahl,

  zu bringen dir das Todesqual.

  Du wirst in Furcht das Tag verbringen

  und n?chtens mit D?monen ringen.

  Hast du das Frucht des Herrschaft gern?

  Es lockt mit seinem süssen Hülle.

  Bedenke dieses faule Kern.

  Bedenke die zuckenden Würmer in Fülle,

  bevor hineinbeisst du mit Krachen,

  mit Wurmged?rm du füllst das Rachen,

  sodass dein Atem nur noch stinkt,

  das Glück des Lebens nur noch hinkt.

  Das Fletschen meiner blanken Z?hne,

  sei nicht gelenkt von bittrem H?me.

  Wenn schon was kommt aus meinem Rachen,

  so soll es sein ein fr?hlich Lachen."

  Estragon, voller Bewunderung: "Was für ein Vortrag!"

  Wie nach einem Dammbruch braust nun der Beifall und Antara wird auf den Schultern getragen. Iris steht da und ist verwirrt.

  Antara ruft lachend: "Nun, Ambellmi, m?chtest du von deinen hundert gef?hrlichen Kilometern nicht schrumpfen auf zehn vertr?gliche Meter?"

  Ambellmi: ""Nach deinem Gedicht würde ich auch auf fünf Millimeter schrumpfen.""

  Aladan, mit gespielter ?ngstlichkeit auf seine Füsse schauend: "Nur nicht übertreiben. Es wird sonst etwas eng hier."

  Lachen und Kichern.

  Szeneanfang:

  Es ist ziemlich dunkel. Myrta ist in einem Raum eines halb eingestürzten Geb?udes. Ihr Fuss ist eingeklemmt in Trümmern. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht versucht sie sich zu befreien.

  Doch es geht nicht. Erfüllt von Panik, atmet sie heftig.

  Eine Stimme aus der Dunkelheit: "Da ist jemand."

  Myrta erschrickt.

  Verzweifelt versucht sie ihren Fuss rauszuziehen, ...

  ... verknackst ihn noch zus?tzlich und gibt ein unterdrücktes St?hnen von sich.

  Starke H?nde ergreifen sie unter den Armen und eine Stimme sagt: "Wir helfen Ihnen."

  Mit Entsetzen sieht Myrta, wie sich das Blatt einer grossen Kreiss?ge auf ihren Oberschenkel herabsenkt ...

  ... und sich mühelos durch ihr Fleisch frisst, ...

  ... bis das Bein ab ist.

  Jetzt rennt Myrta, auf beiden Beinen, durch eine finstere Strasse.

  Ihr gehetzter Blick nach hinten zeigt ihr einen Mann mit abgeschnittenen Armen und Beinen, der auf unerkl?rliche Weise mit seinen Beinstummeln schneller rennt als Myrta.

  Wie sie angstvoll nach vorn schaut, kommt ihr ein gleicher Rumpfmensch entgegen.

  Spontan rennt sie in einen Hauseingang.

  Der Flur des heruntergekommenen Hauses ist von einer trüben Lichtquelle erhellt.

  Myrta rennt die Treppe hoch.

  Auf halber H?he sieht sie entsetzt, wie ihr ein Rumpfmensch entgegenkommt.

  Hastig dreht sie sich um.

  Auch am Treppenanfang steht schon ein Rumpfmensch und versperrt ihr den Weg.

  W?hrend der untere Rumpfmensch n?her kommt, spürt sie den oberen an ihrem Rücken kleben und ihr ins Ohr sagen: "Ia... ia...ia...ia"

  Myrta st?sst einen markerschütternden Schrei aus ...

  ... und erwacht tropfnass aus ihrem Albtraum.

  Als habe sie noch nicht genug gelitten, beginnt der Wecker zu l?uten.

  Mit einem kr?ftigen Schlag auf die Abstelltaste bringt sie ihn zum Schweigen.

  Wie in Trance steht sie auf, ...

  ... nimmt mechanisch ihren Vibrator aus dem Nachttischchen ...

  ... und schlurft Richtung Bad.

  Szeneanfang:

  Durch die Morgentoilette zwar erfrischt, aber mit ernstem Gesicht tritt Myrta aus ihrem Wohnblock auf den Gehsteig.

  Ihre Hand bewegt sich auf den Rufknopf für Kabinenfahrzeuge zu, ...

  ... h?lt vor dem Knopf inne ...

  ... und senkt sich ab.

  Mit leichtem Trab macht Myrta sich auf den Weg.

  Wie sie von weitem zwei Natural Guards sieht, wird sie bleich ...

  ... und wechselt die Strassenseite.

  Nach kurzer Zeit sieht sie aus den Augenwinkeln einen abgeschlagenen Kopf mit dem Plakat darunter, welches nicht zu lesen ist.

  Myrta erinnert sich dadurch an den Professor mit den abgetrennten Gliedmassen und wird noch blasser, ...

  ... und ein Anfall von übelkeit zwingt sie, stehen zu bleiben.

  An einen Laternenpfahl gelehnt, denkt sie kreidebleich: 'Mir ist speiübel ... Was ist bloss los?'

  Eine mütterliche Frau bleibt stehen und sagt gutmütig: "Sie sollten sich setzen und warten, bis es vorbeigeht ..."

  Frau, die Hand auf Myrtas Arm legend, mit verst?ndnisvollem L?cheln: "Das ist ganz normal."

  Die Frau geht weiter und Myrta schaut ihr verwirrt nach.

  Dann d?mmert's Myrta und sie denkt mit gequ?ltem L?cheln: Es denkt, ich sei schwanger.'

  Myrta, vorsichtig weitergehend: 'Wohl kaum von meinem Vibrator.'

  Myrta drückt den Rufknopf für eine Kabine und denkt: 'Ich komme sonst zu sp?t.'

  W?hrend die Kabine Richtung Stadtrand f?hrt, starrt Myrta auf ihre Knie, um keine Guards und abgehackten K?pfe sehen zu müssen.

  Am Stadtrand entsteigt Myrta dem Fahrzeug. Neben dem ersten Quarzmauergeviert sind weitere entstanden, sodass in absehbarer Zeit ein Kreis aus Quarzgevierten den ?usseren S?uregraben umschliessen wird. In den Gevierten stehen keine Geb?ude. Sie sind alle als G?rten ausgelegt. Wo die Trennmauern auf die Aussenmauern treffen, steht jeweils ein Mikrowellenwachturm.

  Wie Myrta auf einer zerbrechlich wirkenden Fussgangbrücke über den S?uregraben geht, ist zu sehen, dass über jedem B?umchen des Quarzgartens ein fantasievoll geformter Trichter zu schweben scheint. Er hat die Gr?sse eines halb zusammengefalteten Sonnenschirms und ist an einer dünnen Stange befestigt, die dicht neben jedem B?umchen aufragt.

  Myrta geht durch die B?umchen und sieht eine Gruppe von NG-Offizieren mit Hans Hart, der ungeduldig auf die Uhr schaut.

  Myrta reisst sich zusammen und sagt tapfer: "Guten Tag, meine Herren."

  Hart, mit kaltem Spott: "Ah, Frau Oberingenieurin Behr, haben Sie doch noch den Weg zu uns gefunden? ..."

  Hart, im Befehlston: "K?nnen wir gleich mit dem Vortrag beginnen?!"

  In Gegenwart der Offiziere spürt Myrta die übelkeit hochkommen. Bleich stottert sie: "Ja ... ?hm ... Das Bau der Quarzg?rten ... verz?gerte sich ... aufgrund von Wassermangel ..."

  Myrta zeigt auf einen Trichter, wie oben: "Wir entwickelten daher ... dieses Bew?sserungssystem ... Es besteht aus ..."

  Myrta holt tief Luft, um gegen ihre übelkeit zu k?mpfen, ...

  ... und f?hrt fort, wie oben: "Solarzellenbestückten Trichtern, ... die ihr tagsüber aufgenommenes Energie ... nachts zum Kühlen des Trichtermembran verwenden ..."

  Das Publikum wird allm?hlich unruhig: Gemurmel, befremdete Blicke, h?misches Kichern.

