?Was habe ich nur getan?“, war ihre Stimme voller Panik und ein Zittern schwang darin mit. Gerade noch war Emmanline an einem sch?nen kristallklaren See gewesen, aber nun war sie auf der Flucht. Sie konnte sich wahrhaftig nicht daran erinnern, wie das alles passieren konnte. In einem Wald rannte sie um ihr Leben und schlug sich durch das dichte Gestrüpp. Alles war unberührt und es gab so gut wie keine Wege, aber sie war gewandt und flink, sodass sie eigentlich keine Probleme hatte, überall durchzuschlüpfen. Ihre K?rperstatur und ihre dekorative Gr??e, die vielleicht ein Meter fünfundsechzig betrug, wussten, dass sie sich zu bewegen. Sie wandte eine Geschicklichkeit an, die ihr bis heute wirklich neu vorkam.
Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und versuchte, ihre Furcht hinunter zu schlucken. Mit gr??ter Anstrengung schaffte Emmanline es irgendwie, aber bei allen G?ttern, wenn sie das überlebte, schw?r sie, sich bis zum ?u?ersten zu tadeln. Gerade hatte sie das Dümmste in ihrer unendlichen Existenz getan. Du verdammte dich selbst dafür. Immer und immer wieder. Emmanline verstand nicht, wie sie das nur tun konnte, und ihr Verstand begriff es nicht.
Vergeblich versuchte Emmanline sich daran zu erinnern und kam immer auf das gleiche Ergebnis. Absolute Leere in ihrem Kopf. Der einzige Beweis für ihre Dummheit war, in ihrer Hand lag ein blutroter Rubin, so gro? wie ihre Handfl?che selbst. Das sollte eigentlich nicht das Schlimmste sein, beileibe nicht, aber sie wusste, dass sie diesen wertvollen Stein aus dem Hort eines Drachen gestohlen hatte. Diese m?chtigen Wesen waren dafür bekannt, dass sie ihren wertvollen Schatz mit allem beschützten. Bis auf Leben und Tod. Ihr ganzes Leben wurden sie von Dingen angezogen, die einen unsagbaren Wert besa?en oder gl?nzten. Je mehr sie besa?en, umso glücklicher waren sie, aber auch umso t?dlicher. Drachen z?hlten zu den gro?m?chtigsten Wesen der Mythenwelt und niemand konnte ihnen so schnell einen Schaden anrichten. Sie hatten eine Gewalt und St?rke, gegen die kaum ein Gesch?pf ankam. Vor allem besa?en die Drachen die Naturgewalten. Für jeden vom Leben bestimmt.
Und wie kam sie zu einer solchen irrwitzigen Handlung? Dazu von einem Feuerdrachen? War sie von Sinnen? Hier würde sie nie wieder lebendig herauskommen. Beim besten Willen nicht. Drachen waren in ihrer Raserei unberechenbar und solange toben, bis sie das bekamen oder wieder hatten, was sie wollte. Doch wenn sie es wirklich schaffen k?nnte, lebend davon zu kommen und vor allem ohne gefangen genommen zu werden, dann w?re sie das reinste Wunder. Noch nie hatte Emmanline davon geh?rt, dass es je einer geschafft hatte. Dabei hegte sie nicht die au?ergew?hnliche Hoffnung, zu einem Wunder zu werden, weil es unm?glich war. Drachen besa?en unglaubliche Sinne. Ihre Sicht und Ihr Geruch waren um ein Hundertfaches besser als normale Wesen. Zumal sie viel schneller waren. Am liebsten würde Emmanline sich in ein M?useloch verkriechen, sich einbuddeln und nie wieder herauskommen. Es nützte nichts, der Schaden war angerichtet. Sie sah es schon vor sich, wie es ihr Ende bedeutete und doch rannte sie wie verrückt um ihr Leben. Sie blieben kein einziges Mal stehen oder riskierten keinen Blick zurück. Emmanline fürchtete sich davor, dass eine riesige zornige Kreatur sie verfolgte. Sie konnte nicht einmal ein Brüllen h?ren.
