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Kapitel 10 - Valentins Bestrafung

  Kaum hatte er die Kabine hinter sich geschlossen, wurde Charles von zwei halbge?ffneten Augen und verschr?nkten Armen begrü?t.

  ?H?r mal! Das geheime Signal ist eigentlich dafür gedacht, dass ICH dich kontaktieren kann. Anscheinend ist das irgendwie an dir vorbeigegangen“, sagte Rochelle und verzog den Mund.

  Wortlos ging Charles an ihr vorbei und lie? sich mit einem Seufzen auf den geschlossenen Klodeckel fallen. Er stützte die Ellenbogen auf die Knie und vergrub das Gesicht in den H?nden.

  ?Tut mir leid, aber ich habe einfach Angst, okay? Irgendwas ist passiert. Etwas Schlimmes. Und ich wei? nicht, was ich tun soll oder wen ich au?er dir fragen k?nnte oder ob das alles nur in meinem Kopf stattfindet“, antwortete Charles mit zitternder Stimme.

  Als Rochelle seinen Zustand bemerkte, entspannten sich ihre Gesichtszüge. Sie lie? die Arme sinken, ging einen Schritt auf ihn zu und kniete sich hin.

  ?Hey, alles wird gut. Atme erst mal tief durch und erz?hl mir dann, was los ist.“

  Nach einer kurzen Pause berichtete Charles, dass er Valentin nirgendwo finden konnte. Weder im Jungenschlafzimmer noch beim Frühstück, Unterricht oder Mittagessen.

  ?Dass er den Unterricht schw?nzt, trau’ ich ihm noch zu, aber dass er gleich zwei volle Mahlzeiten verpasst? Niemals! Ich habe ihn gestern Abend noch vor Mayas Bestrafung gewarnt. Jetzt ist er verschwunden und keiner von den anderen scheint etwas zu wissen.“

  Für einen Moment legte Rochelle ihren Zeigefinger ans Kinn und schaute leicht zur Seite, ehe sie sich wieder Charles zuwandte.

  ?Denk doch nach, Charles! Es gibt nur zwei Optionen: Entweder wird er gerade von Maya gefoltert oder er ist abgehauen. Letzteres bezweifle ich. So gut, wie ihr euch beim Grillabend verstanden habt, w?re ihm bestimmt etwas rausgerutscht, wenn er vorhatte, zu fliehen. Der Idiot tr?gt schlie?lich sein Herz auf der Zunge. Von daher bleibt logisch gesehen nur ein Szenario übrig. Trotzdem ist es schon sehr seltsam …“

  Weitere Puzzleteile setzen sich für Charles zusammen.

  Jetzt verstehe ich Rochelles gestriges Verhalten. Sie hat sich anscheinend extra im Hintergrund platziert, um alles genau beobachten zu k?nnen. Selbst bei so einem entspannten Grillabend ist sie die ganze Zeit auf der Hut und versucht, Informationen zu sammeln. Das ist echt beeindruckend. Ihr letzter Satz hingegen …

  ?W-Was meinst du damit?“, fragte Charles mit unsicherer Stimme.

  Die Stirn in Falten gelegt, antwortete Rochelle: ?Ihre Reaktion gestern Abend war … furchterregend. So habe ich sie wirklich noch nie erlebt. Ihre Vorgehensweise ist auch extrem merkwürdig. Normalerweise benutzt Maya die Bestrafung als Abschreckung für die anderen. Dass sie diese komplett alleine durchführt und nicht wie sonst die Gelegenheit nutzt, um ihre Erpressungsvideos zu filmen, macht keinen Sinn. Zudem hat sie sich emotional sonst immer extrem unter Kontrolle, aber dieser eine Blick … Oh Mann, ich will gerade nicht in Valentins Haut stecken.“

  Blitzschnell erhob sich Charles:

  ?Verdammt! Dann müssen wir sofort los und ihn retten!“

  ?Keine gute Idee. Erstens haben wir keine Ahnung, wo er sich befindet, und zweitens hat Maya ihre Augen und Ohren überall. Eine unüberlegte Rettungsaktion macht uns nur zu ihrem n?chsten Ziel oder verschlimmert Valentins Situation.“

  ?Also, was tun wir dann?“

  ?Na, nichts natürlich. Es ist ja nicht so, als ob sie ihn umbringen würde“, antwortete Rochelle und hielt ihre Handfl?chen nach oben, w?hrend sie mit den Schultern zuckte.