  Dadurch kommt Myrta zus?tzlich in Stress. Ihre Augen weiten sich vor Angst und der Hals ist ihr wie zugeschnürt. Trotzdem spricht sie tapfer weiter: "Das dadurch entstehende Kondenswasser sammelt sich ... in den kleinen ... auf dem ganzen Membran verteilten Trichterchen ... und tropft durch ?ffnungen ... wie ein Regen auf die Pflanzen ..."

  Ein vernehmliches Murren im Publikum zeigt den wachsenden Unmut. Der Wortfetzen "... jaja Frauen ..." h?ngt in der Luft. Ein Offizier protestiert ver?rgert: "Herr Kommandant Hart, dieser Vortrag ist eine Zumutung. Caesar soll uns seine Erfindung gef?lligst selbst vorstellen und uns nicht mit seiner inkompetenten Bumsnudel abspeisen."

  Myrta ist für eine Sekunde wie gel?hmt vor Angst, ...

  ... dann gibt ihr die aufgestaute Aggression neue Kraft und sie sagt mit fester Stimme, bleich wie eine Tote: "Ich h?tte nichts dagegen, mit Herrn Caesar zu bumsen, aber leider bin ich noch nicht in das Genuss seines Nudel gekommen. Und was dieses Bew?sserungssystem angeht, habe ich das ganz allein entwickelt ..."

  Obwohl das Publikum überrascht ist, zeigen die kühlen Offiziersgesichter nicht viel davon, schon gar nicht Hart, der wie meistens dreinschaut, als w?re er aus Granit.

  Dieser Kraftakt hat Myrta überfordert. Sie liegt auf den Knien und kotzt sich am Fuss des B?umchens das Frühstück aus dem Leib.

  Ein Offizier, h?misch: "Sie findet uns wohl zum Kotzen."

  Allgemeines Gel?chter.

  Myrta, kniend wie oben, leise: "Ja, Sie haben Recht."

  Als haben diese Worte die Zeit angehalten, steht das Publikum da in v?lliger Erstarrung.

  Myrta hat sich hingesetzt und ans St?mmchen gelehnt, totenbleich und leise: "Abgehackte K?pfe aufzustellen ist ja schon widerlich. Aber Menschen die Gliedmassen abzuhacken und sie ?ffentlich verrecken zu lassen, sprengt jedes zivilisatorisches Rahmen. Das ist primitives Barbarei ..."

  Ungl?ubigkeit und Emp?rung beim Publikum.

  Myrta, wie oben: "Ich habe jedes Nacht Albtr?ume. Wenn ich ein Guard sehe, wird mir übel ... Und wenn ich viele Guards sehe, muss ich kotzen ... W?re es nicht an dem Zeit, meine Herren, jetzt, da Sie fest im Sattel sitzen, da nichts mehr Sie gef?hrden kann, Ihr Regime etwas appetitlicher zu gestalten?"

  Offizier, nach seiner Pistole greifend, wütend: "Ich erschiesse sie."

  Harts mit steinerner Miene erhobene Hand bremst den Offizier.

  Myrta, wie oben: "Ja, t?ten Sie jedes kritische Geist, vernichten Sie jedes kreative Hirn, rotten Sie das Intelligenz aus ... und dann, wenn das n?chste Armee der Genmonster vor unserem Stadt steht, gehen Sie hinaus und k?mpfen mit Knüppeln und gebleckten Z?hnen ..."

  Hart denkt kühl: 'Wenn ich sein Flittchen umlege, wird Caesar vielleicht ausrasten. Dieses Risiko kann ich nicht eingehen.'

  Hart, h?misch: "Meine Herren Offiziere, wir danken Frau Behr für ihren interessanten Vortrag ..."

  Verdutzte Gesichter.

  Hart, wie oben: "Als erfahrene M?nner werden wir uns doch nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn eine Frau ihre Tage hat."

  Auf dem einen oder anderen Gesicht ist immer noch die Verblüffung zu sehen. Aber im Allgemeinen l?st sich die Anspannung in Gel?chter auf.

  Myrta laufen Tr?nen übers Gesicht. Die lachende Truppe spaziert weiter durch das W?ldchen. Ein Wortfetzen von Hart ist noch zu h?ren: "... Das Bew?sserungssystem ist genial ..."

  Szeneanfang:

  Myrta hockt auf einem Stuhl vor einem Pult. Hinter dem Pult sitzt ein ?lterer Herr im weissen Kittel, dessen aufmerksamer Blick auf Myrta ruht. Seine linke Hand liegt auf einem Blatt der Krankenakte. Seine Rechte h?lt notierbereit einen Stift. Myrta, mit einer Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung: "Mehr f?llt mir im Augenblick nicht ein ... Ich kann so nicht mehr arbeiten, Herr Doktor ... k?nnen Sie mir helfen?"

  Doktor, mit eindringlichem Blick: "Sie sagen, Ihnen falle nichts mehr ein, Frau Behr ... Aber Ihre aktuellen Probleme mit der Obrigkeit haben Wurzeln ... Wurzeln in Ihrer Kindheit."

  Myrta ist etwas überrascht.

  Doktor, wie oben: "Erz?hlen Sie mir von Ihren Eltern."

  Myrta, sich erinnernd: "Mein Mutter ist mit einem andern abgehauen, als ich klein war. Mein Vater war Bauarbeiter. Ich war viel allein. Abends wenn es kochte, sass ich bei ihm in dem Küche und machte Hausaufgaben. Das war sehr gemütlich ... Manchmal beugte es sich über meine Hefte und ich musste ihm die Aufgaben erkl?ren. Bald schon begriff es nichts mehr. Dann l?chelte es, strich mir über das Kopf und sagte: "Gut so, Frau Architektin, du sollst es einmal besser haben."

  Myrta, wie oben: "Ich war jung und dumm und verstand das Satz als Scherz, weil ich nicht begriffen hatte, wie hart es für sein Geld arbeiten musste ..."

  Myrta, traurig: "Es war ein liebes Mensch ... und als es in das Genkrieg ziehen musste, war es ein totes Mensch."

  Doktor, forschend: "Wollte er denn nicht wieder heiraten?"

  Myrta, sich erinnernd: "Das mit Mutter hat es wohl sehr getroffen. Es hatte ein paar Freundinnen. Aber sobald die anfingen, an mir rumzun?rgeln oder sich im Haushalt aufzuspielen, machte es Schluss. Sp?ter ging es dann nur noch einmal im Monat ins Bordell. Er sagte: "Weisst du, Myrta, eine gekaufte Braut ist billiger als eine Scheidung."

  Doktor, mit hochgezogenen Augenbrauen: "Er sprach also mit Ihnen über seine sexuellen Probleme?"

  Myrta, kopfschüttelnd: "Nein, ihm war nur daran gelegen, dass ich ihn nicht verachtete, weil es ab und zu ein Frau brauchte. Aber da brauchte es sich keine Sorgen zu machen. Ich fand meistens gut, was es tat."

  Doktor, lauernd: "Meistens."

  Myrta, sich erinnernd: "Wir hatte fast jedes Abend Streit ..."

  Doktor, mit feinem, befriedigtem L?cheln: "Aha."

  Myrta, wie oben: "Es wollte beim Fernsehen immer ein Sportsendung und ich immer ein Wissenschaftsmagazin sehen ... Dann haben wir jeweils ein Münze geworfen und das Sache entschieden."

  Doktor, entt?uscht: "Aha ... und warum keinen Zweitfernseher?"

  Myrta, engagiert: "Aber nein, wir wollten doch zusammen fernsehen. Andere Gemeinsamkeiten konnten wir uns ja nicht leisten."

  Doktor, forschend: "Hatten Sie keine Freundschaften?"

  Myrta, mit gedankenverlorenem Blick: "Ach wissen Sie, Herr Doktor, ein Freundschaft kann ich nur haben mit Personen, die das Küchentest bestehen."

  Doktor, überrascht: "?h ... wie?"