In diesem Augenblick h?rte Emmanline das schrecklichste, t?dlichste und wütendste Brüllen, welches die Luft und die ganze Erde erbeben lie?. Ihre Nackenhaare stellen sich voller Panik auf und dieser markerschütternde Schrei geht ihr durch Mark und Bein. Sie erschauderte, denn sowas hatte sie noch nie gespürt. Emmanline konnte Drachen und wusste wie ihr Zorn und ihre Wut aussah, aber noch nie hatte sie etwas so Derartiges wahrgenommen. Es klang unheilvoll und dieser Drache würde der Schlimmste seiner Sorte werden, dem sie jemals begegnete. Da war sie sicher. Ihr Schicksal war besiegelt, wenn diese Kreatur sie erwischte und an Unversehrtheit war nicht einmal zu denken. Ein inneres Gefühl sagte ihr, Folter würde vor ihr stehen, wenn er sie ergriff. Es gab keine M?glichkeit, weil Drachen auch nicht gerade die besten Gespr?chspartner waren, und daher konnte sie nur ihr Bestes geben, indem sie ihr Tempo weiter erh?hte.
Emmanline rannte schneller, sprang h?her über umgestürzte Baumst?mme im Wald und wich weiteren Hindernissen aus. Jetzt bemerkte sie auch, wie totenstill der Wald geworden war. Zuvor konnte sie noch das Rascheln im Unterge?st h?ren und lautes Vogelgezwitscher, aber es war nun alles v?llig ger?uschlos. Au?er ihrem hektischen Atem, der in Sekundenbruchteilen ausstie? und ihr schneller Herzschlag, der in ihrem Kopf laut donnerte. Die Stille war so rasch gebrochen, als das unheilvolle Brüllen die Umgebung erschüttert hatte. Sie war eindeutig verloren. Sie hatte fürchterliche Angst. Was sollte sie nur machen? Von dem Berg, in dem der Drache wohnte, entfernte sie sich zwar, aber sie hatte das Gefühl, dass sie nicht vorankam.
Endlich kam Emmanline in eine Gegend, die ihr bekannt vorkam. Nicht weit entfernt liegt dieser riesige Kristallsee. Sie wart dort... woraufhin sie nun intensiver nachdachte und runzelte ihre Stirn verwirrt, dass ihre Erinnerung sagte, es war wirklich das Letzte, woran sie sich erinnern konnte, bevor sie dem Drachen den blutroten Rubin gestohlen hatte. Natürlich k?nnte sie den Stein einfach von sich schmei?en, aber es würde ihr nichts bringen. Sie würden mit Sicherheit ihren Duft hinterlassen. Würde der Drache sie ohne den Rubin erwischen, w?re es doppelt so schlimm. Sie steckte in echten Schwierigkeiten.
Bei allen G?ttern, ich k?nnte heulen und mich gleichzeitig dafür ohrfeigen. Was ist hier nur los und passiert?
Emmanline konnte sich kaum beherrschen. Sie verlor den Verstand und es wurde immer schlimmer. Langsam empfand sie sich verloren und hilflos. Nein, nein, nein... sie durfte nicht entmutigen und musste sich bewahren. Sie war nicht ganz so machtlos, wie sie vielleicht aussah. Trotz ihrer geringen Gr??e und Zierlichkeit konnten sie sich wom?glich wehren. Sie war kein Mensch, der auf etwas angewiesen war. Sie geh?rte zu dem Volk der Elfen. Wobei nicht mit voller Blute. Nun war sie schon über zweihundert Jahre und Emmanline war noch nie einer anderen Elfe begegnet. Es war wirklich wertvoll. Schon sogar besch?mend. Sie hatte keine Ahnung von ihrem eigenen Volk und war wirklich miteinander verbunden. Sie konnte nur erahnen, was sie von sich selbst wusste und empfand.