  Charles’ Augen weiteten sich. Der Gedanke, dass sein Kumpel derzeit von Maya an einem ihm unbekannten Ort gefoltert wird, lie? seinen K?rper regelrecht beben. Deshalb konnte er nicht glauben, was er da geh?rt hatte. Mit zusammengezogenen Augenbrauen ballte Charles die F?uste und starrte Rochelle an.

  ?Valentin hatte recht. Die anderen sind keine Hilfe. Amadeus will die Sache aussitzen. Der liebeskranke Caleb wackelt Maya wie ein Hund hinterher und du l?sst mich die ganze Drecksarbeit machen. Ich dachte, wir w?ren ein Team. Aber so wie es scheint, hast du zu viel Angst, entdeckt zu werden, als etwas zu unternehmen, wenn jemand deine Hilfe braucht!“

  Bei diesen Worten spitzten sich Rochelles Brauen. Sie biss die Z?hne zusammen und packte Charles am T-Shirt.

  ?Spiel dich mal nicht so auf! Bisher hast du ausnahmslos verkackt. Du hast Valentin ans Messer geliefert, bisher noch keine einzige brauchbare Information beschafft und konntest nicht mal den leichtgl?ubigen Amadeus überzeugen. Der Typ glaubt an irgendwelche M?rchengeschichten, die in einem Buch stehen. Wie schwer kann das bitte sein, ihn auf unsere Seite zu ziehen? Momentan bist du das genaue Gegenteil von nützlich. Denkst du wirklich, ich steige auf ein Schiff, das bereits sinkt, bevor es den Hafen überhaupt verlassen hat?“

  Sprachlos sah Charles zur Seite und biss sich auf die Lippe. Blut tropfte von dieser auf den Boden der Kabine. Nach einem tiefen Seufzer lie? Rochelle ihn los und sagte: ?Wenn du dir so gro?e Sorgen um ihn machst, dann geh halt w?hrend des Spieleabends zur Geheimbasis und such nach Hinweisen! Ich kann versuchen, Maya in der Zeit abzulenken. Ist eh schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal eine offizielle Partie Schach gegen sie gespielt habe.“

  Der Ausdruck von Charles ?nderte sich schlagartig und er strahlte Rochelle voller Dankbarkeit an.

  ?Schon gut, schon gut. Lass dich blo? nicht erwischen! Du hast nur eine Stunde Zeit. Wenn du innerhalb der Zeit nicht wieder im Waisenhaus bist, dann wird das definitiv auffallen.“

  Sofort nickte Charles mit dem Kopf und wollte die Kabine verlassen, um sich auf den Abend vorzubereiten. Allerdings stoppte ihn Rochelle, indem sie sein T-Shirt festhielt.

  ?Woah! Willst du wirklich ein M?dchen allein auf der Jungentoilette zurücklassen? Mann, Charles, du hast echt keine Manieren! Was Maya nur an dir findet, werde ich nie verstehen.“

  Mit weit ge?ffneten Augen blickte er Rochelle hinterher, die sich an ihm vorbeidr?ngelte und die Toilette verlie?.

  Was sie an mir findet? H?? Hab’ ich was verpasst?

  Ehe Charles sie fragen konnte, war Rochelle bereits verschwunden.

  Am Abend traf Charles bei der Geheimbasis ein und rief nach Valentin. Nachdem niemand antwortete, fing er sofort an zu suchen.

  Ich habe etwas weniger als vierzig Minuten, um Valentin zu finden. Danach muss ich schleunigst wieder zurück.