  Vor des Doktors Reaktion zurückgeholt, erl?utert Myrta sachlich: "Das Küchentest geht so: Sie verbringen ein Abend mit einem Person in dem Küche beim Kochen, Essen, Abwaschen. Kein Musik oder andere Ablenkungen. Wenn sich das Gespr?ch mühsam dahinschleppt und die Augenblicke des Schweigens voll Peinlichkeit sind, hat das Person das Test nicht bestanden. Wenn aber das Gespr?ch von selber lebendig pl?tschert und das Schweigen sich harmonisch einfügt, sozusagen als Pause des Verstehens, dann hat das Person bestanden."

  Doktor, neugierig: "Und wie viele haben bestanden?"

  Myrta, mit dunklem Blick: "Leider niemand."

  Als w?re er auf etwas Bedeutungsvolles gestossen, zieht der Doktor die Augenbrauen hoch und sagt: "Aha."

  Doktor: "Sie hatten also stets Mühe, sich in eine Beziehung einzuordnen, sozusagen die Autorit?t einer Beziehung zu ertragen."

  Myrta, befremdet von dieser Formulierung: "Nein, ich habe bloss Mühe, langweilige Leute zu ertragen."

  Doktor denkt: 'Sie widerspricht auch mir ...'

  Doktor, v?terlich: "Wie soll ich Ihnen helfen, wenn Sie sich verschliessen, Frau Behr?"

  Myrta ist verwirrt.

  Doktor, wie oben: "Es ist doch offensichtlich, dass Sie ein Problem haben mit Autorit?ten. Sonst würden Sie doch nicht mit übelkeit auf die Uniformen der Staatsmacht reagieren ..."

  Myrta, verwirrt: "Ich verstehe nicht ..."

  Doktor, wie oben: "Es muss doch in Ihrer Kindheit eine dominante Person gegeben haben, gegen die Sie sich vergeblich aufgelehnt haben und die Sie nun auf die Staatsmacht projizieren. War da noch jemand anders? Oder haben Sie mir nicht alles gesagt über Ihren Vater?"

  Myrta schaut den Doktor an, als h?tte sich sei Kopf in eine Zuckerrübe verwandelt.

  Jetzt wird Myrta sauer und sie sagt mit beherrschtem Grimm: "Wenn das Staatsmacht einem Mann alle vier Gliedmassen abs?gt und es ?ffentlich unter gr?ssten Schmerzen krepieren l?sst, ... dann brauche ich doch wohl kein verkorkstes Jugend, um beim Anblick eben jenes Staatsmacht zu kotzen."

  Mit steifen Rücken runzelt der Doktor die Stirn.

  Zur überraschung des Doktors erhebt sich Myrta mit entt?uscht gesenktem Blick von Ihrem Stuhl ...

  ... und bewegt sich langsam zur Tür. Doktor, protestierend: "Aber unsere Sitzung ist noch nicht ..."

  Ohne sich umzusehen, sagt Myrta an der Tür: "Tut mir Leid, Herr Doktor, Sie haben das Küchentest auch nicht bestanden."

  Die Tür knallt mit Nachdruck ins Schloss.

  Doktor, mit gerunzelter Stirn, denkt: 'Dieses arme Ding muss eine schwere Kindheit gehabt haben. Es ertr?gt nicht mal meine natürliche Autorit?t.'

  Szeneanfang:

  D?mmerung. Doi, Caesar und Myrta spazieren über eine Brücke zu einem der Quarzg?rten. Doi hopst wie ein Springball auf die beiden NG-Wachen am Ende der Brücke zu.

  Verunsichert von dem in der D?mmerung schlecht sichtbaren heranhüpfenden Etwas, richten die Guards ihre schussbereiten Gewehre auf Doi.

  Wie Doi in eine Gewehrmündung blickt, sagt er: "Ups, schnell sichern!"

  Dann springt er zum Schrecken des Guards auf das Gewehr ...

  ... und klettert beh?nde über Arm und Schulter auf den behelmten Kopf. Guard, erschrocken: "Ahhh!"

  Der andere Guard hat zwar Doi im Visier, traut sich aber nicht zu schiessen, um seinen Kameraden nicht zu treffen.

  Doi h?lt sich am Helm fest und bewegt sich nach vorn, bis er mit dem Kopf nach unten h?ngt, um dem Guard ins Gesicht zu sehen. Doi: "Warum ist dein Kopf in einem Eisentopf? Bist du ein Kartoffel?"

  Guard, entsetzt: "Ahhh!"

  Caesars 'Hahaha' l?sst die beiden Wachen herumfahren.

  Doi zerrt an dem Stahlhelm, der jedoch mit einem Riemchen unter dem Kinn des Guards befestigt ist. Doi: "Gib mir dein Topf. Ich will ein Pantoffel braten."

  Die Guards versuchen Haltung anzunehmen und salutieren vor dem grinsenden Caesar. Myrta ist blass vor übelkeit.

  Caesar, grinsend: "Doi hat Recht, meine Herren. Wir werden zwischen den B?umen ein Feuerchen machen. Also kein Grund zum Beunruhigung."

  Guards, im Chor: "Jawohl, Herr Caesar."

  Sie schlendern weiter durch die jungen B?umchen, über denen die Bew?sserungskegel schweben. Da und dort liegen ausgerissene, vertrocknete B?umchen.

  Stolen from its rightful place, this narrative is not meant to be on Amazon; report any sightings.

  Schweigend beginnt Myrta trockene Zweige aufzulesen. Caesar greift sich ein dürres B?umchen. Doi hüpft wie ein Gnom durchs W?ldchen.

  Mitten im W?ldchen bettet Myrta ihre Zweige auf den Boden.

  Fasziniert beobachtet Myrta, wie Caesars H?nde das trockene B?umchen mühelos zerbrechen.

  Caesar legt sein Kleinholz auf Myrtas H?ufchen.

  Myrta versucht mit einem brennenden Streichholz das Holz anzuzünden.

  Das Streichholz erlischt. Das Holz brennt nicht. Myrta: "Wir h?tten Papier mitnehmen sollen."

  Caesar h?lt ihr eine walnussgrosse Kapsel hin: "Versuchen Sie es damit. Zusammendrücken und sofort unters Holz schieben."

  Staunend nimmt Myrta die Kapsel entgegen ...

  ... und befolgt die Anweisung.

  Mit einem 'Plop' entzündet sich die Kapsel und setzt das Holz in Brand.

  Myrta, mit staunendem Blick aufs Feuer: "Das ist Magie."

  Caesar, l?chelnd: "Ja, Magie und fortgeschrittenes Wissenschaft sind dasselbe."

  Caesar blickt sich nach Doi um: "Doi, du wirst Holz suchen, das Feuer in Gang halten und schauen, dass uns niemand belauscht oder bedroht."

  Wortlos verschwindet der kleine Gnom zwischen den B?umchen.

  Bei dem folgenden Gespr?ch ist darauf zu achten, dass der Blick immer wieder auf dem Feuer ruht, um der Szene trotz der Emotionen eine grundlegende Harmonie zu geben.

  Beobachtet von Myrta und Caesar, die sich hingesetzt haben, lodern die Flammen durch die Zweige hoch und beleuchten die Gesichter.

  Myrta: "Die Leute halten mich für Ihr Bumsnudel ..."

  Caesar: "Warum?"

  Myrta, mit traurigem L?cheln: "Sie k?nnen sich nicht vorstellen, dass ein Frau Karriere macht, ohne mit den verantwortlichen M?nnern zu schlafen."

  Caesar, in vollem Ernst: "Das gilt auch für M?nner."

  Myrta, Blick auf Caesar, verblüfft: "Wie bitte?"

  Caesar: "Nach meinem Beobachtung hat Karriere mehr mit Sympathie zu tun als mit beruflichen F?higkeiten. Die besten Leute werden oft links liegen gelassen, weil ihre sozialen F?higkeiten, sich beliebt zu machen, unterentwickelt sind. Sex ist dabei nur ein Teil dieses Beliebtheitstaktik."

  Myrta, kichernd: "M?nner, die mit M?nnern gut k?nnen, sind also gewissermassen soziale Bumsnudeln."

  Caesar, Blick auf Myrta, lachend: "Genau."