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Ihr Gespür war die Natur und es erfüllte sie mit Energie. Das Unglaubliche war, das sie sich dabei derma?en frei fühlte. Ihre Kraft steigerte sich und ohne Probleme konnte sie die Ausdauer halten. Auch wenn sie durch einen wütenden, tobenden und t?dlichen Drachen verfolgt wurde, verspürte sie einen Augenblick des Laufens eine gro?e Freiheit.
Ein erneut wütendes Brüllen erschütterte alles und Emmanline wurde aus ihren Empfindungen gerissen, w?re sogar beinahe gestolpert, konnte sich aber gerade noch abfangen. Vor ihr lichtete sich der Wald. Sie konnten schon die tiefen w?rmenden Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren und stürmte zur Lichtung raus. Der riesige See erstreckte sich vor ihr. Er war so klar auf der Wasseroberfl?che und durch die Sonne funkelte er wie tausende Diamanten. Der Grund des Sees war nicht erkennbar, so tief reichte er, aber das Wasser war im Zaum, dass die azurblaue F?rbung wundersch?n aussah. Den See v?llig zu umrunden und im Wald wieder zu verschwinden, würde eine Menge Zeit kosten auf offenem Gel?nde zu laufen. Auch blieb ihr keine andere Wahl, als einen anderen Weg einzuschlagen. Nur so weit kam Emmanline nicht. Ein dunkler gro?er Schatten huschte über ihren Kopf hinweg, bis pl?tzlich eine monstr?se Gestalt vor ihr landete. Das schwere Gewicht, was auf der Erde aufschlug, brachte ein starkes Beben zum Vorschein. Bei dieser Erschütterung konnte sie ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und fiel unsanft zu Boden. Doch sie fing sich schnell wieder und entsetzte sich zu dieser riesigen Kreatur empor. Alles, was Emmanline von sich geben konnte, blieb ihr im Halse stecken. Die tiefschwarzen Schuppen und der feurige Atem, würdigte ihn als einen Feuerdrachen aus. Seine Gr??e müsste an die achtzehn Meter betragen und seine L?nge über hundert Meter. Seine Augen waren wie golden glühende Juwelen. Intelligent, durchdringend und mit einer gef?hrlichen Wildheit. Ein langer, geschwungener Hals trug seinen markanten Kopf und war mit einem kr?ftigen Kiefer ausgestattet, aus dem t?dliche Rei?z?hne ragten. Aus seinem Kopf strebten viele schwarze spitze H?rner, die nach hinten gebogen waren. Seine Klauen waren scharf wie Dolche, f?hig, Feinde mit einem einzigen Hieb zu zerfetzen. Ein m?chtiger, muskul?ser Schweif peitscht durch die Luft, eine t?dliche Waffe. Auf seinem Rücken seine gigantischen Flügel, die ihn durch die weiten Lüfte gleiten lie?en. Durch seine gl?nzenden schwarzen Schuppen, so wirkte sein K?rper wie ein undurchdringlicher Panzer, dem nichts anhaben konnte. Allein dieses Erscheinungsbild des Drachen war genau das, aus dem die schrecklichen Alptr?ume geboren wurden.
?Du bist so gut wie tot!“, ert?nte seine Stimme t?dlich und verzerrt, als sie durch die Luft schnitt.
Planke Panik machte sich in Emmanline breit und konnte gerade noch ihren Verstand zur Besinnung bringen. Sie mussten hier weg, und zwar sofort. Seine Augen... sie konnte sie nicht genau beschreiben, aber sie waren unheilvoll. In ihnen stecken m?rderische Emotionen, dass es sie innerlich erdrückte. Es war ihr egal, wie wütend der Drache noch werden konnte, aber alles in ihrem Schrei zu flüchten. Sie drehte sich einfach um und rannte in die entgegengesetzte Richtung. Vor ihren Augen der See.