  Akribisch durchsuchte er jede Ecke der Holzhütte nach seinem Freund und überprüfte sogar die Bücherregale im Schlafzimmer der ersten Etage nach einem Geheimgang. Nach einer halben Stunde intensiver Suche hatte Charles nicht mal den kleinsten Hinweis auf Valentins Verbleib gefunden. Mit h?ngenden Schultern wankte er hinter den Bartisch und schüttete sich die selbstgemachte Limonade von Rochelle aus dem Kühlschrank ein. Er nahm einen kr?ftigen Schluck, setzte sich dann auf einen der Barhocker und schaute in sein halbvolles Glas.

  Was ist, wenn sie ihn gar nicht hier gefangen h?lt? Hat sie ihn vielleicht komplett woanders hingeschafft? Falls das stimmt, dann wird es für mich unm?glich, ihn zu finden.

  ?So ein Mist!“, schrie Charles, schlug dabei auf den Tisch und warf aus Versehen sein Glas um.

  Er rollte mit den Augen, schnappte sich einen der Lappen hinter der Bar und wollte gerade anfangen, alles aufzuwischen, als ihm etwas Seltsames ins Auge sprang. An einigen Ecken schien die Flüssigkeit durch das Holz zu laufen. Es waren keine schlichten L?cher, sondern die Umrisse einer Tür. Charles schluckte. Mit all seiner Kraft hob er sie an und es kam eine Treppe zum Vorschein.

  Echt jetzt? Hier gibt es einen geheimen Keller hinter der Bar? Wie viele Klischees werden mir wohl noch in diesem Waisenhaus begegnen?

  Langsam ging er die Treppe hinab in einen nur sp?rlich beleuchteten Gang. Viele der Lampen waren bereits ausgefallen oder flackerten unaufh?rlich, was Charles nicht gerade dazu ermutigte, weiterzugehen. Vor allem, weil sich am Ende dieses Ganges eine gro?e schwarze Metalltür bedrohlich vor ihm erhob. Als er direkt davorstand und die Hand nach dem Griff ausstreckte, hielt Charles für eine Weile inne. Er fragte sich, welche fürchterlichen Schrecken ihn wohl dahinter erwarten würden. Zur selben Zeit war ihm allerdings bewusst, dass er auch keine andere Wahl hatte, als es herauszufinden. Zitternd drückte er den Türknauf nach unten und ?ffnete sie. Der Anblick, welchen er zu Gesicht bekam, lie? ihm das Blut in den Adern gefrieren. Seine weit aufgerissenen Augen füllten sich mit Tr?nen und er fiel auf seine Knie. Was er sah, war einfach zu schrecklich, als dass Charles es in Worte fassen konnte. Nachdem der Schock nachgelassen hatte, schüttelte er den Kopf, stand auf und l?ste die Fesseln des gefangenen Valentin. Dabei merkte Charles, wie kalt der K?rper seines halbnackten Freundes war. Er legte ihn auf den Boden und presste sein Ohr an die Brust, um zu h?ren, ob sein Herz noch schlug.

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  Sehr schwach, aber immerhin scheint er noch am Leben zu sein.

  Als er versuchte, ihn huckepack zu nehmen, tropfte eiskaltes Wasser von Valentins Fü?en auf die Socken von Charles, durch dessen K?rper sich augenblicklich ein Zittern zog. Mit offenem Mund drehte er sich zu dem Wasserbeh?lter, in welchem Valentin gestanden hatte, und n?herte sich. Mit einem Schlucken tauchte Charles seine Hand in das Wasser und zog sie direkt wieder heraus.

  Das ist grausam. Einfach nur unheimlich grausam. Wie lange musste er in diesem eiskalten Wasser stehen, vollkommen unf?hig, sich zu bewegen?

  Seine F?uste ballten sich, w?hrend Charles die Z?hne zusammenbiss.

  Ich muss schnell was unternehmen, sein Zustand ist definitiv kritisch!

  Doch als er sich umgedreht hatte, erschrak Charles. Von einem auf den anderen Moment wurde er kreidebleich und riss die Augen auf. Niemand Geringeres als Maya stand in der Tür. Mit ihrem Arkafon machte sie l?chelnd ein Foto von ihm.