  Myrta: "Aber wenn nicht mit 'sozialen F?higkeiten', womit habe ich Ihr Aufmerksamkeit verdient?"

  Caesar, Blick auf Myrta, ernst: "Sie sind mit Abstand das intelligenteste Person an dem Universit?t und das einzige, das ab und zu versteht, was ich sage."

  Myrta, err?tend: "Oh."

  Beide schauen ins Feuer.

  Myrta, err?tend: "Wenn es doch alle glauben ... Warum schlafen Sie nicht mit mir, Herr Caesar?"

  Caesar, ganz selbstverst?ndlich: "Natürliche Frauen sind ein Sicherheitsrisiko."

  Myrta, Blick auf Caesar, verblüfft: "Wie denn das?"

  Caesar, Blick auf Myrta, nüchtern: "Natürliche Frauen verlieben sich, was nichts weiter ist, als ein vom Gehirn erzeugtes Sucht nach Botenstoffen, die auch vom Hirn erzeugt werden. Wird aus irgendeinem Grund das Produktion dieser Botenstoffe eingestellt, erleiden die Frauen grosse Entzugsschmerzen. Sie machen dann das Geliebte dafür verantwortlich und entwickeln ein irrationales Rachedurst. Dieses erscheint mir sehr bedrohlich."

  Myrta, Blick auf Caesar, ruft: "Aber das gilt auch für M?nner!"

  Caesar, Blick auf Myrta, nüchtern: "Ja natürlich."

  Myrta schaut wieder ins Feuer und lauscht dem Klang von Caesars letztem Wort, kichernd: "Ja natürlich ..."

  Myrta, err?tend: "Verzeihen Sie das Frage, ... aber Sie haben doch auch ein sexuelles Hunger ..."

  Caesar, ganz selbstverst?ndlich: "Dafür gibt's das Pizza-Service."

  Myrta schaut ihn verblüfft an: "Wie?"

  Caesar, wie oben: "Es gibt da ein Pizza-Service mit hübschen Damen, die sehr willig sind, wenn etwas oben drauf gezahlt wird."

  Myrta, Blick auf Caesar, lachend: "Dann leben Sie wohl nur von Pizza."

  Caesar, angeekelt: "Puh, doch nicht dieses grauslige Zeug. Ich bestelle jeweils ein leeres Karton."

  Myrta schaut Caesar an und muss kichern.

  Caesar kramt in seinem Umhang ...

  ... und wirft Myrta zwei in Papier eingewickelte Steaks zu mit den Worten: "Versuchen Sie das."

  Myrta beobachtet, wie Caesar sein eigenes P?ckchen ?ffnet, ...

  ... um dann mit einem St?ckchen das Steak ans Feuer zu halten.

  Auch Myrta steckt ihr Fleisch auf ein St?ckchen ...

  ... und sagt, wie sie es ans Feuer h?lt: "Es fühlt sich nicht an wie ein Algensteak."

  Caesar: "Es ist echtes Fleisch."

  Myrta l?sst vor Verblüffung fast ihr St?ckchen fallen: "Echtes Fleisch?! ... Von Menschen etwa? ..."

  Caesar, todernst: "Ja, ich vernasche die Pizza-Damen gerne ganz."

  Myrta starrt auf ihr Steak, als habe es sich eben in einen Vampir verwandelt.

  Caesars Lachen reisst sie aus dem Schock und wie sie ihn anschaut, h?rt sie ihn sagen: "Das war ein Scherz, Frau Behr, das war ein Scherz."

  Myrta macht erleichtert 'Puh' ...

  ... und fragt neugierig mit Blick auf Caesar: "Aber woher haben Sie es denn nun wirklich?"

  Caesar: "Als Tarnung habe ich mir auf dem Dach des Universit?t ein Glashaus bauen lassen. In diesem ziehe ich mein Essgarten. Das Fleisch stammt von einem Blutstrauch."

  Myrta, v?llig verwirrt: "Blutstrauch? ... Aber das ist doch bei Todesstrafe verboten ..."

  Caesar: "Das bin ich auch."

  Myrta kann Caesar nur noch mit offenem Mund anstarren. Die Ruhe selbst, schaut dieser ins Feuer.

  Caesar: "?a omo ie' sagte das Professor mit dem abgeschnittenen Zunge. Das bedeutet: Caesar Chromos 4 ... Und es hatte Recht ... Deshalb hat Hart es vernichtet."

  Myrta, kreidebleich: "Aber ..."

  Caesar: "Ja, Hart kann nicht zugeben, dass sein bestes Forschende ein Genmonster ist. Das w?re sein Tod."

  Myrta, wie oben: "Aber ..."

  Caesar: "Nun, ich lebe noch aus einem einfachen Grund. Sobald ich n?mlich tot bin, entstr?men meinem K?rper Millionen von Viren, die sich über das Luft verteilen. Diese Viren würden ganz Natural City in wenigen Tagen ausrotten."

  Myrta, mit etwas mehr Farbe im Gesicht, immer noch sehr verblüfft: "Aber ..."

  Caesar: "Ja, die Guards k?nnten mich bet?uben, in ein Hochtemperaturofen stecken und abfackeln. Dummerweise habe ich überall kleine Virusb?llchen versteckt, die regelm?ssig mein N?he brauchen, um nicht abzusterben und Viren in das Luft zu schleudern."

  Myrta, gefasst: "Das heisst, Sie haben Hart in dem Hand."

  Caesar: "Ja, und es hat das Guard in dem Hand. Deshalb kann ich dieses Ekel nicht abservieren."

  Myrta, die erst jetzt so richtig zu begreifen beginnt, schaut Caesar an, als sei er, ein Wesen aus einer anderen Welt, eben vor ihr aufgetaucht.

  Doch Myrta w?re nicht die Beste geworden, würde nicht auch in dieser Situation die Neugier obsiegen: "Sie sind ein Genville?"

  Caesar, mit Blick auf Myrta, lacht: "Ja und nein. Ich bin zwar fast wie sie, mit dem kleinen Unterschied, dass sie die Engel sind und ich das D?mon."

  Myrta hat beschlossen, sich nicht mehr so schnell verblüffen zu lassen und fragt deshalb mit ruhiger Neugier: "Wie soll ich das verstehen?"

  Caesar, wieder ins Feuer blickend: "Die Genvilles haben kein Herrschbedürfnis. Bei meinem Gendesign blieb es irrtümlich eingeschaltet. In meinem Naivit?t habe ich das nie als Problem gesehen. Die Leute sollen sich doch einfach vor mir verneigen und damit hat sich's ... Bei mir sind Demütigungsschmerz und Hass ausgeschaltet. Herrschen ist daher für mich ein Vergnügen. Aber wenn ich es nicht kann, sind damit keine Schmerzen verbunden ... Ganz anders bei den Natürlichen. Das Demütigungsschmerz erzeugt Hass. Und dieses Hass treibt sie zum Raserei. Es ist, als seien sie in einem Zustand dauernden Wahnsinns, ein Flammenwerfer aus Hass in H?nden, mit dem sie alles niederbrennen ..."

  Caesar, mit ernstem Blick auf Myrta, die ihm gebannt zuh?rt: "Ich muss sagen, das hat mich ziemlich ernüchtert."

  Caesar beisst in sein mittlerweile gebratenes Steak. Myrta tut es ihm nach.

  Beide kauen schweigend.

  Myrta, erstaunt: "Mmh, ist das k?stlich!"

  Myrta, mit Blick auf Caesar: "Wenn wir die Genvilles durch die Grossdois beobachten, fühle ich mich irgendwie heiter. Sie sind wie ein Schar fr?hlicher Kinder. Es ist wie ein Blick ins Paradies ... Jetzt weiss ich auch warum."

  Myrta, Blick ins Feuer, leise: "Sagen Sie, Herr Caesar ... die Genville Frauen ..."

  Caesar: "Das Liebe eines Genville Frau besteht zu 100 % aus Freundschaft. Du kannst dich auf es verlassen wie auf ein Naturgesetz."

  Myrta, fast etwas kl?glich: "Also kein Sicherheitsrisiko ..."

  Caesar: "Nein."

  Sie kauen schweigend an ihren Steaks.