Innerlich baute sich in ihrem ein ungew?hnlicher Druck auf und Emmanline beschlich die Vorahnung, dieser blutrote Rubin besa? etwas Verborgenes, je l?nger sie ihn in der Hand hielt. Das Gefühl str?mte in einer warmen flie?enden Bewegung durch ihren K?rper. Immer wieder konnte sie verzerrte Stimmen aus weiter Ferne h?ren, aber nie klar verstehen. Sie dr?ngten flehentlich an ihren Verstand, sodass sie unbewusst folgen musste. Emmanline wurde regelm??ig in den Bann gezogen, der sie zwang, Dinge zu tun, die sie nicht begriff. Ihr K?rper handelt von ganz alleine, als h?tte sich ein Schalter in ihrem Inneren umgelegt. Sie führte den blutroten Robin an ihren zartrosa Lippen, deren Kontrast enorm war. Dabei schlie?en sie ihre Augen uns wisperte unverst?ndliche Worte, welchen Sinn sie nicht verstehen. Die fremden Worte kamen ihr über die Lippen, als h?tte sie die schon immer gekonnt. Ihre Augenlider hoben sich und nichts war passiert. Ihre Stirn legte sich fraglich in Falten und wusste eigentlich nicht, was sie sich erhofft hatte. Was wollte sie eigentlich erreichen?
Wie es natürlich kommen musste, w?hrend sie weiter auf der Flucht war, so schnell passierte es auch schon. In Gedanken versunken passierten st?ndig solche dummen Missgeschicke, dass jemand über die kleinsten Gegenst?nde fiel, oder eben auch über ihre eigenen Fü?e. Genau das geschah in diesem einen Augenblick. Hart schlug Emmanline nach der L?nge ausgestreckt auf dem Boden auf, weil sie über ihre eigenen Fü?e stolperte. Als w?re es nicht das letzte Missgeschick, welches ihr passierte, nein gewiss nicht. Beim Aufprall lie?en sie den blutroten Rubin fallen und rollten direkt auf den See zu. Ein kleiner Aufschrei entfuhr ihr noch und versuchte vergeblich, nach dem Stein zu greifen, der mit einem platschenden Ger?usch im Wasser landete und in die Tiefe versank. Kurz konnte sie den roten Schimmer des Rubins erkennen, bevor er g?nzlich verschwand. Sie wurde kreidebleich im Gesicht.
Emmanline schluckte schwer und wollte sich nicht umdrehen und den m?rderischen Zorn seiner Augen begegnen, der mit Sicherheit sie verschlang. Sie spürte seine durchbohrenden Blicke in ihrem Rücken, wie die Luft sich um sie herum erhitzte vor t?dlicher Wut. Seine massive Gestalt kam auf sie zu und sie spürte das Baby unter ihrem K?rper.
?Wo ist mein Stein?“, war seine gef?hrliche Stimme bedrohlich nahe. Jetzt konnte Emmanline keine Erschütterung mehr spüren und nur noch eine lautlose Stille. Noch mehr Hitze strahlte hinter ihr auf und sie wusste, dieser Drache nahm seine menschliche Gestalt an. ?Ich habe dich etwas gefragt“, knurrte er mahnend und es war ein deutlicher Befehl, den niemand ignorieren durfte. Ihre wenigen inneren Mut zusammen kratzend, drehte sie sich langsam um und riskierte einen Blick auf ihn. Aber...
Ihr Mund ?ffnet sich vor Schock und Ungl?ubigkeit. Sofort schoss R?te in ihr Gesicht, da Emmanline jetzt erst bemerkte, dass er nackt war. Vollkommen nackt. Sie konnte alles sehen und sie konnte ihren Blick nicht von seiner intimsten Stelle abwenden. Sie mussten stark schlucken und ihre Augen waren weit aufgerissen. Je l?nger sie darauf starrte, umso mehr regte sich da etwas. Wurde sein Ding etwa gr??er? Es wurde immer l?nger und... ungeheuer gro?. Ihr Herz raste immer schneller in ihrer Brust, drohte ihren Brustkorb zu sprengen.
?Hast du nun lange genug geglotzt?“, schwang da in seiner knurrenden Stimme so etwas wie eine Art Erregung und Rauheit mit?