  Nein, nein, nein. Wie kann das sein? Ich dachte, Rochelle lenkt Maya für mich ab. Warum ist sie dann hier? Verdammt! Was soll ich jetzt nur tun? Das war’s wohl mit dem Rettungsversuch.

  Die Angst zog sich durch jede Faser von Charles’ K?rper. Wie erstarrt stand er da und sah zu, wie Maya langsam auf ihn zuging. Als sie ihn erreichte, schien jegliches Leben aus seinem K?rper entwichen zu sein. Sie legte einen Arm um seine Schulter und presste ihre Wange an sein Gesicht. Sie streckte ihre Zunge heraus, zwinkerte und machte ein Selfie. Mit einem breiten Grinsen betrachtete Maya das Bild für eine Weile. Anschlie?end wandte sie sich an Charles und fragte: ?M?chtest du Valentin nicht helfen? Wenn er bereits bewusstlos ist, dann hei?t das wohl, dass seine K?rpertemperatur weniger als achtundzwanzig Grad betr?gt.“

  Maya steckte das Arkafon zurück in ihren Rock und begann, sanft das Kinn von Charles mit ihren Fingerspitzen zu streicheln.

  ?Wei?t du, Charlie, ab vierundzwanzig Grad k?nnte es zu einem Herzstillstand kommen. Beeil dich besser, ehe du ihn dieses Mal in eine Situation bringst, aus der es kein Zurück gibt!“

  Der wieder zu sich gekommene Charles verlor keine weitere Sekunde. Er ignorierte Maya und lief schnell nach oben. In der ersten Etage angekommen, schnappte sich Charles das Bettzeug aus dem Schlafzimmer, rannte nach unten und wickelte Valentin darin ein. Nachdem er ihn huckepack genommen hatte, beugte sich Charles nach vorn und band Valentin mit einem Bettbezug fest. Anschlie?end rannte er so schnell, wie es sein K?rper zulie?, durch den Wald. Obwohl Charles nun mehr als das Doppelte seines K?rpergewichts zu tragen hatte, zwang er sich, weiterzulaufen. Das schnelle Schlagen seines eigenen Herzens übert?nte zunehmend jegliche anderen Ger?usche. Je weiter er lief, umso schwerer wurde das zus?tzliche Gewicht. Doch trotz der einsetzenden Ersch?pfung gab Charles nicht auf.

  Ich muss durchhalten! Sonst stirbt Valentin! Lauf einfach weiter, Charles! Egal, was passiert.

  Kurz vor der Mauer drohte Charles, zusammenzubrechen. Das Adrenalin, welches begann, durch seine Adern zu pumpen, gab ihm allerdings den letzten Schub, den er verzweifelt gebraucht hatte. Den Bettbezug noch fester um seinen Hals und Bauch gebunden, fing er an, auf einen der B?ume nahe der Mauer zu klettern. Oben angekommen nahm Charles noch einmal alle Kraft zusammen, die er in seinem zitternden K?rper finden konnte. Kurzzeitig drehte er seinen Kopf zu dem bewusstlosen Valentin.

  ?Bist du … bereit … Kumpel?“, keuchte Charles und blickte mit zusammengezogenen Augenbrauen nach vorn.

  Mit Anlauf versuchte er, vom Ast des Baumes auf die Mauer zu springen. Das zus?tzliche Gewicht sorgte jedoch dafür, dass Charles nicht weit genug springen konnte. Dennoch fanden seine H?nde an der Kante Halt und er stemmte einen Fu? gegen die Mauer. Als Charles sich hochziehen wollte, rutschte er mit seinem Schuh ab und drohte, runterzufallen. So gut er konnte, krallte er sich am Rand fest und mobilisierte jeden Muskel seines K?rpers, um sich nach oben zu ziehen. Auf dem Bauch liegend rang er ein paar Minuten nach Luft, bevor ihm etwas sehr komisch vorkam. Charles lockerte den Bettbezug, legte Valentin behutsam auf die Mauer und platzierte sein Ohr auf dessen Brust. Valentins Herz, das bis vor Kurzem noch schwach geschlagen hatte, war stehen geblieben. Das Gesicht von Charles verlor jegliche Farbe bei dieser Erkenntnis. Seine Augen füllten sich mit Tr?nen. Sofort befreite er Valentin aus der Decke und presste die H?nde auf den Brustkorb seines Freundes, um eine Herzdruckmassage anzuwenden. Seine Erfahrungen in diesem Bereich beschr?nkten sich allerdings nur auf das, was er in seinen Abenteuerromanen darüber gelesen hatte. Deshalb betete Charles innerlich, dass es zumindest ausreichend war, um Valentin genügend Zeit zu verschaffen, bis er einen der Erzieher holen konnte.