  W?hrend Myrta das zweite Steak ans Feuer h?lt, streckt ihr Caesar eine Tüte hin.

  Myrta hat den Stock schr?g in den Sand gesteckt, sodass das Fleisch in der Hitze des Feuers h?ngt, und schaut neugierig in die Tüte.

  Sie beisst vorsichtig in eine der seltsam geformten Früchte, die sie der Tüte entnommen hat.

  Myrta, mit Blick auf die Frucht, erstaunt und entzückt: "Mmh, ist das gut ..."

  Gierig stopft Myrta sich die Frucht rein und verschmiert sich den Mund. Myrta, kauend: "Fo waf Gutef abe ich noch nie geabt."

  Caesar betrachtet sie l?chelnd.

  W?hrend Myrta weiter wie ein M?hdrescher Früchte in sich hineinstopft, zieht Caesar ein etwa zwanzig Zentimeter breites und fünfundzwanzig Zentimeter hohes birnenf?rmiges Kürbisgew?chs aus seinem Mantel.

  Mit der einen Hand am Hals der Kürbisflasche reisst er mit der anderen am 'Deckel', der sich an der gewachsenen Sollbruchstelle l?st.

  Neugierig greift die schmatzende Myrta nach der dargebotenen Kürbisflasche, ...

  ... linst fragend in die ?ffnung, wobei sie Caesar sagen h?rt: "Trinken Sie."

  Vorsichtig nippt Myrta an der Flasche, ...

  ... um dann, als sei sie am Verdursten, das Getr?nk mit lautem Glucksen runterzuschütten.

  Wie sie die Flasche absetzt, h?rt sie, zuerst etwas erstaunt, Caesars Lachen.

  Dann l?chelt sie. Und mit ihrem verschmierten Mund sieht sie für eine Sekunde aus wie ein kleines, glückliches M?dchen im Schlaraffenland.

  Doch w?hrend sie sich den Mund mit einem Tüchlein abwischt, bedeckt ein düsteres Gew?lk den Himmel ihres Paradieses ...

  ... und ihr trauriger Blick taucht ins Feuer.

  Myrta, traurig: "Sie haben mich eingeladen, um mir etwas zu sagen, ja? ..."

  Myrta, wie oben: "Meine Leistungen haben in letztem Zeit nachgelassen. Seit dem Sache mit dem gevierteilten Professor habe ich Albtr?ume. Mir wird übel beim Anblick von Guards ... Ich habe volles Verst?ndnis dafür, wenn Sie mich nicht mehr brauchen k?nnen ..."

  Myrta schaut mit bangem Blick zu Caesar, der eben einen Schluck aus seiner Kürbisflasche nimmt.

  Caesar, mit festem Blick und ernst: "Es gibt nur ein Person, das für Ihr Zustand verantwortlich ist ... Hans Hart ..."

  Caesar, mit eiserner Entschlossenheit: "Bis wir dieses Problem gel?st haben, müssen wir uns durchwursteln."

  Myrta h?lt den Atem an. In ihrem Kopf klingen Caesars Worte nach 'Bis wir dieses Problem gel?st haben ...'

  Myrta, Blick ins Feuer, bedrückt: "Die Albtr?ume rauben mir das Schlaf. Tagsüber fallen mir die Augen zu. Ich kann kaum mehr arbeiten. Wie soll ich mich da 'durchwursteln'?"

  Caesars Handfl?che taucht mit einem kleinen Beutel vor ihrem Gesicht auf. Erstaunt h?rt sie Caesars Worte: "Essen Sie je nach Bedarf von diesen Pflanzensamen, die ich für Sie hergestellt habe. Sie reduzieren die Angstfelder ohne die üblichen Nebenwirkungen solcher Stoffe wie dumpfe Gefühle, Benommenheit und Schl?frigkeit ..."

  W?hrend Myrta vorsichtig nach dem Beutel greift, schaut Caesar sie an und sagt l?chelnd: "Das ist zwar nicht das L?sung des Problems, aber es hilft beim Durchwursteln."

  Neugierig legt Myrta sich einen Pflanzensamen auf die Zunge ...

  ... und schluckt ihn runter, w?hrend sie den Beutel in ihrer Kleidung verstaut.

  Mit ruhigem Blick beobachtet Caesar Myrta.

  Myrta schaut ins Feuer. Ihre Augen zeigen Erstaunen.

  Myrta fasst sich unwillkürlich an die Brüste und sagt: "O, ich fühle mich pl?tzlich so ..."

  Myrta, Blick auf Caesar, kichernd: "Haben Sie mir ein Liebeszauber gegeben, Herr Caesar?"

  Caesar, Blick auf Myrta, l?chelnd: "Kein Sorge. Das sind nur ihre normalen Gefühle, die sich wieder aufbauen k?nnen, weil die Angstfelder sie nicht mehr st?ren."

  Myrta, Blick ins Feuer, eine Tr?ne im Gesicht: "Ich habe gar nicht gewusst, dass ich so viel Gefühl habe."

  Beide schauen ins Feuer. Caesar ist zufrieden, Myrta entspannt und friedlich.

  Ein 'Tac Tac Tac' l?sst sie aufhorchen.

  Caesar, erstaunt: "Was ist das?"

  Myrta, entzückt: "Das ist Regen ... aus den Bew?sserungskegeln ... Wie sch?n!"

  Schweigend lauschen sie dem gem?chlichen Tropfen.

  Caesar, der noch nie Regen erlebt hat, bewundernd: "Sie haben wieder Regen erschaffen ... Das ist wie ein Wunder."

  Myrta l?chelt.

  Szeneanfang:

  Sp?ter am Abend. Myrta, Caesar und Doi schlendern die letzten Meter auf den Eingang von Myrtas Haus zu. Myrta: "Vielen Dank, Herr Caesar, für dieses sch?ne Abend. Ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen ... Und mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt."

  Caesar weiss nicht recht, was er mit dieser Dankesbezeugung anfangen soll, und schaut einfach vor sich hin.

  Vor dem Hauseingang bleiben sie stehen und für eine Sekunde herrscht Schweigen.

  Da küsst Myrta Caesar spontan auf die Wange ...

  ... und sagt im Weggehen: "Ich habe mein Mutter verloren und mein Vater. Etliche M?nner haben mir das Herz gebrochen ... Oder um es mit Ihren Worten zu sagen: Ich kann Entzugsschmerzen ertragen ... Ich bin kein Sicherheitsrisiko."

  In der Haustür?ffnung dreht sie sich um und sagt mit burschikosem L?cheln: "Nur falls Sie zwischendurch mal was anderes als Pizza m?chten ..."

  Dann ist sie verschwunden.

  In Gedanken setzt Caesar seinen Weg fort. Doi: "Soll ich ein Pizza bestellen?"

  Caesar, mit feinem L?cheln: "Nein, heute nicht. Ich lasse mir lieber das Geschmack des Abends auf dem Zunge zergehen."

  Doi: "Huhuuu, da zergeht das Abend wie ein Nebelgeist im Wind, huhuuu."

  Caesar lacht.

  Myrta steht gedankenverloren im Küchenteil ihrer Wohnung und denkt: Es hat das Küchentest bestanden ... Ich auch?'

  Szeneanfang:

  Martin Eck hat Tr?nen der Verzweiflung in den Augen. Er beobachtet Tanja, die weinend und kichernd zugleich auf allen Vieren rumkriecht. Irgendwo in der trostlosen Wüste.

  Hinter dem Tr?nenschleier, geblendet von der gleissenden Sonne, sieht Martin Antaras Silhouette n?her kommen. Hinter ihr schwebt das wieder auf zehn Meter Durchmesser geschrumpfte Ambellmi.

  Martin jammert: "Antara, wir haben alles nur verschlimmert!"

  Antara legt den Arm um Martin und sagt tr?stend: "Liebes Martin, warum habe ich wohl Ambellmi gebaut?"

  Martin, etwas irritiert von der scheinbar zusammenhanglosen Frage: "Na um Gott zu besuchen."

  Antara, dozierend: "Weisst du, liebes Martin, eines der grossen ungel?sten Probleme war das nachtr?gliche Ver?nderung des Bedürfnisstruktur. Bei dem Festlegung des Genoms konnten wir die Bedürfnisse des Wesens pr?gen. War es aber gewachsen, war nichts mehr zu ?ndern. Ich kann zwar mit meinen Wandlerzellen die Gene eines einzelnen Zelle ver?ndern und auch ganze Zellverb?nde aufl?sen. Aber für das Erschaffen gr?sserer Zellstrukturen, wie es ein Bedürfnis darstellt, ist mein Gehirn zu klein ..."

  Martin schaut Antara befremdet und interessiert zugleich an. Antara f?hrt fort: "Deshalb erschuf ich mit Ambellmi ein Hirn, das gross genug ist. Ambellmi hat ein riesiges Bewusstsein, in dem es kleine Gehirnteile entwerfen und dann mit seinen Wandlerzellen entstehen lassen kann. Weil es alles auf einmal begreift, kann es auch ?nderungen vornehmen, ohne etwas zu besch?digen ..."

  Martin, etwas ungehalten über diesen unpassenden Vortrag: "Sehr interessant, aber ..."

  Antara unterbricht ihn, als habe er nichts gesagt: "Daher schlage ich vor, Tanjas Angstfelder auf Genville-Niveau runterzufahren."

  Jetzt ist Martin baff. Antara l?sst Martin los ...

  ... und setzt sich auf einen Stein, wo sie aussieht, wie ein in Marmor gemeisselter Engel.

  Für einen Augenblick vergisst Martin alles und denkt: "Gott, was für ein Anblick!' ...

  ... um dann zu stottern: "Du ... du ... willst ihr Gehirn ver?ndern?"

  Antara, l?chelnd: "Das klingt viel zu dramatisch. Ich will nur das Zellenbereich, das die Angstfelder erzeugt, so ab?ndern, dass die Angstfelder schw?cher werden ... deutlich schw?cher."

  Martin, verunsichert: "Aber wird ein solcher Eingriff nicht ihre Pers?nlichkeit ver?ndern? Das hat doch weitreichende Folgen ..."

  Antara, Blick auf die kichernde und weinende, auf allen Vieren rumkriechende Tanja, ernst: "Aus diesem Wrack wird wieder ein menschliches Wesen, das auch andere Empfindungen haben kann als nur Panik ..."

  Antara, wie oben: "Aber es wird nicht mehr das alte Tanja sein. Dessen Leben war durchdrungen von Angst ... Angst vor den Meinungen der Leute und ihres Verachtung für ein Frau, das keine Kinder haben konnte ... Angst vor dem Gottwesen wegen seinem Wut, seinem Verzweiflung und seiner unzüchtigen Bedürfnisse ... Angst vor Krankheit und Tod ..."

  Martin laufen die Tr?nen übers Gesicht ...

  ... und er sagt: "Ich konnte ihr nicht helfen ... Ich habe als Mann kl?glich versagt ..."

  Antara schaut Martin mit einem warmen, tr?stenden Blick an: "Mach dir keine Vorwürfe, Martin ... Du hattest nie ein Chance, ihm zu helfen ... Aber jetzt hast du es."

  Martin, verzweifelt: "Aber ich weiss es doch nicht, ich weiss es doch nicht! ... Wird sie sich nicht noch mehr hassen? ... Sie fühlt sich doch jetzt schon als Genmonster ..."

  Antara, ernst und fest: "Das k?nnen wir nicht wissen, Martin. Wir wollen ja nicht ihr Denken steuern. Wir wollen ihr nur das Tür aufstossen zu einem neuen Leben."

  Martin, sichtlich mitgenommen von dem Zwiespalt, schaut Antara an und sagt leise: "Dann, um Gottes Willen, tu es."

  Antara, mit feinem L?cheln: "Willst du wirklich Tanjas Schicksal in die H?nde des lachenden Nichts legen? ... Du bist das Gottwesen. Dein Wille geschehe."

  Mit grossem, fast erschrockenem Blick schaut Martin Antara an.

  Martin, mit niedergeschlagenen Augen, begreifend: "Ich begreife ... ja, ich begreife ... Ich stehe vor der schmalen Brücke der Freiheit, die über einen tiefen Abgrund führt. Tosende Winde lassen mich wanken. Furcht bremst meinen Schritt. Doch die Welt in meinem Rücken, sie br?ckelt. Keine ordnende Hand mehr, die sie wohnlich macht. Will ich jammern über verlorene Geborgenheit? Oder soll ich die Klinge der Freiheit ergreifen und versuchen das Leid der Welt zu zerteilen? Werde ich dadurch nicht noch mehr Leid erzeugen? ... Ich wage den Schritt auf die Brücke der Freiheit und tausche ein das alte Elend gegen die Hoffnung auf Glück."

  Antara, begeistert von Martins Poesie und Zustimmung: "O Martin ... wie sch?n!"

  Tanja liegt auf Trage mit tentakelfixiertem Kopf, ruhig gestellt von Hilfsorgane. Ambellmi schwebt daneben. Antara steht am Kopfende. Martin h?lt Tanjas Hand.

  Antara: "Ambellmi, reduziere das Angstfeldmaximum auf Genville-Niveau."

  Ambellmi: ""Meinst du mit Genville dich Antara?""

  Antara, erschrocken: "Nein! Auf kein Fall!"

  Martin schaut Antara überrascht an.

  Ambellmi lacht 'in Gedanken', die beiden anderen Nutzwesen via Schallwellen. Trage: "War nur ein Scherz, Antara."

  Antara ist verwirrt. Martin mustert aufmerksam Antaras Gesicht.

  Antara, tapfer l?chelnd: "Das w?re ja wohl auch kein Reduktion sondern ein Verst?rkung."

  Ambellmi: ""Ja, ein Verst?rkung um 50 Prozent.""

  Jetzt ist Martin sichtlich erschrocken.

  Mit ernstem, mitfühlendem Blick betrachtet er Antaras leicht melancholisches Gesicht, w?hrend sie sagt: "Dann lasst uns beginnen."

  W?hrend sich Martins Blick auf Tanjas Gesicht konzentriert, denkt er: 'Antara hat viel mehr Angst als Tanja und bleibt doch bei klarem Verstand ... Ihre geistige Kraft übersteigt alles Bisherige. Sie k?nnte das Universum beherrschen ... Und ich habe sie immer angesehen als schw?rmerisches Schulm?dchen ...'

  Ambellmi: ""Reduktion vollendet ... Du kannst es aufwecken Hilfsorgane.""

  Martin, aus seinen Gedanken gerissen, abwehrend: "Nein, halt! Bitte legt sie in den Sand und lasst sie sp?ter aufwachen, wenn ich mit ihr allein bin. Ich m?chte nicht, dass ihr Start in ein neues Leben ... ?hm ..."

  Trage: "Vom Anblick tentakelschwingender Genmonster getrübt wird?"

  Martin, ertappt, verlegen l?chelnd: "?hm ... ja."

  Antara kichert.

  Antara hebt Tanja hoch, als sei sie eine Feder, ...

  ... und legt sie in den Sand, mit dem Rücken an einen Felsen gelehnt. Matin druckst verlegen herum: "?hm, ich m?chte dich nicht zu sehr bemühen, ... aber ich h?tte da eine grosse Bitte ..."

  Antara, kichernd: "Nur raus damit, Herr Stadtpr?sident, sonst bist du doch auch nicht so schüchtern."

  Martin l?chelt gequ?lt: "Es ist mir peinlich ..."

  Martin reisst sich zusammen: "Für das Gespr?ch mit meiner Frau w?re es sehr hilfreich, wenn du wie ein Engel vor der Sonne schweben k?nntest ... Ob Ambellmi das hinkriegt?"

  Ambellmi: ""Ist das Frage ernst gemeint?""

  Martin will ja niemanden verletzen: "Nein, natürlich nicht, Entschuldigung."

  Martin qu?lt sich: "Und noch etwas ... Die Nutzwesen ..."

  Hilfsorgane: "Die Nutzwesen sollen nicht sichtbar sein. Ist ja klar: Wir machen das Arbeit und wenn's um das Applaus geht ..."