  Wie erb?rmlich schwach und nutzlos ich doch bin. Das ist der Grund, warum ich meine Eltern nicht retten konnte. Nicht einmal eine einfache Herzdruckmassage bekomme ich richtig hin. Ich habe sie durch meine Unf?higkeit umgebracht, und wenn ich so weitermache, dann werden alle Menschen, die mir etwas bedeuten, nach und nach sterben.

  Unaufh?rlich zitterten die Arme von Charles. Schwei? tropfte von seiner Stirn und sein Atem war schwer. Trotzdem gab Charles nicht auf und nutzte jede Kraftreserve, die er noch hatte. Valentins Herz wollte dennoch nicht wieder anfangen, zu schlagen. Charles biss sich auf die Lippe. Tr?nen liefen mittlerweile in Str?men über sein Gesicht.

  Bitte, lieber Gott, wenn du wirklich existierst, dann lass nicht zu, dass auch dieser Albtraum wahr wird.

  Bei jeder Bewegung tropften unz?hlige seiner Tr?nen auf die Brust seines Freundes, w?hrend der vollkommen verzweifelte Charles alles tat, was in seiner Macht stand, um ihn wiederzubeleben. Seine Anstrengungen schienen jedoch vergebens. Nichts, was er probierte, zeigte eine Wirkung, und so langsam lief ihm die Zeit davon. In der Regel waren nach maximal acht bis zehn Minuten alle Ma?nahmen aussichtslos. Eventuell kam bereits jegliche Hilfe zu sp?t. Erneut biss er sich auf seine bereits blutige Lippe, bevor seine Gefühle wie ein Vulkan aus ihm hervorbrachen: ?Verdammt, Valentin! Wozu hast du bisher ihre Folter überstanden? Nur um jetzt auf diese Weise zu verrecken?“

  Angespornt durch das Adrenalin drückte Charles noch kr?ftiger auf den Brustkorb von Valentin.

  ?Hast du nicht gesagt, dass uns der Schmerz am st?rksten miteinander verbindet? Wenn du also verstehen kannst, wie sehr ich leide, dann lass mich nicht in dieser H?lle alleine zurück, du Idiot!“

  Schreiend schlug Charles auf den Brustkorb von Valentin ein, der daraufhin keuchte.

  Oh mein Gott! Endlich! Ein Lebenszeichen.

  Blitzschnell erhob sich Charles und wandte seinen Blick dem in der Ferne leuchtenden Waisenhaus zu. Durch einen Hechtsprung schwang er sich vom Ast eines Baumes in einen nahegelegenen Busch. Anschlie?end rannte Charles so schnell, wie er noch nie zuvor in seinem Leben gerannt war. Dabei schrie er aus voller Kehle nach Hilfe. Seine Beine wurden langsam schwerer. Die Ohren pochten. Das rettende Waisenhaus war schon in Sichtweite, bevor sein Blick verschwamm.

  Nur noch ein paar Meter

  Kurz vor seinem Ziel stolperte Charles. K?rperlich hatte er sein Limit erreicht. Er rang um jeden Atemzug. Gerade so richtete Charles den Oberk?rper auf. In dem Moment rannten die Erzieher mit Taschenlampen nach drau?en, um dem L?rm nachzugehen. Unter ihnen war auch Frau Juno. Binnen weniger Sekunden entdeckten sie Charles, der am Boden kniete. Augenblicklich rannte die Ober?rztin zu ihm und noch bevor er in ihren Armen bewusstlos wurde, stammelte Charles: ?Auf der … Mauer. Valentin … in Lebensgefahr.“

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