  Antara kichert.

  Martin windet sich: "Es tut mir Leid ..."

  Antara unterbricht ihn l?chelnd: "Schon gut, Martin, die machen sich doch nur lustig über dich ... Du bekommst dein Engel."

  Trage: "Wenn es ums andere Geschlecht geht, verlieren diese nutzlosen Paarungswesen leicht das Humor und das übersicht."

  Die Nutzwesen lachen. Antara kichert.

  W?hrend sie sich von Tanja und Martin wegbegeben, sagt Antara: "Du irrst, Trage. Ein gutes Politiker wie Martin überl?sst nichts dem Zufall ..."

  Etwas weiter entfernt. Antara: "Es bestellt sich sogar ein Engel, wenn es seinem Auftritt dient."

  Die Gruppe lacht. Jetzt l?chelt auch Martin still vor sich hin.

  Da schl?gt Tanja die Augen auf und Martin h?lt den Atem an.

  Tanja, mit langem Blick auf Martin, die eine Hand auf dem Herzen, leise: "Martin ... mein Herz ..."

  Sofort kniet Martin neben ihr in den Sand, dabei ihre andere Hand fassend, mit grosser Aufmerksamkeit: "Ja, mein Liebling?"

  Tanja, wie oben: "Es schmerzt nicht mehr ... Es ist frei ... und warm."

  Dankbar presst Martin Tanjas Handrücken gegen seine Stirn und denkt: 'Gott sei Dank, die Operation war ein Erfolg!'

  Tanja, ermattet von den Schmerzen des Wahnsinns, hat ihren Blick in die Ferne gerichtet: "Was hast du mit mir gemacht, Martin? Dieses Gefühl ist nicht ... natürlich."

  Martin, Tanjas Hand von der Stirn nehmend, gestresst, weil er weiss, wie Tanja zu solchen Manipulationen steht: "Naja, wir dachten ... wir haben ... Es ist nichts Grosses ..."

  Tanja, wie oben, aber streng: "Red nicht um den Brei herum, Herr Stadtpr?sident, ich bin nicht dein Wahlvolk."

  Martin reisst sich zusammen und sagt tapfer: "Ich konnte dein Leid nicht l?nger ertragen. Deshalb hat Ambellmi dein Gehirn so ver?ndert, dass es keine st?rkeren Angstfelder erzeugen kann als bei den Genvilles."

  Tanja, wie oben, aber eher schicksalsergeben als streng: "Das hast du schon einmal gesagt, als du mich in ein Genmonster verwandelt hast. Dadurch habe ich nur noch mehr gelitten ... Und jetzt verwandelst du mich also Schritt für Schritt in eine Genville ..."

  Martin, etwas hilflos: "Dadurch haben wir uns die Chance aufs Glück erhalten."

  Tanja, wie oben, mit bitterem L?cheln: "Du h?ttest mich sterben lassen und eine Genville zur Frau nehmen sollen. Das w?re deine Chance auf Glück gewesen."

  Martin ist betroffen: "Wir teilen seit Jahrzehnten Freud und Leid. Denkst du wirklich, das k?nnte mir eine Genville ersetzen?"

  Tanja, wie oben, mit Blick auf Martin: "Das w?re ja etwas ganz Neues, dass ein Mann seine alte Frau nicht gegen eine junge eintauschen m?chte."

  Martin muss unwillkürlich lachen: "Tanja, wann hast du das letzte Mal in den Spiegel geschaut? ..."

  Tanja schaut ihn verdutzt an.

  Martin, Tanjas Hand an seine Brust drückend, l?chelnd: "Du bist jung und wundersch?n, Tanja. Ich brauche dich nicht 'einzutauschen'."

  Tanja, Stirn runzelnd: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in einen Spiegel geschaut habe. Ich weiss gar nicht, wie ich aussehe ... als Monster."

  Martin, mit tiefem Ernst: "Vergiss das Monster. Du bist jung, gesund und von deiner Angst geheilt. Wir k?nnen jetzt das Leben geniessen."

  Tanja schaut ihn ohne Regung voll an: "Du meinst Unzucht treiben."

  Martin ist überrascht, ...

  ... um dann mit einem Anflug von Emp?rung zu sagen: "Aber wir sind verheiratet!"

  Tanja, energisch: "Wer ohne die Absicht, Kinder zu zeugen, den Beischlaf übt, treibt Unzucht ..."

  Tanja, traurig: "Du weisst, dass ich keine Kinder haben kann ... Wir haben immer Unzucht getrieben ... Deshalb hat der Herr mich mit Krebs bestraft ..."

  Tanja, anklagend: "Und du bist seiner Rache mit Hilfe deiner Monsterfreunde in den Arm gefallen ... Ein Pakt mit dem Teufel! ... Was für ein Albtraum!"

  Martin hat Tanja an den Schultern gefasst, aufgeregt: "Tanja, beruhige dich! Es gibt keinen Gott!"

  Tanja schaut mit grossen, erschrockenen Augen, ...

  ... um sich dann mit Macht an das irre Lachen des Nichts zu erinnern, was ihr Gesicht in Trostlosigkeit zerfallen l?sst.

  Tanja, matt und mutlos: "Ach ja, Gott hast du mir ja auch genommen."

  Martin, wie oben: "Aber wenn es keinen Gott gibt, sind wir seiner Rache nicht in den Arm gefallen, haben keine Unzucht getrieben und keinen Pakt mit dem Teufel geschlossen ... Wir sind frei! Wir sind frei!"

  Tanja, bitter: "Du meinst, wir haben die Geborgenheit in den Armen des Herrn eingetauscht gegen den kalten Atem eines irren Lachens."

  Martin l?sst sich nicht beirren, engagiert: "Nein! Gegen die Freundschaft mit Engeln. Die Genvilles sind Engel, die uns gerettet haben, uns beschützen und unserem Leben einen Sinn geben ..."

  Martin zeigt gegen den Himmel und ruft: "Sieh!"

  Tanja schaut blinzelnd zum Himmel und sieht die v?llig entrückte Antara wie ein Engel vor der Sonne schweben.

  Und in Tanjas Kopf vermischen sich ihre Fantasien von Engeln mit dem Anblick dieser zart und zerbrechlich wirkenden Sch?nheit Antara. Tanja murmelt ergriffen: "Ein Engel? ..."

  W?hrend Tanja ihre Augen geblendet abwendet, kullern ihr Tr?nen über die Wangen.

  Tanja, weinend: "Dir f?llt es leicht, auf Gott zu verzichten. Du hast ja nie richtig an ihn geglaubt."

  Martin ist zuerst etwas betroffen, ...

  ... setzt sich neben Tanja an den Felsen, ihr tr?stend den Arm um die Schultern legend, und packt dann den Stier bei den H?rnern: "Ich habe es versucht ... Doch wo war Gott bei all dem Grauen auf dieser Welt? Das konnte ich nicht verstehen ... So fiel es mir schwerer und schwerer zu glauben, dass da etwas ist, das uns erretten würde ..."

  Tanja h?rt mit grossen weinenden Augen zu.

  Martin, in Tanjas Ohr, leise: "Wir haben Gott verloren, aber die Engel gewonnen."

  Mit grossen, staunenden Augen schaut Tanja noch einmal hoch zum 'Engel', ...

  ... um sich dann, verweint und verwirrt, Schutz suchend an Martin zu lehnen.

  Martin führt die andere Hand hinter seinen Kopf, als wolle er sich kratzen, macht aber das Zeichen mit dem hoch gestreckten Daumen.

  Antara bemerkt das Zeichen und ein feines L?cheln legt sich auf ihre Lippen.

  Szeneanfang:

  Stadtbildschirm. Etliche Leute sind stehen geblieben und h?ren sich an, was Hans Hart vom Bildschirm herab zu sagen hat: "Wir haben die Kriminalit?t auf null gesenkt und damit die überlegenheit der natürlichen Moral bewiesen. Es ist Zeit, sich einem Problem zuzuwenden, welches unsere Stadtkasse schwer belastet: der Faulheit, die in gewissen Kreisen auch als 'Arbeitslosigkeit' bezeichnet wird. Ab sofort werden die sogenannten Arbeitslosengelder gestrichen. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen ..."

  Szeneanfang:

  In einer Kneipe. Ein Betrunkener h?rt Harts letzte Worte im Fernsehen: "... soll auch nicht essen ..."

  Der Betrunkene bekommt einen Wutanfall, stemmt sich vom Stuhl hoch und brüllt: "Du verdammte Drecksau!"

  Dann wirft er mit aller Kraft sein halb volles Bierglas in den Fernseher, sodass sich dieser rauchend verabschiedet.

  Betrunkener, zu seinen etwas verst?rten Kumpanen: "Das lassen wir uns nicht bieten! Zuerst haben sie uns den Job weggenommen ... und jetzt wollen sie uns verrecken lassen!"

  Die Worte erzeugen Zustimmung und Emp?rung.

  Der Betrunkene geht zum Ausgang: "Kommt, wir gehen jetzt zum Stadtbildschirm und sagen's der Sau ins Gesicht!"

  Die Kumpane stehen auf und folgen ihm. Einer ruft: "Sagt's allen Bekannten und die sollen's weiter sagen!"

  Die M?nner reden alle in ihre Kommunikatoren, w?hrend sie aus der Kneipe dr?ngen.

  Von allen Seiten str?men Leute auf dem Platz vor dem Stadtbildschirm zusammen.

  Eine betr?chtliche Menschenmenge braut sich zusammen. Auf hastig gesprayten Spruchb?ndern stehen Slogans wie 'Wir wollen Arbeit!', 'Lass uns nicht verhungern!', 'Sei nicht so hart!'.

  Die paar Natural Guards, die um den Platz stehen, sind überfordert und ziehen sich erschrocken etwas zurück.

  Der Betrunkene hat ein paar Steine gesammelt und beginnt nun, diese auf den Stadtbildschirm zu werfen, wo Harts dünn l?chelndes Gesicht in einer Standaufnahme zu sehen ist.

  Die Steine reissen L?cher in die Kunststoffmembran des Stadtbildschirmes.

  Auch seine Kumpane fangen nun an und ein Hagel von Steinen zerfetzt den unteren Teil des Bildschirms.

  Pl?tzlich fliegen auch Gegenst?nde auf die Guards, die sich fluchtartig zurückziehen.

  Ein Guard verliert die Nerven und feuert ein paar Schüsse aus seinem Gewehr in die Menge.

  Getroffene fallen um, was die Wut der Menge über die Schwelle jeder Vernunft anwachsen l?sst.

  Eine Woge hasserfüllter Gesichter brandet auf den schiessenden Guard und seinen entsetzten Partner zu.

  Bevor die beiden Guards fliehen k?nnen, werden sie von der tobenden Menge erfasst, ...

  ... niedergerissen ...

  ... und zu Tode getrampelt.

  Die Wut der Menge findet kein Ziel mehr, also werden Schaufenster eingeschlagen.

  Wie eine vielarmige Am?be breitet sich die zerst?rerische Kraft in alle Strassen um den Platz herum aus.

  In eine der Strassen biegt pl?tzlich ein Panzer ...

  ... und rollt mit 'Tack Tack Tack' feuerndem, schwerem Maschinengewehr langsam und unaufhaltsam auf die Menge zu.

  Wie Kegel fallen die Leute um und Panik macht sich breit.

  Alle Vorderen wollen pl?tzlich zurück, werden aber von den Nachrückenden behindert, sodass es zu einem Stau kommt ...

  ... und 'Tack Tack Tack' immer mehr niedergem?ht werden.

  Der Panzer erreicht die ersten Toten und f?hrt, sie achtlos zerquetschend, über sie hinweg.

  Ein Schuss l?st sich aus seiner Kanone ...

  ... und das Geschoss explodiert mitten in der Menge, sodass zerfetzte Leiber in alle Richtungen fliegen.

  'Tack Tack Tack'. Stürzende Menschen. Bluttriefende, Leiber zerquetschende Raupen.

  Da sich bei jeder Strasse ein Panzer dem Aufruhr entgegengestellt hat, treffen sie sich nun auf ihren strahlenf?rmigen Blutspuren in der Mitte des Platzes. Der Platz ist fast v?llig zugedeckt mit Leichen. Alle sind tot.

  Hart sitzt in einem Hubschrauber, der über dem Platz kreist. Der Pilot: "Kommandant Hart, die Panzerstaffel meldet den erfolgreichen Abschluss der Operation."

  In Hans Harts steinernem Gesicht l?cheln nur fein die Lippen, wie er zu sich selber murmelt: "Damit h?tten wir das Problem der Faulheit auch gleich gel?st."

  Szeneanfang:

  In der N?he des Essgartens, den die Genvilles zuletzt angelegt haben, steht Estragon auf einem kleinen Felsen und ruft mit trichterf?rmig angelegten H?nden: "Vooortraaag!!"

  Ab hier ist auf Meneors Jacke das Symbol mit der 1, dem waagrechten Bruchstrich und der liegenden Acht zu sehen.

  Von allen Seiten str?mt das neugierige Publikum herbei, bis alle inkl. Grossdois in lockerer Anordnung um Estragon versammelt sind.

  Estragon, in sch?nster Rednerpose, eine Hand in die Seite gestützt, die andere seitlich erhoben mit der Handfl?che nach vorn, feierlich: "Wann habt ihr euch das letzte Mal gefragt, warum wir mit viel Arbeit diese Siedlungen und Essg?rten in das Wüste pflanzen?"

  Hisch ruft h?misch: "Ha, ich spür's schon. Du willst dich vor dem Arbeit drücken, du faules Hund!"

  Flu, neben Hisch, vornehm: "Hunde sind nicht faul."

  Gekicher.

  Kafka: "Ihr Proteine braucht diese G?rten, weil ihr Hilfsproteine braucht. Ihr k?nnt nicht selbst?ndig leben."

  Hisch, mit falscher Freundlichkeit zu Flu: "Flu, würdest du diesem selbst?ndigen Wichtigtuenden fleissig ans Bein pinkeln?"

  Schon trottet Flu unter den amüsierten Blicken des Publikums in Richtung Kafka. Flu: "Gerrrn."

  In vornehmer Haltung hat Flu das Bein gehoben und pinkelt Kafka an den riesigen Fuss.

  ?ngstlich und fassungslos kommentiert Iris: "Sie provozieren diese Ungeheuer ... Sie provozieren doch tats?chlich diese Ungeheuer ..."

  Auch Ewald ist unbehaglich zumute.

  Sokrates: "Was geschieht?"

  Beckett: "Ein Hund zeigt mit Duftmarken, wo sein Revier ist."

  Sokrates: "Wenn Kafkas Fuss ein Duftmarke ist, darf es das noch bewegen?"

  Kafka: "Wenn ich mich bewege, stimmt Flus Revier nicht mehr."

  Beckett: "Dann bleib stehen, Kafka."

  Kafka: "Ja, Beckett."

  Iris' Kinnlade ist unten. Hisch kommentiert mit trockener H?me: "Die sind ja noch dümmer als Meneor."

  Allgemeines Kichern.

  Meneor schaut absichtlich dumm drein. Piri zu Meneor, freundlich l?chelnd: "Hisch hat dir eben ein Kompliment gemacht ..."

  Piri, wie oben: "Sie h?lt dich für intelligenter als die Grossdois."

  Meneor spielt den Geschmeichelten und sagt zu Hisch: "Wie lieb von dir, Hisch."

  Kichern und Lachen.

  Kafka: "Weil ich Flus Revier markiere, werden wir mit L?cheln belohnt."

  Beckett und Sokrates schauen sich an.

  Links und rechts von Flu donnert je ein Riesenfuss von Sokrates und Beckett auf den Boden, sodass Flu jaulend einen Satz macht.

  Sokrates und Beckett im Chor zu dem konsternierten Flu: "Darf ich auch dein Revier markieren?"

  W?hrend Flu sich unbehaglich rückw?rts schleicht, brandet Gel?chter in die absurde Szene.

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